Gebiet der Erfindung
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Befestigungsvorrichtung zur lösbaren Befestigung
eines Rollstuhls in einem Fahrzeug.
Stand der Technik
[0002] In Personenbeförderungseinrichtungen wie Bussen ist die Verwendung von Befestigungselementen
zur Befestigung von Rollstühlen während der Fahrt bekannt. Insbesondere werden Gurte
verwendet, um einen Rollstuhl beispielsweise an einer Wand oder im Bodenbereich des
Fahrzeuges zu befestigen.
[0003] Beispielsweise offenbart die
US 2013 280 002 A1 ein Sicherungssystem zum Sichern eines Rollstuhls in einem Fahrzeug, wobei das Sicherungssystem
umfasst: eine Gruppe von Rückhaltern zum Sichern des Rollstuhls, wobei die Gruppe
von Rückhaltern zum Sichern des Rollstuhls aus einem ersten, zweiten und dritten Rückhalter
besteht; und wobei die ersten und zweiten Rückhalter in einem hinteren Bereich des
Sicherungssystems positioniert sind und der dritte Rückhalter in einem vorderen Bereich
des Sicherungssystems positioniert ist. Die Rückhalter sind durch Rückhaltegurte gebildet.
[0004] Problematisch an bekannten Rollstuhlbefestigungen ist, dass die Rollstühle selbst
und auch die Befestigungselemente oft nicht stabil genug sind, um die Benutzer eines
Rollstuhls bei einem Unfall des Beförderungsfahrzeuges ausreichend zu sichern. Außerdem
haben Rollstuhlfahrer oft keine Möglichkeit Ihren Rollstuhl selbständig im Fahrzeug
zu verankern.
Zusammenfassung der Erfindung
[0005] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, eine Befestigungsvorrichtung zur lösbaren Befestigung
eines Rollstuhls in einem Fahrzeug anzugeben, die eine hohe Sicherheit eines Benutzers
des Rollstuhls auch bei einem Unfall des Fahrzeuges gewährleistet. Dabei soll die
Befestigung des Rollstuhls auch durch einen Rollstuhlbenutzer selbst möglich sein.
[0006] Die Lösung der Aufgabe erfolgt durch eine Befestigungsvorrichtung zur lösbaren Befestigung
eines Rollstuhls in einem Fahrzeug, umfassend eine mechanisch stabile Tragstruktur
unter einem Sitz des Rollstuhl, sowie mindestens zwei im Wesentlichen stangenförmige
Befestigungselemente, wobei die Befestigungselemente aus einer zurückgezogenen Position
in eine ausgefahrene Position axial verschiebbar sind, wobei die Befestigungselemente
an einem ersten Ende axial verschiebbar mit der Tragstruktur verbunden sind und an
einem dem ersten Ende gegenüberliegenden zweiten Ende Kontaktpunkte zur Befestigung
im Fahrzeug ausgebildet sind, wobei die Befestigungselemente dazu ausgebildet sind,
durch einen Benutzer des Rollstuhls axial verschoben zu werden, so dass durch den
Benutzer des Rollstuhls die Befestigungselemente in die ausgefahrene Position verschoben
werden können und die Kontaktpunkte am Fahrzeug befestigt werden können.
[0007] Erfindungsgemäß weist ein Rollstuhl zur Befestigung in einem Fahrzeug unter der Sitzfläche
des Rollstuhls eine Tragstruktur auf, die eine mechanische Stabilität des Rollstuhls
selbst bei Unfall gewährleistet. An dieser Tragstruktur sind mechanisch stabile, steife
Befestigungselemente zumindest mittelbar befestigt, in einer Weise, so dass die im
Wesentlichen stangenförmigen Befestigungselemente axial vor- und zurückgeschoben werden
können. Ein freies Ende eines Befestigungselements, das zweite Ende, dient der Befestigung
am Fahrzeug. Das andere, erste Ende des Befestigungselements bleibt auch im ausgefahrenen
Zustand und somit bei Befestigung des Rollstuhls am Fahrzeug mit der Tragstruktur
verbunden, so dass sich ein mechanisch stabiler Rahmen durch den Rollstuhl und durch
die stabförmigen Befestigungselemente bis zum Fahrzeug erstreckt. Diese durchgängig
stabile Anordnung ermöglicht eine hohe Sicherheit des Benutzers des Rollstuhls auch
bei einem Unfall. Die Befestigungselemente sind durch einen Benutzer des Rollstuhls
selbst axial verschiebbar und können daher durch den Benutzer in den ausgefahrenen
und befestigten Zustand verschoben werden. Die Befestigungselemente sind dazu in geeigneter
Weise axial verschiebbar gelagert, so dass eine auftretende Kraft durch die Tragstruktur
unter der Sitzfläche des Rollstuhls geleitet wird. Bevorzugt kann auch ein handelsüblicher
Rollstuhl mit einer solchen Befestigungsvorrichtung nachgerüstet werden. Dies kann
die Nachrüstung des Rollstuhls mit der erforderlichen Tragstruktur inkludieren oder
es kann eine bereits am Rollstuhl vorhandene Tragstruktur für die Befestigungsvorrichtung
genutzt werden.
[0008] Die Befestigungselemente sind stangenförmig, und weisen daher eine lange zylindrische
Form auf, wobei der Querschnitt der Befestigungselemente rund sein kann, jedoch auch
andere Formen umfasst sind, wie beispielsweise quadratische oder rechteckige Querschnitte.
Der Rollstuhl wird daher mit massiven, steifen Elementen, nämlich den Befestigungselementen
mit dem Fahrzeug verbunden.
[0009] Bevorzugt weisen die Befestigungselemente Positionierungshilfen auf, wobei die Befestigungselemente
mittels der Positionierungshilfen durch einen Benutzer des Rollstuhls axial verschiebbar
sind, so dass durch den Benutzer des Rollstuhls die Befestigungselemente in die ausgefahrene
Position verschoben werden können und die Kontaktpunkte am Fahrzeug befestigt werden
können. Die Positionierungshilfen sind beispielsweise durch Griffe zum mechanischen
Verschieben der Befestigungselemente ausgebildet, als Knopf, Erhebung, Vertiefung
als raue oder geriffelte Oberfläche, oder als Kunststoffüberzug bzw. umfassen eines
oder mehrere der genannten Elemente. Eine raue oder geriffelte Oberfläche kann beispielsweise
dazu dienen, um die Befestigungselemente besser halten zu können. Ein Kunststoffüberzug
kann beispielsweise für Befestigungselemente aus Metall dazu dienen, eine thermische
Entkopplung zu im Winter kalten oder im Sommer heißen Befestigungselementen zu bilden.
[0010] Die Kontaktpunkte dienen der Befestigung der Befestigungselemente am Fahrzeug. Eine
solche Befestigung kann im einfachsten Fall durch jede Anlage an einem fahrzeugfesten
Bauteil gebildet sein. Bevorzugt sind die Kontaktpunkte aber für einen Halt, beispielsweise
durch einen Formschluss, am Fahrzeug ausgebildet. Besonders bevorzugt weisen die Kontaktpunkte
einen Verriegelungsmechanismus auf, zur Verriegelung der Befestigung der Befestigungselemente
am Fahrzeug. Durch die Montage dieser Verriegelung hat der Rollstuhlfahrer die Möglichkeit
den Rollstuhl selbstständig in einem Fahrzeug zu verriegeln und somit einen sicheren
Sitzplatz zu schaffen.
[0011] Bevorzugt ist der Verriegelungsmechanismus mittels der Positionierungshilfen durch
den Benutzer des Rollstuhls lösbar. Der Benutzer des Rollstuhls kann somit, bevorzugt
durch das Drücken oder Bewegen eines Betätigungselements, vorzugsweise angeordnet
an den Positionierungshilfen, selbst den Rollstuhl wieder entriegeln.
[0012] Vorzugsweise umfasst die Befestigungsvorrichtung zumindest drei der im Wesentlichen
stangenförmigen Befestigungselemente, wovon zwei Befestigungselemente im Wesentlichen
horizontal verschiebbar sind, zur Befestigung des Rollstuhls an einem vertikalen Element
des Fahrzeugs, beispielsweise an einer Wand, an einer Säule oder an einer vertikalen
Fläche eines Sitzes, und ein Befestigungselement im Wesentlichen vertikal verschiebbar
ist, zur Befestigung des Rollstuhls an einem Boden des Fahrzeugs.
[0013] Die Befestigung erfolgt somit bevorzugt durch eine Dreipunktbefestigung/-verankerung
im Fahrzeug. Zwei Kontaktpunkte werden durch horizontal verschiebliche Befestigungselemente
gebildet, der dritte Kontaktpunkt wird durch eine vertikale Stütze am Boden des Fahrzeuges
gebildet. In einer alternativen Ausführungsform können die horizontal verschieblichen
Befestigungselemente teleskopartig ausgeführt sein und einen Verriegelungsmechanismus
aufweisen, beispielsweise eine Verrastung, zur Fixierung der einmal eingestellten
bzw. an die Verhältnisse im jeweiligen Fahrzeug angepassten Längen der Befestigungselemente.
[0014] Das im Wesentlichen vertikal verschiebbare Befestigungselement wird bevorzugt durch
eine vertikal ausgerichtete Teleskopstange gebildet. Eine einzelne vertikale Säule
als drittes Befestigungselement kann insbesondere dann verwendet werden, wenn die
Tragstruktur des Rollstuhls durch ein flächiges Bauteil, insbesondere durch ein Gehäuse,
gebildet wird und wenn der Rollstuhl nicht zusammenklappbar ist.
[0015] Alternativ kann das im Wesentlichen vertikal verschiebbare Befestigungselement durch
zwei V-förmig in Richtung zu einem gemeinsamen Kontaktpunkt hin aufeinander zulaufende
Teleskopstangen gebildet wird. Diese beiden Teleskopstangen können durch eine Querverstrebung,
insbesondere eine Quer-Teleskopstange, miteinander verbunden sein. An dieser Querverstrebung
kann eine gemeinsame Positionierungshilfe für die beiden Teleskopstangen angeordnet
sein. Eine solche Anordnung V-förmig aufeinander zulaufender Teleskopstangen kann
insbesondere dann verwendet werden, wenn die Tragstruktur des Rollstuhls durch einen
Rahmen gebildet wird - insbesondere, wenn der Rollstuhl zusammenklappbar ist.
[0016] Zumindest ein Kontaktpunkt kann einen elektrischen Lade-Anschluss aufweisen, so dass
ein elektrischer Energiespeicher des Rollstuhls über den Kontaktpunkt aus einem elektrischen
Energiespeicher des Fahrzeugs geladen werden kann.
Kurzbeschreibung der Zeichnungen
[0017] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die Zeichnungen
beschrieben.
- Fig. 1
- ist eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung
von der Seite (links) und von vorne (rechts).
- Fig. 2
- ist eine schematische Darstellung einer weiteren erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung
von der Seite (links) und von vorne (rechts).
- Fig. 3 a) b)
- ist eine schematische Darstellung von vertikalen Befestigungselementen einer erfindungsgemäßen
Befestigungsvorrichtung in verschiedenen Zuständen, von der Seite (a)) und von vorne
(b)).
- Fig. 4 a) b) c)
- ist eine schematische Darstellung von vertikalen Befestigungselementen einer erfindungsgemäßen
Befestigungsvorrichtung mit verschiedenen Kontaktpunkten.
- Fig. 5 a) b) c) d)
- ist eine schematische Darstellung von verschiedenen Befestigungspunkten für Befestigungselemente
einer erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung.
- Fig. 6 a) b)
- ist eine schematische Darstellung von Befestigungspunkten für Befestigungselemente
einer erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung, von der Seite (a)) und von vorne
(b)).
- Fig. 7 a) b)
- ist eine schematische Darstellung von Befestigungspunkten für Befestigungselemente
einer erfindungsgemäßen Befestigungsvorrichtung, von der Seite (a)) und von vorne
(b)).
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0018] In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung zur lösbaren Befestigung
eines Rollstuhls 10 (gestrichelt dargestellt) in einem Fahrzeug dargestellt. Diese
Ausführungsvariante kann insbesondere als Rollstuhlverriegelung für nicht zusammenklappbare
Rollstühle verwendet werden. Die Befestigungsvorrichtung kann unter dem Sitz 2 eines
Rollstuhls 10 montiert sein.
[0019] Die Befestigungsvorrichtung umfasst eine mechanisch stabile Tragstruktur, nämlich
ein stabiles Gehäuse 7 unter dem Sitz 2 des Rollstuhls 10. Ferner umfasst die Befestigungsvorrichtung
insgesamt drei im Wesentlichen stangenförmige Befestigungselemente 4, wobei die Befestigungselemente
4 aus einer zurückgezogenen Position in eine ausgefahrene Position axial verschiebbar
sind, wobei die Befestigungselemente 4 an einem ersten Ende axial verschiebbar mit
der Tragstruktur, dem Gehäuse 7, verbunden sind und an einem dem ersten Ende gegenüberliegenden
zweiten Ende Kontaktpunkte 18, zur Befestigung im Fahrzeug, ausgebildet sind.
[0020] Die Befestigungselemente 4 weisen Positionierungshilfen 8 auf, wobei die Befestigungselemente
4 mittels der Positionierungshilfen 8 durch einen Benutzer 12 des Rollstuhls 10 axial
verschiebbar sind, so dass durch den Benutzer 12 des Rollstuhls 10 die Befestigungselemente
4 in die ausgefahrene Position verschoben werden können und die Kontaktpunkte 18 am
Fahrzeug befestigt werden können.
[0021] Ein besonderes Merkmal ist somit, dass sich der Rollstuhlbenutzer 12 selbstständig
mit seinem Rollstuhl 10 im Fahrzeug verankern kann. Zusätzlich hat der Rollstuhlbenutzer
12 mit dem Gehäuse 7 unter dem Sitz 2 eine Struktur, welche im Crash-Fall stabil genug
ist um den Sitz 2 mit dem Rollstuhlbenutzer 12 zu tragen. Durch einfaches vor- und
zurückschieben der Positionierungshilfen 8 kann der Benutzer 12 die Befestigungselemente
4 zu den fahrzeugfesten Befestigungspunkten 9 hinführen und fixieren.
[0022] Durch lösen einer Arretierung an der Positionierungshilfe 8, kann der Rollstuhlbenutzer
12 die Befestigungselemente 4 wieder von den Befestigungspunkten 9 lösen. Der Rollstuhlbenutzer
12 kann das System in jeder Personenbeförderungseinrichtung verwenden, da die Rollstuhlverriegelung
auf einer standardisierten Höhe montiert ist. Die Befestigungspunkte 9 sind ebenfalls
auf dieser standardisierten Höhe montiert. Durch eine vordere Stütze 3, die durch
ein Befestigungselement 4 gebildet sein kann, ist die Plattform auch nach unten abgestützt.
Für den Kontaktpunkt 18 zum Abstützpunkt 13 an der vorderen Stütze 3 sind verschiedene
Varianten möglich (siehe Fig. 4).
[0023] Figur 2 zeigt eine mögliche Variante einer erfindungsgemäße Befestigungsvorrichtung
mit einer Rollstuhlverriegelung, insbesondere für zusammenklappbare Rollstühle.
[0024] Die Befestigungsvorrichtung kann an einem Rahmen 11 unter dem Sitz 2 eines Rollstuhls
10 montiert sein.
[0025] Ein besonderes Merkmal ist wieder, dass sich der Rollstuhlbenutzer 12 selbstständig
mit seinem Rollstuhl 10 im Fahrzeug verankern kann. Wenn der Rollstuhl 10 einen Rahmen
11 besitzt, der bei einem Unfall stabil genug ist um den Sitz 2 mit dem Rollstuhlbenutzer
12 zu tragen, hat der Rollstuhlbenutzer 12 durch die Verwendung dieser Rollstuhlverriegelung
einen sicheren Sitzplatz.
[0026] Durch einfaches vor- und zurückschieben der Positionierungshilfen 8 kann der Benutzer
die Befestigungselemente 4 zu den Befestigungspunkten 9 hinführen und fixieren. Durch
lösen der Arretierung an der Positionierungshilfe 8 kann der Rollstuhlbenutzer 12
die Befestigungselemente 4 wieder von den Befestigungspunkten 9 lösen.
[0027] Der Rollstuhlbenutzer 12 kann das System in jeder Personenbeförderungseinrichtung
verwenden, da die Rollstuhlverriegelung auf einer standardisierten Höhe montiert ist.
Die Befestigungspunkte 9 sind ebenfalls auf dieser standardisierten Höhe montiert.
Durch eine vordere Stütze 3, die durch ein oder zwei Befestigungselemente 4 gebildet
sein kann, ist der Rahmen 11 auch nach unten abgestützt. Für den Kontaktpunkt 18 zum
Abstützpunkt 13 an der vorderen Stütze 3 sind verschiedene Varianten möglich (siehe
Fig. 4).
[0028] Fig. 3 zeigt mögliche Ausführungsformen für die vordere Stütze 3 der Befestigungsvorrichtung.
[0029] In der Variante der Abbildung a) ist die vordere Stütze 3 als Teleskopstütze ausgeführt.
Durch die Positionierungshilfe 8, insbesondere einen Griff, lässt sich die Stütze
3 in ihrer Länge verstellen und so bei Nichtgebrauch nach oben schieben (rechtes Bild
der Abbildung a)). Da sich die Stütze 3 im ausgefahrenen Zustand am Abstützpunkt 13
abstützt (linkes Bild der Abbildung a)), ist das Gehäuse 7 des Rollstuhls 10 auch
am Boden des Fahrzeugs abgestützt. Im verriegelten Zustand ist die Stütze 3 bis zum
Abstützpunkt 13 am Boden ausgefahren.
[0030] Eine weitere mögliche Variante, dargestellt in Abbild b) der Fig. 3, besteht darin,
die vordere Stütze 3 mit insgesamt drei Teleskopstangen auszuführen. In dieser Variante
bleibt die Möglichkeit erhalten, den Rollstuhl 10 zusammenzuklappen. An der horizontalen
Teleskopstange ist die Positionierungshilfe 8, inklusive Arretierungseinrichtung zum
Lösen der Verriegelungen, angebracht. Wenn der Rollstuhl 10 zusammengeklappt wird,
ist ein Ende der horizontalen Teleskopstange zu lösen. Da sich die Stütze 3 im ausgefahrenen
Zustand am Abstützpunkt 13 abstützt (linkes Bild der Abbildung b)), ist der Rahmen
11 auch am Boden abgestützt. Im verriegelten Zustand ist die Stütze 3 bis zum Abstützpunkt
13 am Boden ausgefahren. Das mittlere und rechte Bild der Fig. 3 b) zeigen die Stütze
3 beim Zusammenklappen des Rollstuhls 10.
[0031] Fig. 4 zeigt verschiedene Ausführungsformen für den Kontaktpunkt 18 der Stütze 3
bzw. der Befestigungselemente 4.
[0032] Die Variante a) verwendet einen gummierten Fuß als Kontaktpunkt 18. Durch den gummierten
Fuß werden Geräusche die durch das Herablassen der Stütze 3 entstehen reduziert und
Geräusche, die durch Reiben am Boden entstehen können, verhindert.
[0033] In der Ausführungsform der Fig. 4 b) weist das Befestigungselement 4 am zweiten Ende
einen Dorn auf.
[0034] Das Befestigungselement 4 der Ausführungsform nach Bild c) der Fig. 4 verwendet einen
Verriegelungsmechanismus am Kontaktpunkt 18. Durch den Verriegelungsmechanismus wird
das Abheben des Kontaktpunktes 18 vom Abstützpunkt 13 verhindert. Daraus folgt, dass
sich der Rollstuhl 10, zum Beispiel bei einem Unfall, nicht um den Befestigungspunkt
9 aufdrehen kann. Das Lösen des Verriegelungsmechanismus des Befestigungselements
4 geschieht durch Drücken eines Betätigungselements an der Positionierungshilfe 8
der Stütze 3.
[0035] Das Befestigungselement 4, insbesondere der Kontaktpunkt 18, sowie der Abstützpunkt
13 des Fahrzeuges können dazu ausgebildet sein, ein elektrisches Aufladen eines elektrischen
Rollstuhles zu ermöglichen.
[0036] Fig. 5 zeigt verschiedene Varianten der Anordnung von Befestigungspunkten 9 in einem
Fahrzeug: In Bild a) befindet sich der Befestigungspunkt 9 an einer Wand des Fahrzeuges,
in Bild b) unter einem Sitz des Fahrzeuges, wobei der Sitz nicht klappbar ist, in
Bild c) ist der Befestigungspunkt 9 ebenfalls unter einem Sitz, wobei der Sitz jedoch
klappbar ist, in der variante der Abbildung d) der Fig. 5 liegt der Befestigungspunkt
9 unter einer Sitzfläche eines klappbaren Sitzes. In diesem Fall ist die Sitzfläche,
an der der Befestigungspunkt 9 befestigt ist, in der vertikalen Lage verriegelbar.
Die Verriegelung verhindert, dass die Sitzfläche bei Krafteinwirkung an den Befestigungspunkten
9 herunterklappt.
[0037] Die Befestigungspunkte 9 des Fahrzeuges können dazu ausgebildet sein, ein elektrisches
Aufladen eines elektrischen Rollstuhles zu ermöglichen.
[0038] Fig. 6 zeigt eine mögliche Variante zur Anordnung der Befestigungspunkte 9. In den
drei Abbildungen a) der Fig. 6 sind drei verschiedene Zustände eines Sitzes von der
Seite dargestellt, in der Abbildung b) der selbe Sitz von vorne.
[0039] In der Personenbeförderungseinrichtung, dem Fahrzeug, befinden sich Säulen 17, zwischen
welchen Rückenlehnen 19 und Sitzflächen 15 montiert sind. Die Sitzfläche 15 wird nach
unten geklappt (Fig. 6 a) von der linken zur rechten Abbildung), wobei ein Führungsbolzen
16 in eine Nut 14 in der Säule 17 eingeführt wird. Rückenlehnen 19 und Sitzflächen
15 werden nach oben geschoben. Die Befestigungspunkte 9 befinden sich an den Säulen
17 und sind nun - nach dem Wegklappen der Sitzfläche 15, wie in der rechten Abbildung
der Fig. 6 a) - für den Rollstuhlbenutzer 12 zugänglich. Die vorgeschriebene Mindestlänge
eines Rollstuhlplatzes kann durch diese Ausführungsvariante besonders platzsparend
erreicht werden.
[0040] Die Befestigungspunkte 9 können zum Aufladen eines elektrischen Rollstuhles ausgebildet
sein.
[0041] Fig. 7 zeigt eine weitere Variante zur Anordnung der Befestigungspunkte 9 im Fahrzeug.
In den drei Abbildungen a) der Fig. 7 sind, wie in Fig. 6, drei verschiedene Zustände
eines Sitzes von der Seite dargestellt, in der Abbildung b) der selbe Sitz von vorne.
[0042] In der Personenbeförderungseinrichtung befinden sich Säulen 17 zwischen denen Rückenlehnen
19 und Sitzflächen 15 montiert sind. Die Sitzfläche 15 wird nach unten geklappt (Abbildungen
a) von links nach rechts), wobei ein Führungsbolzen 16 in eine Nut 14 in der Säule
17 eingeführt wird. Rückenlehne 19 und Sitzfläche 15 werden nach oben geschoben. Die
Befestigungspunkte 9 befinden sich in der Sitzfläche 15 und sind nun für den Rollstuhlbenutzer
12 zugänglich. Die vorgeschriebene Mindestlänge eines Rollstuhlplatzes kann auch durch
diese Ausführungsvariante besonders platzsparend erreicht werden. Die Befestigungspunkte
9 können zum Aufladen eines elektrischen Rollstuhles ausgebildet sein.
Bezugszeichenliste
[0043]
- 2
- Sitz
- 3
- Stütze
- 4
- Befestigungselement
- 7
- Gehäuse
- 8
- Positionierungshilfe
- 9
- Befestigungspunkt
- 10
- Rollstuhl
- 11
- Rahmen
- 12
- Rollstuhlbenutzer
- 13
- Abstützpunkt
- 14
- Nut
- 15
- Sitzfläche
- 16
- Führungsbolzen
- 17
- Säulen
- 18
- Kontaktpunkt
- 19
- Rückenlehnen
1. Befestigungsvorrichtung zur lösbaren Befestigung eines Rollstuhls (10) in einem Fahrzeug,
umfassend eine mechanisch stabile Tragstruktur (7, 11) unter einem Sitz (2) des Rollstuhls
(10), sowie mindestens zwei im Wesentlichen stangenförmige Befestigungselemente (4),
wobei die Befestigungselemente (4) aus einer zurückgezogenen Position in eine ausgefahrene
Position axial verschiebbar sind, wobei die Befestigungselemente (4) an einem ersten
Ende axial verschiebbar mit der Tragstruktur (7, 11) verbunden sind und an einem dem
ersten Ende gegenüberliegenden zweiten Ende Kontaktpunkte (18) zur Befestigung im
Fahrzeug ausgebildet sind, wobei die Befestigungselemente (4) dazu ausgebildet sind,
durch einen Benutzer des Rollstuhls (10) axial verschoben zu werden, so dass durch
den Benutzer des Rollstuhls (10) die Befestigungselemente (4) in die ausgefahrene
Position verschoben werden können und die Kontaktpunkte (18) am Fahrzeug befestigt
werden können.
2. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungselemente (4) Positionierungshilfen (8) aufweisen, wobei die Befestigungselemente
(4) mittels der Positionierungshilfen (8) durch einen Benutzer des Rollstuhls (10)
axial verschiebbar sind, so dass durch den Benutzer des Rollstuhls (10) die Befestigungselemente
(4) in die ausgefahrene Position verschoben werden können und die Kontaktpunkte (18)
am Fahrzeug befestigt werden können, wobei die Positionierungshilfen (8) beispielsweise
durch Griffe ausgebildet sind, als Knopf, Erhebung, Vertiefung als raue oder geriffelte
Oberfläche, oder als Kunststoffüberzug.
3. Befestigungsvorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktpunkte (18) einen Verriegelungsmechanismus aufweisen, zur Verriegelung
der Befestigung der Befestigungselemente (4) am Fahrzeug.
4. Befestigungsvorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungsmechanismus mittels der Positionierungshilfen (8) durch den Benutzer
des Rollstuhls (10) lösbar ist.
5. Befestigungsvorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsvorrichtung zumindest drei der im Wesentlichen stangenförmigen Befestigungselemente
(4) umfasst, wovon zwei Befestigungselemente (4) im Wesentlichen horizontal verschiebbar
sind, zur Befestigung des Rollstuhls (10) an einem vertikalen Element des Fahrzeugs
und ein Befestigungselement (4) im Wesentlichen vertikal verschiebbar ist, zur Befestigung
des Rollstuhls (10) an einem Boden des Fahrzeugs.
6. Befestigungsvorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass das im Wesentlichen vertikal verschiebbare Befestigungselement (4) durch eine vertikal
ausgerichtete Teleskopstange gebildet wird oder dass das im Wesentlichen vertikal
verschiebbare Befestigungselement (4) durch zwei V-förmig in Richtung zu einem gemeinsamen
Kontaktpunkt (18) hin aufeinander zulaufende Teleskopstangen gebildet wird.
7. Befestigungsvorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur (7, 11) durch ein flächiges Bauteil, insbesondere durch ein Gehäuse
(7) gebildet wird oder dass die Tragstruktur (7, 11) durch einen Rahmen (11) gebildet
wird.
8. Befestigungsvorrichtung nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Kontaktpunkt (18) einen elektrischen Anschluss aufweist, so dass ein
elektrischer Energiespeicher des Rollstuhls (10) über den Kontaktpunkt (18) aus einem
elektrischen Energiespeicher des Fahrzeugs geladen werden kann.