[0001] Die Erfindung betrifft ein Target zum Erzeugen von Röntgenstrahlung durch Beaufschlagung
mit einem geladene Teilchen, insbesondere Elektronen, enthaltenden Teilchenstrom.
[0002] Die Erfindung betrifft ferner einen Röntgenemitter mit einer einen Teilchenstrom
emittierenden Teilchenquelle und einer Beschleunigungsvorrichtung, insbesondere einer
mehrere miteinander gekoppelte Hohlraumresonatoren umfassenden Beschleunigungsvorrichtung,
die dazu ausgebildet ist, einen auf das Target gerichteten Teilchenstrom zu erzeugen.
[0003] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zum Erzeugen von Röntgenstrahlung durch
Beaufschlagung des Targets mit einem geladene Teilchen, insbesondere Elektronen, enthaltenden
Teilchenstrom.
[0004] Es ist bekannt, Röntgenemitter, insbesondere hochenergetische Röntgenemitter zur
Bereitstellung von Röntgenstrahlung im MeV Bereich, in medizinischen und in nicht-medizinischen
Anwendungen einzusetzen. Röntgenstrahlung bzw. Bremsstrahlung wird dabei in bekannter
Weise dadurch erzeugt, dass ein Target mit einem Teilchenstrom aus beschleunigten
und geladenen Teilchen, für gewöhnlich Elektronen, beaufschlagt wird. Dabei werden
die Teilchen abgebremst, so dass diese einen Teil ihrer kinetischen Energie als Photonen-
bzw. Röntgenstrahlung emittieren. Zur Beschleunigung der geladenen Teilchen bzw. Elektronen
kommen insbesondere Linearbeschleuniger zum Einsatz.
[0005] Ein medizinischer Anwendungsbereich für derartig erzeugte Röntgenstrahlung betrifft
die Strahlentherapie. Ein anderes, technisches Anwendungsfeld betrifft die zerstörungsfreie
Werkstoffprüfung bzw. die Durchleuchtung von Objekten insbesondere im Rahmen einer
bildgebenden Sicherheitsüberprüfung oder im Rahmen einer bildgebenden Überprüfung
von Frachtgut. Im letzteren Fall sind beispielsweise zur Durchleuchtung von großen
Objekten, wie beispielsweise Frachtcontainer, Durchleuchtungssysteme bekannt, bei
denen zur Erzeugung von Photonen im MeV-Bereich Linearbeschleuniger eingesetzt werden.
Die bei der Durchstrahlung des Objekts abgeschwächte Röntgenstrahlung wird räumlich
aufgelöst von einem Röntgendetektor detektiert.
[0006] Aus Gründen des Strahlenschutzes besteht in vielen Anwendungen die Anforderung, die
außerhalb des Nutzstrahlenfeldes emittierte Röntgenstrahlung, insbesondere Streu-
und Leckstrahlung, so weit wie möglich zu reduzieren. Die Reduzierung der Röntgenstrahlung
außerhalb des Nutzstrahlenfeldes erfolgt typischerweise durch Abschirmungen und Kollimations-Blenden,
welche maßgeblich zum Gesamtgewicht der Anlage, insbesondere des Linearbeschleunigers,
beitragen.
[0007] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Erzeugen von
Röntgenstrahlung derart anzugeben, dass der Anteil der erzeugten Röntgenstrahlung
außerhalb des gewünschten Nutzstrahlenfelds reduziert ist.
[0008] Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Target zum Erzeugen von Röntgenstrahlung nach
Anspruch 1, einen Linearbeschleuniger nach Anspruch 6 und ein Verfahren zum Erzeugen
von Röntgenstrahlung nach Anspruch 11.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0010] Ein Target (auch: Streukörper) zum Erzeugen von Röntgenstrahlung durch Beaufschlagung
mit einem geladene Teilchen, insbesondere Elektronen, enthaltenden Teilchenstrom,
weist gemäß der Erfindung eine zumindest zwei metallische Schichten umfassende Schichtstruktur
auf. Eine von dem Teilchenstrom beaufschlagbare Targetoberfläche ist von einer ersten
Schicht der Schichtstruktur gebildet, die aus einem ein erstes metallisches Element
umfassenden Material besteht. Eine zweite Schicht der Schichtstruktur besteht aus
einem ein zweites metallisches Element umfassenden Material. Die Ordnungszahl des
ersten metallischen Elements ist kleiner als die Ordnungszahl des zweiten metallischen
Elements.
[0011] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass die Wechselwirkung der beschleunigten
Teilchen, insbesondere Elektronen, mit den Atomen im Material des Targets bei gegebener
Beschleunigung der Teilchen, also bei gegebener Beschleunigungsspannung, die Emission
von Photonen bzw. Röntgenquanten innerhalb und außerhalb des Nutzstrahlenfelds maßgeblich
beeinflusst. Insbesondere bestimmt die Wechselwirkung zwischen dem Teilchenstrom und
dem Material des Targets den Anteil und die Energie der zurückgestreuten Teilchen.
Es hat sich nun gezeigt, dass diese zurückgestreuten Teilchen (auch: Sekundärelektronen)
für einen signifikanten Anteil der Leck- und Streustrahlung außerhalb des Nutzstrahlenfeldes
verantwortlich sind, da diese an anderen Stellen in einem der umliegenden Materialien
abgebremst werden und so zur Emission von elektromagnetischer Strahlung, insbesondere
Röntgenstrahlung, beitragen.
[0012] Kern der Erfindung ist es, die Energie der zurückgestreuten Teilchen durch eine gezielte
Anordnung von unterschiedlichen Materialien im Target zu reduzieren. Im Ergebnis kann
dann eine erhebliche Massereduzierung durch Reduzierung der Abschirmung insbesondere
entgegen der Strahlrichtung des einfallenden Teilchenstroms erfolgen.
[0013] Das Target gemäß der Erfindung ist so konstruiert, dass bei vergleichbarem Nutzstrahlenfeld
der Anteil der zurückgestreuten Teilchen bzw. Elektroden gegenüber der bekannten Herangehensweise
reduziert ist. Hierzu wird die Wechselwirkung der beschleunigten Teilchen mit den
unterschiedlichen Materialen ausgenutzt. Für metallische Elemente mit einer großen
Ordnungszahl (auch: Kernladungszahl, Atomnummer, Protonenzahl) ist diese Wechselwirkung
im Allgemeinen stärker als mit metallischen Elementen mit geringerer Ordnungszahl.
Damit ist sowohl die Ablenkung der Teilchen als Funktion der Eindringtiefe als auch
die Ausbeute an erzeugter Röntgenstrahlung unterschiedlich. Um eine maximale Ausbeute
an Röntgenstrahlung, insbesondere Bremsstrahlung, sicherzustellen, wäre somit das
Target so auszulegen, dass die mit dem Teilchenstrom beaufschlagte bzw. beaufschlagbare
Targetoberfläche aus einem Material besteht, welches Elemente mit möglichst großer
Kernladungszahl umfasst.
[0014] Die Auslegung des Targets zeichnet sich dadurch aus, dass ein Material mit kleinerer
Ordnungszahl aus Sicht des einfallenden Teilchenstroms vorgelagert ist. Mit anderen
Worten ist die beaufschlagbare Targetoberfläche von der ersten Schicht gebildet, deren
Material metallische Elemente mit einer kleineren Ordnungszahl aufweist. Die an die
erste Schicht insbesondere unmittelbar angrenzende zweite Schicht umfasst entsprechend
metallische Elemente mit größerer Ordnungszahl. Bei einer derartigen konstruktiven
Ausführung des Targets ist die Ausbeute an Röntgenstrahlung pro einfallendem Teilchen
etwas reduziert, jedoch ist der Anteil der rückgestreuten Teilchen, insbesondere Elektronen,
wesentlich stärker reduziert. Die zur Abschwächung von Röntgenstrahlung außerhalb
des vorgesehenen Nutzstrahlfeldes vorgesehene Abschirmung kann maßgeblich, in Anwendungsfällen
insbesondere um mehr als eine Halbwertschichtdicke reduziert werden. Da die Abschirmung
bei den meisten Röntgenstrahlern zur Erzeugung von hochenergetischer Röntgenstrahlung
den größten Anteil am Gesamtgewicht hat, ist der Gewichtsvorteil für das Gesamtsystem
bedeutsam.
[0015] Die Schichtstruktur des Targets umfasst zumindest zwei Schichten. In Ausgestaltung
ist das Target von einer Schichtstruktur mit genau zwei Schichten gebildet.
[0016] In Ausgestaltung beträgt die Ordnungszahl des ersten metallischen Elements weniger
als 36 und die Ordnungszahl des zweiten metallischen Elements mehr als 36. Das erste
metallische Element ist beispielsweise ein Metall der dritten oder vierten Periode,
wie etwa Kupfer (Cu). Das zweite metallische Element ist beispielsweise ein Metall
der fünften oder sechsten Periode, wie etwa Wolfram (W).
[0017] In Ausgestaltung beträgt die Differenz zwischen der Ordnungszahl des zweiten metallischen
Elements und der Ordnungszahl des ersten metallischen Elements zumindest 18.
[0018] In Ausgestaltung ist das erste und zweite Material ein Metall oder eine Metalllegierung.
Im Falle, dass das erste und/oder zweite Material ein homogenes Metall ist, kann dieses
insbesondere vom ersten und/oder zweiten metallischen Element gebildet sein. Ist das
erste und/oder zweite Material eine Metalllegierung, so ist entsprechend das erste
und/oder zweite metallische Element Bestandteil der Metalllegierung.
[0019] In Ausgestaltung ist das erste metallische Element Kupfer und das zweite metallische
Element Wolfram. Die erste Schicht kann insbesondere aus einer Kupfer enthaltenden
Metalllegierung bestehen. Die zweite Schicht kann insbesondere aus einer Wolfram enthaltenden
Metalllegierung bestehen. Alternativ dazu kann die erste Schicht im Wesentlichen aus
elementarem Kupfer und die erste Schicht im Wesentlichen aus elementarem Wolfram bestehen.
Der Begriff "im Wesentlichen" ist dabei so zu verstehen, dass auch Verunreinigungen
durch Fremdmetalle und/oder Oxidation beinhaltet sind.
[0020] In Ausgestaltung liegt eine Schichtdicke der ersten Schicht im Bereich zwischen dem
0,3 bis 0,7-fachen der Reichweite von Elektronen im Material, aus dem die erste Schicht
gebildet ist. Eine Schichtdicke der zweiten Schicht liegt entsprechend ebenfalls bevorzugt
im Bereich zwischen dem 0,3 bis 0,7-fachen der Reichweite von Elektronen im Material,
aus dem die zweite Schicht gebildet ist. Die Schichtdicke der ersten Schicht ist somit
insbesondere in Abhängigkeit der mittleren Teilchenenergie des das Target beaufschlagenden
Teilchenstroms so gewählt, dass zumindest ein wesentlicher Anteil der einfallenden
Teilchen die erste Schicht durchdringt. Mit anderen Worten ist die mittlere Eindringtiefe
der einfallenden Teilchen größer als die Schichtdicke der ersten Schicht. Die mittlere
Teilchenenergie liegt insbesondere im Bereich von MeV.
[0021] Es versteht sich, dass der Übergang von der zumindest einen ersten Schicht zu der
zumindest einen zweiten Schicht nicht zwingend abrupt verlaufen muss, vielmehr kann
in Ausgestaltung vorgesehen sein, dass sich die Materialzusammensetzung des Targets
von der ersten zur zweiten Schicht kontinuierlich ändert. Zur Herstellung derartiger
Targets mit variierender Materialzusammensetzung bieten sich insbesondere generative
Fertigungsverfahren an, wie beispielsweise Sintern, selektives Laserschmelzen oder
3D-Druck.
[0022] Ein Röntgenemitter mit einer einen Teilchenstrom emittierenden Teilchenquelle und
einer Beschleunigungsvorrichtung, insbesondere eine mehrere miteinander gekoppelte
Hohlraumresonatoren umfassende Beschleunigungsvorrichtung eines Linearbeschleunigers,
ist dazu ausgebildet, einen auf ein Target, insbesondere auf das vorstehend bereits
genannte Target, gerichteten Teilchenstrom zu erzeugen.
[0023] Gemäß der Erfindung weist das Target eine zumindest zwei metallische Schichten umfassende
Schichtstruktur auf, wobei die von dem Teilchenstrom beaufschlagbare Targetoberfläche
von der ersten Schicht der Schichtstruktur gebildet ist, die aus dem das erste metallische
Element umfassenden Material besteht. Die zweite Schicht der Schichtstruktur ist aus
dem das zweite metallische Element umfassenden Material gebildet, wobei die Ordnungszahl
des ersten metallischen Elements kleiner ist als die Ordnungszahl des zweiten metallischen
Elements.
[0024] Die Vorzüge eines Röntgenemitters mit einem derartig ausgebildeten und ausgerichteten
Target ergibt sich unmittelbar aus der bisherigen Beschreibung. Da die beaufschlagte
Targetoberfläche von der ersten, Konstituenten mit niedriger Ordnungszahl umfassenden,
Schicht gebildet ist, ist der Anteil insbesondere an zurückgestreuten Teilchen bzw.
Elektronen reduziert. Dies verringert Streu- und Leckstrahlung, die von diesen zurückgestreuten
Teilchen verursacht werden. Die Abschirmung insbesondere in Rückwärtsrichtung zum
einfallenden Teilchenstrom kann daher reduziert werden. Dies führt zu einer erheblichen
Gewichtsreduzierung, da das Gesamtgewicht der Anlage maßgeblich von der Dimensionierung
der Abschirmung bestimmt ist.
[0025] In Ausgestaltung ist der die Targetoberfläche beaufschlagende Teilchenstrom entlang
einer Strahlachse ausgerichtet, welche im Wesentlichen senkrecht zu den zumindest
zwei Schichten der Schichtstruktur verläuft. Die erste und die zweite Schicht grenzen
insbesondere unmittelbar aneinander an und verlaufen beispielsweise zueinander planparallel.
[0026] In Ausgestaltung ist die Beschleunigungsvorrichtung dazu ausgebildet, die Teilchen
im Teilchenstrom auf eine mittlere Teilchenenergie im Bereich von MeV, insbesondere
im Bereich von mehr als 1MeV und weniger als 20MeV, zu beschleunigen. Die Beaufschlagung
des Targets erfolgt insbesondere derart, dass die Abstrahlung der Röntgen- bzw. Bremsstrahlung
zum großen Teil in Richtung des einfallenden Teilchenstroms, also nach zumindest abschnittsweiser
Durchstrahlung des Targets erfolgt. In diesem Sinne kann das Target auch als Transmissionstarget
bezeichnet werden. Hierbei ist insbesondere die mittlere Teilchenenergie in Abhängigkeit
der Schichtdicken zumindest der einen ersten und zweiten Schicht entsprechend zu wählen.
[0027] In Ausgestaltung ist das Target zur Abstrahlung von Röntgenstrahlung in einem Raumwinkelbereich
von weniger als 60° um die Strahlachse, bevorzugt von etwa 35° um die Strahlachse,
insbesondere in Richtung, also in gedachter Verlängerung des die Targetoberfläche
beaufschlagenden Teilchenstroms, angeordnet. Mit anderen Worten sind das Nutzstrahlenfeld
und der einfallende Teilchenstrom auf gegenüberliegenden Seiten des Targets angeordnet.
[0028] Ein Verfahren zum Erzeugen von Röntgenstrahlung durch Beaufschlagung eines Targets,
insbesondere des bereits beschriebenen Targets, mit einem geladene Teilchen, insbesondere
Elektronen, enthaltenden Teilchenstrom ist dadurch charakterisiert, dass das Target
eine zumindest zwei metallische Schichten umfassende Schichtstruktur aufweist. Die
von dem Teilchenstrom beaufschlagte Targetoberfläche ist von der ersten Schicht der
Schichtstruktur gebildet. Die erste Schicht besteht aus dem das erste metallische
Element umfassenden Material und die zweite Schicht der Schichtstruktur besteht aus
dem das zweite metallische Element umfassenden Material. Die Ordnungszahl des ersten
metallischen Elements ist kleiner als die Ordnungszahl des zweiten metallischen Elements.
[0029] Die Vorzüge des Verfahrens unter Verwendung eines derartig ausgebildeten und ausgerichteten
Targets ergibt sich unmittelbar aus der bisherigen Beschreibung mit Bezug auf die
entsprechende Vorrichtung. Bei einer Beaufschlagung einer Targetoberfläche, die von
der ersten, Konstituenten mit niedriger Ordnungszahl umfassenden, Schicht gebildet
ist, ergibt sich eine veränderte Ausbeute von Röntgenstrahlung pro einfallendem Teilchen.
Insbesondere ist der in Richtung der Strahlachse, also in Vorwärtsrichtung des Teilchenstroms
emittierte Anteil der Röntgenstrahlung in Relation zu den in Rückwärtsrichtung gestreuten
Teilchen verändert. Bei einer gegebenen Ausbeute von Röntgenstrahlung in Vorwärtsrichtung
kann der Anteil der in Rückwärtsrichtung gestreuten Teilchen bzw. Elektronen, insbesondere
gegenüber bekannten Verfahren, verringert werden.
[0030] In Ausgestaltung ist der die Targetoberfläche beaufschlagende Teilchenstrom entlang
einer Strahlachse ausgerichtet, welche im Wesentlichen senkrecht zu den zumindest
zwei Schichten der Schichtstruktur verläuft. Die zweite Schicht kann insbesondere
eine dem Teilchenstrom abgewandte Seite des Targets bilden.
[0031] In Ausgestaltung ist das Target zur Abstrahlung von Röntgenstrahlung in einem Raumwinkelbereich
von weniger als 60° um die Strahlachse, bevorzugt von etwa 35° um die Strahlachse,
insbesondere in Richtung des die Targetoberfläche beaufschlagenden Teilchenstroms,
angeordnet. Mit anderen Worten sind das Nutzstrahlungsfeld und der einfallende Teilchenstrom
auf gegenüberliegenden Seiten des Targets angeordnet.
[0032] In Ausgestaltung werden die Teilchen im Teilchenstrom mit Hilfe einer Beschleunigungsvorrichtung,
insbesondere mit Hilfe einer mehrere gekoppelte Hohlraumresonatoren umfassenden Beschleunigungsvorrichtung
eines Linearbeschleunigers, auf eine mittlere Teilchenenergie im Bereich von MeV,
insbesondere im Bereich von mehr als 1MeV und weniger als 20MeV, beschleunigt. Mit
anderen Worten wird vorzugsweise ein Teilchenstrom generiert, mit dem Brems- bzw.
Röntgenstrahlung in einem Spektralbereich erzeugt werden kann, die zum Durchleuchten
von massiven Behältnissen, wie insbesondere den im Warenverkehr gängigen Gütercontainern,
Frachtcontainern oder Eisenbahnwägen geeignet ist.
[0033] In Ausgestaltung wird die erzeugte Röntgenstrahlung, insbesondere Bremsstrahlung,
für die zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, für die bildgebende Überprüfung von Frachtgut
und/oder für die medizinische Strahlentherapie bereitgestellt.
[0034] Für eine weitere Beschreibung der Erfindung wird auf das in den Zeichnungsfiguren
gezeigte Ausführungsbeispiel verwiesen. Es zeigen in einer schematischen Darstellung:
- Fig. 1:
- den schematischen Aufbau eines Röntgenemitters mit einem Linearbeschleuniger;
- Fig. 2:
- ein eine Schichtstruktur aufweisendes Target für den Röntgenemitter der Fig. 1;
- Fig. 3:
- eine schematische Illustration des in Vorwärtsrichtung emittierten Röntgenbremsspektrums
eines erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiels im Vergleich zu einem nicht-erfindungsgemäßen
Vergleichsbeispiel;
- Fig. 4:
- eine schematische Illustration der Winkelverteilung des in Vorwärtsrichtung emittierten
Röntgenbremsspektrums des Ausführungsbeispiels im Vergleich zum Vergleichsbeispiel;
- Fig. 5:
- eine schematische Illustration des in Rückwärtsrichtung zurückgestreuten Streuspektrums
des Ausführungsbeispiels im Vergleich zum Vergleichsbeispiel;
- Fig. 6:
- eine schematische Illustration der Winkelverteilung der zurückgestreuten Elektronen
des Ausführungsbeispiels im Vergleich zum Vergleichsbeispiel.
[0035] Einander entsprechende Teile sind in allen Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0036] Figur 1 zeigt den prinzipiellen Aufbau eines Röntgenemitters 10 mit einem Target
11, das von einem insbesondere gepulsten Teilchenstrom geladener Teilchen e beaufschlagt
wird, um Röntgen- bzw. Bremsstrahlung γ zu erzeugen. Der Puls bzw. pulsierte Teilchenstrom
e geladener Teilchen -im vorliegenden Fall sind dies Elektronen- ist mittels des Linearbeschleunigers
1 erzeugbar, welcher eine Teilchenquelle 2, beispielsweise eine Elektronenkanone,
und eine Beschleunigungsvorrichtung 3, beispielweise eine Beschleunigerröhre mit mehreren
gekoppelten Hohlraumresonatoren 4, insbesondere zur Erzeugung von elektromagnetischen
Wanderwellen, umfasst. Eine Energieversorgung 5 versorgt die Beschleunigungsvorrichtung
3 mit einer Hochfrequenzleistung, um innerhalb der gekoppelten Hohlraumresonatoren
4 ein hochfrequentes Wechselfeld zur Beschleunigung des Teilchenstroms zu erzeugen,
welcher von der Teilchenquelle 2 in die Beschleunigungsvorrichtung zu vorgegebenen
Zeitpunkten eingeschossen bzw. injiziert wird.
[0037] Die Zufuhr der Hochfrequenzleistung kann insbesondere periodisch, d. h. in Form von
der Beschleunigungsvorrichtung 3 zugeführten Hochfrequenzpulsen, erfolgen. Eine Steuerung
bzw. Steuerungseinrichtung 6 ist sowohl mit der Teilchenquelle 2 als auch der Energieversorgung
5 verbunden und dazu ausgebildet, das Einkoppeln oder "Einschießen" des Teilchenstroms
in die Beschleunigungsvorrichtung 3 hinsichtlich der periodisch zugeführten Hochfrequenzleistung
zeitlich zu synchronisieren.
[0038] Einrichtungen zur Strahlformung sind in Figur 1 nicht explizit dargestellt. Es versteht
sich, dass insbesondere zwischen der Beschleunigungsvorrichtung 3 und dem Target 11
ein Umlenkmagnet angeordnet sein kann.
[0039] Der Teilchenstrom e ist parallel zur Strahlachse A auf das Target 11 gerichtet. Das
Nutzstrahlenfeld N für die erzeugte Röntgenstrahlung γ ist im Wesentlichen auf einen
kegelförmigen Raumwinkelbereich um die Strahlachse A begrenzt, wobei der Öffnungswinkel
α zwischen der den Raumwinkelbereich umschließenden Kegelfläche und der Strahlachse
A 60° oder weniger beträgt.
[0040] Das Target 11 weist eine Schichtstruktur S auf, die im Detail in Figur 2 dargestellt
ist. Das Target 11 ist von zwei im wesentlichen homogenen Schichten S1, S2 gebildet.
[0041] Das Material der ersten Schicht S1 umfasst ein erstes metallisches Element von relativ
niedriger Ordnungszahl Z. Im exemplarisch dargestellten Beispiel ist das erste metallische
Element Kupfer (Z=29). Konkret ist die erste Schicht S1 in der nicht einschränkend
aufzufassenden Ausführung aus Kupfer gebildet.
[0042] In einem anderen Ausführungsbeispiel ist die erste Schicht S1 von einer Kupfer (Cu)
enthaltenden Metalllegierung gebildet.
[0043] Das Material der zweiten Schicht S2 umfasst ein zweites metallisches Element von
relativ großer Ordnungszahl Z. Im exemplarisch dargestellten Beispiel ist das zweite
metallische Element Wolfram (Z=74). Konkret ist die zweite Schicht S2 in der nicht
einschränkend aufzufassenden Ausführung aus Wolfram (W) gebildet.
[0044] In einem anderen Ausführungsbeispiel ist die zweite Schicht S2 von einer Wolfram
enthaltenden Metalllegierung gebildet.
[0045] Eine vom einfallenden Teilchenstrom e beaufschlagte Targetoberfläche T ist von der
ersten Schicht S1 mit leichteren Konstituenten niedriger Ordnungszahl Z gebildet.
Die zweite Schicht S2 ist in Richtung der gegenüberliegenden Austrittseite für Röntgenstrahlung
y orientiert.
[0046] Gegenüber einer Auslegung und Ausrichtung des Targets dergestalt, dass die vom Teilchenstrom
e beaufschlagte Targetoberfläche T von einem Material mit relativ großer Ordnungszahl
Z (beispielsweise Wolfram) gebildet ist, findet man eine veränderte Strahlungscharakteristik
vor. Zunächst ist festzustellen, dass der Anteil an zurückgestreuten Teilchen, also
der Anteil von entgegen der Einfallsrichtung gestreuten Sekundärelektronen e2, vermindert
ist. Die veränderte Strahlungscharakteristik ist in den Diagrammen der Figuren 3 bis
6 anhand von Simulationsergebnissen illustriert.
[0047] Die Auslegung des Targets 11 entsprechend dem dargestellten Ausführungsbeispiel zeichnet
sich also dadurch aus, dass aus Sicht des einfallenden Teilchen- bzw. Elektronenstrahls
die erste Schicht S1 aus einem Material mit kleinerer Ordnungszahl Z der zweiten Schicht
S2 aus einem Material mit der größeren Ordnungszahl Z vorgelagert ist. Hierdurch wird
die Ausbeute an Röntgenbremsstrahlung pro Teilchen bzw. Elektron zunächst etwas reduziert,
jedoch ist der Anteil an rückgestreuten Teilchen bzw. Sekundärelektronen e2 wesentlich
stärker minimiert.
[0048] Als Vergleichsbeispiel dient ein Target, dessen beaufschlagte Targetoberfläche von
Wolfram gebildet ist. In den Diagrammen der Figuren 3 bis 6 sind die Kurven, welche
das erfindungsgemäße Ausführungsbeispiel betreffen, durchgezogen und die des Vergleichsbeispiels
gestrichelt dargestellt.
[0049] Figur 3 illustriert das Röntgenbremsspektrum der emittierten Röntgenstrahlung γ des
Ausführungsbeispiels und des Vergleichsbeispiels.
[0050] Auf der X-Achse ist die Energie der emittierten Photonen bzw. Röntgenquanten in MeV
dargestellt. Die mittlere Energie der emittierten Spektren ist auf der X-Achse als
Marker X1 verzeichnet. Auf der linken Y-Achse ist die Anzahl der Photonen der entsprechenden
Energie dargestellt, während auf der rechten Y-Achse das Summenprodukt des jeweiligen
Spektrums als Dosisäquivalent D mit einem weiteren Marker X2 skaliert ist.
[0051] Es ist ersichtlich, dass die Simulation durch Anpassen der Anzahl von eingeschossenen
Teilchen dahingehend angeglichen wurde, dass jeweils in Strahlrichtung, also in einem
Raumwinkelbereich, der von einem Öffnungswinkel α = +/-50° bezüglich der Strahlachse
A definiert ist, jeweils im Wesentlichen die gleiche Strahlungscharakteristik hinsichtlich
Anzahl der emittierten Photonen und emittiertem Dosisäquivalent D vorliegt. Insbesondere
entsprechen die jeweils emittierten Röntgenbremsspektren des Ausführungs- und des
Vergleichsbeispiels hinsichtlich ihrer mittlerer Energie (X1) und Dosisäquivalent
(X2) einander. Bei der Variante entsprechend dem Ausführungsbeispiel wurden hierzu
etwa 1,4-mal so viele beschleunigte Teilchen benötigt wie bei der Variante gemäß dem
Vergleichsbeispiel. Der Simulation des Ausführungsbeispiels liegt somit ein um das
1,4-fach erhöhter Teilchenstrom e zugrunde.
[0052] Figur 4 illustriert die Energiefluenz der Photonen (Y-Achse) in Abhängigkeit des
Winkels (X-Achse) der in Vorwärtsrichtung, also in Richtung des einfallenden Teilchenstroms
e emittierten Röntgenstrahlung γ. Ein Winkel 0° korrespondiert zu einer Trajektorie
parallel zur Strahlachse A. Es ist ersichtlich, dass die Photonenverteilung über den
Winkel bei dem Vergleichsbeispiel etwas stärker vorwärts gerichtet ist als beim Ausführungsbeispiel,
d. h. die emittierte Röntgenstrahlung γ ist etwas stärker auf den achsnahen Bereich
um die Strahlachse A konzentriert.
[0053] Die Charakteristik der zurückgestreuten, also entgegen des einfallenden Teilchenstroms
e gestreuten Streuspektrums geladener Teilchen ist in Figuren 5 und 6 illustriert.
Es ist eine äquivalente Darstellung wie in Figuren 3 und 4 gewählt, jedoch für die
entgegen der Nutzstrahlrichtung gestreuten Teilchen bzw. Elektronen.
[0054] Figur 5 illustriert das in Rückwärtsrichtung zurückgestreute Streuspektrum des Ausführungsbeispiels
im Vergleich zum Vergleichsbeispiel.
[0055] Auf der X-Achse ist die Energie der zurückgestreuten Teilchen bzw. Sekundärelektronen
e2 in MeV dargestellt. Die mittlere Energie der Streuspektren ist auf der X-Achse
als Marker X3, X4 verzeichnet. Auf der linken Y-Achse ist die Anzahl der zurückgestreuten
Teilchen (Elektronen) der entsprechenden Energie dargestellt, während auf der rechten
Y-Achse das Summenprodukt des jeweiligen Spektrums als Dosisäquivalent D mit weiteren
Markern X5, X6 verzeichnet ist.
[0056] Sowohl die mittlere Energie X3 als auch die Anzahl der rückgestreuten Elektronen
bzw. das Dosisäquivalent X5 ist bei der Variante gemäß dem Ausführungsbeispiel deutlich
geringer als die entsprechenden Werte X4, X6 des Vergleichsbeispiels. Vergleicht man
die mit ihrer jeweiligen Energie gewichteten zurückgestreuten Teilchen bzw. Elektronen
untereinander (siehe Dosisäquivalent), so ergibt sich ein Unterschied von etwa einem
Faktor 3.
[0057] Die Energiefluenzverteilung der zurückgestreuten Teilchen bzw. Elektronen über den
Winkel ist in Figur 6 dargestellt. Ein Winkel 0° korrespondiert zu einer Trajektorie
antiparallel zur Strahlachse A, also einer Trajektorie, die dem einfallenden Teilchenstrom
e entgegen gerichtet ist. Es ist ersichtlich, dass bei dem Ausführungsbeispiel insgesamt
deutlich weniger Teilchen bei dem Ausführungsbeispiel zurückgestreut werden, als bei
dem Vergleichsbeispiel.
[0058] Obwohl die Erfindung im Detail mit Bezug auf das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher
illustriert und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht hierdurch eingeschränkt.
Andere Variationen und Kombinationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne vom wesentlichen Gedanken der Erfindung abzuweichen.
1. Target (11) zum Erzeugen von Röntgenstrahlung (y) durch Beaufschlagung mit einem geladene
Teilchen, insbesondere Elektronen, enthaltenden Teilchenstrom (e), gekennzeichnet durch eine zumindest zwei metallische Schichten (S1, S2) umfassende Schichtstruktur (S),
wobei eine von dem Teilchenstrom (e) beaufschlagbare Targetoberfläche (T) von einer
ersten Schicht (S1) der Schichtstruktur (S) gebildet ist, die aus einem ein erstes
metallisches Element umfassendes Material besteht, wobei eine zweite Schicht (S2)
der Schichtstruktur aus einem ein zweites metallisches Element umfassendes Material
besteht, wobei die Ordnungszahl (Z) des ersten metallischen Elements kleiner ist als
die Ordnungszahl (Z) des zweiten metallischen Elements.
2. Target (11) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ordnungszahl (Z) des ersten metallischen Elements weniger als 36 und die Ordnungszahl
(Z) des zweiten metallischen Elements mehr als 36 beträgt.
3. Target (11) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und zweite Material ein Metall oder eine Metalllegierung ist.
4. Target (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste metallische Element Kupfer und das zweite metallische Element Wolfram ist.
5. Target (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schichtdicke der ersten Schicht (S1) im Bereich zwischen dem 0,3 bis 0,7-fachen
der Reichweite von Elektronen im Material der ersten Schicht liegt und eine Schichtdicke
der zweiten Schicht (S2) im Bereich zwischen dem 0,3 bis 0,7-fachen der Reichweite
von Elektronen im Material der zweiten Schicht liegt.
6. Target (11) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Target (11) mittels eines generativen Fertigungsverfahrens, insbesondere mittels
Sintern, selektivem Laserschmelzen oder 3D-Druck, gebildet ist, insbesondere derart,
dass die Materialzusammensetzung des Targets (11) zwischen der zumindest einen ersten
und der zumindest einen zweiten Schicht (S1, S2) kontinuierlich variabel ist.
7. Röntgenemitter (10) mit einer einen Teilchenstrom (e) emittierenden Teilchenquelle
(2) und einer Beschleunigungsvorrichtung (3), insbesondere einer mehrere miteinander
gekoppelte Hohlraumresonatoren (4) umfassenden Beschleunigungsvorrichtung (3) eines
Linearbeschleunigers (1), die dazu ausgebildet ist, einen auf ein Target (11) gerichteten
Teilchenstrom (e) zu erzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass das Target (11), insbesondere das gemäß einem der vorhergehenden Ansprüchen ausgebildete
Target (11), eine zumindest zwei metallische Schichten (S1, S2) umfassende Schichtstruktur
(S) aufweist, wobei eine von dem Teilchenstrom (e) beaufschlagbare Targetoberfläche
(T) von einer ersten Schicht (S1) der Schichtstruktur (S) gebildet ist, die aus einem
ein erstes metallisches Element umfassendes Material besteht, wobei eine zweite Schicht
(S2) der Schichtstruktur (S) aus einem ein zweites metallisches Element umfassendes
Material besteht, wobei die Ordnungszahl (Z) des ersten metallischen Elements kleiner
ist als die Ordnungszahl (Z) des zweiten metallischen Elements.
8. Röntgenemitter (10) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der die Targetoberfläche (T) beaufschlagende Teilchenstrom (e) entlang einer Strahlachse
(A) ausgerichtet ist, welche im Wesentlichen senkrecht zu den zumindest zwei Schichten
(S1, S2) der Schichtstruktur (S) verläuft.
9. Röntgenemitter (10) nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungsvorrichtung (3) dazu ausgebildet ist, die Teilchen im Teilchenstrom
(e) auf eine mittlere Teilchenenergie im Bereich von MeV, insbesondere im Bereich
von mehr als 1MeV und weniger als 20MeV, zu beschleunigen.
10. Röntgenemitter (10) nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Target (11) zur Abstrahlung von Röntgenstrahlung (y) in einem Raumwinkelbereich
von weniger als 60° um die Strahlachse (A), bevorzugt von etwa 35° um die Strahlachse
(A), insbesondere in Richtung des die Targetoberfläche (T) beaufschlagenden Teilchenstroms
(e), angeordnet ist.
11. Verfahren zum Erzeugen von Röntgenstrahlung (y) durch Beaufschlagung eines Targets
(11) mit einem geladene Teilchen, insbesondere Elektronen, enthaltenden Teilchenstrom
(e) dadurch gekennzeichnet, dass das Target (11) eine zumindest zwei metallische Schichten (S1, S2) umfassende Schichtstruktur
(S) aufweist, wobei eine von dem Teilchenstrom (e) beaufschlagte Targetoberfläche
(T) von einer ersten Schicht (S1) der Schichtstruktur (S) gebildet ist, die aus einem
ein erstes metallisches Element umfassendes Material besteht, wobei eine zweite Schicht
(S2) der Schichtstruktur (S) aus einem ein zweites metallisches Element umfassendes
Material besteht, wobei die Ordnungszahl (Z) des ersten metallischen Elements kleiner
ist als die Ordnungszahl (Z) des zweiten metallischen Elements.
12. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der die Targetoberfläche (T) beaufschlagende Teilchenstrom (e) entlang einer Strahlachse
(A) ausgerichtet ist, welche im Wesentlichen senkrecht zu den zumindest zwei Schichten
(S1, S2) der Schichtstruktur (S) verläuft.
13. Verfahren nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Target (11) zur Abstrahlung von Röntgenstrahlung (γ) in einem Raumwinkelbereich
von weniger als 60° um die Strahlachse (A), bevorzugt von etwa 35° um die Strahlachse
(A), insbesondere in Richtung des die Targetoberfläche (T) beaufschlagenden Teilchenstroms
(e), angeordnet ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilchen im Teilchenstrom (e) mit Hilfe einer Beschleunigungsvorrichtung (3),
insbesondere mit Hilfe einer mehrere gekoppelte Hohlraumresonatoren (4) umfassenden
Beschleunigungsvorrichtung (3) eines Linearbeschleunigers (1), auf eine mittlere Teilchenenergie
im Bereich von MeV, insbesondere im Bereich von mehr als 1MeV und weniger als 20MeV,
beschleunigt werden.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die erzeugte Röntgenstrahlung (γ), insbesondere Bremsstrahlung, für die nicht zerstörungsfreie
Werkstoffprüfung, für die bildgebende Überprüfung von Frachtgut und/oder für die medizinische
Strahlentherapie bereitgestellt wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Röntgenemitter (10) mit einer einen Teilchenstrom (e) emittierenden Teilchenquelle
(2) und einer Beschleunigungsvorrichtung (3), insbesondere einer mehrere miteinander
gekoppelte Hohlraumresonatoren (4) umfassenden Beschleunigungsvorrichtung (3) eines
Linearbeschleunigers (1), die dazu ausgebildet ist, einen auf ein Target (11) gerichteten
Teilchenstrom (e) zu erzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass das Target (11) eine zumindest zwei metallische Schichten (S1, S2) umfassende Schichtstruktur
(S) aufweist, wobei eine aus Sicht des einfallenden Teilchenstroms (e) vorgelagerte,
vom Teilchenstrom (e) beaufschlagte Targetoberfläche (T) von einer ersten Schicht
(S1) der Schichtstruktur (S) gebildet ist, die aus einem ein erstes metallisches Element
umfassendes Material besteht, wobei eine nachgelagerte zweite Schicht (S2) der Schichtstruktur
(S) aus einem ein zweites metallisches Element umfassendes Material besteht, dadurch gekennzeichnet, dass die Ordnungszahl (Z) des ersten metallischen Elements weniger als 36 und die Ordnungszahl
(Z) des zweiten metallischen Elements mehr als 36 beträgt.
2. Röntgenemitter (10) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der die Targetoberfläche (T) beaufschlagende Teilchenstrom (e) entlang einer Strahlachse
(A) ausgerichtet ist, welche im Wesentlichen senkrecht zu den zumindest zwei Schichten
(S1, S2) der Schichtstruktur (S) verläuft.
3. Röntgenemitter (10) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschleunigungsvorrichtung (3) dazu ausgebildet ist, die Teilchen im Teilchenstrom
(e) auf eine mittlere Teilchenenergie im Bereich von MeV, insbesondere im Bereich
von mehr als 1MeV und weniger als 20MeV, zu beschleunigen.
4. Röntgenemitter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Target (11) zur Abstrahlung von Röntgenstrahlung (γ) in einem Raumwinkelbereich
von weniger als 60° um die Strahlachse (A), bevorzugt von etwa 35° um die Strahlachse
(A), insbesondere in Richtung des die Targetoberfläche (T) beaufschlagenden Teilchenstroms
(e), angeordnet ist.
5. Röntgenemitter (10) nach einem der vorhergehenden Anprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste und zweite Material ein Metall oder eine Metalllegierung ist.
6. Röntgenemitter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das erste metallische Element Kupfer und das zweite metallische Element Wolfram ist.
7. Röntgenemitter (10) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilchen im Teilchenstrom (e) Elektronen sind und eine Schichtdicke der ersten
Schicht (S1) im Bereich zwischen dem 0,3 bis 0,7-fachen der Reichweite von solchen
Elektronen im Material der ersten Schicht liegt und eine Schichtdicke der zweiten
Schicht (S2) im Bereich zwischen dem 0,3 bis 0,7-fachen der Reichweite von solchen
Elektronen im Material der zweiten Schicht liegt.
8. Röntgenemitter (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Target (11) mittels eines generativen Fertigungsverfahrens, insbesondere mittels
Sintern, selektivem Laserschmelzen oder 3D-Druck, gebildet ist, insbesondere derart,
dass die Materialzusammensetzung des Targets (11) zwischen der zumindest einen ersten
und der zumindest einen zweiten Schicht (S1, S2) kontinuierlich variabel ist.
9. Verfahren zum Erzeugen von Röntgenstrahlung (γ) durch Beaufschlagung eines Targets
(11) mit einem geladene Teilchen, insbesondere Elektronen, enthaltenden Teilchenstrom
(e), wobei das Target (11) eine zumindest zwei metallische Schichten (S1, S2) umfassende
Schichtstruktur (S) aufweist, wobei eine aus Sicht des einfallenden Teilchenstroms
(e) vorgelagerte, vom Teilchenstrom (e) beaufschlagte Targetoberfläche (T) von einer
ersten Schicht (S1) der Schichtstruktur (S) gebildet ist, die aus einem ein erstes
metallisches Element umfassendes Material besteht, wobei eine nachgelagerte zweite
Schicht (S2) der Schichtstruktur (S) aus einem ein zweites metallisches Element umfassendes
Material besteht, dadurch gekennzeichnet, dass die Ordnungszahl (Z) des ersten metallischen Elements weniger als 36 und als die
Ordnungszahl (Z) des zweiten metallischen Elements mehr als 36 beträgt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der die Targetoberfläche (T) beaufschlagende Teilchenstrom (e) entlang einer Strahlachse
(A) ausgerichtet ist, welche im Wesentlichen senkrecht zu den zumindest zwei Schichten
(S1, S2) der Schichtstruktur (S) verläuft.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Target (11) zur Abstrahlung von Röntgenstrahlung (γ) in einem Raumwinkelbereich
von weniger als 60° um die Strahlachse (A), bevorzugt von etwa 35° um die Strahlachse
(A), insbesondere in Richtung des die Targetoberfläche (T) beaufschlagenden Teilchenstroms
(e), angeordnet ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Teilchen im Teilchenstrom (e) mit Hilfe einer Beschleunigungsvorrichtung (3),
insbesondere mit Hilfe einer mehrere gekoppelte Hohlraumresonatoren (4) umfassenden
Beschleunigungsvorrichtung (3) eines Linearbeschleunigers (1), auf eine mittlere Teilchenenergie
im Bereich von MeV, insbesondere im Bereich von mehr als 1MeV und weniger als 20MeV,
beschleunigt werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die erzeugte Röntgenstrahlung (y), insbesondere Bremsstrahlung, für die nicht zerstörungsfreie
Werkstoffprüfung, für die bildgebende Überprüfung von Frachtgut und/oder für die medizinische
Strahlentherapie bereitgestellt wird.