(19)
(11) EP 3 594 159 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.01.2020  Patentblatt  2020/03

(21) Anmeldenummer: 19184332.5

(22) Anmeldetag:  04.07.2019
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B65H 51/12(2006.01)
D01H 13/10(2006.01)
B65H 59/00(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 09.07.2018 DE 102018005392

(71) Anmelder: Saurer Technologies GmbH & Co. KG
47804 Krefeld (DE)

(72) Erfinder:
  • Diepolder, Michael
    87439 Kempten (DE)
  • Hiepp, Magnus
    87437 Kempten (DE)
  • Laux, Marina
    87659 Eggenthal (DE)
  • Pede-Vogler, Walter
    87471 Durach (DE)

(74) Vertreter: Morgenthum-Neurode, Mirko 
Saurer Spinning Solutions GmbH & Co. KG Patentabteilung Carlstraße 60
52531 Übach-Palenberg
52531 Übach-Palenberg (DE)

   


(54) FADENLIEFERVORRICHTUNG FÜR EINE ZWIRN- ODER KABLIERMASCHINE


(57) Die Erfindung betrifft eine Fadenliefervorrichtung 10 für eine Zwirn- oder Kabliermaschine 1, zur Zuführung eines Fadens über einen Changierfadenführer 14 zu einer Auflaufspule 16, umfassend eine erste Umlenkrolle 17 zur Umlenkung eines Fadens, eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle 17 nachgeschaltete angetriebene Galette 18, eine Verlegerolle 19 derart zu der Galette 18 angeordnet, dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle 19 und die Galette 18, diese gemeinsam umschlingend, legbar ist, ein Nickhebel 11 mit einer in Fadentransportrichtung der Galette 18 nachgeschalteten zweiten Umlenkrolle 20 zur weiteren Umlenkung des Fadens.
Erfindungsgemäß ist ein Ausleger 22 mit einer dritten Umlenkrolle 21, welche in Fadentransportrichtung der zweiten Umlenkrolle 20 nachgeschaltet und dem Changierfadenführer 14 zum Zuführen des Fadens auf eine Auflaufspule 16 vorgeschaltet angeordnet, wobei die zweite Umlenkrolle 20 auf einer anderen Seite einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle 19 verlaufenden Vertikalebene als die dritte Umlenkrolle 21 zum Empfang des Fadens von der Verlegerolle 19 oder der Galette 18 und zum Umlenken des Fadens in Richtung der dritten Umlenkrolle angeordnet 21 ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Fadenliefervorrichtung für eine Zwirn- oder Kabliermaschine, eine Arbeitsstelle einer Zwirn- oder Kabliermaschine umfassend eine solche Fadenliefervorrichtung und eine Zwirn- oder Kabliermaschine umfassend eine solche Arbeitsstelle.

[0002] Durch die DE 199 24 595 C1 ist eine Zwirnmaschine offenbart, an der der verzwirnte Faden über eine Umlenkrolle zu einer Liefervorrichtung umfassend eine Galette und eine Verlegerolle geführt wird. Der Zwirn ist mit mehreren Umschlingungen um die Galette und die Verlegerolle geführt und verläuft von der Galette zu einer Umlenkrolle, die am freien Ende eines Nickhebels angeordnet ist und eine horizontale Drehachse aufweist. Das freie Ende des Nickhebels befindet sich in Frontansicht vor der Liefervorrichtung, während das andere Ende des Nickhebels unterhalb der Liefervorrichtung an einer Lagerung gestellfest an einer Trägerplatte um eine horizontale Achse schwenkbar gelagert ist. Im Anschluss an die am Nickhebel angeordnete Umlenkrolle verläuft der Zwirn über einen an sich bekannten Changierfadenführer zu einer Aufwickelspule. Der Changierfadenführer führt eine oszillierende Bewegung entlang der Oberfläche der Aufwickelspule und parallel zu deren Achse durch, was zu einem gleichmäßigen Aufwinden des Zwirns auf der Aufwickelspule führt. Der Nickhebel dient dabei zum Längenausgleich. Durch die Pendelbewegungen des Nickhebels ist der Neigungswinkel des in den Changierfadenführer einlaufenden Fadens entsprechend der maximalen Winkellagen des Nickhebels unterschiedlich. Dadurch ergeben sich unterschiedliche Zustände im Bereich des Auflaufpunktes des Fadens auf die Aufwickelspule. Zum Austausch der unter der Lagerung für den Nickhebel befindlichen Vorlagespule lässt sich bei einer Zwirnmaschine gemäß der DE 199 24 595 C1 der Nickhebel um eine vertikale Achse auf eine Seite schwenken. Mindestens ein Sensor detektiert sowohl die Verschwenkung des Nickhebels um die horizontale als auch die Verschwenkung um die vertikale Achse und generiert bei Überschreitung eines vorgegebenen Grenzwertes der Verschwenkung ein Signal.

[0003] Ein erster Aspekt der Erfindung betrifft daher eine Fadenliefervorrichtung für eine Zwirn- oder Kabliermaschine, zur Zuführung eines Fadens über einen Changierfadenführer auf eine Auflaufspule, wobei die Fadenliefervorrichtung eine erste Umlenkrolle zur Umlenkung eines Fadens umfasst, eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle nachgeschaltete angetriebene Galette, eine Verlegerolle derart zu der Galette angeordnet, dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle und die Galette, diese gemeinsam umschlingend, legbar ist, sowie ein Nickhebel mit einer in Fadentransportrichtung der Galette nachgeschalteten zweiten Umlenkrolle zur weiteren Umlenkung des Fadens.

[0004] Die vorgeschlagene Fadenliefervorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass ein Ausleger mit einer dritten Umlenkrolle, welche in Fadentransportrichtung der zweiten Umlenkrolle nachgeschaltet und dem Changierfadenführer zum Zuführen des Fadens auf eine Auflaufspule vorgeschaltet angeordnet ist, wobei die zweite Umlenkrolle auf einer anderen Seite einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle verlaufenden Vertikalebene als die dritte Umlenkrolle zum Empfang des Fadens von der Verlegerolle oder der Galette und zum Umlenken des Fadens in Richtung der dritten Umlenkrolle angeordnet ist.

[0005] Weil der Nickhebel in Frontsicht hinter der Galette und nicht, wie bisher, vor der Fadenliefervorrichtung angeordnet ist, wird der zur Verfügung stehende Freiraum um die Fadenliefervorrichtung vergrößert. Durch den vergrößerten Freiraum unter der Fadenliefervorrichtung muss, um eine leere Vorlagespule gegen eine neue, volle auszutauschen, erfindungsgemäß kein Nickhebel mehr zur Seite verschwenkt werden, so dass das Bestücken der Spindel vereinfacht ist. Der Bestückungsvorteil trifft insbesondere bei kleinen Teilungen zu.

[0006] Zusätzlich ist die Fehlerquelle eliminiert, dass der Nickhebel nach dem Austausch der Vorlagespule nicht vollständig an seinen vorbestimmten Platz zurückverschwenkt wird.

[0007] Weil der verzwirnte Faden über die zweite Umlenkrolle des Nickhebels zu einer feststehenden, horizontal gelagerten dritten Umlenkrolle und von dieser dem Changierfadenführer zugeführt wird, ist der Einlaufwinkel des Fadens in den Changierfadenführer während des gesamten Prozesses definiert und konstant. Bei der bisherigen Anordnung, bei der der Faden von dem der Fadenliefervorrichtung vorgelagerten Nickhebel in den Changierfadenführer überführt wurde, war durch die notwendige Pendelbewegung des Nickhebels der Neigungswinkel des in den Changierfadenführer einlaufenden Fadens entsprechend der Winkellagen des Nickhebels unterschiedlich. Durch diese Variationen des Neigungswinkels ergaben sich unterschiedliche Zustände im Bereich des Auflaufpunktes des Fadens auf der Auflaufspule. Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung der Fadenliefervorrichtung mit der dritten Umlenkrolle, die ortsfest an einem Ausleger angeordnet ist, ist stets ein konstanter und exakter letzter Umlenkpunkt des Fadens vor dem Einlauf in den Changierfadenführer gewährleistet, so dass der Neigungswinkel mit dem der Faden in den Changierfadenführer einläuft, ebenfalls konstant ist. Dies wirkt sich positiv auf die Zwirnspulenqualität auf.

[0008] Durch den Nickhebel werden Spannungsschwankungen, die durch den hin- und hergehenden Changierfadenführer verursacht werden, absorbiert. Befand sich der Changierfadenführer in seiner Mittelstellung war bisher sein Abstand von der Umlenkrolle des Nickhebels kürzer als in den beiden Umkehrstellungen. Durch Auf- und Abbewegen bzw. die Schwenkbewegungen des Nickhebels wurden diese Längenunterschiede ausgeglichen und damit eine gleichmäßigere Fadenspannung ermöglicht. Durch die erfindungsgemäße Fadenliefervorrichtung wird dieser direkte Fadenspannungsausgleich am Changierdreieck entschärft, denn der Faden wird von dem Nickhebel über eine ortsfeste dritte Umlenkrolle dem Changierfadenführer zugeführt.

[0009] Dabei kann der Faden entweder, wie bisher, von der Galette der zweiten Umlenkrolle des Nickhebels oder von der nicht angetriebenen Verlegerolle zu dem Nickhebel geführt werden. In Versuchen wurde festgestellt, dass durch die Abgabe des Fadens von der passiven Verlegerolle der Fadenspannungsausgleich weiter optimiert wird, da ein deutlich größerer Ausgleichsweg genutzt wird.

[0010] In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind der Nickhebel und/oder der Ausleger an einem Gehäuse der Fadenliefervorrichtung angeordnet.

[0011] Durch die Integration des Nickhebels und/oder aller Fadenumlenkungen in die Baugruppe der Fadenliefervorrichtung wird eine kompakte Baugruppe erzielt, die ein einfacheres Handling für das Bedienpersonal ermöglicht. Zudem können mit einem derartigen Bauteil auch ältere, bereits im Einsatz befindliche Zwirn- und Kabliermaschinen nachgerüstet werden.

[0012] Insbesondere sind die zweite Umlenkrolle und die dritte Umlenkrolle auf einer gleichen Seite einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle verlaufenden Horizontalebene angeordnet.

[0013] Diese Anordnung des Nickhebels ermöglicht es, den Arbeitsbereich für das Bedienpersonal weiter zu vergrößern respektive zu optimieren.

[0014] In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Fadenliefervorrichtung ist der Nickhebel mit seinem freien Ende auf dem die zweite Umlenkrolle gelagert ist, über der Galette im Bereich der Fadenliefervorrichtung angeordnet.

[0015] Diese Anordnung des Nickhebels ermöglicht es, den Arbeitsbereich für das Bedienpersonal maximal zu vergrößern.

[0016] Alternativ ist die zweite Umlenkrolle auf einer anderen Seite einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle verlaufenden Horizontalebene als die dritte Umlenkrolle angeordnet.

[0017] Durch eine derartige Anordnung kann nicht nur der Arbeitsbereich über der Spindel vergrößert, sondern auch eine gute Zugänglichkeit des Nickhebels erzielt werden.

[0018] In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der Erfindung ragt der Nickhebel mit seinem freien Ende auf dem die zweite Umlenkrolle gelagert ist, unterhalb der Fadenliefervorrichtung heraus.

[0019] Eine derartige Anordnung ist besonders vorteilhaft und gewährleistet zum einen einen großzügigen Freiraum um die Vorlagespule auszutauschen und zum anderen eine leichte Zugänglichkeit des Nickhebels, für den Fall, dass der Faden manuell über die zweite Umlenkrolle geführt werden muss.

[0020] Ein zweiter Aspekt der Erfindung betrifft daher eine Arbeitsstelle einer Zwirn- oder Kabliermaschine, zur Aufwicklung eines Fadens über einen Changierfadenführer auf eine Auflaufspule, mit einer Fadenliefervorrichtung umfassend eine erste Umlenkrolle, zur Umlenkung eines Fadens, eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle nachgeschaltete angetriebene Galette, eine Verlegerolle derart zu der Galette angeordnet, dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle und die Galette, diese gemeinsam umschlingend, legbar ist, ein Nickhebel mit einer in Fadentransportrichtung der Galette nachgeschalteten zweiten Umlenkrolle zur weiteren Umlenkung des Fadens.

[0021] Die Arbeitsstelle zeichnet sich dadurch aus, dass die Fadenliefervorrichtung durch eine Fadenliefervorrichtung nach einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen ist.

[0022] Wird die Arbeitsstelle mit einer derart ausgestalteten Fadenliefervorrichtung ausgestattet, so wirkt sich dies einerseits positiv auf die Zwirnspulenqualität aus, andererseits wird das Handling für das Bedienpersonal erleichtert.

[0023] Durch die ortsfeste Anordnung der dritten Umlenkrolle an der Fadenliefervorrichtung ist kontinuierlich ein definierter Einlauf- respektive Neigungswinkel des Fadens in den Changierfadenführer gewährleistet. Nach wie vor absorbiert der Nickhebel die durch den oszillierenden Changierfadenführer hervorgerufenen Spannungsschwankungen, aber ohne nun selbst aufgrund der Pendelbewegungen schwankende Neigungswinkel des einlaufenden Fadens in den Changierfadenführer zu verursachen.

[0024] Gleichzeitig wird durch die kompakte Bauweise der Freiraum respektive die Zugänglichkeit der Arbeitsstelle optimiert. Die auf der Spindel aufgesetzte Vorlagenspule kann leichter und schneller gegen eine neue Vorlagenspule ausgetauscht werden, da zum Bestücken kein seitliches Wegschwenken des Nickhebels mehr notwendig ist. Der Nickhebel beeinträchtigt nicht den Arbeitsbereich, in dem manuell die Vorlagespulen von der Spindel abgenommen respektive auf die Spindel aufgesetzt werden, während bisher selbst der zur Seite geschwenkte Nickhebel immer noch in den Arbeitsbereich hineinragte.

[0025] Ein dritter Aspekt der Erfindung betrifft daher eine Zwirn- oder Kabliermaschine mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen zur Aufwicklung eines Fadens über einen Changierfadenführer auf eine Auflaufspule, mit einer Fadenliefervorrichtung umfassend eine erste Umlenkrolle, zur Umlenkung eines Fadens, eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle nachgeschaltete angetriebene Galette, eine Verlegerolle derart zu der Galette angeordnet, dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle und die Galette, diese gemeinsam umschlingend, legbar ist, ein Nickhebel mit einer in Fadentransportrichtung der Galette nachgeschalteten zweiten Umlenkrolle zur weiteren Umlenkung des Fadens.

[0026] Die Zwirn- oder Kabliermaschine zeichnet sich dadurch aus, dass mindestens eine Arbeitsstelle durch eine Arbeitsstelle nach der vorstehend beschriebenen Ausführungsform gebildet ist.

[0027] Bei einer derart ausgebildeten Zwirn- oder Kabliermaschine wird insgesamt die Maschinenbedienung für das Personal erleichtert, was sich ebenfalls positiv auf den Nutzeffekt der gesamten Zwirn- oder Kabliermaschine auswirkt. Da eine Person üblicherweise mehrere Maschinen mit jeweils einer Vielzahl von Arbeitsstellen betreut, bedeuten weniger notwendige durchzuführende Arbeitsschritte einen Zeit- und Aufwandsvorteil.

[0028] Zudem werden durch den nicht mehr in den Arbeitsbereich hineinragenden und verschwenkbaren Nickhebel Fehlerquellen reduziert, die aus einer nicht ordnungsgemäßen Positionierung des Nickhebels beim Aus- oder Einschwenken aus respektive in den Arbeitsbereich resultieren.

[0029] Ebenfalls kann eine derartige Zwirn- und Kabliermaschine einen qualitativ optimierten Zwirn respektive Zwirnspule herstellen, da sich der konstante Neigungswinkel des Fadens beim Einlauf in den Changierfadenführer positiv bemerkbar macht.

[0030] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren und Zeichnungen, die erfindungswesentliche Einzelheiten zeigen, und aus den Patentansprüchen. Die einzelnen Merkmale können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebiger Kombination bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung verwirklicht sein.

[0031] Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert.
Figur 1
eine schematisierte Vorderansicht einer Zwirn- oder Kabliermaschine, deren Arbeitsstellen mit den erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtungen ausgestattet sind;
Figur 2
eine schematisierte Ansicht einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung mit eingezeichnetem Fadenlauf;
Figur 3
eine schematisierte Seitenansicht der in Figur 2 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung mit einem alternativen Fadenlauf;
Figur 4
eine schematisierte Ansicht einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung mit eingezeichnetem Fadenlauf.


[0032] In der Figur 1 ist in schematisierter Vorderansicht eine Zwirn- oder Kabliermaschine 1 dargestellt. Derartige Textilmaschinen weisen im Bereich ihrer Maschinenlängsseiten jeweils eine Vielzahl identischer Arbeitsstellen 2 auf.

[0033] Außerdem verfügen derartige Textilmaschinen in der Regel über eine maschinenendseitig angeordnete Antriebs- und Bedienungseinheit 6, in der beispielsweise die benötigten Energieeinrichtungen, verschiedene Antriebe sowie eine zentrale Steuereinrichtung 7 installiert sind.

[0034] Im Ausführungsbeispiel weist die Zwirn- oder Kabliermaschine 1 des Weiteren ein Spulentransportsystem auf, dessen schematisch dargestellte Abgabestelle mit der Bezugszahl 8 gekennzeichnet ist.

[0035] Wie bekannt, verfügen die Arbeitsstellen 2 von Zwirn- oder Kabliermaschinen 1 mit Außenfadenzuführung jeweils über ein Gatter 3, welches der Aufnahme mindestens einer ersten Vorlagespule 4 dient, von der ein so genannter Außenfaden abgezogen wird.

[0036] Derartige Arbeitsstellen 2 weisen des Weiteren, was in den Figuren der vorliegenden Anmeldung aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit nicht näher dargestellt ist, jeweils eine Kablierspindel auf, die von einem Spindelantrieb angetrieben wird. Bei einem solchen Spindelantrieb kann es sich um einen Motor handeln, der die Kablierspindel direkt antreibt, oder um einen indirekten Antrieb, zum Beispiel um einen Riemenantrieb.

[0037] Die im Ausführungsbeispiel der Figur 1 jeweils hinter einer verschiebbar gelagerten Schutzwand 5 angeordnete Kablierspindel trägt auf einem an der Kablierspindel angeordneten stationären Spulentopfboden, wie üblich, außerdem eine zweite Vorlagespule, von der ein so genannter Innenfaden über Kopf abgezogen wird, der oberhalb der Kablierspindel einem nicht dargestellten Kordregulator oder Ballonfadenführer zugeführt wird.

[0038] Der Außenfaden wird der von der ersten Vorlagespule 4, die im Gatter 3 bevorratet ist, abgezogen und zunächst einer Fadenspannungsbeeinflussungsvorrichtung 9 zugeführt, mittels der die Fadenspannung des Außenfadens variiert bzw. eingestellt werden kann.

[0039] Der Außenfaden umkreist anschließend die Kablierspindel unter Ausbildung eines freien Fadenballons. Der Kordregulator oder Ballonfadenführer, in denen der von der ersten Vorlagespule 4 abgezogene Außenfaden und der von der zweiten Vorlagespule abgezogene Innenfaden zusammengeführt werden, bestimmt dabei die Höhe des sich ausbildenden freien Fadenballons. In dieser auch als Ausgleichssystem bezeichneten Einrichtung befindet sich der Kablierpunkt, in dem der Außenfaden und der Innenfaden zusammenlaufen.

[0040] Oberhalb des Kablierpunktes ist die Fadenliefervorrichtung 10 angeordnet, mittels der der verzwirnte respektive kablierte Faden abgezogen und über ein den Nickhebel 11, einer Aufwickelvorrichtung 12 zugeführt wird.

[0041] Die Aufwickelvorrichtung 12 weist, wie üblich, eine Antriebswalze 13 sowie einen Changierfadenführer 14 auf. Mittels des Changierfadenführers 14 wird der Faden auf eine durch die Antriebswalze 13 reibschlüssig angetriebene, in einem Spulenrahmen 15 gehaltene Auflaufspule 16 aufgewickelt.

[0042] Figur 2 zeigt schematisch eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung 10, bei der die zweite 20 und dritte Umlenkrolle 21 auf unterschiedlichen Seiten einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle 19 verlaufenden Horizontalebene angeordnet sind. Der Faden läuft in Fadenlaufrichtung F von unten kommend über die drehbar gelagerte erste Umlenkrolle 17, wird ca. um 90° umgelenkt und läuft auf die Galette 18 auf. In mehreren Umschlingungen wird der Faden um die Galette 18 und die Verlegerolle 19 geführt, um anschließend von der Verlegerolle 19 über die zweite Umlenkrolle 20, die am freien Ende des hinter der Galette 18 angeordneten Nickhebels 11 drehbar gelagert angeordnet ist, zu einer dritten Umlenkrolle 21 geführt wird. Die dritte Umlenkrolle 21 ist drehbar gelagert auf einem Ausleger 22 angeordnet, der an der Fadenliefervorrichtung 10 derselben vorgelagert ist. Von der dritten Umlenkrolle 21 läuft der Faden unter einem definierten und konstanten Neigungswinkel in den Changierfadenführer 14 ein, der den Faden mit oszillierenden Bewegungen auf die Auflaufspule 16 aufwickelt.

[0043] Figur 3 zeigt dieselbe Ausführungsform wie Figur 2 in der Seitenansicht, lediglich ein Teil des Fadenlaufs ist ein anderer. Auch in dieser Variante wird der Faden über die erste Umlenkrolle 17, mehrmals über die Galette 18 und die Verlegerolle 19 und von der Verlegerolle 19 zu dem Nickhebel 11 respektive der auf dem Nickhebel 11 angeordneten zweiten Umlenkrolle 20 zugeführt. Allerdings wird der Faden von vorne, und nicht von hinten wie in Figur 2 dargestellt, um die zweite Umlenkrolle 20 zu der dritten Umlenkrolle 21 geführt, so dass der Fadenlauf in Seitenansicht eine Kreuzungsstelle aufweist.

[0044] Figur 4 zeigt eine alternative Ausführungsform der erfindungsgemäßen Fadenliefervorrichtung 10 in Seitenansicht. Der Nickhebel 11 ist im eingebauten Zustand der Fadenliefervorrichtung 10 hinter der Galette 18 angeordnet, allerdings ist das freie Ende des Nickhebels 11 an dem die zweite Umlenkrolle 20 gelagert ist, nach oben in Richtung der Auflaufspule 16 angeordnet. Das heißt, dass die zweite 20 und die dritte Umlenkrolle 21 auf der gleichen Seite einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle 19 verlaufenden Horizontalachse angeordnet sind. Über die erste Umlenkrolle 17 wird der Faden mehrmals um die angetriebene Galette 18 sowie die passive Verlegerolle 19 geführt, um von der Verlegerolle 19 über die zweite Umlenkrolle 20 und weiter über die dritte Umlenkrolle 21 dem Changierfadenführer 14 zugeführt zu werden.

Bezugszeichenliste



[0045] 
1
Zwirn- oder Kabliermaschine
2
Arbeitsstellen
3
Gatter
4
Erste Vorlagespule
5
Schutzwand
6
Antriebs- und Bedienungseinheit
7
Steuereinrichtung
8
Spulentransportsystem
9
Fadenspannungsbeeinflussungsvorrichtung
10
Fadenliefervorrichtung
11
Nickhebel
12
Aufwickelvorrichtung
13
Antriebswalze
14
Changierfadenführer
15
Spulenrahmen
16
Auflaufspule
17
Erste Umlenkrolle
18
Galette
19
Verlegerolle
20
Zweite Umlenkrolle
21
Dritte Umlenkrolle
22
Ausleger



Ansprüche

1. Fadenliefervorrichtung (10) für eine Zwirn- oder Kabliermaschine (1), zur Zuführung eines Fadens über einen Changierfadenführer (14) zu einer Auflaufspule (16), wobei die Fadenliefervorrichtung (10) umfasst
eine erste Umlenkrolle (17) zur Umlenkung eines Fadens,
eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle (17) nachgeschaltete angetriebene Galette (18),
eine Verlegerolle (19) derart zu der Galette (18) angeordnet, dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle (19) und die Galette (18), diese gemeinsam umschlingend, legbar ist, ein Nickhebel (11) mit einer in Fadentransportrichtung der Galette (18) nachgeschalteten zweiten Umlenkrolle (20) zur weiteren Umlenkung des Fadens
gekennzeichnet durch,
einen Ausleger (22) mit einer dritten Umlenkrolle (21), welche in Fadentransportrichtung der zweiten Umlenkrolle (17) nachgeschaltet und dem Changierfadenführer (14) zum Zuführen des Fadens auf eine Auflaufspule (16) vorgeschaltet angeordnet ist,
wobei die zweite Umlenkrolle (20) auf einer anderen Seite einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle (19) verlaufenden Vertikalebene als die dritte Umlenkrolle (21) zum Empfang des Fadens von der Verlegerolle (19) oder der Galette (18) und zum Umlenken des Fadens in Richtung der dritten Umlenkrolle (21) angeordnet ist.
 
2. Fadenliefervorrichtung (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Nickhebel (11) und/oder der Ausleger (22) an einem Gehäuse der Fadenliefervorrichtung (10) angeordnet sind.
 
3. Fadenliefervorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Umlenkrolle (20) und die dritte Umlenkrolle (21) auf einer gleichen Seite einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle (19) verlaufenden Horizontalebene angeordnet sind.
 
4. Fadenliefervorrichtung (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Nickhebel (11) mit seinem freien Ende auf dem die zweite Umlenkrolle (20) gelagert ist, über der Galette (18) im Bereich der Fadenliefervorrichtung (10) angeordnet ist.
 
5. Fadenliefervorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Umlenkrolle (20) auf einer anderen Seite einer durch die Rotationsachse der Verlegerolle (19) verlaufenden Horizontalebene als die dritte Umlenkrolle (21) angeordnet ist.
 
6. Fadenliefervorrichtung (10) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Nickhebel (11) mit seinem freien Ende auf dem die zweite Umlenkrolle (20) gelagert ist, unterhalb der Fadenliefervorrichtung (10) herausragt.
 
7. Arbeitsstelle (2) einer Zwirn- oder Kabliermaschine (1), zur Aufwicklung eines Fadens () über einen Changierfadenführer (14) zu einer Auflaufspule (16), mit einer Fadenliefervorrichtung (10) umfassend eine erste Umlenkrolle (17) zur Umlenkung eines Fadens, eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle (17) nachgeschaltete angetriebene Galette (18), eine Verlegerolle (19) derart zu der Galette (18) angeordnet, dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle (19) und die Galette (18), diese gemeinsam umschlingend, legbar ist, ein Nickhebel (11) mit einer in Fadentransportrichtung der Galette (18) nachgeschalteten zweiten Umlenkrolle (20) zur weiteren Umlenkung des Fadens,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Fadenliefervorrichtung (10) durch eine Fadenliefervorrichtung (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche ausgebildet ist.
 
8. Zwirn- oder Kabliermaschine (1) mit einer Vielzahl von Arbeitsstellen (2) zur Aufwicklung eines Fadens über einen Changierfadenführer (14) zu einer Auflaufspule (16), mit einer Fadenliefervorrichtung (10) umfassend eine erste Umlenkrolle (17) zur Umlenkung eines Fadens, eine in Fadentransportrichtung der ersten Umlenkrolle (17) nachgeschaltete angetriebene Galette (18), eine Verlegerolle (19) derart zu der Galette (18) angeordnet, dass ein Faden mehrfach um die Verlegerolle (19) und die Galette (18), diese gemeinsam umschlingend, legbar ist, ein Nickhebel (11) mit einer in Fadentransportrichtung der Galette (18) nachgeschalteten zweiten Umlenkrolle (20) zur weiteren Umlenkung des Fadens
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine Arbeitsstelle (2) durch eine Arbeitsstelle (2) nach Anspruch 7 ausgebildet ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente