| (19) |
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(11) |
EP 3 604 698 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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23.06.2021 Patentblatt 2021/25 |
| (22) |
Anmeldetag: 26.07.2019 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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VERFAHREN UND SPÜLSYSTEM ZUM SPÜLEN VON WASSERLEITUNGSNETZEN
METHOD AND FLUSHING SYSTEM FOR FLUSHING WATER LINE NETWORKS
PROCÉDÉ ET SYSTÈME DE RINÇAGE PERMETTANT DE RINCER DES RÉSEAUX D'ALIMENTATION EN EAU
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL
NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR |
| (30) |
Priorität: |
01.08.2018 DE 102018118651
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.02.2020 Patentblatt 2020/06 |
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Patentinhaber: ABA Beul GmbH |
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57439 Attendorn (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- BREUER, Sascha
57439 Attendorn (DE)
- Der weitere Erfinder hat auf sein Recht verzichtet, als solcher bekannt gemacht zu
werden.
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| (74) |
Vertreter: advotec. |
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Patent- und Rechtsanwälte
Bahnhofstrasse 4 57072 Siegen 57072 Siegen (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A2- 2 166 159 WO-A1-2018/104738
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EP-A2- 2 500 475
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und ein Spülsystem zum Spülen von Wasserleitungsnetzen
in Gebäuden, insbesondere Trink- und/oder Brauchwasserleitungsnetze, wobei mittels
Sensoren eine Wassertemperatur und/oder ein Wasserdurchfluss in einem mit einer Wasserhauseinführung
an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossen und mit einer Mehrzahl von Unterverteilungsleitungen
und Zapfstellen ausgebildeten Wasserleitungsnetz bestimmt wird, wobei mittels einer
Mehrzahl von Spülventilen eine Spülvorrichtung das Wasserleitungsnetz zumindest teilweise
gespült wird, wobei die Steuervorrichtung die Messwerte der Sensoren über einen Zeitraum
speichert.
[0002] Derartige Verfahren und Spülsysteme sind hinreichend bekannt und werden regelmäßig
zum Spülen von Wasserleitungsnetzen eingesetzt, um eine Einhaltung der einschlägigen
Hygienevorschriften für Trink- und Brauchwasserleitungsnetze sicherstellen zu können.
Unter anderem sind in der deutschen Trinkwasserverordnung Vorschriften zur Vermeidung
von Kontaminationen des Trinkwassers durch Bakterien, die beispielsweise durch lange
Stagnationszeiten des Wassers in den Leitungen entstehen können, geeignete Sicherheitsmaßnahmen
zwingend vorgeschrieben. Insbesondere in großen Gebäuden, wie Wohnhäuser mit einer
Mehrzahl von Wohneinheiten, Alten- und Pflegeheime, Krankenhäuser, Schulen, Turnhallen,
Hotels usw. muss jederzeit ein hygienekonformer Betrieb des Trink- und Brauchwassersleitungsnetzes
sichergestellt werden. Näheres regelt die deutsche Trinkwasserverordnung in der zuletzt
vor dem Anmeldetag der vorliegenden Patentanmeldung gültigen Fassung.
[0003] Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist es bereits bekannt, die betreffenden
Leitungen eines Wasserleitungsnetzes durch Spülen derselben von derartigen Kontaminationen
zu befreien. So beschreibt die
EP 2 096 214 A2 ein Trink- und Brauchwasserversorgungsnetz eines Gebäudes mit einer Wasserhauseinführung
bzw. einem Hausanschluss, wobei die Wasserhauseinführung an das öffentliche Versorgungsnetz
angeschlossen ist, und verschiedenen, davon abgehenden innerhalb des Gebäudes verlegten
Leitungen, denen Spülleitungen zugeordnet sind, die mit einem Abwasserabgang kommunizieren,
der an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen ist.
[0004] Weiter ist es aus der
DE 10 2014 208 261 A1 bekannt, eine Steuervorrichtung zum Spülen eines Wasserleitungsnetzes einzusetzen,
wobei die Steuervorrichtung in Abhängigkeit von Sensoren, die eine Temperatur und
ein verbrauchtes Volumen in einer Unterverteilungsleitung des Wasserleitungsnetzes
messen, ein Spülventil betätigt. So ist es dann möglich, mittels der Steuervorrichtung
eine bedarfsgerechte Spülung des Wasserleitungsnetzes durch die Betätigung des Spülventils
zu initiieren und so Wasser einzusparen. Ein weiteres, über eine Steuervorrichtung
betätigtes Spülventil ist aus der
EP 3 020 877 A1 bekannt.
[0005] Nachteilig bei dem bekannten Verfahren bzw. Spülsystems ist, dass diese nur bei in
neuen Gebäuden verlegten Wasserleitungsnetzen effektiv eingesetzt werden können. Zumindest
muss eine Ausgestaltung des Wasserleitungsnetzes eines Gebäudes bekannt sein, um das
Wasserleitungsnetz mit einem Spülventil nachrüsten zu können. Erst dann wird es möglich,
die Steuervorrichtung für das Spülventil so einzustellen, dass bei bestimmten Messwerten
von Sensoren oder nach einer Zeitvorgabe eine ausreichende Spülung des Wasserleitungsnetzes
erfolgt, ohne dass zu viel Wasser verschwendet wird. Bei Gebäuden mit bestehenden
Wasserleitungsnetzen oder Altbauten mit Wasserleitungsnetzen, bei denen die Ausgestaltung
des jeweiligen Wasserleitungsnetzes nicht mehr bekannt, und daher nicht mehr ohne
größeren Aufwand nachvollziehbar ist, können die betreffenden Spülventile nicht effektiv
in Einsatz gebracht werden. So ist es beispielsweise möglich, dass bestimmte Leitungsstränge
nicht ausreichend oder über das notwendige Maß hinaus gespült werden, da deren Verlauf
und Verbindung innerhalb des Wasserleitungsnetzes nicht bekannt ist.
[0006] Die
WO 2018/104738 A1 beschreibt ein System zur Erfassung von für eine Spülung von Wasserleitungsnetzen
relevanten Daten. Dabei ist vorgesehen, dass über verschiedene Sensoren Temperaturen
und Flüssigkeitsmengen in Abschnitten des Wasserleitungsnetzes gemessen und mittels
Datenverarbeitung gespeichert werden. Unter anderem kann auch eine vergleichende Analyse
verschiedener gespeicherter Zeitabschnitte durchgeführt werden. Ziel der Datensammlung
und Speicherung ist eine wassersparende Spülung des Wasserleitungsnetzes.
[0007] Die
EP 2 500 475 A2 offenbart eine Spülvorrichtung und ein Verfahren zum Spülen von Wasserleitungsnetzen.
Die Spülvorrichtung umfasst eine Steuervorrichtung sowie Temperatursensoren und Spülventile.
Mit den Temperatursensoren wird in der betreffenden Unterverteilungsleitung des Wasserleitungsnetzes
ein Temperaturverlauf gemessen, d.h. von der Steuervorrichtung über einen Zeitraum
gespeichert. Ein Spülvorgang wird dann in Abhängigkeit des Temperaturverlaufs von
der Steuervorrichtung automatisiert ausgelöst.
[0008] Die
EP 2 166 159 A2 zeigt ein Verfahren zum Spülen eines Wasserleitungsnetzes in einem Gebäude, z.B.
in einem Hotel. Zur Versorgung einzelner Zimmer ist jeweils ein Unterverteilungsnetz
mit Zapfstellen vorgesehen, wobei ein Spülventil in einem Spülkasten einer Toilettenspülung
integriert ist. Das Spülventil bildet zusammen mit einer elektronischen Steuerung
eine Spülvorrichtung aus. Die Steuerung umfasst einen Datenspeicher und einen Sensor,
mit dem ein Wasserdurchfluss des Spülkastens gemessen und gespeichert werden kann.
Zur Vermeidung einer Verkeimung der Trinkwasserleitung löst die Steuerung automatisch
einen Spülvorgang aus, wenn dies erforderlich ist bzw. in einem Zeitintervall keine
Trinkwasserentnahme erfolgt ist. Auch kann eine Spülmenge dabei in eine im Zeitintervall
erfolgte Trinkwasserentnahme angepasst werden.
[0009] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und ein
Spülsystem zum Spülen von Wasserleitungsnetzen in Gebäuden vorzuschlagen, das auch
effektiv an bereits vorhandenen Wasserleitungsnetzen einsetzbar ist.
[0010] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 1 und ein
Spülsystem mit den Merkmalen des Anspruchs 16 gelöst.
[0011] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Spülen von Wasserleitungsnetzen in Gebäuden,
insbesondere Trink- und/oder Brauchwasserleitungsnetze, wird mittels Sensoren eine
Wassertemperatur und/oder ein Wasserdurchfluss in einem mit einer Wasserhauseinführung
an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossenen und mit einer Mehrzahl von Unterverteilungsleitungen
und Zapfstellen ausgebildeten Wasserleitungsnetz bestimmt, wobei mittels einer Mehrzahl
von Spülventilen einer Spülvorrichtung das Wasserleitungsnetz zumindest teilweise
gespült wird, wobei mittels einer mit den Sensoren und den Spülventilen verbundenen
Steuervorrichtung des Spülen des Wasserleitungsnetzes in Abhängigkeit mit den Sensoren
ermittelten Messwerten durch eine Betätigung der Spülventile initiiert wird, wobei
die Steuervorrichtung die Messwerte der Sensoren über einen Zeitraum speichert, wobei
die Betätigung der Spülventile unter Berücksichtigung der gespeicherten Messwerte
durch die Steuervorrichtung erfolgt, wobei die Steuervorrichtung eine Musteranalyse
der über den Zeitraum gespeicherten Messwerte der Sensoren durchführt, wobei die Steuervorrichtung
aus der Musteranalyse eine Spülstrategie zur Betätigung der Spülventile ableitet.
[0012] Demnach wird das Wasserleitungsnetz eines Gebäudes, welches mit Wasser bzw. Flüssigkeit
gefüllt ist durch die Betätigung des Spülventils, die mittels der Steuervorrichtung
initiiert wird, gespült. Bei der Steuervorrichtung kann es sich dabei um einen Computer
mit einer darauf laufenden Software handeln, wobei die Steuervorrichtung an dem Spülventil
oder auch räumlich getrennt von dem Spülventil positioniert sein kann. Weiter verfügt
das Wasserleitungsnetz über Sensoren, die eine Wassertemperatur und/oder einen Wasserdurchfluss
im Bereich des jeweiligen Sensors in einem Leitungsabschnitt des Wasserleitungsnetzes
messen. Die Sensoren sind in bzw. an zumindest einer Unterverteilungsleitung, vorzugsweise
in oder an der Mehrzahl von Unterverteilungsleitungen positioniert bzw. angeschlossen.
Die Unterverteilungsleitungen weisen regelmäßig Zapfstellen auf, über die Wasser aus
dem Wasserleitungsnetz entnommen werden kann. Bei einer Entnahme von Wasser an einer
Zapfstelle wird ein Wasserdurchfluss in einer Unterverteilungsleitung mit gegebenenfalls
einer Änderung einer Wassertemperatur bewirkt. Diese Änderung der Wassertemperatur
und/oder des Wasserdurchflusses wird mittels der Sensoren gemessen und an die Steuervorrichtung
übermittelt. Die Steuervorrichtung ist daher auch mit dem Spülventil und den Sensoren
verbunden, so dass Messwerte bzw. Steuersignale oder Daten ausgetauscht werden können.
Eine derartige Kommunikationsverbindung kann über eine Kabelverbindung oder auch eine
kabellose Funkverbindung ausgebildet werden. Die Steuervorrichtung ermittelt die Messwerte
der Sensoren über einen Zeitraum bzw. eine Betriebsdauer des Wasserleitungsnetzes,
wobei innerhalb des Zeitraums nicht zwangsläufig eine Entnahme von Wasser an einer
Zapfstelle erfolgen muss. Wesentlich ist, dass die Steuervorrichtung die in dem Zeitraum
ermittelten Messwerte der Sensoren speichert. Je nach einer eventuellen Änderung der
Messwerte innerhalb des Zeitraums oder auch bei unveränderten Messwerten initiiert
die Steuervorrichtung eine Betätigung des Spülventils. Das Spülventil bildet dabei
zusammen mit einem freien Auslauf für das aus dem Spülventil ausströmende Wasser eine
Spülvorrichtung aus. Die Spülvorrichtung kann dabei eine Mehrzahl von Spülventilen
in dem Wasserleitungsnetz aufweisen. In diesem Fall ist es vorteilhaft, wenn die Mehrzahl
von Spülventilen von der Steuervorrichtung gemeinsam gesteuert werden. Insgesamt ergibt
sich dadurch, dass die Steuervorrichtung die Messwerte über den Zeitraum speichert
die Möglichkeit die gespeicherte Messwerte zur Bestimmung eines Zeitpunkts und einer
Dauer eines Spülvorgangs durch die Steuervorrichtung heranzuziehen. Genauere Kenntnisse
über eine Ausbildung des Wasserleitungsnetzes müssen dann auch nicht mehr vorliegen,
da die Steuervorrichtung den Spülvorgang in Abhängigkeit der durch die Sensoren ermittelten
Messwerte in dem Zeitabschnitt initiieren und ausgestalten kann. Beispielsweise ist
es möglich, den Spülvorgang erst dann durchzuführen, wenn in den Zeitabschnitt insgesamt
keine ausreichende Wassermenge eine bestimmte Unterverteilungsleitung durchströmt
hat, wobei der Spülvorgang dann so lange durchgeführt werden kann, bis der gewünschte
Wasserdurchfluss an dem betreffenden Sensor realisiert wurde.
[0013] Erfindungsgemäß führt die Steuervorrichtung eine Musteranalyse der über den Zeitraum
gespeicherten Messwerte der Sensoren durch. Im Rahmen der Musteranalyse können besondere
Nutzungszeiträume, Wassertemperaturen und Wasserdurchflüsse von Zapfstellen parallel
ermittelt werden. Beispielsweise kann die Steuervorrichtung eine Nutzung bestimmter
Zapfstellen zu bestimmten Zeitpunkten in einem bestimmten Umfang ermitteln, wenn diese
regelmäßig erfolgt. Ein Zeitpunkt für eine Spülung des Wasserleitungsnetzes bzw. einer
betreffenden Unterverteilungsleitung kann so gegebenenfalls verzögert werden.
[0014] Erfindungsgemäß leitet die Steuervorrichtung aus der Musteranalyse eine Spülstrategie
zur Betätigung des Spülventils ab. Die Spülstrategie kann sich dann nach dem Muster
der Nutzung des Wasserleitungsnetzes richten, wobei eine Nutzungsänderung, beispielsweise
bedingt durch eine Umnutzung des betreffenden Gebäudes, stets dazu führen kann, dass
die Steuervorrichtung die Spülstrategie an das geänderte Nutzungsverhalten anpasst.
Damit ist es auch nicht mehr erforderlich, die Steuervorrichtung in irgendeiner Form
händisch einzustellen oder zu programmieren, da diese stets eine an das Nutzerverhalten
optimierte Spülstrategie ausbilden und anwenden kann.
[0015] Als Sensoren können Volumensensoren, mit denen eine Strömungsgeschwindigkeit und/oder
Durchflussmenge und/oder Temperatursensoren, mit denen eine Wassertemperatur in voneinander
verschiedenen Unterverteilungsleitungen im Wasserleitungsnetz gemessen werden können,
verwendet werden. So befinden sich in bestehenden Wasserleitungsnetzen regelmäßig
bereits Volumensensoren oder Temperatursensoren zur Messung eines Volumenstroms bzw.
einer Durchflussmenge bzw. einer Wassertemperatur, die von der Steuervorrichtung zur
Gewinnung von Messwerten verwendet werden können. Weiter ist es auch möglich, in ein
bestehendes Wasserleitungsnetz derartige Sensoren nachträglich zu integrieren, vorzugsweise
in den jeweiligen Unterverteilungsleitungen des Wasserleitungsnetzes. Das Wasserleitungsnetz
kann zur Verteilung von Kaltwasser und/oder Warmwasser dienen. Dabei kann das Wasserleitungsnetz
aus einem Kaltwasserleitungsnetz und/oder einem Warmwasserleitungsnetz ausgebildet
sein. Das Warmwasserleitungsnetz kann dann noch Warmwasserspeicher, Boiler, oder Wärmetauscher
umfassen, die über eine Wasserhauseinführung indirekt mit Kaltwasser versorgt werden
können.
[0016] Als Sensoren können auch Betriebssensoren, mit denen Betriebszustände von im Wasserleitungsnetz
verbauten Armaturen und/oder Apparate gemessen werden, verwendet werden. Wesentlich
bei den Sensoren ist, dass diese über eine elektrische Versorgungsleitung betrieben
werden können und gegebenenfalls von der Steuervorrichtung oder einem anderen Steuergerät
ausgelesen werden können. Sensoren können prinzipiell auch über eine Batterie oder
einen Stromerzeuger autonom mit elektrischer Energie versorgt werden, wobei dann eine
drahtlose Verbindung mit der Steuervorrichtung, beispielsweise über einen Funkstandard,
möglich ist. Diese Sensoren können ohnehin im Wasserleitungsnetz vorhandene Sensoren
sein, wie beispielsweise ein Thermoelement in einem Trinkwassererwärmer. Die Armaturen
können elektronische Sanitärarmaturen oder jegliche Art von Ventil sein, welches eine
mit der Steuervorrichtung erfassbare Zustandsinformation signalisieren kann. Eine
Zustandsinformation kann beispielsweise einen Funktionszustand des Ventils - offen
oder geschlossen - wiedergeben. Die Apparate können Betriebskomponenten, Pumpen, Filter,
Spülkästen oder Spülventile umfassen. Über derartige Apparate kann die Steuervorrichtung
ebenfalls einen Betriebszustand der jeweiligen Apparate ermitteln, beispielsweise
die Drehzahl einer Pumpe, den Zustand eines Filters oder eine Betätigung eines Spülkastens.
Wenn zum Beispiel eine elektronische Sanitärarmatur an einem Handwaschbecken von einem
Benutzer berührungslos ausgelöst wird, strömt über diese Sanitärarmatur eine definierte
Menge Wasser aus der betreffenden Unterverteilungsleitung aus, wobei die Steuervorrichtung
dann anhand des Auslösesignals der elektronischen Sanitärarmatur die ausgeströmte
Menge Wasser registrieren und als ein Messwert für den Wasserdurchfluss speichern
kann.
[0017] Die Steuervorrichtung kann die Messwerte der Sensoren in regelmäßigen Zeitabständen,
bei einer Änderung eines Messwertes oder kontinuierlich erfassen und speichern. So
kann vorgesehen sein, dass die Steuervorrichtung beispielsweise die Drehzahl einer
Pumpe oder einen mit einem Sensor gemessenen Temperaturwert kontinuierlich erfasst
und speichert, oder auch in definierten Zeitabständen diese Messwerte ermittelt, um
eine Datenmenge möglichst gering zu halten. Unter einer kontinuierlichen Erfassung
wird auch eine Erfassung mit einer Abtastfrequenz verstanden, wobei unter regelmäßigen
Zeitabständen ein Zeitabstand von zumindest mehreren Minuten, Stunden oder Tage verstanden
wird.
[0018] Die Steuervorrichtung kann die Messwerte der Sensoren in dem Wasserleitungsnetz mit
einer Kaltwasserinstallation, Warmwasserinstallation, Ringleitung, Baumstruktur, vermaschte
Struktur, und/oder Stockwerkinstallation erfassen und speichern. Prinzipiell ist es
daher unerheblich in welcher Art eines Wasserleitungsnetzes die Sensoren verbaut sind,
wobei auch Kombinationen der vorgenannten Installationen in dem Wasserleitungsnetz
vorhanden sein können.
[0019] Die Steuervorrichtung kann die in dem Zeitraum von zumindest einem Monat, bevorzugt
zumindest einem Jahr, gespeicherten Messwerte berücksichtigen. Anhand der über diesen
langen Zeitraum gespeicherten Messwerten kann die Steuervorrichtung dann bestimmen,
ob gegebenenfalls an bestimmten Wochentagen, Monaten, Wochen oder einzelnen Tagen
innerhalb eines Jahres Besonderheiten bei einer Nutzung des Wasserleitungsnetzes auftreten
und diese Besonderheiten bei der Betätigung des Spülventils berücksichtigen. Beispielsweise
kann ein Wasserverbrauch und damit ein Wasserdurchfluss an Wochenenden geringer sein
als an Werktagen oder umgekehrt.
[0020] Die Steuervorrichtung kann die über den Zeitraum gespeicherten Messwerte der Sensoren
hinsichtlich einer Relevanz für eine mikrobiologische Verunreinigung für jeden Sensor
gewichten und bewerten, wobei die Betätigung des Spülventils in Abhängigkeit der Bewertung
durch die Steuervorrichtung erfolgen kann. So liegt beispielsweise ein hygienegerechter
Zustand in dem Wasserleitungsnetz vor, wenn das Wasser eine Temperatur von kleiner
als 20° und größer 55°C aufweist, da dann eine Verkeimung des Wassers durch eine Reproduktion
von Keimen gehemmt ist. In diesem Fall können beispielsweise Zeitabstände zur Betätigung
des Spülventils verlängert werden.
[0021] Die Steuervorrichtung kann in Messwerten der Sensoren jeweils eine Kennzahl zuweisen,
wobei die Kennzahl die Relevanz des Messwertes für eine mikrobiologische Verunreinigung,
insbesondere mit Legionellen, wiedergeben kann. Die Kennzahl kann in diesem Fall eine
relative, dimensionslose Zahl sein. Eine Kennzahl für Wassertemperatur, insbesondere
für Kaltwasser, kann beispielsweise mit der Formel

ermittelt werden. Die Kennzahl für Wasserdurchfluss bzw. einer Wasserströmung kann
beispielsweise mit der Formel

ermittelt werden. Dabei gilt als eine Voraussetzung für einen aus hygienischen Gesichtspunkten
akzeptablen Wasserdurchfluss eine turbulente Strömung mit einer Reynoldszahl Re <
2300. Für eine kinematische Viskosität

kann eine Druckabhängigkeit vernachlässigt werden, da auftredende Druckunterschiede
zu gering sind.
[0022] Weiter kann die Steuervorrichtung die Kennzahl unter Berücksichtigung einer für die
mikrobiologische Verunreinigung relevanten zeitabhängigen Komponente und/oder einer
messgrößenabhängigen Komponente bestimmen. Jede Zapfstelle bzw. jedes Spülventil eines
Wasserleitungsnetzes hat einen zeitabhängigen Einfluss auf die die mikrobiologische
Verunreinigung beeinflussenden Parameter des Wasserleitungsnetzes. So kann die zeitabhängige
Komponente und die messgrößenabhängige Komponente funktional dargestellt werden, beispielsweise
mit der Formel:

[0023] Ändert sich eine Temperatur an einer Messstelle bzw. einem Sensor durch eine Zapfstelle
oder ein Spülventil nicht, so ist für diesen Messwert der Wassertemperatur λ (t) =
1 zu setzen. Insgesamt wird es so möglich aus der zeitabhängigen Komponente und der
messgrößenabhängigen Komponente ein Kennfeld durch die Steuervorrichtung zu bestimmen,
welches mit weiteren Kennfeldern, beispielsweise für eine Reynoldszahl, überlagert
werden kann. Durch die Überlagerung dieser Kennfelder kann zum Beispiel auch für die
Steuervorrichtung ermittelt werden, dass verschiedene Zapfstellen oder Spülventile
einen Einfluss auf eine bestimmte Messstelle bzw. einen Sensor haben.
[0024] Die Steuervorrichtung kann aus den Kennzahlen einen Mittelwert der Kennzahlen bilden.
Der Mittelwert kann mit der Formel

durch die Steuervorrichtung, hier für Temperatur und Strömung, berechnet werden.
Wenn ein Wasserleitungsnetz aus hygienischen Gesichtspunkten optimal betrieben wird,
wird ein resultierender Kennwert 1 oder nahe 1 betragen. Weicht eine Temperatur oder
eine Reynoldszahl einer Messstelle eines Sensors ab, wird sich der Mittelwert der
Kennzahlen um so weiter von der Kennzahl 1 wegbewegen, je gravierender die Abweichung
ist.
[0025] Die Steuervorrichtung kann aus den Kennzahlen eine Matrix der Kennzahlen bilden.
Die Matrix kann die Kennzahlen aller Messstellen bzw. Sensoren umfassen, wie im nachfolgenden
Beispiel dargestellt:

[0026] Durch eine Zuordnung von Matrixpunkten der Matrix zu tatsächlichen Messstellen bzw.
Sensoren können für eine Hygiene kritische Bereiche des Wasserleitungsnetzes lokalisiert
werden. Darüber hinaus ist es möglich, ergänzend zu der Matrix mit den Kennzahlen
oder auch ohne Kennzahlen durch die Steuervorrichtung eine Matrix abzubilden, die
die für die Hygiene des Wassers relevanten Informationen enthält. Diese Matrix kann
beispielsweise im Rahmen der Finite-Elemente-Methode von der Steuervorrichtung verarbeitet
werden.
[0027] Die Betätigung des Spülventils kann in Abhängigkeit einer Abweichung einer Kennzahl,
eines Mittelwertes oder einer Matrix von einer jeweiligen Bereichsvorgabe, für die
Kennzahl, den Mittelwert oder die Matrix, durch die Steuervorrichtung erfolgen. Die
Bereichsvorgabe kann zuvor definiert und in der Steuervorrichtung gespeichert sein.
So ist stets sichergestellt, dass einer mikrobiologischen Verunreinigung des Wasserleitungsnetzes
vorgebeugt wird.
[0028] Die Steuervorrichtung kann daher eine Mustervorhersage auf Basis der über den Zeitraum
gespeicherten Messwerte der Sensoren der Musteranalyse durchführen. Insgesamt wird
es so möglich, ein Spülen des Wasserleitungsnetzes noch weiter zu optimieren, so dass
es nicht zu einer Verschwendung von Wasser beim Spülen kommt. Darüber hinaus ist aber
auch sichergestellt, dass das Wasserleitungsnetz stets hygienisch einwandfrei betrieben
werden kann.
[0029] Die Steuervorrichtung kann die Messwerte unterschiedlicher Sensoren zueinander in
Beziehung setzen und funktionale Abhängigkeiten der Sensoren ableiten. Dies wird möglich,
wenn die Steuervorrichtung die Messwerte mittels statistischer Verfahren, beispielsweise
Korrelationen untersucht. So kann die Steuervorrichtung dann auch ermitteln, dass
eine Unterverteilungsleitung gespült wird, wenn an einer Zapfstelle ein Ventil geöffnet
wird. Dieser direkte Zusammenhang von Zapfstelle und Unterverteilungsleitung könnte
aufgrund einer Unkenntnis der Ausgestaltung des Wasserleitungsnetzes nicht bekannt
gewesen sein, sich aber durch die Ableitung der funktionalen Zusammenhänge durch die
Steuervorrichtung ergeben.
[0030] Insbesondere kann die Steuervorrichtung die Betätigung des Spülventils mittels künstlicher
Intelligenz bestimmen. Unter künstlicher Intelligenz wird hier eine Automatisierung
eines Spülverhaltens der Steuervorrichtung verstanden, bei der die Steuervorrichtung
so programmiert ist, dass sie sich eigenständig an eine veränderte Nutzung des Wasserleitungsnetzes
anpassen kann.
[0031] Das erfindungsgemäße Spülsystem zum Spülen von Wasserleitungsnetzen in Gebäuden,
insbesondere Trink- und/oder Brauchwasserleitungsnetze, umfasst eine Spülvorrichtung,
eine Steuervorrichtung und ein mit einer Wasserhauseinführung an das öffentliche Versorgungsnetz
angeschlossenes Wasserleitungsnetz, wobei das Wasserleitungsnetz eine Mehrzahl von
Unterverteilungsleitungen, Zapfstellen und Sensoren zur Bestimmung von einer Wassertemperatur
und/oder eines Wasserdurchflusses umfasst, wobei mittels der Spülvorrichtung das Wasserleitungsnetz
zumindest teilweise gespült werden kann, wobei die Spülvorrichtung eine Mehrzahl von
Spülventilen mit einem freien Auslauf aufweist, wobei die Steuervorrichtung mit den
Sensoren und den Spülventilen verbunden ist, und ein Spülen des Wasserleitungsnetzes
in Abhängigkeit von mit den Sensoren ermittelten Messwerten durch eine Betätigung
der Spülventile initiierbar ist, wobei die Steuervorrichtung derart ausgebildet ist,
dass die Messwerte der Sensoren über einen Zeitraum speicherbar sind, wobei die Betätigung
der Spülventile unter Berücksichtigung der gespeicherten Messwerte durch die Steuervorrichtung
ausführbar ist, wobei mit der Steuervorrichtung eine Musteranalyse der über den Zeitraum
gespeicherten Messwerte der Sensoren durchführbar ist, wobei mit der Steuervorrichtung
aus der Musteranalyse eine Spülstrategie zur Betätigung der Spülventile ableitbar
ist. Zu den Vorteilen des erfindungsgemäßen Spülsystems wird auf die Vorteilsbeschreibung
des erfindungsgemäßen Verfahrens verwiesen. Weitere vorteilhafte Ausführungsformen
eines Spülsystems ergeben sich aus den Merkmalen der auf den Verfahrensanspruch 1
rückbezogenen Unteransprüchen.
[0032] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert.
[0033] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Funktionsgraph einer Kennzahl für Kaltwasser;
- Fig. 2
- einen Funktionsgraph einer Kennzahl für Strömung.
[0034] An der Abszissenachse des in Fig. 1 dargestellten Funktionsgraphen für eine Kennzahl
für eine Kaltwassertemperatur ist die Temperatur und an der Ordinatenachse die Kennzahl
abgetragen. Eine Funktion der Kennzahl ergibt sich aus der Formel

wobei eine Kennzahl für Warmwasser prinzipiell in der Ordinatenachse gespiegelt und
der Abszissenachse verschoben verlaufen würde.
[0035] Die Fig. 2 zeigt einen Funktionsgraphen für eine Kennzahl einer Wasserströmung bzw.
einen Wasserdurchfluss in einem Rohr eines Wasserleitungsnetzes, wobei an der Abszissenachse
eine Reynoldszahl und an der Ordinatenachse eine Kennzahl abgetragen ist. Eine Funktion
der Kennzahl ergibt sich aus der Formel

[0036] Insbesondere kann die Reynoldszahl nur während einer laufenden Rohrströmung ermittelt
werden. Das bedeutet, dass dem ermittelten Wert für die Reynoldszahl eine zeitabhängige
Funktion überlagert werden muss. Die ermittelte Kennzahl driftet mit fortschreitender
Zeit vom Normwert 1 weg, so dass auch bei in einer Leitung stehendem Wasser eine Stagnation
berücksichtigt wird.
1. Verfahren zum Spülen von Wasserleitungsnetzen in Gebäuden, insbesondere Trink- und/oder
Brauchwasserleitungsnetze, wobei mittels Sensoren eine Wassertemperatur und/oder ein
Wasserdurchfluss in einem mit einer Wasserhauseinführung an das öffentliche Versorgungsnetz
angeschlossenen und mit einer Mehrzahl von Unterverteilungsleitungen und Zapfstellen
ausgebildeten Wasserleitungsnetz bestimmt wird, wobei mittels einer Mehrzahl von Spülventilen
einer Spülvorrichtung das Wasserleitungsnetz zumindest teilweise gespült wird, wobei
die Steuervorrichtung die Messwerte der Sensoren über einen Zeitraum speichert,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels einer mit den Sensoren und den Spülventilen verbundenen Steuervorrichtung
das Spülen des Wasserleitungsnetzes in Abhängigkeit von mit den Sensoren ermittelten
Messwerten durch eine Betätigung der Spülventile initiiert wird, wobei die Betätigung
der Spülventile unter Berücksichtigung der gespeicherten Messwerte durch die Steuervorrichtung
erfolgt, wobei die Steuervorrichtung eine Musteranalyse der über den Zeitraum gespeicherten
Messwerte der Sensoren durchführt, wobei die Steuervorrichtung aus der Musteranalyse
eine Spülstrategie zur Betätigung der Spülventile ableitet.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Sensoren Volumensensoren, mit denen eine Strömungsgeschwindigkeit und/oder Durchflussmenge
und/oder Temperatursensoren, mit denen eine Wassertemperatur in voneinander verschiedenen
Unterverteilungsleitungen im Wasserleitungsnetz gemessen werden, verwendet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Sensoren Betriebssensoren, mit denen Betriebszustände von im Wasserleitungsnetz
verbauten Armaturen und/oder Apparate gemessen werden, verwendet werden.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung die Messwerte der Sensoren in regelmäßigen Zeitabständen, bei
einer Änderung eines Messwertes oder kontinuierlich erfasst und speichert.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung die Messwerte der Sensoren in dem Wasserleitungsnetz mit einer
Kaltwasserinstallation, Warmwasserinstallation, Ringleitung, Baumstruktur, vermaschte
Struktur, und/oder Stockwerksinstallation erfasst und speichert.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung die in dem Zeitraum von zumindest einem Monat, bevorzugt zumindest
einem Jahr, gespeicherten Messwerte berücksichtigt.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung die über den Zeitraum gespeicherten Messwerte der Sensoren
hinsichtlich einer Relevanz für eine mikrobiologische Verunreinigung für jeden Sensor
gewichtet und bewertet, wobei die Betätigung des Spülventils in Abhängigkeit der Bewertung
durch die Steuervorrichtung erfolgt.
8. Verfahren nach Anspruch der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung den Messwerten der Sensoren jeweils eine Kennzahl zuweist,
wobei die Kennzahl die Relevanz des Messwertes für eine mikrobiologische Verunreinigung,
insbesondere mit Legionellen, widergibt.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung die Kennzahl unter Berücksichtigung einer für die mikrobiologische
Verunreinigung relevanten zeitabhängigen Komponente und/oder einer messgrößenabhängigen
Komponente bestimmt.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung aus den Kennzahlen einen Mittelwert der Kennzahlen bildet.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung aus den Kennzahlen eine Matrix der Kennzahlen bildet.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Betätigung des Spülventils in Abhängigkeit einer Abweichung einer Kennzahl, eines
Mittelwertes oder einer Matrix von einer jeweiligen Bereichsvorgabe durch die Steuervorrichtung
erfolgt.
13. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung eine Mustervorhersage auf Basis der über den Zeitraum gespeicherten
Messwerte der Sensoren durchführt.
14. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung die Messwerte unterschiedlicher Sensoren zueinander in Beziehung
setzt und funktionale Abhängigkeiten der Sensoren ableitet.
15. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung die Betätigung des Spülventils mittels Künstlicher Intelligenz
bestimmt.
16. Spülsystem zum Spülen von Wasserleitungsnetzen in Gebäuden, insbesondere Trink- und/oder
Brauchwasserleitungsnetze, umfassend eine Spülvorrichtung, eine Steuervorrichtung
und ein mit einer Wasserhauseinführung an das öffentliche Versorgungsnetz angeschlossenes
Wasserleitungsnetz, wobei das Wasserleitungsnetz eine Mehrzahl von Unterverteilungsleitungen,
Zapfstellen und Sensoren zur Bestimmung von einer Wassertemperatur und/oder eines
Wasserdurchflusses umfasst, wobei mittels der Spülvorrichtung das Wasserleitungsnetz
zumindest teilweise gespült werden kann, wobei die Spülvorrichtung eine Mehrzahl von
Spülventilen mit einem freien Auslauf aufweist, wobei die Steuervorrichtung derart
ausgebildet ist, dass die Messwerte der Sensoren über einen Zeitraum speicherbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuervorrichtung mit den Sensoren und den Spülventilen verbunden ist, und ein
Spülen des Wasserleitungsnetzes in Abhängigkeit von mit den Sensoren ermittelten Messwerten
durch eine Betätigung der Spülventile initiierbar ist, wobei die Betätigung der Spülventile
unter Berücksichtigung der gespeicherten Messwerte durch die Steuervorrichtung ausführbar
ist, wobei mit der Steuervorrichtung eine Musteranalyse der über den Zeitraum gespeicherten
Messwerte der Sensoren durchführbar ist, wobei mit der Steuervorrichtung aus der Musteranalyse
eine Spülstrategie zur Betätigung der Spülventile ableitbar ist.
1. A method for flushing water pipe networks in buildings, in particular drinking water
pipe networks and/or tap water pipe networks, a water temperature and/or a water flow
in a water pipe network connected to the public supply network via a water entry point
of the building and realized having a plurality of sub-distribution pipes and extraction
points being determined by means of sensors, the water pipe network being at least
partially flushed by means of a plurality of flush valves of a flushing device, the
control device storing the measured values of the sensors over a time period,
characterized in that
the flushing of the water pipe network is initiated as a function of measured values
determined by means of the sensors by actuating the flush valves by means of a control
device connected to the sensors and the flush valves, the flush valves being actuated
by means of the control device taking into account the stored measured values, the
control device performing a pattern analysis of the measured values of the sensors
stored over the time period, the control device deriving a flushing strategy for the
actuation of the flush valves from the pattern analysis.
2. The method according to claim 1,
characterized in that
volume sensors by means of which a flow velocity and/or a flow rate are/is measured
in different sub-distribution pipes in the water pipe network and/or temperature sensors
by means of which a water temperature is measured in different sub-distribution pipes
in the water pipe network are used as sensors.
3. The method according to claim 1 or 2,
characterized in that
operating sensors by means of which operating states of valves and/or apparatuses
installed in the water pipe network are measured are used as sensors.
4. The method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the control device records and stores the measured values of the sensors at regular
time intervals or when a measured value changes or continuously.
5. The method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the control device records and stores the measured values of the sensors in the water
pipe network having a cold water installation, a hot water installation, a closed
circular pipeline, a branched structure, a looped structure and/or a floor installation.
6. The method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the control device takes into account the measured values stored in the time period
of at least one month, preferably at least one year.
7. The method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the control device weights and assesses the measured values of the sensors stored
over the time period with regard to a relevance for a microbiological contamination
for each sensor, the flush valve being actuated as a function of the assessment by
means of the control device.
8. The method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the control device assigns a characteristic number to each measured value of the sensors,
the characteristic number representing the relevance of the measured value for a microbiological
contamination, in particular with Legionella.
9. The method according to claim 8,
characterized in that
the control device determines the characteristic number taking into account a time-dependent
component relevant for the microbiological contamination and/or a component dependent
on the measured quantity.
10. The method according to claim 8 or 9,
characterized in that
the control device forms a mean value of the characteristic numbers from the characteristic
numbers.
11. The method according to any one of claims 8 to 10,
characterized in that
the control device forms a matrix of the characteristic numbers from the characteristic
numbers.
12. The method according to any one of claims 8 to 11,
characterized in that
the flush valve is actuated by the control device as a function of a deviation of
a characteristic number, a mean value or a matrix from a respective predetermined
range.
13. The method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the control device performs a pattern prediction on the basis of the measured values
of the sensors stored over the time period.
14. The method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the control device relates the measured values of different sensors to each other
and derives functional dependencies of the sensors.
15. The method according to any one of the preceding claims,
characterized in that
the control device determines the actuation of the flush valve by means of artificial
intelligence.
16. A flushing system for flushing water pipe networks in buildings, in particular drinking
water pipe networks and/or tap water pipe networks, the flushing system comprising
a flushing device, a control device and a water pipe network connected to the public
supply network via a water entry point of the building, said water pipe network comprising
a plurality of sub-distribution pipes, extraction points and sensors for determining
a water temperature and/or a water flow, the water pipe network being at least partially
able to be flushed by means of the flushing device, said flushing device comprising
a plurality of flush valves having a free outlet, the control device being realized
in such a manner that the measured values of the sensors can be stored over a time
period,
characterized in that
the control device is connected to the sensors and the flush valves, and in that flushing of the water pipe network can be initiated as a function of measured values
determined by means of the sensors by actuating the flush valves, the flush valves
being able to be actuated by means of the control device taking into account the stored
measured values, a pattern analysis of the measured values of the sensors stored over
the time period being performable by means of the control device, a flushing strategy
for the actuation of the flush valves being derivable from the pattern analysis by
means of the control device.
1. Procédé pour rincer des réseaux de conduites d'eau dans des bâtiments, notamment des
réseaux de conduites d'eau potable et/ou des réseaux de conduites d'eau pour usages
sanitaires, une température de l'eau et/ou un débit de l'eau dans un réseau de conduites
d'eau raccordé au réseau d'alimentation public au moyen d'une entrée d'immeuble pour
l'eau et réalisé ayant une pluralité de conduites de sous-distribution et de prises
d'eau étant déterminé/s au moyen de capteurs, le réseau de conduites d'eau étant au
moins partiellement rincé au moyen d'une pluralité de soupapes de rinçage d'un dispositif
de rinçage, le dispositif de commande mémorisant les valeurs mesurées des capteurs
pendant une période de temps,
caractérisé en ce que
le rinçage du réseau de conduites d'eau est initié en fonction de valeurs mesurées
déterminées au moyen des capteurs en actionnant les soupapes de rinçage au moyen d'un
dispositif de commande connecté aux capteurs et aux soupapes de rinçage, les soupapes
de rinçage étant actionnées au moyen du dispositif de commande en tenant compte des
valeurs mesurées qui sont mémorisées, le dispositif de commande effectuant une analyse
de motifs des valeurs mesurées des capteurs mémorisées pendant la période de temps,
le dispositif de commande dérivant une stratégie de rinçage pour l'actionnement des
soupapes de rinçage de l'analyse de motifs.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
des capteurs de volume au moyen desquels une vitesse d'écoulement et/ou un débit sont/est
mesuré/s dans des conduites distincts de sous-distribution dans le réseau de conduites
d'eau et/ou des capteurs de température au moyen desquels une température de l'eau
est mesurée dans des conduites distincts de sous-distribution dans le réseau de conduites
d'eau sont utilisés comme capteurs.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
des capteurs de fonctionnement au moyen desquels des états de fonctionnement de robinets
et/ou d'appareils installés dans le réseau de conduites d'eau sont utilisés comme
capteurs.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande enregistre et mémorise les valeurs mesurées des capteurs
à intervalles réguliers ou lorsqu'une valeur mesurée change ou en continu.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande enregistre et mémorise les valeurs mesurées des capteurs
dans le réseau de conduites d'eau ayant une installation d'eau froide, une installation
d'eau chaude, une canalisation circulaire, une structure ramifiée, une structure maillée
et/ou une installation d'étage.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande tient compte des valeurs mesurées qui ont été mémorisées
dans la période de temps d'au moins un mois, de préférence d'au moins un an.
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande pondère et évalue les valeurs mesurées des capteurs mémorisées
pendant la période de temps quant à une pertinence pour une contamination microbiologique
pour chaque capteur, la soupape de rinçage étant actionnée en fonction de l'évaluation
au moyen du dispositif de commande.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande attribue un nombre caractéristique à chaque valeur mesurée
des capteurs, le nombre caractéristique représentant la pertinence de la valeur mesurée
pour une contamination microbiologique, notamment par des légionelles.
9. Procédé selon la revendication 8,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande détermine le nombre caractéristique en tenant compte d'un
composant dépendant du temps pertinent pour la contamination microbiologique et/ou
d'un composant dépendant de la grandeur mesurée.
10. Procédé selon la revendication 8 ou 9,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande forme des nombres caractéristiques une valeur moyenne des
nombres caractéristiques.
11. Procédé selon l'une quelconque des revendications 8 à 10,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande forme des nombres caractéristiques une matrice des nombres
caractéristiques.
12. Procédé selon l'une quelconque des revendications 8 à 11,
caractérisé en ce que
la soupape de rinçage est actionnée par le dispositif de commande en fonction d'un
écart d'un nombre caractéristique, d'une valeur moyenne ou d'une matrice d'une plage
prédéfinie respective.
13. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande effectue une prédiction de motifs sur la base des valeurs
mesurées des capteurs mémorisées pendant la période de temps.
14. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande met en relation les valeurs mesurées de différents capteurs
les unes avec les autres et dérive des dépendances fonctionnelles des capteurs.
15. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande détermine l'actionnement de la soupape de rinçage au moyen
d'intelligence artificielle.
16. Système de rinçage de réseaux de conduites d'eau dans des bâtiments, notamment de
réseaux de conduites d'eau potable et/ou de réseaux de conduites d'eau pour usages
sanitaires, le système de rinçage comprenant un dispositif de rinçage, un dispositif
de commande et un réseau de conduites d'eau raccordé au réseau d'alimentation public
au moyen d'une entrée d'immeuble pour l'eau, ledit réseau de conduite d'eau comprenant
une pluralité de conduites de sous-distribution, de prises d'eau et de capteurs pour
déterminer une température de l'eau et/ou un débit de l'eau, le réseau de conduites
d'eau pouvant être au moins partiellement rincé au moyen du dispositif de rinçage,
ledit dispositif de rinçage comprenant une pluralité de soupapes de rinçage ayant
une sortie libre, le dispositif de commande étant réalisé de manière que les valeurs
mesurées des capteurs peuvent être mémorisées pendant une période de temps,
caractérisé en ce que
le dispositif de commande est connecté aux capteurs et aux soupapes de rinçage, et
en ce qu'un rinçage du réseau de conduites d'eau peut être initié en fonction de valeurs mesurées
déterminées au moyen des capteurs en actionnant les soupapes de rinçage, les soupapes
de rinçage pouvant être actionnées au moyen du dispositif de commande en tenant compte
des valeurs mesurées qui sont mémorisées, une analyse de motifs des valeurs mesurées
des capteurs mémorisées pendant la période de temps pouvant être effectuée au moyen
du dispositif de commande, une stratégie de rinçage pour l'actionnement des soupapes
de rinçage pouvant être dérivée de l'analyse de motifs au moyen du dispositif de commande.

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