Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schalldämpfer für eine Schusswaffe, insbesondere Handfeuerwaffe
sowie eine Schusswaffe, insbesondere Handfeuerwaffe mit einem erfindungsgemäßen Schalldämpfer.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Unter dem Begriff "Handfeuerwaffen" werden Faustfeuerwaffen verstanden, etwa Rückstoßladerwaffen,
Gasdruckladerwaffen, Pistolen oder dergleichen. Die Erfindung wird am Beispiel einer
Handfeuerwaffe bzw. Pistole beschrieben, obwohl die vorliegende Erfindung nicht hierauf
beschränkt ist und auch bei Langwaffen zum Einsatz kommen kann.
[0003] Es ist bekannt, Schusswaffen mit einem Schalldämpfer auszurüsten, um die Schallemission
zu reduzieren, die von den beim Schuss aus der Laufmündung ausströmenden, unter hohem
Druck stehenden und explosionsartig expandieren Gasen ausgeht.
[0004] Bei Handfeuerwaffen mit einem beweglichen bzw. nach hinten abkippenden Lauf erweist
sich die Aufrechterhaltung der Selbstladefunktion der Waffe als problematisch, wenn
an dem Lauf ein Schalldämpfer befestigt ist. Denn ein auf den Lauf oder an den Verschluss
aufgeschraubter Schalldämpfer erhöht die beim Schuss zurücklaufende Masse, wodurch
die Rücklaufgeschwindigkeit von Lauf und Verschluss abnimmt. Dies kann zur Folge haben,
dass die Selbstladefunktion der Waffe entweder vollständig unterbleibt oder es zu
Funktionsstörungen kommen kann, weil etwa der Auswurf der Patronenhülse und/oder die
Zufuhr einer neuen Patrone nur unvollständig erfolgen und die Waffe nicht mehr vollständig
verriegelt.
[0005] In der Praxis wurde versucht, dieses Problem durch leichtere bzw. kleinere Schalldämpfer
zu lösen. Dies hat allerdings den Nachteil, dass bei entsprechend leichten Schalldämpfern
die Stabilität des Schalldämpfers nachlässt und dass bei kleineren Schalldämpfern
die Dämpfwirkung aufgrund des geringeren Volumens mitunter zum Teil erheblich reduziert
wird.
[0006] Eine Lösung für dieses Problem besteht darin, den Schalldämpfer und den Waffenlauf
nicht starr miteinander zu verbinden, sondern zwischen dem Schalldämpfer und dem Waffenlauf
einen sogenannten Impulsgeber anzuordnen, der eine axiale Bewegung des Waffenlaufes
relativ zum Schalldämpfer zulässt.
[0007] Die Verwendung von Impulsgebern hat allerdings den Nachteil, dass diese leicht verschmutzen
und/oder Schäden an den Gewinden des Impulsgebers zu Beeinträchtigungen der Funktion
der Schusswaffe führen können. Bei einem nach hinten abkippenden Waffenlauf muss auch
bei Verwendung eines Impulsgebers der Schalldämpfer angehoben werden, was aufgrund
des Gewichtes des Schalldämpfers wiederum zu Funktionsstörungen führen kann.
[0008] Aus der
DE 10 2013 107 115 A1 ist ein Schalldämpfer für eine Handfeuerwaffe bekannt, der ein Schalldämpfergehäuse
mit einem Schusskanal und eine Befestigungsschiene aufweist. Mit der Befestigungsschiene
wird das Schalldämpfergehäuse an einer Montageschiene der Handfeuerwaffe befestigt.
Die Montageschiene weist hierfür zwei parallel zueinander angeordnete Längsführungen
auf.
Aufgabe der Erfindung
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es daher, Lösungen für eine alternative Befestigung eines
Schalldämpfers an einer Handfeuerwaffe bereitzustellen, bei denen insbesondere die
Selbstladefunktion bei einem beweglichen Lauf nicht beeinträchtigt wird.
Erfindungsgemäße Lösung
[0010] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Schalldämpfer für eine Handfeuerwaffe
sowie durch eine Handfeuerwaffe mit einem erfindungsgemäßen Schalldämpfer nach den
unabhängigen Patentansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen
der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0011] Bereitgestellt wird demnach ein Schalldämpfer für eine Handfeuerwaffe, insbesondere
Pistole, wobei der Schalldämpfer einen Befestigungsadapter und ein Schalldämpfergehäuse
aufweist, wobei
- der Befestigungsadapter
- eine Befestigungsschiene mit zwei parallel zueinander angeordneten Längsführungen
zum Befestigen des Befestigungsadapters an einer Montageschiene der Handfeuerwaffe
und
- am vorderen Ende eine im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse der Längsführungen
angeordnete Befestigungsplatte
aufweist,
- das Schalldämpfergehäuse an der Befestigungsplatte vorzugsweise lösbar befestigt ist,
- in dem Schalldämpfergehäuse ein Schusskanal ausgebildet ist, und
- im befestigten Zustand des Schalldämpfergehäuses an der Befestigungsplatte die Längsachse
des Schusskanals um einen Winkel α von zwischen 0,2° und 1,4° gegenüber der Längsachse
der Längsführungen der Befestigungsschiene geneigt ist.
[0012] Vorteilhaft ist es, wenn
- die Befestigungsplatte
- eine vordere Anschlagfläche und
- eine hintere Anschlagfläche
aufweist, wobei die hintere Anschlagfläche im befestigten Zustand des Befestigungsadapters
an der Montageschiene der Handfeuerwaffe dem Waffenlauf der Handfeuerwaffe zugewandt
ist, und
- das Schalldämpfergehäuse eine hintere Stirnwand aufweist, die im befestigten Zustand
des Schalldämpfergehäuses an der Befestigungsplatte der vorderen Anschlagfläche der
Befestigungsplatte zugewandt ist.
[0013] Die Summe eines Winkels β und eines Winkels λ (β + λ) kann zwischen 180,2° und 181,4°
oder zwischen 178,6° und 179,8° betragen, wobei
- der Winkel β der Winkel zwischen der vorderen Anschlagfläche und der Längsachse der
Längsführungen, und
- der Winkel λ der Winkel zwischen der Längsachse des Schusskanals und der hinteren
Stirnwand ist
[0014] Hierbei kann
- der Winkel λ 90° sein, oder
- der Winkel β kann 90° sein.
[0015] In einer Ausgestaltung der Erfindung kann ein Winkel ϕ zwischen der hinteren Anschlagfläche
und der Längsachse der Längsführungen 90° betragen.
[0016] In der Befestigungsplatte kann ein Schusskanal vorgesehen sein, wobei der Schusskanal
der Befestigungsplatte
- im befestigten Zustand des Schalldämpfergehäuses an der Befestigungsplatte koaxial
zum Schusskanal des Schalldämpfergehäuses, oder
- parallel zur Längsachse der Längsführungen
verläuft.
[0017] Der Schusskanal der Befestigungsplatte kann zur vorderen Anschlagfläche hin verjüngend
ausgeführt sein und an der vorderen Anschlagfläche im Wesentlichen denselben Durchmesser
aufweisen wie der Schusskanal des Schalldämpfergehäuses.
[0018] An der vorderen Anschlagfläche kann ein axialer Überstand vorgesehen sein, der weitgehend
formschlüssig in eine korrespondierende Aussparung an der hinteren Stirnwand des Schalldämpfergehäuses
eingreift.
[0019] An zumindest einer Seitenwand des axialen Überstandes, vorzugsweise an den beiden
senkrechten Seitenwänden des axialen Überstandes können Bohrlöcher oder Durchgangslöcher
vorgesehen sein, die mit Bohrlöchern an dem Schalldämpfergehäuse korrespondieren,
zur Aufnahme von Befestigungsmitteln.
[0020] Vorteilhaft ist es, wenn am hinteren Ende der Befestigungsschiene eine Stützfläche
ausgebildet ist, die zumindest abschnittsweise an einem vorderen Ende eines Abzugsbügels
der Schusswaffe aufliegt, wenn der Befestigungsadapter an der Schusswaffe befestigt
ist.
[0021] In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann das Schalldämpfergehäuse um einen
vorbestimmten Winkel ω relativ zum Befestigungsadapter schwenkbar an dem Befestigungsadapter
angeordnet sein.
[0022] Bereitgestellt wird ferner eine Handfeuerwaffe, insbesondere Pistole, mit einem erfindungsgemäßen
Schalldämpfer.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0023] Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
in Verbindung mit der Zeichnung. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Schalldämpfers in einem zusammengebauten
Zustand (Abbildung (a)) und in einem auseinandergebauten Zustand (Abbildung (b));
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines Befestigungsadapters in einer Ansicht von schräg
hinten (Abbildung (a)) und ein einer Ansicht von schräg vorne (Abbildung (b));
- Fig. 3
- eine Seitenansicht einer alternativen Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Schalldämpfers
in einem zusammengebauten Zustand (Abbildung (a)) und in einem auseinandergebauten
Zustand (Abbildung (b)); und
- Fig. 4
- eine weitere Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Schalldämpfers mit einem schwenkbar
angeordneten Schalldämpfergehäuse.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0024] Der nachfolgend beschriebene erfindungsgemäße Schalldämpfer weist den Vorteil auf,
dass dieser besonders einfach, sicher und schnell, insbesondere ohne ein Verschrauben
an der Waffe befestigt bzw. montiert und demontiert werden kann.
[0025] Ein weiterer wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Schalldämpfers liegt darin,
dass dieser auch für Handfeuerwaffen verwendet werden kann, die einen beweglichen
Lauf aufweisen. Ein Impulsgeber muss hierbei nicht verwendet werden, wobei dennoch
die Selbstladefunktion der Handfeuerwaffe aufrechterhalten bleibt. Als besonders vorteilhaft
hat sich hierbei die Verwendung des erfindungsgemäßen Schalldämpfers für Handfeuerwaffen
erwiesen, die einen rücklaufenden und abkippenden Lauf aufweisen.
[0026] Ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Schalldämpfers liegt jedoch darin,
dass dieser an einer Montageschiene einer Pistole befestigt werden, bei der die Montageschiene
nicht parallel zur Laufachse verläuft. Dennoch ist hierbei gewährleistet, dass der
Schusskanal des Schalldämpfers nach der Montage des Schalldämpfers an der Waffe exakt
koaxial zum Lauf der Waffe verläuft.
[0027] Fig. 1 zeigt eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Schalldämpfers 10, wobei
in Abbildung (a) der Schalldämpfer im zusammengebauten Zustand und in Abbildung (b)
im auseinandergebauten Zustand (Schalldämpfergehäuse 20 ist von dem Befestigungsadapter
30 getrennt) gezeigt sind. Der Schalldämpfer 10 ist demnach mindestens zweitteilig
ausgestaltet, wobei das Schalldämpfergehäuse 20 den ersten Teil und der Befestigungsadapter
30 den zweiten Teil bilden.
[0028] Der Befestigungsadapter 30 weist eine Befestigungsschiene 35 und eine Befestigungsplatte
31 auf.
[0029] Die Befestigungsschiene 30 wird an einer Montageschiene der Schusswaffe aufgeschoben
und so an der Waffe befestigt. Die Montageschiene ist an der Unterseite des vorderen
Bereiches des Griffstückes der Waffe angeordnet, d.h. unterhalb des Laufes der Waffe.
Die Befestigungsschiene 35 weist zwei axial verlaufende und zueinander beabstandete
Seitenwandungen auf, an dessen innenliegenden Oberflächen jeweils zumindest eine Längsführung
35a (in Fig. 2 gut erkennbar) vorgesehen sind, die mit der Montageschiene der Waffe
in Eingriff bringbar sind.
[0030] An dem vorderen Ende der der Befestigungsschiene 35 bzw. an dem vorderen Endabschnitt
VE ist die Befestigungsplatte 31 angeordnet. Die Befestigungsplatte 31 steht im Wesentlichen
senkrecht zur Befestigungsschiene 35. Die Befestigungsplatte 31 und die Befestigungsschiene
35 sind vorteilhafter einteilig ausgestaltet. Sie können aber auch zweiteilig ausgestaltet
sein, um ein Lösen der Befestigungsplatte 31 von der Befestigungsschiene 35 zu ermöglichen.
Wegen der Stabilität ist allerdings die einteilige Ausgestaltung vorteilhaft.
[0031] Durch die im Wesentlichen senkrechte Anordnung der Befestigungsplatte 31 an der Befestigungsschiene
35 weist der gesamte Befestigungsadapter 30 eine L-förmige Grundform auf, wobei die
Befestigungsschiene 35 den einen Schenkel der L-förmigen Grundform und die Befestigungsplatte
31 den anderen Schenkel der L-förmigen Grundform bilden.
[0032] Die Befestigungsplatte 31 weist eine vordere Anschlagfläche 32 und eine hintere Anschlagfläche
33 auf, wobei die hintere Anschlagfläche 33 jene Fläche ist, die bei montierten Zustand
des Schalldämpfers 10 an der Waffe dem vorderen Ende des Waffenlaufes zugewandt ist.
Der Winkel ϕ zwischen der hinteren Anschlagfläche 33 und der Längsachse LAB der Längsführungen
35a beträgt etwa 90°. Je nach konkreter Ausgestaltung des vorderen Endes des Waffenlaufes
und/oder des vorderen Endes des Griffstückes der Waffe kann der Winkel ϕ aber auch
größer oder kleiner als 90° sein.
[0033] Nach der Montage des Schalldämpfergehäuses 20 an dem Befestigungsadapter 30 liegt
eine hintere Stirnwand 21 des Schalldämpfergehäuses 20 an der vorderen Anschlagfläche
32 der Befestigungsplatte 31 auf. Der Winkel β zwischen der vorderen Anschlagfläche
32 und der Längsachse LAB der Längsführungen 35a beträgt bei der in Fig. 1 gezeigten
Ausgestaltung 90,8°. Der Winkel β kann aber zwischen 88,6° und 91,4° betragen, sodass
die vordere Anschlagfläche 32 um bis zu 1,4° relativ zur Längsachse LAB nach hinten
geneigt oder um bis zu 1,4° relativ zur Längsachse LAB nach vorne geneigt ist. Der
konkrete Winkel β hängt von dem Winkel λ zwischen der hinteren Stirnwand 21 des Schalldämpfergehäuses
20 und der Längsachse LAS des Schusskanals 25 des Schalldämpfergehäuses 20 ab, wie
nachfolgend detailliert dargestellt.
[0034] An der Vorderseite der Befestigungsplatte 31 ist ein axialer Überstand 37 vorgesehen,
der bei der Montage des Schalldämpfergehäuses 20 an dem Befestigungsadapter 30 in
Eingriff mit einer an der hinteren Stirnwand 21 des Schalldämpfergehäuses 20 vorgesehenen
Aussparung gebracht wird. Durch den axialen Überstand 37 entsteht zwischen der vorderen
Anschlagfläche 32 und dem axialen Überstand 37 eine Stufe, sodass die vordere Anschlagfläche
32 eine den axialen Überstand zumindest teilweise umlaufende Anschlagfläche 32 bildet,
wie in Fig. 2, Abbildung (b) gut erkennbar ist.
[0035] An den beiden senkrechten Seitenwänden 41 des Überstandes 37 sind Sackbohrungen 40
bzw. Bohrlöcher vorgesehen. Alternativ können auch Durchgangslöcher 40 vorgesehen
sein, die den Überstand 37 vollständig durchqueren.
[0036] An dem die Aussparung umlaufenden Abschnitt des Schalldämpfergehäuses 20 sind ebenfalls
Durchgangslöcher 42 vorgesehen, die mit den Bohrungen / Löchern 40 am Überstand 37
korrespondieren. Die Durchgangslöcher 42 an dem Schalldämpfergehäuse 20 und die Bohrungen
/ Löcher 40 an dem Überstand 37 dienen zur Aufnahme von Befestigungsmittel, z.B. Schrauben,
um das Schalldämpfergehäuse 20 an dem Befestigungsadapter 30 zu fixieren.
[0037] In dem Schalldämpfergehäuse 20 ist ein Schusskanal 25 vorgesehen, der das Schalldämpfergehäuse
in axialer Richtung durchquert. In dem Schalldämpfergehäuse 20 können schallreduzierende
Vorrichtungen und/oder schallreduzierende Mittel vorgesehen sein, die gegebenenfalls
von dem Schusskanal 25 durchquert werden.
[0038] Der Winkel λ zwischen der hinteren Stirnwand 21 des Schalldämpfergehäuses 20 und
der Längsachse LAS des Schusskanals 25 des Schalldämpfergehäuses 20 beträgt zwischen
88,6° und 91,4°, d.h. die hintere Stirnwand 21 kann um bis zu 1,4° relativ zur Längsachse
LAS nach hinten geneigt oder um bis zu 1,4° relativ zur Längsachse LAS nach vorne
geneigt sein. In Abhängigkeit vom Winkel β zwischen der Längsachse LAB der Längsführungen
35a und der vorderen Anschlagfläche 32 kann der Winkel λ auch 90° betragen, wie beispielsweise
in Fig. 1 gezeigt.
[0039] Erfindungsgemäß werden der Winkel β zwischen der Längsachse LAB der Längsführungen
35a und der vorderen Anschlagfläche 32 und der Winkel λ zwischen der hinteren Stirnwand
21 des Schalldämpfergehäuses 20 und der Längsachse LAS des Schusskanals 25 des Schalldämpfergehäuses
20 so gewählt, dass die Summe der beiden Winkel β und λ zwischen 180,2° und 181,4°
oder zwischen 178,6° und 179,8° beträgt. Damit wird erreicht, dass der Schusskanal
25 des Schalldämpfergehäuses 20 relativ zur Längsachse LAB der Längsführungen 35a
um zwischen 0,2° und 1,4° nach oben oder nach unten geneigt ist.
[0040] Als vorteilhaft hat sich herausgestellt, wenn die Summe der beiden Winkel β und λ
etwa 180,8° oder 179,2° beträgt, sodass der Schusskanal 25 des Schalldämpfergehäuses
20 relativ zur Längsachse LAB der Längsführungen 35a um 0,8° nach oben oder nach unten
geneigt ist.
[0041] Bei dem im Abbildung (a) der Fig. 1 gezeigten Schalldämpfer ist der Schusskanal 25
um 0,8° relativ zur Längsachse LAB nach unten geneigt, d.h., der Winkel α zwischen
der Längsachse LAB der Längsführungen 35a und der Längsachse LAS des Schusskanals
25 beträgt ebenfalls 0,8°.
[0042] Die Neigung des Schusskanals 25 relativ zu den Längsführungen 35a hat den Vorteil,
dass der Schalldämpfer 10 auch an einer Pistole befestigt werden kann, dessen Montageschiene
nicht parallel zur Laufachse verläuft, beispielsweise um 0,8° nach oben geneigt ist.
Dabei wird gewährleistet, dass der Schusskanal des Schalldämpfers nach der Montage
des Schalldämpfers an der Waffe exakt koaxial zum Lauf der Waffe verläuft.
[0043] Ohne die erfindungsgemäßen Maßnahmen würde der Mittelpunkt der Austrittsöffnung des
Schusskanals eines 160mm langen Schalldämpfers bei einer um 0,8° relativ zur Laufachse
geneigten Montageschiene um etwa 4mm an der gedachten Verlängerung der Laufachse überstehen,
d.h. die Austrittsöffnung des Schusskanals wäre nicht mehr konzentrisch zur Laufachse.
Die Folgen wären dann unter anderem, dass in das Dämpferpaket geschossen würde, was
zu einer Zerstörung des Dämpfers und gegebenenfalls ein zu einem Abweichen des Geschosses
führen kann.
[0044] Dieses Problem könnte auch umgangen werden, indem der Durchmesser des Schusskanals
des Schalldämpfers soweit vergrößert wird, dass die axiale Projektion der Laufmündung
innerhalb der vorderen Öffnung des Schusskanals des Schalldämpfers liegt. Bei dem
vorstehenden Beispiel müsste also der Durchmesser des Schusskanals des Schalldämpfers
um 4mm vergrößert werden, um zu gewährleisten, dass das Geschoss den Schusskanal ungehindert
passieren kann. Eine Vergrößerung des Durchmessers geht allerdings mit einer Reduzierung
der Dämpfungsleitung einher, sodass dies in der Praxis keine praktikable Option ist.
[0045] Die Montageschiene der Waffe ist in der Regel für das Befestigen von Waffenzubehör,
etwa eines taktischen Lichts oder dergleichen, vorgesehen, nicht aber zum Befestigen
eines Schalldämpfers, sodass auch keine Notwendigkeit besteht, die Montageschiene
exakt parallel zum Waffenlauf auszurichten.
[0046] Bei der herkömmlichen Technik Schalldämpfer an der Waffe zu befestigen, d.h. den
Schalldämpfer am vorderen Ende des Laufes aufzuschrauben, verläuft die Längsachse
des Schusskanals des Schalldämpfers ohnehin immer koaxial zur Laufachse, sodass keine
Notwendigkeit besteht, die Neigung des Schusskanals an die Laufachse anzupassen.
[0047] Bei dem in Fig. 1 gezeigten Schalldämpfer 10 ist der Schusskanal um 0,8° relativ
zur Längsachse LAB der Längsführungen 35a nach unten geneigt (α=0,8°). Damit kann
eine Neigung nach oben der Montageschiene von 0,8° ausgeglichen werden.
[0048] Einige Waffenhersteller liefern Pistolen aus, bei denen die Montageschiene bei vorbestimmten
Umgebungsbedingungen (Temperatur und Luftfeuchtigkeit) relativ zur Laufachse um 0,8°
nach oben geneigt ist. Bei sich ändernden Umgebungsbedingungen kann es dann vorkommen,
dass sich dieser Neigungswinkel ändert, insbesondere kleiner als 0° werden kann. Bei
einem Winkel von kleiner 0° ist die die Montageschiene relativ zur Laufachse um diesen
Winkel nach unten geneigt.
[0049] Wie vorstehend erläutert, kann dieser negative Winkel dadurch ausgeglichen werden,
dass die Summe der Winkel β und λ kleiner als 180° ist, sodass die Längsachse LAS
des Schusskanals relativ zur Längsachse LAB der Längsführungen nach oben geneigt ist.
[0050] Erfindungsgemäß können solche negativen Neigungswinkel aber auch dann ausgeglichen
werden, wenn die Summe der Winkel β und λ größer als 180° ist, die Längsachse LAS
des Schusskanals also relativ zur Längsachse LAB der Längsführungen nach unten geneigt
ist. Hierfür ist es vorgesehen, an dem hinteren Ende der Befestigungsschiene 35 bzw.
an dem hinteren Ende des Befestigungsadapters 30 eine Stützfläche 50 vorzusehen, die
bei der Montage des Schalldämpfers 10 an der Montageschiene der Waffe an dem Abzugsbügel
der Waffe zum Aufliegen kommt. Bei der Montage des Schalldämpfers bewirkt die Kraft,
mit der die Stützfläche 50 gegen den Abzugsbügel gedrückt wird, dass der vordere Abschnitt
des Griffstückes (an dessen Unterseite sich auch die Montageschiene befindet) von
dem vorderen Abschnitt der Befestigungsschiene nach oben gedrückt bzw. nach oben gezwängt
wird, sodass die Montageschiene relativ zur Laufachse wieder nach oben (z.B. um 0,8°)
geneigt ist.
[0051] Die Stützfläche 50 verläuft im Wesentlichen senkrecht zur Längsachse der Befestigungsschiene
35. Ferner verläuft die Stützfläche 50 zwischen zwei am hinteren Ende der Befestigungsschiene
ausgebildeten Flügeln 51, wobei die Flügel 51 im Wesentlichen senkrecht zur Stützfläche
50 angeordnet sind und parallel zur Längsachse der Befestigungsschiene verlaufen.
Die beiden Flügel 51 stehen an der Stützfläche 50 nach hinten über.
[0052] Die Stützfläche 50 selbst weist hier eine konvex verlaufende Oberfläche auf und ist
so ausgestaltet, dass sie mit einer konkav verlaufenden Oberfläche des Abzugsbügels
korrespondiert und bei montiertem Schalldämpfer im Wesentlichen formbündig auf dieser
aufliegt.
[0053] Der Abstand der beiden Flügel 51 zueinander ist so gewählt, dass er im Wesentlichen
der Breite des vorderen Endes des Abzugsbügels entspricht. Bei der Montage des Schalldämpfers
10 kommt das vordere Ende des Abzugsbügels in Eingriff zwischen den beiden Flügeln
51, wobei vorzugsweise ein Formschluss zwischen den Flügeln und dem vorderen Ende
des Abzugsbügels gebildet wird, d.h. dass sich das hintere Ende der Befestigungsschiene
35 in horizontaler Richtung nicht relativ zum Abzugsbügel bewegen kann.
[0054] Anstelle einer konvex verlaufenden Oberfläche der Stützfläche 50 kann die Oberfläche
der Stützfläche eine weitgehend senkrechte ebene Oberfläche aufweisen. Ein unterer
Abschnitt der Stützfläche 50 kann leicht zurückversetzt sein, d.h. zwischen dem oberen
Abschnitt und dem unteren Abschnitt der Stützfläche 50 ist eine Art Stufe ausgebildet.
In den unteren, d.h. zurückversetzten Abschnitt greift ein entsprechend ausgestalteter
Vorsprung des Abzugsbügels ein und liegt vorteilhafterweise auf der Oberfläche des
zurückversetzten Abschnittes auf. Die zwischen den beiden Abschnitten ausgebildete
Stufe verhindert einerseits, dass das hintere Ende des Schalldämpfers bei montiertem
Schalldämpfer nach unten wegklappen kann. Andererseits wird dadurch die Kraft bereitgestellt,
mit der das vordere Ende der Befestigungsschiene nach oben gedrückt wird.
[0055] In der Befestigungsplatte 31 ist ein Schusskanal 36 vorgesehen, der im montierten
Zustand des Schalldämpfer weitgehen koaxial zur Laufachse verläuft. Aufgrund der geringen
Länge des Schusskanals 36 wirkt sich eine gegebenenfalls geringe Neigung von bis zu
1,4° relativ zur Laufachse nicht negativ aus.
[0056] Der Schusskanal 36 kann zur vorderen Anschlagfläche hin verjüngend ausgestaltet sein.
[0057] Fig. 2 zeigt den erfindungsgemäßen Befestigungsadapter 30 in einer perspektivischen
Ansicht von schräg hinten (Abbildung (a)) und ein einer perspektivischen Ansicht von
schräg vorne (Abbildung (b)).
[0058] Erkennbar ist hier die Ausgestaltung des hinteren Endes der Befestigungsschiene 35
mit den beiden Flügeln 51 und der zwischen den Flügeln verlaufenden Stützfläche 50.
[0059] Ebenfalls gut erkennbar ist hier die vordere Anschlagfläche 32, die seitlich und
oben um den axialen Überstand 37 herum läuft.
[0060] An der Oberseite der Befestigungsschiene 35 weist diese zwei überstehende, parallel
zueinander verlaufende Seitenwandungen auf, an dessen Innenseite jeweils eine Längsführung
35a ausgebildet ist. In diese Längsführungen 35a greifen beim Aufschieben des Schalldämpfers
auf die Montageschiene der Waffe korrespondierende Längsführungen der Montageschiene
ein.
[0061] Fig. 3 zeigt eine alternative erfindungsgemäße Ausgestaltung eines Schalldämpfers
10.
[0062] Im Gegensatz zu der in Fig. 1 gezeigten Ausgestaltung beträgt der Winkel β zwischen
der Längsachse LAB der Längsführungen 35a und der vorderen Anschlagfläche 32 hier
90°. Den Ausführungen zu Fig. 1 folgend, muss die Summe der beiden Winkel β und λ
zwischen 180,2° und 181,4° oder zwischen 178,6° und 179,8° betragen. Demzufolge beträgt
der Winkel λ zwischen der hinteren Stirnwand 21 des Schalldämpfergehäuses 20 und der
Längsachse LAS des Schusskanals zwischen 88,6° und 89,8° oder zwischen 90,2° und 91,4°.
Bei der in Fig. 3 gezeigten Ausgestaltung beträgt der Winkel λ 90,8°, sodass der Schusskanal
25 in dem Schalldämpfergehäuse um 0,8° relativ zur Längsachse LAB nach unten geneigt
ist.
[0063] Fig. 4 zeigt eine weitere erfindungsgemäße Ausgestaltung eines Schalldämpfers 10 mit einem
schwenkbar angeordneten Schalldämpfergehäuse 20.
[0064] In einer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Schalldämpfers kann es vorgesehen sein,
den Winkel a, d.h. den Neigungswinkel der Längsachse LAS relativ zur Längsachse LAB
einstellbar auszugestalten.
[0065] Hierzu kann es vorgesehen sein, das Schalldämpfergehäuse 20 so an dem Befestigungsadapter
30 anzuordnen, dass das Schalldämpfergehäuse um eine quer durch den Befestigungsadapter
verlaufende Drehachse DA relativ zum Befestigungsadapter geschwenkt werden kann, vorzugsweise
um einen Schwenkwinkel ω zwischen -1,4° und +1,4°.
[0066] Die Drehachse DA kann hierbei durch einen Befestigungsstift gebildet werden, der
durch die unteren Durchgangslöcher 40 des Befestigungsadapters 30 und die unteren
Durchgangslöcher 42 des Schalldämpfergehäuses 20 hindurchgeführt wird. Dieser Befestigungsstift
kann gleichzeitig dazu verwendet werden, das Schalldämpfergehäuse 20 in einem bestimmten
Schwenkwinkel ω zu arretieren.
[0067] Das obere Durchgangsloch 40 bzw. die beiden oberen Durchgangslöcher 40 des Befestigungsadapters
30 können als Langloch mit einem bestimmten Krümmungsradius ausgestaltet sein, wie
in Abbildung (a) der Fig. 4 gezeigt. Durch die oberen Durchgangslöcher 42 des Schalldämpfergehäuses
20 hindurchgeführte Befestigungsmittel bewegen sich dann beim Schwenken des Schalldämpfergehäuses
20 um die Drehachse DA entlang der Langlöcher. Mit Hilfe der Befestigungsmittel, die
durch die Langlöcher hindurchgeführt werden, kann das Schalldämpfergehäuse in einem
bestimmten Schwenkwinkel ω arretiert werden.
[0068] Das Einstellen des Schwenkwinkels ω kann auch mit Hilfe einer Arretierschraube 45
bewerkstelligt werden, die durch die Befestigungsplatte 31 hindurchgeführt wird (vorzugsweise
in Bereich der vorderen Anschlagfläche 32 oberhalb das Überstandes 37) und in eine
an oder in der hinteren Stirnwand 21 des Schalldämpfergehäuses 20 angeordnete Gewindebuchse
46 eingreift. Die Gewindebuchse 46 ist vorzugsweise drehbar gelagert, sodass die Arretierschraube
45 unabhängig vom Schwenkwinkel ω immer senkrecht in die Gewindebuchse 46 eingreifen
kann.
[0069] Bei den erfindungsgemäßen Schalldämpfern ist es zu dem vorteilhaft, wenn zwischen
dem Überstand 37 und den Seitenwänden im hinteren Abschnitt des Schalldämpfergehäuses
20 eine Dichtung angeordnet ist, die ein entweichen der Knallgase verhindert.
Bezugszeichen:
[0070]
- 10
- Schalldämpfer
- 20
- Schalldämpfergehäuse des Schalldämpfers 10
- 21
- hintere Stirnwand des Schalldämpfergehäuses 20
- 25
- Schusskanal im Schalldämpfergehäuse 20
- 30
- Befestigungsadapter des Schalldämpfers 10
- 31
- Befestigungsplatte des Befestigungsadapters 30
- 32
- vordere Anschlagfläche der Befestigungsplatte 31
- 33
- hintere Anschlagfläche der Befestigungsplatte 31
- 35
- Befestigungsschiene des Befestigungsadapters 30
- 35a
- Längsführungen der Befestigungsschiene 35
- 36
- Schusskanal in der Befestigungsplatte 31 des Befestigungsadapters 30
- 37
- Überstand an der Befestigungsplatte 31
- 40
- Durchgangslöcher, Sackbohrungen oder dergleichen am Überstand 37 für Befestigungsmittel,
z.B. Schrauben
- 41
- senkrechte Seitenwände des Überstandes 37
- 42
- Durchgangslöcher an den hinteren Seitenwänden des Schalldämpfergehäuses 20
- 45
- Arretierschraube
- 46
- Gewindebuchse
- 50
- Stützfläche am hinteren Ende der Befestigungsschiene 35
- 51
- Flügel am hinteren Ende der Befestigungsschiene 35
- DA
- Drehachse
- LAB
- Längsachse der Befestigungsschiene 35
- LAS
- Längsachse des Schusskanals 25
- VE
- vorderes Ende der Befestigungsschiene 35 bzw. vorderer Endabschnitt des Befestigungsadapters
30
- α
- Winkel zwischen der Längsachse LAS des Schusskanals 25 und der Längsachse LAB der
Befestigungsschiene 35
- β
- Winkel zwischen der Längsachse LAB der Befestigungsschiene 35 und der vorderen Anschlagfläche
31 des Befestigungsadapters 30
- γ
- Winkel zwischen der hinteren Stirnwand 32 und der vorderen Anschlagfläche 31 des Befestigungsadapters
30
- ϕ
- Winkel zwischen der hinteren Stirnwand 32 und der Längsachse LAB der Befestigungsschiene
35, vorzugsweise 90°
- λ
- Winkel zwischen der Längsachse LAS des Schusskanals 25 und der hinteren Stirnwand
21 des Schalldämpfergehäuses 20
- ω
- Dreh- bzw. Schwenkwinkel
1. Schalldämpfer (10) für eine Handfeuerwaffe, wobei der Schalldämpfer einen Befestigungsadapter
(30) und ein Schalldämpfergehäuse (20) aufweist, wobei
- der Befestigungsadapter (30) eine Befestigungsschiene (35) mit zwei parallel zueinander
angeordneten Längsführungen (35a) aufweist zum Befestigen des Befestigungsadapters
an einer Montageschiene der Handfeuerwaffe, und
- in dem Schalldämpfergehäuse (20) ein Schusskanal (25) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass
- der Befestigungsadapter am vorderen Ende (VE) eine im Wesentlichen senkrecht zur
Längsachse (LAB) der Längsführungen (35a) angeordnete Befestigungsplatte (31) aufweist,
- das Schalldämpfergehäuse (20) an der Befestigungsplatte (31) vorzugsweise lösbar
befestigt ist, und
- im befestigten Zustand des Schalldämpfergehäuses (20) an der Befestigungsplatte
(31) die Längsachse (LAS) des Schusskanals (25) um einen Winkel (α) von zwischen 0,2°
und 1,4° gegenüber der Längsachse (LAB) der Längsführungen (35a) der Befestigungsschiene
(35) geneigt ist.
2. Schalldämpfer nach Anspruch 1, wobei
- die Befestigungsplatte (31)
- eine vordere Anschlagfläche (32) und
- eine hintere Anschlagfläche (33)
aufweist, wobei die hintere Anschlagfläche (33) im befestigten Zustand des Befestigungsadapters
(30) an der Montageschiene der Handfeuerwaffe dem Waffenlauf der Handfeuerwaffe zugewandt
ist, und
- das Schalldämpfergehäuse (20) eine hintere Stirnwand (21) aufweist, die im befestigten
Zustand des Schalldämpfergehäuses (20) an der Befestigungsplatte (31) der vorderen
Anschlagfläche (32) der Befestigungsplatte (31) zugewandt ist.
3. Schalldämpfer nach Anspruch 2, wobei die Summe eines Winkels (β) und eines Winkels
(λ) (β + λ) zwischen 180,2° und 181,4° oder zwischen 178,6° und 179,8° beträgt, wobei
- der Winkel (β) der Winkel zwischen der vorderen Anschlagfläche (32) und der Längsachse
(LAB) der Längsführungen (35a), und
- der Winkel (λ) der Winkel zwischen der Längsachse (LAS) des Schusskanals (25) und
der hinteren Stirnwand (21) ist
4. Schalldämpfer nach Anspruch 3, wobei
- der Winkel (λ) 90° ist, oder
- der Winkel (β) 90° ist.
5. Schalldämpfer nach einem der Ansprüche 2 bis 4, wobei ein Winkel (ϕ) zwischen der
hinteren Anschlagfläche (33) und der Längsachse (LAB) der Längsführungen (35a) vorzugsweise
90° beträgt.
6. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in der Befestigungsplatte
(31) ein Schusskanal (36) vorgesehen ist, wobei der Schusskanal (36) der Befestigungsplatte
(31)
- im befestigten Zustand des Schalldämpfergehäuses (20) an der Befestigungsplatte
(31) koaxial zum Schusskanal (25) des Schalldämpfergehäuses (20), oder
- parallel zur Längsachse (LAB) der Längsführungen (35a) verläuft.
7. Schalldämpfer nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei der Schusskanal (36) der Befestigungsplatte
(31) zur vorderen Anschlagfläche (32) hin verjüngend ausgeführt ist und an der vorderen
Anschlagfläche (32) im Wesentlichen denselben Durchmesser aufweist wie der Schusskanal
(25) des Schalldämpfergehäuses (20).
8. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei an der vorderen Anschlagfläche
(32) ein axialer Überstand (37) vorgesehen ist, der weitgehend formschlüssig in eine
korrespondierende Aussparung an der hinteren Stirnwand (21) des Schalldämpfergehäuses
20 eingreift.
9. Schalldämpfer nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei an zumindest einer Seitenwand
des axialen Überstandes (37), vorzugsweise an den beiden senkrechten Seitenwänden
(41) des axialen Überstandes (37) Bohrlöcher (40) oder Durchgangslöcher vorgesehen
sind, die mit Bohrlöchern an dem Schalldämpfergehäuse (20) korrespondieren, zur Aufnahme
von Befestigungsmitteln.
10. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei am hinteren Ende der
Befestigungsschiene (35) eine Stützfläche (50) ausgebildet ist, die zumindest abschnittsweise
an einem vorderen Ende eines Abzugsbügels der Schusswaffe aufliegt, wenn der Befestigungsadapter
(30) an der Schusswaffe befestigt ist.
11. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Schalldämpfergehäuse
(20) um einen vorbestimmten Winkel (ω) relativ zum Befestigungsadapter (30) schwenkbar
an dem Befestigungsadapter (30) angeordnet ist.
12. Handfeuerwaffe mit einem Schalldämpfer (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
1. Silencer (10) for a handgun, the silencer having a fastening adapter (30) and a silencer
housing (20),
- the fastening adapter (30) having a fastening rail (35) comprising two longitudinal
guides (35a) arranged parallel to one another for fastening the fastening adapter
to a mounting rail of the handgun, and
- a firing channel (25) being formed in the silencer housing (20),
characterized in that
- the fastening adapter has, at the front end (VE), a fastening plate (31) arranged
substantially perpendicularly to the longitudinal axis (LAB) of the longitudinal guides
(35a),
- the silencer housing (20) is preferably detachably fastened to the fastening plate
(31), and
- the longitudinal axis (LAS) of the firing channel (25) is inclined at an angle (α)
of between 0.2° and 1.4° with respect to the longitudinal axis (LAB) of the longitudinal
guides (35a) of the fastening rail (35) when the silencer housing (20) is fastened
to the fastening plate (31).
2. Silencer according to claim 1, wherein
- the fastening plate (31) has
- a front stop surface (32) and
- a rear stop surface (33),
wherein the rear stop surface (33) faces the barrel of the handgun when the fastening
adapter (30) is fastened to the mounting rail of the handgun, and
- the silencer housing (20) has a rear end wall (21) which faces the front stop surface
(32) of the fastening plate (31) when the silencer housing (20) is fastened to the
fastening plate (31).
3. Silencer according to claim 2, wherein the sum of an angle (β) and an angle (λ) (β
+ λ) is between 180.2° and 181.4° or between 178.6° and 179.8°, wherein
- the angle (β) is the angle between the front stop surface (32) and the longitudinal
axis (LAB) of the longitudinal guides (35a), and
- the angle (λ) is the angle between the longitudinal axis (LAS) of the firing channel
(25) and the rear end wall (21).
4. Silencer according to claim 3, wherein
- the angle (λ) is 90°, or
- the angle (β) is 90°.
5. Silencer according to any of claims 2 to 4, wherein an angle (ϕ) between the rear
stop surface (33) and the longitudinal axis (LAB) of the longitudinal guides (35a)
is preferably 90°.
6. Silencer according to any of the preceding claims, wherein a firing channel (36) is
provided in the fastening plate (31), wherein the firing channel (36) of the fastening
plate (31) extends
- coaxially with respect to the firing channel (25) of the silencer housing (20) when
the silencer housing (20) is fastened to the fastening plate (31), or
- parallel to the longitudinal axis (LAB) of the longitudinal guides (35a).
7. Silencer according to the preceding claim, wherein the firing channel (36) of the
fastening plate (31) tapers toward the front stop surface (32) and has substantially
the same diameter at the front stop surface (32) as the firing channel (25) of the
silencer housing (20).
8. Silencer according to any of the preceding claims, wherein an axial projection (37)
is provided on the front stop surface (32), which projection engages in a corresponding
recess on the rear end wall (21) of the silencer housing 20 in a largely form-fitting
manner.
9. Silencer according to the preceding claim, wherein boreholes (40) or through-holes
are provided on at least one side wall of the axial projection (37), preferably on
the two vertical side walls (41) of the axial projection (37), which holes correspond
to boreholes on the silencer housing (20) in order to receive fastening means.
10. Silencer according to any of the preceding claims, wherein a support surface (50)
is formed at the rear end of the fastening rail (35), which support surface rests
at least in part on a front end of a trigger guard of the firearm when the fastening
adapter (30) is fastened to the firearm.
11. Silencer according to any of the preceding claims, wherein the silencer housing (20)
is arranged on the fastening adapter (30) so as to be pivotable by a predetermined
angle (ω) relative to the fastening adapter (30).
12. Handgun comprising a silencer (10) according to any of the preceding claims.
1. Silencieux (10) destiné à une arme de poing, le silencieux présentant un adaptateur
de fixation (30) et un boîtier de silencieux (20),
- l'adaptateur de fixation (30) présentant un rail de fixation (35) comportant deux
guides longitudinaux (35a) disposés parallèlement l'un à l'autre pour fixer l'adaptateur
de fixation à un rail de montage de l'arme de poing, et
- un canal de tir (25) étant réalisé dans le boîtier de silencieux (20),
caractérisé en ce que
- l'adaptateur de fixation, au niveau d'une extrémité avant (VE), présente une plaque
de fixation (31) disposée sensiblement perpendiculairement à l'axe longitudinal (LAB)
des guides longitudinaux (35a),
- le boîtier de silencieux (20) est fixé à la plaque de fixation (31), de préférence
de manière amovible, et,
- lorsque le boîtier de silencieux (20) est fixé à la plaque de fixation (31), l'axe
longitudinal (LAS) du canal de tir (25) est incliné à un angle () compris entre 0,2°
et 1,4° par rapport à l'axe longitudinal (LAB) des guides longitudinaux (35a) du rail
de fixation (35).
2. Silencieux selon la revendication 1, dans lequel
- la plaque de fixation (31) présente
- une surface de butée avant (32) et
- une surface de butée arrière (33),
la surface de butée arrière (33) faisant face au canon d'arme de l'arme de poing lorsque
l'adaptateur de fixation (30) est fixé au rail de montage de l'arme de poing, et
- le boîtier de silencieux (20) présentant une paroi frontale arrière (21) qui, lorsque
le boîtier de silencieux (20) est fixé à la plaque de fixation (31), fait face à la
surface de butée avant (32) de la plaque de fixation (31).
3. Silencieux selon la revendication 2, dans lequel la somme d'un angle (β) et d'un angle
(λ) (β + λ) est comprise entre 180,2° et 181,4° ou entre 178,6° et 179,8°,
- l'angle (β) étant l'angle entre la surface de butée avant (32) et l'axe longitudinal
(LAB) des guides longitudinaux (35a), et
- l'angle (λ) étant l'angle entre l'axe longitudinal (LAS) du canal de tir (25) et
la paroi frontale arrière (21).
4. Silencieux selon la revendication 3, dans lequel
- l'angle (λ) est de 90°, ou
- l'angle (β) est de 90°.
5. Silencieux selon l'une des revendications 2 à 4, dans lequel un angle (ϕ) entre la
surface de butée arrière (33) et l'axe longitudinal (LAB) des guides longitudinaux
(35a) est de préférence de 90°.
6. Silencieux selon l'une des revendications précédentes, dans lequel un canal de tir
(36) est prévu dans la plaque de fixation (31), le canal de tir (36) de la plaque
de fixation (31) s'étendant
- lorsque le boîtier de silencieux (20) est fixé à la plaque de fixation (31), coaxialement
au canal de tir (25) du boîtier de silencieux (20), ou
- parallèlement à l'axe longitudinal (LAB) des guides longitudinaux (35a).
7. Silencieux selon la revendication précédente, dans lequel le canal de tir (36) de
la plaque de fixation (31) se rétrécit vers la surface de butée avant (32) et présente
sensiblement le même diamètre sur la surface de butée avant (32) que le canal de tir
(25) du boîtier de silencieux (20).
8. Silencieux selon l'une des revendications précédentes, dans lequel une saillie axiale
(37) est prévue sur la surface de butée avant (32) et vient en prise largement par
complémentarité de forme dans un évidement correspondant sur la paroi frontale arrière
(21) du boîtier de silencieux (20).
9. Silencieux selon la revendication précédente, dans lequel, sur au moins une paroi
latérale de la saillie axiale (37), de préférence sur les deux parois latérales verticales
(41) de la saillie axiale (37), des trous de perçage (40) ou des trous de passage
sont prévus, lesquels correspondent à des trous de perçage sur le boîtier de silencieux
(20), pour loger des moyens de fixation.
10. Silencieux selon l'une des revendications précédentes, dans lequel une surface d'appui
(50) est réalisée au niveau de l'extrémité arrière du rail de fixation (35) et repose
au moins par sections sur une extrémité avant d'un pontet de l'arme à feu lorsque
l'adaptateur de fixation (30) est fixé à l'arme à feu.
11. Silencieux selon l'une des revendications précédentes, dans lequel le boîtier de silencieux
(20) est disposé sur l'adaptateur de fixation (30) de manière à pouvoir pivoter d'un
angle prédéterminé (ω) par rapport à l'adaptateur de fixation (30).
12. Arme de poing comportant un silencieux (10) selon l'une des revendications précédentes.