[0001] Die Erfindung betrifft ein Brennersystem zur Erzeugung von Heißgas in einer Gasturbinenanlage,
mit einer Brennkammer, die einen entlang einer Längsachse ausgerichteten Brennraum
umfasst, und mit einem Brennerkopf mit zumindest einer Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
zur Zufuhr von Oxidator und Brennstoff als Frischgaskomponenten in die Brennkammer,
umfassend jeweils einen Strömungspfad für Brennstoff und Oxidator zu deren Zuführung
in den Brennraum, wobei die Strömungspfade stromauf eines Mischraumes jeweils getrennte
Strömungsabschnitte, zur getrennten Führung der Frischgaskomponenten, aufweisen, und
die Strömungspfade in den Mischraum zusammengeführt sind, und zumindest eine erste
Zuführöffnung zum Zuführen von Brennstoff in den Mischraum. Die Erfindung betrifft
ferner ein entsprechendes Verfahren zur Erzeugung von Heißgas in einer Gasturbinenanlage.
[0002] Ein derartiges Brennersystem geht beispielsweise aus der
WO 2014/027005 A2 hervor.
[0003] In jüngster Zeit wächst das Interesse, neben konventionellen Brennstoffen, wie z.
B. Erdgas, weitere Brennstoffe mit unterschiedlichen Zusammensetzungen energetisch
zu nutzen. Derartige Brennstoffe stellen z. B. Synthesegas aus der Biomassevergasung,
Klärgas, Deponiegas, Biogas, Grubengas oder Erdölbegleitgas dar. Die energetische
Umsetzung der Brennstoffe kann beispielsweise in Gasturbinenanlagen, insbesondere
in Mikrogasturbinenanlagen, geschehen, wobei die Brennstoffe in einem Verbrennungsprozess
zu einem Heißgas mit heißem Abgas umgesetzt werden. Dazu müssen die Brennstoffe zuverlässig,
effizient und schadstoffarm verbrannt werden.
[0004] Die unterschiedlichen Brennstoffe können sich in ihrer Zusammensetzung deutlich unterscheiden.
So weist z. B. Erdgas einen hohen Anteil an Methan als Bestandteil auf, während ein
typisches Synthesegas neben Wasserstoff und gegebenenfalls weitere brennbaren Komponenten
(z. B. Kohlenmonoxid, Methan) in der Regel einen hohen Inertgasanteil (insbesondere
Kohlendioxid und Stickstoff) enthält. Daher weisen die Brennstoffe Unterschiede in
ihren Verbrennungseigenschaften, wie z. B. Flammengeschwindigkeit und Zündverzugszeit,
und in ihren Heizwerten bzw. ihren Wobbe-Indizes (als Größe zur Beurteilung der Austauschbarkeit
von Brenngasen) auf. So ist z. B. Erdgas, mit einem massenspezifischen Heizwert von
knapp unter 50 MJ/kg, den hochkalorischen Brennstoffen zuzuordnen, wohingegen ein
typisches Synthesegas als niederkalorischer Brennstoff beispielsweise einen massenspezifischen
Heizwert von ca. 5 MJ/kg oder darunter aufweisen kann. Mittelkalorische Brennstoffe
weisen Heizwerte zwischen diesen Extrema auf. Somit ist bei Verwendung eines derartigen,
niederkalorischen, Synthesegases im Vergleich zu - hochkalorischem - Erdgas zur Erzielung
einer entsprechenden Leistung ein etwa zehnfach größerer Brennstoffmassenstrom notwendig.
Diese unterschiedlichen Eigenschaften erschweren die Nutzung unterschiedlicher Brennstoffqualitäten
in einem einzigen Brennersystem.
[0005] Ein bekanntes Vorgehen zum Einsatz sowohl hochkalorischer als auch niederkalorischer
Brennstoffe in einem einzigen Brennersystem ist deren separate Einbringung. Dabei
werden die unterschiedlichen Brennstoffe über getrennte Zuführungen eingebracht, die
jeweils auf die bestimmten Eigenschaften des Brennstoffes ausgelegt sind. Eine andere
Vorgehensweise ist der Austausch und/oder die Anpassung der Brennstoffdüsen bzw. -kanäle
unter Änderung der Geometrie. Dies ist jedoch aufwendig und erlaubt meist keine Anpassung
während des laufenden Brennerbetriebs.
[0006] Die
US 4 967 561 A zeigt ein Brennersystem, bei dem wahlweise ein flüssiger oder gasförmiger Brennstoff
in eine Brennkammer zur Verbrennung eingebracht werden kann. Dazu weist das Brennersystem
eine Vielzahl an Rohrkörpern auf, innerhalb derer zur Vormischung ein flüssiger oder
gasförmiger Brennstoff über separate, bei Zugabe unterschiedlicher Brennstoffe unterschiedliche
Düsen in die Verbrennungsluft zur Vormischung zugegeben werden kann.
[0008] Ein Brennersystem basierend auf dem Prinzip eines rezirkulationsstabilisierten Strahlflammenbrenners
ist der
EP 1 995 515 A1 entnehmbar.
[0009] Eine Mischungsvorrichtung beispielsweise zum Einsatz in einem rezirkulationsstabilisierten
Strahlflammenbrenner ist in der
DE 10 2010 062 351 A1 angegeben.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Brennersystem sowie ein Verfahren zur
Erzeugung von Heißgas bereitzustellen, das einen zuverlässigen, schadstoffarmen und
effizienten Betrieb mit sowohl hochkalorischen als auch niederkalorischen Brennstoffen
bei vergleichsweise geringem Aufwand ermöglicht.
[0011] Die Aufgabe wird für das Brennersystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Dabei ist vorgesehen, dass die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung zumindest einen
weiteren Strömungsabschnitt mit einer weiteren Zuführöffnung umfasst, über den ein
Anteil einer der Frischgaskomponenten zur Zuführung in den Brennraum in einen Strömungsabschnitt
mit der anderen Frischgaskomponente zuführbar ist, wobei der weitere Strömungsabschnitt
derart angeordnet und ausgebildet ist, dass der Anteil der Frischgaskomponente, der
über den weiteren Strömungsabschnitt strömt, bei unveränderter Geometrie mit dem Heizwert
des Brennstoffes aufgrund eines sich ändernden Druckverhältnisses veränderbar ist.
[0012] Der Anteil bezieht sich z. B. auf den gesamten, durch die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
strömenden Massen- bzw. Volumenstrom des entsprechenden Frischgases. Der weitere Strömungsabschnitt
ist insbesondere derart angeordnet, dass die Aufteilung des entsprechenden Frischgaskomponenten-Stroms
in zumindest zwei Anteile innerhalb des Brennerkopfes erfolgt, d. h. der weitere Strömungsabschnitt
zweigt innerhalb des Brennerkopfes aus dem/den getrennten Strömungsabschnitt/en ab.
[0013] Der Strömungsabschnitt mit der anderen Frischgaskomponente kann beispielsweise einer
der Strömungsabschnitte von Brennstoff oder Oxidator stromauf des Mischraums sein.
Z. B. werden die Strömungspfade der Frischgaskomponenten stromauf der weiteren Zuführöffnung
getrennt geführt und stromab der weiteren Zufuhröffnung /zunächst teilweise zusammengeführt,
in einem gemeinsamen und einem (weiterhin getrennten) Strömungsabschnitt, bevor sie
wiederum stromab der ersten Zufuhröffnung in dem Mischraum als gemeinsamen Strömungsabschnitt
vollständig zusammengeführt werden. Die Zusammenführung kann somit stufenartig nacheinander
erfolgen, wobei die weitere Zuführöffnung stromauf der ersten Zuführöffnung angeordnet
ist. Insbesondere alternativ kann der Strömungsabschnitt mit der anderen Frischgaskomponente
durch den Mischraum gebildet sein, wobei insbesondere ein Anteil des Brennstoffes
über den getrennten Strömungsabschnitt mit der ersten Zuführöffnung und der andere
Anteil über den (parallel passierbaren) weiteren Strömungsabschnitt und die weitere
Zuführöffnung in den Mischraum strömen kann. Dabei münden der getrennte Strömungsabschnitt
mit der ersten Zuführöffnung und der weitere Strömungsabschnitt parallel passierbar
in den Mischraum. In demselben Brennersystem kann sowohl die eine als auch die andere
Alternative vorhanden sein.
[0014] Der Mischraum ist in einer Ausbildungsvariante mit einer (zumindest teilweisen) Vormischung
der Frischgase vor Einbringung in die Brennkammer ein Teil des Brennerkopfes, insbesondere
der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung, wobei er einen gemeinsamen Strömungsabschnitt
bildet. Bei einer ebenfalls möglichen Ausbildungsvariante mit einer nicht vorgemischten
Einbringung in die Brennkammer entspricht der Mischraum einem Bereich des Brennraums.
[0015] Die erste und die weitere Zuführöffnung können auch Gruppen von ersten und weiteren
Zufuhröffnungen (und/oder diesen zugeordneten Strömungsabschnitten) sein, die z. B.
in unterschiedlichen (Strömungs-) Bereichen angeordnet sind, wobei die Gruppen z.
B. jeweils nach einander entsprechenden Auslegungskriterien ausgelegt sind und/oder
eine einander entsprechende Funktion erfüllen. Hingegen unterscheiden sich die erste/n
und die weitere/n Zuführöffnung/en voneinander z. B. durch ihre Auslegungskriterien
und/oder Funktion.
[0016] Die Anordnung und/oder Ausbildung des weiteren Strömungsabschnitts ist derart, dass
sich der Anteil bei Einbringung von Brennstoffen mit einem unterschiedlichen Heizwert
(bzw. einem unterschiedlichen Wobbe-Index) aufgrund sich ändernder aerodynamischer
Verhältnisse, insbesondere der Druckverhältnisse, ändert. Die Geometrie bleibt unverändert,
insbesondere bleiben die Strömungsquerschnitte der Strömungsabschnitte konstant. Auf
eine Volumenstromregulierung mittels Stelleinrichtungen, insbesondere Ventilen, kann
verzichtet werden. So kann vorteilhaft die Zuführung unterschiedlicher Brennstoffe
über dieselben Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnungen erfolgen. Dies erlaubt vorteilhaft
den Einsatz wechselnder Brennstoffe und/oder einen Mischbetrieb, z. B. mit einer kontinuierlichen
Änderung der Brennstoffzusammensetzung, mit geringem Aufwand und während des laufenden
Betriebes.
[0017] In einem Verfahren zur Auslegung kann z. B. wie folgt vorgegangen werden, um zu dem
erfindungsgemäßen Brennersystem zu gelangen: Ausgehend von einem bekannten, gattungsgemäßen
Brennersystem wird/werden innerhalb der getrennten Strömungsabschnitte von Oxidator
und Brennstoff eine oder mehrere Paarung/en von Orten lokalisiert, an dem/denen sich
die Druckdifferenz und/oder das Druckverhältnis zwischen einem hochkalorischen und
einem niederkalorischen Auslegungspunkt zu dem Strömungsabschnitt mit der jeweiligen
anderen Frischgaskomponente (Brennstoff oder Oxidator) ändert. Dies kann z. B. über
eine Druckermittlung mittels computergestützter Strömungssimulation und/oder experimentell
geschehen, wobei z. B. die Massen- bzw. Volumenströme entsprechend der Auslegungsbetriebspunkte
eingestellt werden. Diese Paarung/en von Orten miteinander verbindend, wird/werden
nun ein/mehrere weitere/r Strömungsabschnitt/e mit einer weiteren Zuführöffnung angeordnet.
Der (jeweilige) weitere Strömungsabschnitt wird entsprechend der gewünschten Aufteilung
bzw. Anteile ausgelegt, insbesondere angeordnet und/oder ausgebildet (z. B. mit entsprechendem
Strömungsquerschnitt). Dabei kann z. B. (zunächst) eine überschlägige Druckverlustberechnung
und/oder (anschließend) eine iterative Annäherung an ein Auslegungsziel, z. B. mittels
computergestützter Strömungssimulation und/oder experimentell, erfolgen. Das Auslegungsziel
kann beispielsweise die Aufrechterhaltung eines bestimmten Geschwindigkeitsbereiches
zwischen den verschiedenen Auslegungspunkten darstellen.
[0018] In einer bevorzugten Ausbildungsvariante ist als Auslegungsziel vorgesehen, dass
der Anteil derart veränderbar ist, dass die Geschwindigkeiten an der ersten und/oder
an der weiteren Zuführöffnung zwischen einem niederkalorischen Auslegungspunkt und
einem hochkalorischen Auslegungspunkt maximal um den Faktor 2 (Geschwindigkeit mit
niederkalorischem zu Geschwindigkeit mit hochkalorischem Brennstoff), insbesondere
maximal um den Faktor 1,5, vorzugsweise maximal um den Faktor 1,2, voneinander abweichen,
d. h. die Geschwindigkeiten in den unterschiedlichen Auslegungspunkten sind ähnlich
zueinander. Der "niederkalorische Auslegungspunkt" entspricht einem Auslegungsbetriebspunkt
mit einem niederkalorischen Auslegungsbrennstoff, beispielsweise einem Synthesegas,
mit z. B. einem massenspezifischen Heizwert von ca. 5 MJ/kg. Der "hochkalorische Auslegungspunkt
" entspricht einem Auslegungsbetriebspunkt mit einem hochkalorischen Auslegungsbrennstoff,
beispielsweise einem Erdgas, mit z. B. einem massenspezifischen Heizwert von knapp
50 MJ/kg. Vorzugsweise entsprechen die thermischen Leistungen der beiden Auslegungspunkte
einander, wobei sie maschinenseitig vorgeben sind. Bei einer Mikrogasturbinenanordnung,
bei der das erfindungsgemäße Brennersystem z. B. vorteilhaft eigesetzt werden kann,
kann die thermische Leistung z. B. bis 1 MW oder 500 kW, z. B. rund 300 kW betragen.
Die Luftzahl bzw. das Verbrennungsluftverhältnis entspricht beispielsweise dem bei
einem bekannten, gattungsgemäßen Brennersystem und kann z. B. zwischen 1,4 und 3,4
betragen. Die Brennstoffzusammensetzungen in dem niederkalorischen und hochkalorischen
Auslegungspunkt stellen vorzugsweise Extrema bezüglich des Heizwertes dar, zwischen
denen sich die Heizwerte der Brennstoffzusammensetzungen im Betrieb bewegen. Die (wie
vorstehend definiert) ähnlichen Geschwindigkeiten sind erreichbar durch die Auslegung
und/oder Anordnung des weiteren Strömungsabschnittes mit der weiteren Zuführöffnung.
Die Auslegung erfolgt vorzugsweise, wie heutzutage üblich, über computergestützte
Strömungssimulation. Auf diese Weise wird erreicht, dass insbesondere diejenigen Geschwindigkeiten,
die den Verbrennungsprozess in dem Brennkammersystem entscheidend beeinflussen, mit
unterschiedlichen Brennstoffen (zumindest in vorstehend genanntem Maße) ähnlich zueinander
bleiben. So können bestimmte Betriebscharakteristika, beispielsweise (zumindest teil-
bzw. bereichsweise) die Einmischung von Brennstoff in den Oxidator, in beiden Auslegungspunkten
angeglichen werden. Dies trägt zu einem stabilen, emissionsarmen und effizienten Verbrennungsprozess
mit sowohl nieder-, mittel- als auch hochkalorischen Brennstoffen bei.
[0019] In einer bevorzugten Ausbildungsvariante weist die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
einen Oxidatorkanal mit einem Austritt zur Mündung in die Brennkammer auf, wobei der
Oxidatorkanal mit einem, den Austritt umfassenden, Ausströmabschnitt entlang einer
Mittelachse M ausgerichtet ist, die im Wesentlichen axial, parallel zu der Längsachse,
verläuft. Der Oxidatorkanal bildet einen Strömungspfad für Oxidator, der in einem
stromauf liegenden Abschnitt den Oxidator getrennt führt. Das stromauf gerichtete
Ende des Oxidatorkanals kann insbesondere mit einem Oxidator-Verteilerraum des Brennerkopfes
in Strömungsverbindung stehen, sodass der Oxidatorkanal eine Strömungsverbindung für
den Oxidator zwischen dem Oxidator-Verteilerraum und dem Brennraum bildet. Der Oxidatorkanal
kann insbesondere düsenartig ausgebildet sein. Durch die axiale Anordnung kann der
Oxidator in die Brennkammer mit einem hohen axialen Impuls eingebracht werden, so
dass sich in dem Brennraum eine ausgeprägte Rezirkulationszone ausbildet, die die
Verbrennung stabilisiert, wie bei einem rezirkulationsstabilisierten Strahlflammenbrenner
(auch bekannt als "FLOX-Brenner") üblich. Eine derartige Ausbildung erlaubt einen
stabilen, emissionsarmen Verbrennungsprozess.
[0020] In einer bevorzugten Ausbildungsvariante weist die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
einen von einer Wandung umgrenzten Brennstoffkanal auf, der zumindest mit einem Endabschnitt
in dem Oxidatorkanal parallel, insbesondere koaxial, zu dem Oxidatorkanal verlaufend
ausgebildet ist und der mit einer Brennstoffmündung innerhalb des Oxidatorkanals oder
an dessen Austritt mündet, wobei die Brennstoffmündung die erste Zuführöffnung bildet.
In dem Brennstoffkanal ist stromauf der Brennstoffmündung (und ggf. stromauf der weiteren
Zuführöffnung) der getrennte Abschnitt des Brennstoff-Strömungspfades gebildet. Der
Brennstoffkanal kann insbesondere eine Strömungsverbindung zwischen einem Brennstoff-Verteilerbereich
und dem Mischraum bilden. Durch die derartige Ausbildung des Brennstoffkanals mit
der Brennstoffmündung kann der Brennstoff koaxial in die Luftströmung zugegeben werden,
was eine symmetrische, gleichmäßige Brennstoffeinmischung in den Oxidator und so einen
gleichmäßigen, stabilen Verbrennungsprozess mit geringen Emissionen unterstützt.
[0021] In einer Ausbildungsvariante weist die Brennstoffmündung einen Strömungsquerschnitt,
insbesondere mit einem Durchmesser d
3, auf, der gegenüber dem Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser
d
2, des stromauf verlaufenden Brennstoffkanals reduziert ist. Vorzugsweise ist der Strömungsquerschnitt
der Brennstoffmündung derart ausgelegt, dass sich dort in dem hochkalorischen Auslegungspunkt
eine Geschwindigkeit ähnlich der Geschwindigkeit der Frischgase an dem Austritt des
Oxidatorkanals in die Brennkammer ergibt. "Ähnlich" bedeutet hierbei, beispielsweise
zwischen +/- 50 %, vorzugsweise zwischen +/- 20 %, besonders bevorzugt zwischen +/-
10 % der Geschwindigkeit an dem Austritt. Die ähnliche Geschwindigkeit bewirkt eine
hohe Stabilität bei der Brennstoffeinmischung unter Vermeidung von Ablösungen, die
zu einer instabilen Verbrennung bis hin zu thermoakustischen Schwingungen führen können.
[0022] Alternativ weist die Brennstoffmündung einen Strömungsquerschnitt, insbesondere mit
einem Durchmesser d
3, auf, der dem Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser d
2, des stromauf verlaufenden Brennstoffkanals entspricht. Der Strömungsquerschnitt
ist z. B. derart, dass sich dort in dem niederkalorischen Auslegungspunkt eine Geschwindigkeit
ähnlich (wie in vorstehendem Absatz definiert) der Frischgase an dem Austritt des
Oxidatorkanals einstellt, mit den vorstehend genannten Vorteilen.
[0023] In einer bevorzugten Ausbildungsvariante ist die weitere Zuführöffnung durch zumindest
eine Bypassöffnung gebildet, wobei die Bypassöffnung stromauf der Brennstoffmündung
in der Wandung ausgebildet ist und wobei der weitere Strömungsabschnitt eine Strömungsverbindung
zwischen den Strömungspfaden des Oxidators und des Brennstoffes bildet. In dem Falle,
dass eine Frischgaskomponente (Brennstoff oder Oxidator) durch die Bypassöffnung strömt,
dient die Bypassöffnung einer teilweisen Zusammenführung der Frischgase stromauf der
Brennstoffmündung. Die getrennten Strömungsabschnitte der Strömungspfade sind dann
stromauf der Bypassöffnung gelegen. Die vollständige Zusammenführung von Brennstoff
und Oxidator erfolgt vorzugsweise weiterhin stromab der Brennstoffmündung. Es hat
sich gezeigt, dass durch eine derartige Anordnung der Bypassöffnung, stromauf der
Brennstoffmündung, vorteilhaft der Massen- bzw. Volumenstrom, der durch die Brennstoffmündung
strömt, zwischen dem hochkalorischen und dem niederkalorischen Auslegungspunkt zumindest
teilweise ausgeglichen werden kann. Auf diese Weise können vorteilhaft in dem nieder-
und dem hochkalorischen Auslegungspunkt ähnliche Geschwindigkeiten an der Brennstoffmündung
erreicht werden, die beispielsweise um weniger als den Faktor 2, insbesondere um weniger
als 1,5, vorzugsweise um weniger als 1,2 voneinander abweichen. So können vorteilhaft
in den beiden Auslegungspunkten ähnliche Einströmungs- und Einmischungscharakteristika
erreicht werden, die eine Voraussetzung für einen stabilen, effizienten und emissionsarmen
Betrieb bilden.
[0024] Vorzugsweise ist der Strömungsquerschnitt der Brennstoffmündung derart ausgelegt,
dass in dem niederkalorischen Auslegungspunkt oder in dem hochkalorischen Auslegungspunkt
die Geschwindigkeit an der Brennstoffmündung zwischen +/- 50 %, vorzugsweise zwischen
+/- 20 % der Geschwindigkeit des Frischgasgemisches an dem Austritt in den Brennraum
beträgt, wobei der durch die Bypassöffnung strömende Anteil (zumindest im Wesentlichen)
gleich null beträgt. In dem entsprechenden Auslegungspunkt ist dann ein Betrieb möglich,
bei dem, wie aus dem Stand der Technik bekannt, die Brennstoff- und Oxidatorströme
getrennt bis an die Brennstoffmündung heranströmen und dort (vollständig) zusammengeführt
werden. Dies ermöglicht vorteilhaft eine einfache Auslegung, ausgehend von einer (z.
B. aus dem Stand der Technik bekannten) Konfiguration ohne Bypassöffnung. Der Strömungsabschnitt
mit der Bypassöffnung ist derart ausgelegt (ausgebildet und/oder angeordnet), dass
mit einem anderen Brennstoff (der einen anderen Heizwert aufweist) ein Anteil an Brennstoff
oder Oxidator durch die Bypassöffnung und jeweils in den Strömungspfad mit der anderen
Frischgaskomponente strömen kann. Unterschiede in den Brennstoffvolumenströmen lassen
sich ausgleichen, zumindest derart, dass die Geschwindigkeit an der Brennstofföffnung
wie vorstehend angegeben in einem ähnlichen Bereich bleibt. Die Auslegung erfolgt
üblicherweise mithilfe computergestützter Strömungssimulation.
[0025] Beispielsweise ergibt sich folgende vorteilhafte Verfahrensführung bei einer Auslegung
ausgehend von dem niederkalorischen Auslegungspunkt, wobei zweckmäßigerweise die Brennstoffmündung
einen Strömungsquerschnitt entsprechend dem Brennstoffkanal aufweist: In dem niederkalorischen
Auslegungspunkt, mit dem hohen Brennstoffmassen- bzw. -volumenstrom, strömen Brennstoff
und Oxidator getrennt bis an die Brennstoffmündung und werden dort vollständig zusammengeführt.
Die Druckverhältnisse in dem Oxidator- und Brennstoffkanal sind in dem niederkalorischen
Auslegungspunkt ähnlich, sodass der durch die Bypassöffnung strömende Anteil an Frischgas,
hierbei Oxidator, (im Wesentlichen) null beträgt. In dem hochkalorischen Auslegungspunkt,
mit dem niedrigen Brennstoffmassen- bzw. -volumenstrom, ergibt sich dann in dem Brennstoffkanal
ein geringerer Druckverlust als in dem Oxidatorkanal. Dadurch ergibt sich eine Druckdifferenz
zwischen dem Oxidator- und dem Brennstoffkanal. Die Druckdifferenz bewirkt eine Strömung
von Oxidator in den Brennstoffkanal durch die Bypassöffnung derart, dass sich die
Druckverhältnisse ausgleichen. Durch diesen Oxidatoranteil wird der Massen- bzw. Volumenstrom
in dem Brennstoffkanal stromab der Bypassöffnung erhöht, während der Oxidatorstrom
verringert wird. Der weitere Strömungsabschnitt mit der Bypassöffnung, insbesondere
dessen Winkel und Strömungsquerschnitt, sind derart ausgelegt, dass sich der durch
die Bypassöffnung strömende Anteil an Oxidator derart ergibt, dass die Geschwindigkeit
an der Brennstoffmündung verglichen mit dem niederkalorischen Auslegungspunkt (wie
vorstehend angegeben) ähnlich ist, verbunden mit den vorstehend angegebenen Vorteilen.
Insbesondere ist der Gesamtströmungsquerschnitt der Bypassöffnung und/oder des weiteren
Strömungsabschnitts geringer als der kleinste Strömungsquerschnitt in dem Brennstoffkanal
(mit der Brennstoffmündung), mit z. B. zwischen 10 und 70 % bzgl. dem kleinsten Querschnitt.
Der Anteil an Oxidator kann sich beispielsweise derart ergeben, dass der Oxidatormassenstrom
durch den Bypasskanal bis zu dem 5-fachen des Brennstoffmassenstroms entspricht. Es
hat sich gezeigt, dass sich bei Brennstoffzusammensetzungen mit einem Heizwert bzw.
Wobbe-Index zwischen dem des nieder- und des hochkalorischen Brennstoffes ein entsprechend
geringerer Anteil einstellt, der zu den ähnlichen Geschwindigkeiten führt.
[0026] Bei einer Auslegung ausgehend von dem hochkalorischen Auslegungspunkt ergibt sich
beispielsweise folgende vorteilhafte Verfahrensführung, wobei zweckmäßigerweise die
Brennstoffmündung einen reduzierten Strömungsquerschnitt der Brennstoffmündung gegenüber
dem Brennstoffkanal aufweist: In dem hochkalorischen Auslegungspunkt, mit dem niedrigen
Brennstoffmassen- bzw. -volumenstrom, strömen Brennstoff und Oxidator getrennt bis
an die Brennstoffmündung und werden dort vollständig zusammengeführt. Die Druckverhältnisse
in dem Oxidator- und Brennstoffkanal sind in dem hochkalorischen Auslegungspunkt ähnlich.
Zudem ergibt sich aufgrund der Umströmung des Brennstoffkanals durch Oxidator eine
aerodynamische Versperrung des weiteren Strömungsabschnitts mit der Bypassöffnung.
Dadurch beträgt der durch die Bypassöffnung strömende Anteil an Frischgas, hierbei
Brennstoff, (im Wesentlichen) null. In dem niederkalorischen Auslegungspunkt, mit
dem hohen Brennstoffmassen- bzw. -volumenstrom, ergibt sich in dem Brennstoffkanal
ein höherer Druckverlust als in dem Oxidatorkanal, insbesondere aufgrund des reduzierten
Strömungsquerschnitts der Brennstoffmündung. Dadurch ergibt sich eine Druckdifferenz
zwischen dem Oxidator- und dem Brennstoffkanal, die eine Strömung von Brennstoff in
den Oxidatorkanal durch die Bypassöffnung bewirkt, derart, dass sich die Druckverhältnisse
ausgleichen. Durch den abströmenden Brennstoffanteil wird der Massen- bzw. Volumenstrom
in dem Brennstoffkanal stromab der Bypassöffnung reduziert, während der Volumenstrom
in dem Oxidatorkanal erhöht wird. Der weitere Strömungsabschnitt mit der Bypassöffnung,
insbesondere dessen Winkel und Strömungsquerschnitt, sind derart ausgelegt, dass sich
der durch die Bypassöffnung strömende Anteil an Brennstoff derart ergibt, dass die
Geschwindigkeit an der Brennstoffmündung verglichen mit dem hochkalorischen Auslegungspunkt
ähnlich (wie vorstehend angegeben) ist. Insbesondere ist der Gesamtströmungsquerschnitt
der Bypassöffnung und/oder des weiteren Strömungsabschnitts geringer als der kleinste
Strömungsquerschnitt in dem Brennstoffkanal. Der Anteil kann beispielsweise zwischen
30 % und 90 % des gesamten Brennstoffmassenstroms betragen. Es hat sich gezeigt, dass
sich bei Brennstoffzusammensetzungen mit einem Heizwert zwischen dem des nieder- und
des hochkalorischen Brennstoffes ein entsprechend geringerer Anteil einstellt, der
zu den ähnlichen Geschwindigkeiten führt.
[0027] Wenn mehrere Strömungsabschnitte vorhanden sind, die insbesondere symmetrisch zueinander,
z. B. drehsymmetrisch um die Mittelachse und axial auf gleicher Höhe, angeordnet sind,
lässt sich eine symmetrische Einbringung der einen Frischgaskomponente in die andere
Frischgaskomponente erreichen. Dies ist einer gleichmäßigen Einmischung zuträglich,
die wiederum eine emissionsarme Verbrennung unterstützt.
[0028] Vorzugsweise ist die Bypassöffnung axial innerhalb (bzw. bezüglich) des Oxidatorkanals
stromab eines Einströmabschnitts des Oxidatorkanals angeordnet, der vorzugsweise eine
derartige axiale Länge aufweist, dass Einlaufeffekte der Oxidatorströmung bei Einströmung
in den Oxidatorkanal, insbesondere lokale Strömungsablösungen, an der Bypassöffnung
im Wesentlichen abgeklungen sind. "Im Wesentlichen" heißt hierbei, dass die Einströmung
in die bzw. aus der Bypassöffnung nicht wesentlich durch instationäre Strömungsphänomene
beeinflusst wird. Weiterhin wird durch eine Anordnung in dem Oxidatorkanal vorteilhaft
das Risiko einer Rückströmung von Brennstoff in einen Oxidator-Verteilerraum verringert,
wie sie beispielsweise bei einer kurzzeitigen Strömungsumkehr in instationären Zuständen
(beispielsweise Zündvorgängen etc.) auftreten könnte. Beispielsweise kann die Länge
des Einströmabschnitts mindestens dem Durchmesser der Bypassöffnung entsprechen.
[0029] Vorzugsweise ist die Bypassöffnung axial innerhalb (bzw. bezüglich) des Oxidatorkanals
stromauf eines Ausströmabschnitts des Endabschnittes (des Brennstoffkanals) angeordnet,
der vorzugsweise eine derartige axiale Länge aufweist, dass Einlaufeffekte bei Einströmung
der einen Frischgaskomponente durch die Bypassöffnung bis zu der Brennstoffmündung
im Wesentlichen abgeklungen sind. "Im Wesentlichen" heißt hierbei, dass die Strömung
aus der Brennstoffmündung nicht wesentlich durch instationäre Strömungsphänomene beeinflusst
wird. So lässt sich in dem stromab gelegenen Mischraum eine gleichmäßige, stabile
Einmischung des (gegebenenfalls restlichen) Brennstoffes in den Oxidator erreichen.
Die Länge des Ausströmabschnitts kann beispielsweise mindestens 0,5-mal den Innendurchmesser
des Brennstoffkanals betragen. Die Länge des Einström- und/oder des Ausströmabschnitts
ist insbesondere mithilfe computergestützter Strömungssimulation auslegbar.
[0030] Die gewünschte Strömungsführung mit dem gewünschten, durch die Bypassöffnung strömenden
Anteil kann dadurch unterstützt werden, dass der weitere Strömungsabschnitt einen
Bypasskanal in der Wandung umfasst, der radial-axial in einem Winkel bezüglich der
Mittelachse (des Brennstoffkanals) verläuft. Der Bypasskanal mündet stromab in die
Bypassöffnung. Auf diese Weise wird vorteilhaft eine Strömungsrichtung der einen Frischgaskomponente
in die andere, die nicht der Auslegung entspricht, erschwert.
[0031] Dabei kann es in einer Ausbildungsvariante vorteilhaft sein, dass der Winkel zwischen
0° und 90°, insbesondere zwischen 10° und 60°, z. B. zwischen 15° und 45° beträgt.
Der Winkel bemisst sich zwischen der Bypasskanal-Längsachse und der Mittelachse (bezüglich
des stromauf weisenden Schenkels der Mittelachse). Diese Ausbildung unterstützt eine
(gegebenenfalls optionale) Strömung des Oxidators in den Brennstoffkanal und erschwert
eine Strömung von Brennstoff nach außen in den Oxidator. Diese Ausbildung des Bypasskanals
ist beispielsweise zweckmäßig in Kombination mit einem Strömungsquerschnitt der Brennstoffmündung
entsprechend dem Brennstoffkanal, was eine vorteilhafte Auslegung ausgehend von dem
niederkalorischen Auslegungspunkt erlaubt.
[0032] In einer alternativen Ausbildungsvariante kann es vorteilhaft sein, dass der Winkel
zwischen 90° und 180°, insbesondere zwischen 110° und 170°, z. B. zwischen 130° und
165° beträgt. Diese Ausbildung unterstützt eine (je nach Auslegung optionale) Strömung
des Brennstoffes in den Oxidatorkanal und erschwert eine Strömung von Oxidator in
den Brennstoffkanal. Diese Ausbildung des Bypasskanals ist beispielsweise zweckmäßig
in Kombination mit einem reduzierten Strömungsquerschnitt der Brennstoffmündung gegenüber
dem Brennstoffkanal, was eine vorteilhafte Auslegung ausgehend von dem hochkalorischen
Auslegungspunkt erlaubt.
[0033] Vorzugsweise umfasst der Oxidatorkanal in seinem axialen Verlauf einen ersten Abschnitt
und stromab des ersten Abschnitts einen zweiten Abschnitt, wobei zwischen den beiden
Abschnitten eine Querschnittsreduktion angeordnet ist. Dabei ist die Brennstoffmündung
axial an der, innerhalb der oder stromab der Querschnittsreduktion angeordnet. Die
Querschnittsreduktion kann beispielsweise als Sprung, konisch oder kontinuierlich
ausgebildet sein. Durch diese Anordnung der Brennstoffmündung erfolgt die (vollständige)
Zugabe des Brennstoffes in die unmittelbar stromab beschleunigte Strömung oder in
die bereits beschleunigte Strömung. Dies wirkt vorteilhafterweise einer (ungewollten)
Flammenstabilisierung an der Brennstoffmündung entgegen.
[0034] In einer weiteren bevorzugten Ausbildungsvariante umfasst die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
einen (ggf. weiteren) Mischraum, der zentral auf der Längsachse angeordnet und symmetrisch
zu dieser ausgebildet ist. Der Mischraum ist bodenseitig durch eine, z. B. senkrecht
zu der Längsachse L ausgerichtete, Bodenwandung und umfangsseitig von einer Wand begrenzt
und z. B. zylindrisch ausgebildet. Stromab mündet der Mischraum mit einem Austritt
in den Brennraum. Die Frischgaskomponenten sind dem Mischraum derart zuführbar, dass
eine Drall- (bzw. Rotations-) strömung, mit tangentialer Richtungskomponente, erzeugt
wird. Die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung umfasst somit eine Drallbrenneranordnung.
Die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung kann einem einstufigen Brennersystem zugeordnet
sein oder einem mehrstufigen, insbesondere einem 2-stufigen, wobei die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
insbesondere einer Pilotstufe zugeordnet sein kann. Vorteilhaft ist insbesondere eine
Kombination mit mehreren Oxidator-/Brennstoffzuordnungen gemäß einer der vorstehenden
Ausbildungsvarianten, insbesondere als Hauptstufe. Der Querschnitt des Mischraums
senkrecht zur Längsachse ist vorzugsweise kleiner als der des Brennraums. Die Länge
des Mischraums in axialer Richtung ist zumindest so groß, dass umfangsseitig Frischgasmündungen
eingebracht sein können und vorzugsweise, dass sich bis an den Austritt eine zumindest
teilweise Vormischung der Frischgaskomponenten ergibt. Der Mischraum kann, ebenso
wie die Brennkammer (insbesondere bei Zuordnung zu einer Pilotstufe), beispielsweise
in einen Brennerkopfkörper eingebracht sein.
[0035] Vorzugsweise weist die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung zumindest einen Oxidatorkanal
auf, der in den Mischraum umfangsseitig mündet und der mit einer tangentialen (und
gegebenenfalls einer radialen) Richtungskomponente bezüglich der Längsachse ausgerichtet
ist, wobei der Oxidatorkanal dem getrennten Strömungsabschnitt des Oxidators zugeordnet
ist. Der Oxidatorkanal bildet beispielsweise eine Strömungsverbindung zwischen dem
Luft-Verteilerraum und dem Mischraum. Für eine gleichmäßige, symmetrische Einbringung
in den Mischraum sind vorzugsweise mehrere Oxidatorkanäle, beispielsweise drei, vorhanden,
die insbesondere drehsymmetrisch um die Längsachse angeordnet sind. Bei Vorhandensein
mehrerer Oxidatorkanäle verlaufen und münden diese beispielsweise axial auf gleicher
Höhe, in einer Ebene senkrecht zu der Längsachse liegend. So lässt sich der Oxidatorströmung
effektiv eine Rotationsbewegung zur Drallerzeugung aufprägen.
[0036] In einer vorteilhaften Ausgestaltungsvariante ist der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
ein Verteilerbereich für Brennstoff zugeordnet, der insbesondere symmetrisch zu der,
z. B. zentral auf der Längsachse (bzw. der Längsachse und/oder Symmetrieachse des
Mischraums) und/oder angrenzend an die Rückseite der Bodenwandung angeordnet ist.
Beispielsweise ist der Verteilerbereich in einem Brennerkopfkörper angeordnet. Insbesondere
ist die Querschnittsfläche (senkrecht zur Längsachse) des Verteilerbereichs radial
gleich oder größer als die des Mischraums. So lässt sich eine effektive Kühlung der
Bodenseite des Mischraums durch den einströmenden Brennstoff erreichen. Insbesondere
in Verbindung mit einer zentral auf der Längsachse angeordneten Brennstoffzufuhr,
die den Brennstoff z. B. senkrecht zu der Bodenwandung in den Verteilerbereich einbringt,
kann der Brennstoff auf die Bodenwandung prallen und so eine effektive Prallkühlung
bewirken.
[0037] Ein vorteilhafter Betrieb insbesondere mit niederkalorischem Brennstoff wird dadurch
erreicht, dass die erste Zuführöffnung durch zumindest eine erste Brennstoffmündung
gebildet ist, die umfangsseitig in den Mischraum mündet und die das stromabgelegene
Ende eines ersten Brennstoffkanals bildet, wobei der Brennstoffkanal mit einem Endabschnitt
mit einer tangentialen (und gegebenenfalls radialen) Richtungskomponente bezüglich
der Längsachse verläuft. Vorzugsweise ist der Endabschnitt des Brennstoffkanals zu
dem Oxidatorkanal gleichgerichtet, d. h. mit entsprechender tangentialer und gegebenenfalls
radialer Richtungskomponente. Auf diese Weise kann der Brennstoffstrom vorteilhaft
zur Erzeugung der Drallströmung beitragen, was zu einem vergleichsweise geringen Druckverlust
führt. Der Brennstoffkanal bildet vorzugsweise eine Strömungsverbindung zwischen dem
Verteilerbereich und dem Mischraum. Stromauf des Endabschnittes ist der Brennstoffkanal
beispielsweise zur Strömungsverbindung mit dem Verteilerbereich axial ausgerichtet.
[0038] Vorzugsweise sind, insbesondere bei Vorhandensein mehrerer Oxidator- bzw. Brennstoffkanäle,
eine Oxidatormündung des Oxidatorkanals und die erste Brennstoffmündung axial versetzt
zueinander angeordnet, wobei die axiale Unterkante der Oxidatormündung stromauf der
axialen Unterkante der Brennstoffmündung angeordnet ist. Die Unterkante der Oxidatormündung
kann dabei beispielsweise bodenbündig mit der Bodenwandung sein. Auf diese Weise kann
der Brennstoffstrom durch die drallbehaftete Oxidatorströmung mitgerissen werden.
Im Falle einer Flammenstabilisierung in dem Mischraum bleibt ein gewisser Abstand
zu der Bodenwandung bestehen, und insbesondere wird durch die zwischenliegende Luftströmung
die thermische Belastung der Bodenwandung reduziert. Als vorteilhafte Anzahl an Oxidator-
und Brennstoffkanälen haben sich jeweils drei Kanäle herausgestellt, die umfangsseitig
abwechselnd in den Mischraum münden und drehsymmetrisch zu der Längsachse, jeweils
versetzt um 60°, angeordnet sind. Dadurch lässt sich eine gute Einmischung der Frischgase
ineinander bei effektiver Drallerzeugung bewirken.
[0039] Vorzugsweise ist der Gesamtströmungsquerschnitt der ersten Brennstoffmündung derart
ausgelegt, dass die Einströmgeschwindigkeit des Brennstoffes in den Mischraum in dem
niederkalorischen Auslegungspunkt zwischen 10 % und 120 %, insbesondere zwischen 15
% und 80 % der Geschwindigkeit des Oxidators an der Oxidatormündung beträgt. Die Geschwindigkeit
des Oxidators ist derart, dass eine ausreichende Drallerzeugung für eine Flammenstabilisierung
erreicht wird und kann beispielsweise zwischen 50 m/s und 120 m/s betragen. Der Gesamtströmungsquerschnitt
ergibt sich aus der Summe der Strömungsquerschnitte bestimmter Strömungsabschnitte
bzw. Mündungen, hier der vorhandenen ersten Brennstoffmündungen. So kann vorteilhaft
der Impuls des hohen Brennstoffmassen- bzw. - volumenstroms effektiv zur Drallerzeugung
beitragen. Zudem wird vermieden, dass die Rotationsbewegung der Oxidatorströmung durch
den hohen Brennstoffstrom abgebremst wird, was die Flammenstabilisierung beeinträchtigen
könnte.
[0040] Vorzugsweise ist die weitere Zuführöffnung durch eine zweite Brennstoffmündung in
den Mischraum gebildet und der weitere Strömungsabschnitt umfasst einen zweiten Brennstoffkanal,
der mit einer axialen Richtungskomponente, z. B. parallel, zu der Längsachse ausgerichtet
ist. Vorzugsweise können für eine gleichmäßige Einbringung von Brennstoff mehrere
zweite Brennstoffmündungen und -kanäle vorhanden sein. Der Gesamtströmungsquerschnitt
der zweiten Brennstoffmündung ist vorzugsweise derart, dass die Geschwindigkeit in
dem hochkalorischen Auslegungspunkt z. B. zwischen 30 % und 80 % der Geschwindigkeit
des Oxidators an der Oxidatormündung beträgt. Insbesondere ist der Gesamtströmungsquerschnitt
der zweiten Brennstoffmündung und/oder des zweiten Brennstoffkanals geringer als der
(Gesamt-) Strömungsquerschnitt des ersten Brennstoffkanals, und beträgt z. B. zwischen
4 % und 40 % des Gesamtströmungsquerschnitts des ersten Brennstoffkanals. Zusätzlich
können die Kanäle eine radiale Richtungskomponente aufweisen. Die Kanäle können, ebenso
wie der Brennstoff- und der Oxidatorkanal, z. B. durch eine im Querschnitt kreisförmige
Bohrung gebildet sein. So können vorteilhaft mehrere, parallel von Brennstoff durchströmbare,
getrennte Strömungsabschnitte bereitgestellt werden, die je nach Heizwert des Brennstoffes
mit unterschiedlichen Anteilen des Brennstoffes durchströmt werden. Auf diese Weise
wird ein Betrieb mit sowohl hoch-, mittel- als auch niederkalorischen Brennstoffen
ermöglicht, wobei jeweils eine gute Einmischung der Brennstoffe und eine stabile Verbrennung
erreichbar sind.
[0041] Vorzugsweise ist die zweite Brennstoffmündung in dem Mischraum an einem Ort angeordnet,
an dem in einem hochkalorischen Auslegungspunkt (oder mit reiner Oxidatorströmung)
ein geringerer Druck herrscht als an einem Ort der ersten Brennstoffmündung. Der Ort
kann, insbesondere bei Vorhandensein mehrerer (erster und/oder zweiter) Brennstoffmündungen,
auch ein Bereich sein. Der Druck kann beispielsweise zwischen 0,1 % und 2 % niedriger
sein als an dem Ort der ersten Brennstoffmündung. Auf diese Weise lässt sich vorteilhaft
aerodynamisch eine Aufteilung des Brennstoffstromes erreichen, die sich mit Änderung
des Heizwertes derart ändert, dass für unterschiedliche Brennstoffqualitäten eine
gute Einmischung und eine ausreichende Drallerzeugung für eine stabile Verbrennung
erreichbar ist: In dem hochkalorischen Auslegungspunkt strömt (nahezu) der gesamte
Brennstoffstrom (ein Anteil von ca. 100 %) über den (bzw. die) zweiten Brennstoffkanal
(bzw. Brennstoffkanäle) in den Mischraum. Dies wird durch die Druckdifferenz bewirkt,
die über den zweiten Brennstoffkanal größer ist als über den ersten Brennstoffkanal,
sowie durch eine aerodynamische Versperrwirkung der drallbehafteten Oxidatorströmung
bezüglich der ersten Brennstoffmündungen. Die aerodynamischen Verhältnisse verhindern
weitgehend eine Strömung des hochkalorischen Brennstoffes über den/die ersten Brennstoffkanal/Brennstoffkanäle,
der sich aufgrund des geringen Impulses des hochkalorischen Brennstoffes nicht ausreichend
in die Oxidatordrallströmung einmischen würde. Der vergleichsweise niedrige axiale
Massenstrom des hochkalorischen Brennstoffes kann über die Rotationsbewegung der Luft
beschleunigt und mitgerissen werden, so dass eine stabile Verbrennung erreichbar ist.
Der Gesamtströmungsquerschnitt (Summe der Strömungsquerschnitte) der zweiten Brennstoffkanäle
ist wesentlich geringer als der Gesamtströmungsquerschnitt der ersten Brennstoffkanäle.
Der Gesamtströmungsquerschnitt ist derart geringer, dass sich in dem niederkalorischen
Auslegungspunkt, mit dem hohen Brennstoffmassen- bzw. -volumenstrom (kurz Brennstoffstrom)
ein Druckverlust ergeben würde, der höher ist als die Druckdifferenz aufgrund der
Anordnung der zweiten Brennstoffmündungen. Dadurch strömt ein Anteil (beispielsweise
mehr als 30 %, insbesondere mehr als 50 %) des Brennstoffes über den/die ersten Brennstoffkanal/Brennstoffkanäle,
der restliche Anteil strömt über den/die zweiten Brennstoffkanal/ Brennstoffkanäle.
Auf diese Weise unterstützt der hohe Brennstoffstrom in dem niederkalorischen Auslegungspunkt
die Rotationsbewegung. Würde der gesamte Brennstoffstrom in dem niederkalorischen
Auslegungspunkt über axiale Brennstoffkanäle eingebracht, würde der Drehimpuls der
Luft nicht ausreichen, um die Rotationsbewegung soweit aufrecht zu halten, dass eine
stabile Verbrennung erreicht würde.
[0042] In einer besonders einfach zu fertigenden Ausbildungsvariante bildet der zweite Brennstoffkanal
eine Strömungsverbindung zwischen dem Verteilerbereich und dem Mischraum und verläuft
durch die Bodenwandung, wobei insbesondere die zweite Brennstoffmündung axial auf
Höhe der mischraumseitigen Fläche der Bodenwandung positioniert ist. Z. B. ist die
zweite Brennstoffmündung radial versetzt von der Mittelachse, beispielsweise zwischen
¼ und ¾ des Durchmessers des Mischraums angeordnet. Dies ist insbesondere bei Vorhandensein
mehrerer Brennstoffmündungen vorteilhaft, die vorzugsweise symmetrisch um die Mittelachse
angeordnet sind. Bei nur einer Brennstoffmündung kann diese auf der Mittelachse angeordnet
sein.
[0043] Ein vorteilhaftes Brennersystem, das einen stabilen Betrieb über einen weiten Betriebsbereich
mit hoch-, mittel- und niederkalorischen Brennstoffen erlaubt, ergibt sich, wenn zumindest
zwei Oxidator-/ Brennstoffanordnungen vorhanden sind, wobei eine, vorzugsweise mehrere,
zur Flammenstabilisierung nach Art eines rezirkulationsstabilisierten Strahlflammenbrenners
(vorzugsweise als Hauptstufe) und eine zur Flammenstabilisierung über eine Drallströmung
(vorzugsweise als Pilotstufe) ausgebildet ist. Vorzugsweise werden die Oxidatorkanäle
über einen gemeinsamen Oxidator-Verteilerraum gespeist, während den Brennstoffkanälen
getrennte Verteilerbereiche zugeordnet sind.
[0044] Für das Verfahren wird die Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruchs 20 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsvarianten des Verfahrens entsprechen sinngemäß den Varianten, die in Zusammenhang
mit dem Brennersystem beschrieben wurden.
[0045] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme
auf die Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Brennersystem einer Gasturbinenanordnung zum Betrieb mit nieder-, mittel- und
hochkalorischen Brennstoffen mit zwei erfindungsgemäßen Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnungen
in einem Längsschnitt,
- Fig. 2 A-C
- schematische Darstellungen eines Teils der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung zur
axialen Oxidatorzufuhr in eine Brennkammer gemäß Fig. 1, ohne Strömungsführung und
mit angedeuteter Strömungsführung in zwei unterschiedlichen Betriebspunkten, im Längsschnitt,
- Fig. 3 A-C
- schematische Darstellungen eines Teils einer weiteren Variante einer Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
zur axialen Oxidatorzufuhr in eine Brennkammer, ohne Strömungsführung und mit angedeuteter
Strömungsführung in zwei unterschiedlichen Betriebspunkten, im Längsschnitt,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Brennerkopfes des Brennersystems nach Fig. 1 mit
den beiden Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnungen in Ansicht von vorne, aus Richtung
einer Brennkammer,
- Fig. 5
- einen Teil des Brennerkopfes gemäß Fig. 4 mit einer Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
zur Drallerzeugung in einer perspektivischen Schnittdarstellung durch Oxidator- und
Brennstoffkanäle und
- Fig. 6 A, B
- schematische Darstellungen eines Teils der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung gemäß
Fig. 5, im Betrieb bei zwei unterschiedlichen Betriebspunkten, im Längsschnitt.
[0046] Fig. 1 zeigt ein Brennersystem 1 einer Gasturbinenanordnung, insbesondere einer Mikrogasturbinenanordnung,
zum Betrieb mit nieder-, mittel- und hochkalorischen Brennstoffen in einem Längsschnitt.
In dem Brennersystem 1 werden im Betrieb Oxidator und Brennstoff zur Bildung von Heißgas
als Arbeitsmedium für die Gasturbinenanordnung verbrannt. Der Oxidator wird in der
Regel durch Luft gebildet, die auch weitere Bestandteile enthalten kann, z. B. extern
rezirkuliertes Abgas oder thermisch verwertbare Kohlenwasserstoffe. Auch sauerstoffhaltiges
Abgas ist möglich. Nachfolgend wird die Bezeichnung "Luft" synonym zu dem allgemeineren
Ausdruck "Oxidator" verwendet.
[0047] Das Brennersystem 1 erstreckt sich entlang einer Längsachse L, die hier beispielhaft
die Symmetrieachse darstellt. Wie in Fig. 1 angedeutet, ist das Brennersystem 1 mit
einer Brennkammer 6 in ein Druckgehäuse, genauer in einen von einer Druckgehäusewand
10 umgebenen Druckgehäuseraum 12, einer Gasturbinenanordnung eingebaut. Das Druckgehäuse
ist z. B. druckdicht an ein Turbinengehäuse angeschlossen (hier nicht gezeigt).
[0048] Die Brennkammer 6 umfasst einen sich längs der Längsachse L erstreckenden Brennraum
24, der von einer Umfangswandung 20 umgrenzt ist. Die Umfangswandung 20 ist vorliegend
beispielhaft zylindrisch ausgebildet, was für einen symmetrischen, gleichmäßigen und
damit emissionsarmen Verbrennungsprozess vorteilhaft ist. An dem stromabseitigen Ende
des Brennraums 24 endet die Umfangswandung 20 in einer Austrittsöffnung 22, über die
die Brennkammer 6 an eine Abgasleitung 8 der Gasturbinenanordnung angeschlossen ist.
[0049] In der Umfangswandung 20 sind umlaufend Mischluftöffnungen 18 eingebracht, die axial
derart in der Umfangswandung 20 angeordnet sind, dass sie im Betrieb stromab einer
Verbrennungszone gelegen sind.
[0050] Die Umfangswandung 20 verläuft koaxial zu einer Außenwandung 14 der Brennkammer 6,
die um die Umfangswandung 20 unter Bildung eines umlaufenden, hier kreisringartigen,
Spaltes angeordnet ist. Der Spalt bildet einen Zubringerkanal 16 zur gegenstromartigen
Zuführung von Luft in einen Luft-Verteilerraum 30 eines Brennerkopfes 4. Auch eine
andere Ausbildung der Luftzuführung ist möglich.
[0051] Stromaufseitig an der Brennkammer 6 ist der Brennerkopf 4 des Brennersystems 1 angeordnet.
Der Brennerkopf 4 umfasst eine Trägerplatte 32, in die ein Verteilerbereich 38 für
den Brennstoff der Hauptstufe integriert ist. Der Verteilerbereich 38 ist hier beispielhaft
als Ringplenum ringförmig umlaufend um die Längsachse L ausgebildet und wird von einer
Brennstoffzufuhr 34 gespeist. Die Trägerplatte 32 bildet einen stirnseitigen Abschluss
des Druckgehäuseraums 12 und ist über Befestigungsvorrichtungen 31 zum druckdichten
Verschließen des Druckgehäuseraums 12 mit der Druckgehäusewand 10 verbunden. Zwischen
der Trägerplatte 32 und dem Druckgehäuseraum 12 bzw. der Brennkammer 6 ist ein flächiges
Isolationsmittel 33 des Brennerkopfes 4 zur Wärmeisolation angeordnet.
[0052] Der Brennerkopf 4 umfasst hier beispielhaft getrennte Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen
50, 60. Die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 sind einer Hauptstufe des Brennersystems
1 zugeordnet und dienen der Zugabe der Frischgaskomponenten Luft und Brennstoff in
die Brennkammer 24. Die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50, vorliegend beispielhaft
zehn an der Zahl, sind äquidistant auf einem gedachten Kreisring zur Bildung eines
Düsenrings angeordnet. Diese Anordnung trägt vorteilhaft zu einer geringen axialen
Ausdehnung der Verbrennungszone bei.
[0053] Die Luft-/Brennstoffzufuhranordnung 60 ist einer (stabilisierenden) Pilotstufe des
Brennersystems 1 zugeordnet und dient der Zufuhr der Frischgaskomponenten Luft und
Brennstoff in einen zweiten (Pilot-)Brennraum 26. Der zweite Brennraum 26 ist stromauf
des Brennraums 24 angeordnet und mündet in den Brennraum 24 mit einer Öffnung 28,
wobei er vorliegend auf der Längsachse L und zu dieser symmetrisch, insbesondere zylindrisch,
ausgebildet ist. Die Luft-/Brennstoffanordnungen 50 sind mit Luftkanälen 504 umlaufend
um den zweiten Brennraum 26 angeordnet. Die Luftkanäle 504 und der Brennraum 26 sind
hier beispielhaft in einen Brennerkopfkörper 25 aus Vollmaterial eingearbeitet. Möglich
ist auch eine andere Ausgestaltung, beispielsweise mit (dünneren) Wandungen. In stationären
Betriebspunkten wird in der Regel der größere Luft- und Brennstoffmassenstrom über
die Hauptstufe geführt.
[0054] Ein Brennstoffzuleitungssystem 2 des Brennersystems 1 dient zur getrennten Zuleitung
von Brennstoffen für die Haupt- und Pilotstufe in den Verteilerbereich 38 der Hauptstufe,
über die Brennstoffzufuhr 34, und in einen zweiten Verteilerbereich 40 der Pilotstufe
über eine zweite Brennstoffzufuhr 36. Die Brennstoffmassenströme sind vorzugsweise
getrennt Steuer- bzw. regelbar, wobei auch unterschiedliche Brennstoffe verwendbar
sind.
[0055] Die ersten Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 sind dazu ausgebildet, die Frischgaskomponenten
Luft und Brennstoff axial, parallel zu der Längsachse L, mit hohem Impuls zur Ausbildung
einer großräumigen Rezirkulationsströmung in den Brennraum 24 einzubringen. Dazu weisen
die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 die Luftkanäle 504 auf, die kreisringförmig
zur Bildung des Düsenrings angeordnet sind. Die Luftkanäle 504 münden jeweils mit
einem Austritt 512 in den Brennraum 24 und sind in Längsrichtung entlang einer parallel
zu der Längsachse L verlaufenden Mittelachse M ausgerichtet. Mit den stromaufgelegenen
Enden stehen die Luftkanäle 504 in Strömungsverbindung mit dem Luft-Verteilerraum
30, der vorliegend ein Luftplenum bildet und von welchem sie mit Luft gespeist werden.
[0056] Wie genauer aus Figur 2A ersichtlich, weisen die Luftkanäle 504 jeweils einen stromauf
angeordneten ersten Abschnitt 520 und einen stromab angeordneten zweiten Abschnitt
522 auf, der gegenüber dem ersten Abschnitt 520 zur Beschleunigung der Strömung im
Querschnitt reduziert ist. Die Abschnitte 520, 522 sind jeweils insbesondere zylindrisch
ausgebildet, wobei auch eine andere Querschnittsform denkbar ist. Die Querschnittsreduktion
zwischen den beiden Abschnitten 520, 522 kann z. B. als Querschnittssprung, konisch
oder kontinuierlich ausgebildet sein.
[0057] Jeweils in die Luftkanäle 504 hineinragend weisen die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen
50 Brennstoffkanäle 502 auf. Die Brennstoffkanäle 502 sind jeweils von einer Wandung
501 umgrenzt und in Längsrichtung auf der Mittelachse M angeordnet. Die Brennstoffkanäle
502 bilden eine Strömungsverbindung von dem Verteilerbereich 38 für Brennstoff, wobei
sie von diesem ausgehend durch das Isolationsmittel 33 und den Luft-Verteilerraum
30 verlaufen und jeweils mit Endabschnitten 503 innerhalb der Luftkanäle 504 zu diesen
koaxial angeordnet sind. Mit Brennstoffmündungen 510 münden die Brennstoffkanäle 502
in den Luftkanälen 504 zur koaxialen Zugabe von Brennstoff in die Luft. Die Brennstoffmündungen
510 sind axial unmittelbar zu Beginn, innerhalb oder stromab der Querschnittsreduktion
positioniert.
[0058] Die Brennstoffmündungen 510 bilden jeweils erste Zuführöffnungen zur Zuführung von
Brennstoff in die Luftströmung. Stromauf der Brennstoffmündungen 510 verlaufen die
Strömungspfade der Frischgaskomponenten zumindest teilweise in getrennten Strömungsabschnitten.
Stromab der Brennstoffmündungen 510 sind in den Luftkanälen 504 Mischräume 508 gebildet,
in denen die Strömungspfade von Luft und Brennstoff zusammengeführt sind, d. h. in
den Mischräumen ist der gesamte Brennstoffstrom in den Luftstrom eingebracht. Die
Mischräume 508 dienen der zumindest teilweisen Vormischung von Brennstoff und Luft
stromauf deren Zuführung in die Brennkammer 6 bzw. den Brennraum 24.
[0059] Gemäß einem Kerngedanken der Erfindung umfassen die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen
50 neben den Brennstoffmündungen 510, als erste Zuführöffnungen, weitere Strömungsabschnitte
mit weiteren Zuführöffnungen. Die weiteren Strömungsabschnitte sind hier z.B. von
mehreren, z.B. vier, Bypasskanälen 526 gebildet. Die Bypasskanäle 526 sind z. B. drehsymmetrisch
umlaufend um die Mittelachse und axial auf gleicher Höhe in die Wandungen 501 der
Brennstoffkanäle 502 eingebracht. Sie weisen beispielsweise einen kreisrunden Querschnitt
auf.
[0060] Die Bypassöffnungen 528 sind innerhalb des Luftkanals 504 axial stromauf eines Ausströmabschnitt
516 des Endabschnittes 503 des Brennstoffkanals 502 angeordnet. Der Endabschnitt 503
erstreckt sich zwischen den stromabseitigen Kanten der Bypassöffnungen 528 und den
Brennstoffmündungen 510. Die Länge des Ausströmabschnitts 516 ist so gewählt, dass
Einlaufeffekte bei Einströmung der einen Frischgaskomponente, in dieser Ausführungsvariante
insbesondere Luft, in die andere bis zu der Brennstoffmündung 510 zumindest weitgehend
abgeklungen sind. Beispielsweise ist an der Brennstoffmündung 510 keine Rezirkulationsströmung
mehr vorhanden.
[0061] Weiterhin sind die Bypassöffnungen 528 (mit den stromaufgelegenen Kanten) stromab
von Einströmabschnitten 514 innerhalb der Luftkanäle 504 angeordnet. Die Länge der
Einströmabschnitte 514 ist derart, dass Einlaufeffekte der Luftströmung bei Einströmung
in die Luftkanäle 504, insbesondere z. B. Rezirkulationsgebiete an der Einlauföffnung,
bis zu den Bypasskanälen 526 abgeklungen sind. Weiterhin lässt sich so die Wahrscheinlichkeit
verringern, dass im Falle einer kurzzeitigen Strömungsumkehr bei einem instationären
Manöver Brennstoff in den Luft-Verteilerbereich 30 gelangt. Die Luftkanäle 504 weisen
zu diesem Zweck ggf. eine größere Länge auf als aus dem Stand der Technik bekannte
rezirkulationsstabilisierte Strahlflammenbrenner.
[0062] In der in Fig. 1 angedeuteten, ersten Ausbildungsvariante, die genauer in den Figuren
2A bis 2C dargestellt ist, sind die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 ausgehend
von einem niederkalorischen Auslegungspunkt (einem Auslegungsbetriebspunkt zum Betrieb
mit einem niederkalorischen Auslegungsbrennstoff, beispielsweise einem Synthesegas
mit einem Heizwert von 5 MJ/kg) ausgelegt. Dabei entsprechen die Strömungsquerschnitte
bzw. hier Durchmesser d
3 der Brennstoffmündungen 510, und die Strömungsquerschnitte bzw. Durchmesser d
2 der Brennstoffkanäle 502 einander.
[0063] In den Figuren 3A bis 3C ist eine zweite Ausführungsvariante dargestellt, bei der
die Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 ausgehend von einem hochkalorischen Auslegungspunkt
(einem Auslegungsbetriebspunkt zum Betrieb mit einem hochkalorischen Auslegungsbrennstoff,
beispielsweise Erdgas mit einem Heizwert von knapp unter 50 MJ/kg) ausgelegt. Dabei
ist der Strömungsquerschnitt an der Brennstoffmündung 510, bzw. hier der Durchmesser
d
3, gegenüber dem Strömungsquerschnitt bzw. dem Durchmesser d
2 des Brennstoffkanals 502 reduziert, um den Brennstoffstrom auf eine gewünschte Geschwindigkeit
an der Brennstoffmündung 510 zu beschleunigen.
[0064] Die Durchmesser d
3 sind in beiden Ausführungsbeispielen derart ausgelegt, dass die Geschwindigkeiten
des (niederkalorischen bzw. hochkalorischen Auslegungs-) Brennstoffes an der Brennstoffmündung
510 ähnlich der Geschwindigkeit des Frischgasgemisches an dem Austritt 512 in den
Brennraum 24 ist (beispielsweise zwischen +/- 50 %, insbesondere zwischen +/- 20%).
An dem Austritt 512 liegen typische Geschwindigkeiten für einen rezirkulationsstabilisierten
Strahlflammenbrenner vor, beispielsweise zwischen 60 m/s und 180 m/s. Durch die ähnlichen
Eintrittsgeschwindigkeiten werden Strömungsablösungen und damit verbundene Brennstofffluktuationen
an der Brennstoffmündung 510 verhindert und ein stabiler Verbrennungsprozess unterstützt.
[0065] Die Bypasskanäle 526 verlaufen hier beispielhaft radial-axial, in einem Winkel α
bezüglich der Mittelachse M geneigt. Der Winkel α beträgt in dem ersten Ausführungsbeispiel
(Fig. 2 A bis 2 C) z. B. zwischen 15° und 45° (α Richtung stromauf geöffnet). In dem
zweiten Ausführungsbeispiel (Fig. 3 A bis 3 C) beträgt der Winkel α z. B. zwischen
135 ° und 165 ° (α Richtung stromauf geöffnet). Diese Ausrichtungen unterstützen jeweils
eine gewünschte Strömungsrichtung zwischen dem Luft-Strömungspfad und dem Brennstoff-Strömungspfad,
die nachfolgend erläutert wird.
[0066] Der Winkel α und die Gesamtströmungsquerschnitte der Bypasskanäle 526 und/oder der
Bypassöffnungen 528 (d.h. die Summe der Strömungsquerschnitte der Brennstoffkanäle
526 bzw. Brennstofföffnungen 528) sind in dem ersten Ausführungsbeispiel bezüglich
des hochkalorischen Auslegungspunktes, in dem zweiten Ausführungsbeispiel bezüglich
des niederkalorischen Auslegungspunktes ausgelegt. Die Auslegung erfolgt derart, dass
die Geschwindigkeiten an den Brennstoffmündungen 510 in dem hochkalorischen bzw. niederkalorischen
Auslegungspunkt an die Geschwindigkeiten in dem niederkalorischen bzw. hochkalorischen
Auslegungspunkt angeglichen wird, d. h. die Geschwindigkeiten sind ähnlich. Beispielsweise
beträgt das Geschwindigkeitsverhältnis an den Brennstoffmündungen 510 "niederkalorisch/hochkalorisch"
kleiner einem Faktor 2, vorzugsweise kleiner einem Faktor 1,5.
[0067] Die Strömungsführung im Betrieb ist in der ersten Ausführungsvariante in den Figuren
2B und 2C durch Pfeile angedeutet. Fig. 2B zeigt die Strömungsführung in dem niederkalorischen
Auslegungspunkt, mit einem großen Brennstoffmassen- bzw. volumenstrom. Luft und Brennstoff
werden zunächst durch den Luftkanal 504 bzw. den Brennstoffkanal 502 in getrennten
Strömungsabschnitten an die Bypassöffnung herangeführt. Die Druckverhältnisse in dem
Luftkanal 504 und dem Brennstoffkanal 502 sind in dem niederkalorischen Auslegungspunkt
ähnlich, sodass der durch die Bypassöffnung 528 strömende Anteil an Luft (im Wesentlichen)
null beträgt. Daher ergibt sich keine oder allenfalls eine geringe treibende Kraft,
die eine Strömung durch die Bypassöffnungen 528 bewirkt. Folglich strömt (zumindest
großteils) die Luft durch den Luftkanal 504 und der Brennstoff durch den Brennstoffkanal
502 im Wesentlichen getrennt bis an die Brennstoffmündung 510, wo die Frischgaskomponenten
zusammengeführt werden.
[0068] In dem hochkalorischen Auslegungspunkt (Fig. 2 C), mit dem wesentlich geringeren
Brennstoffvolumenstrom, ergibt sich in dem Brennstoffkanal 502 ein geringerer Druckverlust
als in dem umgebenden Luftkanal 504. Der sich ergebende Druckunterschied bewirkt,
dass ein Anteil der Luft durch die Bypasskanäle 526 mit den Bypassöffnungen 528 bereits
stromauf der Brennstoffmündung 510 in den Brennstoffkanal 502 einströmt. Dadurch vergrößert
sich der Volumenstrom innerhalb des Brennstoffkanals 502 zwischen den Bypassöffnungen
528 und der Brennstoffmündung 510. Der Anteil der Luft ergibt sich durch die entsprechende
Auslegung der Bypasskanäle 526 und der Bypassöffnungen 528 derart, dass an der Brennstoffmündung
510 die gewünschte Geschwindigkeit vorliegt. Dabei können Durchmesser d
1 der Bypasskanäle 526 z. B. zwischen 10 % und 40 % des Durchmessers d
2 des Brennstoffkanals 502 betragen. Dies erhöht die Stabilität der Verbrennung durch
die Vermeidung von Brennstofffluktuationen an der Brennstoffmündung wesentlich. Ohne
die Ausgestaltung mit den Bypasskanälen 526 würden sich beispielsweise Geschwindigkeitsunterschiede
um den Faktor 5 ergeben.
[0069] Für die zweite Ausführungsvariante ist die Strömungsführung im Betrieb in den Figuren
3B und 3C durch Pfeile angedeutet. Fig. 3B zeigt die Strömungsführung in dem niederkalorischen
Auslegungspunkt, mit einem großen Brennstoffvolumenstrom. Luft und Brennstoff werden
zunächst durch den Luftkanal 504 bzw. den Brennstoffkanal 502 an die Bypassöffnung
528 herangeführt. Durch den hohen Brennstoffmassen- bzw. -volumenstrom fällt an der
Brennstoffmündung 510 ein hoher Druck ab. Entsprechend ergibt sich stromauf in dem
Brennstoffkanal 502 ein erhöhter Druck, der zu einer erhöhten Druckdifferenz zwischen
dem Brennstoffkanal 502 und dem umgebenden Luftkanal 504 führt. Die Druckdifferenz
bewirkt, dass zum Druckausgleich ein Anteil des Brennstoffes durch die Bypasskanäle
526 mit den Bypassöffnungen 528 in den Luftkanal 504 einströmt. So strömt stromab
der Bypassöffnungen 528 ein Anteil des Brennstoffstromes zusammen mit dem Luftstrom
bis an den Ort der Brennstoffmündung 510, der andere Anteil weiterhin getrennt über
den Brennstoffkanal 502 bis an die Brennstoffmündung 510. Die Bypasskanäle 526 mit
den Bypassöffnungen 528 sind insbesondere bzgl. ihrem Winkel α und den Strömungsquerschnitten
so ausgelegt, dass eine Druckdifferenz bewirkt wird, durch die der Brennstoffstrom
anteilig derart aufgeteilt wird, dass die Geschwindigkeit an der Brennstoffmündung
510 ähnlich (beispielsweise um einen Faktor 2 oder weniger, vorzugsweise um einen
Faktor 1,3 oder weniger) dieser Geschwindigkeit in dem hochkalorischen Auslegungspunkt
ist. Dabei können Durchmesser d
1 der Bypasskanäle 526 z. B. zwischen 10 % und 50 % des Durchmessers d
2 des Brennstoffkanals 502 betragen.
[0070] In dem hochkalorischen Auslegungspunkt, mit dem vergleichsweise geringen Brennstoffvolumenstrom,
sind die Druckverhältnisse zwischen dem Brennstoffkanal 502 und dem Luftkanal 504
ähnlich zueinander. Daher ergibt sich keine oder allenfalls eine geringe treibende
Kraft zur Strömung durch den Bypasskanal 526 mit der Bypassöffnung 528.
[0071] Die Brennstoffzusammensetzungen in den niederkalorischen und in den hochkalorischen
Auslegungspunkten stellen vorzugsweise Extrema dar, zwischen denen sich die Brennstoffzusammensetzungen
im Betrieb bewegen. Bei Änderung der Brennstoffzusammensetzung und des Heizwertes
bzw. Wobbe-Index des Brennstoffes zwischen diesen Extrema während des Betriebs stellen
sich die Druckverhältnisse innerhalb der Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen 50 entsprechend
so ein, dass der Anteil des jeweiligen Frischgases, das in den Strömungspfad des anderen
Frischgases strömt, derart groß ist, dass es zu der gewünschten Angleichung der Geschwindigkeiten
kommt.
[0072] Die zweite Luft-/Brennstoffzufuhranordnung 60 (vgl. Fig. 1 und Fig. 5, 6A, B) ist
dazu ausgebildet, die Frischgaskomponenten Luft und Brennstoff dem zweiten Brennraum
26 in einer Drallströmung, d. h. mit einer tangentialen Richtungskomponente, zuzuführen.
Zu diesem Zweck umfasst die Luft-/Brennstoffzufuhranordnung 60 einen Mischraum 608,
der bodenseitig in der Innenwand, stromauf, des Brennraums 26 ausgebildet ist, sodass
er stromab mit einem Austritt 612 in den Brennraum 26 mündet. Der Mischraum 608 ist
zentral, auf der Längsachse L, angeordnet und zu dieser symmetrisch ausgebildet, insbesondere
zylindrisch. Wie die Figuren 6A, B genauer zeigen, ist der Mischraum 608 bodenseitig
durch eine Bodenwandung 626 begrenzt, die hier beispielhaft senkrecht zu der Längsachse
L ausgerichtet ist. Umfangsseitig ist der Mischraum 608 von einer Wand 609 begrenzt.
Der Mischraums 608 dient der zumindest teilweisen Vormischung der Frischgaskomponenten.
[0073] Wie die Figuren 4 und 5 genauer zeigen, münden umfangsseitig in den Mischraum 608,
in der Wand 609, mehrere Luftkanäle 604 mit Luftmündungen 610, hier beispielhaft drei
an der Zahl. Die Luftkanäle 604 bilden eine Strömungsverbindung zwischen dem Luft-Verteilerraum
30 und dem Mischraum 608 und bilden getrennte Strömungsabschnitte des Strömungspfades
der Luft, hier beispielhaft für die Pilotstufe. Die Luftkanäle 604 haben beispielsweise
einen kreisrunden Querschnitt. Die Luftkanäle 604 verlaufen beispielhaft axial konstant,
in einer Ebene senkrecht zu der Längsachse L, und sind tangential zu dem zylindrischen
Mischraum 608 ausgerichtet, um der austretenden Luftströmung eine tangentiale Richtungskomponente
zur Erzeugung der Drallströmung aufzuprägen. Die Ausrichtung könnte zusätzlich eine
radiale Richtungskomponente aufweisen.
[0074] Vorzugseise jeweils abwechselnd zu den Luftkanälen 604, in gleicher Anzahl, münden
Brennstoffkanäle 602, vorliegend beispielhaft drei, mit Brennstoffmündungen 614 umfangsseitig
in den Mischraum 608. Die abwechselnde Anordnung ermöglicht eine gleichmäßigere Einmischung
des Brennstoffes in die Luft. Die Brennstoffkanäle 602 haben beispielsweise einen
kreisrunden Querschnitt und getrennte Strömungsabschnitte der Strömungspfade für den
Brennstoff. Die Mündungen der Luft- und Brennstoffkanäle sind drehsymmetrisch zu der
Längsachse L angeordnet, hier beispielhaft versetzt um 60° zueinander. Die Brennstoffkanäle
602 verlaufen jeweils mit einem Endabschnitt 601 axial konstant in einer Ebene senkrecht
zu der Längsachse L und tangential, gegebenenfalls mit einer zusätzlichen radialen
Richtungskomponente, zu dem Mischraum 608.
[0075] Die Endabschnitte 601 der Brennstoffkanäle 602 sind tangential- radial vorzugsweise
den Luftkanälen 604 gleichgerichtet. So kann der Brennstoff die Rotationsbewegung
der Drallströmung mit antreiben. Die Brennstoffkanäle 602 sind derart ausgelegt, dass
in dem niederkalorischen Auslegungspunkt mit den höheren Massen- bzw. Volumenströmen
die Rotationsbewegung der Drallströmung mitangetrieben wird. Dabei weisen die Frischgaskomponenten
jeweils ähnliche Größenordnungen bei den Einströmgeschwindigkeiten in den Mischraum
608 auf, wobei beispielsweise die Brennstoffgeschwindigkeit 10 % und 120 %, insbesondere
zwischen 15 % und 80 %, der Luftgeschwindigkeit beträgt. Die Luftgeschwindigkeit kann
beispielsweise zwischen 50 m/s und 120 m/s betragen und ist derart, dass eine flammenstabilisierende
Drallströmung erreicht wird.
[0076] Die Brennstoffmündung 614 und die Luftmündungen 610 sind axial versetzt zueinander
angeordnet, wobei die axialen Unterkanten der Brennstoffmündungen 614 weiter stromab
angeordnet sind als die axialen Unterkanten der Luftmündungen 610. Die Luftmündungen
610 können beispielsweise mit den axialen Unterkanten bodenbündig an die Bodenwandung
626 angrenzen. So kann der in der Regel wesentlich größere Luftstrom vorteilhaft einer
unerwünschten Stabilisierung einer Flamme an der Brennstoffmündung 610 entgegenwirken.
[0077] Stromauf der Endabschnitte 601 weisen die Brennstoffkanäle 602 axiale Abschnitte
605 auf, die aus dem Verteilerbereich 40 abgehen. Der Verteilerbereich 40 ist zentral
auf der Längsachse L angeordnet und grenzt an die Rückseite der Bodenwandung 626 an.
Die radiale Ausdehnung des Verteilerbereichs 40 ist größer als die des Mischraums
608, so dass der Brennstoffstrom ausgehend von dem Verteilerbereich 40 einfach über
die axialen Abschnitte 605 und die stromab angeordneten Endabschnitte 601 dem Mischraum
608 zuführbar ist.
[0078] Der Verteilerbereich 40 wird von der zentral, auf der Längsachse L, angeordneten
zweiten Brennstoffzufuhr 36 gespeist. Die zentrale Anordnung der Brennstoffzufuhr
36 und des Verteilerbereichs 40 mit dessen Anordnung angrenzend an die Rückseite der
Bodenwandung 626 ermöglichen vorteilhaft eine Kühlung der Bodenwandung 626 mittels
des zugeführtem Brennstoffstroms, der bei Zufuhr auf die Rückseite der Bodenwandung
626 prallt und diese in Art einer Prallkühlung kühlt. Die gleichmäßig um den Mischraum
608 angeordneten Brennstoffkanäle 602, mit den axialen Abschnitten 605 und Endabschnitten
601, tragen ebenfalls zur Kühlung des Mischraums 608 bei. So wird vorteilhaft die
Temperaturbelastung in dem Brennerkopf 4 bereichsweise reduziert. In diese Bereiche
können temperaturempfindliche Komponenten, wie beispielsweise eine Zündvorrichtung
oder Lagerstellen, angeordnet werden können. Dies beeinflusst positiv die Lebensdauer
der einzelnen Bauteile des Brennersystems 1.
[0079] Die Brennstoffmündungen 614 bilden eine Gruppe von ersten Zuführöffnungen, wobei
die Frischgaskomponenten Brennstoff und Luft in dem Mischraum 608 zusammengeführt
werden. Gemäß einem Kerngedanken der Erfindung sind weitere Strömungsabschnitte, gebildet
durch zweite Brennstoffkanäle 603, vorhanden, die jeweils über weitere Zuführöffnungen,
gebildet von zweiten Brennstoffmündungen 616, in den Mischraum 608 eine Gruppe münden.
Die zweiten Brennstoffkanäle 603 sind axial zu der Längsachse L ausgerichtet, wobei
sie auch eine radiale Komponente aufweisen können. Die zweiten Brennstoffmündungen
616 sind in dem Mischraum 608, insbesondere in der Bodenwandung 626, an einem Ort
B (hier Bereich) angeordnet, an dem in dem hochkalorischen Auslegungspunkt ein geringerer
Druck herrscht als an einem Ort A (hier Bereich) der ersten Brennstoffmündungen 614.
Ein solcher Ort befindet sich z. B. bündig mit der in Richtung Mischraum 608 weisenden
Seite der Bodenwandung 626, radial versetzt zu der Längsachse L. Durch eine derartige
Anordnung ergibt sich im Betrieb bei dem hochkalorischen Auslegungspunkt eine Druckdifferenz,
durch die der Brennstoff bevorzugt über die zweiten Brennstoffkanäle 603 und die zweiten
Brennstoffmündungen 616 in den Mischraum 608 einströmt. Die Strömungsquerschnitte
bzw. der Gesamtströmungsquerschnitt der zweiten Brennstoffkanäle 603 sind derart ausgelegt,
dass die Geschwindigkeiten an den zweiten Brennstoffmündungen 616 z. B. zwischen 30
% und 80 % der Geschwindigkeit der Luftströmung betragen. Dies bewirkt vorteilhaft
eine gute Einmischung des Brennstoffes in die verdrallte Luftströmung. Im hochkalorischen
Auslegungspunkt beträgt der Brennstoffstrom über die zweiten Brennstoffkanäle 603
(nahezu) 100 % und über die ersten Brennstoffkanäle 602 (nahezu) 0 %.
[0080] In den Figuren 6A und 6B ist die Strömungsführung im Betrieb anhand von Pfeilen verdeutlicht.
Fig. 6A zeigt den Betrieb in dem niederkalorischen Auslegungspunkt, mit hohem Brennstoffmassenstrom.
Dabei strömt der Brennstoff durch den Verteilerbereich 40. Die Strömungsquerschnitte
der zweiten Brennstoffkanäle 603 bzw. der zweiten Brennstoffmündungen 616 bzw. der
Gesamtströmungsquerschnitt (Summe der Strömungsquerschnitte) ist derart gewählt, dass
sich bei dem niederkalorischen Auslegungspunkt ein hoher Druckverlust innerhalb der
zweiten Brennstoffkanäle 603 ergibt. Der über die Auslegung bewirkte Druckverlust
ist derart hoch, dass ein Anteil, beispielsweise zwischen 90 % und 30 %, des Brennstoffes
über die ersten Brennstoffkanäle 602 in den Mischraum 608 einströmt, wobei der Brennstoff
an den ersten Brennstoffmündungen 614 eine Geschwindigkeit von z. B. 10 % bis 30 %
der Luftströmung an den Luftmündungen 610 aufweist. So wird die Rotation der Drallströmung
durch die hohen Brennstoffmassenströme mit angetrieben. Der andere Anteil des Brennstoffes,
z. B. 10 % bis 70 %, strömt über die zweiten Brennstoffkanäle 603.
[0081] In dem hochkalorischen Auslegungspunkt, mit dem geringen Brennstoffmassenstrom, bewirkt
die Druckdifferenz über die zweiten Brennstoffkänale 603 zusammen mit einer Versperrwirkung
der Luftströmung an den ersten Brennstoffmündungen 614, dass der Brennstoffmassenstrom
bevorzugt, z. B. (nahezu) vollständig, über die zweiten Brennstoffkanäle 603 mit den
zweiten Brennstoffmündungen 616 strömt. Die Drallströmung der Luft reißt den in den
Mischraum 608 strömenden Brennstoff mit und beschleunigt ihn.
[0082] Sowohl in dem niederkalorischen als auch in dem hochkalorischen Auslegungspunkt sind
die Luftgeschwindigkeiten derart, dass eine Flammenstabilisierung durch die Drallströmung
erreicht wird. Der Anteil der Brennstoffströmung über die zweiten Brennstoffkanäle
603 variiert zwischen z. B. 10 % bis 70 % und (nahezu) 100 % zwischen dem niederkalorischen
und dem hochkalorischen Auslegungspunkt. Auf diese Weise kann bei gleichbleibender
Geometrie mit nieder- mittel- und hochkalorischen Brennstoffen ein stabiler, druckverlustoptimierter
(und damit effizienter) Betrieb erreicht werden.
[0083] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Brennersystems 1 und des erfindungsgemäßen
Verfahrens kann das Brennersystem 1 sowohl mit nieder- als auch mit hochkalorischen
Brennstoffen und dazwischenliegenden Varianten stabil und zuverlässig betrieben werden.
Da sich die angepasste Durchströmung der Luft-/Brennstoffzufuhranordnungen aufgrund
der sich ändernden Druckverhältnisse mit dem sich ändernden Heizwert bzw. Wobbe-Index
ohne Änderung der (Brennerkopf-) Geometrie einstellt, ist vorteilhaft keine Anpassung
oder Regulierung über eine Steuer- bzw. Regeleinrichtung erforderlich.
1. Brennersystem (1) zur Erzeugung von Heißgas in einer Gasturbinenanlage, mit einer
Brennkammer (6), die einen entlang einer Längsachse (L) ausgerichteten Brennraum (24,
26) umfasst, und mit einem Brennerkopf (4) mit zumindest einer Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
(50, 60) zur Zufuhr von Oxidator und Brennstoff als Frischgaskomponenten in die Brennkammer
(6), umfassend
- jeweils einen Strömungspfad für Brennstoff und Oxidator zu deren Zuführung in den
Brennraum (24, 26), wobei die Strömungspfade stromauf eines Mischraumes (508, 608)
jeweils getrennte Strömungsabschnitte, zur getrennten Führung der Frischgaskomponenten,
aufweisen und die Strömungspfade in dem Mischraum (508, 608) zusammengeführt sind,
und
- zumindest eine erste Zuführöffnung (510, 614) zum Zuführen von Brennstoff in den
Mischraum (508, 608),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50, 60) zumindest einen weiteren Strömungsabschnitt
(526, 603) mit einer weiteren Zuführöffnung (528, 616) umfasst, über den ein Anteil
einer der Frischgaskomponenten zur Zuführung in den Brennraum (24, 26) in einen Strömungsabschnitt
mit der anderen Frischgaskomponente zuführbar ist, wobei der weitere Strömungsabschnitt
derart angeordnet und ausgebildet ist, dass der Anteil der Frischgaskomponente, der
über den weiteren Strömungsabschnitt (526, 603) strömt, bei unveränderter Geometrie
mit dem Heizwert des Brennstoffes aufgrund eines sich ändernden Druckverhältnisses
veränderbar ist.
2. Brennersystem (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Anteil derart veränderbar ist, dass die Geschwindigkeiten an der ersten Zuführöffnung
(510, 614) und/oder an der weiteren Zuführöffnung (528, 616) zwischen einem niederkalorischen
Auslegungspunkt und einem hochkalorischen Auslegungspunkt maximal um den Faktor 2,
insbesondere maximal um den Faktor 1,5, vorzugsweise maximal um den Faktor 1,2, voneinander
abweichen.
3. Brennersystem (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50) einen Oxidatorkanal (504) mit einem
Austritt (512) zur Mündung in die Brennkammer (6) aufweist, wobei der Oxidatorkanal
(504) mit einem Ausströmabschnitt (516) entlang einer Mittelachse (M) ausgerichtet
ist, die im Wesentlichen axial, parallel zu der Längsachse (L), verläuft.
4. Brennersystem (1) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50) einen von einer Wandung (501) umgrenzten
Brennstoffkanal (502) aufweist, der zumindest mit einem Endabschnitt (503) in dem
Oxidatorkanal (504) parallel, insbesondere koaxial, zu dem Oxidatorkanal (504) verlaufend
ausgebildet ist und der mit einer Brennstoffmündung (510) innerhalb des Oxidatorkanals
(504) oder an dessen Austritt (512) mündet, wobei die Brennstoffmündung (510) die
erste Zuführöffnung bildet.
5. Brennersystem (1) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Brennstoffmündung (510) einen Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser
(d3), aufweist, der gegenüber dem Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser
(d2), des stromauf verlaufenden Brennstoffkanals (502) reduziert ist, oder
dass die Brennstoffmündung (510) einen Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser
(d3), aufweist, der dem Strömungsquerschnitt, insbesondere mit einem Durchmesser (d2), des stromauf verlaufenden Brennstoffkanals (502) entspricht.
6. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die weitere Zuführöffnung (528, 616) durch zumindest eine Bypassöffnung (528) gebildet
ist, wobei die Bypassöffnung (528) stromauf der Brennstoffmündung (510) in der Wandung
(501) ausgebildet ist und wobei der weitere Strömungsabschnitt (526, 603) eine Strömungsverbindung
zwischen den Strömungspfaden des Oxidators und des Brennstoffes bildet.
7. Brennersystem (1) nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Strömungsquerschnitt der Brennstoffmündung (510) derart ausgelegt ist, dass in
dem niederkalorischen Auslegungspunkt oder in dem hochkalorischen Auslegungspunkt
die Geschwindigkeit an der Brennstoffmündung (510) zwischen +/- 50%, vorzugsweise
zwischen +/- 20% der Geschwindigkeit des Frischgasgemisches an dem Austritt (512)
in den Brennraum (24) beträgt, wobei der durch die Bypassöffnung (528) strömende Anteil
gleich null beträgt.
8. Brennersystem (1) nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass mehrere weitere Strömungsabschnitte (526, 603) vorhanden sind, die insbesondere symmetrisch
zueinander, z. B. drehsymmetrisch um die Mittelachse (M) und axial auf gleicher Höhe,
angeordnet sind.
9. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Bypassöffnung (528) axial innerhalb des Oxidatorkanals (504) stromab eines Einströmabschnitts
(514) des Oxidatorkanals (504) angeordnet ist, der vorzugsweise eine derartige axiale
Länge aufweist, dass Einlaufeffekte der Oxidatorströmung bei Einströmung in den Oxidatorkanal
(504), insbesondere lokale Strömungsablösungen, an der Bypassöffnung (528) im Wesentlichen
abgeklungen sind, und/oder
dass die Bypassöffnung (528) axial innerhalb des Oxidatorkanals (504) stromauf eines Ausströmabschnitts
(516) des Endabschnittes (503) angeordnet ist, der vorzugsweise eine derartige axiale
Länge aufweist, dass Einlaufeffekte bei Einströmung der einen Frischgaskomponente
in die andere bis zu der Brennstoffmündung (510) im Wesentlichen abgeklungen sind.
10. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass der weitere Strömungsabschnitt einen Bypasskanal (526) in der Wandung (501) umfasst,
der radial-axial in einem Winkel (α) bezüglich der Mittelachse (M) verläuft.
11. Brennersystem (1) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Winkel (α) zwischen 0° und 90°, insbesondere zwischen 10° und 60°, z. B. zwischen
15° und 45° beträgt, oder
dass der Winkel (α) zwischen 90° und 180°, insbesondere zwischen 110° und 170°, z. B.
zwischen 135° und 165° beträgt.
12. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 3 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Oxidatorkanal (504) in seinem axialen Verlauf einen ersten Abschnitt (520) und
stromab des ersten Abschnitts (520) einen zweiten Abschnitt (522) umfasst, wobei zwischen
den beiden Abschnitten (520, 522) eine Querschnittsreduktion angeordnet ist, und
dass die Brennstoffmündung (510) axial an der, innerhalb oder stromab der Querschnittsreduktion
angeordnet ist.
13. Brennersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (60) einen Mischraum (608) umfasst, der zentral
auf der Längsachse (L) angeordnet und symmetrisch zu dieser ausgebildet ist und
der bodenseitig durch eine, z.B. senkrecht zu der Längsachse (L) ausgerichtete, Bodenwandung
(626) und umfangsseitig von einer Wand (609) begrenzt ist, und der stromab mit einem
Austritt (612) in den Brennraum (26) mündet,
wobei die Frischgaskomponenten dem Mischraum (608) derart zuführbar sind, dass eine
Drallströmung, mit tangentialer Richtungskomponente, erzeugt wird.
14. Brennersystem (1) nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (60) zumindest einen Oxidatorkanal (604)
aufweist, der in den Mischraum (608) umfangsseitig mündet und der mit einer tangentialen
Richtungskomponente bezüglich der Längsachse (L) ausgerichtet ist, wobei der Oxidatorkanal
(604) dem getrennten Strömungsabschnitt des Oxidators zugeordnet ist und/oder
dass der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50, 60) ein Verteilerbereich (40) für Brennstoff
zugeordnet ist, der insbesondere symmetrisch zu der, z. B. zentral auf der Längsachse
(L) und angrenzend an die Rückseite der Bodenwandung (626) angeordnet ist.
15. Brennersystem (1) nach Anspruch 13 oder 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste Zuführöffnung durch zumindest eine erste Brennstoffmündung (614) gebildet
ist, die umfangsseitig in den Mischraum (608) mündet und die das stromabgelegene Ende
eines ersten Brennstoffkanals (602) bildet, wobei der Brennstoffkanal (602) mit einem
Endabschnitt (601) mit einer tangentialen Richtungskomponente bezüglich der Längsachse
verläuft.
16. Brennersystem (1) nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Oxidatormündung (610) des Oxidatorkanals (604) und die erste Brennstoffmündung
(614) axial versetzt zueinander angeordnet sind, wobei die axiale Unterkante der Oxidatormündung
(610) stromauf der axialen Unterkante der Brennstoffmündung (614) angeordnet ist und
/oder
dass der Gesamtströmungsquerschnitt der ersten Brennstoffmündung (614) derart ausgelegt
ist, dass die Einströmgeschwindigkeit des Brennstoffes in den Mischraum (608) in dem
niederkalorischen Auslegungspunkt zwischen 10 % und 120 %, insbesondere zwischen 15
% und 80 % der Einströmgeschwindigkeit des Oxidators an der Oxidatormündung (610)
beträgt.
17. Brennersystem (1) nach einem der Ansprüche 13 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass die weitere Zuführöffnung durch eine zweite Brennstoffmündung (616) in den Mischraum
(608) gebildet ist und dass der weitere Strömungsabschnitt einen zweiten Brennstoffkanal
(603) umfasst, der mit einer axialen Richtungskomponente zu der Längsachse (L) ausgerichtet
ist.
18. Brennersystem (1) nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zweite Brennstoffmündung (616) in dem Mischraum (608) an einem Ort (B) angeordnet
ist, an dem in einem hochkalorischen Auslegungspunkt ein geringerer Druck herrscht
als an einem Ort (A) der ersten Brennstoffmündung (614) und/oder
dass der zweite Brennstoffkanal (603) eine Strömungsverbindung zwischen dem Verteilerbereich
(40) und dem Mischraum (608) bildet und durch die Bodenwandung (626) verläuft, wobei
insbesondere die zweite Brennstoffmündung (616) axial auf Höhe der mischraumseitigen
Fläche der Bodenwandung (626) positioniert ist.
19. Brennersystem (1) nach Anspruch 17 oder 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass der/die Gesamtströmungsquerschnitt/e des/der weiteren Strömungsabschnitte/s derart
ausgelegt ist/sind, dass in dem hochkalorischen Auslegungspunkt ein Anteil von zumindest
70 %, vorzugsweise zumindest 90 %, z.B. 100 % des Brennstoffes über den zweiten Brennstoffkanal
(603) strömt und/oder
in dem niederkalorischen Auslegungspunkt ein Anteil von zumindest 30 %, vorzugsweise
zumindest 70 %, z. B. zumindest 90 % des Brennstoffes über den ersten Brennstoffkanal
(602) strömt.
20. Verfahren zur Erzeugung von Heißgas in einer Gasturbinenanlage, insbesondere mit einem
Brennersystem (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem einem Brennraum
(24, 26) einer Brennkammer (6) über zumindest eine Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
(50, 60) eines Brennerkopfes (4) Oxidator und Brennstoff als Frischgaskomponenten
zugeführt werden, wobei die Frischgaskomponenten jeweils über einen Strömungspfad
mit getrennten Strömungsabschnitten innerhalb der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
(50, 60) in einen Mischraum (508, 608) strömen, in dem die Strömungspfade der Frischgaskomponenten
zusammengeführt werden, wobei der Brennstoffstrom zur Mündung in den Mischraum (508,
608) eine erste Zuführöffnung passiert,
dadurch gekennzeichnet,
dass einer der Frischgaskomponenten-Ströme innerhalb des Brennerkopfes (4), insbesondere
innerhalb der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung (50, 60), in zumindest zwei Anteile
aufgeteilt werden kann, wobei einer der Anteile innerhalb der Oxidator-/Brennstoffzufuhranordnung
(50, 60) über zumindest einen weiteren Strömungsabschnitt mit einer weiteren Zuführöffnung
strömt und wobei sich der Anteil der Frischgaskomponente, der über den weiteren Strömungsabschnitt
strömt, bei festgelegter Geometrie mit dem Heizwert des Brennstoffes aufgrund eines
sich ändernden Druckverhältnisses verändert.