[0001] Die Erfindung betrifft eine Tür- oder Fensterzarge mit einer Storenführung für Storen
zum Einsatz an Fassaden gemäss dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Tür- bzw. Fensterzargen dienen als Verbindungselement vom Fenster- oder Türrahmen
zur Fassade. Funktionell dienen Tür- und Fensterzargen dem Wetterschutz der Wandöffnung
und haben einen ästhetischen Einfluss auf die Architektur. Die Befestigung erfolgt
mittels eines Steckprofils auf den Fensterrahmen und gegebenenfalls Befestigungen
an die Fassadenunterkonstruktion, Mauerwerk oder dergleichen. Türzargen bestehen im
Wesentlichen aus Laibungsblechen links und rechts sowie aus einem Sturzblech. Fensterzargen
bestehen aus zwei Laibungsblechen, einer Fensterbank und einem Sturzblech. Steckprofile
haben die Funktion massliche Bautoleranzen zwischen Fensterrahmen und Fassade in der
horizontalen Tiefe aufzunehmen. Tür- bzw. Fensterzargen werden als zusammengeschweisste
Rahmen oder in Einzelteilen zum Zusammenbau vor Ort geliefert.
[0003] Als Sonnen- und Wetterschutz, zur Verdunkelung aber auch als Sicherheitsmassnahme
gegen Einbruch werden Türen und Fenster vielfach mit Storen versehen. Unter dem Begriff
Storen werden in dieser Patentanmeldung Lamellenstoren, Rafflamellenstoren, Jalousien,
aber auch Fallmarkisen, Senkrechtmarkisen, Vertikalmarkisen und Rolläden verstanden.
Storen sind üblicherweise in Führungsschienen geführt, die vertikal vor der Aussenseite
einer Tür bzw. eines Fensters montiert sind. Lamellenstoren bzw. Rafflamellenstoren
bzw. Jalousien weisen Lamellen mit seitlich an den Schmalseiten hervorragenden Führungselementen
auf, die in zwei seitlich montierten Metallschienen geführt sind. Fallmarkisen bzw.
Senkrechtmarkisen oder Vertikalmarkisen weisen ein herunterrollbares Tuch auf, an
dessen vertikalen Seiten Führungselemente befestigt sind. Rollläsen sind mit ihren
als Führungselemente ausgebildeten Längsseiten in Metallschienen geführt.
[0004] Die Metallschienen sind separate Bauteile, die in Aufbaumontage auf die Tür- bzw.
Fensterzargen bzw. auch vor diesen an der jeweiligen Wandlaibung montiert werden.
Sie besitzen einen länglichen, prismatischen Körper mit einem im wesentlichen C-förmigen
Querschnitt. An der von der Wandlaibung abgewandten Seite weisen die Metallschienen
einen in Längsrichtung verlaufenden Spalt auf, der sich über die gesamte Länge der
Metallschiene erstreckt. Die Führungselemente sind in den Spalten der beiden Metallschienen
geführt und gehalten. Üblicherweise werden die Führungselemente von oben oder von
unten in die seitlich montierten Metallschienen eingesetzt.
[0005] Die Metallschienen sind als Strangpressprofile ausgebildet. Sie können auch aus Stahl-
oder Aluminiumblech gefertigt sein. Auch die seitlichen Führungselemente an den Storen
bestehen üblicherweise aus Metall oder aus einem sehr harten Kunststoff. Um die Geräuschentwicklung
der in den seitlichen Metallschienen geführten Führungselemente zu dämmen bzw. zu
unterdrücken, ist der Längsspalt jeder Metallschiene an seinen Kanten mit einem Kunststoff
abgedeckt. Es kann auch eine Kunststoffführungsschiene innerhalb der Metallschiene
angeordnet sein, die sich über den gesamten Längsspalt der Metallschiene erstreckt.
Die Führungselemente sind dann in der Kunststoffführungsschiene geführt. Die Kunststoffführungsschiene
wird üblicherweise von oben oder von unten in eine Metallschiene geschoben, bevor
diese an der Wandlaibung bzw. an der Tür- oder Fensterzarge montiert wird.
[0006] Die nachträgliche Montage von seitlichen Führungskörpern bzw. Metallschienen in Aufbauweise
an den Tür- bzw. Fensterzargen ist zeit- und arbeitsintensiv. Auch die Montage von
Kunststoffbauteilen, beispielsweise Kantenabdeckungen oder Kunststoffführungsschienen
an den Rändern der Längsspalten der Metallschienen bzw. in den Schienen zur Geräuschdämmung
bzw. -unterdrückung ist umständlich, abgesehen davon, dass die bereits montierten
Kunststoffbauteile bei der Befestigung der Metallschienen an den Wandlaibungen hinderlich
sein können.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, den geschilderten Nachteilen des
einschlägigen Stands der Technik Abhilfe zu schaffen. Die Montage von seitlichen Führungskörpern
für Storen und das Anbringen von Kunststoffbauteilen zur Geräuschdämmung und -unterdrückung
sollen vereinfacht werden. Auch sollen die Voraussetzungen für eine standardisierte
Montage von Storen geschaffen werden.
[0008] Die Lösung dieser und weiterer Aufgaben besteht in einer Tür- oder Fensterzarge,
welche die im Patentanspruch 1 aufgelisteten Merkmale aufweist. Bevorzugte Ausführungsvarianten
und/oder vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Patentansprüche.
[0009] Durch die Erfindung wird eine Tür- oder Fensterzarge geschaffen, die wenigstens ein
flächig ausgebildetes, im wesentlichen vertikal anordenbares Laibungsblech mit Einrichtungen
zum Befestigen an Fensterrahmen und Fassadenunterkonstruktion und eine Führung für
Führungselemente, die seitlich von einer Store abragen, umfasst. Das wenigstens eine
Laibungsblech ist dazu mit einer gegenüber einer Sichtfläche des Laibungsblechs rückspringenden
Aufnahmenut ausgestattet, die sich über die gesamte Länge des Laibungsblechs erstreckt.
Die Aufnahmenut besitzt einen im Wesentlichen U-förmigen Querschnitt und weist eine
Querschnittsverengung auf, die einem in die Aufnahmenut führenden Montagespalt benachbart
ist und zwei seitliche Hinterschneidungen bildet. Die Aufnahmenut ist zur form- und
kraftschlüssigen Aufnahme einer Kunststoffführungsschiene ausgebildet, deren Querschnitt
dem U-förmigen Querschnitt der Aufnahmenut angenähert ist und die seitlich abragende
Lippen zur Abdeckung eines Übergangs von der Aufnahmenut zur Sichtfläche des Laibungsblechs
aufweist.
[0010] Die erfindungsgemässe Tür- oder Fensterzarge zeichnet sich dadurch aus, dass sie
bereits eine integrierte Storenführung aufweist. Die integrierte Storenführung besteht
aus einer in dem wenigstens einen seitlichen Laibungsblech ausgebildeten rückspringenden,
in Längsrichtung verlaufenden Nut, in der eine Kunststoffführungsschiene zur Geräuschdämmung
und -unterdrückung form- und kraftschlüssig gehalten ist. Dadurch entfällt die arbeits-
und zeitaufwendige Aufbaumontage von separaten Schienenelementen auf die Laibungsbleche
bzw. vor der Zarge an der Wandlaibung. Allfällige Toleranzen der Wandöffnung werden
bereits durch die Zargen ausgeglichen. In Kenntnis der erforderlichen Abmessungen
kann der Storenhersteller daher bereits viel früher mit der Herstellung der Storen
beginnen als bei den Systemen des Stands der Technik. Die Montage beschränkt sich
im Wesentlichen nur noch auf das Einfädeln der Führungselemente der Storen in die
Storenführung. Durch die Integration der Storenführung in die Zarge kann die Herstellung
der Storen bereits nach der Freigabe der Zargenkonstruktion gestartet werden. Die
Massaufnahme des Storenlieferanten vor Ort kann entfallen da die Zargen mit hoher
Massgenauigkeit hergestellt werden können. Dadurch kann die Ausstattung von Türen
und Fenstern mit Storen deutlich beschleunigt werden, was nicht zuletzt auch dem Konsumenten
zugute kommt.
[0011] Die Ausstattung der erfindungsgemässe Tür- oder Fensterzarge mit wenigstens einem
Laibungsblech mit integrierter Storenführung trägt dem Umstand Rechnung, dass Storen
auch nur auf einer Seite in der Laibung geführt sein können. Auf der zweiten Seite
kann beispielsweise eine freistehende Führung ohne Laibung angeordnet sein. Eine derartige
Anordnung kann beispielsweise bei Eckfenstern oder langen, geteilten Fenstern, bei
denen die maximale Länge der Storen überschritten werden, und aus ästhetischen Gründen
keine Trennung durch Laibungsbleche erwünscht ist, vorgesehen sein. Der Grossteil
der Tür- oder Fensterzargen ist jedoch üblicherweise mit zwei Laibungsblechen ausgestattet,
die eine integrierte Storenführung aufweisen.
[0012] Eine Ausführungsvariante der Tür- oder Fensterzarge kann vorsehen, dass die Kunststoffführungsschiene
elastische Rückhaltestege aufweist, die entgegen der Erstreckung der seitlich abragenden
Lippen verlaufen und einen Einschiebespalt in die Kunststoffführungsschiene begrenzen.
Die Elastizität der Rückhaltestege erlaubt es, die seitlich von den Storen abragenden
Führungselemente durch den Einschiebespalt in die Kunststoffführungsschiene einzufädeln.
Haben die Führungselemente den Einschiebespalt passiert, federn die Rückhaltestege
in ihre Ausgangslage zurück und verengen den Einschiebespalt. Dadurch können die Führungselemente
der Storen nicht mehr aus der Kunststoffführungsschiene herausgleiten. Indem die Führungselemente
der Storen durch den Einschiebespalt in die Kunststoffführungsschiene eingefädelt
werden können, entfällt das Einführen der Führungselemente von oben bzw. von unten
in die in der Aufnahmenut montierte Kunststoffführungsschiene.
[0013] Bei einer weiteren Ausführungsvariante der Tür- oder Fensterzarge gemäss der Erfindung
kann die Kunststoffführungsschiene im Wesentlichen senkrecht zu ihrer Längserstreckung
elastisch komprimierbar sein. Dabei weist die Kunststoffführungsschiene im komprimierten
Zustand eine senkrecht zu ihrer Längserstreckung verlaufende Breite auf, die kleiner
ist als eine Weite der Aufnahmenut an der Querschnittsverengung. Dies ermöglicht es,
die Kunststoffführungsschiene einfach in die Aufnahmenut einzuclipsen. Dadurch werden
die Montage und ein allfälliger Ersatz der Kunststoffführungsschienen noch weiter
vereinfacht.
[0014] Die Integration der Storenführung in die Tür- bzw. Fensterzarge und die spezielle
Ausgestaltung der Kunststoffführungsschiene erlauben somit eine weitgehend werkzeuglose
Montage der Storen in den seitlichen Führungen.
[0015] Die Kunststoffführungsschiene dient einerseits der Geräuschdämmung bzw. -unterdrückung
und soll senkrecht zu ihrer Längserstreckung elastisch komprimierbar sein. Andererseits
muss die Kunststoffführungsschiene ein leichtes Gleiten der seitlichen Führungselemente
ermöglichen und ausreichend abrasionsbeständig sein, um die geforderte Langlebigkeit
zu erfüllen. Eine weitere Ausführungsvariante der erfindungsgemässen Tür- oder Fensterzarge
kann dazu vorsehen, dass die Kunststoffführungsschiene ein Extrusionsprofil aus einem
Kunststoff der Gruppe bestehend aus Polyolefinen, z.B. PP oder PE, insbesondere PE-LD,
PVC, und gleitbeschichtete Kunststoffe.
[0016] Bei einem weiteren Ausführungsbeispiel der Tür- oder Fensterzarge gemäss der Erfindung
können die Laibungsbleche Blech-Stanz-Biegeteile sein. Blechumformverfahren sind kostengünstig
und erlauben eine Herstellung von Bauteilen mit den verlangten Steifigkeiten und Masshaltigkeiten.
[0017] Eine weitere Ausführungsvariante der Erfindung kann aus Gewichtsgründen vorsehen,
dass wenigstens die Laibungsbleche der Tür- oder Fensterzarge aus Aluminium bestehen.
[0018] Eine weitere Ausführungsvariante der erfindungsgemässen Tür- oder Fensterzarge kann
vorsehen, dass die Kunststoffführungsschiene nicht als ein separates Bauteil vorliegt,
sondern bereits in der Aufnahmenut des jeweiligen Laibungsblechs vormontiert ist.
Durch die Vormontage entfällt für den Storenmonteur der Arbeitsgang des exakten Ablängens
und des Einführens bzw. Einclipsens der Kunststoffführungsschiene in die Aufnahmenut
der Laibungsbleche der Tür- bzw. Fensterzarge.
[0019] Eine Ausführungsvariante der Tür- bzw. Fensterzargen kann vorsehen, dass die Laibungsbleche
als Einzelteile vorliegen, die erst vor Ort mit einem Sturzblech und ggf. mit einer
Fensterbank zu einer baulichen Einheit zusammengebaut werden.
[0020] Bei einer alternativen Ausführungsvariante können die Tür- und Fensterzargen bereits
als eine bauliche Einheit vormontiert vorliegen. Dabei können die Kunststoffführungsschienen
beispielsweise als Meterware oder massgenau separat beigelegt sein.
[0021] Dies führt zu einer wesentlichen Vereinfachung, da die Herstellung des Türrahmens
oder des Fensterrahmens und die Montage der Storen zusammengeführt sind. Dadurch können
die Masse der Türen und Fenster und der Storen exakt aufeinander abgestimmt und standardisiert
werden. Auch kann dadurch der Herstellvorgang vereinfacht und standardisiert werden,
was insgesamt zu deutlichen Kosteneinsparungen führen kann.
[0022] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung einer
beispielsweisen Ausführungsvariante der Erfindung unter Bezugnahme auf die schematischen
Zeichnungen. Es zeigen in nicht massstabsgetreuer Darstellung:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines Abschnitts einer erfindungsgemässen Zarge mit integrierter
Storenführung;
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung einer Kunststoffführungsschiene;
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung einer in eine Zarge eingesetzten Kunststoffführungsschiene;
und
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemässen Zarge mit eingesetzter Kunststoffführungsschiene
und darin gehaltenem Führungselement einer Store.
[0023] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Abschnitts einer Zarge, die gesamthaft
das Bezugszeichen 1 trägt. Bei der Zarge kann es sich um eine Türzarge oder um eine
Fensterzarge handeln. Fig. 1 beschränkt sich auf die Darstellung der für das Verständnis
der erfindungsgemässen Zarge 1 wesentlichen Bauteile. Aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit
wurde auf die Darstellung der übrigen Bauteile, wie z.B. der Einrichtungen zum Befestigen
der Zarge 1 an Fensterrahmen und Fassadenunterkonstruktion, verzichtet. Die Zarge
1 weist zwei flächig ausgebildete Laibungsbleche, nämlich ein linkes und ein rechtes
Laibungsblech auf, die üblicherweise über ein nicht dargestelltes Sturzblech miteinander
verbunden sind. Das in Fig. 1 beispielsweise dargestellte rechte Laibungsblech 2 besitzt
eine dem Betrachter zugewandte Flachseite als Sichtfläche 3. Das dargestellte Laibungsblech
2 ist beispielsweise ein Blech-Stanz-Biegeteil, beispielsweise aus einem Stahlblech
oder einem Aluminiumblech. In einer alternativen Ausführungsvariante können die Laibungsbleche
oder die gesamte Zarge auch als ein Strangpressprofil aus Metall, beispielsweise aus
Stahl oder Aluminium ausgebildet sein.
[0024] Das Laibungsblech 2 ist mit einer gegenüber der Sichtfläche 3 des Laibungsblechs
2 rückspringenden Aufnahmenut 4 ausgestattet. Die Aufnahmenut 4 besitzt einen im Wesentlichen
U-förmigen Querschnitt und erstreckt sich über die gesamte Länge des Laibungsblechs
2. Die Aufnahmenut 4 weist in Nachbarschaft zu einem in die Aufnahmenut 4 führenden
Montagespalt 5 eine Querschnittsverengung auf, die zu zwei seitlichen Hinterschneidungen
6 der Aufnahmenut 4 führt. In der Aufnahmenut 4 ist eine Kunststoffführungsschiene
11 form- und kraftschlüssig gehalten. Dazu weist die Kunststoffführungsschiene 11
einen Querschnitt auf, der dem U-förmigen Querschnitt der Aufnahmenut angenähert ist.
Die Kunststoffführungsschiene 11 weist seitlich abragende Lippen 12 auf, die einen
Übergang 7 von der Aufnahmenut 4 zur Sichtfläche 3 des Laibungsblechs 2 abdecken.
Weiters weist die Kunststoffführungsschiene 11 elastische Rückhaltestege 13 auf, die
entgegen der Erstreckung der seitlich abragenden Lippen 12 verlaufen und die Weite
eines Einschiebespalts 14 in die Kunststoffführungsschiene 11 begrenzen.
[0025] Fig. 2 zeigt eine Querschnittsdarstellung der Kunststoffführungsschiene 11. Gleiche
Bestandteile tragen die gleichen Bezugszeichen wie in Fig. 1. Die Kunststoffführungsschiene
weist gleichfalls einen in Wesentlichen U-förmigen Querschnitt auf. Die beiden seitlichen
U-Schenkel 15 sind über einen Querschenkel 16 verbunden. In Richtung des Querschenkels
16 erweitert sich der Querschnitt der Kunststoffführungsschiene 11. Insbesondere bilden
die beiden seitlichen U-Schenkel jeweils einen seitlichen Vorsprung 17. Die seitlichen
Vorsprünge 17 bilden mit den Hinterschneidungen 6 der Aufnahmenut 4 (Fig. 1) einen
Formschluss. Die von den seitlichen U-Schenkeln 15 abragenden seitlichen Lippen sind
mit dem Bezugszeichen 12 versehen. Die den Einschiebespalt 14 in die Kunststoffführungsschiene
11 begrenzenden Rückhaltestege tragen das Bezugszeichen 13.
[0026] Fig. 3 zeigt einen Querschnitt der Kunststoffführungsschiene 11 während ihrer Montage
in die Aufnahmenut 4 im Laibungsblech 2. Die Kunststoffführungsschiene 11 ist etwa
senkrecht zu ihrer Längserstreckung elastisch komprimierbar. Dadurch ist ihre Breite
kleiner als eine Weite der Aufnahmenut 4. Dadurch kann die Kunststoffführungsschiene
11 sehr einfach von der Sichtfläche 3 des Laibungsblechs 2 her durch den Montagespalt
5 in die Aufnahmenut 4 eingesetzt, insbesondere eingeclipst werden. Die Kunststoffführungsschiene
11 dient einerseits der Geräuschdämmung bzw. -unterdrückung und soll senkrecht zu
ihrer Längserstreckung elastisch komprimierbar sein. Andererseits muss die Kunststoffführungsschiene
11 ein leichtes Gleiten der seitlichen Führungselemente der Store ermöglichen und
ausreichend abrasionsbeständig sein, um die geforderte Langlebigkeit zu erfüllen.
Um diese Aufgaben zu erfüllen, ist die Kunststoffführungsschiene 11 aus einem Kunststoff
der Gruppe bestehend aus Polyolefinen, beispielsweise Polypropylen (PP), Polyethylen
(PE), insbesondere PE-LD, weichem Polyvinylchlorid (PVC) und beschichteten Kunststoffen
gefertigt. Die Kunststoffführungsschiene kann als ein Extrusionsprofil ausgebildet
sein. Die zur Aufnahme der seitlichen Führungselemente dienenden Innenflächen der
Kunststoffführungsschiene 11 sind mit einem Gleit- bzw. Geräuschminderungsprofil ausgestattet.
Gegebenenfalls können sie auch mit einer Gleitbeschichtung versehen sein.
[0027] Fig. 4 zeigt eine Querschnittsdarstellung der in die Aufnahmenut 4 im Laibungsblech
2 der Zarge 1 eingesetzten Kunststoffführungsschiene 11. Die seitlichen Vorsprünge
17 der Kunststoffführungsschiene 11 bilden mit den Hinterschneidungen 6 der Aufnahmenut
4 einen Formschluss. Der Formschluss wird durch einen Kraftschluss unterstützt, der
aus der Elastizität der Kunststoffführungsschiene senkrecht zu ihrer Längserstreckung
und aus der Reibungskraft des Materials der Kunststoffschiene und des Materials des
Laibungsblechs 2 resultiert. Indem an der dem Montagespalt 5 gegenüberliegenden Rückwand
8 der Aufnahmenut 4 eine Fixierleiste 9 angeordnet ist, können die seitlichen Vorsprünge
17 der Kunststoffführungsschiene 11 zusätzlich gegen die seitlichen Hinterschneidungen
6 vorgespannt werden. Dadurch kann die Kunststoffführungsschiene 11 noch besser in
der Aufnahmenut 4 festgelegt werden.
[0028] In Fig. 4 ist auch ein seitliches Führungselement 21 einer Store innerhalb der Kunststoffführungsschiene
11 dargestellt. Das Führungselement 21 weist einen etwa T-förmigen Querschnitt mit
einem Längsschenkel 22 und einem Querschenkel 23 auf. Der Querschenkel 23 des Führungselements
21 weist eine Länge auf, die grösser ist als die Weite des Einschiebespalts 14, die
von den beiden seitlichen Rückhaltestegen 13 begrenzt ist. Die beiden seitlichen Rückhaltestege
13 sind elastisch und erlauben ein frontales Einschieben des Führungselements 21 durch
den Einschiebespalt 14 in das Innere der Kunststoffführungsschiene 11. Danach kehren
sie wieder in ihre Ausgangsstellung zurück und verengen den Einschiebespalt 14 soweit,
dass die Rückhaltestege 13 den Querschenkel 23 des Führungselements 21 blockieren.
Dadurch kann das Führungselement 21 nicht mehr aus der Kunststoffführungsschiene 11
gleiten. Fig. 4 zeigt auch noch, dass die beiden seitlich von der Führungsschiene
11 abragenden Lippen 12 den Übergang 7 von der Aufnahmenut 4 zur Sichtfläche 3 des
Laibungsblechs 2 abdecken.
[0029] Die Erfindung ist anhand eines konkreten Ausführungsbeispiels beschrieben worden.
Die vorstehende Beschreibung dient jedoch nur zur Erläuterung der Erfindung und ist
nicht als einschränkend zu betrachten. Vielmehr wird die Erfindung durch die Patentansprüche
und die sich dem Fachmann erschliessenden und vom allgemeinen Erfindungsgedanken umfassten
Äquivalente definiert.
1. Tür- oder Fensterzarge umfassend wenigstens ein flächig ausgebildetes Laibungsblech
(2) und eine Lamellenführung für Führungselemente, die von einer Store abragen, dadurch gekennzeichnet, dass das wenigstens eine Laibungsblech (2) mit einer gegenüber einer Sichtfläche (3) des
Laibungsblechs (2) rückspringenden Aufnahmenut (4) ausgestattet ist, die sich über
die gesamte Länge des Laibungsblechs (2) erstreckt und einen im Wesentlichen U-förmigen
Querschnitt besitzt und eine Querschnittsverengung aufweist, die einem in die Aufnahmenut
(4) führenden Montagespalt (5) benachbart ist und zwei seitliche Hinterschneidungen
(6) bildet, und dass die Aufnahmenut (4) zur form- und kraftschlüssigen Aufnahme einer
Kunststoffführungsschiene (11) ausgebildet ist, deren Querschnitt dem Querschnitt
der Aufnahmenut (4) angenähert ist und die seitlich abragende Lippen (12) zur Abdeckung
eines Übergangs (7) von der Aufnahmenut (4) zur Sichtfläche (3) des Laibungsblechs
(2) aufweist.
2. Tür- oder Fensterzarge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sie zwei flächig ausgebildete Laibungsbleche aufweist.
3. Tür- oder Fensterzarge nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffführungsschiene (11) Rückhaltestege (13) aufweist, die entgegen der
Erstreckung der seitlich abragenden Lippen (12) verlaufen und einen Einschiebespalt
(14) in die Kunststoffführungsschiene (11) begrenzen.
4. Tür- oder Fensterzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffführungsschiene (11) im Wesentlichen senkrecht zu ihrer Längserstreckung
elastisch komprimierbar ist und im komprimierten Zustand eine senkrecht zu ihrer Längserstreckung
verlaufende Breite aufweist, die kleiner ist als eine Weite der Aufnahmenut (4) an
der Querschnittsverengung.
5. Tür- oder Fensterzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffführungsschiene (21) ein Extrusionsprofil aus einem Kunststoff der
Gruppe bestehend aus Polyolefinen, beispielsweise PP, PE, insbesondere PE-LD, PVC
und beschichteten Kunststoffen der geschilderten Art ist.
6. Tür- oder Fensterzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die Laibungsbleche (2) als Blech-Stanz-Biegeteile ausgebildet sind.
7. Tür- oder Fensterzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Laibungsbleche (2) aus Aluminium bestehen.
8. Tür- oder Fensterzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Laibungsbleche als Einzelteile vorliegen, die erst vor Ort mit einem Sturzblech
und ggf. mit einer Fensterbank zu einer baulichen Einheit zusammenbaubar sind.
9. Tür- oder Fensterzarge nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffführungsschienen als Meterware oder massgenau separat beigelegt sind.
10. Tür- oder Fensterzarge nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Kunststoffführungsschiene (11) in der Aufnahmenut (4) vormontiert ist.