[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Außenwand mit einer Wandscheibe und einer
Fassade aus Fassadenplatten, die von der Wandscheibe getragen wird.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind einschalige Außenwände mit einer Wandscheibe ohne
Wärmedämmung, einschalige Außenwände mit einer Wandscheibe und einer Wärmedämmung
durch ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS), zweischalige Außenwände, die einer einschaligen
Außenwand mit einer Vorsatzschale entsprechen und Außenwände mit vorgehängten hinterlüfteten
Fassaden bekannt, bei denen eine gedämmte oder ungedämmte Wandscheibe mit einer an
der Wandscheibe mittelbar oder unmittelbar befestigten Fassadenbekleidung befestigt
ist.
[0003] Die Fassadenbekleidung kann aus Holz, Naturstein, Kunststein, Keramik, Metallblech
(z. B. verzinkte Bleche oder Kupferbleche) oder Kompositmaterialien (zum Beispiel
Glasfaserbeton und Faserzement) bis hin zu opakem Glas bestehen. Für die Fassadenbekleidung
werden Fassadenplatten gewählt, die derzeit auf oder an geeigneten Unterkonstruktionen
befestigt werden. Als Unterkonstruktionen kommen häufig Befestigungssysteme aus Metallprofilen
oder speziellen Haltern zum Einsatz, an denen die Fassadenplatten eingehängt werden.
[0004] Diese Art der Befestigung ist material- und arbeitsintensiv. Das macht Außenwände
mit vorgehängten hinterlüfteten Fassaden im Vergleich zu einer einschaligen Außenwand
mit einem Wärmedämmverbundsystem teuer. Andererseits haben einschalige Außenwände
mit einem Wärmedämmverbundsystem den Nachteil, dass nicht jede Fassadenplatte zur
Gestaltung der Fassade benutzt werden kann, da Fassadenplatten oft die Eigenschaft
haben, dass sie Feuchtigkeit, insbesondere Dampf nicht hindurchlassen, um die Außenwand
zu entfeuchten.
[0005] In der Vergangenheit hat es weitere Vorschläge gegeben, Fassadenplatten zu befestigen,
ohne dass dazu Unterkonstruktionen verwendet werden, an denen die Fassadenplatten
eingehängt werden.
[0006] So wurde in dem Dokument
DE 25 16 954 A1 vorgeschlagen, stabförmige Halter auf die Innenseite der Fassadenplatte senkrecht
zu deren Plattenfläche aufzubringen und durch ein steifes Gewebegitter, dessen Ebene
parallel zur Plattenebene im Abstand von dieser verläuft, untereinander zu verbinden.
Die Fassadenplatten werden dann mit den Haltern und dem Gewebegitter in einen Mörtelbatzen
auf einer Wandscheibe aufgesetzt. Dabei entsteht ein Zwischenraum zwischen der Innenseite
der Fassadenplatte und der Wandscheibe. Diese Lösung hat sich in der Praxis nicht
durchgesetzt, was an der aufwendigen Befestigung des Gewebegitters und der Distanzhalter
auf der Innenseite der Fassadenplatte liegen mag.
[0007] In dem Dokument
DE 16 59 812 A wurde vorgeschlagen, Klauen auf der Innenseite der Fassadenplatten aufzukleben. Diese
Klauen weisen hervorstehende Zungen auf. Die Klauen einschließlich der Zungen werden
dann mit einem Mörtelbatzen übermörtelt. Dann wird auf die Wandschale, an der die
Fassadenplatte befestigt werden soll, ein Mörtelbett aufgespachtelt. Anschließend
werden die Mörtelbatzen mit dem Mörtelbett durch Anlegen der Fassadenplatte an die
Wandscheibe vereinigt. Auch diese Lösung hat sich in der Praxis nicht durchgesetzt,
was an dem aufwändigen mehrschrittigen Vorbereiten der Fassadenplatten mit dem Aufkleben
der Klauen und dem Übermörteln der Klauen liegen mag.
[0008] Das Dokument
DE 66 07 805 U schlägt eine Befestigung ohne Armierungen mit Klauen und ohne Distanzhalter vor.
Die Fassadenplatten weisen nach dem Vorschlag aus dem Dokument
DE 66 07 805 U auf ihrer Innenseite mit einem Abstand zum Rand der Fassadenplatte verlaufende Rippen
auf, die eine gegenüber den Rippen zurückspringende Befestigungsfläche begrenzen.
Auf dieser Befestigungsfläche ist eine Verbindungsmasse aufgetragen, mit der die Platte
an der Wandscheibe befestigt ist. Da die Rippen von den Rändern der Platte zurückspringen,
ergibt sich zwischen zwei benachbarten Platten ein Luftkanal, der nach der Aussage
des Dokumentes
DE 66 07 805 U der Feuchtigkeitsabfuhr dient. Auch diese Lösung hat sich in der Praxis nicht durchgesetzt.
Das wird daran gelegen haben, dass die Fassadenplatte auf der Innenseite nahzu vollständig
mit der Verbindungsmasse überdeckt ist und dieser von der Verbindungsmasse abgedeckte
Bereich im Vergleich zu den Luftkanälen so groß ist, dass eine Hinterlüftung, zum
Beispiel eine Hinterlüftung im Sinne der einschlägigen Normen nicht erreicht wird.
Ein weiterer Nachteil ist die aufwändige Herstellung der Fassadenplatten mit den Rippen
auf der Innenseite.
[0009] Allerdings ist die Befestigung der aus dem Dokument
DE 66 07 805 U bekannten Fassadenplatten an einer Wandscheibe einfacher als die aus dem Dokument
DE 16 59 812 A und dem Dokument
DE 25 16 954 A1 bekannte Befestigung, da die Platten auf der Baustelle unmittelbar an der Wandscheibe
befestigt werden können, ohne dass sie dazu noch mit Klauen oder Haltern o.ä. versehen
werden müssen.
[0010] Aus dem Dokument
DE 20 2014 104 772 U1 ist bekannt, dass die Fassadenplatten mittels wenigstens zwei Streifen und/oder Batzen
eines ausgehärteten oder abgebundenen Klebers oder Mörtels befestigt sind, und zwischen
zwei benachbarten Streifen und/oder Batzen, der Wandscheibe oder der Beschichtung
der Wandscheibe und den Fassadenplatten ein Luftraum vorgesehen ist.
[0011] Anders als bei den aus der anderen bekannten Außenwänden mit vorgehängten hinterlüfteten
Fassaden ist bei einer Außenwand nach dem Dokument D1 keine besondere Unterkonstruktion
notwendig, um die Fassadenplatten an der Wandscheibe oder Beschichtung der Wandscheibe
zu befestigen. Vielmehr wird ein Kleber oder Mörtel benutzt, der geeignet ist, einerseits
eine feste Verbindung mit der Wandscheibe oder deren Beschichtung und andererseits
eine feste Verbindung mit der Fassadenplatte herzustellen, wobei zwischen der Wandscheibe
oder deren Beschichtung und der Fassadenplatte abseits der ausgehärteten oder abgebundenen
Batzen und/oder Streifen des Klebers oder Mörtels ein Luftraum bleibt. Fugen zwischen
den Fassadenplatten sind bei der aus dem Dokument D1 bekannten Außenwand mit vorgehängten
hinterlüfteten Fassadenplatten wasserdicht abgedichtet, so dass von außen kein Wasser
in den Luftraum zwischen Beschichtung der Wandscheibe und den Fassadenplatten eindringen
kann.
[0012] Ein Nachteil der wasserdichten Abdichtung ist, dass Feuchtigkeit, die durch die Wandscheibe
aus einem Gebäude nach außen dringt, nicht abgeführt werden kann. Das kann zu Schäden
an der Außenwand führen.
[0013] Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, eine Außenwand nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 so zu verbessern, dass eine Entfeuchtung der Außenwand möglich ist.
[0014] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass zwischen den Fassadenplatten Fugen vorgesehen
sind. Diese Fugen dienen der Hinterlüftung der Fassadenplatten, wodurch eine Entfeuchtung
der Wandscheibe und deren Beschichtung ermöglicht wird. Der Luftraum ist mit der Außenluft
verbunden, so dass über einen Luftstrom Feuchtigkeit und insbesondere Dampf abgeführt
werden kann.
[0015] Der Luftraum zwischen der Rückseite der Fassadenplatte, dem Untergrund und den Kleber
oder Mörtelstreifen oder -batzen ist so groß, dass ein Hinterlüftungsraum mit den
in der DIN 18516-1 und der FVHF-Leitlinie geforderten 50cm
2 pro Meter erreicht wird.
[0016] Der Kleber oder Mörtel ist einerseits auf das Material der Wandscheibe bzw. der Beschichtung
und andererseits auf das Material der Fassadenplatte abgestimmt. Es ist möglich, dass
der Untergrund, also die Wandscheibe bzw. die Beschichtung der Wandscheibe, und/oder
die Innenseite der Fassadenplatte mit einer Schicht aus dem Material des Mörtels oder
Klebers oder einem anderen geeigneten Material versehen werden, um die Haftung zu
verbessern. Das kann unmittelbar vor dem Auftrag des Mörtels oder Klebers erfolgen,
so dass diese Schicht auf der Wandscheibe, der Beschichtung oder der Innenseite der
Fassadenplatte nicht ausgehärtet ist. Dieses Material kann eine Grundierung sein.
[0017] Die Wandscheibe kann aus Vollziegeln, Kalksandstein, Naturstein, Beton, Stahlbeton,
Leichtbeton, Porenbeton oder aus Wärmedämmund Hochlochziegeln aufgebaut sein. Sofern
sie vorgesehen ist, kann die Beschichtung ein Putz oder eine verputzte Wärmedämmung
sein. Der Putz kann aus einem zementhaltigen Mörtel hergestellt sein, aus dem ein
mineralisch tragfähiger Untergrund hergestellt ist, an dem die Streifen oder Batzen
aus Mörtel haften.
[0018] Die Grundierung kann ein zweikomponentiger Reaktionsharzmörtel oder eine mit Quarzsand
und Zement vermischte Haftemulsion sein. Auf die Grundierung kann entweder frisch
in frisch oder nach einem Aushärten oder Abbinden der Kleber oder der Mörtel aufgetragen
werden. Die Grundierung kann eine Schichtdicke von ca. 1 µm bis ca.1 mm haben.
[0019] Der zweikomponentige Reaktionsharzmörtel ist vorzugsweise lösemittelfrei und wasserfrei.
Er kann dünnflüssig sein, insbesondere im Vergleich zu dem Kleber oder Mörtel.
[0020] Die Haftemulsion kann eine alkalibeständige, weichmacherfreie Kunststoffdispersion
sein. Die Emulsion kann lösungsmittelfrei sein. Die Emulsion kann mit feinem Quarzsand
und Zement und bei Bedarf mit Wasser versetzt sein. Die Emulsion kann insbesondere
eine evtl. mit Quarzsand versetzte Acrylatdispersion sein. Es ist möglich, dass die
Emulsion ein lösungsmittelfreies Polyurethan ist oder enthält.
[0021] Der verwendete Kleber oder Mörtel kann ein Zementmörtel sein, der neben Zement Füllstoffe
und Kunststoffe, zum Beispiel Additive aus Kunstharz enthalten kann. Der ausgehärtete
oder abgebundene Kleber oder Mörtel kann
- ein hydraulisch-abgebundener oder ein nicht hydraulisch-abgebundener Kleber oder Mörtel
sein,
- ein Kleber oder Mörtel auf mineralischer Basis sein, der ggf. Additive aus Kunstharz
enthält,
- zementhaltig
und/oder
[0022] Die Kunststoffe in dem Kleber oder Mörtel können flüssige, wasserbasierende Polymerdispersionen
als Emulsion bzw. Latex sein, die als Flüssig- oder Nassvergütung bezeichnet werden.
Es ist möglich, dass bestimmte der Polymerdispersionen durch Sprühtrocknung in trocken
einmischbare, redispergierbare Dispersionspulver umgewandelt werden, um dann dem Kleber
oder Mörtel beigemischt zu werden. Es können auch flüssige Polymerdispersionen zugemischt
werden.
[0023] Weiter Stoffe, die in dem Kleber oder Mörtel enthalten sein können, und deren Zweck
sind:
| Methylcellulose |
wasserrückhaltend |
| Stärkeether |
wasserrückhaltend |
| Luftporenbildner |
Erhöhung der Geschmeidigkeit und Ergiebigkeit |
| Fruchtsäure |
Verzögerung der Erstarrung |
| Lithiumcarbonat |
Beschleunigung der Erstarrung |
| Metallseife |
Erzeugung wasserabweisender Stoffe beim Erstarren |
| Kunststoffpu lverdi spersion |
Haftungsverbesserung |
[0024] Der Kleber oder Mörtel ist vorzugsweise für erhöhte Anforderungen nach DIN EN 12004
geeignet und kann den Anforderungen nach DIN EN 12004 an die Verformbarkeit von 2,5
mm vor Bruch und an den Mindesthaftzugwert von >= 1 > N/mm
2 nach Trockenlagerung, Wasserlagerung, Warmlagerung und Frost-Tau-Wechsel-Lagerung
genügen. Die Verbindung zwischen der Fassadenplatte und dem Untergrund mittels des
Klebers oder Mörtels kann dann einen Mindesthaftzugswert von 0,5 bis 0,6 erreichen.
Der geringere Wert der tatsächlich ausgeführten Verbindung bei einer erfindungsgemäßen
Außenwand gegenüber dem nach der Norm ermittelten Wert ergibt sich u.a. daraus, dass
der Kleber bzw. Mörtel vollflächig zwischen der Fassadenplatte und dem Untergrund
aufgetragen ist.
[0025] Der Kleber oder Mörtel ist im Sinne der DIN EN 12004 vorzugsweise thixotrop und ist
für eine verlängerte Zeit klebeoffen. Der Kleber oder Mörtel kann ein Brandverhalten
nach DIN EN 13501-1 der Klasse A2-s1,d0 aufweisen. Vorzugsweise ist die Viskosität
des Klebers oder Mörtels durch Wasserzugabe einstellbar. Der Kleber oder Mörtel kann
vorzugsweise mit einer Schneckenpumpe gefördert werden. Er kann vorzugsweise bis zu
einer Schichtdicke bis zu 15 mm verwendet werden.
[0026] Die Streifen sind überwiegend senkrecht ausgerichtet. Das hat den Vorteil, dass sich
kein oder nur wenig Wasser auf dem ausgehärteten oder abgebundenen Streifen ablagert.
Die Streifen können vorzugsweise mit Hilfe einer Schneckenpumpe auf die Rückseite
der Fassadenplatte aufgetragen werden. Bei einem Format von 35*70 cm werden vorzugsweise
vier Streifen des Kelbers oder Mörtels aufgetragen, die eine Breite von ca. 4 cm haben.
Beim Andrücken können diese auf ca. 1,4 cm Schichtdicke zusammengedrückt werden. Damit
die Wülste nicht zu stark zusammengedrückt werden und ein Mindestabstand zwischen
der Fassadenplatte und dem Untergrund erhalten bleibt, der erforderlich ist, um eine
normgerechte Hinterlüftung der Fassade zu gewährleisten, können Abstandhalter eingesetzt
werden. Diese Abstandhalter haben keine statische Bedeutung und können aus dem Zwischenraum
zwischen der Fassadenplatte und dem Untergrund entnommen werden. Es ist möglich, dass
die Abstandhalter in dem Zwischenraum verbleiben.
[0027] Werden die Fassadenplatten (auch) mit Batzen aus dem Mörtel oder Kleber befestigt,
ist es vorteilhaft, wenn die Batzen im Querschnitt rautenförmig oder rund sind, so
dass sich kein Wasser auf dem ausgehärteten Batzen ablagern kann.
[0028] Eine Innenseite der Fassadenplatte und die Wandscheibe bzw. die Beschichtung der
Wandscheibe können einen Abstand von mehr als ca. 1 cm, vorzugsweise ca. 1,4 cm bis
ca 2 cm haben. Das erleichtert die Hinterlüftung der Fassadenplatten und den Abtransport
von Feuchtigkeit und Dampf. Damit dieser Abstand eingehalten wird, können Abstandhalter
verwendet werden. Es können Abstandhalter verwendet werden, die nach der Anbringung
der Fassadenplatte entfernt werden oder die nach der Anbringung der Fassadenplatte
zwischen der Wandscheibe bzw. deren Beschichtung und der Fassadenplatte bleiben. Bei
temporär eingebrachten Abstandhaltern kann es sich um Schnüre oder Schläuche mit einem
Außendurchmesser handeln, der dem einzustellenden Abstand zwischen der Wandscheibe
bzw. deren Beschichtung und der Innenseite der Fassadenplatte entspricht. Es ist auch
möglich, dass auf einer Innenseite der Fassadenplatte Abstandhalter vorgesehen sind,
die an der Wandscheibe bzw. der Beschichtung der Wandscheibe und/oder der Innenseite
der Fassadenplatte befestigt sind oder die Teil der Fassadenplatte sind. Solche Abstandhalter
können als Stege über die Innenseite der Fassadenplatte vorstehen. Sie haben den Vorteil,
dass sie von den Handwerkern als Orientierung bei der Anbringung von Streifen oder
Batzen aus Kleber oder Mörtel benutzt werden können, so dass diese in der gewünschten
Art ausgerichtete sind.
[0029] Es ist möglich, dass das Eindringen von Niederschlag durch Profilierung von Kanten
oder Rändern der Fassadenplatten erschwert wird.
[0030] Das Profilieren kann auch einen optischen Zweck haben, der auch durch das Hinterlegen
der Fugen, zum Beispiel mit Streifen aus Kunststoff oder anderem erreicht wird.
[0031] Die Fassadenplatten können im Grunde aus jedem Material hergestellt sein. So kann
es sich bei einer Fassadenplatte um eine Glasplatte, eine keramische Platte, insbesondere
eine Steinzeugplatte, eine Natursteinplatte, insbesondere eine Schieferplatte, eine
Faserzementplatte, eine Solarmodul- oder Fotovoltaikmodulplatte, eine Metallplatte
oder eine Kunststoffplatte handeln. Die Steinzeugplatte kann eine Steinzeugplatte
sein, wie sie in der
deutschen Gebrauchsmusteranmeldung 20 2017 106 696.7 beschrieben ist. Darin ist eine Steinzeugfliese beschrieben, die sich dadurch auszeichnet,
dass die Fliese eine mittlere Eindringtiefe von Wasser aufweist, die in einem 2h-Vakuum-Farbeindringversuch
bei 200 mbar 200 bis 1500 µm, insbesondere 300 bis 1500µm beträgt und/oder dass in
einem an eine Innenseite angrenzenden Bereich der Fliese in einem Eintauchversuch
bei Normaldruck eine Durchdringungsgeschwindigkeit in einer Richtung senkrecht zur
Innenseite der Fliese bei ca. 30 bis 50µm/h und/oder in einer Richtung parallel zur
Innenseite bei ca. 150/h bis 200µm/h liegt.
[0032] Eine Außenwand mit einer Fassadenplatte, zum Beispiel einer keramischen Platte, insbesondere
der in der
deutschen Gebrauchsmusteranmeldung 20 2017 106 696.7 beschriebenen Steinzeugplatte, kann dadurch hergestellt werden, dass Wülste aus einem
zementhaltigen Mörtel mit einer Haftfestigkeit der Klasse C2 (nach DIN EN 12004) und
einem Haftzugswert von mindestens > 1N/mm
2 auf die spätere Innenseite der Platte gelegt werden, wobei der Mörtel frostfest,
witterungsbeständig und dauernassfest ist. Die Wülste haben eine Stärke von > 2 bis
4 cm. Die Platte wird vor dem Auflegen der Wülste mit einer Kratzspachtelung von ca.
1 mm Stärke aus dem Mörtel versehen. Zwischen den Wülsten können Abstandhalter gelegt
werden, falls das noch nicht vorher geschehen ist, mit denen der Abstand zwischen
der Fassadenplatte und dem Untergrund eingestellt wird.
[0033] Der Untergrund, auf dem die Platte aufgeklebt wird, also die Wandscheibe oder deren
Beschichtung wird ebenfalls mit einer Kratzspachtelung von ca. 1 mm Stärke aus dem
Mörtel versehen. Die Platte wird dann frisch in frisch angebracht und fixiert und
zwar vorzugsweise so, dass die Wülste, die nach dem Aushärten die Streifen bilden,
senkrecht sind. Bei den Abstandhaltern, die temporär eingelegt sind und nach dem Anziehen
des Mörtels entfernt werden können, kann es sich um Schläuche oder Rundschnüre aus
Kunststoff, wie zum Beispiel Acryl, Silikon, Teflon oder Textilien mit ähnlichen Eigenschaften
oder starre Abstandhalter, wie zum Beispiel keramische Abstandhalter handeln.
[0034] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden deutlich anhand der
nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die
beiliegenden Abbildungen. Darin zeigen:
- Fig. 1
- einen horizontalen Querschnitt durch eine erfindungsgemäße Außenwand und
- Fig. 2a bis 2e
- einen vertikalen Querschnitt von Fugen einer erfindungsgemäßen Außenwand.
[0035] Bei der in der Figur 1 dargestellten erfindungsgemäßen Außenwand ist eine gemauerte
Wandscheibe als tragendes Element vorgesehen. Auf die Wandscheibe 1 ist eine Wärmedämmung
2 aufgeklebt. Die Wärmedämmung 2 ist mit einem mineralischen Putz 3 versehen. Die
Wärmedämmung 2 und der Putz 3 bilden eine Beschichtung 2, 3 der Wandscheibe 1.
[0036] Aus dem gleichen, zumindest gleichwertigen Systemkonformen oder speziell freigegebenen
Mörtel, der zur Herstellung des Putzes 3 verwendet wurde, sind Streifen 4 gebildet,
mit denen Fassadenplatten 6 aus Keramik an der Wandscheibe 1 befestigt sind. Eine
Innenseite der Platte 6 ist mit dem Mörtel abgespachtelt. Auf den Putz ist eine Kratzspachtelung
aufgebracht. Die Platte 6 ist frisch in frisch, das heißt vor dem Aushärten der Kratzspachtelung
auf dem Putz 3 und der Abspachtelung 5 auf der Platte 6 und den Streifen 4 auf die
Innenseite der Platte, an der Wandscheibe 1 angeklebt.
[0037] Um ein Eindringen von Niederschlag hinter die Fassadenplatten 6 einer erfindungsgemäßen
Außenwand zu erschweren und/oder aus optischen Gründen, kann eine Fuge zwischen zwei
Platten mit einem Streifen 7, insbesondere einer Leiste, zum Beispiel aus einem Kunststoff,
hinterlegt sein (Fig. 2a).
[0038] Es ist auch möglich, dass an einer Kante der Platten 6 eine Stufenfalz 61 ausgebildet
ist, die im Grunde die gleiche Wirkung hat, wie ein Streifen 7 (Fig. 2b).
[0039] Statt einer Stufenfalz können auch Stege 62 an einem Rand der Platten vorgesehen
sein (Fig. 2c und 2d).
[0040] Ferner ist es möglich, dass die Ränder der Platten 6 nicht im rechten Winkel zu Vorder-
oder Innenseite der Platten 6 verlaufen, sondern abgeschrägt sind (Fig. 2e)
1. Außenwand mit einer Wandscheibe (1) und einer Fassade aus Fassadenplatten (6), die
von der Wandscheibe (1) getragen wird,
wobei die Fassadenplatten (6) mittels Streifen (4) und/oder Batzen eines ausgehärteten
oder abgebundenen Klebers oder Mörtels ohne darin eingebettete Armierung an einem
Untergrund gebildet durch die Wandscheibe (1) oder eine Beschichtung (2, 3) der Wandscheibe
(1) befestigt sind,
wobei jede Fassadenplatte (6) mittels wenigstens zwei Streifen (4) und/oder Batzen
eines ausgehärteten oder abgebundenen Klebers oder Mörtels an der Wandscheibe (1)
oder einer Beschichtung (2, 3) der Wandscheibe (1) befestigt und zwischen
- zwei benachbarten Streifen (4) und/oder Batzen,
- dem Untergrund (1, 2, 3) und
- den Fassadenplatten (6)
ein Luftraum vorgesehen ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen den Fassadenplatten offene Fugen vorgesehen sind, die der Hinterlüftung
der Fassadenplatten dienen.
2. Außenwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Untergrund ein mineralischer Untergrund ist.
3. Außenwand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Untergrund und dem Kleber oder dem Mörtel eine Grundierung vorgesehen
ist.
4. Außenwand nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Grundierung
- ein zweikomponentiger Reaktionsharzmörtel oder
- eine mit Quarzsand und Zement vermischte Haftemulsion ist.
5. Außenwand nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der ausgehärtete oder abgebundene Kleber oder Mörtel
- ein hydraulisch-abgebundener oder ein nicht hydraulisch-abgebundener Kleber oder
Mörtel ist,
- ein Kleber oder Mörtel auf mineralischer Basis ist, der ggf. Additive aus Kunstharz
enthält,
- zementhaltig
und/oder
- dauernassfest ist.
6. Außenwand nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Streifen (4) überwiegend senkrecht ausgerichtet sind.
7. Außenwand nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Batzen im Querschnitt rautenförmig oder rund sind.
8. Außenwand nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass eine Innenseite der Fassadenplatte (6) und der Untergrund bzw. die Grundierung einen
Abstand von mehr als ca. 1 bis ca. 2 cm haben.
9. Außenwand nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Fassadenplatte (6) eine Glasplatte, eine keramische Platte, insbesondere eine
Steinzeugplatte, eine Natursteinplatte, insbesondere eine Schieferplatte, eine Faserzementplatte,
eine Solarmodul- oder Fotovoltaikmodulplatte, eine Metallplatte oder eine Kunststoffplatte
ist.
10. Verfahren zum Herstellen einer Außenwand nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass auf einen Untergrund oder die Innenseite der Fassadenplatte ein Streifen oder Batzen
Kleber oder Mörtel aufgebracht wird und vor dem Aushärten oder Abbinden die Fassadenplatte
bezüglich des Untergrundes positioniert und angedrückt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Auftragen des Klebers oder Mörtels auf die Innenseite der Fassadenplatte
oder vor dem Andrücken der Fassadenplatte eine Grundierung auf die Innenseite der
Fassadenplatte aufgebracht wird.
12. Verfahren nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Andrücken der Fassadenplatte zwischen der Fassadenplatte und dem Untergrund
ein Abstandhalter eingesetzt wird.
1. External wall with a wall plate (1) and a façade made of façade panels (6) which are
supported by the wall plate (1)
wherein the façade panels (6) are fixed by means of strips (4) and/or clumps of a
hardened or set adhesive or mortar, without reinforcement embedded therein, on a substrate
formed by the wall plate (1) or a coating (2, 3) of the wall plate (1),
wherein each façade panel (6) is fixed by means of at least two strips (4) and/or
clumps of a hardened or set adhesive or mortar on the wall plate (1) or a coating
(2, 3) of the wall plate (1) and an air space is provided between
- two adjacent strips (4) and/or clumps,
- the substrate (1, 2, 3) and
- the façade panels (6),
characterised in
that between the façade panels are provided open joints which serve to ventilate behind
the façade panels.
2. External wall according to claim 1, characterised in that the substrate is a mineral substrate.
3. External wall according to claim 1 or 2, characterised in that between the substrate and the adhesive or the mortar is provided a primer.
4. External wall according to claim 3,
characterised in that the primer is
- a two-component reaction resin mortar or
- a bonding emulsion mixed with quartz sand and cement.
5. External wall according to any of claims 1 to 4,
characterised in that the hardened or set adhesive or mortar is
- a hydraulically bonded or a non-hydraulically bonded adhesive or mortar,
- an adhesive or mortar on a mineral basis, which in some cases contains additives
made of synthetic resin,
- cement-containing
and/or
- is permanently wet-proof.
6. External wall according to any of claims 1 to 5, characterised in that the strips (4) are aligned predominantly vertically.
7. External wall according to any of claims 1to 6, characterised in that the clumps are rhombic or circular in cross-section.
8. External wall according to any of claims 1to 7, characterised in that an inner side of the façade panel (6) and the substrate or the primer have a spacing
of more than approximately 1 to approximately 2 cm.
9. External wall according to any of claims 1 to 8, characterised in that the façade panel (6) is a glass panel, a ceramic panel, in particular a stoneware
panel, a natural stone panel, in particular a slate panel, a fibre-cement panel, a
solar module or photovoltaic module panel, a metal panel or a plastic panel.
10. Method for producing an external wall according to any of claims 1 to 9, characterised in that a strip or clump of adhesive or mortar is applied to a substrate or the inner side
of the façade panel and the façade panel is positioned with regard to the substrate
and pressed on prior to the hardening or setting.
11. Method according to claim 10, characterised in that prior to the application of the adhesive or mortar on the inner side of the façade
panel or prior to the pressing-on of the façade panel, a primer is applied to the
inner side of the façade panel.
12. Method according to claim 10 or 11, characterised that prior to the pressing-on of
the façade panel a spacer is inserted between the façade panel and the substrate.
1. Paroi extérieure avec une plaque de paroi (1) et une façade en plaques de façade (6),
qui est portée par la plaque de paroi (1),
dans laquelle les plaques de façade (6) sont fixées au moyen de bandes (4) et/ou de
charges d'une colle ou d'un mortier durci ou pris, sans armature incorporée dans ceuxci,
à un support formé par la plaque de paroi (1) ou un revêtement (2, 3) de la plaque
de paroi (1),
dans laquelle chaque plaque de façade (6) est fixée à la plaque de paroi (1) ou à
un revêtement (2, 3) de la plaque de paroi (1) au moyen d'au moins deux bandes (4)
et/ou charges d'une colle ou d'un mortier durci ou pris et un espace d'air est prévu
entre
- deux bandes (4) et/ou charges adjacentes,
- le support (1, 2, 3) et
- les plaques de façade (6),
caractérisée en ce
que des joints ouverts sont prévus entre les plaques de façade, qui servent à la ventilation
arrière des plaques de façade.
2. Paroi extérieure selon la revendication 1, caractérisée en ce que le support est un support minéral.
3. Paroi extérieure selon la revendication 1 ou 2, caractérisée en ce qu'un apprêt est prévu entre le support et la colle ou le mortier.
4. Paroi extérieure selon la revendication 3,
caractérisée en ce que l'apprêt
- est un mortier de résine réactive à deux composants ou
- une émulsion d'adhérence mélangée à du sable de quartz et à du ciment.
5. Paroi extérieure selon l'une quelconque des revendications 1 à 4,
caractérisée en ce que la colle ou le mortier durci ou pris
- est une colle ou un mortier à prise hydraulique ou à prise non hydraulique,
- est une colle ou un mortier à base minérale, qui contient le cas échéant des additifs
de résine synthétique,
- contient du ciment
et/ou
- est résistant à l'humidité permanente.
6. Paroi extérieure selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisée en ce que les bandes (4) sont orientées principalement verticalement.
7. Paroi extérieure selon l'une quelconque des revendications 1 à 6, caractérisée en ce que les charges ont une section transversale en forme de losange ou ronde.
8. Paroi extérieure selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisée en ce qu'un côté intérieur de la plaque de façade (6) et le support ou l'apprêt sont séparés
par une distance de plus d'env. 1 à env. 2 cm.
9. Paroi extérieure selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisée en ce que la plaque de façade (6) est une plaque de verre, une plaque de céramique, en particulier
une plaque de grès, une plaque de pierre naturelle, en particulier une plaque d'ardoise,
une plaque de fibrociment, une plaque de module solaire ou photovoltaïque, une plaque
métallique ou une plaque en plastique.
10. Procédé de fabrication d'une paroi extérieure selon l'une quelconque des revendications
1à 9, caractérisé en ce qu'une bande ou une charge de colle ou de mortier est appliquée sur un support ou sur
le côté intérieur de la plaque de façade et en ce que la plaque de façade est positionnée et pressée par rapport au support avant son durcissement
ou sa prise.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que, avant d'appliquer la colle ou le mortier sur le côté intérieur de la plaque de façade
ou avant de presser la plaque de façade, un apprêt est appliqué sur le côté intérieur
de la plaque de façade.
12. Procédé selon la revendication 10 ou 11, caractérisé en ce que, avant de presser la plaque de façade, une entretoise est insérée entre la plaque
de façade et le support.