[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben einer Wärmepumpe, wobei
ein Fluid kontinuierlich in einem Fluidkreislauf geführt wird und hierbei Wärmeenergie
von einer Wärmequelle auf das Fluid in einem Verdampfer übertragen wird, wobei das
Fluid zumindest teilweise verdampft und das Fluid nachfolgend verdichtet wird. Anschließend
wird das Fluid zur Abgabe von Wärmeenergie an eine Wärmesenke auf einem höheren Temperaturniveau
als die Wärmequelle mindestens teilweise verflüssigt und nachfolgend zur Abkühlung
expandiert, wobei in einem Teillastbetrieb vom Fluidkreislauf nach der Verdichtung
und vor der Verflüssigung ein erster Teilstrom des Fluids über eine erste Bypass-Leitung
abgezweigt wird und dem Fluidkreislauf stromab des Verdampfers und vor der Verdichtung
wieder zugeführt wird. Ein Verfahren gemäß der Erfindung wird in Anspruch 1 definiert.
[0002] In Wärmepumpen wird durch die Verdampfung eines Fluids, welches in dem Fluidkreislauf
der Wärmepumpe in einer Arbeitsrichtung zirkuliert, thermische Energie, das heißt
Wärme, von einer Wärmequelle aufgenommen und an eine Wärmesenke abgegeben. Hierbei
wird das Fluid mit der aufgenommenen thermischen Energie mittels eines Verdichters
auf ein erhöhtes Druckniveau gebracht und anschließend bei einer im Vergleich zu einer
Verdampfungstemperatur erhöhten Verflüssigungstemperatur verflüssigt. Um das Fluid
am Ende des Kreislaufs zurück in den Ausgangszustand zu bringen, wird es expandiert,
wodurch sich seine Temperatur wieder absenkt.
[0003] Die Effizienz einer Wärmepumpe wird mittels einer Leistungszahl (eng. Coefficient
of Performance; COP) gemessen, wobei die Leistungszahl bestenfalls durch den reziproken
Wirkungsgrad eines Carnot-Prozesses gegeben ist. Die Leistungszahl entspricht dem
Quotienten aus Nutzen zu Aufwand. Wird die Wärmepumpe zum Heizen der Wärmesenke verwendet,
entspricht dies der an die Wärmesenke abgegebenen Wärmemenge Q
warm geteilt durch den Arbeitsaufwand W
mech des Verdichters. Je größer die betragsmäßige Differenz (Temperaturhub) zwischen der
Verdampfungs- und Verflüssigungstemperatur des Fluids ist, desto niedriger ist die
Effizienz der Wärmepumpe.
[0004] Idealerweise ist der Massenstrom, das Temperaturniveau und die zeitliche Verfügbarkeit
der Wärmequelle nahezu konstant, um auf eine gleichbleibende Effizienz und Leistung
der Wärmepumpe zurück greifen zu können. Wird die Wärmepumpe mit Abwärme aus industriellen
Prozessen betrieben, können Schwankungen der drei Parameter auftreten. In diesen Fällen
muss bei reduzierten Parametern die Wärmepumpe in Teillast fahren, um so viel Wärmemenge
der Wärmequelle wie möglich ausnutzen zu können. In Zeiträumen mit verminderter Wärmequellenleistung
strömt ein verminderter Volumenstrom verdampften Fluids aus dem Verdampfer. Umfasst
die Verdichter-Einheit der Wärmepumpe Kolben- oder Schraubenverdichter nach dem Verdrängungsprinzip,
werden derartige Wärmepumpen des Standes der Technik im Teillastbetrieb beispielsweise
durch Anpassung der Drehzahl der Verdichter an den reduzierten Volumenstrom des verdampften
Fluids angepasst. Wärmepumpen zur Verwendung von Abwärme aus industriellen Prozessen
umfassen aber oftmals Turboverdichter als Verdichtungsmaschinen nach dem Strömungsprinzip.
Eine Anpassung des Betriebs von Turboverdichtern an einen reduzierten Volumenstrom
des aus dem Verdampfer strömenden gasförmigen Fluids mittels Drehzahlregelung mit
einem Frequenzumrichter ist nur in einem begrenzten Teillastbereich (bis auf ca. 90%
des Volumenstroms)möglich. Würde die Drehzahl weiter verringert, könnte es zu einem
Zusammenbruch der Strömung auf der Druckseite des Turboverdichters kommen und zu einem
sogenannten Pumpvorgang am Turboverdichter. Dies ist zu vermeiden, so dass der Volumenstrom
einen vom Betriebspunkt des Verdichters abhängigen Mindestvolumenstrom nicht unterschreitet.
Zur Anpassung des Betriebs von Turboverdichtern an einen aus dem Verdampfer strömenden
reduzierten Volumenstrom ist es auch bekannt, die Turboverdichter mit verstellbarem
Anstellwinkel der Vorleitschaufeln (IGV) auszustatten. Durch eine Verstellung der
Vorleitschaufeln kann der Volumenstrom bis auf ca. 70% des Volumenstroms bei gleichbleibendem
Druckverhältnis gedrosselt werden. Weiterhin ist bekannt, zur Anpassung des Betriebs
von Wärmepumpen an einen reduzierten Volumenstrom des aus dem Verdampfer strömenden
Fluids eine Bypass-Leitung mit mindestens einem Bypass-Ventil anzuordnen, so dass
der Fluidkreislauf stromab der Verdichter-Einheit und stromauf des Verflüssigers fluidisch
mit dem Fluidkreislauf stromab des Verdampfers und stromauf der Verdichter-Einheit
verbindbar ist. Mittels des Bypass-Ventils lässt sich der durch die Verdichter-Einheit
strömende Volumenstrom einstellen. Allerdings wird durch den über die Bypass-Leitung
strömenden Teilstrom auch die Temperatur des Sauggases (Fluid im Eintrittsbereich
der Verdichter-Einheit) erhöht und somit auch die Temperatur des Druckgases (Fluid
am Ausgang der Verdichter-Einheit). Sowohl für das Fluid selbst (aufgrund thermische
Zersetzung oberhalb einer kritischen Temperatur) als auch für die Verdichter-Materialien
(thermische Spannungen) gibt es Temperaturobergrenzen. Diese können je nach Fluid
und Materialien unterschiedlich sein, wobei die niedrigere der beiden Temperaturen
den über die Bypass-Leitung strömenden Anteil des Fluidstroms begrenzt und damit auch
den Bereich des Teillastbetriebes der Wärmepumpe in Richtung niedriger Wärmequellen-Leistung.
US 2015/285539 A1 offenbart ein Verfahren zum Betreiben einer Wärmepumpe, wobei ein Fluid kontinuierlich
in einem Fluidkreislauf geführt wird und hierbei Wärmeenergie von einer Wärmequelle
auf das Fluid in einem Verdampfer übertragen wird, wobei das Fluid zumindest teilweise
verdampft und nachfolgend verdichtet wird. Das Fluid wird dann zur Abgabe von Wärmeenergie
an eine Wärmesenke auf einem höheren Temperaturniveau als die Wärmequelle mindestens
teilweise verflüssigt, und nachfolgend zur Abkühlung expandiert. Nach der Verdichtung
und vor der Verflüssigung wird ein erster Teilstrom des Fluids über eine erste Bypass-Leitung
abgezweigt und dem Fluidkreislauf stromab des Verdampfers und vor der Verdichtung
wieder zugeführt. Nach der teilweisen Verflüssigung und stromauf des Verdampfers wird
über eine zweite Bypass-Leitung, parallel zum Verdampfer, der gesamte flüssige Fluidstrom
abgezweigt. In dieser zweiten Bypass-Leitung ist ein zweites Expansionsventil und
ein zweiter Verdampfer angeordnet, so dass das Fluid im verdampften Zustand mit dem
ersten Teilstrom vor der Verdichtung vermischt wird.
[0005] Die Wärmepumpe welche nicht zur Erfindung gehört, ist zur Verwendung in dem erfindungsgemäßen
Verfahren ausgebildet. Im Teillastbetrieb der Wärmepumpe wird das über die zweite
Bypass-Leitung strömende Fluid mit dem über die erste Bypass-Leitung strömenden Fluid
vermischt und verdampft hierbei. Durch die Beimischung der flüssigen Phase wird die
Temperatur des ersten Teilstroms von der Druckgastemperatur auf eine niedrigerer Mischtemperatur
abgesenkt. Der über die zweite Bypass-Leitung abgezweigte zweite Teilstrom, welcher
unabgezweigt eigentlich in den Verdampfer geleitet werden würde, wird erfindungsgemäß
mittels des ersten Teilstroms verdampft, ohne dass die Wärmequelle hierfür verwendet
werden müsste. Die Vermischung erfolgt bevorzugt innerhalb der ersten Bypass-Leitung,
indem die zweite Bypass-Leitung in die erste Bypass-Leitung einmündet. Die Vermischung
kann aber auch innerhalb des Fluidkreislaufs stromab des Verdampfers und stromauf
der Verdichter-Einheit erfolgen, indem beide Bypass-Leitungen in diesem Bereich in
den Fluidkreislauf einmünden und die Teilströme sich dort miteinander vor Eintritt
in die Verdichter-Einheit vermischen. Diese alternative Variante bietet sich insbesondere
an, wenn der Fluidkreislauf stromab des Verdampfers über einen Umweg zum Verdichter
verläuft und eine entsprechend lange Strecke in diesem Bereich des Fluidkreislaufs
für die Vermischung der beiden Teilströme zur Verfügung steht.
[0006] Die beiden Bypass-Leitungen umfassen für den Teillastbetrieb im Falle der ersten
Bypass-Leitung mindestens ein Ventil und im Falle der zweiten Bypass-Leitung Mittel
zur Dosierung der Durchflussmenge. Bei den Mitteln zur Dosierung der Durchflussmenge
der zweiten Bypass-Leitung kann es sich beispielsweise um eine Pumpe und/oder ein
Ventil handeln. Die Ventile bzw. die Pumpe können einstellbar und/oder steuerbar und/oder
regelbar sein und beispielsweise von einer Steuer/Regeleinrichtung einer die Wärmepumpe
umfassenden Wärmepumpenanlage ansteuerbar und/oder regelbar sind.
[0007] Die Volumenströme und deren Verhältnis zueinander können im Teillastbetrieb der Wärmepumpe
so zueinander gewählt werden, dass das Fluid zu Beginn, während und am Ende der Verdichtung
mindestens gesättigt dampfförmig bis überhitzt ist. Dies vermeidet bei der Verwendung
von Turboverdichtern Flüssigkeitsschläge am Verdichter. Die Volumenströme und deren
Verhältnis zueinander können im Teillastbetrieb der Wärmepumpe so zueinander gewählt
werden, dass eine material- oder gasabhängige Maximaltemperatur am Ende der Verdichtung
nicht überschritten wird. Dies vermeidet eine Zersetzung des Fluids und verhindert
Materialschäden in der Verdichter-Einheit aufgrund zu hoher Temperaturen. Die Wärmepumpe
kann Teillastbetrieb mit höherem Volumenstrom betrieben werden und eignet sich somit
besonders zur Erweiterung des Teillastbereiches bei Wärmepumpen mit mindestens einem
Turboverdichter. Bei einem Turboverdichter ist auf einen ausreichend hohen Volumenstrom
am jeweiligen Betriebspunkt des Turboverdichters zu achten, der einen betriebspunktabhängigen
Mindestvolumenstrom nicht unterschreiten sollte, damit die Strömung zur Druckseite
des Verdichters hin nicht zusammenbricht. Wird die Wärmepumpe mit einer Wärmequelle
betrieben, deren Leistung stark schwankt und zeitweise besonders geringe Werte annehmen
kann, kann gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung eine Steuer/Regeleinheit
vorgesehen sein, welche im Teillastbetrieb den Volumenstrom über die Bypass-Leitungen
und das Verhältnis der beiden Teilströme zueinander so einstellt und überwacht, dass
eine material- oder gasabhängige Maximaltemperatur am Ende der Verdichtung nicht überschritten
wird und die Wärmepumpe bei zu geringer Wärmequellen-Leistung abgeschaltet wird. Gemäß
einem weiteren nicht erfindungsmäßigen Beispiel kann im Teillastbetrieb der Wärmepumpe
diese in Kombination mit einer Drehzahl-Einstellung und/oder -Steuerung und/oder -Regelung
der Verdichter vorgenommen werden. Bei Turboverdichtern kann alternativ oder zusätzlich
eine Kombination mit einer Einstellung und/oder Steuerung und/oder Regelung des Anstellwinkels
von Leitschaufeln vorgenommen werden.
[0008] Es kann bei der Wärmepumpe vorgesehen sein, dass die Verdichter-Einheit mindestens
einen Verdichter umfasst, wobei der Verdichter ein Turboverdichter ist.
[0009] Diese Ausgestaltung eignet sich besonders für Wärmepumpen in der industriellen Anwendung
im Leistungsbereich von mehr als 500 kW.
[0010] Es kann bei einer Wärmepumpe vorgesehen sein, dass die Expansionseinheit mindestens
zwei in Reihe geschaltete Expansionsvorrichtungen umfasst, wobei ein Abscheider zur
Trennung einer Gas- und Flüssigphase zwischen den beiden Expansionsvorrichtungen zwischengeschaltet
ist, wobei die zweite Bypass-Leitung fluidisch mit einem für die Ansammlung der Flüssigphase
ausgebildeten Bereich des Abscheiders verbunden ist.
[0011] Die Expansionsvorrichtung kann eine Drossel sein. Eine Drossel weist eine Verengung
des Strömungspfades auf, so dass das Fluid aufgrund des verringerten Drucks während
des Durchströmens des verengten Abschnitts expandiert. Der Querschnitt der Drossel
kann einstellbar sein. Der zwischen den beiden Expansionsvorrichtungen angeordnete
Abscheider dient der Verbesserung des Wirkungsgrads der Wärmepumpe, indem die abgeschiedene
gasförmige Phase mindestens teilweise dem Fluidkreislauf zwischen zwei Verdichtungsschritten
zugeführt wird. Gemäß des nicht erfindungsgemäßen Beispiels ist die zweite Bypass-Leitung
fluidisch mit einem für die Ansammlung der Flüssigphase ausgebildeten Bereich des
Abscheiders verbunden. Der Abscheider kann einen Druckbehälter zur Trennung der Gas-
und Flüssigphase umfassen. In dem Druckbehälter sammelt sich in einem oberen Bereich
die gasförmige Phase des Fluids an, wobei in diesem Bereich das gasförmige Fluid über
eine Zuleitung von dem mindestens einen Verdichter angesaugt werden kann. Die zweite
Bypass-Leitung kann beispielsweise von dem unteren Bereich des Druckbehälters abzweigen.
[0012] Die zweite Bypass-Leitung kann fluidisch mit einem im Betrieb überfluteten Bereich
des Verdampfers verbunden sein.
[0013] Diese Ausgestaltung eignet sich auch für Wärmepumpen ohne Abscheider.
[0014] Es kann weiter ,nicht erfindungsgemäß, vorgesehen sein, dass die Wärmepumpe Mittel
zur Überhitzung des aus dem Verdampfer strömenden Fluids mit einem Wärmetauscher umfasst,
welcher derart ausgebildet ist, dass er thermisch aus dem Verflüssiger strömendes
Fluid vor Eintritt in die Expansionseinheit mit aus dem Verdampfer strömenden Fluid
vor Eintritt in die Verdichter-Einheit verbindet, wobei die erste Bypass-Leitung stromab
des Wärmetauschers in den Fluidkreislauf und die zweite Bypass-Leitung in die erste
Bypass-Leitung oder ebenfalls stromab des Wärmetauschers in den Fluidkreislauf einmündet.
[0015] Diese Ausgestaltung ermöglicht die Verwendung von Hochtemperaturfluiden mit einer
positiven Steigung der Taulinie in einem Temperatur-über-Entropie-Diagramm. Um während
der Verdichtung des Fluids (sowohl in Voll- als auch in Teillast) nicht in einen Zustandsbereich
des Fluides zu gelangen, in welchem es zu Tropfenbildung und damit zu Schäden durch
Tropfenschlag in der Verdichter-Einheit kommt, muss das Fluid vor Eintritt in die
Verdichter-Einheit überhitzt werden. Der Grad der Überhitzung kann mittels der Fläche
des Wärmetauschers für den Volllastbetrieb ausgelegt werden. Die beiden Bypass-Leitungen
können beispielsweise in den Ausgangsbereich des Wärmetauschers in den Fluidkreislauf
einmünden. Für eine Startphase des Wärmepumpenbetriebs kann eine Heizquelle mit externer
Energieversorgung zuschaltbar sein, welche zur Übertragung von Wärme auf das Fluid
im Fluidkreislauf stromab des Wärmetauschers und stromauf der Verdichter-Einheit angeordnet
und ausgebildet ist.
[0016] Die Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art zum Betreiben
einer Wärmepumpe anzugeben, mit welchem ein in Richtung niedriger Wärmequellen-Leistung
erweiterter Bereich des Teillastbetriebes ermöglicht ist.
[0017] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren der eingangs genannten Art zum
Betrieb einer Wärmepumpe dadurch gelöst, dass vom Fluidkreislauf nach der teilweisen
Verflüssigung und stromauf des Verdampfers über eine zweite Bypass-Leitung ein flüssiger
Teilstrom abgezweigt und mit dem ersten Teilstrom vor der Verdichtung vermischt wird.
[0018] Im Teillastbetrieb der Wärmepumpe wird das über die zweite Bypass-Leitung strömende
Fluid mit dem über die erste Bypass-Leitung strömenden Fluid vermischt und verdampft
hierbei.
[0019] Durch die Beimischung der flüssigen Phase wird die Temperatur des ersten Teilstroms
von der Druckgastemperatur auf eine niedrigerer Mischtemperatur abgesenkt. Der über
die zweite Bypass-Leitung abgezweigte zweite Teilstrom, welcher unabgezweigt eigentlich
in den Verdampfer geleitet werden würde, wird erfindungsgemäß mittels des ersten Teilstroms
verdampft, ohne dass die Wärmequelle hierfür verwendet werden müsste. Die Vermischung
erfolgt bevorzugt innerhalb der ersten Bypass-Leitung. Hierzu kann der flüssige Teilstrom
in die erste Bypass-Leitung geleitet werden, indem beispielsweise die zweite Bypass-Leitung
in die erste Bypass-Leitung einmündet. Die Vermischung kann aber auch zusätzlich oder
alternativ innerhalb des Fluidkreislaufs stromab des Verdampfers und vor der Verdichtung
des Fluids erfolgen, indem der flüssige Teilstrom zusätzlich oder alternativ in den
Fluidkreislauf stromab des Verdampfers und vor der Verdichtung geleitet wird, beispielsweise
indem die zweite Bypass-Leitung zusätzlich oder alternativ in den Fluidkreislauf in
diesem Bereich einmündet.
[0020] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung des Verfahrens kann die Wärmepumpe im Teillastbetrieb
mit höherem Volumenstrom betrieben werden und eignet sich somit besonders zur Erweiterung
des Teillastbereiches bei Wärmepumpen mit mindestens einem Turboverdichter. Bei einem
Turboverdichter sollte auf einen ausreichend hohen Volumenstrom am jeweiligen Betriebspunkt
des Turboverdichters geachtet werden, der einen betriebspunktabhängigen Mindestvolumenstrom
nicht unterschreiten sollte, damit die Strömung zur Druckseite des Verdichters hin
nicht zusammenbricht.
[0021] Erfindungsgemäß wird im Teillastbetrieb der Wärmepumpe das Verhältnis des ersten
und zweiten Teilstroms derart eingestellt und/oder gesteuert und/oder geregelt wird,
dass das Fluid zu Beginn, während und am Ende der Verdichtung mindestens gesättigt
dampfförmig bis überhitzt ist.
[0022] Diese Ausgestaltung der Erfindung verhindert insbesondere bei einer Wärmepumpe mit
mindestens einem Turboverdichter Schäden durch Flüssigkeit im Verdichter. Um im Teillastbetrieb
das Verhältnis des ersten und zweiten Teilstroms einzustellen und/oder zu steuern
und/oder zu regeln, kann im Falle der ersten Bypass-Leitungen mindestens ein Ventil
vorgesehen sein und im Fall der zweiten Bypass-Leitung Mittel zur Dosierung der Durchflussmenge
wie beispielsweise eine Pumpe und/oder ein Ventil. Die Ventile bzw. die Pumpe können
einstellbar und/oder steuerbar und/oder regelbar sein und beispielsweise mittels einer
Steuer/Regeleinrichtung ansteuerbar und/oder regelbar sind. Die Einstellung und/oder
Steuerung und/oder Regelung des Volumenstroms kann gemäß einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung in Kombination mit einer Drehzahl-Einstellung und/oder -Steuerung und/oder
-Regelung der Verdichter vorgenommen werden. Bei Turboverdichtern kann gemäß diesem
Ausführungsbeispiel zusätzlich eine Kombination mit einer Einstellung und/oder Steuerung
und/oder Regelung des Anstellwinkels von Leitschaufeln vorgenommen werden.
[0023] Erfindungsgemäß wird im Teillastbetrieb der Wärmepumpe das Verhältnis des ersten
und zweiten Teilstroms derart eingestellt und/oder gesteuert und/oder geregelt wird,
dass eine material- oder gasabhängige Maximaltemperatur am Ende der Verdichtung nicht
überschritten wird.
[0024] Die Erfindung eignet sich für den Betrieb von Wärmepumpen mit einer Wärmequelle,
deren Leistung stark schwankt und zeitweise den Betrieb der Wärmepumpe im Grenzbereich
des Betriebsbereichs der Wärmepumpe erforderlich macht. Die Erfindung verhindert eine
Zersetzung des Fluids und Materialschäden in dem mindestens einen zur Verdichtung
verwendeten Verdichter aufgrund zu hoher Temperaturen.
[0025] Vorteilhafterweise kann weiter vorgesehen sein, dass im Teillastbetrieb der Volumenstrom
des ersten und zweiten Teilstroms derart eingestellt und/oder gesteuert und/oder geregelt
wird, dass ein vom Betriebspunkt des Verdichters abhängiger Mindestvolumenstrom nicht
unterschritten wird.
[0026] Diese Ausgestaltung der Erfindung eignet sich besonders bei der Verwendung einer
Wärmepumpe mit mindestens einem Turboverdichter zur Durchführung des Verfahrens.
[0027] Es kann auch als vorteilhaft angesehen werden, dass der flüssige Teilstrom in die
erste Bypass-Leitung geleitet wird und/oder in den Fluidkreislauf stromab des Verdampfers
und vor der Verdichtung.
[0028] Diese Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht eine Vermischung der beiden Teilströme
innerhalb der ersten Bypass-Leitung und/oder innerhalb des Fluidkreislaufs stromab
des Verdampfers und vor der Verdichtung.
[0029] Die Vermischung erfolgt bevorzugt innerhalb der ersten Bypass-Leitung. Hierzu kann
der flüssige Teilstrom in die erste Bypass-Leitung geleitet werden, indem beispielsweise
die zweite Bypass-Leitung in die erste Bypass-Leitung einmündet. Die Vermischung kann
aber auch zusätzlich oder alternativ innerhalb des Fluidkreislaufs stromab des Verdampfers
und vor der Verdichtung des Fluids erfolgen, indem der flüssige Teilstrom zusätzlich
oder alternativ in den Fluidkreislauf stromab des Verdampfers und vor der Verdichtung
geleitet wird, beispielsweise indem die zweite Bypass-Leitung zusätzlich oder alternativ
in den Fluidkreislauf in diesem Bereich einmündet.
[0030] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung kann vorsehen, dass die Wärmepumpe
mit einem Hochtemperaturfluid betrieben wird, dessen Taulinie im Wesentlichen eine
positive Steigung in einem Temperatur-über-Entropie-Diagramm aufweist, und Wärmeenergie
des Fluidkreislaufs nach der Verflüssigung und vor der Expansion auf das Fluid stromab
des Verdampfers und vor der Verdichtung übertragen wird, so dass das Fluid bei Beginn,
während und nach der Verdichtung überhitzt ist, wobei im Teillastbetrieb der erste
Teilstrom oder alternativ beide Teilströme nach der Übertragung der Wärmeenergie dem
Fluidkreislauf zugeführt werden.
[0031] Die vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ermöglicht einen Betrieb der Wärmepumpe
mit Hochtemperaturfluiden, die eine derartige Steigung der Taulinie aufweisen und
deshalb vor der Verdichtung überhitzt werden müssen zur Vermeidung von Schäden am
Verdichter. Die Übertragung der Wärmeenergie kann mittels eines Wärmetauschers erfolgen.
Durch die Auslegung der Fläche des Wärmetauschers lässt sich ein Grad der Überhitzung
einstellen. Beispielsweise kann dieser derart gewählt werden, dass sowohl in Volllast
als auch in Teillast das Fluid nach der Verdichtung sich in einem Zustand befindet,
der einen Sicherheitsabstand (Temperaturdifferenz) zur Taulinie einhält.
[0032] Weiter kann vorteilhaft vorgesehen sein, dass die Expansion in mindestens zwei Expansionsschritten
erfolgt, wobei mindestens zwischen zwei Expansionsschritten eine Gas-Phase des Fluids
von einer Flüssig-Phase des Fluids separiert wird, und der flüssige Teilstrom von
der Flüssig-Phase abgezweigt wird.
[0033] Die zwischen zwei Expansionsschritten erfolgende Separierung einer Gas-Phase von
einer Flüssig-Phase dient der Verbesserung des Wirkungsgrads der Wärmepumpe, indem
die abgeschiedene gasförmige Phase mindestens teilweise dem Fluidkreislauf zwischen
zwei Verdichtungsschritten zugeführt wird. Gemäß der erfindungsgemäßen Ausgestaltung
wird die separierte Flüssig-Phase, die andernfalls vollständig dem Verdampfer zugeführt
werden würde, teilweise über die zweite Bypass-Leitung als zweiter Teilstrom abgezweigt.
[0034] Es kann auch als vorteilhaft angesehen werden, dass der flüssige Teilstrom von einem
überfluteten Bereich des Verdampfers abgezweigt wird.
[0035] Diese Ausgestaltung der Erfindung eignet sich auch für den Betrieb von Wärmepumpen
ohne Abscheider.
[0036] Weitere zweckmäßige Ausgestaltungen und Vorteile der Erfindung sind Gegenstand der
Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung unter Bezug auf die Figur der
Zeichnung, wobei gleiche Bezugszeichen auf gleich wirkende Bauteile verweisen.
[0037] Dabei zeigt die
- Fig. 1
- schematisch einen Fluidkreislauf einer Wärmepumpe nach dem Stand der Technik,
- Fig. 2
- schematisch ein Temperatur-über-Entropie Diagramm des Fluids R134a mit eingezeichnetem
Zustandsverlaufs während des in Figur 1 dargestellten Fluidkreislaufs einer Wärmepumpe
nach dem Stand der Technik,
- Fig. 3
- schematisch ein Temperatur-über-Entropie-Diagramm eines Fluids mit einer Taulinie
mit im Wesentlichen positiver Steigung und eingezeichnetem Zustandsverlaufs des Fluids
bei Durchlaufen des in Figur 1 dargestellten Fluidkreislaufs einer Wärmepumpe nach
dem Stand der Technik,
- Fig. 4
- schematisch einen Fluidkreislauf einer Wärmepumpe, die nicht Teil der Erfindung ist,
gemäß einem Beispiel, und
- Fig. 5
- schematisch ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel der
Erfindung.
[0038] Figur 1 zeigt schematisch einen Fluidkreislauf 21 einer Wärme pumpe 12 nach dem Stand
der Technik. Das Fluid 2 wird in einer Strömungsrichtung 11 durch die Wärmepumpe 12
gefördert. Ein Verdampfer 10 verdampft das Fluid unter Aufnahme von Wärmeenergie der
Wärmequelle 4, so dass es einen Dampfzustand 1 einnimmt. In diesem Dampfzustand 1
tritt das Fluid 2 in eine Verdichter-Einheit 7, welche einen Verdichter 7a umfasst,
ein und wird auf einen Verdichtungszustand 3 verdichtet. In dem Verdichtungszustand
3 strömt es in einen Verflüssiger 8 unter Abgabe von Wärmeenergie an die Wärmesenke
20 und wird in einen kondensierten Zustand 5 überführt, und schließlich in einer Expansionseinheit
9 mit einer Expansionsvorrichtung 9a expandiert. Infolgedessen nimmt das Fluid 2 einen
Expansionszustand 6 an, wobei es in diesem Zustand wiederum dem Verdampfer 10 zugeführt
wird. Das Fluid wird also während des Betriebs der Wärmepumpe 12 kontinuierlich entsprechend
der Strömungsrichtung 11 durch die Wärmepumpe 12 gefördert und nimmt hierbei bei der
Verdampfung im Verdampfer 10 Wärme der Wärmequelle 4 auf und gibt während der Verflüssigung
im Verflüssiger 8 Wärmeenergie auf einem höheren Temperaturniveau als das der Wärmequelle
4 an die Wärmesenke 20 ab.
[0039] Figur 2 zeigt ein Temperatur-über-Entropie-Diagramm 23, welches entsprechend der
Bildebene nach rechts zu, also auf der Abszissenachse eine Entropie 14 und auf der
Bildebene nach oben zu, also auf der Ordinatenachse eine Temperatur 13 darstellt.
Das Temperatur-über-Entropie-Diagramm 23 stellt sowohl eine Taulinie 18, eine Siedelinie
19, sowie unterschiedliche Aggregatzustände eines Fluids dar. Die Taulinie 18 grenzt
eine Gasphase 15 von einem 2-Phasengebiet 16 ab, wobei im 2-Phasengebiet 16 das Fluid
sowohl in flüssigem, als auch in gasförmigem Zustand vorliegt. Die Siedelinie 19 grenzt
das 2-Phasengebiet 16 von einer Flüssigkeitsphase 17 ab. Das dargestellte Temperatur-über-Entropie-Diagramm
23 zeigt eine Taulinie 18 eines Fluids mit im Wesentlichen negativer Steigung.
[0040] Ebenfalls in Figur 2 schematisch dargestellt, sind verschiedene thermodynamische
Zustände des Fluids, welches das Fluid beim Durchlaufen des in Figur 1 dargestellten
Fluidkreislaufs einer Wärmepumpe nach dem Stand der Technik annimmt. Ausgehend vom
Dampfzustand 1 wird entsprechend der Strömungsrichtung 11 durch Verdichtung der Verdichtungszustand
3 erreicht. Der Verdichtungszustand 3 befindet sich innerhalb der Gasphase 15, weshalb
der Verdichter 7a bei einer Ausgestaltung als Turboverdichter keine Schäden durch
Flüssigkeitsschläge in Folge von Tropfenbildung im Fluid nehmen würde. Die dargestellte
Verbindungslinie zwischen den einzelnen Zuständen sind in Figur 2 und Figur 3 als
gerade Verbindungslinien dargestellt, können jedoch auch von diesem idealen Verlauf
abweichen. Ausgehend vom Verdichtungszustand 3 wird durch den Verflüssiger 8 der kondensierte
Zustand 5 eingestellt, welcher sich auf der Siedelinie befindet. Ausgehend vom kondensierten
Zustand 5 wird durch den Durchtritt des Fluids durch die Expansionsvorrichtung 9a
der Expansionszustand 6 erreicht und anschließend durch Energiezufuhr im Verdampfer
10 wieder der Dampfzustand 1 des Fluids erreicht. Somit ist der Kreislauf der Wärmepumpe
12 geschlossen.
[0041] Figur 3 zeigt analog zu Figur 2 ein Temperatur-über-Entropie-Diagramm 24, allerdings
für ein anderes Fluid. Der Verlauf der Siedelinie 19 und sowie der Taulinie 18 des
Fluids grenzt ein stark überhängendes 2-Phasengebiet 16 ein, so dass die Taulinie
18 im Wesentlichen eine positive Steigung aufweist. Wird ein solches Fluid dem Fluidkreislauf
der in Figur 1 dargestellten Wärmepumpe gemäß dem Stand der Technik unterworfen, liegt
der Verdichtungszustand 3 innerhalb des 2-Phasengebietes 16. Demzufolge kann es im
Verdichter 7a im Falle eines Turboverdichters zu Schäden durch Flüssigkeitsschläge
kommen.
[0042] Figur 4 zeigt schematisch einen Fluidkreislauf 28 einer Wärmepumpe 26 gemäß einem
nicht erfindungsgemäßen Beispiel.
[0043] Im Fluidkreislauf 28 sind in Strömungsrichtung auf einen Verdampfer 10 folgend eine
Verdichter-Einheit 7 mit zwei Verdichtern 7a, 7b angeordnet. Die Verdichter 7a und
7b sind in Reihe angeordnet und können als Turboverdichter ausgebildet sein. Stromab
der Verdichter-Einheit 7 umfasst der Fluidkreislauf 28 einen Verflüssiger 8 und nachfolgend
eine Expansionseinheit 9 mit zwei in Reihe angeordnete Expansionsvorrichtungen 9a,
9b. Die Expansionsvorrichtung 9a und/oder 9b kann als Drossel oder beispielsweise
als Expansionsventil ausgebildet sein. Der Fluidkreislauf 28 der Wärmepumpe 26 umfasst
zudem zur Überhitzung des aus dem Verdampfer 10 ausströmenden Fluids Mittel 34 mit
einem Wärmetauscher 32. Der Wärmetauscher 32 ist derart ausgebildet, dass er thermisch
das aus dem Verflüssiger 8 strömende Fluid vor Eintritt in die Expansionseinheit 9
mit dem aus dem Verdampfer 10 strömenden Fluid vor Eintritt in die Verdichtereinheit
7 verbindet. Zusätzlich ist ein Abscheider 30 zur Trennung einer Gas- und Flüssigphase
zwischen die beiden Expansionsvorrichtungen 9a und 9b zwischengeschaltet mit einer
zwischen den beiden Verdichtern 7a und 7b in den Fluidkreislauf 28 mündenden Gasphasen-Einleitung
36. Um während einer Startphase eine ausreichende Überhitzung des aus dem Verdampfer
10 strömenden Fluids zu gewährleisten, umfassen die Mittel 34 zusätzlich eine zuschaltbare
Heizvorrichtung 38, welche mit einer externen Energiequelle 40 beheizbar ist. Für
den Betrieb in Teillast umfasst die Wärmepumpe 26 eine erste Bypass-Leitung 42 mit
einem Bypass-Ventil 43, so dass der Fluidkreislauf 28 stromab der Verdichter-Einheit
7 und stromauf des Verflüssigers 8 fluidisch mit dem Fluidkreislauf 28 stromab des
Verdampfers 10 und stromauf der Verdichter-Einheit 7 verbunden ist und eine zweite
Bypass-Leitung 45. Die zweite Bypass-Leitung umfasst Mittel 46 zur Dosierung der Durchflussmenge,
welche als Ventil 47 ausgebildet sind. Die zweite Bypass-Leitung 45 zweigt vom Abscheider
30 ab und mündet in die erste Bypass-Leitung 42, so dass mittels der zweiten Bypass-Leitung
45 eine aus dem Abscheider 30 abgezweigte Flüssigphase des Fluids in die erste Bypass-Leitung
42 einleitbar ist.
[0044] Alternativ könnte die zweite Bypass-Leitung 45 anstatt vom Abscheider auch von einem
überfluteten Bereich 49 abzweigen. Dieser alternative Verlauf der zweiten Bypass-Leitung
ist in der Figur nicht dargestellt.
[0045] Das Verhältnis der im Teillastbetrieb über die Bypass-Leitungen strömenden Teilströme
kann mittels des Ventils under Mittel zur Dosierung einer Durchflussmenge derart eingestellt
und/oder gesteuert und/oder geregelt werden, dass das Fluid zu Beginn (Dampfzustand
1b), während (Verdichtungszustand 3a und 3b) und am Ende der Verdichtung (Verdichtungszustand
3c) mindestens gesättigt dampfförmig bis überhitzt ist und eine material- oder gasabhängige
Maximaltemperatur am Ende der Verdichtung (Verdichtungszustand 3c) nicht überschritten
wird.
[0046] Im Unterschied zu dem in Figur 1 dargestellten Fluidkreislauf ermöglicht die nicht
erfindungsgemäße Wärmepumpe 26 einen Betrieb der Wärmepumpe bei niedrigeren Wärmequellen-Leistungen.
Zusätzlich ermöglicht das dargestellte Ausführungsbeispiel die Verwendung eines Hochtemperaturfluid
mit positiver Steigung der Taulinie in Verbindung mit einer hohen Leistungszahl.
[0047] Die Figur 5 zeigt schematisch in einem Ablaufdiagramm ein Ausführungsbeispiel des
erfindungsgemäßen Verfahrens, wobei in einem vorbereitenden Verfahrensschritt VS1
zum Betreiben der Wärmepumpe ein Fluid mit einer Taulinie mit im Wesentlichen positiver
Steigung in einem Druck-über-Enthalpie-Diagramm ausgewählt und verwendet wird.
[0048] In einem vorbereitenden Verfahrensschritt VS2 die Überhitzung des Fluids im Fluidkreislauf
derart gewählt wird - z.B. mittels Auslegung der Wärmetauscherfläche -, dass der Abstand
zur Taulinie am Verdichter-Endpunkt mindestens 10K, insbesondere 10K bis 20K beträgt.
[0049] In einem vorbereitenden Verfahrensschritt VS3 einer Steuer/Regeleinheit Daten für
einen Teillastbetrieb übergeben werden, insbesondere welche Maximaltemperatur des
Druckgases einzuhalten ist und welche betriebspunktabhängigen Mindestvolumenströme
in der Verdichter-Einheit einzuhalten sind.
[0050] In einem Verfahrensschritt VS4 in einer Startphase des Betriebs der Wärmepumpe zur
Überhitzung des Fluids eine Heizvorrichtung zugeschaltet wird. In einem Verfahrensschritt
VS5 Wärmeenergie von einer Wärmequelle auf ein Fluid in einem Verdampfer übertragen
wird, wobei das Fluid zumindest teilweise verdampft. In einem Verfahrensschritt VS6
das Fluid nach der Übertragung der Wärmeenergie und vor der Verdichtung überhitzt
wird, und hierbei Wärmeenergie des den Verflüssiger verlassenden Fluids vor einer
Expansion entnommen wird und auf das den Verdampfer verlassende Fluid vor einer Verdichtung
übertragen wird.
[0051] In einem Verfahrensschritt VS7 das Fluid nachfolgend in einem ersten Verdichtungsschritt
verdichtet wird.
[0052] In einem Verfahrensschritt VS8 das verdichtete Fluid in einem zweiten Verdichtungsschritt
verdichtet wird.
[0053] In einem Verfahrensschritt VS9 das Fluid zur Abgabe von Wärmeenergie an eine Wärmesenke
auf einem höheren Temperaturniveau als die Wärmequelle mindestens teilweise verflüssigt
wird. In einem Verfahrensschritt VS10 das Fluid zur Abkühlung in einem ersten Expansionsschritt
expandiert wird. In einem Verfahrensschritt VS11 eine Gas-Phase des Fluids von einer
Flüssig-Phase des Fluids separiert wird und das gasförmige Fluid mindestens teilweise
dem Fluid zwischen mindestens zwei Verdichtungsschritten zugeführt wird. In einem
Verfahrensschritt VS12 das Fluid in einem zweiten Expansionsschritt expandiert wird,
und erneut dem Verdampfer zugeführt wird und das im Fluidkreislauf der Wärmepumpe
zirkulierende Fluid kontinuierlich die Verfahrensschritte VS5 bis VS12 durchläuft.
Wird die Wärmepumpe in einem Teillastbetrieb betrieben, wird zusätzlich kontinuierlich
der Verfahrensschritt VS13 und VS14 wiedeholt. Bei Verfahrensschritt VS13 werden vom
Fluidkreislauf nach der Verdichtung und vor der Verflüssigung ein erster Teilstrom
des Fluids über eine erste Bypass-Leitung abgezweigt und dem Fluidkreislauf stromab
des Verdampfers und vor der Verdichtung wieder zugeführt und vom Fluidkreislauf nach
der teilweisen Verflüssigung und stromauf des Verdampfers über eine zweite Bypass-Leitung
ein flüssiger zweiter Teilstrom abgezweigt und mit dem ersten Teilstrom vermischt.
Zudem werden in Abhängigkeit des aktuellen Volumenstroms im Dampfzustand 1a, der aktuellen
Temperatur im Verdichtungszustand 3c und dem aktuellen Volumenstrom im Dampfzustand
1b die Volumenströme über die beiden Bypass-Leitungen und deren Verhältnis zueinander
derart geregelt, dass das Fluid zu Beginn, während und am Ende der Verdichtung mindestens
gesättigt dampfförmig bis überhitzt ist und die Maximaltemperatur am Ende der Verdichtung
nicht überschritten wird und ein vom Betriebspunkt des Verdichters abhängiger Mindestvolumenstrom
nicht unterschritten wird. Bei Verfahrensschritt VS14 wird überprüft, ob alle Bedingungen
des Verfahrensschritt VS13 aktuell eingehalten werden können. Falls nicht, wird in
Verfahrensschritt VS15 die Wärmepumpe aufgrund zu geringer Leistung der Wärmequelle
abgeschaltet. Falls ja, wird Verfahrensschritt VS13 wiederholt.
1. Method for operating a heat pump, wherein a fluid is conducted continuously in a fluid
circuit and heat energy is in this case transferred from a heat source to the fluid
in an evaporator, wherein the fluid is at least partially evaporated (VS5) and the
fluid is then compressed (VS7, VS8) and is then at least partially liquefied (VS9)
at a higher temperature level than the heat source for the purpose of releasing heat
energy to a heat sink and is then expanded (VS10, VS12) for the purpose of cooling,
and, in a part-load operation, a first partial flow of the fluid is branched off via
a first bypass line from the fluid circuit after the compression and before the liquefaction
and is fed back to the fluid circuit downstream of the evaporator and before the compression,
and, in the part-load operation, a liquid, second partial flow is branched off via
a second bypass line from the fluid circuit after the partial liquefaction and upstream
of the evaporator and is mixed with the first partial flow before the compression,
wherein
the ratio of the first and second partial flow is set and/or controlled and/or regulated
in such a way that, at the beginning of, during and at the end of the compression,
the fluid is in a state in which it is at least in saturated-vapour form to superheated,
and a material- or gas-dependent maximum temperature at the end of the compression
is not exceeded.
2. Method according to Claim 1,
wherein
the volume flow of the first and second partial flow is set and/or controlled and/or
regulated in such a way that a minimum volume flow dependent on the operating point
of the compressor is not fallen below.
3. Method according to either of Claims 1 and 2,
wherein
the liquid partial flow is directed into the first bypass line (42) and/or into the
fluid circuit downstream of the evaporator (10) and before the compression.
4. Method according to one of Claims 1 to 3,
wherein
the heat pump (12, 26) is operated with a high-temperature fluid whose condensation
curve (18) substantially has a positive slope in a temperature-versus-entropy diagram
(23, 24), and, after the liquefaction and before the expansion, heat energy of the
fluid circuit is transferred to the fluid downstream of the evaporator and before
the compression such that, at the beginning of, during and after the compression,
the fluid is in a superheated state (VS6), wherein, in the part-load operation, the
first partial flow or alternatively both partial flows is/are fed to the fluid circuit
after the transfer of the heat energy.
5. Method according to one of Claims 1 to 4,
wherein
the expansion is realized in at least two expansion steps, wherein, at least between
two expansion steps, a gas phase of the fluid is separated from a liquid phase of
the fluid (VS11), and the liquid partial flow is branched off from the liquid phase.
6. Method according to one of Claims 1 to 4,
wherein
the liquid partial flow is branched off from a flooded region of the evaporator.
1. Procédé pour faire fonctionner une pompe à chaleur, dans lequel fait passer un fluide
continuellement dans un circuit de fluide et on transmet ainsi de l'énergie calorifique
d'une source de chaleur au fluide dans un évaporateur, dans lequel on évapore (VS5)
le fluide au moins en partie et on comprime (VS7, VS8) ensuite le fluide et ensuite,
pour céder de l'énergie calorifique à un puits de chaleur, on le liquéfie (VS9) au
moins en partie à un niveau de température plus haut que la source de chaleur et ensuite
on le détend (VS10, VS12) pour le refroidissement et on dérive dans un fonctionnement
en charge partiel du circuit de fluide, après la compression et avant la liquéfaction,
un premier courant partiel du fluide par un premier conduit de dérivation et on le
renvoie au circuit de fluide en aval de l'évaporateur et avant la compression, et
dans le fonctionnement en charge partiel, on dérive du circuit de fluide, après la
condensation en partie et en amont de l'évaporateur, par un deuxième conduit de dérivation,
un deuxième courant partiel liquide et on le mélange au premier courant partiel avant
la compression,
dans lequel on établit et/ou on commande et/ou on règle le rapport du premier et du
deuxième courant partiel, de manière à ce que le fluide soit, au début, pendant et
à la fin de la compression, au moins saturé à surchauffé sous forme de vapeur et de
manière à ce qu'une température maximum, qui dépend de la matière ou du gaz, ne soit
pas dépassée à la fin de la compression.
2. Procédé suivant la revendication 1,
dans lequel on établit et/ou on commande et/ou on règle le courant en volume du premier
et du deuxième courant partiel, de manière à ne pas dépasser un courant en volume
minimum, qui dépend du point de fonctionnement du compresseur.
3. Procédé suivant la revendication 1 ou 2,
dans lequel
on envoie le courant partiel liquide dans le premier conduit (42) de dérivation et/ou
dans le circuit de fluide en aval de l'évaporateur (10) et avant la compression.
4. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 3,
dans lequel
on fait fonctionner la pompe (12, 26) à chaleur avec un fluide à température haute,
dont la courbe de condensation (18) a essentiellement une pente positive dans un diagramme
(23, 24) température sur entropie et on transmet de l'énergie calorifique du circuit
de fluide, après la condensation et avant la détente, au fluide en aval de l'évaporateur
et avant la compression, de manière à ce que le fluide soit, au début, pendant et
après la compression, surchauffé (VS6), dans lequel, dans le fonctionnement en charge
partiel, on envoie le premier courant partiel ou en variante les deux courants partiels
au circuit de fluide après la transmission de l'énergie calorifique.
5. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 4,
dans lequel
la détente s'effectue en au moins deux stades de détente, dans lequel on sépare (VS11)
une phase gazeuse du fluide, d'une phase liquide du fluide au moins entre deux stades
de détente et on dérive le courant partiel liquide de la phase liquide.
6. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 4,
dans lequel on dérive le courant partiel liquide d'une partie submergée de l'évaporateur.