[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Brenners gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Ein Verfahren zum Betrieb eines Brenners der eingangs genannten Art ist aus dem Patentdokument
DE 10 2015 116 458 A1 bekannt. Bei diesem Verfahren wird zur Verbrennung benötigte Luft mit einem Gebläse
gefördert, die Verbrennung mit einer Zündelektrode gestartet (im besagten Dokument
nicht extra, weil an sich bekannt, beschrieben) und die Verbrennung mit einer Ionisationselektrode
überwacht wird, wobei das Gebläse, die Zündelektrode und die Ionisationselektrode
signaltechnisch mit einer Regelungseinrichtung verbunden ausgebildet sind. Der Begriff
"signaltechnisch" bedeutet dabei, dass die besagten Bauteile Daten bzw. Informationen
in Form von elektrischen Strömen miteinander austauschen.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betrieb eines Brenners
der eingangs genannten Art zu verbessern. Insbesondere soll ein Verfahren geschaffen
werden, mit dem fehlerhafte Zündungen des Brenners detektiert werden können.
[0004] Diese Aufgabe ist mit einem Verfahren zum Betrieb eines Brenners der eingangs genannten
Art durch die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 aufgeführten Merkmale gelöst.
[0005] Nach der Erfindung ist also vorgesehen, dass bei einem Start des Brenners mit Hilfe
der Regelungseinrichtung bei Vorliegen eines unerwarteten Verlaufs eines Signals des
Gebläses eine fehlerhafte Zündung detektiert wird, wobei zur Detektion einer fehlerhaften
Zündung ein tatsächlicher Signalverlauf des Gebläses mit einem hinterlegten, erwartungsgemäßen
Signalverlauf verglichen wird, wobei die Gebläsedrehzahl, die als Signal des Gebläses
verwendet wird, während des Startvorgangs des Brenners überwacht wird und bei bestimmten
Abweichungen der Signalkurve von der Norm von der Regelungseinrichtung eine fehlerhafte
Zündung, insbesondere Verpuffung, festgestellt wird.
[0006] Ferner zeichnet sich das Verfahren zum Betrieb eines Brenners dadurch aus, dass die
Gebläsedrehzahl während des Startvorgangs des Brenners überwacht wird und bei bestimmten
Abweichungen der Signalkurven von der Norm von der Regelungseinrichtung eine fehlerhafte
Zündung festgestellt wird. Insbesondere kann mit dem erfindungsgemäßen Verfahren eine
verzögerte Zündung des Brenners bzw. eine Verpuffung detektiert werden. Auf Basis
dieser Information kann dann zum Beispiel eine Verriegelung des Brenners zum Schutz
vor Sach- und oder Personenschäden erfolgen.
[0007] Nochmals mit anderen Worten ausgedrückt, ist erfindungsgemäß die Auswertung von Signalen
während des kurzen Moments der Zündung bzw. der Flammenbildung vorgesehen. Hier handelt
es sich um ein sehr spezifisches Verhalten, welches durch eine verzögerte Zündung
auftritt und mit einer hohen Zünddruckamplitude verbunden ist. Dabei wird durch einen
heftigen Druckstoß der Verpuffung für einen Sekundenbruchteil (etwa t
0=0,1 Sekunden nach der Zündung) das Gebläselaufrad abgebremst sowie die Flamme von
der Ionisationselektrode bzw. Zündelektrode weggeblasen.
[0008] Andere vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens zum Betrieb
eines Brenners ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen.
[0009] Der Vollständigkeit halber wird noch auf die folgenden Dokumente hingewiesen:
Aus dem Patentdokument
EP 2 550 484 B1, welches die im Oberbegriff von Anspruch 1 spezifizierten Merkmale zeigt, ist ferner
ein Verfahren zur Überprüfung der Verbrennungsqualität in einem Brenner bekannt, bei
dem der Brenner allerdings überhaupt nur dann gestartet wird, wenn eine vorausgegangene
Prüfung ergeben hat, dass das Gebläse ordnungsgemäß funktioniert. Insbesondere nicht
offenbart ist in diesem Dokument aber ein Verfahren, bei dem ein Signalverlauf des
Gebläses während des Startvorgangs des Brenners überwacht wird.
[0010] Aus dem Patentdokument
EP 2 971 964 B1 ist ein Verbrennungsregelungsverfahren bekannt, bei dem die für die Zündung benötigte
Gasmenge (bzw. der sogenannte "Kraftstoffdurchflusszündwert"), ausgewertet wird, um
die Zündung zu optimieren. Nicht offenbart ist in diesem Dokument, dass ein unerwarteter
Verlauf eines Signals der Zündelektrode und/oder der Ionisationselektrode bewertet
wird, um eine fehlerhafte Zündung zu detektieren.
[0011] Aus dem Patentdokument
DE 10 2010 056 275 A1 ist ein Verfahren zum Betreiben eine Gasbrenners bekannt, bei dem das Gebläse während
des Betriebs überwacht wird, um Probleme in den Strömungswegen aufzudecken. Das Thema
"fehlerhafte Zündung" ist nicht Gegenstand dieses Dokuments.
[0012] Aus dem Patentdokument
JP H07 310930 A ist eine Diagnosevorrichtung für eine Verbrennungseinrichtung bekannt. Dort wird
allerdings lediglich die Zündung selbst, aber nicht das Gebläse überwacht.
[0013] Aus dem Patentdokument
WO 2017/003417 A1 ist ein Verfahren zur Detektion von Verbrennungsanomalien bekannt. Auch hier wird
wieder nicht das Gebläse, sondern nur die Zündung selbst überwacht.
[0014] Aus dem Patentdokument
US 2005/0284463 A1 ist schließlich ein Verfahren zur Fehlererkennung bei einem Warmluftofen bekannt.
Dabei werden die Funktionen der einzelnen Komponenten durch Messung der elektrischen
Leistungsaufnahme geprüft. Sollte die Prüfung ergeben, dass eine Komponente nicht
funktioniert, wird sie als defekt deaktiviert. Eine Überwachung des Gebläses während
des Zündvorgangs zur Detektion einer Verpuffung ist in diesem Dokument nicht offenbart.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Betrieb eines Brenners einschließlich seiner vorteilhaften
Weiterbildungen gemäß der abhängigen Patentansprüche wird nachfolgend anhand der zeichnerischen
Darstellung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
[0016] Es zeigt
- Figur 1
- schematisch und beispielhaft eine Brennervorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens mit einem Brenner und zwei Elektroden;
- Figur 2
- als Diagramm die Signalkurven des Gebläses (Verlauf A), der Zündelektrode (Verlauf
B) und der Ionisationselektrode (Verlauf C) bei fehlerfreier Zündung des Brenners
über der Zeit aufgetragen; und
- Figur 3
- als Diagramm die gleichen Signalkurven bei fehlerhafter Zündung des Brenners.
[0017] Wie aus Figur 1 ersichtlich, ist zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ein Brenner mit einem Gebläse 1, einer Zündelektrode 2, einer Ionisationselektrode
3 und einer Regelungseinrichtung 4 vorgesehen. Der Brenner ist dabei vorzugsweise
als Gas-Brenner, insbesondere als vormischender Gas-Brenner ausgebildet. Mit dem Gebläse
1 wird die zur Verbrennung benötigte Luft gefördert. Außerdem kann vorzugsweise vorgesehen
sein, dass mit dem Gebläse neben der Luft auch ein Brennstoff, insbesondere Brenngas
wie Erdgas, gefördert wird. Weiterhin ist in an sich bekannter Weise vorgesehen, dass
mit der Zündelektrode 2 die Verbrennung am Brenner gestartet wird. Ferner wird mit
der Ionisationselektrode 3 die Verbrennung überwacht. Dabei sind das Gebläse 1, die
Zündelektrode 2 und die Ionisationselektrode 3 signaltechnisch (typischer Weise mittels
einer elektrischen Leitung) mit einer Regelungseinrichtung 4 verbunden ausgebildet.
[0018] Wesentlich für das erfindungsgemäße Verfahren ist nun, dass bei einem Start des Brenners
mit Hilfe der Regelungseinrichtung 4 bei Vorliegen eines unerwarteten Verlaufs eines
Signals des Gebläses 1 eine fehlerhafte Zündung detektiert wird. Dabei ist vorgesehen,
dass als Signal des Gebläses 1 dessen Drehzahl verwendet wird.
[0019] Weiterhin ist vorgesehen, dass zur Detektion einer fehlerhaften Zündung ein tatsächlicher
Signalverlauf des Gebläses 1 mit einem hinterlegten, erwartungsgemäßen Signalverlauf
verglichen wird. Figur 2 zeigt dabei einen solchen erwartungsgemäßen Signalverlauf,
Figur 3 dagegen einen solchen mit einer fehlerhaften Zündung zum Zeitpunkt t
0.
[0020] Zur Erhöhung der Prozesssicherheit ist aber besonders bevorzugt vorgesehen, dass
zur Detektion einer fehlerhaften Zündung wahlweise das Signal des Gebläses 1 und der
Zündelektrode 2 oder das Signal des Gebläses 1 und der Ionisationselektrode 3 überwacht
wird, d. h. es werden besonders bevorzugt jeweils zwei Signale überwacht.
[0021] Wie bereits erwähnt, zeigt Figur 3 einen fehlerhaften Brennerstart, wie er sich zum
Beispiel bei einer Verpuffung ergibt. Dabei zeigen alle drei Signale einen im Vergleich
zu Figur 2 unerwarteten, sprunghaften Verlauf, wobei der Brenner trotz der Verpuffung
letztlich gestartet werden konnte.
[0022] Da es absehbar eine Ursache für den fehlerhaften bzw. nicht einwandfreien Start gab,
kann schließlich besonders bevorzugt vorgesehen sein, dass bei Detektion einer fehlerhaften
Zündung ein erneuter Start des Brenners durch die Regelungseinrichtung 4 bis zu einer
manuellen Freigabe (durch eine entsprechend autorisierte Person) unterbunden wird.
Bezugszeichenliste
[0023]
- 1
- Gebläse
- 2
- Zündelektrode
- 3
- Ionisationselektrode
- 4
- Regelungseinrichtung
1. Verfahren zum Betrieb eines Brenners, bei dem zur Verbrennung benötigte Luft mit einem
Gebläse (1) gefördert, die Verbrennung mit einer Zündelektrode (2) gestartet und die
Verbrennung mit einer Ionisationselektrode (3) überwacht wird, wobei das Gebläse (1),
die Zündelektrode (2) und die Ionisationselektrode (3) signaltechnisch mit einer Regelungseinrichtung
(4) verbunden ausgebildet sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei einem Start des Brenners mit Hilfe der Regelungseinrichtung (4) bei Vorliegen
eines unerwarteten Verlaufs eines Signals des Gebläses (1) eine fehlerhafte Zündung
detektiert wird, wobei zur Detektion einer fehlerhaften Zündung ein tatsächlicher
Signalverlauf des Gebläses (1) mit einem hinterlegten, erwartungsgemäßen Signalverlauf
verglichen wird, wobei die Gebläsedrehzahl, die als Signal des Gebläses (1) verwendet
wird, während des Startvorgangs des Brenners überwacht wird und bei bestimmten Abweichungen
der Signalkurve von der Norm von der Regelungseinrichtung (4) eine fehlerhafte Zündung,
insbesondere Verpuffung, festgestellt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei Detektion einer fehlerhaften Zündung ein erneuter Start des Brenners durch die
Regelungseinrichtung (4) bis zu einer manuellen Freigabe unterbunden wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Detektion einer fehlerhaften Zündung wahlweise
- das Signal des Gebläses (1) und der Zündelektrode (2) oder
- das Signal des Gebläses (1) und der Ionisationselektrode (3) verwendet wird.
1. A method for operating a burner in which air necessary for combustion is conveyed
using a fan (1), combustion is started using an ignition electrode (2), and combustion
is monitored using an ionisation electrode (3), the fan (1), the ignition electrode
(2) and the ionisation electrode (3) being designed to be signal-connected to a control
device (4),
characterised in that
when the burner is started, deficient ignition is detected with the aid of the control
device (4) if there is an unexpected curve of a signal of the fan (1), wherein, to
detect deficient ignition, an actual signal curve of the fan (1) is compared with
a stored, expectable signal curve, wherein the fan rotation speed, which is used as
the signal of the fan (1), is monitored during the starting process of the burner,
and, if there are certain deviations of the signal curve from the norm, deficient
ignition, in particular deflagration, is identified by the control device (4).
2. The method according to claim 1,
characterised in that
when deficient ignition is detected, the control device (4) prevents the burner from
being started again until it is enabled manually.
3. The method according to claim 1 or 2,
characterised in that
to detect deficient ignition, either
- the signal of the fan (1) and the ignition electrode (2) or
- the signal of the fan (1) and the ionisation electrode (3) is used.
1. Procédé destiné à faire fonctionner un brûleur, pour lequel de l'air nécessaire à
la combustion est accéléré avec une soufflante (1), la combustion est mise en marche
avec une électrode d'allumage (2) et la combustion est surveillée avec une électrode
d'ionisation (3), sachant que la soufflante (1), l'électrode d'allumage (2) et l'électrode
d'ionisation (3) sont constituées du point de vue technique des signaux, reliées à
un système de régulation (4),
caractérisé en ce qu',
un allumage défectueux est détecté lors d'une mise en marche du brûleur à l'aide du
système de régulation (4) en présence d'un profil inattendu d'un signal de la soufflante
(1), sachant que pour la détection d'un allumage défectueux, un profil de signal effectif
de la soufflante (1) est comparé à un profil de signal mémorisé attendu, sachant que
la vitesse de rotation de soufflante, qui est utilisée en tant que signal de la soufflante
(1), est surveillée pendant l'opération de mise en marche du brûleur et qu'en cas
d'écarts déterminés de la courbe de signaux par rapport à la norme, un allumage défectueux,
en particulier une déflagration, est constaté par le système de régulation (4).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'
en cas de détection d'un allumage défectueux, une mise en marche nouvelle du brûleur
est empêchée par le dispositif de régulation (4) jusqu'à un déblocage manuel.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisée en ce qu'
au choix
- le signal de la soufflante (1) et de l'électrode d'allumage (2) ou
- le signal de la soufflante (1) et de l'électrode d'ionisation (3)
est utilisé pour la détection d'un allumage défectueux.