Gebiet der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Betriebsverfahren für eine Kühlstrecke,
die innerhalb einer Walzstraße angeordnet ist oder der Walzstraße vor- oder nachgeordnet
ist und mittels derer ein heißes Walzgut aus Metall gekühlt wird,
- wobei einer Anzahl von Aufbringeinrichtungen der Kühlstrecke über eine jeweilige Versorgungsleitung
und eine jeweilige Pumpe ein jeweiliger Ist-Strom eines flüssigen, auf Wasser basierenden
Kühlmittels zugeführt wird,
- wobei der jeweilige Ist-Strom des Kühlmittels mittels der jeweiligen Aufbringeinrichtung
auf das heiße Walzgut aufgebracht wird,
- wobei das heiße Walzgut innerhalb der Kühlstrecke während des Aufbringens des Kühlmittels
in einer horizontalen Transportrichtung transportiert wird.
[0002] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Kühlstrecke, die innerhalb
einer Walzstraße angeordnet ist oder der Walzstraße vor- oder nachgeordnet ist und
mittels derer ein heißes Walzgut aus Metall gekühlt wird,
- wobei die Kühlstrecke eine Anzahl von Aufbringeinrichtungen aufweist, über die über
eine jeweilige Versorgungsleitung der Kühlstrecke und eine jeweilige Pumpe der Kühlstrecke
ein jeweiliger Ist-Strom eines flüssigen, auf Wasser basierenden Kühlmittels zugeführt
wird,
- wobei der jeweilige Ist-Strom des Kühlmittels mittels der jeweiligen Aufbringeinrichtung
auf das heiße Walzgut aufgebracht wird,
- wobei das heiße Walzgut in der Kühlstrecke während des Aufbringens des Kühlmittels
in einer horizontalen Transportrichtung transportiert wird.
[0003] In der Kühlstrecke eines Walzwerks wird ein metallisches Walzgut nach dem Walzen
abgekühlt. Das Walzgut kann beispielsweise aus Stahl oder Aluminium bestehen. Es kann
sich nach Bedarf um ein flaches Walzgut (Band oder Grobblech), um ein stabförmiges
Walzgut oder um ein Profil handeln. Üblich ist eine exakte Temperaturführung in der
Kühlstrecke, um gewünschte Materialeigenschaften einzustellen und mit niedrigerer
Streuung konstant zu halten. Insbesondere bei einer der Walzstraße nachgeordneten
Kühlstrecke sind zu diesem Zweck entlang der Kühlstrecke mehrere Spritzbalken verbaut,
mittels derer zur Kühlung des heißen Walzguts von oben und von unten ein flüssiges
Kühlmittel, meist Wasser, auf das Walzgut aufgebracht wird. Die durch den jeweiligen
Spritzbalken fließende Wassermenge soll möglichst schnell und möglichst präzise einstellbar
sein.
Stand der Technik
[0004] Zur Einstellung der den Spritzbalken zugeführten Wassermengen ist es beispielsweise
bekannt, in den Versorgungsleitungen Schaltventile oder Regelventile anzuordnen. Schaltventile
können nur rein binär angesteuert werden. Sind also entweder vollständig geöffnet
oder vollständig geschlossen. Regelventile können kontinuierlich verstellt werden,
so dass auch die im jeweiligen Spritzbalken zugeführte Wassermenge kontinuierlich
eingestellt werden kann.
[0005] Im Falle von Regelventilen können die Ventile als Regelklappen oder als Kugelventile
ausgebildet sein. Regelklappen sind relativ einfach und kostengünstig. Sie können
aber nur mit relativ geringen Druckdifferenzen von meist maximal 1 bar betrieben werden.
Anderenfalls treten Kavitationen auf, welche die Regelklappe sehr schnell schädigen.
Regelklappen sind daher insbesondere für eine Intensivkühlung nicht geeignet. Aber
auch in einer Laminarkühlstrecke sind sie oftmals von Nachteil. Insbesondere zeigen
sie häufig eine Schalthysterese. Die Schalthysterese bewirkt, dass bei gleicher Ansteuerung
der eingestellte Klappenwinkel unterschiedlich groß ist, je nachdem, ob die Regelklappe
ausgehend von einer weiter geöffneten oder von einer weiter geschlossenen Stellung
in die neue anzunehmende Stellung verstellt wird. Kugelventile weisen keine Klappe
auf, sondern eine durchbohrte Kugel, die in einem Rohr gedreht wird. Je nach Drehstellung
der Kugel wird dem Kühlmittel ein größerer oder ein kleinerer Querschnitt für den
Durchfluss zur Verfügung gestellt. Kugelventile können mit höheren Druckdifferenzen
bis ca. 3 bar betrieben werden. Eine Hysterese tritt bei ihnen nicht auf oder ist
vernachlässigbar klein. Kugelventile sind jedoch teuer.
[0006] Bei einer anderen Lösung wird den Spritzbalken permanent das Kühlmittel zugeführt.
Es ist jedoch eine ansteuerbare Umlenkplatte vorhanden. Je nach Stellung der Umlenkplatte
wird das Kühlmittel entweder dem Walzgut zugeführt oder fließt seitlich ab, ohne zur
Kühlung des Walzguts beizutragen. Bei dieser Anordnung sind schnelle Schaltvorgänge
ohne Druckstöße möglich. Eine kontinuierliche Einstellung der Wassermenge ist jedoch
nicht möglich. Weiterhin muss permanent der volle Kühlmittelstrom gefördert werden.
[0007] Alle Arten von Ventilen und auch die Umlenkplatten benötigen entsprechende Aktoren.
Üblich sind pneumatisch angetriebene Stellmotoren. Für Regelventile wird zusätzlich
eine Positionsregelung benötigt. Diese vergleicht kontinuierlich die Iststellung des
jeweiligen Regelventils mit dessen Sollstellung und regelt die Iststellung nach, bis
sich eine hinreichende Übereinstimmung mit der Sollstellung ergibt.
[0008] Allen Anordnungen ist weiterhin gemeinsam, dass eine externe Versorgung mit Kühlmittel
vorhanden sein muss. Das Kühlmittel kann beispielsweise einem Hochtank entnommen werden
oder über eine größere Rohrleitung von einer weiter entfernten Pumpenstation antransportiert
werden. Auch Kombinationen dieser Vorgehensweisen sind möglich. Beispielsweise wird
bei einer sogenannten Intensivkühlung das Wasser oftmals zunächst einem Hochtank entnommen.
Sodann wird der Druck über Boosterpumpen in variablem Umfang erhöht und dadurch mit
entsprechend variablem Druck der Intensivkühlung zur Verfügung gestellt. Meist sind
mehrere Boosterpumpen vorhanden, die jedoch alle parallel geschaltet sind, d.h. dass
sie die Kühlflüssigkeit alle eingangsseitig aus dem gleichen Reservoir beziehen und
ausgangsseitig einem gemeinsamen Sammelpunkt zuführen. Die Intensivkühlung ist mit
mehreren Spritzbalken versehen, denen - ausgehend von den Boosterpumpen bzw. dem gemeinsamen
Sammelpunkt - das Kühlmittel individuell über eine jeweilige Versorgungsleitung zugeführt
wird. In den Versorgungsleitungen sind Kugelventile angeordnet, die zur Einstellung
der dem jeweiligen Spritzbalken zugeführten Menge an Kühlmittel angesteuert werden.
[0009] Im Stand der Technik treten verschiedene Nachteile auf.
- Bei Schaltventilen gibt es Druckschläge beim Abschalten. Daher können Schaltventile
nicht beliebig schnell abgeschaltet werden. Übliche Schaltzeiten liegen oberhalb von
1 Sekunde, manchmal bei bis zu 2 Sekunden.
- Mit Regelklappen und Kugelventilen werden ähnliche Regelzeiten erreicht. Weiterhin
ist für jedes Regelventil eine Positionsregelung erforderlich. Die erreichbare Genauigkeit
liegt bei ca. 1 % bis 2 %.
- Auch bei Regelventilen gibt es Druckschläge beim Abschalten. Daher können auch Regelventile
nicht beliebig schnell geschlossen werden. Übliche Schaltzeiten liegen im Bereich
von ca. 1 Sekunde.
- Bei allen Ventilen treten Strömungsverluste auf, die zu einem erhöhten Verschleiß
und auch zu einem erhöhten Energieverbrauch führen.
- Die pneumatischen Stellantriebe sind anfällig für Defekte. Sie leiden insbesondere
bei häufigen Stellvorgängen. Weiterhin benötigen sie zusätzliche Energie für die Steuerluft,
die darüber hinaus gereinigt und getrocknet werden muss und beispielsweise von einem
eigenen Kompressor zur Verfügung gestellt werden muss.
[0010] Aus der
WO 2010/040 614 A2 ist eine Entzunderungseinrichtung bekannt, bei der eine Pumpe über einen drehzahlvariablen
Antrieb angetrieben wird. Bei der Ansteuerung des Antriebs werden ein Betriebszustand
des Entzunderungsbereichs und ein Füllgrad eines Hochdruck-Speichers berücksichtigt.
[0011] Aus der
US 2008/0 035 298 A1 ist ein Gießprozess bekannt, bei dem unter anderem eine Kühlwasserquelle verwendet
wird, die eine mit Wasser gekühlte Spule umfasst. Das Kühlwasser wird der Spule über
eine Pumpe zugeführt, die eingeschaltet und ausgeschaltet werden kann und über einen
Mechanismus zur Steuerung der Kühlmittelmenge verfügt. Es erfolgt ein Umwälzen (recirculating)
der Flüssigkeit. Die Temperatur des gegossenen Metallstrangs wird erfasst und einer
Steuereinrichtung zugeführt. Die Steuereinrichtung steuert in Abhängigkeit hiervon
die Kühlwasserquelle.
[0012] Aus der
US 2010/0 218 516 A1 ist ein Verfahren bekannt, bei dem ein Metallband im Rahmen einer Wärmebehandlung
des Metallbands in einer Kühleinrichtung mit einem flüssigen Kühlmedium gekühlt wird.
Das Metallband verläuft vertikal von unten nach oben. Das Kühlmedium ist Pentan oder
eine Mischung aus Pentan und Hexan. Das Metallband befindet sich während des Aufbringens
des Kühlmediums in einer Atmosphäre aus Schutzgas. In Abhängigkeit von der Temperatur
des Metallbandes eingangsseitig und ausgangsseitig der Kühleinrichtung und der Geschwindigkeit
des Metallbandes wird eine Kühlmittelmenge bestimmt, die von einer Pumpe zu den Aufbringeinrichtungen
der Kühleinrichtung geführt werden soll. Entsprechend dem Ergebnis wird die Pumpe
angesteuert.
[0013] Aus der
US 2007/0 074 846 A1 ist ein Gießprozess bekannt, bei dem der gegossene Strang durch eine Kühlkammer geführt
wird, in welcher der gegossene Strang mit einem flüssigen Kühlmedium gekühlt wird.
Das flüssige Kühlmedium ist ein Metall oder ein geschmolzenes Salz. Das flüssige Kühlmedium
wird mittels einer Umwälzpumpe aus einem Reservoir entnommen, der Kühlkammer zugeführt
und sodann von der Kühlkammer aus wieder dem Reservoir zugeführt. Die Flüssigkeitsmenge
wird in Abhängigkeit von den Temperaturen, mit denen das flüssige Kühlmedium der Kühlkammer
zugeführt bzw. aus der Kühlkammer abgeführt wird, und in Abhängigkeit von dem Druck
eingangsseitig der Kühlkammer geregelt.
[0014] Aus der
US 2009/0 314 460 A1 ist ein Gießprozess bekannt, bei dem der gegossene Strang mittels einer Zweirollen-Gießmaschine
gebildet wird. Die Rollen werden innen mit einem flüssigen Kühlmedium gekühlt. Das
flüssige Kühlmedium ist ein Metall oder ein geschmolzenes Salz. Das flüssige Kühlmedium
wird mittels einer Umwälzpumpe aus einem Reservoir entnommen, den Rollen zugeführt
und sodann von der Kühlkammer aus wieder dem Reservoir zugeführt.
[0015] Aus der
US 2012/0 298 224 A1 ist im Rahmen eines Walzwerks mit nachgeordneter Kühlstrecke der vorausschauende
Betrieb einer Pumpe bekannt. Diese Pumpe speist jedoch nicht direkt Aufbringeinrichtungen,
mittels derer das Kühlmedium auf das heiße Walzgut aufgebracht wird, sondern fördert
das Kühlmedium nur in ein Reservoir, damit dieses stets in hinreichendem Umfang gefüllt
ist. Die Aufbringung des Kühlmittels auf das Walzgut selbst ist nicht näher erläutert.
Zusammenfassung der Erfindung
[0016] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Möglichkeiten zu schaffen,
mittels derer auf einfache und zuverlässige Weise eine Kühlstrecke mit überlegenen
Betriebseigenschaften realisiert wird.
[0017] Die Aufgabe wird durch ein Betriebsverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen des Betriebsverfahrens sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche 2 bis 9.
[0018] Erfindungsgemäß wird ein Betriebsverfahren der eingangs genannten Art dadurch ausgestaltet,
dass eine Steuereinrichtung der Kühlstrecke in Abhängigkeit von einem mittels der
jeweiligen Aufbringeinrichtung auf das heiße Walzgut aufzubringenden jeweiligen Soll-Strom
des Kühlmittels dynamisch einen jeweiligen Soll-Ansteuerzustand für die jeweilige
Pumpe ermittelt und die jeweilige Pumpe entsprechend ansteuert, so dass der von der
jeweiligen Pumpe geförderte jeweilige Ist-Strom dem jeweiligen Soll-Strom jederzeit
so weit wie möglich angenähert wird.
[0019] Die jeweilige Pumpe - genauer: der Antrieb für die jeweilige Pumpe - ist also ein
drehzahlvariabler Antrieb. Er kann beispielsweise umrichtergesteuert sein. Im Rahmen
der dynamischen Ansteuerung wird ausschließlich die jeweilige Pumpe angesteuert, nicht
aber ein etwaiges in der jeweiligen Versorgungsleitung angeordnetes Ventil.
[0020] Es kann nach Bedarf eine Steuerung oder eine Regelung erfolgen. Im Falle einer Regelung
wird eingangsseitig oder ausgangsseitig der jeweiligen Pumpe der jeweilige Ist-Strom
des flüssigen Kühlmittels erfasst und der Steuereinrichtung zugeführt.
[0021] In vielen Fällen ist das Walzgut ein flaches Walzgut, beispielsweise ein Band oder
ein Grobblech. In diesem Fall ist es möglich, dass wird das flüssige Kühlmittel mittels
der jeweiligen Aufbringeinrichtung von beiden Seiten auf das Walzgut aufgebracht wird.
Alternativ ist es möglich, dass wird das flüssige Kühlmittel mittels der jeweiligen
Aufbringeinrichtung nur von einer Seite, insbesondere von oben oder von unten, auf
das Walzgut aufgebracht wird. Selbstverständlich ist auch in diesem Fall auch eine
Aufbringung des Kühlmittels auf die andere Seite des flachen Walzguts möglich, so
dass das flache Walzgut beispielsweise gleichzeitig von oben und von unten gekühlt
wird. In diesem Fall sind aber zwei Aufbringeinrichtungen erforderlich, die separat
angesteuert werden und prinzipiell auch voneinander unabhängig betrieben werden. Das
erfindungsgemäße Betriebsverfahren wird in diesem Fall also sozusagen doppelt ausgeführt.
Die Steuerung beider Pumpen kann jedoch einheitlich durch ein und dieselbe Steuereinrichtung
erfolgen. Die Steuereinrichtung kann in diesem Fall, soweit erforderlich, auch gegenseitige
Abhängigkeiten bei der Kühlung berücksichtigen.
[0022] Es ist möglich, dass die jeweilige Aufbringeinrichtung mehrere Spritzdüsen aufweist,
die in Transportrichtung des Walzguts gesehen hintereinander angeordnet sind. Beispielsweise
können innerhalb eines einzelnen Spritzbalkens Gruppen von Spritzdüsen gebildet werden,
die über die jeweilige Versorgungsleitung und die jeweilige Versorgungsleitung und
die jeweilige Pumpe einheitlich mit Kühlmittel versorgt werden. Auch können Gruppen
von Spritzdüsen gebildet werden, die mehrere Spritzbalken übergreifen und über die
jeweilige Versorgungsleitung und die jeweilige Pumpe einheitlich mit Kühlmittel versorgt
werden. Diese Ausgestaltung kann insbesondere dadurch von Vorteil sein, dass weniger
Pumpen benötigt werden, als wenn jeder Spritzbalken über eine eigene Versorgungsleitung
und eine eigene Pumpe mit Kühlmittel versorgt würde.
[0023] In vielen Fällen weist die jeweilige Aufbringeinrichtung mehrere Spritzdüsen auf,
die quer zur Transportrichtung des Walzguts gesehen nebeneinander angeordnet sind.
Das kann insbesondere bei einem flachen Walzgut (Band oder Grobblech) sinnvoll sein.
Die jeweilige Aufbringeinrichtung kann sich in diesem Fall über die volle Breite des
Walzguts oder nur über einen Teil der Breite erstrecken. Im letztgenannten Fall sind
nebeneinander mehrere Aufbringeinrichtungen angeordnet, die über jeweils eine eigene
Versorgungsleitung und eine eigene Pumpe mit Kühlmittel versorgt werden, wobei die
Pumpen unabhängig voneinander angesteuert werden.
[0024] Es ist möglich, dass zwischen der jeweiligen Pumpe und der jeweiligen Aufbringeinrichtung
keine Absperreinrichtung angeordnet ist. Alternativ ist es möglich, dass zwischen
der jeweiligen Pumpe und der jeweiligen Aufbringeinrichtung eine Absperreinrichtung
angeordnet ist. In diesem Fall wird die Absperreinrichtung jedoch entweder während
des Transports des Walzguts durch die Kühlstrecke permanent vollständig geöffnet gehalten
oder sowohl öffnend als auch schließend ausschließlich dann betätigt, wenn eine Drehzahl
der jeweiligen Pumpe unterhalb einer Minimaldrehzahl liegt. Die jeweilige Minimaldrehzahl
ist in diesem Fall so klein, dass nur ein ganz geringfügiger Ist-Strom gefördert wird.
Es ist auch möglich, dass die Absperreinrichtung nur manuell betätigbar ist, um die
jeweilige Aufbringeinrichtung beispielsweise zu Wartungszwecken außer Betrieb nehmen
zu können.
[0025] Es ist weiterhin möglich, dass der jeweiligen Pumpe eine jeweilige Rückleitung parallel
geordnet ist. In diesem Fall weist die Rückleitung einen kleineren Querschnitt als
die jeweilige Versorgungsleitung auf. Dadurch können Pumpen verwendet werden, bei
denen konstruktionsbedingt immer ein gewisser Mindeststrom an Kühlmittel aufrechterhalten
werden muss. Der Mindeststrom ist aber erheblich kleiner als der jeweils maximal mögliche
Strom an Kühlmittel. Wenn in einem derartigen Fall auf das Walzgut eine Menge an Kühlmittel
aufgebracht werden soll, der kleiner als der jeweilige Mindeststrom ist, ist es lediglich
erforderlich, ein in der Rückleitung angeordnetes Ventil entsprechend zu öffnen (Bypass-Betrieb).
[0026] Es ist weiterhin möglich, dass die jeweilige Pumpe immer dann, wenn der jeweilige
Soll-Strom einen jeweiligen unteren Grenzwert unterschreitet, generatorisch betrieben
wird oder mit invertierter Drehrichtung betrieben wird. Dadurch können auch sehr kleine
Ist-Ströme realisiert werden. Weiterhin kann dadurch verhindert werden, dass bei einem
kleinen Soll-Strom durch eine nicht selbst sperrende Pumpe ein zu großer Ist-Strom
fließt.
[0027] In einer bevorzugten Ausgestaltung ist vorgesehen, dass in der jeweiligen Versorgungsleitung
zwischen der jeweiligen Pumpe und der jeweiligen Aufbringeinrichtung ein Rückschlagventil
oder eine Rückschlagklappe angeordnet ist. Dadurch kann verhindert werden, dass die
jeweilige Pumpe trocken läuft und dadurch beschädigt wird.
[0028] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass vor der jeweiligen Pumpe ein eingangsseitiger Druck
des flüssigen Kühlmittels erfasst wird und die Steuereinrichtung den erfassten eingangsseitigen
Druck bei der Ermittlung des jeweiligen Soll-Ansteuerzustands der jeweiligen Pumpe
berücksichtigt. Dadurch kann eine genauere Ermittlung des jeweiligen Soll-Ansteuerzustands
für die jeweilige Pumpe erfolgen.
[0029] Es ist möglich, dass hinter der jeweiligen Pumpe ein ausgangsseitiger Druck des flüssigen
Kühlmittels erfasst wird und dass die Steuereinrichtung den erfassten ausgangsseitigen
Druck bei der Ermittlung des jeweiligen Soll-Ansteuerzustands der jeweiligen Pumpe
berücksichtigt. Dies führt zu einer noch genaueren Ermittlung des jeweiligen Soll-Ansteuerzustands.
[0030] Vorzugsweise ermittelt die Steuereinrichtung den jeweiligen Soll-Strom in Abhängigkeit
von einem unmittelbar vor Erreichen der jeweiligen Aufbringeinrichtung bestehenden
jeweiligen thermodynamischen Energiezustand des Walzguts. Dadurch kann eine besonders
genaue Temperaturführung realisiert werden. Der thermodynamische Energiezustand des
Walzguts kann der Steuereinrichtung beispielsweise aufgrund einer vorherigen Messung
bekannt sein. Alternativ ist es möglich, dass ausgehend von einem bekannten thermodynamischen
Energiezustand eine modellgestützte Berechnung des jeweiligen thermodynamischen Energiezustands
erfolgt.
[0031] Bei einer Kühlstrecke sind oftmals viele Aufbringeinrichtungen sequenziell hintereinander
angeordnet. Die zugehörigen Ist-Ströme des Kühlmittels werden dadurch mittels der
Aufbringeinrichtungen sequenziell nacheinander auf das heiße Walzgut aufgebracht.
In diesem Fall wird das erfindungsgemäße Betriebsverfahren vorzugsweise dadurch ausgestaltet,
dass die Steuereinrichtung den jeweiligen thermodynamischen Energiezustand des Walzguts
anhand des thermodynamischen Energiezustands des Walzguts vor der unmittelbar vorhergehenden
Aufbringeinrichtung unter zusätzlicher Berücksichtigung des Soll-Stroms des Kühlmittels
oder des Ist-Stroms des Kühlmittels ermittelt, der mittels der unmittelbar vorhergehenden
Aufbringeinrichtung auf das heiße Walzgut aufgebracht wird bzw. aufgebracht werden
soll. Die Berechnung der thermodynamischen Energiezustände kann also sequenziell nacheinander
erfolgen.
[0032] Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Kühlstrecke mit den Merkmalen des Anspruchs
10 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Kühlstrecke sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche 11 bis 18.
[0033] Erfindungsgemäß wird eine Kühlstrecke der eingangs genannten Art dadurch ausgestaltet,
dass die Steuereinrichtung derart ausgebildet ist, dass sie in Abhängigkeit von einem
mittels der jeweiligen Aufbringeinrichtung auf das heiße Walzgut aufzubringenden jeweiligen
Soll-Strom des Kühlmittels dynamisch einen jeweiligen Soll-Ansteuerzustand für die
jeweilige Pumpe ermittelt und die jeweilige Pumpe entsprechend ansteuert, so dass
der von der jeweiligen Pumpe geförderte jeweilige Ist-Strom dem jeweiligen Soll-Strom
jederzeit so weit wie möglich angenähert wird.
[0034] Die vorteilhaften Ausgestaltungen der Kühlstrecke korrespondieren im wesentlichen
mit denen des Betriebsverfahrens. Auch die hierdurch erzielten Vorteile korrespondieren
mit den jeweils korrespondierenden Ausgestaltungen des Betriebsverfahrens.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0035] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die in Verbindung
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in schematischer Darstellung:
- FIG 1
- eine einer Walzstraße nachgeordnete Kühlstrecke,
- FIG 2
- eine einer Walzstraße vorgeordnete Kühlstrecke
- FIG 3
- eine innerhalb einer Walzstraße angeordnete Kühlstrecke,
- FIG 4
- eine einzelne Aufbringeinrichtung,
- FIG 5
- ein Zeitdiagramm,
- FIG 6
- ein Diagramm,
- FIG 7
- einen Abschnitt einer Versorgungsleitung mit einer Pumpe
- FIG 8
- ein Diagramm,
- FIG 9
- einen Abschnitt einer Versorgungsleitung mit einer Pumpe,
- FIG 10
- die Funktionsweise einer Steuereinrichtung,
- FIG 11
- Spritzbalken und Spritzdüsen und
- FIG 12
- Spritzbalken und Spritzdüsen.
Beschreibung der Ausführungsformen
[0036] Gemäß FIG 1 soll ein heißes Walzgut 1 aus Metall in einer Kühlstrecke 2 gekühlt werden.
Die Kühlstrecke 2 ist gemäß FIG 1 einer Walzstraße nachgeordnet. Dargestellt ist in
FIG 1 nur ein Walzgerüst 3 der Walzstraße, nämlich das letzte Walzgerüst 3 der Walzstraße.
In der Regel weist die Walzstraße jedoch mehrere Walzgerüste 3 auf, die von dem heißen
Walzgut 1 sequenziell nacheinander durchlaufen werden. Im Falle der Ausgestaltung
gemäß FIG 1 tritt das heiße Walzgut 1 unmittelbar nach dem Walzen im letzten Walzgerüst
3 der Walzstraße in die Kühlstrecke 2 ein. Ein zeitlicher Abstand zwischen dem Walzen
im letzten Walzgerüst 3 der Walzstraße und dem Eintreten in die Kühlstrecke 2 liegt
im Bereich weniger Sekunden.
[0037] Alternativ könnte die Kühlstrecke 2 entsprechend der Darstellung in FIG 2 der Walzstraße
vorgeordnet sein. Dargestellt ist in FIG 2 ebenfalls nur ein einziges Walzgerüst 4
der Walzstraße, nämlich das erste Walzgerüst 4 der Walzstraße. Im Falle der Ausgestaltung
gemäß FIG 2 wird das heiße Walzgut 1 unmittelbar nach dem Auslaufen aus der Kühlstrecke
2 im ersten Walzgerüst 4 der Walzstraße gewalzt. Ein zeitlicher Abstand zwischen dem
Kühlen in der Kühlstrecke 2 und dem Walzen im ersten Walzgerüst 4 der Walzstraße liegt
im Bereich weniger Minuten. Er kann aber auch nur wenige Sekunden betragen.
[0038] Alternativ könnte die Kühlstrecke 2 entsprechend der Darstellung in FIG 3 innerhalb
der Walzstraße angeordnet sein. Dargestellt sind in FIG 3 zwei Walzgerüste 5 der Walzstraße.
In diesem Fall erfolgt das Kühlen in der Kühlstrecke 2 zwischen dem Walzen in den
beiden Walzgerüsten 5 der Walzstraße. Ein zeitlicher Abstand zwischen dem Kühlen in
der Kühlstrecke 2 und dem Walzen in den beiden aufeinanderfolgenden Walzgerüsten 5
der Walzstraße liegt im Bereich weniger Sekunden. Gemäß der Darstellung in FIG 3 ist
die Kühlstrecke 2 zwischen zwei aufeinander folgenden Walzgerüsten 5 der Walzstraße
angeordnet. Sie könnte sich aber auch über einen größeren Bereich erstrecken, so dass
die Kühlstrecke 2 durch mindestens ein in FIG 3 nicht dargestelltes weiteres Walzgerüst
in eine entsprechende Anzahl von Abschnitten unterteilt wird.
[0039] Das Walzgut 1 besteht aus Metall. Beispielsweise kann das Walzgut 1 aus Stahl oder
Aluminium bestehen. Auch andere Metalle sind möglich. Im Falle von Stahl liegt eine
Temperatur des Walzguts 1 vor der Kühlstrecke 2 in der Regel zwischen 750 °C und 1.200
°C. In der Kühlstrecke 2 erfolgt eine Kühlung auf eine niedrigere Temperatur. Es ist
im Einzelfall möglich, dass die niedrigere Temperatur nur geringfügig unterhalb der
Temperatur vor der Kühlstrecke 2 liegt. Insbesondere in dem Fall, dass die Kühlstrecke
2 der Walzstraße nachgeordnet ist, wird das Walzgut 1 jedoch in der Regel auf eine
deutlich niedrigere Temperatur gekühlt, beispielsweise auf eine Temperatur zwischen
200 °C und 700 °C.
[0040] Das heiße Walzgut 1 wird der Kühlstrecke 2 in einer horizontalen Transportrichtung
x zugeführt. Innerhalb der Kühlstrecke 2 ändert das heiße Walzgut 1 seine Transportrichtung
x nicht. Es wird also auch innerhalb der Kühlstrecke 2 horizontal transportiert. Nach
dem Verlassen der Kühlstrecke 2 kann das Walzgut 1 seine Transportrichtung entweder
beibehalten oder ändern. Falls das heiße Walzgut 1 ein Band ist, kann es beispielsweise
schräg nach unten umgelenkt werden, um es einem Haspel zuzuführen. Falls das heiße
Walzgut 1 ein Grobblech ist, behält es die Transportrichtung x meist bei. Ein für
den Transport des heißen Walzguts 1 gegebenenfalls erforderlicher Rollgang ist in
den FIG nicht mit dargestellt.
[0041] Die Kühlstrecke 2 weist eine Anzahl von Aufbringeinrichtungen 6 auf. Mittels der
Aufbringeinrichtungen 6 wird ein Kühlmittel 7 auf das Walzgut 1 aufgebracht. Bei dem
Kühlmittel 7 handelt es sich um Wasser. Gegebenenfalls können dem Wasser in geringem
Umfang (maximal 1 Prozent bis 2 %) Zusätze beigefügt sein. In jedem Fall handelt es
sich bei dem Kühlmittel 7 jedoch um ein flüssiges, auf Wasser basierendes Kühlmittel.
[0042] Minimal ist eine einzige Aufbringeinrichtung 6 vorhanden. In vielen Fällen- sind
jedoch mehrere Aufbringeinrichtungen 6 vorhanden. Beispielsweise können die Aufbringeinrichtungen
entsprechend der Darstellung in FIG 1 hintereinander angeordnet sein. In diesem Fall
bringen die Aufbringeinrichtungen 6 ihren jeweiligen Anteil an dem Kühlmittel 7 sequenziell
nacheinander auf das Walzgut 1 auf. Der Begriff "sequenziell nacheinander" bezieht
sich in diesem Zusammenhang auf einen bestimmten Abschnitt des Walzguts 1, da dieser
sequenziell nacheinander Bereiche durchläuft, in denen die einzelnen Aufbringeinrichtungen
ihren jeweiligen Anteil an dem Kühlmittel 7 jeweils auf den entsprechenden Abschnitt
des Walzguts 1 aufbringen. Die Anzahl an Aufbringeinrichtungen 6 liegt oftmals im
zweistelligen, manchmal sogar im oberen zweistelligen Bereich. Eine sequenzielle Anordnung
hintereinander ist in der Regel insbesondere dann realisiert, wenn die Kühlstrecke
2 der Walzstraße nachgeordnet ist. Sie kann aber auch bei anderen Fallgestaltungen
gegeben sein.
[0043] Die Aufbringeinrichtungen 6 sind über eine jeweilige Versorgungsleitung 8 mit einem
Reservoir 9 des Kühlmittels 7 verbunden. Das Reservoir 9 ist im vorliegenden Fall
einheitlich für alle Aufbringeinrichtungen 6. Es könnten aber auch mehrere voneinander
unabhängige Reservoire 9 vorhanden sein. In jeder Versorgungsleitung 8 ist eine jeweilige
Pumpe 10 angeordnet. Die Pumpen 10 können prinzipiell an beliebigen Stellen innerhalb
der Versorgungsleitungen 8 angeordnet sein. In der Praxis ist es jedoch von Vorteil,
wenn die Pumpen 10 möglichst nahe am Reservoir 9 angeordnet sind.
[0044] Nachfolgend wird - stellvertretend für alle Aufbringeinrichtungen 6 - in Verbindung
mit FIG 4 der Betrieb einer der Aufbringeinrichtungen 6 näher erläutert. Die anderen
Aufbringeinrichtungen 6 werden auf prinzipiell gleiche Art und Weise betrieben. Für
jede Aufbringeinrichtung 6 kann die jeweilige Betriebsweise jedoch individuell bestimmt
werden. Es ist also zwar möglich, aber nicht erforderlich, die Aufbringeinrichtungen
6 gleichartig zu betreiben.
[0045] Der Aufbringeinrichtung 6 wird über die Versorgungsleitung 8 und die Pumpe 10 aus
dem Reservoir 9 ein Ist-Strom F des Kühlmittels 7 zugeführt. Der Ist-Strom F wird
mittels der jeweiligen Aufbringeinrichtung 6 auf das heiße Walzgut 1 aufgebracht.
Ein Abstand der Aufbringeinrichtung 6 - beispielsweise von Spritzdüsen - vom Walzgut
1 liegt in der Regel zwischen 20 cm und 200 cm.
[0046] Einer Steuereinrichtung 11 der Kühlstrecke 2 ist ein korrespondierender Soll-Strom
F* bekannt, der mittels der Aufbringeinrichtung 6 auf das heiße Walzgut 1 aufgebracht
werden soll. Der Soll-Strom F* ist in der Regel zeitlich nicht konstant, sondern variabel,
also eine Funktion der Zeit t. Die Steuereinrichtung 11 ermittelt in Abhängigkeit
von dem Soll-Strom F* des Kühlmittels 7 dynamisch einen Soll-Ansteuerzustand S* für
die Pumpe 10. Sie steuert die Pumpe 10 entsprechend an. Die Pumpe 10 beaufschlagt
dadurch das Kühlmittel 7 ausgangsseitig der Pumpe 10 mit einem ausgangsseitigen Druck
pA. Der ausgangsseitige Druck pA variiert entsprechend dem Soll-Ansteuerzustand S*.
Er liegt aber in jedem Betriebszustand unter 10 bar. Meist liegt er sogar bei maximal
6 bar. In jedem Betriebszustand wird jedoch der von der Pumpe 10 geförderte Ist-Strom
F dem Soll-Strom F* jederzeit so weit wie möglich angenähert.
[0047] Der Soll-Ansteuerzustand S* ist auch ohne weiteres ermittelbar. Dies soll nachstehend
anhand eines einfachen Beispiels erläutert werden.
[0048] Man nehme an, die Pumpe 10 sei in unmittelbarer Nähe des Reservoirs 9 angeordnet.
Die Versorgungsleitung 8 weise eine Länge 1 und einen Querschnitt A auf. Mit pE wird
nachfolgend der Druck eingangsseitig der Pumpe 10 bezeichnet. Mit p0 sei der Druck
in der Aufbringeinrichtung 6 bezeichnet.
[0049] Dann gilt zunächst die Beziehung

[0050] FN ist ein Nennstrom, der aus der Aufbringeinrichtung 6 aus strömt, wenn das Kühlmittel
7 in der Aufbringeinrichtung einen Nenndruck pN aufweist. Der Nennstrom FN und der
Nenndruck pN sind durch die Bauart der Aufbringeinrichtung 6 festgelegt und bestimmt.
Sie können beispielsweise durch einmalige Messung des Flusses bestimmt werden, der
sich bei einem - prinzipiell beliebig festgelegten - Druck ergibt.
[0051] Weiterhin gilt für den Ist-Strom F die Beziehung

mit ρ = Dichte des Kühlmittels 7 und r = Widerstandsbeiwert für den Strömungswiderstand
des Kühlmittels 7 in der Versorgungsleitung 8.
[0052] Wenn man nun Gleichung (1) nach dem Druck p0 auflöst und in Gleichung (2) einsetzt,
ergibt sich die nachstehende Gleichung (3):

[0053] Gleichung (3) wird nunmehr nach pA aufgelöst:

[0054] Der Ist-Strom F ist ohne weiteres gegeben. Beispielsweise kann er gemessen werden.
Die gewünschte zeitliche Ableitung des Ist-Stromes F ergibt sich direkt aus der Differenz
des Soll-Stromes F* und des Ist-Stromes F. Gegebenenfalls kann die zeitliche Ableitung
des Ist-Stromes F begrenzt werden, um den ausgangsseitigen Druck pA innerhalb zulässiger
Grenzen zu halten.
[0055] Somit ist der erforderliche ausgangsseitige Druck pA ohne weiteres ermittelbar. Mit
dem gewünschten ausgangsseitigen Druck pA und dem eingangsseitigen Druck pE kann jedoch
gemäß der in der Regel ohne weiteres bekannten Kennlinie f der Pumpe 10 die zugehörige
Drehzahl n ermittelt werden:

[0056] Weiterhin kann der Ist-Strom F, sofern er nicht messtechnisch erfasst wird, ohne
weiteres anhand der Beziehung

ermittelt werden.
[0057] Weiterhin steht der Steuereinrichtung 11 - entweder durch messtechnische Erfassung
oder durch rechnerische Ermittlung gemäß Gleichung (6) - jederzeit der Ist-Strom F
zur Verfügung. Dies ist erforderlich, um einen thermodynamischen Energiezustand H
des Walzguts 1 rechnerisch fortschreiben zu können. Hierauf wird später noch näher
eingegangen werden. Als Totzeit der Aufbringeinrichtung 6 tritt lediglich noch die
in der Regel sehr kleine Zeit auf, die das Kühlmittel 7 benötigt, um - gerechnet ab
dem Austreten aus der Aufbringeinrichtung 6 - auf das Walzgut 1 aufzutreffen.
[0058] Es kann nach Bedarf eine Steuerung oder eine Regelung erfolgen. Im Falle einer Regelung
wird eingangsseitig oder ausgangsseitig der Pumpe 10 der Ist-Strom F erfasst und der
Steuereinrichtung 11 zugeführt. Wenn keine derartige Erfassung erfolgt, erfolgt eine
Steuerung des Ist-Stroms F.
[0059] Um die Pumpe 10 entsprechend ansteuern zu können, muss die Pumpe 10 - genauer: deren
Antrieb 12 - mit variabler Drehzahl betrieben werden können. Beispielsweise kann der
Antrieb 12 der Pumpe 10 zu diesem Zweck umrichtergesteuert sein. Derartige Steuerungen
sind Fachleuten allgemein bekannt und müssen daher nicht näher erläutert werden. Die
Pumpe 10 ist vorzugsweise in einem Regelbereich zwischen 0 und einer Maximaldrehzahl
betreibbar. Eine Abdichtung der Pumpe 10 sollte auch für niedrige Drehzahlen ausgelegt
sein. Dies ist jedoch ohne weiteres möglich. Entsprechende Pumpen 10 sind Fachleuten
bekannt.
[0060] Zum Anpassen des Ist-Stroms F an den Soll-Strom F* wird also die Pumpe 10 entsprechend
dynamisch angesteuert und dadurch der Ist-Strom F dem Soll-Strom F* so weit wie möglich
angenähert. Hingegen wird - im Gegensatz zum Stand der Technik - kein in der Versorgungsleitung
8 angeordnetes Ventil angesteuert. Ein derartiges Ventil - sollte es vorhanden sein
- bleibt vielmehr permanent vollständig geöffnet.
[0061] Im Rahmen des erfindungsgemäßen Betriebsverfahrens ist es also möglich, dass zwischen
der Pumpe 10 und der Aufbringeinrichtung 6 keine Absperreinrichtung angeordnet ist.
Alternativ ist es entsprechend der Darstellung in FIG 4 möglich, dass zwischen der
Pumpe 10 und der Aufbringeinrichtung 6 eine derartige Absperreinrichtung 13 angeordnet
ist. Die Absperreinrichtung 13 ist in FIG 4 nur gestrichelt eingezeichnet, weil sie
zwar vorhanden sein kann, aber nicht vorhanden sein muss. Wenn die Absperreinrichtung
13 vorhanden ist, kann die Absperreinrichtung 13 auf zwei verschiedene Arten trieben
werden.
[0062] Zum einen ist es möglich, dass die Absperreinrichtung 13 während des Transports des
Walzguts 1 durch die Kühlstrecke 2 permanent vollständig geöffnet gehalten wird. Dies
ist in FIG 5 dadurch verdeutlicht, dass das Walzgut 1 zu einem Zeitpunkt t1 in die
Kühlstrecke 2 einläuft. Bereits vor dem Zeitpunkt t1 wird jedoch zu einem Zeitpunkt
t2 die Absperreinrichtung 13 geöffnet. In analoger Weise läuft das Walzgut 1 zu einem
Zeitpunkt t3 aus der Kühlstrecke 2 aus. Erst nach dem Zeitpunkt t3 wird die Absperreinrichtung
13 zu einem Zeitpunkt t4 wieder geschlossen. Zwischen den Zeitpunkten t2 und t4 bleibt
die Absperreinrichtung 13 permanent vollständig geöffnet.
[0063] Zum anderen ist es möglich, dass die Absperreinrichtung 13 ausschließlich dann betätigt
wird, wenn eine Drehzahl der Pumpe 10 unterhalb einer Minimaldrehzahl nmin liegt.
Dies wird nachstehend in Verbindung mit FIG 6 näher erläutert. Gemäß FIG 6 kann die
Drehzahl der Pumpe 10 zwischen 0 und einer Nenndrehzahl nmax variieren. Wenn und solange
die Drehzahl n unterhalb einer Minimaldrehzahl nmin bleibt, kann die Absperreinrichtung
13 betätigt werden. Dies gilt sowohl für ein Öffnen als auch für ein Schließen der
Absperreinrichtung 13. Wenn und sobald die Drehzahl n jedoch die Minimaldrehzahl nmin
erreicht oder überschreitet, bleibt die Absperreinrichtung 13 geöffnet. Insbesondere
muss in diesem Fall daher zunächst bei einer sehr kleinen Drehzahl n die Absperreinrichtung
13 geöffnet werden. Danach erfolgt der Betrieb der Aufbringeinrichtung 6, während
dessen zum Einstellen des Ist-Stromes F ausschließlich die Pumpe 10 entsprechend angesteuert
wird. Erst wenn die Drehzahl n die Minimaldrehzahl nmin wieder unterschreitet, kann
und darf die Absperreinrichtung 13 wieder betätigt werden.
[0064] Je nach Art der Pumpe 10 muss die Pumpe 10, wenn sie betrieben wird, stets einen
Mindeststrom fördern. Der Mindeststrom kann größer als der Soll-Strom F* sein. Um
auch diesen Fall mit abdecken zu können, ist es entsprechend der Darstellung in FIG
7 möglich, der Pumpe 10 eine Rückleitung 14 parallel zu ordnen. Die Rückleitung 14
weist jedoch einen kleineren Querschnitt als die Versorgungsleitung 8 auf. Denn insbesondere
muss die Rückleitung 14 lediglich dafür ausgelegt sein, den Mindeststrom fördern zu
können. Die Versorgungsleitung 8 muss hingegen dafür ausgelegt sein, den Maximalstrom
Fmax fördern zu können. Durch die Ausgestaltung gemäß FIG 7 wird ermöglicht, als Pumpe
10 eine Pumpe zu verwenden, bei der konstruktionsbedingt immer ein gewisser Mindeststrom
an Kühlmittel 7 aufrechterhalten werden muss. Der Mindeststrom ist aber erheblich
kleiner als der maximal mögliche Strom an Kühlmittel 7. Wenn im Fall der Ausgestaltung
gemäß FIG 7 auf das Walzgut 1 eine Menge an Kühlmittel 7 aufgebracht werden soll,
die kleiner als der Mindeststrom ist, ist es lediglich erforderlich, ein in der Rückleitung
14 angeordnetes Ventil 15 entsprechend zu öffnen (Bypass-Betrieb). Weiterhin muss
in diesem Fall die Absperreinrichtung 13 vorhanden sein. Die Absperreinrichtung 13
und das Ventil 15 müssen in diesem Fall als Regelventile ausgebildet sein. Auch in
diesem Fall wird die Absperreinrichtung 13 jedoch nur dann (vollständig oder teilweise)
geschlossen, wenn der Ist-Strom F unter dem Minimalstrom Fmin liegt. Die Situation,
dass der Soll-Strom F* Werte unterhalb des Mindeststroms annimmt, tritt in der Praxis
nur sehr selten auf. Im Regelfall - wenn also der Ist-Strom F oberhalb des Minimalstroms
Fmin liegt - kann die Absperreinrichtung 13 also vollständig geöffnet und das Bypassventil
15 vollständig geschlossen bleiben.
[0065] Gemäß FIG 8 kann der Soll-Strom F* variieren. Bei größeren Werten liegt eine Drehzahl
n der Pumpe 10 bei nennenswerten Werten, so dass die Pumpe 10 das Kühlmittel 7 aktiv
fördert (pumpt). Die Pumpe 10 verbraucht dadurch Energie E. Wenn der Soll-Strom F*
jedoch kleiner wird, kann es geschehen, dass die Pumpe 10 zwar weiterhin in der gleichen
Drehrichtung rotiert wie bei größeren Werten, die Pumpe 10 jedoch generatorisch betrieben
wird. Sie gibt also Energie E ab. Beispielsweise kann die Energie E über den Antrieb
12 der Pumpe 10 in ein Versorgungsnetz zurück gespeist werden. Es ist sogar möglich,
dass die Pumpe 10 mit invertierten Drehrichtung betrieben wird ("Drehzahl n < 0").
In diesem Fall verbraucht die Pumpe 10 weiterhin Energie, da sie aktiv versucht, Kühlmittel
7 zurückzufördern.
[0066] Wenn die Pumpe 10 in manchen Betriebszuständen mit invertierten Drehrichtung betrieben
wird, ist vorzugsweise entsprechend der Darstellung in FIG 9 zwischen der Pumpe 10
und der Aufbringeinrichtung 6 ein Rückschlagventil 16 oder eine Rückschlagklappe angeordnet.
Das Rückschlagventil 16 bzw. die Rückschlagklappe können rein passiv arbeiten. Das
Rückschlagventil 16 bzw. die Rückschlagklappe können beispielsweise mit einer leichten
Federkraft beaufschlagt sein, so dass sie zwar auf die geschlossene Stellung zu vorbelastet
sind, aber bereits bei einem sehr kleinen Druck öffnen. Das Rückschlagventil 16 bzw.
die Rückschlagklappe müssen von der Steuereinrichtung 11 nicht aktiv angesteuert werden.
Das Rückschlagventil 16 bzw. die Rückschlagklappe verhindern insbesondere, dass die
Versorgungsleitung 8 zwischen der Pumpe 10 und der Aufbringeinrichtung 6 bei invertierter
Drehrichtung leer läuft. In diesem Fall kann nach einem etwaigen Schließen der Absperreinrichtung
13 die Pumpe 10 abgeschaltet werden, sobald die Absperreinrichtung 13 geschlossen
ist, also weiteren Fluss des Kühlmittels 7 blockiert. Da die Absperreinrichtung 13
den Fluss des Kühlmittels 7 aber nicht abbremsen muss, sondern lediglich dann schließt,
wenn der Fluss des Kühlmittels 7 bereits gestoppt oder zumindest im wesentlichen gestoppt
ist, genügt eine vergleichsweise einfache Ausführungsform der Absperreinrichtung 13.
Weiterhin kann die Absperreinrichtung 13 eine geringe Dynamik aufweisen, da dynamische
Einstellungen durch die Pumpe 10 erfolgen. Weiterhin ist ein derartiges Rückschlagventil
16 oder eine derartige Rückschlagklappe auch dann erforderlich, wenn über die Pumpe
10 eine oberhalb des Walzguts 1 angeordnete Aufbringeinrichtung 6 gespeist wird. Denn
anderenfalls würde das Kühlmittel 7 bei Drehzahl 0 rückwärts durch die Pumpe 10 in
das Reservoir 9 zurückfließen. Dadurch könnte sich ein Pufferbereich der Aufbringeinrichtung
6 leeren. Der Pufferbereich müsste dann erst wieder gefüllt werden, wenn die Pumpe
10 wieder eingeschaltet wird. Dies würde die effektive Reaktionszeit der Aufbringeinrichtung
6 erhöhen, was - selbstverständlich - nicht erwünscht ist.
[0067] Wenn das Kühlmittel 7 eingangsseitig der Pumpe 10 drucklos zur Verfügung gestellt
wird, kann die Pumpe 10 übliche Schaufelräder aufweisen. Hat das Kühlmittel 7 hingegen
einen Vordruck, beispielsweise 1 bar, kann die Pumpe 10 derart ausgelegt sein, dass
im Stillstand der Pumpe 10 das Kühlmittel 7 nicht einfach durchfließen kann. Die Pumpe
10 muss in diesem Fall derart ausgelegt sein, dass sie bei Stillstand zumindest weitgehend
abdichtet. Alternativ kann die Pumpe 10 derart ausgelegt sein, dass sie auch rückwärts
betreibbar ist. Insbesondere im letztgenannten Fall ist nach dem Reduzieren des Ist-Stromes
F auf 0 das Betätigen der Absperreinrichtung 13 sinnvoll. Insbesondere in Fällen,
in denen das Kühlmittel 7 einen Vordruck aufweist, sind die obenstehend in Verbindung
mit FIG 9 erläuterten Betriebsweisen sinnvoll.
[0068] Es ist, wie bereits erwähnt, möglich, dass eine reine Steuerung der Pumpe 10 erfolgt.
Vorzugsweise wird jedoch entsprechend der Darstellung in FIG 4 vor der Pumpe 10 der
eingangsseitige Druck pE des flüssigen Kühlmittels 7 erfasst und der Steuereinrichtung
11 zugeführt. In diesem Fall berücksichtigt die Steuereinrichtung 11 den erfassten
eingangsseitigen Druck pE bei der Ermittlung des Soll-Ansteuerzustands der Pumpe 10.
Gleichwertig mit einer Druckfassung ist in vielen Fällen eine Erfassung des Wasserniveaus
im Reservoir 9. Gegebenenfalls ist es, wie ebenfalls in FIG 4 dargestellt, weiterhin
möglich, zusätzlich auch hinter der Pumpe 10 den ausgangsseitigen Druck pA zu erfassen
und der Steuereinrichtung 11 zuzuführen. In diesem Fall berücksichtigt die Steuereinrichtung
11 zusätzlich auch den erfassten ausgangsseitigen Druck pA bei der Ermittlung des
Soll-Ansteuerzustands der Pumpe 10.
[0069] Es ist möglich, dass der Soll-Strom F* der Steuereinrichtung 11 direkt und unmittelbar
vorgegeben wird. Vorzugsweise ist der Steuereinrichtung 11 jedoch der thermodynamische
Energiezustand H des Walzguts 1 unmittelbar vor Erreichen der Aufbringeinrichtung
6 bekannt. Bei dem thermodynamischen Energiezustand H kann es sich insbesondere um
die Enthalpie oder die Temperatur eines jeweiligen Abschnitts des Walzguts 1 handeln.
In diesem Fall ermittelt die Steuereinrichtung 11 entsprechend der Darstellung in
FIG 10 zunächst in Abhängigkeit von dem thermodynamischen Energiezustand H den Soll-Strom
F* und sodann anhand des Soll-Stroms F* den zugehörigen Soll-Ansteuerzustand S*. Insbesondere
ist es möglich, dass der Steuereinrichtung 11 ein örtlicher oder zeitlicher Soll-Verlauf
des thermodynamischen Energiezustands H vorgegeben wird, der nach Möglichkeit eingehalten
werden soll. Die Steuereinrichtung 11 kann daher ermitteln, welcher thermodynamische
Energiezustand H unmittelbar hinter der Aufbringeinrichtung 6 vorliegen soll. Durch
Vergleich mit dem tatsächlichen thermodynamischen Energiezustand H unmittelbar vor
der Aufbringeinrichtung 6 kann die Steuereinrichtung 11 daher ermitteln, welche Menge
an Kühlmittel 7 auf den entsprechenden Abschnitt des Walzguts 1 aufgebracht werden
muss, damit der tatsächliche thermodynamische Energiezustand H unmittelbar hinter
der Aufbringeinrichtung 6 dem gewünschten Sollzustand möglichst gut entspricht. Die
erforderliche Menge an Kühlmittel 7 definiert dann in Verbindung mit der Zeit, welche
der entsprechende Abschnitt des Walzguts 1 zum Durchlaufen der Aufbringeinrichtung
6 benötigt, den Soll-Strom F*.
[0070] Die gesamten, obenstehend in Verbindung mit einer der Aufbringeinrichtungen 6 und
deren zugehörigen Komponenten erläuterten Vorgehensweisen können in völlig analoger
Art und Weise auch für die anderen Aufbringeinrichtungen 6 ausgeführt werden. Die
genannte Vorgehensweise wird weiterhin, wie bereits erwähnt, jeweils für einen Abschnitt
des Walzguts 1 durchgeführt.
[0071] Der thermodynamische Energiezustand H des entsprechenden Abschnitts des Walzguts
1 variiert von Aufbringeinrichtung 6 zu Aufbringeinrichtung 6. Insbesondere wird er
durch jede der Aufbringeinrichtungen 6 geändert. Für die Aufbringeinrichtung 6, welche
ihren Anteil an Kühlmittel 7 zuerst auf das Walzgut 1 aufbringt, kann der thermodynamische
Energiezustand H der Steuereinrichtung 11 als solcher vorgegeben sein. Beispielsweise
kann entsprechend der Darstellung in FIG 1 eingangsseitig der Kühlstrecke 2 ein Temperaturmessplatz
17 angeordnet sein, mittels dessen für die einzelnen Abschnitte des Walzguts 1 jeweils
die Temperatur T erfasst wird. Die erfasste Temperatur T wird dann dem jeweiligen
Abschnitt zugeordnet.
[0072] Für jeden Abschnitt wird während seines Durchlaufs durch die Kühlstrecke 2 eine Wegverfolgung
implementiert. Für jede weitere Aufbringeinrichtung 6, die ihren Anteil an Kühlmittel
7 später aufbringt, muss jedoch der entsprechende thermodynamische Energiezustand
H des Walzguts 1 (bzw. des entsprechenden Abschnitts des Walzguts 1) fortgeschrieben
werden. Hierbei berücksichtigt die Steuereinrichtung 11 insbesondere den thermodynamischen
Energiezustand H unmittelbar vor der unmittelbar vorhergehenden Aufbringeinrichtung
6 und die Menge an Kühlmittel 7, welche die unmittelbar vorhergehende Aufbringeinrichtung
6 auf das Walzgut 1 aufbringt. Bezüglich der Menge an Kühlmittel 7 kann die Steuereinrichtung
11 alternativ den Soll-Strom F* oder den Ist-Strom F der unmittelbar vorhergehenden
Aufbringeinrichtung 6 berücksichtigen. Sie ermittelt also sequenziell nacheinander
für die Aufbringeinrichtungen 6 jeweils den thermodynamischen Energiezustand H des
Walzguts 1. Soweit erforderlich, kann die Steuereinrichtung 11 in diesem Zusammenhang
eine Wärmeleitungsgleichung und eine Phasenumwandlungsgleichung ansetzen und iterativ
lösen.
[0073] In vielen Fällen ist das Walzgut 1 ein flaches Walzgut, beispielsweise ein Band oder
ein Grobblech. In diesem Fall ist es möglich, dass das flüssige Kühlmittel mittels
jeder einzelnen Aufbringeinrichtung von beiden Seiten auf das Walzgut 1 aufgebracht
wird. Diese Vorgehensweise wird oftmals bei einer Kühlstrecke 2 ergriffen, die der
Walzstraße vorgeordnet oder in der Walzstraße angeordnet ist. Sie kann aber auch ergriffen
werden, wenn die Kühlstrecke 2 der Walzstraße nachgeordnet ist. Insbesondere wenn
die Kühlstrecke 2 der Walzstraße nachgeordnet ist, wird das flüssige Kühlmittel 7
jedoch in der Regel mittels jeder einzelnen Aufbringeinrichtung nur von einer Seite
auf das Walzgut 1 aufgebracht, insbesondere von oben oder von unten. Selbstverständlich
ist es auch in diesem Fall möglich, auf beide Seiten des flachen Walzguts Kühlmittel
7 aufzubringen. In diesem Fall erfolgt dies jedoch durch voneinander verschiedene
Aufbringeinrichtungen 6, denen jeweils eine eigene Pumpe 10 zugeordnet ist, wobei
die Pumpe 10 unabhängig von den Pumpen 10 der anderen Aufbringeinrichtungen 6 angesteuert
wird.
[0074] Im Extremfall ist es möglich, dass die Aufbringeinrichtungen 6 jeweils nur eine einzige
Spritzdüse 18 aufweisen. In der Regel weisen die Aufbringeinrichtungen 6 jedoch jeweils
mehrere Spritzdüsen 18 auf. Die Spritzdüsen 18 können entsprechend der Darstellung
in FIG 11 in Transportrichtung x des Walzguts 1 gesehen hintereinander angeordnet
sein. Die Spritzdüsen 18 können beispielsweise innerhalb eines einzelnen Spritzbalkens
19 hintereinander angeordnet sein. Es können auch mehrere in Transportrichtung x hintereinander
angeordnete Spritzbalken 19 zu einer (1) Aufbringeinrichtung 6 zusammengefasst sein.
Dies gilt unabhängig davon, ob der jeweilige Spritzbalken 19 als solcher mehrere hintereinander
angeordnete Spritzdüsen 18 aufweist oder nicht. Entscheidend ist in jedem Fall, dass
jede Aufbringeinrichtung 6 jeweils über ihre eigene Versorgungsleitung 8 ihre eigene
Pumpe 10 individuell mit Kühlmittel 7 versorgt wird, wobei die Pumpe 10 zur Einstellung
des jeweiligen Ist-Stroms F individuell angesteuert wird.
[0075] Die Aufbringeinrichtungen 6 können entsprechend der Darstellung in FIG 12 weiterhin
oftmals mehrere Spritzdüsen 18 aufweisen, die quer zur Transportrichtung x des Walzguts
1 gesehen nebeneinander angeordnet sind. Eine derartige Ausgestaltung kann insbesondere
bei einem flachen Walzgut 1 sinnvoll sein, also bei einem Band oder einem Grobblech.
Die Aufbringeinrichtungen 6 können sich in diesem Fall über die volle Breite des Walzguts
1 erstrecken. Alternativ ist es möglich, dass die Aufbringeinrichtungen 6 sich nur
über einen Teil der Breite erstrecken. Dies ist rein beispielhaft im linken Teil von
FIG 12 für einen Spritzbalken 19 dargestellt, der - rein beispielhaft - in seiner
Breite in drei Aufbringeinrichtungen 6 aufgeteilt ist. In diesem Fall sind also nebeneinander
mehrere Aufbringeinrichtungen 6 angeordnet, die über jeweils eine eigene Versorgungsleitung
8 und eine eigene Pumpe 10 mit Kühlmittel 7 versorgt werden, wobei die Pumpen 10 unabhängig
voneinander angesteuert werden.
[0076] Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf, von denen nachstehend einige
aufgeführt sind.
[0077] Da die Zufuhr an Kühlmittel 7 nicht gesperrt wird, gibt es keine Druckschläge, wenn
die Menge an Kühlmittel 7 abrupt reduziert wird. Ein Abschalten ist im Bereich von
wenigen Zehntelsekunden (oftmals unter 0,2 s, manchmal sogar unter 0,1 s) möglich.
Gleiches gilt bei einem Hochfahren der geförderten Menge an Kühlmittel 7. Entsprechend
schnell lässt sich auch der Ist-Fluss F der jeweiligen Aufbringeinrichtung 6 einstellen.
Die Antriebe 12 für die Pumpen 10 können sehr genau gesteuert werden. Eine übliche
Genauigkeit der Drehzahl n liegt im Bereich von 0,1 %. Mit der gleichen oder einer
ähnlichen Genauigkeit lässt sich auch der Ist-Strom F für die jeweilige Aufbringeinrichtung
6 einstellen. Unter Berücksichtigung des Ansprechverhaltens der Antriebe 12 dürfte
aller Wahrscheinlichkeit nach ein Nachführen des Ist-Flusses F mit 1 % Genauigkeit
in weniger als 0,5 s erreicht werden können, möglicherweise sogar in 0,2 s bis 0,3
s.
[0078] Wird das Kühlmittel 7 den Pumpen 10 eingangsseitig drucklos zur Verfügung gestellt,
lassen sich besonders schnelle Regelzeiten erreichen. Hierzu ein Zahlenbeispiel: Man
nehme an, die Entfernung des Reservoirs 9 von einer der Aufbringeinrichtungen 6 und
damit die Länge der zugehörigen Versorgungsleitung 8 liege bei einer durchaus üblichen
Länge von 10 m. Strömungsgeschwindigkeiten in der Versorgungsleitung 8 bei maximalem
Durchfluss liegen normalerweise bei ca. 3 m/s. Wird eine derartige Flüssigkeitsmenge
mit 2 bar Druck beschleunigt, ergibt sich eine Beschleunigung von 20 m/s
2. Mit einer derartigen Beschleunigung kann man die Flüssigkeitsmenge mit einer Zeitkonstante
von 150 ms von 0 auf maximalen Durchfluss beschleunigen. Reduziert man die Druckerhöhung
durch die Pumpe 10 schlagartig auf 0, baut sich die Flüssigkeitsmenge mit einer Zeitkonstante
von 150 ms wieder auf Null ab, da die Aufbringeinrichtung 6 dem Durchfluss anfangs
2 bar Gegendruck entgegensetzt. Auf diese Weise ergeben sich extrem schnelle Einstellzeiten,
wie sie im Stand der Technik auch nicht annähernd erreichbar sind. Noch schneller
ist die Regelung, wenn die Pumpe 10 nicht nur die Druckerhöhung auf Null reduziert,
sondern die Flüssigkeitsmenge sogar aktiv bremst.
[0079] Wenn das Kühlmittel 7 den Pumpen 10 - mit oder ohne Vordruck - eingangsseitig über
eine gemeinsame Rohrleitung zugeführt wird, sind die Pumpen 10 eingangsseitig gekoppelt.
In diesem Fall muss auch die Beschleunigung der effektiven Flüssigkeitssäule in dieser
gemeinsamen Rohrleitung berücksichtigt werden. Dies kann insbesondere dann Auswirkungen
haben, wenn viele der Pumpen 10 gleichzeitig hochgefahren oder gleichzeitig heruntergefahren
werden sollen. In der Praxis kommt dieser Zustand jedoch nur selten vor, so dass die
hierbei auftretende Problematik tolerierbar ist. Darüber hinaus kann das Problem durch
eine geeignete vorausschauende Ansteuerung der Pumpen 10 vermieden werden.
[0080] Die erfindungsgemäße Kühlstrecke 2 ist mit einem niedrigen Energieverbrauch betreibbar.
Beispielsweise können einige der Aufbringeinrichtungen 6 als übliche unterseitige
Intensivkühlbalken mit einer Spritzhöhe von 20 m ausgebildet sein, die das Kühlmittel
7 von unten auf das Walzgut 1 aufbringen. In diesem Fall kann man die entsprechende
Aufbringeinrichtung 6 bei einer angenommenen Menge an Kühlmittel 7 von 360 m
3/h mit einer Pumpe 10 mit einer Nennleistung von 25 kW betreiben. Denn 360 m
3/h entsprechen 0,1 m
3/s. 20 m Spritzhöhe entsprechen einem Betriebsdruck von 2 bar, also 200 kPa. Die mechanische
Leistung zum Fördern eines derartigen Ist-Flusses F ergibt sich somit zu 0,1 m
3/s x 200 kPa = 20 kW. Selbst bei einem Wirkungsgrad von nur 80 % sind somit 25 kW
Pumpenleistung völlig ausreichend. Bei einer Intensivkühlung des Standes der Technik
wird hingegen mit rund dem doppelten Druck gearbeitet. Ähnliche Zahlen ergeben sich
für eine oberseitige Intensivkühlung.
[0081] Die Energieeinsparung wird noch sehr viel größer, wenn die jeweilige Aufbringeinrichtung
6 mit einer geringeren Wassermenge betrieben wird. Denn bei einer herkömmlichen Intensivkühlung
wird die Reduktion der Wassermenge durch Schließen eines Ventils erreicht. Der Druck
(4 bar) wird aufrechterhalten, die Pumpe 10 läuft oftmals mit der vollen Fördermenge
weiter. Bei der erfindungsgemäßen Kühlstrecke 2 hingegen reduziert man einfach die
Drehzahl n der Pumpe 10. Hierbei tritt bei der halben Wassermenge nur noch eine Spritzhöhe
von 5 m auf. Es muss also nur noch die halbe Menge mit einem Viertel der Spritzhöhe
gefördert werden. Damit wird nur noch 1/8 der vollen Leistung benötigt, also etwas
über 3 kW. Bei der Intensivkühlung des Standes der Technik müssen hingegen noch rund
25 kW aufgewendet werden.
[0082] Der Verschleiß an Pumpen 10 und Antrieben 12 ist gering. Typische Standzeiten für
Pumpenlager sind 100.000 Stunden und mehr. Damit können die Pumpen 10 über 11 Jahre
lang durchgehend betrieben werden, ohne dass eine Wartung erforderlich ist. Die erfindungsgemäße
Kühlstrecke 2 ist also sehr ausfallsicher und benötigt bezüglich der Pumpen 10 und
der Antriebe 12 nahezu keine Wartung.
[0083] Ein weiterer Vorteil, der sich ergibt, besteht in einem sehr flexiblen Betrieb der
Kühlstrecke 2. Insbesondere können ein und dieselben Aufbringeinrichtungen 6 verwendet
werden und nach Bedarf als Intensivkühlung oder als Laminarkühlung betrieben werden.
Der nutzbare Regelbereich liegt meist zwischen 5 % und 100 % der maximal förderbaren
Kühlmittelmenge.
[0084] Die Ausstattung der Kühlstrecke 2 mit der erforderlichen Anzahl von Pumpen 10 und
zugehörigen Antrieben 12 einschließlich der ebenfalls zugehörigen Antriebsregelungen
erfordert zwar eine gewisse Investition. Diese einmalige Investition kompensiert sich
jedoch relativ schnell durch die geringeren Betriebskosten und die erhöhte Anlagenverfügbarkeit.
Darüber hinaus relativieren sich die Kosten, wenn man berücksichtigt, dass auch für
eine konventionelle Kühlstrecke bei Verwendung von hochwertigen Kugelventilen erhebliche
Kosten anfallen. Hierzu eine Abschätzung: Bei einer Kühlstrecke mit 100 oberen Spritzbalken
19 und 100 unteren Spritzbalken 19, die jeweils individuell mit einem jeweiligen Kugelventil
geregelt werden, fallen für die Kugelventile Kosten in Höhe von ca. 700.000 € an.
Für den gleichen Betrag könnte man auch eine erfindungsgemäße Kühlstrecke 2 bauen,
bei der 100 obere Spritzbalken über 50 Pumpen 10 versorgt werden und 100 untere Spritzbalken
über 50 untere Pumpen versorgt werden. Trotz der geringeren Anzahl an individuell
ansteuerbaren Spritzbalken 19 ergibt sich dennoch eine überlegene Kühlung, weil die
Spritzbalken 19 mit erheblich höherer Dynamik angesteuert werden können.
[0085] Bei einer Intensivkühlung bewegen sich die Kosten für die erfindungsgemäße Kühlstrecke
2 in derselben Größenordnung wie die Kosten für eine konventionelle Intensivkühlung.
Bei beispielsweise je 16 oberen und unteren Spritzbalken 19 sind insgesamt 32 relativ
kleine Pumpen 10 und die zugehörigen Antriebe 12 zu je 25 kW mit einer elektrischen
Gesamtleistung von 800 kW erforderlich. Demgegenüber steht eine Investition bei einer
konventionellen Kühlstrecke in 32 Kugelventile, 32 pneumatische Stellmotoren, 5 Boosterpumpen
zu je 400 kW (eine Pumpe ist Reserve) und 5 entsprechend groß dimensionierte Frequenzumrichter.
[0086] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Varianten können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0087]
- 1
- Walzgut
- 2
- Kühlstrecke
- 3 bis 5
- Walzgerüste
- 6
- Aufbringeinrichtungen
- 7
- Kühlmittel
- 8
- Versorgungsleitungen
- 9
- Reservoir
- 10
- Pumpen
- 11
- Steuereinrichtung
- 12
- Antriebe
- 13
- Absperreinrichtung
- 14
- Rückleitung
- 15
- Ventil
- 16
- Rückschlagventil
- 17
- Temperaturmessplatz
- 18
- Spritzdüsen
- 19
- Spritzbalken
- E
- Energie
- F
- Ist-Strom
- F*
- Soll-Strom
- Fmax
- Maximalstrom
- Fmin
- Minimalstrom
- H
- thermodynamischer Energiezustand
- n
- Drehzahl
- nmin
- Minimaldrehzahl
- nmax
- Maximaldrehzahl
- p0
- Druck in der Aufbringeinrichtung
- pA
- ausgangsseitiger Druck
- pE
- eingangsseitiger Druck
- S*
- Ansteuerzustand
- t
- Zeit
- t1 bis t4
- Zeitpunkte
- x
- Transportrichtung
1. Betriebsverfahren für eine Kühlstrecke (2), die innerhalb einer Walzstraße angeordnet
ist oder der Walzstraße vor- oder nachgeordnet ist und mittels derer ein heißes Walzgut
(1) aus Metall gekühlt wird,
- wobei einer Anzahl von Aufbringeinrichtungen (6) der Kühlstrecke (2) über eine jeweilige
Versorgungsleitung (8) und eine jeweilige Pumpe (10) ein jeweiliger Ist-Strom (F)
eines flüssigen, auf Wasser basierenden Kühlmittels (7) zugeführt wird,
- wobei der jeweilige Ist-Strom (F) des Kühlmittels (7) mittels der jeweiligen Aufbringeinrichtung
(6) auf das heiße Walzgut (1) aufgebracht wird,
- wobei das heiße Walzgut (1) innerhalb der Kühlstrecke (2) während des Aufbringens
des Kühlmittels (7) in einer horizontalen Transportrichtung (x) transportiert wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Steuereinrichtung (11) der Kühlstrecke (2) in Abhängigkeit von einem mittels
der jeweiligen Aufbringeinrichtung (6) auf das heiße Walzgut (1) aufzubringenden jeweiligen
Soll-Strom (F*) des Kühlmittels (7) dynamisch einen jeweiligen Soll-Ansteuerzustand
(S*) für die jeweilige Pumpe (10) ermittelt und die jeweilige Pumpe (10) entsprechend
ansteuert, so dass der von der jeweiligen Pumpe (10) geförderte jeweilige Ist-Strom
(F) dem jeweiligen Soll-Strom (F*) jederzeit so weit wie möglich angenähert wird.
2. Betriebsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der jeweiligen Pumpe (10) und der jeweiligen Aufbringeinrichtung (6)
- entweder keine Absperreinrichtung (13) angeordnet ist
- oder zwar eine Absperreinrichtung (13) angeordnet ist, die Absperreinrichtung (13)
während des Transports des Walzguts (1) durch die Kühlstrecke (2) jedoch permanent
vollständig geöffnet gehalten wird
- oder zwar eine Absperreinrichtung (13) angeordnet ist, die Absperreinrichtung (13)
jedoch sowohl öffnend als auch schließend ausschließlich dann betätigt wird, wenn
eine Drehzahl der jeweiligen Pumpe (10) unterhalb einer Minimaldrehzahl liegt.
3. Betriebsverfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der jeweiligen Pumpe (6) eine Rückleitung (14) parallel geordnet ist und dass die
Rückleitung (14) einen kleineren Querschnitt als die jeweilige Versorgungsleitung
(8) aufweist.
4. Betriebsverfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die jeweilige Pumpe (10) immer dann, wenn der jeweilige Soll-Strom (F*) einen jeweiligen
unteren Grenzwert unterschreitet, generatorisch betrieben wird oder mit invertierter
Drehrichtung betrieben wird.
5. Betriebsverfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der jeweiligen Versorgungsleitung (8) zwischen der jeweiligen Pumpe (10) und der
jeweiligen Aufbringeinrichtung (6) ein Rückschlagventil (16) oder eine Rückschlagklappe
angeordnet ist.
6. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass vor der jeweiligen Pumpe (10) ein eingangsseitiger Druck (pE) des flüssigen Kühlmittels
(7) erfasst wird und dass die Steuereinrichtung (11) den erfassten eingangsseitigen
Druck (pE) bei der Ermittlung des jeweiligen Soll-Ansteuerzustands (S*) der jeweiligen
Pumpe (10) berücksichtigt.
7. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass hinter der jeweiligen Pumpe (10) ein ausgangsseitiger Druck (pA) des flüssigen Kühlmittels
(7) erfasst wird und dass die Steuereinrichtung (11) den erfassten ausgangsseitigen
Druck (pA) bei der Ermittlung des jeweiligen Soll-Ansteuerzustands (S*) der jeweiligen
Pumpe (10) berücksichtigt.
8. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (11) den jeweiligen Soll-Strom (F*) in Abhängigkeit von einem
unmittelbar vor Erreichen der jeweiligen Aufbringeinrichtung (6) bestehenden jeweiligen
thermodynamischen Energiezustand (H) des Walzguts (1) ermittelt.
9. Betriebsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Ist-Ströme (F) des Kühlmittels (7) mittels der Aufbringeinrichtungen (6) sequenziell
nacheinander auf das heiße Walzgut (1) aufgebracht werden und
- dass die Steuereinrichtung (11) den jeweiligen thermodynamischen Energiezustand (H) des
Walzguts (1) anhand des thermodynamischen Energiezustands (H) des Walzguts (1) vor
der unmittelbar vorhergehenden Aufbringeinrichtung (6) unter zusätzlicher Berücksichtigung
des Soll-Stroms (F*) des Kühlmittels (7) oder des Ist-Stroms (F) des Kühlmittels (7)
ermittelt, der mittels der unmittelbar vorhergehenden Aufbringeinrichtung (6) auf
das heiße Walzgut (1) aufgebracht wird bzw. aufgebracht werden soll.
10. Kühlstrecke, die innerhalb einer Walzstraße angeordnet ist oder der Walzstraße vor-
oder nachgeordnet ist und mittels derer ein heißes Walzgut (1) aus Metall gekühlt
wird,
- wobei die Kühlstrecke eine Anzahl von Aufbringeinrichtungen (6) aufweist, über die
über eine jeweilige Versorgungsleitung (8) der Kühlstrecke und eine jeweilige Pumpe
(10) der Kühlstrecke ein jeweiliger Ist-Strom (F) eines flüssigen, auf Wasser basierenden
Kühlmittels (7) zugeführt wird,
- wobei der jeweilige Ist-Strom (F) des Kühlmittels (7) mittels der jeweiligen Aufbringeinrichtung
(6) auf das heiße Walzgut (1) aufgebracht wird,
- wobei das heiße Walzgut (1) in der Kühlstrecke während des Aufbringens des Kühlmittels
(7) in einer horizontalen Transportrichtung (x) transportiert wird,
- wobei die Kühlstrecke eine Steuereinrichtung (11) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (11) derart ausgebildet ist, dass sie in Abhängigkeit von einem
mittels der jeweiligen Aufbringeinrichtung (6) auf das heiße Walzgut (1) aufzubringenden
jeweiligen Soll-Strom (F*) des Kühlmittels (7) dynamisch einen jeweiligen Soll-Ansteuerzustand
(S*) für die jeweilige Pumpe (10) ermittelt und die jeweilige Pumpe (10) entsprechend
ansteuert, so dass der von der jeweiligen Pumpe (10) geförderte jeweilige Ist-Strom
(F) dem jeweiligen Soll-Strom (F*) jederzeit so weit wie möglich angenähert wird.
11. Kühlstrecke nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen der jeweiligen Pumpe (10) und der jeweiligen Aufbringeinrichtung (6)
- entweder keine Absperreinrichtung (13) angeordnet ist
- oder zwar eine Absperreinrichtung (13) angeordnet ist, die Absperreinrichtung (13)
während des Transports des Walzguts (1) durch die Kühlstrecke (2) von der Steuereinrichtung
(11) jedoch permanent vollständig geöffnet gehalten wird
- oder zwar eine Absperreinrichtung (13) angeordnet ist, die Absperreinrichtung (13)
von der Steuereinrichtung (11) jedoch sowohl öffnend als auch schließend ausschließlich
dann betätigt wird, wenn eine Drehzahl der jeweiligen Pumpe (10) unterhalb einer Minimaldrehzahl
liegt.
12. Kühlstrecke nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der jeweiligen Pumpe (6) eine Rückleitung (14) parallel geordnet ist und dass die
Rückleitung (14) einen kleineren Querschnitt als die jeweilige Versorgungsleitung
(8) aufweist.
13. Kühlstrecke nach Anspruch 10, 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die jeweilige Pumpe (10) immer dann, wenn der jeweilige Soll-Strom (F*) einen jeweiligen
unteren Grenzwert unterschreitet, von der Steuereinrichtung (11) derart angesteuert
wird, dass sie generatorisch betrieben wird oder mit invertierter Drehrichtung betrieben
wird.
14. Kühlstrecke nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der jeweiligen Versorgungsleitung (8) zwischen der jeweiligen Pumpe (10) und der
jeweiligen Aufbringeinrichtung (6) ein Rückschlagventil (16) oder eine Rückschlagklappe
angeordnet ist.
15. Kühlstrecke nach einem der Ansprüche 10 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass vor der jeweiligen Pumpe (10) ein eingangsseitiger Druck (pE) des flüssigen Kühlmittels
(7) erfasst wird und dass die Steuereinrichtung (11) den erfassten eingangsseitigen
Druck (pE) bei der Ermittlung des jeweiligen Soll-Ansteuerzustands (S*) der jeweiligen
Pumpe (10) berücksichtigt.
16. Kühlstrecke nach einem der Ansprüche 10 bis 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass hinter der jeweiligen Pumpe (10) ein ausgangsseitiger Druck (pA) des flüssigen Kühlmittels
(7) erfasst wird und dass die Steuereinrichtung (11) den erfassten ausgangsseitigen
Druck (pA) bei der Ermittlung des jeweiligen Soll-Ansteuerzustands (S*) der jeweiligen
Pumpe (10) berücksichtigt.
17. Kühlstrecke nach einem der Ansprüche 10 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (11) den jeweiligen Soll-Strom (F*) in Abhängigkeit von einem
unmittelbar vor Erreichen der jeweiligen Aufbringeinrichtung (6) bestehenden jeweiligen
thermodynamischen Energiezustand (H) des Walzguts (1) ermittelt.
18. Kühlstrecke nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Ist-Ströme (F) des Kühlmittels (7) mittels der Aufbringeinrichtungen (6) sequenziell
nacheinander auf das heiße Walzgut (1) aufgebracht werden und
- dass die Steuereinrichtung (11) den jeweiligen thermodynamischen Energiezustand (H) des
Walzguts (1) anhand des thermodynamischen Energiezustands (H) des Walzguts (1) vor
der unmittelbar vorhergehenden Aufbringeinrichtung (6) unter zusätzlicher Berücksichtigung
des Soll-Stroms (F*) des Kühlmittels (7) oder des Ist-Stroms (F) des Kühlmittels (7)
ermittelt, der mittels der unmittelbar vorhergehenden Aufbringeinrichtung (6) auf
das heiße Walzgut (1) aufgebracht wird bzw. aufgebracht werden soll.