(19)
(11) EP 3 597 834 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.01.2020  Patentblatt  2020/04

(21) Anmeldenummer: 18184666.8

(22) Anmeldetag:  20.07.2018
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
E04D 13/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(71) Anmelder: Dallmer GmbH & Co. KG
59757 Arnsberg (DE)

(72) Erfinder:
  • DALLMER, Johannes
    59757 Arnsberg (DE)

(74) Vertreter: Schäperklaus, Jochen et al
Fritz Patent- und Rechtsanwälte Partnerschaft mbB Postfach 1580
59705 Arnsberg
59705 Arnsberg (DE)

   


(54) BAUTEIL FÜR EINE ABLAUFVORRICHTUNG FÜR EIN FLACHDACH MIT ATTIKA


(57) Bauteil (1) für eine Ablaufvorrichtung für ein Flachdach (9) mit Attika (11), umfassend ein Winkelteil (2), das einen ersten Schenkel (6) und einen zweiten Schenkel (7) umfasst, die äußere Fläche (8) des ersten Schenkels (6) auf der Oberseite des Flachdachs (1) angeordnet werden kann, wobei die äußere Fläche (10) des zweiten Schenkels (7) an der Attika (11) angeordnet werden kann, wobei der zweite Schenkel (7) eine Öffnung (12) aufweist und wobei das Winkelteil (2) aus einem Elastomerwerkstoff besteht oder einen Elastomerwerkstoff umfasst, eine Abdichtfolie (3), die mit dem Winkelteil (2) verbunden ist und sich zumindest teilweise über die inneren Flächen (13, 14) der Schenkel (6, 7) erstreckt, sowie einen Ablaufstutzen (4), der mit dem Winkelteil (2) verbunden ist und sich von der Öffnung (12) in dem zweiten Schenkel (7) von dem Winkelteil (2) wegerstreckt.




Beschreibung


[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bauteil für eine Ablaufvorrichtung für ein Flachdach mit Attika, ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Bauteils sowie eine Ablaufvorrichtung für ein Flachdach mit Attika mit einem derartigen Bauteil.

[0002] Im Folgenden soll mit Attika eine wandartige Erhöhung am Rand eines Flachdachs bezeichnet werden.

[0003] Das der vorliegenden Erfindung zugrundeliegende Problem ist die Schaffung eines Bauteils der eingangs genannten Art, das eine einfache Montage einer Ablaufvorrichtung auf einem Flachdach mit Attika ermöglicht. Weiterhin sollen ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Bauteils sowie eine Ablaufvorrichtung mit einem derartigen Bauteil angegeben werden.

[0004] Dies wird erfindungsgemäß durch ein Bauteil der eingangs genannten Art mit den Merkmalen des Anspruchs 1, ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 9 und eine Ablaufvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 11 erreicht. Die Unteransprüche betreffen bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung.

[0005] Gemäß Anspruch 1 umfasst das Bauteil:
  • ein Winkelteil, das einen ersten Schenkel und einen zweiten Schenkel umfasst, wobei ein jeder der Schenkel eine äußere, von dem jeweils anderen Schenkel abgewandte Fläche und eine innere, dem jeweils anderen Schenkel zugewandte Fläche aufweist, wobei die äußere Fläche des ersten Schenkels auf der Oberseite des Flachdachs angeordnet werden kann, wobei die äußere Fläche des zweiten Schenkels an der von der Oberseite des Flachdachs nach oben ragenden Attika angeordnet werden kann, wobei der zweite Schenkel eine Öffnung aufweist und wobei das Winkelteil aus einem Elastomerwerkstoff besteht oder einen Elastomerwerkstoff umfasst,
  • eine Abdichtfolie, die mit dem Winkelteil verbunden ist und sich zumindest teilweise über die inneren Flächen der Schenkel erstreckt, sowie
  • einen Ablaufstutzen, der mit dem Winkelteil verbunden ist und sich von der Öffnung in dem zweiten Schenkel von dem Winkelteil wegerstreckt.


[0006] Durch die Abdichtfolie lässt sich eine einfache Integration in dachseits vorhandene Abdichtfolien erreichen. Der Elastomerwerkstoff des Winkelteils ermöglicht den Ausgleich von Unebenheiten in den horizontalen und vertikalen Anschlussbereichen. Der Ablaufstutzen kann als integraler Bestandteil des Winkelteils ausgebildet sein und insbesondere aus dem gleichen Werkstoff bestehen wie das Winkelteil.

[0007] Es kann vorgesehen sein, dass der Elastomerwerkstoff des Winkelteils ein thermoplastisches Elastomer, wie beispielsweise TPE, TPA, TPC,TPO, TPS, TPU, TPV oder TPZ, ist oder dass der Elastomerwerkstoff des Winkelteils ein klassisches Elastomer, wie beispielsweise EPDM, NR, NBR, HNBR, HR, CR, FKM, CSM, VMQ oder MVQ, ist. Alternativ oder zusätzlich kann vorgesehen sein, dass der Elastomerwerkstoff des Winkelteils eine Bruchdehnung gemäß DIN 53504 beziehungsweise ISO 37 von mehr als 200% aufweist. Entsprechende Elastomerwerkstoffe weisen eine geeignete Elastizität für den Ausgleich der Unebenheiten auf.

[0008] Es besteht die Möglichkeit, dass die Abdichtfolie aus Bitumen besteht oder Bitumen umfasst. Bitumen wird häufig für Abdichtfolien auf Flachdächern verwendet, so dass die Integration vereinfacht wird.

[0009] Es kann vorgesehen sein, dass das Bauteil einen Stützring umfasst, der an dem Ablaufstutzen angeordnet ist, insbesondere teilweise in dem Ablaufstutzen oder teilweise außerhalb des Ablaufstutzens angeordnet ist. Der Stützring kann aus einem stabileren Werkstoff wie beispielsweise PP bestehen. Der Stützring kann der Stabilisierung des gegebenenfalls aus dem Elastomerwerkstoff bestehenden Ablaufstutzens dienen. Weitere mögliche Funktionen des Stützrings können die Aufnahme eines Verbindungsrohres der Ablaufvorrichtung und die Abdichtung gegenüber diesem Verbindungsrohr sein. Weiterhin kann auch eine Verrastung des Verbindungsrohres an dem Stützring ermöglicht werden.

[0010] Es besteht die Möglichkeit, dass das Bauteil ein einstückiges Teil ist. Dadurch wird der Montageaufwand reduziert.

[0011] Es kann vorgesehen sein, dass das Bauteil zumindest teilweise als Spritzgussteil ausgebildet ist. Dazu kann als ein Elastomerwerkstoff ein thermoplastisches Elastomer, wie beispielsweise TPE, TPA, TPC,TPO, TPS, TPU, TPV oder TPZ, verwendet werden. Durch das Spritzgießen lässt sich das Bauteil einfach und kostengünstig fertigen. Weiterhin ist es sehr kompakt und stabil.

[0012] Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass das Bauteil kein Spritzgussteil ist, sondern das die Einzelteile des Bauteils miteinander verklebt oder verschweißt sind. Dies bietet sich insbesondere an, wenn der Elastomerwerkstoff des Winkelteils ein klassisches Elastomer, wie beispielsweise EPDM, NR, NBR, HNBR, HR, CR, FKM, CSM, VMQ oder MVQ, ist.

[0013] Gemäß Anspruch 9 ist das Verfahren durch folgende Verfahrensschritte gekennzeichnet:
  • Die Abdichtfolie wird in ein Spritzgusswerkzeug eingelegt;
  • das Winkelteil wird, gegebenenfalls zusammen mit einem daran angeformten Ablaufstutzen, durch Spritzgießen hergestellt und verbindet sich dabei mit der Abdichtfolie.


[0014] Insbesondere kann dabei zusätzlich zu der Abdichtfolie der Stützring in das Spritzgusswerkzeug eingelegt werden, so dass sich das Winkelteil bei dem Spritzgießen mit der Abdichtfolie und dem Stützring verbindet. Dieses Verfahren lässt sich einfach und kostengünstig durchführen. Das damit hergestellte Bauteil ist sehr kompakt und stabil.

[0015] Alternativ dazu kann auch vorgesehen sein, dass nur die Abdichtfolie in ein Mehrkomponenten-Spritzgusswerkzeug eingelegt wird und sowohl das Winkelteil als auch der Stützring gleichzeitig durch einen Spritzgussprozess erzeugt werden. Es kann auch vorgesehen werden, dass der Stützring in ein Mehrkomponenten-Spritzgusswerkzeug eingelegt und anschließend zumindest teilweise mit dem Winkelteil und insbesondere mit dem an dem Winkelteil angeformten Ablaufstutzen umspritzt wird. Daran anschließend kann dann die Abdichtfolie an das Winkelteil angespritzt werden.

[0016] Es besteht durchaus die Möglichkeit, die einzelnen Komponenten des Bauteils durch andere Verfahren wie beispielsweise durch Kleben und/oder Schweißen miteinander zu verbinden.

[0017] Gemäß Anspruch 11 umfasst die Ablaufvorrichtung ein erfindungsgemäßes Bauteil.

[0018] Es kann vorgesehen sein, dass die Ablaufvorrichtung ein Rohrstück oder ein nach unten offenes Teilrohrstück umfasst, das zumindest teilweise in der Öffnung in dem zweiten Schenkel des Bauteils angeordnet werden kann. Weiterhin kann vorgesehen sein, dass die Ablaufvorrichtung ein Einlaufelement wie beispielsweise einen Laubfangkorb umfasst, das auf der von dem Ablaufstutzen abgewandten Seite vor der Öffnung in dem zweiten Schenkel des Bauteils angeordnet werden kann. Vorteilhafterweise können das Rohrstück beziehungsweise das unten offene Teilrohrstück und das Einlaufelement beziehungsweise der Laubfangkorb eine vormontierte Einheit bilden, wodurch die Montage ebenfalls erleichtert wird.

[0019] Es besteht die Möglichkeit, dass die Ablaufvorrichtung ein Verbindungsrohr umfasst, das mit dem Ablaufstutzen verbunden werden kann und abflussseitig in einen gegebenenfalls von der Ablaufvorrichtung umfassten Ablauftopf oder ein bauseitiges Ablaufrohr münden kann. Dabei kann die Ablaufvorrichtung Rastmittel umfassen, die insbesondere an dem Bauteil und/oder an dem Rohrstück beziehungsweise dem Teilrohrstück und/oder an dem Verbindungsrohr angeordnet sind, um eine Verbindung zwischen dem Bauteil einerseits und dem Rohrstück beziehungsweise dem Teilrohrstück und/oder dem Verbindungsrohr andererseits herzustellen. Auch die Verrastung der einzelnen Teile aneinander kann die Montage vereinfachen.

[0020] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden deutlich anhand der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme auf die beiliegenden Abbildungen. Darin zeigen:
Fig. 1
eine perspektivische Explosionsansicht einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Bauteils mit Teilen einer erfindungsgemäßen Ablaufvorrichtung;
Fig. 2
eine gedrehte perspektivische Explosionsansicht des Bauteils gemäß Fig. 1 mit den in Fig. 1 abgebildeten Teilen der Ablaufvorrichtung;
Fig. 3
eine Draufsicht auf das Bauteil gemäß Fig. 1 mit den in Fig. 1 abgebildeten Teilen der Ablaufvorrichtung;
Fig. 4
einen Schnitt gemäß den Pfeilen IV - IV in Fig. 3;
Fig. 5
eine Detailansicht gemäß dem Pfeil V in Fig. 4;
Fig. 6
eine Fig. 5 entsprechende Detailansicht einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Bauteils;
Fig. 7
eine Fig. 5 entsprechende Detailansicht einer dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Bauteils;
Fig. 8
eine Fig. 5 entsprechende Detailansicht einer vierten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Bauteils;
Fig. 9
eine perspektivische Ansicht einer erfindungsgemäßen Ablaufvorrichtung mit der ersten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Bauteils in einer Einbausituation auf einem Flachdach mit Attika;
Fig. 10
eine Seitenansicht der erfindungsgemäßen Ablaufvorrichtung gemäß Fig. 9 in der Einbausituation auf einem Flachdach mit Attika;
Fig. 11
ein geschnittenes Detail gemäß dem Pfeil XI in Fig. 10.


[0021] In den Figuren sind gleiche und funktional gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.

[0022] Das in den Fig. 1 bis Fig. 5 abgebildete Ausführungsbeispiel eines Bauteils 1 umfasst ein Winkelteil 2, eine mit dem Winkelteil 2 verbundene Abdichtfolie 3, einen an dem Winkelteil 2 angeformten Ablaufstutzen 4 und einen den Ablaufstutzen 4 zumindest teilweise umgebenden Stützring 5. Das Winkelteil 2, die Abdichtfolie 3, der Ablaufstutzen 4 und der Stützring 5 sind fest miteinander verbunden, so dass das Bauteil 1 ein einstückiges Teil ist.

[0023] Das Winkelteil 2 umfasst einen ersten Schenkel 6 und einen zweiten Schenkel 7 umfasst, die einen Winkel α von 90° miteinander einschließen (siehe Fig. 2, Fig. 4 und Fig. 5). Ein jeder der Schenkel 6, 7 weist eine äußere, von dem jeweils anderen Schenkel 7, 6 abgewandte Fläche und eine innere, dem jeweils anderen Schenkel 7, 6 zugewandte Fläche auf.

[0024] In Fig. 5 ist die äußere Fläche 8 des ersten Schenkels 6 die untere Seite des Schenkels 6. Diese Fläche 8 kann auf der Oberseite eines Flachdachs 9 angeordnet werden (siehe dazu Fig. 11). In Fig. 2 ist die äußere Fläche 10 des zweiten Schenkels 7 die linke Fläche, die von der Abdichtfolie 3 abgewandt ist. Die äußere Fläche 10 des zweiten Schenkels 7 kann an einer von der Oberseite des Flachdachs 9 nach oben ragenden Attika 11 angeordnet werden (siehe Fig. 11).

[0025] Der zweite Schenkel 7 weist eine durchgehende Öffnung 12 auf, die mittig im unteren Bereich des zweiten Schenkels 7 angeordnet ist und ein Abfließen von auf der Oberseite des Flachdachs 9 befindlichem Wassers ermöglichen kann. Der Ablaufstutzen 4 erstreckt sich von der Öffnung 12 von dem zweiten Schenkel 7 nach links in Fig. 2 weg. Im in Fig. 9 bis Fig. 11 ersichtlichen Einbauzustand erstreckt sich der Ablaufstutzen 4 in die Attika 11 hinein.

[0026] Das Winkelteil 2 und der daran angeformte Ablaufstutzen 4 können aus einem Elastomerwerkstoff bestehen. Der Elastomerwerkstoff kann eine Bruchdehnung gemäß DIN 53504 beziehungsweise ISO 37 von mehr als 200% aufweisen. Es kann vorgesehen sein, dass der Elastomerwerkstoff des Winkelteils ein thermoplastisches Elastomer, wie beispielsweise TPE, TPA, TPC,TPO, TPS, TPU, TPV oder TPZ, ist oder dass der Elastomerwerkstoff des Winkelteils ein klassisches Elastomer, wie beispielsweise EPDM, NR, NBR, HNBR, HR, CR, FKM, CSM, VMQ oder MVQ, ist.

[0027] Die Abdichtfolie 3 erstreckt sich über die inneren Flächen 13, 14 der Schenkel 6, 7 des Winkelteils 2. Dabei ist die Abdichtfolie 3 im montierten Zustand auf der inneren Fläche 13 des ersten Schenkels 6 angeordnet (siehe Fig. 5) und an der von der Attika 11 abgewandten Seite der inneren Fläche 14 des zweiten Schenkels 7 angeordnet (siehe Fig. 11).

[0028] Die Abdichtfolie 3 kann aus Bitumen bestehen.

[0029] Der Stützring 5 umgibt teilweise den Ablaufstutzen 4 und ragt auf der von dem Winkelteil 2 abgewandten Seite des Ablaufstutzens 4 über diesen nach links in Fig. 5 hinaus. Der außenseitig über den Ablaufstutzen 4 hinausragende Teil des Stützrings 5 weist den gleichen Innendurchmesser auf wie der Ablaufstutzen 4, so dass der Ablaufstutzen 4 und der außenseitig an ihn anschließende Teil des Stützrings 5 eine gemeinsame Anlagefläche für ein im weiteren noch detaillierter beschriebenes Verbindungsrohr 15 der Ablaufvorrichtung bilden (siehe Fig. 5).

[0030] Der Stützring 5 ist aus einem härteren Material gebildet als der Ablaufstutzen 4. Er kann insbesondere aus PP bestehen.

[0031] Es sind andere Geometrien und Anordnungen des Ablaufstutzens 4 und des Stützrings 5 möglich.

[0032] Fig. 6 zeigt eine Variante, bei der die Anlagefläche für das Verbindungsrohr 15 komplett von dem Stützring 5 gebildet wird. Der Ablaufstutzen 4 umgibt den Stützring 5 teilweise.

[0033] Fig. 7 zeigt eine Variante, bei der ebenfalls die Anlagefläche für das Verbindungsrohr 15 komplett von dem Stützring 5 gebildet wird. Allerdings umgibt hier der Ablaufstutzen 4 den Stützring 5 auf seiner gesamten Länge und umgreift diesen sogar auf der von dem Winkelteil 2 abgewandten Seite.

[0034] Fig. 8 zeigt eine Variante, bei der die Anlagefläche für das Verbindungsrohr 15 komplett von dem Ablaufstutzen 4 gebildet wird. Bei dieser Variante ist kein Stützring 5 vorgesehen.

[0035] Das Bauteil 1 kann durch ein Spritzguss-Verfahren hergestellt werden. Dazu werden die Abdichtfolie 3 und der Stützring 5 in das Spritzgusswerkzeug eingelegt und anschließend zumindest teilweise mit dem Winkelteil 2 und insbesondere mit dem an dem Winkelteil 2 angeformten Ablaufstutzen 4 umspritzt. Dabei verbinden sich das Winkelteil 2 und der Ablaufstutzen 4 mit den beiden Einlegteilen. Das Bauteil 1 kann auf diese Weise einfach und kostengünstig hergestellt werden und ist als einstückiges Spritzgussteil kompakt und stabil.

[0036] Fig. 1 und Fig. 2 zeigen Teile der Ablaufvorrichtung, die mit dem Bauteil 1 verbunden werden können. Es sind dies einerseits das Verbindungsrohr 15, das mit einem Verbindungsabschnitt 16 in den Ablaufstutzen 4 sowie gegebenenfalls in den Stützring 5 eingeschoben werden kann. An dem Verbindungsabschnitt 16 können entsprechende Dichtungen 17 vorgesehen sein (siehe Fig. 5).

[0037] Andererseits sind ein nach unten offenes Teilrohrstück 18 und ein Laubfangkorb 19 oder ein anderes nicht abgebildetes Einlaufelement vorgesehen. Das Teilrohrstück 18 ist im montierten Zustand zumindest teilweise in der Öffnung 12 in dem zweiten Schenkel 7 des Bauteils 1 angeordnet. Dabei weist das Teilrohrstück 18 Rastmittel 20 auf, die eine rastende Verbindung mit dem Ablaufstutzen 4 beziehungsweise dem Stützring 5 und mit dem Verbindungsabschnitt 16 des Verbindungsrohrs 15 herstellen können. Auf der Oberseite des Teilrohrstücks 18 können nicht abgebildete Federmittel vorgesehen sein, die das Teilrohrstück 18 in dem Ablaufstutzen 4 beziehungsweise in dem Stützring 5 halten.

[0038] Der Laubfangkorb 19 ist auf der von dem Ablaufstutzen 4 abgewandten Seite vor der Öffnung 12 in dem zweiten Schenkel 7 des Bauteils 1 angeordnet. Der Laubfangkorb 19 kann zusammen mit dem Teilrohrstück 18 eine vormontierte Einheit bilden.

[0039] Die Fig. 9 und 10 zeigen weiterhin, dass die Ablaufvorrichtung einen Ablauftopf 21 umfassen kann, in den das Verbindungsrohr 15 münden kann. Der Ablauftopf 21 kann mit einem bauseitigen Ablaufrohr 22 verbunden sein.


Ansprüche

1. Bauteil (1) für eine Ablaufvorrichtung für ein Flachdach (9) mit Attika (11), umfassend

- ein Winkelteil (2), das einen ersten Schenkel (6) und einen zweiten Schenkel (7) umfasst, wobei ein jeder der Schenkel (6, 7) eine äußere, von dem jeweils anderen Schenkel (6, 7) abgewandte Fläche (8, 10) und eine innere, dem jeweils anderen Schenkel (6, 7) zugewandte Fläche (13, 14) aufweist, wobei die äußere Fläche (8) des ersten Schenkels (6) auf der Oberseite des Flachdachs (1) angeordnet werden kann, wobei die äußere Fläche (10) des zweiten Schenkels (7) an der von der Oberseite des Flachdachs (8) nach oben ragenden Attika (11) angeordnet werden kann, wobei der zweite Schenkel (7) eine Öffnung (12) aufweist und wobei das Winkelteil (2) aus einem Elastomerwerkstoff besteht oder einen Elastomerwerkstoff umfasst,

- eine Abdichtfolie (3), die mit dem Winkelteil (2) verbunden ist und sich zumindest teilweise über die inneren Flächen (13, 14) der Schenkel (6, 7) erstreckt, sowie

- einen Ablaufstutzen (4), der mit dem Winkelteil (2) verbunden ist und sich von der Öffnung (12) in dem zweiten Schenkel (7) von dem Winkelteil (2) wegerstreckt.


 
2. Bauteil (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der erste und der zweite Schenkel (6, 7) einen Winkel (α) zwischen 70° und 110°, insbesondere einen Winkel (α) zwischen 80° und 100°, vorzugsweise einen Winkel (α) von 90° miteinander einschließen.
 
3. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Elastomerwerkstoff des Winkelteils (2) ein thermoplastisches Elastomer, wie beispielsweise TPE, TPA, TPC,TPO, TPS, TPU, TPV oder TPZ, ist oder dass der Elastomerwerkstoff des Winkelteils (2) ein klassisches Elastomer, wie beispielsweise EPDM, NR, NBR, HNBR, HR, CR, FKM, CSM, VMQ oder MVQ, ist.
 
4. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Elastomerwerkstoff des Winkelteils (2) eine Bruchdehnung gemäß DIN 53504 beziehungsweise ISO 37 von mehr als 200% aufweist.
 
5. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Abdichtfolie (3) aus Bitumen besteht oder Bitumen umfasst.
 
6. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (1) einen Stützring (5) umfasst, der an dem Ablaufstutzen (4) angeordnet ist, insbesondere teilweise in dem Ablaufstutzen (4) oder teilweise außerhalb des Ablaufstutzens (4) angeordnet ist.
 
7. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (1) ein einstückiges Teil ist.
 
8. Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil (1) zumindest teilweise als Spritzgussteil ausgebildet ist.
 
9. Verfahren zur Herstellung des Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:

- Die Abdichtfolie (3) wird in ein Spritzgusswerkzeug eingelegt;

- das Winkelteil (2) wird, gegebenenfalls zusammen mit einem daran angeformten Ablaufstutzen (4), durch Spritzgießen hergestellt und verbindet sich dabei mit der Abdichtfolie (3).


 
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich zu der Abdichtfolie (3) der Stützring (5) in das Spritzgusswerkzeug eingelegt wird, so dass sich das Winkelteil (2) bei dem Spritzgießen mit der Abdichtfolie (3) und dem Stützring (5) verbindet.
 
11. Ablaufvorrichtung für ein Flachdach mit Attika, umfassend ein Bauteil (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8.
 
12. Ablaufvorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufvorrichtung ein Rohrstück oder ein nach unten offenes Teilrohrstück (18) umfasst, das zumindest teilweise in der Öffnung (12) in dem zweiten Schenkel (7) des Bauteils (1) angeordnet werden kann.
 
13. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufvorrichtung ein Einlaufelement wie beispielsweise einen Laubfangkorb (19) umfasst, das auf der von dem Ablaufstutzen (4) abgewandten Seite vor der Öffnung (12) in dem zweiten Schenkel (7) des Bauteils (1) angeordnet werden kann.
 
14. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufvorrichtung ein Verbindungsrohr (15) umfasst, das mit dem Ablaufstutzen (4) verbunden werden kann und abflussseitig in einen gegebenenfalls von der Ablaufvorrichtung umfassten Ablauftopf (21) oder ein bauseitiges Ablaufrohr (22) münden kann.
 
15. Ablaufvorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablaufvorrichtung Rastmittel (20) umfasst, die insbesondere an dem Bauteil (1) und/oder an dem Rohrstück beziehungsweise dem Teilrohrstück (18) und/oder an dem Verbindungsrohr (15) angeordnet sind, um eine Verbindung zwischen dem Bauteil (1) einerseits und dem Rohrstück beziehungsweise dem Teilrohrstück (18) und/oder dem Verbindungsrohr (15) andererseits herzustellen.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht









Recherchenbericht