[0001] Die Erfindung betrifft ein Maschinenstrickwerkzeug und insbesondere eine Maschinenstricknadel
zur Verwendung in einer Strickmaschine, beispielsweise einer Rundstrickmaschine.
[0002] Maschinenstrickwerkzeuge sind in unterschiedlichen Ausgestaltungen bekannt. Maschinenstricknadeln,
beispielsweise Zungennadeln oder Schiebernadeln, werden während eines Strickvorgangs
in einer Strickmaschine in einem Führungs- oder Nadelkanal in Längsrichtung bewegt.
Dabei wird ein Fußteil des Maschinenstrickwerkzeugs durch ein Schloss der Strickmaschine
beaufschlagt, um das Maschinenstrickwerkzeug in seiner Längsrichtung zu positionieren
oder zu bewegen. Bei Rundstrickmaschinen wird der Strickzylinder mit den Maschinenstricknadeln
relativ zum Schloss in einer Umfangsrichtung gedreht, oder umgekehrt, und die Fußteile
der Maschinenstricknadeln sind in einer Schlossbahn geführt. Dabei wirkt auf die Fußteile
nicht nur eine Kraft in Längsrichtung der Maschinenstricknadel, sondern auch quer
dazu in einer Querrichtung. Auch andere Maschinenstrickwerkzeuge, wie etwa Platinen
oder Schieber von Schiebernadeln, werden beim Stricken in einer Strickmaschine mittels
einer geeigneten Antriebseinrichtung bewegt bzw. positioniert.
[0003] Um den Anforderungen an ein produktives Strickverfahren zu genügen und andererseits
eine hohe Standzeit zu gewährleisten, müssen die Maschinenstrickwerkzeuge eine Vielzahl
von zum Teil auch konkurrierenden Bedingungen erfüllen. Eine hohe Produktivität erfordert
hohe Bewegungsgeschwindigkeiten bzw. Beschleunigungen der Maschinenstrickwerkzeuge.
Durch diese Beschleunigungen dürfen keine übermäßigen Verschleißerscheinungen wie
z.B. Dauerbrüche am Maschinenstrickwerkzeug auftreten. Das Auswechseln eines defekten
Maschinenstrickwerkzeugs erfordert den Stillstand der Strickmaschine und führt zu
einem Verlust an Produktivität. Genauso wichtig ist, dass sich das Maschinenstrickwerkzeug
exakt positionieren lässt, um keine Fehler bei der Maschenbildung zu erzeugen. Diese
Positioniergenauigkeit darf auch nicht durch Verunreinigungen gestört werden, die
sich im Führungs- bzw. Nadelkanal, vor allem im Kanalgrund, ansammeln können. Um diesen
verschiedenen Randbedingungen gerecht zu werden, muss das Maschinenstrickwerkzeug
insgesamt eine Gestalt aufweisen, die alle Aspekte ausreichend berücksichtigt und
möglichst gut erfüllt.
[0004] Im Stand der Technik sind bereits eine Vielzahl von Ausgestaltungen unterschiedlichster
Maschinenstrickwerkzeuge vorgeschlagen worden. Um das Nadelgewicht zu reduzieren,
ist in
US 3,464,237 vorgeschlagen, eine Aussparung in einem Fußteil einer Maschinenstricknadel vorzusehen
und dadurch das Gewicht zu reduzieren.
[0005] US 5,154,069 A offenbart eine Maschinenstricknadel mit einem Schaftteil und einem zum Bewegen der
Maschinenstricknadel vom Schaftteil wegragenden Fußteil. Zwischen einem vorderen Ende
der Maschinenstricknadel und dem Fußteil weist der Schaft einen mehrfach gekrümmten
bogenförmigen, federelastischen Abschnitt auf. Dieser Abschnitt soll dämpfend bei
auftretenden Beschleunigungen wirken. Auch sind aus
US 5 231 855 A oder
DE 69 218 303 T2 mäanderförmig verlaufende Schaftabschnitte bekannt, um den Einfluss von ruckartigen
Beschleunigungen auf die Maschinenstricknadel zu dämpfen und Beschädigungen zu vermeiden.
[0006] DE 28 20 925 A1 schlägt ein Strickwerkzeug vor, bei dem das Schaftteil wenigstens eine Brücke aufweist,
wobei das Schaftteil im Bereich der Brücke einen Abstand zum Grund des Führungskanals
bzw. Nadelkanals aufweist. Im Bereich der Brücke soll ein Stegabschnitt des Schaftteils
eine Höhe aufweisen, die nicht größer ist als 1,1 mm oder 0,9 mm.
[0007] Allerdings hat der betreffende Abschnitt des Schaftteils in diesen zur Dämpfung dienenden
Abschnitten keinen Kontakt zum Grund eines Nadelkanals einer Strickmaschine, so dass
sich Verunreinigungen ansammeln können. Außerdem besteht bei Maschinenstrickwerkzeugen,
die eine geringe Gesamtlänge aufweisen, das Problem, dass ein solcher bogenförmiger
oder mäandrierender Schaftabschnitt die für die Maschenbildung und das Halten einer
oder mehrerer Maschen auf dem Schaft zur Verfügung stehende wirksame Arbeitslänge
des Maschinenstrickwerkzeugs reduziert.
[0008] Aus
EP 2 799 603 A2 ist es bekannt, dass das Schloss einer Rundstrickmaschine nicht nur zur Bewegung
der Maschinenstricknadel dient, sondern die Maschinenstricknadeln auch gegen Zentrifugalkräfte
beim Rotieren des Strickzylinders radial nach außen abstützt.
[0009] DE 2 229 858 A offenbart eine Zungennadel für Strickmaschinen. Die Zungennadel hat zwei in Längsrichtung
mit der Zungennadel mit Abstand angeordnete Fußteile und eine dazwischen angeordnete
Trennzone, die bis unter die Höhe der Oberkante des Nadelschaftes hinunter reicht.
In diesem Fußteilabschnitt der Zungennadel, in dem die beiden Fußteile angeordnet
sind, können zusätzlich an der Unterseite des Nadelschaftes Auskehlungen vorhanden
sein. Außerdem können Auskehlungen im Übergang der Fußteile zum Schaftteil an der
Oberseite des Nadelschaftes vorhanden sein. Durch diese Schwächungen des Nadelschaftes
im Fußteilabschnitt sollen Stöße durch die Beschleunigung der Nadel, die über die
Fußteile eingeleitet wird, gedämpft werden.
[0010] Ausgehend vom Stand der Technik kann es als Aufgabe der vorliegenden Erfindung angesehen
werden, die Führung und Positionierung des Maschinenstrickwerkzeugs in der Strickmaschine
zu verbessern und dabei eine ausreichende Dämpfung von eingeleiteten Stößen oder Schwingungen
bereitzustellen.
[0011] Diese Aufgabe wird durch ein Maschinenstrickwerkzeug mit den Merkmalen des Patentanspruches
1 gelöst.
[0012] Das erfindungsgemäße Maschinenstrickwerkzeug ist insbesondere als Maschinenstricknadel
ausgebildet und kann eine Zungennadel oder eine Schiebernadel sein. Das Maschinenstrickwerkzeug
hat einen sich in einer Längsrichtung erstreckenden Schaftteil, der an einer Unterseite
eine Auflagefläche aufweist. Die Auflagefläche ist dazu eingerichtet, auf dem Grund
eines Führungs- bzw. Nadelkanals in einer Strickmaschine aufzuliegen. Der Schaftteil
hat ein vorderes Ende, an das sich ein vorderer Endabschnitt anschließt. Im vorderen
Endabschnitt hat der Schaftteil ein Mittel zur Maschenbildung, insbesondere einen
Nadelhaken. Der Schaftteil hat ein dem vorderen Endabschnitt in Längsrichtung entgegengesetztes
hinteres Ende. Außerhalb des vorderen Endabschnitts erstreckt sich die Auflagefläche
durchgängig bis zum hinteren Ende innerhalb einer einzigen Ebene - wobei die Auflagefläche
mit einem Radius in das hintere Ende übergehen kann. Der Schaftteil hat vom vorderen
Ende bis zum hinteren Ende eine Gesamtlänge, die vorzugsweise maximal 100 mm beträgt.
Der vordere Endabschnitt, der zur Maschenbildung eingerichtet ist, hat eine Länge
von max. 5% der Gesamtlänge des Schaftteils. Im Falle einer Zungennadel erstreckt
sich der vordere Endabschnitt vorzugsweise nicht über das Zungenlager hinaus und endet
beispielsweise zwischen dem Nadelhaken und dem Zungenlager.
[0013] Das Maschinenstrickwerkzeug hat einen vorderen Führungsabschnitt, in dem ein Führungsausleger
in einer Höhenrichtung vom Schaftteil weg ragt, sowie einen hinteren Führungsabschnitt,
in dem ein weiterer Führungsausleger in Höhenrichtung vom Schaftteil weg ragt. Zwischen
den beiden Führungsabschnitten befindet sich ein Fußteilabschnitt, in dem ein Fußteil
vom Schaftteil in Höhenrichtung weg ragt. Das Fußteil ist dazu eingerichtet, mit einem
Schloss oder einem anderen Antrieb einer Strickmaschine zusammen zu arbeiten, um das
Maschinenstrickwerkzeug in Längsrichtung innerhalb eines Nadel- oder Führungskanals
der Strickmaschine zu bewegen.
[0014] Jeder Führungsausleger hat einen Auslegerschenkel, der mit dem in Höhenrichtung darunter
angeordneten Bereich des Schaftteils einen Zwischenraum begrenzt. Vorzugsweise ist
wenigstens einer der Zwischenräume auf der dem Fußteil abgewandten Seite in Längsrichtung
offen. Der Auslegerschenkel kann sich parallel zur Längsrichtung oder mit einem betragsmäßig
kleinen Neigungswinkel von weniger als 15 Grad oder 10 Grad gegenüber der Längsrichtung
erstrecken. Der Führungsausleger und der Schaftteil bilden im jeweiligen Führungsabschnitt
sozusagen einen gabelförmigen Bereich des Maschinenstrickwerkzeugs.
[0015] Durch die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Maschinenstrickwerkzeugs mit einer durchgehenden
ebenen Auflagefläche, die insbesondere frei ist von Erhebungen oder Vertiefungen oder
Durchbrechungen, steht im Bereich des Nadelschaftes kein Raum zur Verfügung, in dem
sich Verunreinigungen ansammeln können und die Ausrichtung bzw. Führung des Maschinenstrickwerkzeugs
im Führungskanal bzw. Nadelkanal beeinträchtigen können. Außerdem wird vermieden,
dass durch eine Schmutzansammlung eine erhöhte Reibung bzw. ein erhöhter Verschleiß
bei der Bewegung des Maschinenstrickwerkzeugs im Führungskanal entsteht. Das Maschinenstrickwerkzeug
ist insbesondere für das Stricken eines Stapelgarns bzw. eines Baumwollgarns ausgestaltet
bzw. geeignet. Bei solchen Garnen entsteht eine besonders hohe Verschmutzung in der
Strickmaschine durch Garnreste des Stapelfasergarns. Das Maschinenstrickwerkzeug ist
daher besonders unempfindlich gegen solche Verschmutzungen und besonders für das Stricken
solcher Garne geeignet.
[0016] Um die Führung und Positioniergenauigkeit weiter zu verbessern, sind Führungsabschnitte
auf beiden Seiten des Fußteils bzw. des Fußteilabschnitts vorhanden, wobei der Abstand
der Führungsabschnitte vom Fußteil bzw. vom Fußteilabschnitt gleich groß oder unterschiedlich
groß sein kann. Beispielsweise können sich beide Führungsabschnitte unmittelbar an
den Fußteilabschnitt anschließen. Bei einem Ausführungsbeispiel kann sich einer der
Führungsabschnitte und insbesondere der vordere Führungsabschnitt unmittelbar an den
Fußteilabschnitt anschließen, während sich zwischen dem anderen Führungsabschnitt
und insbesondere zwischen dem hinteren Führungsabschnitt und dem Fußteilabschnitt
ein Zwischenabschnitt befinden kann.
[0017] Die Führungsausleger stützen die Nadel gegen auftretende Kräfte in Höhenrichtung
und/oder in eine Querrichtung ab, die rechtwinklig zur Höhenrichtung und rechtwinklig
zur Längsrichtung orientiert ist. Durch den Zwischenraum zwischen dem Auslegerschenkel
und dem darunter liegenden Bereich des Schaftteils entsteht eine federelastische Wirkung,
wenn Kräfte in Höhenrichtung auf den Auslegerschenkel einwirken. Diese Kräfte wirken
somit nicht unmittelbar auf den Schaftteil, sondern können im Führungsausleger zumindest
teilweise elastisch aufgenommen bzw. abgestützt werden. Dadurch wird eine sehr exakte
Führung und Positionierung des Maschinenstrickwerkzeugs erreicht. Durch die Ausgestaltungen
können auch Kipptendenzen um eine sich in Querrichtung erstreckende Achse und/oder
eine sich in Längsrichtung erstreckende Achse reduziert werden.
[0018] Es ist vorteilhaft, wenn jeder Führungsausleger einen Verbindungsschenkel aufweist,
der den Auslegerschenkel mit dem Schaftteil verbindet. Der Verbindungsschenkel kann
gegenüber der Längsrichtung einen Neigungswinkel einschließen, der einen Betrag im
Bereich von etwa 20 Grad bis etwa 90 Grad, vorzugsweise von etwa 25 Grad bis etwa
65 Grad, aufweist. Der Verbindungsschenkel jedes Führungsauslegers erstreckt sich
vorzugsweise schräg vom Schaftteil und gleichzeitig vom Fußteil weg.
[0019] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel hat jeder Führungsausleger in einem Übergangsabschnitt
zum Schaftteil eine Breite, die mindestens doppelt so groß ist wie die maximale Schafthöhe
des Schaftteils. Die Breite des Führungsauslegers wird im Übergangsabschnitt in Längsrichtung
gemessen. Die Schafthöhe des Schaftteils ist der Abstand zwischen der Auflagefläche
an der Unterseite und einer in Höhenrichtung entgegengesetzten Oberseite des Schaftteils.
Insbesondere ist die Breite des Führungsauslegers im Übergangsabschnitt doppelt so
groß wie die Schafthöhe im jeweiligen Führungsabschnitt.
[0020] Der Auslegerschenkel kann bei einem Ausführungsbeispiel rechtwinklig zu seiner Erstreckungsrichtung
eine Breite aufweisen, die so groß ist wie die Schafthöhe des Schaftteils im jeweiligen
Führungsabschnitt. Bevorzugt ist die Schafthöhe in jedem Führungsabschnitt konstant.
[0021] Der Auslegerschenkel des hinteren Führungsauslegers hat ein freies Ende, das in Längsrichtung
dieselbe Position aufweist wie ein hinteres Ende des Schaftteils. Der Auslegerschenkel
des hinteren Führungsauslegers und das Schaftteil schließen bündig miteinander ab.
Dadurch ist erreicht, dass die Führungsabschnitte bzw. die Führungsausleger in Längsrichtung
einen möglichst großen Abstand zueinander aufweisen ohne die Gesamtlänge des Maschinenstrickwerkzeugs
zu vergrößern. Bei einem Ausführungsbeispiel kann der Abstand des vorderen Führungsauslegers
vom Fußteil kleiner sein als der Abstand des hinteren Führungsauslegers vom Fußteil.
Der vordere Führungsausleger kann möglichst nahe am Fußteil angeordnet sein, um eine
wirksame Arbeitslänge des Schaftteils vom vorderen Endabschnitt bis zum vorderen Führungsausleger
zu maximieren. Dabei kann sich an den vorderen Endabschnitt ein vorderer Schaftabschnitt
des Schaftteils anschließen, der zumindest teilweise vom vorderen Führungsausleger
überragt wird. Dieser vordere Schaftabschnitt steht für das Aufnehmen einer Masche
bereit, die im vorderen Endabschnitt und im vorderen Schaftabschnitt bis zur Verbindungsstelle
des vorderen Führungsauslegers mit dem Schaftteil entlang des vorderen Schaftabschnitts
gleiten kann, wobei in üblichen Strickprozessen maximal etwa die Hälfte der Länge
des vorderen Schaftabschnitts zur Maschenaufnahme eingesetzt wird. Bei einem Ausführungsbeispiel
ist die Hälfte der Länge des vorderen Schaftabschnitts zur Maschenaufnahme eingerichtet.
[0022] Der Fußteil kann bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel in einem Übergangsbereich
zum Schaftteil eine Fußteilbasis aufweisen, deren Länge in Längsrichtung kleiner ist
als die Länge eines sich in Höhenrichtung anschließenden oberen Fußteilbereichs des
Fußteils. Die Fußteilbasis kann beispielsweise eine Einschnürung des Fußteils in Längsrichtung
bilden. Durch diese Maßnahme kann eine Belastung, die beim Einleiten einer Kraft zur
Beschleunigung des Maschinenstrickwerkzeugs in Längsrichtung auf den Fußteil einwirkt,
reduziert werden. Die Dämpfungswirkung kann erfindungsgemäß weiter dadurch verbessert
werden, dass die Auflagefläche über die gesamte oder nahezu die gesamte Länge des
Schaftteils im Führungskanal der Strickmaschine anliegt.
[0023] Es ist vorteilhaft, wenn eine Basishöhe der Fußteilbasis größer ist als eine Schafthöhe
in den Führungsabschnitten. Zusätzlich oder alternativ kann die Basishöhe kleiner
sein als die Führungsauslegerhöhe der Führungsausleger. Die Führungsauslegerhöhe ist
dabei der maximale Abstand einer Oberseite des Auslegerschenkels von der Unterseite
des Schaftteils. Die Basishöhe ist die Höhe der Fußteilbasis ausgehend von der sich
anschließenden Oberseite des Schaftteils. Die Fußteilbasis und der sich anschließende
obere Fußteilbereich gehen an der Stelle ineinander über, an der der Fußteil seine
maximale Länge in Längsrichtung erreicht hat.
[0024] Bei einer bevorzugten Ausführungsform hat die Fußteilbasis an ihren beiden in Längsrichtung
entgegengesetzten Seiten jeweils einen gekrümmten Abschnitt. Der dem vorderen Führungsabschnitt
zugewandte gekrümmte Abschnitt kann unmittelbar in den vorderen Führungsausleger und
insbesondere den Verbindungsschenkel des vorderen Führungsauslegers übergehen. Der
hintere Führungsausleger ist bevorzugt mit Abstand von dem ihm zugewandten gekrümmten
Abschnitt der Fußteilbasis angeordnet.
[0025] Wenigstens einer oder beide gekrümmte Abschnitte können einen konstanten Krümmungsradius
oder einen sich ändernden Krümmungsradius aufweisen. Der sich ändernde Krümmungsradius
kann in dem Bereich des gekrümmten Abschnitts am größten sein, der sich in Höhenrichtung
betrachtet an den Schaftteil anschließt.
[0026] Es ist außerdem vorteilhaft, wenn der Fußteil wenigstens eine Fußteilaussparung aufweist.
Die Fußteilaussparung kann in Höhenrichtung mit Abstand zum Schaftteil angeordnet
sein und befindet sich insbesondere außerhalb der Fußteilbasis ausschließlich im oberen
Fußteilbereich. Die Fußteilaussparung kann in Höhenrichtung betrachtet auf der dem
Schaftteil entgegengesetzten Seite offen sein. Durch die wenigstens eine Fußteilaussparung
kann das Gesamtgewicht des Maschinenstrickwerkzeugs reduziert werden. Wenn sich die
Fußteilaussparung vollständig außerhalb der Fußteilbasis erstreckt, kann eine übermäßige
Schwächung des Fußteils vermieden werden, da auf den Fußteil zur Beschleunigung des
Maschinenwerkzeugs in Längsrichtung häufig wechselnde Kräfte einwirken.
[0027] Bei einer Ausführungsform kann der Schaftteil im Fußteilabschnitt eine Schaftteilhöhe
aufweisen, die maximal 1,1 mm beträgt. Die Schaftteilhöhe ist in einem oder beiden
Führungsabschnitten kleiner oder höchstens so groß wie die Schaftteilhöhe des Schaftteils
im Fußteilabschnitt.
[0028] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen,
der Beschreibung und den Zeichnungen. Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele
der Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen im Einzelnen erläutert. Es zeigen:
[0029] Figur 1 ein Ausführungsbeispiel eines Maschinenstrickwerkzeugs in Form einer Maschinenstricknadel
in einer schematischen Seitenansicht,
[0030] Figur 2 einen Querschnitt durch einen Schaftteil der Maschinenstricknadel aus Figur
1 gemäß der Schnittlinie II-II in Figur 1,
[0031] Figur 3 eine vergrößerte Teildarstellung eines Abschnitts der Maschinenstricknadel
aus Figur 1 im Bereich eines vorderen Führungsabschnitts und eines sich daran anschließenden
Fußteilabschnitts und
[0032] Figur 4 eine vergrößerte Teildarstellung eines Abschnitts des Maschinenstrickwerkzeugs
aus Figur 1 im Bereich von einem hinteren Führungsabschnitt bis zum Fußteilabschnitt.
[0033] Figur 1 zeigt eine Seitenansicht eines Ausführungsbeispiels eines Maschinenstrickwerkzeugs
10 in der Form einer Maschinenstricknadel 11. Die Maschinenstricknadel 11 hat einen
Schaftteil 12, der sich zwischen einem vorderen Ende 13 und einem hinteren Ende 14
erstreckt. Am vorderen Ende 13 ist der Schaftteil 12 dazu eingerichtet, beim Stricken
in einer Strickmaschine eine Masche zu bilden. Beim Ausführungsbeispiel ist der Schaftteil
12 am vorderen Ende 13 zu einem Nadelhaken 15 geformt. Um einen Innenbereich des Nadelhakens
15 öffnen und schließen zu können, weist die Maschinenstricknadel 11 ein Schließelement
16 in Form einer Zunge 17 auf. Die Zunge 17 ist um eine sich in einer Querrichtung
Q erstreckende Schwenkachse A schwenkbar gelagert und kann mit ihrem der Schwenklagerung
entgegengesetzten Endbereich am Nadelhaken 15 anliegen, um den Hakeninnenbereich zu
schließen.
[0034] Der Schaftteil 12 erstreckt sich in einer Längsrichtung L. Er hat zwischen dem vorderen
Ende 13 und dem hinteren Ende 14 eine Gesamtlänge xg, die beispielsgemäß maximal 100mm
beträgt.
[0035] An das vordere Ende 13 schließt sich im Bereich des Nadelhakens 15 ein vorderer Endabschnitt
18 an, der zur Maschenbildung eingerichtet ist. Der vordere Endabschnitt 18 erstreckt
sich ausgehend vom vorderen Ende 13 bis maximal zum Ende des Zungenlagers der Zunge
17. Vorzugsweise beträgt eine Länge x1 des vorderen Endabschnitts 18 höchstens 5%
der Gesamtlänge xg des Schaftteils 12.
[0036] An den vorderen Endabschnitt 18 schließt sich unmittelbar ein vorderer Schaftabschnitt
19 des Schaftteils 12 an. In diesem Bereich ist der Schaftteil 12 dazu eingerichtet,
eine oder mehrere Maschen aufzunehmen, durch die sich der Schaftteil 12 beim Stricken
hindurch erstreckt. Der vordere Schaftabschnitt 19 hat in Längsrichtung L eine Länge
x2, die größer ist als die Länge x1 des vorderen Endabschnitts 18.
[0037] Der Schaftteil 12 der Maschinenstricknadel 11 hat in einer Höhenrichtung H rechtwinklig
zur Längsrichtung L und rechtwinklig zur Querrichtung Q eine Schafthöhe z, die in
unterschiedlichen Abschnitten des Schaftteils 12 in Längsrichtung L variieren kann.
Die Schafthöhe z ist allgemein in Figur 2 eingezeichnet. Der Schaftteil 12 hat in
Höhenrichtung H an einer Unterseite eine Auflagefläche 20, die sich überwiegend in
einer einzigen Ebene E erstreckt und abgesehen von einer Rauheit keine Vorsprünge
oder Vertiefungen gegenüber dieser Ebene E aufweist. Lediglich im vorderen Endabschnitt
18 und in einem Übergangsradius zum bzw. am hinteren Ende 14 kann die Unterseite des
Schaftteils 12 von der Erstreckung aus der Ebene E abweichen, beispielsweise um den
vorderen Endabschnitt 18 zur Maschenbildung einzurichten, insbesondere um den Nadelhaken
15 auszubilden. Zumindest ist die Schaftteilunterseite zur Bildung der Auflagefläche
20 so ausgeführt, dass sie sich zwischen dem vordersten Punkt, an dem die Schaftteilunterseite
in der Ebene E liegt und dem hintersten Punkt, an dem die Schaftteilunterseite in
der Ebene E liegt, durchgängig ohne Vertiefung innerhalb der Ebene E erstreckt.
[0038] Auf der der Auflagefläche 20 entgegengesetzten Seite hat der Schaftteil 12 eine Oberseite
21. Die Auflagefläche 20 und die Oberseite 21 werden durch zwei Seitenflächen 22 verbunden,
die in Querrichtung Q auf entgegengesetzten Seiten des Schaftteils 12 angeordnet sind.
Der Schaftteil 12 hat dadurch im Wesentlichen rechteckförmigen Querschnitt, wobei
die Eckbereiche mit einem Radius abgerundet oder angefast sein können (Figur 2). Der
Schaftteil 12 kann alternativ auch eine andere Querschnittskontur aufweisen, beispielsweise
einen elliptischen oder kreisrunden Querschnitt.
[0039] Die Maschinenstricknadel 11 weist einen Fußteilabschnitt 26 auf, in dem ein Fußteil
27 in Höhenrichtung H vom Schaftteil 12 weg ragt. Der Fußteil 27 und der Schaftteil
12 sind beispielsgemäß integral ausgebildet. Der Fußteil 27 weist eine sich in Höhenrichtung
H unmittelbar an den Schaftteil 12 anschließende Fußteilbasis 28 auf. Auf der dem
Schaftteil 12 entgegengesetzten Seite schließt sich an der Fußteilbasis 28 ein oberer
Fußteilbereich 29 an. Die Fußteilbasis 28 hat verglichen mit dem oberen Fußteilbereich
29 eine in Längsrichtung L geringere Länge. Der obere Fußteilbereich 29 definiert
die maximale Länge x3 des Fußteils 27, und mithin die Länge x3 des Fußteilabschnitts
26. Der obere Fußteilbereich 29 weist eine vordere Fußteilkante 30 sowie eine hintere
Fußteilkante 31 auf, die sich jeweils in Höhenrichtung H erstrecken und in Längsrichtung
L mit Abstand angeordnet sind. Der Abstand zwischen der vorderen Fußteilkante 30 und
der hinteren Fußteilkante 31 entspricht der maximalen Länge x3 des Fußteils 27. Wie
es in Figur 1 veranschaulicht ist, schließt sich die Fußteilbasis 28 an die beiden
Fußteilkanten 30, 31 an. Somit definieren die sich an die Fußteilbasis 28 anschließenden
Enden der beiden Fußteilkanten 30, 31 die Übergangsstelle 32 zwischen der Fußteilbasis
28 und dem oberen Fußteilbereich 29. Die Übergangsstelle 32 ist in den Figuren 1 und
2 gestrichelt dargestellt.
[0040] Die vordere Fußteilkante 30 und die hintere Fußteilkante 31 sind durch eine obere
Fußteilkante 33 miteinander verbunden. Die obere Fußteilkante 33 verläuft beim Ausführungsbeispiel
nur abschnittsweise parallel zur Längsrichtung L. Im oberen Fußteilbereich 29 ist
eine Fußteilaussparung 34 eingebracht, die den Fußteil 27 in Querrichtung Q vollständig
durchsetzt. Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel ist die Fußteilaussparung
34 in Höhenrichtung H auf der dem Schaftteil 12 entgegengesetzten Seite offen, also
nach oben offen. Die Fußteilaussparung 34 wird durch einen Abschnitt der oberen Fußteilkante
33 begrenzt.
[0041] Wie es insbesondere in Figur 3 zu erkennen ist, hat die Fußteilaussparung 34 in Querrichtung
Q betrachtet eine in etwa V-förmige Querschnittsform, der durch zwei in Höhenrichtung
geneigt verlaufende Flanken 35 begrenzt ist, die über einen mit einem ersten Krümmungsradius
R1 gekrümmt verlaufenden Verbindungsabschnitt 36 miteinander verbunden sind. Die Flanken
35 und der Verbindungsabschnitt 36 sind jeweils durch einen Abschnitt der oberen Fußteilkante
33 gebildet.
[0042] Die Fußteilaussparung 34 hat in Höhenrichtung H betrachtet eine Tiefe t, die den
maximalen Abstand zwischen dem Verbindungsabschnitt 36 und der den sich an die Flanken
35 anschließenden Abschnitten der oberen Fußteilkante 33 beschreibt.
[0043] Zwischen der vorderen Fußteilkante 30 und dem Schaftteil 12 erstreckt sich entlang
der Fußteilbasis 28 eine Kante mit einem vorderen gekrümmten Abschnitt 40 und zwischen
der hinteren Fußteilkante 31 und dem Schaftteil 12 eine Kante mit einem hinteren gekrümmten
Abschnitt 41. Durch diese gekrümmten Abschnitte 40, 41 stellt die Fußteilbasis 28
eine Einschnürung des Fußteils 27 mit einer gegenüber dem oberen Fußteilbereich 29
geringeren Länge dar. Die gekrümmten Abschnitte 40, 41 bilden sozusagen konkave Kantenbereiche.
Der vordere gekrümmte Abschnitt 40 hat einen zweiten Krümmungsradius R2 und der hintere
gekrümmte Abschnitt 41 hat einen dritten Krümmungsradius R3. Der zweite Krümmungsradius
R2 und/oder der dritte Krümmungsradius R3 können zumindest abschnittsweise konstant
sein, so dass sich die gekrümmten Abschnitte 40, 41 jeweils durch einen oder mehrere
aneinander anschließende Kreisbögen bilden lassen. Die gekrümmten Abschnitte 40, 41
können auch durch sich kontinuierlich ändernde Beträge der Krümmungsradien R2, R3
gebildet sein, was in Figur 3 schematisch durch die strichpunktierten Linien veranschaulicht
ist.
[0044] Vorzugsweise sind die beiden gekrümmten Abschnitte 40, 41 spiegelsymmetrisch zu einer
rechtwinklig zur Längsrichtung L ausgerichteten Symmetrieebene angeordnet, die mittig
durch den Fußteil 27 verläuft. Insbesondere kann der gesamte Fußteil 27 symmetrisch
zu dieser Symmetrieebene ausgebildet sein.
[0045] Die gekrümmten Abschnitte 40, 41 gehen in die Oberseite 21 des Schaftteils 12 über.
Von der Oberseite 21 des Schaftteils 12 bis zur Übergangsstelle 32, d.h. bis zum oberen
Fußteilbereich 29 hat die Fußteilbasis 28 eine Basishöhe b. Die Basishöhe b ist beispielsgemäß
größer als die maximale Schafthöhe z des Schaftteils 12.
[0046] Die Maschinenstricknadel 11 hat außerdem zwei Führungsabschnitte, zwischen denen
der Fußteilabschnitt 26 angeordnet ist, nämlich einen vorderen Führungsabschnitt 45
sowie einen hinteren Führungsabschnitt 46. Die beiden Führungsabschnitte 45, 46 sind
im Wesentlichen gleich ausgestaltet. Zumindest der vordere Führungsabschnitt 45 grenzt
unmittelbar an den Fußteilabschnitt 26 an, wohingegen der hintere Führungsabschnitt
46 beispielsgemäß mit Abstand zum Fußteilabschnitt 26 angeordnet ist. Jeder Führungsabschnitt
45, 46 hat einen Führungsausleger 47, der vom Schaftteil 12 weg ragt. Jeder Führungsausleger
47 hat beim Ausführungsbeispiel einen schräg geneigt zur Höhenrichtung H und zur Längsrichtung
L verlaufenden Verbindungsschenkel 48 und einen sich im Wesentlichen parallel zur
Längsrichtung und mithin parallel zum Schaftteil 12 erstreckenden Auslegerschenkel
49. Der Auslegerschenkel 49 ist in Höhenrichtung mit Abstand zum Schaftteil 12 angeordnet.
Der Führungsausleger 47 begrenzt gemeinsam mit einem Abschnitt des Schaftteils 12
einen Zwischenraum 50, der beispielsgemäß an einer Seite in Längsrichtung L offen
ist. Der Zwischenraum 50 ist zwischen dem Auslegerschenkel 49 und dem darunter angeordneten
Bereich des Schaftteils 12 angeordnet und in Längsrichtung L auf einer Seite durch
den Verbindungsschenkel 48 begrenzt. Der Führungsausleger 47 und der an den Zwischenraum
50 angrenzende Bereich des Schaftteils 12 bilden somit einen gabelähnlichen Teil der
Maschinenstricknadel 11.
[0047] Gegenüber der Längsrichtung L erstreckt sich der Verbindungsschenkel 48 mit einem
Neigungswinkel α geneigt. Der Neigungswinkel α beträgt mindestens 15-20 Grad und maximal
90 Grad und kann bei bevorzugten Ausführungsbeispielen im Bereich von 25 Grad bis
45 Grad oder bis 65 Grad liegen. Der Verbindungsschenkel 48 erstreckt sich in Höhenrichtung
H vom Schaftteil 12 und gleichzeitig in Längsrichtung L vom Fußteil 27 weg. Die Zwischenräume
50 der beiden Führungsabschnitte 45, 46 sind jeweils vom Fußteil 27 weg in Längsrichtung
L offen.
[0048] Bei dem hier veranschaulichten Ausführungsbeispiel erstrecken sich die Auslegerschenkel
49 parallel zur Längsrichtung L. Gegenüber der Längsrichtung L können die Auslegerschenkel
49 auch geneigt verlaufen mit betragsmäßig relativ kleinen Neigungswinkeln im Bereich
von maximal 10-15 Grad.
[0049] Der Auslegerschenkel 49 erstreckt sich ausgehend vom Verbindungsschenkel 48 bis zu
einem Schenkelende 49. Im hinteren Führungsbereich 46 haben das Schenkelende 51 des
Auslegerschenkels 49 sowie das hintere Ende 14 des Schaftteils 12 in Längsrichtung
L betrachtet dieselbe Position und schließen bündig ab. Somit kann eine rechtwinklig
zur Längsrichtung L ausgerichtete Ebene angelegt werden, die sowohl das hintere Ende
14 als auch das Schenkelende 51 berührt und weder vom hinteren Ende 14, noch vom Schenkelende
51 durchsetzt wird.
[0050] Im Anschluss an das Schenkelende 51 hat der Auslegerschenkel 49 einen Abschnitt mit
einer ersten Schenkelbreite s1 rechtwinklig zu seiner Erstreckungsrichtung. Da der
Auslegerschenkel 49 beispielsgemäß parallel zur Längsrichtung L ausgerichtet ist,
wird die erste Schenkelbreite s1 des Auslegerschenkels 49 in Höhenrichtung H gemessen.
Die erste Schenkelbreite s1 ist in etwa so groß wie eine erste Schafthöhe z1 des Schaftteils
im Führungsabschnitt 45, 46.
[0051] Der Verbindungsschenkel 48 hat in einem Übergangsbereich zum Schaftteil 12 eine zweite
Schenkelbreite s2, die mindestens um den Faktor 1,5 größer ist wie die erste Schafthöhe
z1 des Schaftteils 12 und/oder wie die erste Schenkelbreite s1. Die zweite Schenkelbreite
s2 wird im Anschluss an den Schaftteil 12 in Längsrichtung L gemessen.
[0052] Der maximale Abstand zwischen der Auflagefläche 20 und einer Oberseite bzw. einer
oberen Kante des Auslegerschenkels 49 definiert eine Führungsauslegerhöhe c. In Höhenrichtung
H hat der Zwischenraum im Bereich des Schenkelendes 51 eine Zwischenraumhöhe d. Die
Zwischenraumhöhe d nimmt unterhalb des Verbindungsschenkels 48 ab.
[0053] Angrenzend an den Zwischenraum geht eine Innenkante 52 des Verbindungsschenkels 48
mit einem gekrümmten Bereich, der einen vierten Krümmungsradius R4 aufweist, in die
Oberseite 21 des Schaftteils 12 über.
[0054] Beim Ausführungsbeispiel schließt sich der vordere Führungsabschnitt 45 unmittelbar
an den Fußteilabschnitt 26 an. Eine der Innenkante 52 entgegengesetzte Außenkante
53 des Verbindungsschenkels 48 geht dadurch unmittelbar in den vorderen gekrümmten
Abschnitt 40 über. In diesem Anschlussbereich zwischen der Außenkante 53 und dem vorderen
gekrümmten Abschnitt 40 hat der Schaftteil 12 eine zweite Schafthöhe z2, die verschieden
sein kann von der ersten Schafthöhe z1. Die zweite Schafthöhe z2 beträgt maximal 1,1mm.
Beim Ausführungsbeispiel ist die zweite Schafthöhe z2 größer als die erste Schafthöhe
z1. Alternativ könnten die erste Schafthöhe z1 und die zweite Schafthöhe z2 auch gleich
groß sein.
[0055] Wie es in Figur 1 zu erkennen ist, übergreift der Führungsausleger 47 und insbesondere
der Auslegerschenkel 49 des vorderen Führungsabschnitts 45 den vorderen Schaftabschnitt
19. Der vordere Schaftabschnitt 19 erstreckt sich somit bis in den Zwischenraum 50
des vorderen Führungsabschnitts 45 hinein.
[0056] Der vordere Führungsabschnitt 45 und der hintere Führungsabschnitt 46 haben beim
Ausführungsbeispiel dieselbe Länge x4. Alternativ könnten die Längen der beiden Führungsabschnitte
45, 46 auch unterschiedlich groß sein. Die Länge x4 der Führungsabschnitte 45, 46
ist einerseits durch das Schenkelende 51 und andererseits durch den Übergang vom Führungsausleger
47 in den Schaftteil 12 definiert und beispielsgemäß von der Übergangsstelle der Außenkante
53 in die Oberseite 21 des Schaftteils 12. Die Länge x4 der Führungsabschnitte 45,
46 kann in etwa mit der Länge x3 des Fußteilabschnitts 26 übereinstimmen.
[0057] In den Figuren 1 und 4 ist zu erkennen, dass der hintere Führungsabschnitt 46 nicht
unmittelbar an den Fußteilabschnitt 26 anschließt und sich zwischen dem hinteren Führungsabschnitt
46 und dem Fußteilabschnitt 26 ein Zwischenabschnitt 57 befindet, in dem der Schaftteil
57 eine im Wesentlichen rechteckförmigen Querschnitt hat und frei ist von Vorsprüngen
oder Vertiefungen. In Längsrichtung L hat der Zwischenabschnitt 57 eine Länge x5.
Die Länge x5 des Zwischenabschnitts 57 ist beispielsgemäß kleiner als die Länge x3
des Fußteilabschnitts 26 und/oder kleiner als die Länge x4 der Führungsabschnitte
45, 46. Der Zwischenabschnitt 57 kann bei anderen Ausführungsformen auch länger sein
als der Fußteilabschnitt 26 und/oder die Führungsabschnitte 45, 46. Im Zwischenabschnitt
57 hat der Schaftteil 12 eine dritte Schafthöhe z3, die beispielsweise so groß sein
kann wie die erste Schafthöhe z1 oder die zweite Schafthöhe z2.
[0058] Die Länge x2 des vorderen Schaftabschnitts ist bevorzugt größer als die Länge x4
der Führungsabschnitte 45, 46 und/oder größer als die Länge x3 des Fußteilabschnitts
26 und/oder größer als die Länge x5 des Zwischenabschnitts 57. Zwar wird beim Stricken
oft nur ein Teil der Länge x2 für die Maschenaufnahme verwendet, beispielsweise ungefähr
die Hälfte. Allerdings dämpft die freie Länge des Schaftteils 12 im vorderen Schaftabschnitt
19 Stöße und Schwingungen, die insbesondere über den Fußteil 27 in die Maschinenstricknadel
11 eingeleitet werden.
[0059] Anhand der Führungsausleger 47 in den Führungsabschnitten 45, 46 kann die Maschinenstricknadel
11 sowohl in Höhenrichtung H als auch in Querrichtung Q an voneinander in Längsrichtung
L mit Abstand angeordneten Stellen durch das Schloss und/oder die sich in Querrichtung
Q gegenüberliegenden Kanalwände des Führungs- oder Nadelkanals einer Strickmaschine
abgestützt werden. Beispielsweise treten in einer Rundstrickmaschine durch das Drehen
des Strickzylinders relativ zum Schloss Zentrifugalkräfte sowie seitlich auf den Fußteil
27 einwirkende Kräfte auf. Außerdem wird die Maschinenstricknadel 11 in Längsrichtung
L durch die Schlossbahn des Schlosses mittels des Fußteils 27 beschleunigt. Durch
die Einschnürung in der Fußteilbasis 28 können die in Längsrichtung auf den Fußteil
27 einwirkenden Kräfte, die insbesondere über die beiden Fußteilkanten 30, 31 eingeleitet
werden, gedämpft werden, so dass die Beanspruchung der Maschinenstricknadel 11 reduziert
und Abweichungen auf die Positioniergenauigkeit bei der Maschenbildung gemindert werden.
Die Führung und Positionierung der Maschinenstricknadel 11 wird weiter durch die Führungsausleger
47 unterstützt, deren Auslegerschenkel 49 sich unter Bildung eines Zwischenraums 50
in Höhenrichtung H mit Abstand vom Schaftteil 12 erstrecken. Die Auslegerschenkel
49 können sich relativ zum darunterliegenden Bereich des Schaftteils 12 elastisch
bewegen. In Höhenrichtung H auf die Auslegerschenkel 49 durch das Schloss einwirkende
Kräfte werden daher durch eine Elastizität der Auslegerschenkel 49 zumindest teilweise
aufgenommen. Auf diese Weise liegt die Maschinenstricknadel 11 in einem Führungs-
bzw. Nadelkanal eines Strickzylinders mit der Auflagefläche 20 sehr gut am Grund des
Nadelkanals bzw. des Führungskanals an. Diese Verbesserung der Positioniergenauigkeit
wird insbesondere auch dadurch verbessert, dass die Auflagefläche 20 frei ist von
Vertiefungen und Aussparungen, in denen sich beim Stricken Schmutz ansammeln kann.
Dies ist insbesondere beim Stricken mit Stapelgarnen von Vorteil.
[0060] Die Erfindung betrifft ein Maschinenstrickwerkzeug 10 und insbesondere eine Maschinenstricknadel
11 mit einem sich in eine Längsrichtung L erstreckenden Schaftteil, das an einer Unterseite
eine Auflagefläche 20 aufweist. Außerhalb eines zur Maschenbildung eingerichteten
vorderen Endabschnitts 18 erstreckt sich die Auflagefläche 20 durchgängig in einer
Ebene E bis zum Übergang in das dem vorderen Endabschnitt 18 entgegengesetzte hintere
Ende 14 des Schaftteils 12. Zwischen einem vorderen Führungsabschnitt 45 und einem
hinteren Führungsabschnitt 46 ist ein Fußteilabschnitt 26 mit einem Fußteil 27 vorhanden.
In jedem Führungsabschnitt ist ein Führungsausleger 47 vorhanden, der in einer Höhenrichtung
H vom Schaftteil 12 weg ragt und einen Zwischenraum 50 zwischen einem Auslegerschenkel
49 des Führungsauslegers 47 und dem darunter angeordneten Bereich des Schaftteils
12 begrenzt.
Bezugszeichenliste:
[0061]
- 10
- Maschinenstrickwerkzeug
- 11
- Maschinenstricknadel
- 12
- Schaftteil
- 13
- vorderes Ende
- 14
- hinteres Ende
- 15
- Nadelhaken
- 16
- Schließelement
- 17
- Zunge
- 18
- vorderer Endabschnitt
- 19
- vorderer Schaftabschnitt
- 20
- Auflagefläche
- 21
- Oberseite
- 22
- Seitenfläche
- 26
- Fußteilabschnitt
- 27
- Fußteil
- 28
- Fußteilbasis
- 29
- oberer Fußteilbereich
- 30
- vordere Fußteilkante
- 31
- hintere Fußteilkante
- 32
- Übergangsstelle
- 33
- obere Fußteilkante
- 34
- Fußteilaussparung
- 35
- Flanke
- 36
- Verbindungsabschnitt
- 40
- vorderer gekrümmter Abschnitt
- 41
- hinterer gekrümmter Abschnitt
- 45
- vorderer Führungsabschnitt
- 46
- hinterer Führungsabschnitt
- 47
- Führungsausleger
- 48
- Verbindungsschenkel
- 49
- Auslegerschenkel
- 50
- Zwischenraum
- 51
- Schenkelende
- 52
- Innenkante des Verbindungsschenkels
- 53
- Außenkante des Verbindungsschenkels
- 57
- Zwischenabschnitt
- α
- Neigungswinkel
- A
- Schwenkachse
- b
- Basishöhe
- c
- Führungsauslegerhöhe
- d
- Zwischenraumhöhe
- H
- Höhenrichtung
- L
- Längsrichtung
- Q
- Querrichtung
- R1
- erster Krümmungsradius
- R2
- zweiter Krümmungsradius
- R3
- dritter Krümmungsradius
- R4
- vierter Krümmungsradius
- s1
- erste Schenkelbreite
- s2
- zweite Schenkelbreite
- t
- Tiefe der Fußteilaussparung
- xg
- Gesamtlänge
- x1
- Länge des vorderen Endabschnitts
- x2
- Länge des vorderen Schaftabschnitts
- x3
- Länge des Fußteilabschnitts
- x4
- Länge des Führungsabschnitts
- x5
- Länge des Zwischenabschnitts
- z
- Schafthöhe
- z1
- erste Schafthöhe
- z2
- zweite Schafthöhe
- z3
- dritte Schafthöhe
1. Maschinenstrickwerkzeug (10), insbesondere Maschinenstricknadel (11),
mit einem sich in einer Längsrichtung (L) erstreckenden Schaftteil (12), der an einer
Unterseite eine Auflagefläche (20) aufweist, wobei der Schaftteil (12) in einem vorderen
Endabschnitt (18) zur Maschenbildung eingerichtet ist, und wobei sich die Auflagefläche
(20) zumindest zwischen dem vorderen Endabschnitts (18) und einem hinteren Ende (14)
durchgängig in einer Ebene (E) erstreckt,
mit einem vorderen Führungsabschnitt (45), in dem ein Führungsausleger (47) in einer
Höhenrichtung (H) vom Schaftteil (12) weg ragt, und mit einem hinteren Führungsabschnitt
(46), in dem ein weiterer Führungsausleger (47) in Höhenrichtung (H) vom Schaftteil
(12) weg ragt,
wobei jeder Führungsausleger (47) einen Auslegerschenkel (49) aufweist, der mit dem
in Höhenrichtung (H) darunter angeordneten Bereich des Schaftteils (12) einen Zwischenraum
(50) begrenzt,
und mit einem Fußteilabschnitt (26), der zwischen den beiden Führungsabschnitten (45,
46) angeordnet ist und in dem ein vom Schaftteil (12) in Höhenrichtung (H) weg ragenden
Fußteil (27) vorhanden und dazu eingerichtet ist, mit einer Antriebseinrichtung einer
Strickmaschine zusammenzuarbeiten.
2. Maschinenstrickwerkzeug nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass der Zwischenraum (50) in Längsrichtung (L) offen ist.
3. Maschinenstrickwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass jeder Führungsausleger (47) einen Verbindungsschenkel (48) aufweist, der den Auslegerschenkel
(49) mit dem Schaftteil (12) verbindet.
4. Maschinenstrickwerkzeug nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass der Verbindungsschenkel (48) einen Neigungswinkel (α) mit der Längsrichtung (L) einschließt,
der einen Betrag im Bereich von 20° bis 90° oder 25° bis 65° aufweist.
5. Maschinenstrickwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass jeder Führungsausleger (47) in einem Übergangsbereich zum Schaftteil (12) eine Breite
(s2) aufweist, die mindestens 1,5 mal so groß ist wie die maximale Schafthöhe (z)
des Schaftteils (12) .
6. Maschinenstrickwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Auslegerschenkel (49) rechtwinkelig zu seiner Erstreckungsrichtung eine Breite
(s1) aufweist, die so groß ist wie eine Schafthöhe (z1) des darunter angeordneten
Schaftteils (12).
7. Maschinenstrickwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Auslegerschenkel (49) des Führungsauslegers (47) im hinteren Führungsabschnitt
(46) eine freies Schenkelende (51) hat, das in Längsrichtung (L) dieselbe Position
aufweist wie ein hinteres Ende (14) des Schaftteils (12).
8. Maschinenstrickwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass sich an den vorderen Endabschnitt (18) ein vorderer Schaftabschnitt (19) des Schaftteils
(12) anschließt, der zumindest teilweise vom vorderen Führungsausleger (47) überragt
wird.
9. Maschinenstrickwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Fußteil (27) in einem Übergangsbereich zum Schaftteil (12) eine Fußteilbasis
(28) aufweist, deren Länge in Längsrichtung (L) kleiner ist als die Länge eines sich
in Höhenrichtung (H) anschließenden oberen Fußteilbereichs (29).
10. Maschinenstrickwerkzeug nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Basishöhe (b) der Fußteilbasis (28) größer ist als eine Schafthöhe (z1) in den
Führungsabschnitten (45, 46) und/oder die Basishöhe (b) der Fußteilbasis (28) kleiner
ist als die Führungsauslegerhöhe (c) der Führungsausleger (47) ausgehend von der Unterseite
des Schaftteils (12).
11. Maschinenstrickwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fußteilbasis (28) an ihren beiden in Längsrichtung (L) entgegengesetzten Seiten
jeweils einen gekrümmten Abschnitt (40, 41) aufweist.
12. Maschinenstrickwerkzeug nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der gekrümmte Abschnitt (40, 41) einen konstanten Krümmungsradius (R2, R3) aufweist.
13. Maschinenstrickwerkzeug nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass der gekrümmte Abschnitt (40, 41) einen sich ändernden Krümmungsradius (R2, R3) aufweist,
der im Anschluss an den Schaftteil (12) am größten ist.
14. Maschinenstrickwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Fußteil (27) wenigstens eine Fußteilaussparung (34) aufweist, die in Höhenrichtung
(H) mit Abstand zum Schaftteil (12) angeordnet ist.
15. Maschinenstrickwerkzeug nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Fußteilaussparung (34) in Höhenrichtung auf der dem Schaftteil
(12) entgegengesetzten Seite offen ist.
16. Maschinenstrickwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schaftteil (12) im Fußteilabschnitt (26) eine Schaftteilhöhe (z2) von maximal
1,1 mm aufweist.
17. Maschinenstrickwerkzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Schaftteil (12) in Längsrichtung (L) eine Gesamtlänge (xg) aufweist, die maximal
100 mm beträgt.