[0001] Die Erfindung betrifft eine Trenneinrichtung für Umreifungsbänder, mit einem verfahrbaren
Andrückelement, ferner mit einem Fuß mit einer Schubkante für das zwischen dem Fuß
und dem Andrückelement fixierbare Umreifungsband, und mit einer Schneidklinge zum
Durchtrennen des fixierten Umreifungsbandes.
[0002] Trenneinrichtungen für Umreifungsbänder werden vielfältig eingesetzt, um umreiftes
Gut zugänglich zu machen. Im einfachsten Fall kann es sich bei solchen Trenneinrichtungen
um eine Schere handeln, die über eine bewegliche und eine feste Klinge verfügt. Außerdem
ist im Regelfall eine Klemme vorgesehen, um den jeweils abgetrennten Streifen zu halten.
Das ist insofern erforderlich, als solche abgetrennten Streifen oftmals mit erheblicher
Geschwindigkeit "aufspringen" und dadurch Beschädigungen oder schlimmstenfalls sogar
Verletzungen von Bedienpersonal hervorrufen können. Typische Beispiele für solche
Vorrichtungen zum Abtrennen eines Streifens von Umreifungsband werden in der
EP 1 495 978 B1 beschrieben.
[0003] Beim gattungsbildenden Stand der Technik nach der
EP 3 013 538 B1 kommt eine batteriebetriebene Bandschneideeinrichtung zum Einsatz. Diese verfügt
über eine Andrückvorrichtung, die in Kontakt mit dem Umreifungsband bewegt werden
kann. Auf diese Weise lässt sich das Band gegen einen Fuß fixieren. Während die Andrückvorrichtung
das Band fixiert, schneidet eine zusätzlich vorgesehene Schneidklinge das Band an
einer Schubkante. Das hat sich grundsätzlich bewährt.
[0004] Darüber hinaus wird im Stand der Technik nach der
US 8 160 748 B2 die Möglichkeit beschrieben, eine solche Trenneinrichtung mithilfe eines dreidimensional
arbeitenden Roboterarms zu bewegen. Um die Trenneinrichtung zu positionieren, ist
zusätzlich eine Banderkennungseinrichtung vorgesehen. Hierbei handelt es sich vorliegend
um eine Kamera.
[0005] Allerdings sind die bekannten Trenneinrichtungen für Umreifungsbänder mit dem Nachteil
verbunden, dass insbesondere Stahlbänder mit großer Materialstärke, wie sie beispielsweise
beim Umwickeln und Zusammenhalten von Metallbandcoils zum Einsatz kommen, praktisch
nicht geschnitten werden können bzw. bei derartigen Umreifungsbändern nicht sichergestellt
werden kann, dass das jeweils abgetrennte Ende trotz vorgesehener Klemmeinrichtungen
nicht unkontrolliert aufspringt.
[0006] Denn die bekannten Klemmeinrichtungen sorgen im Endeffekt für einen Halt der betreffenden
Stahlbänder beispielsweise mithilfe von Reibflächen, wie sie im weiteren Stand der
Technik nach der
WO 2008/052175 A1 beispielhaft zum Einsatz kommen. Solche Reibflächen versagen jedoch bei dem beschriebenen
Anwendungsgebiet, weil beispielsweise Stahlbänder zum Umreifen von Metallbandcoils
Vorspannungen von 40 bis 50 kN oder sogar noch mehr aufweisen können. Solche vorgespannten
Bänder lassen sich mit herkömmlichen Klemmeinrichtungen praktisch nicht beherrschen,
so dass die bisher bekannten Trenneinrichtungen bei dem beschriebenen Einsatzgebiet
scheitern. Hier will die Erfindung insgesamt Abhilfe schaffen.
[0007] Der Erfindung liegt das technische Problem zugrunde, eine derartige Trenneinrichtung
für Umreifungsbänder zur Verfügung zu stellen, die sicher und zuverlässig ein Aufspringen
des durchtrennten Umreifungsbandes verhindert und das abgetrennte Ende des Umreifungsbandes
sicher festhält.
[0008] Zur Lösung dieser technischen Problemstellung ist eine gattungsgemäße Trenneinrichtung
für Umreifungsbänder im Rahmen der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass das Andrückelement
als in das Umreifungsband zumindest teilweise eindringender Lochstempel ausgebildet
ist.
[0009] Im Rahmen der Erfindung sorgt also das Andrückelement im Gegensatz zum Stand der
Technik nach der
EP 3 013 538 B1 nicht nur dafür, dass zwischen dem Fuß und dem Andrückelement das Umreifungsband
fixiert wird. Vielmehr dringt das Andrückelement als Lochstempel mehr oder minder
in das Umreifungsband ein und sorgt dadurch im Umreifungsband für eine ausgeprägte
Stanzung. Durch diese realisierte Stanzung und einen durch den Lochstempel hergestellten
Stanzling im Umreifungsband wird das abgetrennte Ende des Umreifungsbandes praktisch
nicht durch Reibungskräfte festgehalten. Vielmehr sorgt der ganz oder teilweise in
das Umreifungsband eindringende Lochstempel dafür, dass das abgetrennte Ende des Umreifungsbandes
in der Art einer Kralle mithilfe des Lochstempels festgehalten wird. Hierdurch lassen
sich auch die zuvor bereits angesprochenen Vorspannungen in solchen Umreifungsbändern
in umreiftem Zustand beherrschen, die Werte von 50 kN und noch mehr betragen. Das
ist mit den bisher zur Verfügung gestellten Trenneinrichtungen ausdrücklich nicht
möglich.
[0010] Tatsächlich eröffnet die erfindungsgemäße Trenneinrichtung für Umreifungsbänder die
Option, zum ersten Mal dicke sowie hochfeste Umreifungsbänder (aus Stahl) schneiden
zu können. Solche sogenannten Hochleistungsbänder weisen beispielhaft Zugfestigkeiten
von 1.200 N und mehr auf. Außerdem werden Bruchlasten von mehr als 50.000 N bzw. 50
kN und sogar bis zu 57 kN für solche Hochleistungsbänder beobachtet, die folgerichtig
mit gegenüber üblichen Stahlbändern erhöhter Materialdicke von beispielsweise 1,4
mm und mehr ausgerüstet sind. Durch den Rückgriff auf hochfesten Stahl werden zugleich
besondere Anforderungen an Trenneinrichtungen gestellt, die von den im Stand der Technik
bekannten Trenneinrichtungen nicht erfüllt werden, dagegen mithilfe der erfindungsgemäßen
Lösung zum ersten Mal einwandfrei und sicher durchtrennt werden können.
[0011] Nach vorteilhafter Ausgestaltung ist die Auslegung weiter so getroffen, dass der
Fuß eine Aufnahme für den Lochstempel aufweist. Dadurch kann der Lochstempel beim
Eindringen in das Umreifungsband insgesamt den zuvor bereits angesprochenen Stanzling
ausbilden, welcher entweder alleine oder zusammen mit dem Lochstempel bei seiner Bildung
in die Aufnahme im Fuß ausweicht. Zugleich kann hierdurch die Aufnahme zusammen mit
dem Lochstempel und auch dem in die Aufnahme eintauchenden Stanzling für einen zusätzlichen
Halt des abgetrennten Endes des Umreifungsbandes sorgen. Dadurch wird zuverlässig
das Aufspringen des durchtrennten Umreifungsbandes und insbesondere Stahlbandes verhindert
und lassen sich hierdurch zuverlässig etwaige Beschädigungen oder sogar Gesundheitsgefährdungen
von Bedienpersonal wirksam verhindern.
[0012] Der Lochstempel kann ganz verschiedene Formen und Querschnittsgestaltungen aufweisen.
Im Regelfall ist der Lochstempel im Querschnitt mehreckig ausgebildet. Hier können
trapezartige, viereckige, sechseckige, achteckige oder andere Mehreckformen umgesetzt
und realisiert werden. Ebenso ist es denkbar, den Lochstempel im Querschnitt oval
oder rund auszugestalten. Grundsätzlich sind auch Kombinationen denkbar.
[0013] Besonders bevorzugt hat sich eine Gestaltung des Lochstempels als günstig erwiesen,
der im Querschnitt dreieckförmig ausgebildet ist. Denn hierdurch lassen sich etwaige
Expansionskräfte des zu durchtrennenden Umreifungsbandes besonders gut aufnehmen.
Tatsächlich wirken solche Expansionskräfte im Allgemeinen entlang der Symmetrieachse
des betreffenden Dreieckes und werden dadurch über die jeweiligen Schenkel des Dreiecks
gleichmäßig in den Lochstempel eingeleitet, welcher seinerseits auf diese Weise nicht
übermäßig belastet wird.
[0014] Der Lochstempel verfügt außerdem über eine in Andrückrichtung vorspringende Nase
und eine daran anschließende Anschlagschulter. Dadurch, dass die Nase des Lochstempels
vorspringt, sorgt sie dafür, dass die Nase in das Umreifungsband eindringt und auch
eindringen kann. Im Regelfall befindet sich die Nase an der Spitze des im Querschnitt
dreieckförmigen Umreifungsbandes, so dass die Spitze besonders einfach und wirkungsvoll
in das Umreifungsband eindringen und dieses gleichsam im Bereich der Spitze durchtrennen
kann. Zugleich stellt die sich an die vorspringende Nase anschließende Anschlagschulter
sicher, dass der sich auf diese Weise bildende Stanzling im Umreifungsband gegenüber
einer Bandoberfläche abgebogen wird.
[0015] Das heißt, der Stanzling ist nach wie vor an seiner der Spitze des Dreiecks gegenüberliegenden
Grundseite mit dem Umreifungsband verbunden. Dadurch kann der dreieckförmige Stanzling
mit seiner Grundseite gegenüber der Bandoberfläche abgebogen werden, und zwar mithilfe
der Anschlagschulter. Der auf diese Weise gebildete Stanzling ist also insgesamt der
Form des Lochstempels folgend dreieckförmig gestaltet und mit der Grundseite des Dreieckes
an das Umreifungsband angeschlossen. Zugleich ist der Stanzling gegenüber der Bandoberfläche
abgebogen und taucht hierdurch mehr oder minder ausgeprägt in die Aufnahme im Fuß
ein. Jedenfalls sorgen der Lochstempel, der Stanzling und die Aufnahme im Fuß zusammengenommen
dafür, dass das abgetrennte Ende des Umreifungsbandes einwandfrei festgehalten wird
und erst dann von der Trenneinrichtung freigegeben wird, wenn der Lochstempel in seine
ursprüngliche Position zurückfährt.
[0016] Der Lochstempel ist im Allgemeinen in etwa mittig im Vergleich zum Fuß angeordnet.
Bei der Schneidklinge handelt es sich regelmäßig um ein Obermesser, welches mit einer
Fußkante als Untermesser zusammenwirkt. Das heißt, eine Kante des Fußes, die Fußkante,
fungiert als Untermesser, während die Schneidklinge die Funktion des Obermessers bei
der auf diese Weise realisierten Schere bzw. Metallschere übernimmt. Hierdurch können
Schneidwinkel in das zu durchtrennende Umreifungsband eingebracht werden, die grundsätzlich
variabel gestaltet sind und beispielhaft Werte im Bereich von 1° bis 50° bezogen beispielsweise
auf die Bandquerrichtung betragen oder betragen können.
[0017] Der Lochstempel und die Schneidklinge werden jeweils größtenteils vertikal im Vergleich
zum Fuß verfahren bzw. sind entsprechend vertikal verfahrbar im Vergleich zum Fuß
ausgebildet. Aus diesem Grund kann ein gemeinsamer Stempel zur Beaufschlagung sowohl
des Lochstempels als auch des Schneidmessers vorgesehen werden. In diesem Zusammenhang
ist die Auslegung meistens so getroffen, dass der Lochstempel gegenüber dem Schneidmesser
mit einem Überstand ausgerüstet ist und unter Berücksichtigung dieses Überstandes
zusammen mit dem Schneidmesser an den gemeinsamen Stempel angeschlossen ist. Der Überstand
stellt sicher, dass zunächst der Lochstempel ganz oder teilweise in das Umreifungsband
eindringt und auf diese Weise das nachfolgend abzutrennende Ende des Umreifungsbandes
festhält. Erst wenn der Lochstempel ganz oder teilweise in das Umreifungsband eingedrungen
ist, sorgt das Schneidmesser als Obermesser in Verbindung mit der Fußkante als Untermesser
für den gewünschten Schneidvorgang und das Durchtrennen des Umreifungsbandes.
[0018] Der Lochstempel und/oder das Schneidmesser sind im Allgemeinen an einem gemeinsamen
Flansch gelagert. Der Flansch sorgt zugleich für ihre Linearführung bei der Beaufschlagung
mit dem Stempel. Hierzu sind der Lochstempel und das Schneidmesser gegenüberliegend
im Vergleich zum demgegenüber mittigen Flansch orientiert. Außerdem können der Lochstempel
bzw. das Schneidmesser gegenüber dem Flansch schwimmend gelagert werden. Grundsätzlich
kann auch der Flansch insgesamt über eine schwimmende Lagerung gegenüber einem Maschinenrahmen
verfügen. Dadurch wirken beim Eindringen des Lochstempels in das Umreifungsband und
aufgrund seiner Zugbeanspruchung insgesamt reduzierte Scherkräfte auf den Lochstempel.
Vergleichbares mag für das Schneidmesser gelten. Im Regelfall ist jedoch hauptsächlich
der Lochstempel gegenüber dem Flansch schwimmend gelagert. Dazu sind im Allgemeinen
ein oder mehrere Federn vorgesehen, die unverändert eine einwandfreie Linearführung
des Lochstempels mithilfe des Flansches einerseits zur Verfügung stellen, andererseits
jedoch eine seitliche Bewegung des Lochstempels zulassen.
[0019] Darüber hinaus ist zur Positionserfassung gegenüber dem zu durchtrennenden Umreifungsband
eine Banderkennungseinrichtung vorgesehen. Das heißt, mithilfe der Banderkennungseinrichtung
wird die zuvor beschriebene und erfindungsgemäße Trenneinrichtung gegenüber dem zu
durchtrennenden Umreifungsband ausgerichtet. Eine solche Positionserfassung und Banderkennungseinrichtung
empfiehlt sich besonders für den Fall, dass die Trenneinrichtung stationär arbeitet
und beispielsweise an einen Roboterarm oder generell eine dreidimensional verfahrbare
Stelleinrichtung angeschlossen ist. Für einen mobilen Einsatz der Trenneinrichtung,
die ebenfalls möglich ist, ist eine solche Banderkennungseinrichtung selbstverständlich
nicht zwingend erforderlich, weil die Positionierung der Trenneinrichtung von einem
Bediener vorgenommen wird.
[0020] Die Banderkennungseinrichtung ist üblicherweise als Laser-Messvorrichtung ausgebildet.
Mithilfe der Laser-Messvorrichtung wird beispielsweise die Oberfläche eines mithilfe
eines Stahlbandes umreiften Metallbandcoils abgetastet. Das Umreifungsband stellt
sich auf dieser Oberfläche als rechteckförmige Erhöhung dar, die über die Laser-Messvorrichtung
und an dieser Stelle durch jeweilige Abstandsmessungen ermittelt werden kann. Dadurch
lässt sich die Position des Umreifungsbandes feststellen und die Trenneinrichtung
zielgenau ausrichten. Außerdem wird nach Feststellung der Position des Umreifungsbandes
im Regelfall die Trenneinrichtung mithilfe der dreidimensionalen Stelleinrichtung
so mit dem Fuß unter das gespannte Umreifungsband heruntergeschoben, dass die am Fuß
realisierte Schubkante dafür sorgt, dass das Umreifungsband entsprechend vom umreiften
Gut abgehoben und der Fuß untergeschoben werden kann. Erst dann kommt es zu dem zuvor
bereits im Detail beschriebenen Trennvorgang.
[0021] Für den Antrieb des Lochstempels und des Schneidmessers kann auf sämtliche grundsätzlich
in diesem Zusammenhang mögliche Antriebsformen zurückgegriffen werden. Tatsächlich
ist an dieser Stelle ein hydraulischer und/oder pneumatisch und/oder elektrisch arbeitender
Antrieb denkbar. Sofern ein elektrischer Antrieb zum Einsatz kommt, kann dieser wiederum
netzgebunden mit Wechselspannung arbeiten. Es ist aber auch möglich, auf einen Akkubetrieb
bei einem Handgerät zurückzugreifen. Folgerichtig kann die Trenneinrichtung insgesamt
mobil oder stationär ausgelegt sein.
[0022] Im Ergebnis wird eine Trenneinrichtung für Umreifungsbänder zur Verfügung gestellt,
die besonders sicher und zuverlässig arbeitet. Das gilt auch und insbesondere für
Umreifungsbänder bzw. Stahlbänder, die unter besonders großer Vorspannung beim Trennvorgang
stehen, wie sie beispielsweise bei Stahlbändern beobachtet wird, die zum Umreifen
von Metallbandcoils eingesetzt werden. Bei derartigen Umreifungsbändern stellt die
erfindungsgemäß realisierte Trenneinrichtung sicher, dass das abgetrennte Ende des
fraglichen Umreifungsbandes nicht unkontrolliert aufspringen kann und Beschädigungen
oder Verletzungen von Bedienpersonal hervorruft. Das ist mit bisher bekannten und
in der Praxis eingesetzten Trenneinrichtungen nicht möglich. Hierin sind die wesentlichen
Vorteile zu sehen.
[0023] Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden
Zeichnung näher erläutert; es zeigen:
- Fig. 1
- Eine Trenneinrichtung in einer Übersicht,
- Figuren 2A bis 2D
- Details der Trenneinrichtung nach Fig. 1 aus unterschiedlichen Blickwinkeln und
- Fig. 3
- das abgetrennte Ende des Umreifungsbandes mit dem ausgebildeten Stanzling.
[0024] In den Figuren ist eine Trenneinrichtung dargestellt, mit deren Hilfe in der Fig.
1 angedeutete Umreifungsbänder 1 durchtrennt werden können. Bei den Umreifungsbändern
1 handelt es sich meistens um Stahlbänder. Die Erfindung ist hierauf selbstverständlich
nicht eingeschränkt. Die fraglichen Stahlbänder bzw. Umreifungsbänder 1 sind nach
dem Ausführungsbeispiel um nicht näher dargestellte Metallbandcoils geschlungen und
sollen für die weitere Verarbeitung der Metallbandcoils durchtrennt werden. Dazu wird
die in der Fig. 1 dargestellte Trenneinrichtung mithilfe eines Fußes 2 mit Schubkante
3 in der in Fig. 1 durch eine Doppelpfeil dargestellten Richtung unter das gespannte
Umreifungsband 1 geschoben. Dazu mag die in der Fig. 1 in der Übersicht dargestellte
Trenneinrichtung an eine hier in der Fig. 1 angedeutete und dreidimensional arbeitende
Stelleinrichtung 5 angeschlossen sein. Bei der Stelleinrichtung 5 handelt es sich
vorteilhaft um einen Roboterarm. Das gilt selbstverständlich nur beispielhaft. Außerdem
ist die Stelleinrichtung 5 grundsätzlich in dem Fall entbehrlich, dass die Trenneinrichtung
mobil ausgebildet ist und von einem Bediener beaufschlagt wird.
[0025] Jedenfalls sorgt die in der Fig. 1 dargestellte Stelleinrichtung 5 dafür, dass die
nachfolgend im Detail noch zu beschreibende Trenneinrichtung mit ihrem Fuß 2 unter
das gespannte Umreifungsband 1 geschoben wird. Die in diesem Zusammenhang geneigte
Schubkante 3 sorgt hierbei dafür, dass dieser Vorgang vollzogen werden kann und das
gespannte Umreifungsband 1 zunehmend von dem umreiften Gut abgehoben wird. Zu diesem
Zweck mag die Schubkante 3 gegenüber einer Horizontalen eine in der Fig. 1 angedeutete
Neigung entsprechend einem zugehörigen Neigungswinkel α von ca. 10° aufweisen. Typischerweise
werden Neigungswinkel α zwischen 5° und 20° beobachtet. Das gilt selbstverständlich
nicht einschränkend. Der Neigungswinkel α gibt auch einen Schnittwinkel beim anschließend
noch zu beschreibenden Durchtrennen des Umreifungsbandes 1 vor.
[0026] Insbesondere die Detaildarstellungen in den Figuren 2A bis 2D zeigen nun den Fuß
2 mit der Schubkante 3 und zusätzlich ein Andrückelement 4 sowie eine Schneidklinge
5. Mithilfe des Andrückelementes 4 kann das Umreifungsband 1 zwischen dem Fuß 2 und
dem Andrückelement 4 fixiert werden. Durch diese Fixierung wird bei einem Schneidvorgang
mithilfe der Schneidklinge 5 sichergestellt, dass das unter Spannung stehende Umreifungsband
1 nach dem Durchtrennen nicht aufspringt und das mithilfe der Schneidklinge 5 abgetrennte
Ende des solchermaßen durchtrennten Umreifungsbandes 1 festgehalten wird.
[0027] Die Schneidklinge 5 zum Durchtrennen des fixierten Umreifungsbandes 1 fungiert bei
diesem Vorgang als Obermesser. Eine Fußkante 6 an dem Fuß 2 übernimmt demgegenüber
die Funktion eines Untermessers 6. Auf diese Weise definieren die bewegbare Schneidklinge
5 und die Fußkante 6 insgesamt eine Schere 5, 6 bzw. Metallschere 5, 6, sofern es
sich bei dem Umreifungsband 1 um ein Stahlband handelt. Sowohl die Schneidklinge 5
als auch das Andrückelement 4 sind größtenteils vertikal im Vergleich zum Fuß 2 verfahrbar
ausgebildet, wie ein Doppelpfeil in der Fig. 2B andeutet. Für die entsprechende Fahrbewegung
des Andrückelementes 4 und auch der Schneidklinge 5 sorgt nach dem Ausführungsbeispiel
ein gemeinsamer und lediglich angedeuteter Stempel 7. Bei dem Stempel 7 kann es sich
auch um einen Zylinder handeln. Jedenfalls vollführt der Stempel 7 die in der Fig.
2B dargestellten Verfahrbewegungen vertikal im Vergleich zum Fuß 2. Für den Antrieb
des Stempels 7 bzw. eines Zylinders an dieser Stelle mag ein hydraulischer Antrieb
sorgen.
[0028] Erfindungsgemäß ist das Andrückelement 4 als in das Umreifungsband 1 zumindest teilweise
eindringender Lochstempel ausgebildet. Nach dem Ausführungsbeispiel handelt es sich
bei dem Lochstempel 4 um einen solchen, der im Querschnitt dreieckförmig ausgebildet
ist. Folgerichtig verfügt auch der Fuß 2 über eine korrespondierende Aufnahme 8 im
Fuß 2, die ebenfalls dreieckförmig ausgebildet ist und an die Form des dreieckförmigen
Lochstempels 4 angepasst ist. Dadurch kann der Lochstempel 4 insgesamt in das Umreifungsband
1 eindringen bzw. dieses zumindest teilweise durchdringen und in die Aufnahme 8 im
Fuß 2 eintauchen.
[0029] Der Lochstempel 4 ist fußseitig mit einer in Andrückrichtung bzw. der Verfahrrichtung
des Lochstempels 4 entsprechend dem Doppelpfeil in der Fig. 2B vorspringenden Nase
9 ausgerüstet. Außerdem schließt sich an die vorspringenden Nase 9 eine demgegenüber
zurückspringende Anschlagschulter 10 an. Die vorspringende Nase 9 ist im Bereich einer
Spitze des Dreiecks der dreieckförmigen Querschnittsform des Lochstempels 4 vorgesehen.
Demgegenüber erstreckt sich die Anschlagschulter 10 in Richtung auf eine der Spitze
gegenüberliegende Grundseite des fraglichen Dreieckes.
[0030] Auf diese Weise bildet der in das Umreifungsband 1 eindringende Lochstempel 4 einen
in der Fig. 3 angedeuteten Stanzling 11 im Umreifungsband 1 aus. Dieser Stanzling
11 im Umreifungsband 1 stellt sich dadurch ein, dass der Lochstempel 4 mit seiner
vorspringenden Nase 9 das Umreifungsband 1 durchtrennt. Da die sich an die vorspringende
Nas 9 anschließende Anschlagschulter 10 gegenüber der Nase 9 zurückspringt, ist der
Stanzling 11 mit der Grundseite des Dreieckes unverändert an das Umreifungsband 1
angeschlossen. Auf diese Weise biegt die sich an die vorspringende Nase 9 anschließende
Anschlagschulter 10 den Stanzling 11 gegenüber einer Bandoberfläche des Umreifungsbandes
1 ab.
[0031] Der abgebogene Stanzling 11 kann bei diesem Vorgang in die Aufnahme 8 im Fuß 2 mehr
oder minder eintauchen. Auf diese Weise sorgen der Lochstempel 4, der abgebogene Stanzling
11 und die Aufnahme 8 im Fuß 2 zusammengenommen dafür, dass das anschließend abgetrennte
Ende des Umreifungsbandes 1 sicher von der Trenneinrichtung gehalten wird. Denn der
in das Umreifungsband 1 eindringende Lochstempel 4 fungiert gleichsam wie eine in
das Umreifungsband 1 eintauchende Kralle und sorgt für einen sicheren Halt.
[0032] Der Lochstempel 4 ist in etwa mittig im Vergleich zum Fuß 2 angeordnet. Gleiches
gilt für die mit dem Lochstempel 4 zusammenwirkende Aufnahme 8 im Fuß 2. Außerdem
erkennt man anhand der Detaildarstellungen in den Figuren 2A bis 2D, dass der Lochstempel
4 gegenüber dem Schneidmesser 5 mit einem Überstand Ü an den gemeinsamen Stempel 7
angeschlossen ist. Dieser Überstand Ü ist so bemessen, dass bei einer Beaufschlagung
des Stempels 7 zunächst der Lochstempel 4 in das Umreifungsband 1 eindringt und den
abgebogenen Stanzling 11 entsprechend der Darstellung in der Fig. 3 ausformt. Dadurch
wird das nachfolgend noch abzutrennende Ende des Umreifungsbandes 1 sicher festgehalten.
Erst nach dieser Fixierung des abzutrennenden Endes des Umreifungsbandes 1 sorgt die
Schneidklinge 5 dafür, dass das Umreifungsband 1 durchtrennt wird. Zu diesem Zweck
definieren die Schneidklinge 5 und die Fußkante 6 das zuvor bereits beschriebene Schneidmesser
5, 6. Ein Flansch 14 zur gemeinsamen Lagerung des Lochstempels 4 und des Schneidmessers
5 stellt hierbei deren einwandfreie Linearführung sicher.
[0033] Zur Positionserfassung und Ausrichtung der beschriebenen Trenneinrichtung gegenüber
dem das zu umreifende Gut festhaltenden Umreifungsband 1 kann noch eine Banderkennungseinrichtung
12 vorgesehen sein, die in der Fig. 1 lediglich angedeutet ist. Die Banderkennungseinrichtung
12 arbeitet vorliegend als Laser-Messvorrichtung, wie dies einleitend bereits beschrieben
worden ist. Zur Ansteuerung der dreidimensional arbeitenden Stelleinrichtung S ist
eine gemeinsame Steuereinheit 13 vorgesehen, welche entsprechende Messwerte der Banderkennungseinrichtung
12 verarbeitet und die Stelleinrichtung S entsprechend ansteuert, so dass diese den
Fuß 2 zum Durchtrennen des Umreifungsbandes 1 und damit die Trenneinrichtung insgesamt
verfahren kann.
[0034] Für den Antrieb des Stempels 7 kann ein Pneumatikmotor oder ein elektrischer Antrieb
eingesetzt werden. Sofern ein elektrischer Antrieb Verwendung findet, lässt sich dieser
mit beispielsweise Netzspannung bzw. Wechselspannung betreiben. Ebenso ist ein mobiler
Einsatz durch einen akkubetriebenen elektrischen Antrieb möglich und wird von der
Erfindung umfasst. Folgerichtig kann die Trenneinrichtung mobil als Handgerät oder
stationär in Verbindung mit der beschriebenen und dreidimensional arbeitenden Stelleinrichtung
S ausgebildet sein. Beides ist ausdrücklich möglich.
[0035] Anhand einer vergleichenden Betrachtung der Figuren 2A bis 2D erkennt man, dass der
Lochstempel 4 und das Schneidmesser 5 an dem gemeinsamen Flansch 14 gelagert sind.
Der Flansch 14 sorgt für die gewünschte Linearführung sowohl des Lochstempels 4 als
auch des Schneidmessers 5. Außerdem kann in diesem Zusammenhang eine schwimmende Lagerung
realisiert werden. Tatsächlich wird nach dem Ausführungsbeispiel so vorgegangen, dass
der Flansch 14 durch beispielsweise beidseitig angebrachte und im Detail nicht dargestellte
Federn eine seitliche Bewegung des Lochstempels 4 zulässt, das heißt in Längsrichtung
des Umreifungsbandes 1. Dadurch wird die vom Umreifungsband 1 auf den Lochstempel
4 ausgebübte Wandkraft abgefedert. Als Folge hiervon sind etwaige am Lochstempel 4
angreifende Scherkräfte reduziert.
1. Trenneinrichtung für Umreifungsbänder (1), mit einem verfahrbaren Andrückelement (4),
ferner mit einem Fuß (2) mit einer Schubkante (3) für das zwischen dem Fuß (2) und
dem Andrückelement (4) fixierbare Umreifungsband (1), und mit einer Schneidklinge
(5) zum Durchtrennen des fixierten Umreifungsbandes (1), dadurch gekennzeichnet, dass das Andrückelement (4) als in das Umreifungsband (1) zumindest teilweise eindringender
Lochstempel (4) ausgebildet ist.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Fuß (2) eine Aufnahme (8) für den Lochstempel (4) aufweist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Lochstempel (4) im Querschnitt mehreckig, insbesondere dreieckförmig, oval oder
rund ausgebildet ist.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Lochstempel (4) mit einer in Andrückrichtung vorspringenden Nase (9) und einer
daran anschließenden Anschlagschulter (10) ausgebildet ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die vorspringende Nase (9) in das Umreifungsband (1) eindringt und die sich daran
anschließende Schulter (10) einen sich hierdurch bildenden Stanzling (11) gegenüber
einer Bandoberfläche abbiegt.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Lochstempel (4) in etwa mittig des Fußes (2) angeordnet ist.
7. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidklinge (5) als Obermesser mit einer Fußkante (6) am Fuß (2) als Untermesser
zusammenwirkt.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Lochstempel (4) und die Schneidklinge (5) jeweils größtenteils vertikal im Vergleich
zum Fuß (2) verfahrbar ausgebildet sind.
9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein gemeinsamer Stempel (7) zur Beaufschlagung des Lochstempels (4) und des Schneidmessers
(5) vorgesehen ist.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Lochstempel (4) gegenüber dem Schneidmesser (5) mit einem Überstand (Ü) an den
gemeinsamen Stempel (7) angeschlossen ist.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Lochstempel (4) und/oder das Schneidmesser (5) an einem gemeinsamen Flansch (14)
vorzugsweise schwimmend gelagert sind.
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zur Positionserfassung gegenüber dem zu durchtrennenden Umreifungsband (1) eine Banderkennungseinrichtung
(12) vorgesehen ist.
13. Einrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Banderkennungseinrichtung (12) als Laser-Messvorrichtung ausgebildet ist.
14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein hydraulisch und/oder pneumatisch und/oder mit Netzspannung oder Batterie arbeitender
Antrieb für den Stempel (7) vorgesehen ist.
15. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass sie mobil oder stationär ausgelegt ist.