[0001] Die Erfindung betrifft eine Fadenliefervorrichtung für eine Zwirn- oder Kabliermaschine,
eine Arbeitsstelle einer Zwirn- oder Kabliermaschine umfassend eine solche Fadenliefervorrichtung
und eine Zwirn- oder Kabliermaschine umfassend eine solche Arbeitsstelle.
[0002] Durch die
DE 199 24 595 C1 ist eine Zwirnmaschine offenbart, an der der verzwirnte Faden über eine Umlenkrolle
zu einer Liefervorrichtung umfassend eine Galette und eine Verlegerolle geführt wird.
Der Zwirn ist mit mehreren Umschlingungen um die Galette und die Verlegerolle geführt
und verläuft von der Galette zu einer Umlenkrolle, die am freien Ende eines Nickhebels
angeordnet ist und eine horizontale Drehachse aufweist. Das freie Ende des Nickhebels
befindet sich in Frontansicht vor der Liefervorrichtung, während das andere Ende des
Nickhebels unterhalb der Liefervorrichtung an einer Lagerung gestellfest an einer
Trägerplatte um eine horizontale Achse schwenkbar gelagert ist. Im Anschluss an die
am Nickhebel angeordnete Umlenkrolle verläuft der Zwirn über einen an sich bekannten
Changierfadenführer zu einer Aufwickelspule. Der Changierfadenführer führt eine oszillierende
Bewegung entlang der Oberfläche der Aufwickelspule und parallel zu deren Achse durch,
was zu einem gleichmäßigen Aufwinden des Zwirns auf der Aufwickelspule führt. Der
Nickhebel dient dabei zum Längenausgleich. Durch die Pendelbewegungen des Nickhebels
ist der Neigungswinkel des in den Changierfadenführer einlaufenden Fadens entsprechend
der maximalen Winkellagen des Nickhebels unterschiedlich. Dadurch ergeben sich unterschiedliche
Zustände im Bereich des Auflaufpunktes des Fadens auf die Aufwickelspule. Zum Austausch
der unter der Lagerung für den Nickhebel befindlichen Vorlagespule lässt sich bei
einer Zwirnmaschine gemäß der
DE 199 24 595 C1 der Nickhebel um eine vertikale Achse auf eine Seite schwenken. Mindestens ein Sensor
detektiert sowohl die Verschwenkung des Nickhebels um die horizontale als auch die
Verschwenkung um die vertikale Achse und generiert bei Überschreitung eines vorgegebenen
Grenzwertes der Verschwenkung ein Signal.
[0003] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft daher eine Fadenliefervorrichtung für eine
Zwirn- oder Kabliermaschine, zur Zuführung eines Fadens über einen Changierfadenführer
auf eine Auflaufspule, wobei die Fadenliefervorrichtung eine erste Umlenkrolle zur
Umlenkung eines Fadens umfasst, eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle
nachgeschaltete angetriebene Galette, eine Verlegerolle derart zu der Galette angeordnet,
dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle und die Galette, diese gemeinsam umschlingend,
legbar ist, sowie ein Nickhebel mit einer in Fadentransportrichtung der Galette nachgeschalteten
zweiten Umlenkrolle zur weiteren Umlenkung des Fadens.
[0004] Die vorgeschlagene Fadenliefervorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass ein Ausleger
mit einer dritten Umlenkrolle, welche in Fadentransportrichtung der zweiten Umlenkrolle
nachgeschaltet und dem Changierfadenführer zum Zuführen des Fadens auf eine Auflaufspule
vorgeschaltet angeordnet ist, wobei die zweite Umlenkrolle auf einer anderen Seite
einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle verlaufenden Vertikalebene als die
dritte Umlenkrolle zum Empfang des Fadens von der Verlegerolle oder der Galette und
zum Umlenken des Fadens in Richtung der dritten Umlenkrolle angeordnet ist.
[0005] Weil der Nickhebel in Frontsicht hinter der Galette und nicht, wie bisher, vor der
Fadenliefervorrichtung angeordnet ist, wird der zur Verfügung stehende Freiraum um
die Fadenliefervorrichtung vergrößert. Durch den vergrößerten Freiraum unter der Fadenliefervorrichtung
muss, um eine leere Vorlagespule gegen eine neue, volle auszutauschen, erfindungsgemäß
kein Nickhebel mehr zur Seite verschwenkt werden, so dass das Bestücken der Spindel
vereinfacht ist. Der Bestückungsvorteil trifft insbesondere bei kleinen Teilungen
zu.
[0006] Zusätzlich ist die Fehlerquelle eliminiert, dass der Nickhebel nach dem Austausch
der Vorlagespule nicht vollständig an seinen vorbestimmten Platz zurückverschwenkt
wird.
[0007] Weil der verzwirnte Faden über die zweite Umlenkrolle des Nickhebels zu einer feststehenden,
horizontal gelagerten dritten Umlenkrolle und von dieser dem Changierfadenführer zugeführt
wird, ist der Einlaufwinkel des Fadens in den Changierfadenführer während des gesamten
Prozesses definiert und konstant. Bei der bisherigen Anordnung, bei der der Faden
von dem der Fadenliefervorrichtung vorgelagerten Nickhebel in den Changierfadenführer
überführt wurde, war durch die notwendige Pendelbewegung des Nickhebels der Neigungswinkel
des in den Changierfadenführer einlaufenden Fadens entsprechend der Winkellagen des
Nickhebels unterschiedlich. Durch diese Variationen des Neigungswinkels ergaben sich
unterschiedliche Zustände im Bereich des Auflaufpunktes des Fadens auf der Auflaufspule.
Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Fadenliefervorrichtung mit der dritten
Umlenkrolle, die ortsfest an einem Ausleger angeordnet ist, ist stets ein konstanter
und exakter letzter Umlenkpunkt des Fadens vor dem Einlauf in den Changierfadenführer
gewährleistet, so dass der Neigungswinkel mit dem der Faden in den Changierfadenführer
einläuft, ebenfalls konstant ist. Dies wirkt sich positiv auf die Zwirnspulenqualität
auf.
[0008] Durch den Nickhebel werden Spannungsschwankungen, die durch den hin- und hergehenden
Changierfadenführer verursacht werden, absorbiert. Befand sich der Changierfadenführer
in seiner Mittelstellung war bisher sein Abstand von der Umlenkrolle des Nickhebels
kürzer als in den beiden Umkehrstellungen. Durch Auf- und Abbewegen bzw. die Schwenkbewegungen
des Nickhebels wurden diese Längenunterschiede ausgeglichen und damit eine gleichmäßigere
Fadenspannung ermöglicht. Durch die erfindungsgemäße Fadenliefervorrichtung wird dieser
direkte Fadenspannungsausgleich am Changierdreieck entschärft, denn der Faden wird
von dem Nickhebel über eine ortsfeste dritte Umlenkrolle dem Changierfadenführer zugeführt.
[0009] Dabei kann der Faden entweder, wie bisher, von der Galette der zweiten Umlenkrolle
des Nickhebels oder von der nicht angetriebenen Verlegerolle zu dem Nickhebel geführt
werden. In Versuchen wurde festgestellt, dass durch die Abgabe des Fadens von der
passiven Verlegerolle der Fadenspannungsausgleich weiter optimiert wird, da ein deutlich
größerer Ausgleichsweg genutzt wird.
[0010] In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind der Nickhebel und/oder der Ausleger an
einem Gehäuse der Fadenliefervorrichtung angeordnet.
[0011] Durch die Integration des Nickhebels und/oder aller Fadenumlenkungen in die Baugruppe
der Fadenliefervorrichtung wird eine kompakte Baugruppe erzielt, die ein einfacheres
Handling für das Bedienpersonal ermöglicht. Zudem können mit einem derartigen Bauteil
auch ältere, bereits im Einsatz befindliche Zwirn- und Kabliermaschinen nachgerüstet
werden.
[0012] Insbesondere sind die zweite Umlenkrolle und die dritte Umlenkrolle auf einer gleichen
Seite einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle verlaufenden Horizontalebene
angeordnet.
[0013] Diese Anordnung des Nickhebels ermöglicht es, den Arbeitsbereich für das Bedienpersonal
weiter zu vergrößern respektive zu optimieren.
[0014] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Fadenliefervorrichtung ist der Nickhebel
mit seinem freien Ende auf dem die zweite Umlenkrolle gelagert ist, über der Galette
im Bereich der Fadenliefervorrichtung angeordnet.
[0015] Diese Anordnung des Nickhebels ermöglicht es, den Arbeitsbereich für das Bedienpersonal
maximal zu vergrößern.
[0016] Alternativ ist die zweite Umlenkrolle auf einer anderen Seite einer durch die Rotationsachse
der Verlegerolle verlaufenden Horizontalebene als die dritte Umlenkrolle angeordnet.
[0017] Durch eine derartige Anordnung kann nicht nur der Arbeitsbereich über der Spindel
vergrößert, sondern auch eine gute Zugänglichkeit des Nickhebels erzielt werden.
[0018] In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der Erfindung ragt der Nickhebel mit seinem
freien Ende auf dem die zweite Umlenkrolle gelagert ist, unterhalb der Fadenliefervorrichtung
heraus.
[0019] Eine derartige Anordnung ist besonders vorteilhaft und gewährleistet zum einen einen
großzügigen Freiraum um die Vorlagespule auszutauschen und zum anderen eine leichte
Zugänglichkeit des Nickhebels, für den Fall, dass der Faden manuell über die zweite
Umlenkrolle geführt werden muss.
[0020] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft daher eine Arbeitsstelle einer Zwirn- oder
Kabliermaschine, zur Aufwicklung eines Fadens über einen Changierfadenführer auf eine
Auflaufspule, mit einer Fadenliefervorrichtung umfassend eine erste Umlenkrolle, zur
Umlenkung eines Fadens, eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle nachgeschaltete
angetriebene Galette, eine Verlegerolle derart zu der Galette angeordnet, dass ein
Faden mehrfach um die Verlegerolle und die Galette, diese gemeinsam umschlingend,
legbar ist, ein Nickhebel mit einer in Fadentransportrichtung der Galette nachgeschalteten
zweiten Umlenkrolle zur weiteren Umlenkung des Fadens.
[0021] Die Arbeitsstelle zeichnet sich dadurch aus, dass die Fadenliefervorrichtung durch
eine Fadenliefervorrichtung nach einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
ist.
[0022] Wird die Arbeitsstelle mit einer derart ausgestalteten Fadenliefervorrichtung ausgestattet,
so wirkt sich dies einerseits positiv auf die Zwirnspulenqualität aus, andererseits
wird das Handling für das Bedienpersonal erleichtert.
[0023] Durch die ortsfeste Anordnung der dritten Umlenkrolle an der Fadenliefervorrichtung
ist kontinuierlich ein definierter Einlauf- respektive Neigungswinkel des Fadens in
den Changierfadenführer gewährleistet. Nach wie vor absorbiert der Nickhebel die durch
den oszillierenden Changierfadenführer hervorgerufenen Spannungsschwankungen, aber
ohne nun selbst aufgrund der Pendelbewegungen schwankende Neigungswinkel des einlaufenden
Fadens in den Changierfadenführer zu verursachen.
[0024] Gleichzeitig wird durch die kompakte Bauweise der Freiraum respektive die Zugänglichkeit
der Arbeitsstelle optimiert. Die auf der Spindel aufgesetzte Vorlagenspule kann leichter
und schneller gegen eine neue Vorlagenspule ausgetauscht werden, da zum Bestücken
kein seitliches Wegschwenken des Nickhebels mehr notwendig ist. Der Nickhebel beeinträchtigt
nicht den Arbeitsbereich, in dem manuell die Vorlagespulen von der Spindel abgenommen
respektive auf die Spindel aufgesetzt werden, während bisher selbst der zur Seite
geschwenkte Nickhebel immer noch in den Arbeitsbereich hineinragte.
[0025] Ein dritter Aspekt der Erfindung betrifft daher eine Zwirn- oder Kabliermaschine
mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen zur Aufwicklung eines Fadens über einen Changierfadenführer
auf eine Auflaufspule, mit einer Fadenliefervorrichtung umfassend eine erste Umlenkrolle,
zur Umlenkung eines Fadens, eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle
nachgeschaltete angetriebene Galette, eine Verlegerolle derart zu der Galette angeordnet,
dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle und die Galette, diese gemeinsam umschlingend,
legbar ist, ein Nickhebel mit einer in Fadentransportrichtung der Galette nachgeschalteten
zweiten Umlenkrolle zur weiteren Umlenkung des Fadens.
[0026] Die Zwirn- oder Kabliermaschine zeichnet sich dadurch aus, dass mindestens eine Arbeitsstelle
durch eine Arbeitsstelle nach der vorstehend beschriebenen Ausführungsform gebildet
ist.
[0027] Bei einer derart ausgebildeten Zwirn- oder Kabliermaschine wird insgesamt die Maschinenbedienung
für das Personal erleichtert, was sich ebenfalls positiv auf den Nutzeffekt der gesamten
Zwirn- oder Kabliermaschine auswirkt. Da eine Person üblicherweise mehrere Maschinen
mit jeweils einer Vielzahl von Arbeitsstellen betreut, bedeuten weniger notwendige
durchzuführende Arbeitsschritte einen Zeit- und Aufwandsvorteil.
[0028] Zudem werden durch den nicht mehr in den Arbeitsbereich hineinragenden und verschwenkbaren
Nickhebel Fehlerquellen reduziert, die aus einer nicht ordnungsgemäßen Positionierung
des Nickhebels beim Aus- oder Einschwenken aus respektive in den Arbeitsbereich resultieren.
[0029] Ebenfalls kann eine derartige Zwirn- und Kabliermaschine einen qualitativ optimierten
Zwirn respektive Zwirnspule herstellen, da sich der konstante Neigungswinkel des Fadens
beim Einlauf in den Changierfadenführer positiv bemerkbar macht.
[0030] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren und Zeichnungen,
die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigen, und aus den Patentansprüchen. Die einzelnen
Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei
einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verwirklicht sein.
[0031] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten
Zeichnungen näher erläutert.
- Figur 1
- eine schematisierte Vorderansicht einer Zwirn- oder Kabliermaschine, deren Arbeitsstellen
mit den erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtungen ausgestattet sind;
- Figur 2
- eine schematisierte Ansicht einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung
mit eingezeichnetem Fadenlauf;
- Figur 3
- eine schematisierte Seitenansicht der in Figur 2 dargestellten Ausführungsform der
erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung mit einem alternativen Fadenlauf;
- Figur 4
- eine schematisierte Ansicht einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung
mit eingezeichnetem Fadenlauf.
[0032] In der Figur 1 ist in schematisierter Vorderansicht eine Zwirn- oder Kabliermaschine
1 dargestellt. Derartige Textilmaschinen weisen im Bereich ihrer Maschinenlängsseiten
jeweils eine Vielzahl identischer Arbeitsstellen 2 auf.
[0033] Außerdem verfügen derartige Textilmaschinen in der Regel über eine maschinenendseitig
angeordnete Antriebs- und Bedienungseinheit 6, in der beispielsweise die benötigten
Energieeinrichtungen, verschiedene Antriebe sowie eine zentrale Steuereinrichtung
7 installiert sind.
[0034] Im Ausführungsbeispiel weist die Zwirn- oder Kabliermaschine 1 des Weiteren ein Spulentransportsystem
auf, dessen schematisch dargestellte Abgabestelle mit der Bezugszahl 8 gekennzeichnet
ist.
[0035] Wie bekannt, verfügen die Arbeitsstellen 2 von Zwirn- oder Kabliermaschinen 1 mit
Außenfadenzuführung jeweils über ein Gatter 3, welches der Aufnahme mindestens einer
ersten Vorlagespule 4 dient, von der ein so genannter Außenfaden abgezogen wird.
[0036] Derartige Arbeitsstellen 2 weisen des Weiteren, was in den Figuren der vorliegenden
Anmeldung aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit nicht näher dargestellt ist,
jeweils eine Kablierspindel auf, die von einem Spindelantrieb angetrieben wird. Bei
einem solchen Spindelantrieb kann es sich um einen Motor handeln, der die Kablierspindel
direkt antreibt, oder um einen indirekten Antrieb, zum Beispiel um einen Riemenantrieb.
[0037] Die im Ausführungsbeispiel der Figur 1 jeweils hinter einer verschiebbar gelagerten
Schutzwand 5 angeordnete Kablierspindel trägt auf einem an der Kablierspindel angeordneten
stationären Spulentopfboden, wie üblich, außerdem eine zweite Vorlagespule, von der
ein so genannter Innenfaden über Kopf abgezogen wird, der oberhalb der Kablierspindel
einem nicht dargestellten Kordregulator oder Ballonfadenführer zugeführt wird.
[0038] Der Außenfaden wird der von der ersten Vorlagespule 4, die im Gatter 3 bevorratet
ist, abgezogen und zunächst einer Fadenspannungsbeeinflussungsvorrichtung 9 zugeführt,
mittels der die Fadenspannung des Außenfadens variiert bzw. eingestellt werden kann.
[0039] Der Außenfaden umkreist anschließend die Kablierspindel unter Ausbildung eines freien
Fadenballons. Der Kordregulator oder Ballonfadenführer, in denen der von der ersten
Vorlagespule 4 abgezogene Außenfaden und der von der zweiten Vorlagespule abgezogene
Innenfaden zusammengeführt werden, bestimmt dabei die Höhe des sich ausbildenden freien
Fadenballons. In dieser auch als Ausgleichssystem bezeichneten Einrichtung befindet
sich der Kablierpunkt, in dem der Außenfaden und der Innenfaden zusammenlaufen.
[0040] Oberhalb des Kablierpunktes ist die Fadenliefervorrichtung 10 angeordnet, mittels
der der verzwirnte respektive kablierte Faden abgezogen und über ein den Nickhebel
11, einer Aufwickelvorrichtung 12 zugeführt wird.
[0041] Die Aufwickelvorrichtung 12 weist, wie üblich, eine Antriebswalze 13 sowie einen
Changierfadenführer 14 auf. Mittels des Changierfadenführers 14 wird der Faden auf
eine durch die Antriebswalze 13 reibschlüssig angetriebene, in einem Spulenrahmen
15 gehaltene Auflaufspule 16 aufgewickelt.
[0042] Figur 2 zeigt schematisch eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung
10, bei der die zweite 20 und dritte Umlenkrolle 21 auf unterschiedlichen Seiten einer
durch die Rotationsachse der Verlegerolle 19 verlaufenden Horizontalebene angeordnet
sind. Der Faden läuft in Fadenlaufrichtung F von unten kommend über die drehbar gelagerte
erste Umlenkrolle 17, wird ca. um 90° umgelenkt und läuft auf die Galette 18 auf.
In mehreren Umschlingungen wird der Faden um die Galette 18 und die Verlegerolle 19
geführt, um anschließend von der Verlegerolle 19 über die zweite Umlenkrolle 20, die
am freien Ende des hinter der Galette 18 angeordneten Nickhebels 11 drehbar gelagert
angeordnet ist, zu einer dritten Umlenkrolle 21 geführt wird. Die dritte Umlenkrolle
21 ist drehbar gelagert auf einem Ausleger 22 angeordnet, der an der Fadenliefervorrichtung
10 derselben vorgelagert ist. Von der dritten Umlenkrolle 21 läuft der Faden unter
einem definierten und konstanten Neigungswinkel in den Changierfadenführer 14 ein,
der den Faden mit oszillierenden Bewegungen auf die Auflaufspule 16 aufwickelt.
[0043] Figur 3 zeigt dieselbe Ausführungsform wie Figur 2 in der Seitenansicht, lediglich
ein Teil des Fadenlaufs ist ein anderer. Auch in dieser Variante wird der Faden über
die erste Umlenkrolle 17, mehrmals über die Galette 18 und die Verlegerolle 19 und
von der Verlegerolle 19 zu dem Nickhebel 11 respektive der auf dem Nickhebel 11 angeordneten
zweiten Umlenkrolle 20 zugeführt. Allerdings wird der Faden von vorne, und nicht von
hinten wie in Figur 2 dargestellt, um die zweite Umlenkrolle 20 zu der dritten Umlenkrolle
21 geführt, so dass der Fadenlauf in Seitenansicht eine Kreuzungsstelle aufweist.
[0044] Figur 4 zeigt eine alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung
10 in Seitenansicht. Der Nickhebel 11 ist im eingebauten Zustand der Fadenliefervorrichtung
10 hinter der Galette 18 angeordnet, allerdings ist das freie Ende des Nickhebels
11 an dem die zweite Umlenkrolle 20 gelagert ist, nach oben in Richtung der Auflaufspule
16 angeordnet. Das heißt, dass die zweite 20 und die dritte Umlenkrolle 21 auf der
gleichen Seite einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle 19 verlaufenden Horizontalachse
angeordnet sind. Über die erste Umlenkrolle 17 wird der Faden mehrmals um die angetriebene
Galette 18 sowie die passive Verlegerolle 19 geführt, um von der Verlegerolle 19 über
die zweite Umlenkrolle 20 und weiter über die dritte Umlenkrolle 21 dem Changierfadenführer
14 zugeführt zu werden.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Zwirn- oder Kabliermaschine
- 2
- Arbeitsstellen
- 3
- Gatter
- 4
- Erste Vorlagespule
- 5
- Schutzwand
- 6
- Antriebs- und Bedienungseinheit
- 7
- Steuereinrichtung
- 8
- Spulentransportsystem
- 9
- Fadenspannungsbeeinflussungsvorrichtung
- 10
- Fadenliefervorrichtung
- 11
- Nickhebel
- 12
- Aufwickelvorrichtung
- 13
- Antriebswalze
- 14
- Changierfadenführer
- 15
- Spulenrahmen
- 16
- Auflaufspule
- 17
- Erste Umlenkrolle
- 18
- Galette
- 19
- Verlegerolle
- 20
- Zweite Umlenkrolle
- 21
- Dritte Umlenkrolle
- 22
- Ausleger
1. Fadenliefervorrichtung (10) für eine Zwirn- oder Kabliermaschine (1), zur Zuführung
eines Fadens über einen Changierfadenführer (14) zu einer Auflaufspule (16), wobei
die Fadenliefervorrichtung (10) umfasst
eine erste Umlenkrolle (17) zur Umlenkung eines Fadens,
eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle (17) nachgeschaltete angetriebene
Galette (18),
eine Verlegerolle (19) derart zu der Galette (18) angeordnet, dass ein Faden mehrfach
um die Verlegerolle (19) und die Galette (18), diese gemeinsam umschlingend, legbar
ist, ein Nickhebel (11) mit einer in Fadentransportrichtung der Galette (18) nachgeschalteten
zweiten Umlenkrolle (20) zur weiteren Umlenkung des Fadens
gekennzeichnet durch,
einen Ausleger (22) mit einer dritten Umlenkrolle (21), welche in Fadentransportrichtung
der zweiten Umlenkrolle (17) nachgeschaltet und dem Changierfadenführer (14) zum Zuführen
des Fadens auf eine Auflaufspule (16) vorgeschaltet angeordnet ist,
wobei die zweite Umlenkrolle (20) auf einer anderen Seite einer durch die Rotationsachse
der Verlegerolle (19) verlaufenden Vertikalebene als die dritte Umlenkrolle (21) zum
Empfang des Fadens von der Verlegerolle (19) oder der Galette (18) und zum Umlenken
des Fadens in Richtung der dritten Umlenkrolle (21) angeordnet ist.
2. Fadenliefervorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nickhebel (11) und/oder der Ausleger (22) an einem Gehäuse der Fadenliefervorrichtung
(10) angeordnet sind.
3. Fadenliefervorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Umlenkrolle (20) und die dritte Umlenkrolle (21) auf einer gleichen Seite
einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle (19) verlaufenden Horizontalebene
angeordnet sind.
4. Fadenliefervorrichtung (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Nickhebel (11) mit seinem freien Ende auf dem die zweite Umlenkrolle (20) gelagert
ist, über der Galette (18) im Bereich der Fadenliefervorrichtung (10) angeordnet ist.
5. Fadenliefervorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Umlenkrolle (20) auf einer anderen Seite einer durch die Rotationsachse
der Verlegerolle (19) verlaufenden Horizontalebene als die dritte Umlenkrolle (21)
angeordnet ist.
6. Fadenliefervorrichtung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Nickhebel (11) mit seinem freien Ende auf dem die zweite Umlenkrolle (20) gelagert
ist, unterhalb der Fadenliefervorrichtung (10) herausragt.
7. Arbeitsstelle (2) einer Zwirn- oder Kabliermaschine (1), zur Aufwicklung eines Fadens
() über einen Changierfadenführer (14) zu einer Auflaufspule (16), mit einer Fadenliefervorrichtung
(10) umfassend eine erste Umlenkrolle (17) zur Umlenkung eines Fadens, eine in Fadentransportrichtung
der ersten Umlenkrolle (17) nachgeschaltete angetriebene Galette (18), eine Verlegerolle
(19) derart zu der Galette (18) angeordnet, dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle
(19) und die Galette (18), diese gemeinsam umschlingend, legbar ist, ein Nickhebel
(11) mit einer in Fadentransportrichtung der Galette (18) nachgeschalteten zweiten
Umlenkrolle (20) zur weiteren Umlenkung des Fadens,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fadenliefervorrichtung (10) durch eine Fadenliefervorrichtung (10) nach einem
der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet ist.
8. Zwirn- oder Kabliermaschine (1) mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen (2) zur Aufwicklung
eines Fadens über einen Changierfadenführer (14) zu einer Auflaufspule (16), mit einer
Fadenliefervorrichtung (10) umfassend eine erste Umlenkrolle (17) zur Umlenkung eines
Fadens, eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle (17) nachgeschaltete
angetriebene Galette (18), eine Verlegerolle (19) derart zu der Galette (18) angeordnet,
dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle (19) und die Galette (18), diese gemeinsam
umschlingend, legbar ist, ein Nickhebel (11) mit einer in Fadentransportrichtung der
Galette (18) nachgeschalteten zweiten Umlenkrolle (20) zur weiteren Umlenkung des
Fadens
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Arbeitsstelle (2) durch eine Arbeitsstelle (2) nach Anspruch 7 ausgebildet
ist.