[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Farbwechselsystem gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Aus einer früher angemeldeten Erfindung, die als
DE 10 2015 102 332 A1 veröffentlicht worden ist, ist ein Farbwechselsystem bekannt, bei dem fluiddruckgesteuerte
Medienventile in einem Stator angeordnet sind, wobei ein in einem Auswahlkopf angeordneter
Medieneinlass, der vor dem Medienventilauslass eines geöffneten Medienventils gedreht
wurde, mit einem farbigen Medium (Lack) versorgt wird. Weiterhin ist eine Spülleitung
vorgesehen, die seitlich in die an den Medieneinlass sich anschließende Medienleitung
einmündet. Eine solche Anordnung erlaubt nur dann eine Spülung der Medienleitung,
wenn der Auswahlkopf an dem Stator anliegt. Während einer Spülung kann somit keine
Drehung des Auswahlkopfes gegenüber dem Stator und somit auch kein Farbwechsel erfolgen.
[0003] Gemäß der
DE 201 22 759 U1 besteht das Medienventil aus einem Ventilschließkörper und einem Ventilsitz im Stator
und einem fluidbetätigten Stößel im Auswahlkopf. Zum Spülen wird dieser zurückgezogen,
so dass das Medienventil schließt. Anschließend wird zum Spülen der Medienleitung
ein Spülventil geöffnet. Dabei liegt der Auswahlkopf am Stator an, um den Medieneinlass
geschlossen zu halten.
[0004] Gemäß der
EP 2075 073 A1 wird das Medienventil von einem fest am Auswahlkopf angeordneten Stößel betätigt.
Auch hier liegt der Auswahlkopf am Stator an, um den Medieneinlass geschlossen zu
halten, wenn die Medienleitung gespült wird.
[0005] Die Erfindung beruht auf der Aufgabe, die Steuerung der Medienventile zu vereinfachen
und sicherer zu machen und eine Möglichkeit zu schaffen, dass die Medienleitung während
eines Farbwechsels gespült werden kann.
[0006] Zur Lösung des Problems sieht die Erfindung vor, dass das Farbwechselsystem einen
Fluidanschluss aufweist, der über jeweils einen Steuerkanal mit den Steuerdruckkammern
der Medienventile verbunden ist, um diese zu schalten, und dass Mittel vorgesehen
sind, die sicherstellen, dass das Medienventil, das sich in Überdeckung mit dem Medieneinlass
befindet, nur dann geöffnet werden kann, wenn der Stator und der Auswahlkopf miteinander
gekoppelt sind.
[0007] Um sicher zu stellen, dass das jeweils benötigte Medienventil nur dann geöffnet werden
kann, wenn sich sein Medienventilauslass in Überdeckung mit dem Medieneinlass befindet,
sieht die Erfindung weiterhin vor, dass der Stator einen Fluidanschluss aufweist,
der über jeweils einen Steuerkanal mit den Steuerdruckkammern der Medienventile verbunden
ist, um diese zu schalten, dass in jedem dieser Steuerkanäle jeweils ein von einem
Nocken mechanisch betätigbares Schaltventil vorhanden ist, und dass an der Rückseite
des Auswahlkopfes ein Nocken angebracht ist, der, wenn die Rückseite des Auswahlkopfes
an die Frontseite des Stators angelegt ist, das Schaltventil öffnet, das zu dem Medienventil
gehört, dessen Medienventilauslass im Stator mit dem Medieneinlass im Auswahlkopf
verbunden ist.
[0008] Auf diese Weise wird zunächst erreicht, dass das jeweilige Medienventil nur dann
betätigt werden kann, wenn der Stator und der Auswahlkopf aneinander gekoppelt sind.
Nur dann gibt nämlich der Nocken das Schaltventil frei, so dass das Medienventil durch
den Fluiddruck am Fluidanschluss bzw. im Steuerkanal (dem Steuerdruck) betätigt werden
kann.
[0009] Eine solche Betätigung kann am Einfachsten dadurch realisiert werden, dass der Auswahlkopf
senkrecht zur Statorfrontseite bewegbar ist, dass der Nocken an der Rückseite des
Auswahlkopfes ausgebildet ist und von dieser senkrecht absteht, dass die Schaltventile
in den an der Frontseite des Stators einmündenden Bohrungen untergebracht sind, wobei
der Nocken angepasst ist, in die Bohrungen einzutauchen, und dass die Bohrungen jeweils
in der gleichen Weise zu den Medienventilauslässen orientiert sind wie der Nocken
zum Medieneinlass.
[0010] In einer weiteren Ausführung wird das gleiche Ziel erreicht. Die Erfindung sieht
vor, dass die Medienventile fluidgesteuert sind, dass der Stator für jedes Medienventil
einen Fluidanschluss an der Statorfrontseite hat, der über einen Steuerkanal mit der
Steuerdruckkammer des jeweils zugehörigen Medienventils verbunden ist, um dieses zu
schalten, wobei in jedem Steuerkanal ein Rückschlagventil vorhanden ist, das zum Fluidanschluss
hin sperrt, und dass im Auswahlkopf ein Sammelsteuerkanal verläuft, der in die Rückseite
des Auswahlkopfes mündet, wobei die Mündung des Sammelsteuerkanals mit dem Fluidanschluss
fluchtet, dessen Steuerkanal zu dem Medienventil führt, dessen Medienventilauslass
mit dem Medieneinlass in Überdeckung ist.
[0011] Ein Farbwechsel kann relativ schnell erfolgen, wenn im Medieneinlass im unmittelbaren
Anschluss an die Rückseite des Auswahlkopfes ein Sperrrückschlagventil angeordnet
ist, das zur Rückseite des Auswahlkopfes hin sperrt und dass die Spülleitung, in der
sich das Spülrückschlagventil befindet, stromabwärts des Sperrrückschlagventils in
die Medienleitung einmündet.
[0012] Dies erlaubt es, während eines Farbwechsels den Stator und den Auswahlkopf voneinander
zu trennen. Eine Spülung der Medienleitung kann trotzdem vorgenommen werden, da das
Sperrrückschlagventil den Medieneinlass sperrt.
[0013] Während der Auswahlkopf zu einer nächsten Position wandert, erfolgt eine Spülung
der Medienleitung im Auswahlkopf, so dass die über das nächste Medienventil eingespeiste
Farbe sich nicht mit den Resten in der Medienleitung mischt. Gemäß der Erfindung wird
zum Spülen der Medienleitung die Umsetzzeit genutzt, so dass der Wechsel zwischen
zwei Farben rascher erfolgen kann.
[0014] Im Allgemeinen liegt an jedem der Medienventileinlässe eine einzige Farbe an, so
dass es tatsächlich nur notwendig ist, die Medienleitung im Auswahlkopf zu spülen.
[0015] Einige selten genutzte Farben werden aber nur über ein einziges Medienventil eingeleitet.
Dessen Medienzuführung steht über individuell schaltbare Leitungen mit mehreren Farbbehältern
in Verbindung. Bei einem Farbwechsel ist daher auch das Medienventil zu reinigen.
[0016] Die Nutzung eines einzigen Medienventils für mehrere Farben hat aber den Vorteil,
dass wenig benutzte Farben nicht eine Reihe von Medienventilen belegen, die dann für
die häufig genutzten Farben nicht mehr zur Verfügung stehen. Es müsste eine größere
Anzahl von Medienventilen zur Verfügung gestellt werden, die das Wechselsystem vergrößert
und darüber hinaus zu längeren Wechselzeiten führt, da der Auswahlkopf größere Strecken
zwischen den Medienventilen ausführen muss.
[0017] Die Erfindung beruht daher auf der Aufgabe, ein Farbwechselsystem mit wenigstens
einem Mehrfarben-Medienventil, an dem mehrere Farben angeschlossen sind, so einzurichten,
dass es möglich ist, dieses nach einem Farbwechsel zu reinigen und dabei einen Farbwechsel
durch eine Verstellung des Auswahlkopfes zu anderen Medienventilen nicht zeitlich
zu behindern.
[0018] Zur Lösung der Aufgabe sieht die Erfindung vor, dass mindestens einem der Medienventile
ein Umlaufventil im Stator zugeordnet ist, dessen Auslass eine Verbindung zum Einlass
des Medienventils hat, und dass das Medienventil so ausgebildet ist, dass es bei einer
Druckbeaufschlagung seiner Steuerdruckkammer geöffnet ist, dass der Ventilschließkörper
des Umlaufventils mit einem von einem Fluiddruck beaufschlagbaren und innerhalb des
Stators angeordneten Stellkolben verbunden ist, der an eine Steuerdruckkammer angrenzt,
wobei das Umlaufventil so ausgebildet ist, dass es bei einer Druckbeaufschlagung seiner
Steuerdruckkammer geschlossen ist.
[0019] Zum Lackieren wird ein Steuerdruck auf beide Steuerdruckkammern gegeben, wodurch
das Medienventil öffnet und das Umlaufventil schließt. Lack, der an der Medienzuführung
des Medienventils ansteht, wird durch das offene Medienventil in die Medienleitung
geleitet.
[0020] Zum Spülen des Medienventils wird der Steuerdruck von den Steuerdruckkammern genommen,
so dass das Medienventil schließt und das Umlaufventil öffnet. Dies hat zur Folge,
dass mittels eines Schiebemediums zunächst der aktuelle Lack aus dem Medienventil
über das Schaltventil zurück in einen Behälter geführt werden kann und anschließend
mittels einer Spülluft das Medienventil gereinigt wird.
[0021] Da dabei der Medienauslass des Medienventils geschlossen ist, braucht der Auswahlkopf
nicht angedockt zu sein. Dieser kann vielmehr in einer Position zu einem anderen Medienventil
gebracht werden, so dass mit dem dort gelieferten Lack gearbeitet werden kann.
[0022] Diese Anordnung erlaubt das Spülen des Medienventils, so dass es als Mehrfarben-Medienventil
genutzt werden kann.
[0023] Um auch hier sicher zu stellen, dass das Umlaufventil geschlossen ist, wenn der Auswahlkopf
entfernt ist, ist die Steuerdruckkammer des Umlaufventils mit dem Fluidanschluss über
einen schaltbaren Zusatzsteuerkanal verbunden. Die Schaltung des Zusatzsteuerkanals
erfolgt dabei mit dem Schaltventil des zugehörigen Medienventils. Steuerkanal und
Zusatzsteuerkanal sind somit gleichzeitig geöffnet oder geschlossen.
[0024] Alternativ kann im Zusatzsteuerkanal ein von einem Nocken mechanisch betätigbares
Zusatzschaltventil vorgesehen werden. An der Rückseite des Auswahlkopfes ist ein Zusatznocken
angebracht, der, wenn die Rückseite des Auswahlkopfes an der Frontseite des Stators
angelegt ist, das Zusatzschaltventil öffnet.
[0025] Weiterhin kann auch das schon oben beschriebene System zum Einsatz kommen, bei dem
der Steuerkanal über die Trennfläche zwischen Stator und Auswahlkopf verläuft.
[0026] Im Folgenden soll anhand von Ausführungsbeispielen die Erfindung näher erläutert
werden. Dabei zeigt jeweils in einem Querschnitt:
- Fig. 1
- ein Farbwechselsystem in einer ersten Ausführung und zwar in einer Situation, in der
der Stator und der Auswahlkopf miteinander gekoppelt sind, so dass das Schaltventil
geöffnet ist,
- Fig. 2
- die Situation wie in Fig. 1, wobei über einen Fluidanschluss ein Steuerfluid dem Medienventil
zugeleitet wird, so dass dieses öffnet,
- Fig. 3
- die Situation wie in Fig. 1, wobei bei einem geschlossenen Medienventil über eine
Spülleitung ein Spülmittel der Medienleitung im Auswahlkopf zugeleitet wird,
- Fig. 4
- eine Situation, bei der der Stator und der Auswahlkopf voneinander entkoppelt sind
und weiterhin über eine Spülleitung der Medienleitung ein Spülmittel zugeleitet wird,
- Fig. 5
- einen vergrößerten Ausschnitt aus einem Farbwechselsystem in einer zweiten Ausführung
und zwar in einer Situation, in der der Stator und der Auswahlkopf miteinander gekoppelt
sind,
- Fig. 6
- eine Situation der zweiten Ausführung, bei der der Stator und der Auswahlkopf voneinander
entkoppelt sind und weiterhin über eine Spülleitung der Medienleitung ein Spülmittel
zugeleitet wird,
- Fig. 7
- einen Stator mit einem Medienventil und einem Umlaufventil, wobei der Auswahlkopf
am Stator angedockt ist, aber am Fluidanschluss kein Steuerdruck anliegt, so dass
sich das Medienventil und das Umlaufventil in ihren Grundstellungen befinden,
- Fig. 8
- dieselbe Situation wie in Fig. 7, allerdings liegt ein Steuerdruck an, so dass das
Medienventil und das Umlaufventil umgeschaltet sind,
- Fig. 9
- einen Stator mit einem Medienventil und einem Umlaufventil, wobei der Auswahlkopf
vom Stator entfernt ist, so dass die Schaltventile geschlossen sind,
- Fig. 10
- eine vergrößerte Ansicht des Ventilschließkörpers und des Ventilsitzes von einem Medienventil
und einem Umlaufventil.
[0027] Die einzelnen Positionen des Systems werden anhand der Fig. 1 erläutert. Dieselben
Positionen tauchen in den folgenden Figuren auf, wobei hier allerdings jeweils unterschiedliche
Schaltsituationen gezeigt sind.
[0028] Das Farbwechselsystem besteht aus einem Stator 1 und einem Auswahlkopf 2, der z.
B. als Rotor ausgeführt ist.
[0029] Im Stator 1 befinden sich eine Vielzahl von Medienventilen 3, die jeweils mit einer
Medienzuführung 4 verbunden sind und deren Medienventilauslässe 5 in der Frontseite
6 des Stators 1 liegen. Die Medienventile 3 liegen z. B. auf einem Kreis, so dass
durch eine Drehung des Auswahlkopfes 2 dessen Medienleitung 7, die in einem Medieneinlass
8 in der Rückseite 9 des Auswahlkopfes 2 mündet, zur Deckung mit einem der Medienventilauslässe
5 gebracht werden kann.
[0030] In der Fig. 1 ist nur eines dieser Medienventile 3 dargestellt. Unmittelbar hinter
dem Medieneinlass 8 befindet sich ein Sperrrückschlagventil 10, das in die Medienleitung
7 öffnet. Stromabwärts der Medienleitung 7 mündet eine Spülleitung 11, in der sich
ein weiteres Spülrückschlagventil 12 befindet, das in Richtung auf die Medienleitung
7 öffnet.
[0031] Das Medienventil 3 ist druckluftgesteuert (im Prinzip ist auch eine hydraulische
Steuerung möglich). Dazu ist der Ventilschließkörper mit einem von einem Fluiddruck
beaufschlagbaren und innerhalb des Stators angeordneten Stellkolben verbunden, der
an eine Steuerdruckkammer angrenzt. Der Stellkolben ist hier nicht dargestellt. Eine
geeignete Ausführung des Medienventils mit einem Stellkörper ist aber in der
DE 10 2015 102 332 A1 beschrieben: Die Ventilschließkörper befinden sich innerhalb einer im Stator ausgebildeten
Ventilkammer und sind gegen einen in die Ventilkammer gerichteten Ventildichtsitz
verschiebbar.
[0032] Jedes Medienventil 3 ist in einer Patrone eingebettet, die in einer Vertiefung auf
der Rückseite des Stators 1 befestigt ist. Innerhalb der Patrone befindet sich ein
hohler Ventilschaft, an dessen Kopf der konisch ausgebildete Ventilschließkörper angebracht
ist. Dieser wirkt mit dem ebenfalls konisch ausgeführten Ventilsitz zusammen, der
im Kopf der Patrone ausgebildet ist. Die hohle Ausführung des Ventilschaftes bewirkt
eine strömumgsgünstige Führung des Mediums.
[0033] Der Stator 1 besitzt an seiner Rückseite einen Fluid- bzw. Druckluftanschluss 16
an einer Ringleitung 17, die über jeweils einen Steuerkanal 18 mit der Betätigung
der Medienventile 3 verbunden ist. In jedem dieser Steuerkanäle 18 befindet sich ein
Schaltventil 19, das einen hantelförmigen Schließkörper 20 aufweist, wobei der eine
Kopf des Schließkörpers 20 an einem Dichtring 21 anlegbar ist, so dass der Steuerkanal
18 geschlossen wird.
[0034] Die Betätigung des Schließkörpers 20 erfolgt mittels eines Nockens 22, der sich an
der Rückseite 9 des Auswahlkopfes 2 befindet und der in eine Bohrung 23 eintaucht,
in der sich das Schaltventil 19 befindet.
[0035] Die Fig. 1 zeigt, dass der Stator 1 und der Auswahlkopf 2 aneinandergelegt sind,
also gekoppelt sind, so dass der Nocken 22 in die Bohrung 23 eintaucht und das Schaltventil
19 öffnet, so dass der Steuerkanal 18 freigegeben ist. Da aber noch kein Druck am
Druckluftanschluss 16 anliegt, ist das Medienventil 3 noch geschlossen, d. h., sein
Ventilschließkörper 24 liegt noch am Ventildichtsitz 25 an. Das Sperrrückschlagventil
10 ist leicht geöffnet, da dessen Ventilkugel an dem Ventilschließkörper 24 des Medienventils
3 angelegt ist.
[0036] Die Fig. 2 zeigt die Situation, bei der Druckluft an den Druckluftanschluss 16 angelegt
ist. Dadurch öffnet das Medienventil 3, wodurch sich der Ventilschließkörper 24 vom
Ventildichtsitz 25 entfernt. Der einströmende Lack schiebt die Ventilkugel des Sperrrückschlagventils
10 vor sich her und öffnet den Medieneinlass 8 weiter auf. Die Spülleitung 11 wird
durch das Spülrückschlagventil 12 gesperrt.
[0037] Zum Wechseln einer Farbe wird zunächst, wie in Fig. 3 gezeigt, wieder die Druckluft
abgeschaltet, so dass das Medienventil 3 schließt und auch das Sperrrückschlagventil
10 in eine weitgehende geschlossene Position übergeht. Wird nun ein Spülmittel über
die Spülleitung 11 eingeleitet, so öffnet sich das Spülrückschlagventil 12 und das
Spülmittel fließt in die Medienleitung 7. Ein Austritt über den Medieneinlass 8 wird
verhindert, da dieser mittels eines Dichtringes 26 nach außen abgedichtet ist.
[0038] Wird nun der Auswahlkopf 2 zurückgezogen (siehe Fig. 4), so dass durch dessen Drehung
bzw. parallele Verschiebung der Medieneinlass 8 einem weiteren Medienventil 3 gegenübergelegt
wird, wird zunächst das Schaltventil 19 geschlossen, weil sich der Nocken 22 aus der
Bohrung 23 zurückgezogen hat. Außerdem schließt das Sperrrückschlagventil 10, so dass
der Medieneinlass 8 geschlossen ist und während der Bewegung des Auswahlkopfes 2 zum
nächsten Medienventil 3 die Spülung weiter fortgesetzt werden kann. Damit ist ein
erheblicher Zeitgewinn verbunden.
[0039] In den Fig. 5 und 6 ist eine weitere Ausführung der Erfindung dargestellt. Im Unterschied
zu der zuvor beschriebenen Ausführung ist kein nockenbetätigtes Schaltventil vorgesehen,
vielmehr ist jedes Medienventil 3 mit einem eigenen Steuerkanal 31 an einen eigenen
Fluidanschluss 32 in der Frontseite 6 des Stators 1 verbunden. In jedem Fluidanschluss
32 befindet sich ein Rückschlagventil 33, das zur Frontseite 6 hin schließt. Im Auswahlkopf
2 befindet sich ein einziger Sammelsteuerkanal 34, der mit einer hier nicht gezeigten
Fluidquelle (Druckluftanschluss) verbunden ist. Die Mündung des Sammelsteuerkanals
34 fluchtet jeweils mit dem Fluidanschluss 32 (Druckluftanschluss), dessen Steuerkanal
31 zum dem Medienventil 3 führt, dessen Medienventilauslass 5 mit dem Medieneinlass
8 im Auswahlkopf 2 in Überdeckung ist. Eine Betätigung mit Druckluft öffnet das Medienventil
3, so dass darüber Lack in die Medienleitung 7 zu einem hier nicht dargestellten Sprühkopf
geleitet wird.
[0040] In der Fig. 7 ist die Kombination eines Medienventils 3, das als Mehrfarben-Medienventil
genutzt werden soll, mit einem Umlaufventil 40 gezeigt. Der Anschluss des Medienventils
3 entspricht demjenigen, wie er in den Fig. 1 bis 4 dargestellt ist. Daneben befindet
sich das Umlaufventil 40, das im Prinzip den gleichen Aufbau aufweist wie das Medienventil.
Allerdings ist der hier nicht gezeigte Stellkolben so angeordnet, dass eine Druckbeaufschlagung
über einen Zusatzsteuerkanal 42 zu einem Schließen des Ventils - und nicht - wie beim
Medienventil, zu einem Öffnen des Ventils führt.
[0041] Die hier gezeigte Anordnung von Medienventil 3 und Umlaufventil 40 dient der Klärung
der Funktionsweise. In der Regel werden so viele Medienventile 3 benötigt, dass diese
auf zwei Kreise am Stator 1 angeordnet sind. Dabei sind dann vorzugsweise die Medienventile
3 und die Umlaufventile 40 in unterschiedlichen Kreisen - versetzt zueinander - angeordnet.
Dies macht es in der Regel auch notwendig, zwei parallele Schaltventile (19, 41) vorzusehen,
nämlich eines für das Medienventil 3 und ein Zusatzschaltventil 41 für das Umlaufventil
40, wie dies hier dargestellt ist. Funktionsmäßig ist aber nur ein Schaltventil notwendig,
das beide Steuerkanäle 18, 42 öffnet bzw. schließt.
[0042] Wie aus der Fig. 9 hervorgeht, besitzt der Medienventilauslass des Umlaufventils
40 keinen Durchbruch in die Frontseite 6 des Stators 1, sondern ist vielmehr über
einen Verbindungskanal 44 innerhalb des Stators 1 mit der Ventilkammer des Medienventils
3 verbunden.
[0043] In der in Fig. 7 dargestellten Position von Stator 1 und Auswahlkopf 2 ist das Zusatzschaltventil
41 von einem zusätzlichen Nocken 45 am Auswahlkopf 2 betätigt, so dass es geöffnet
ist. Allerdings liegt kein Druck am Fluidanschluss 16 an. Dies hat zur Folge, dass
das Medienventil 3 geschlossen und das Umlaufventil 40 geöffnet ist. Es besteht damit
durch den Verbindungskanal 44 eine durchgehende Verbindung zwischen dem Medienventil
3 und dem Umlaufventil 40, der - wie weiter unten erläutert wird - zur Spülung genutzt
werden kann.
[0044] Grundsätzlich kann der Zusatzsteuerkanal 42 zum Umlaufventil 40 auch vom Schaltventil
19 des Medienventils 3 kontrolliert werden, so dass auf das gezeigte zusätzliche Schaltventil
41 für das Umlaufventil 40 verzichtet werden kann.
[0045] Die Fig. 8 zeigt dieselbe Situation wie in Fig. 7. Allerdings ist hier am Fluidanschluss
16 ein Steuerdruck gelegt, der bewirkt, dass das Medienventil 3 öffnet und das Umlaufventil
40 schließt.
[0046] Ein Medium, das an der Medienzuführung 4 des Medienventils anliegt, kann, wie im
Zusammenhang mit den Fig. 1 bis 4 beschrieben, über das offene Medienventil 3 in die
Medienleitung 7 und weiter zu einem Verbrauch (Spritzpistole) gelangen. Ein Rücklauf
des Mediums über das Umlaufventil 40 ist nicht gegeben, da dieses geschlossen ist.
[0047] Fig. 9 zeigt die Situation bei einem Farbwechsel. Der Auswahlkopf 2 ist vom Stator
1 entfernt und kann somit in eine neue Position gedreht werden, so dass sein Medieneinlass
8 zum Medienventilauslass eines anderen Medienventils verfahren werden kann.
[0048] Da auch die Nocken 22, 45 von den Schaltventilen 19, 41 entfernt sind, sind diese
geschlossen, so dass unabhängig von einer Druckbeaufschlagung am Fluidanschluss 16,
der ggf. notwendig ist, um die anderen Medienventile zu öffnen, jedenfalls das gezeigte
Medienventil 3 geschlossen und das Umlaufventil 40 geöffnet ist.
[0049] Dies erlaubt eine Spülung der beiden Ventile. Dazu wird zunächst an der Medienzuführung
4 des Medienventils ein so genanntes Schiebemedium eingelassen, das die aktuelle Farbe
aus dem Medienventil 3 und dem Umlaufventil 40 hinausschiebt, und danach im Wechsel
Spülmedium und Luft nachgeführt wird, um das Medienventil, den Verbindungskanal 44
und das Umlaufventil vom Lackresten zu befreien. Danach ist es möglich, über die Medienzuführung
4 des Medienventils 3 eine neue Lackfarbe anzusetzen.
[0050] Dieser Spülvorgang erfolgt, während das System insgesamt weiterarbeitet und ggf.
Farbe an einem anderen Medienventil ausgetragen wird.
[0051] Um insbesondere den Bereich des Medienventils 3 um den Ventilschließkörper 24 und
den Ventildichtsitz 25 sorgfältig zu reinigen, ist - wie die Fig. 10 zeigt - vorgesehen,
dass der Ventilschaft einen Hohlkanal 50 besitzt, der vor dem Ventilschließkörper
24 endet und der über seitliche Ausgänge 51 verfügt.
[0052] Der Kopf taucht in eine Hülse 52 ein, in der der Ventildichtsitz 25 des Medienventils
3 ausgebildet ist und in dessen äußerer Mantelfläche eine umlaufende Nut verläuft.
Da die Mantelfläche an der Wand einer Medienventilaufnahmebohrung im Stator 1 anliegt,
entsteht ein Ringkanal 53, der über eine Querbohrung 54 in der Hülse 52 mit dem Hohlkanal
50 in Verbindung steht.
[0053] Die Querbohrung 54 befindet sich auf Höhe der seitlichen Ausgänge 51 des Ventilschließkörpers
24, wenn dieser sich in einer Schließposition befindet.
[0054] Der Verbindungskanal 44 mündet gegenüberliegend zur Querbohrung 54 in den Ringkanal
53 ein.
[0055] Die Luft bzw. das Spülmedium, die/das aus den seitlichen Ausgängen 51 heraustritt,
ist daher gezwungen, den Ventilschließkörper 24 außen zu umfließen, um über die Querbohrung
54 in den Ringkanal 53 zu gelangen und von dort in Richtung auf den Verbindungskanal
44 strömen zu können. Diese gegenüberliegende Anordnung von Verbindungskanal 44 und
Querbohrung 54 stellt sicher, dass der Ventilschließkörper 24 allseitig gereinigt
wird.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Stator |
31 |
Steuerkanal |
| 2 |
Auswahlkopf |
32 |
Fluidanschluss |
| 3 |
Medienventile |
33 |
Rückschlagventil |
| 4 |
Medienzuführung |
34 |
Sammelsteuerkanal |
| 5 |
Medienventilauslässe |
40 |
Umlaufventil |
| |
|
|
|
| 6 |
Frontseite |
41 |
Zusatzschaltventil |
| 7 |
Medienleitung |
42 |
Zusatzsteuerkanal |
| 8 |
Medieneinlass |
|
|
| 9 |
Rückseite |
44 |
Verbindungskanal |
| 10 |
Sperrrückschlagventil |
45 |
Nocken |
| |
|
|
|
| 11 |
Spülleitung |
50 |
Hohlkanal |
| 12 |
Spülrückschlagventil |
51 |
Ausgänge |
| |
|
52 |
Hülse |
| 16 |
Fluidanschluss |
53 |
Ringkanal |
| 17 |
Ringleitung |
54 |
Querbohrung |
| 18 |
Steuerkanal |
|
|
| 19 |
Schaltventil |
|
|
| 20 |
Schließkörper |
|
|
| |
|
|
|
| 21 |
Dichtring |
|
|
| 22 |
Nocken |
|
|
| 23 |
Bohrung |
|
|
| 24 |
Ventilschließkörper |
|
|
| 25 |
Ventildichtsitz |
|
|
| |
|
|
|
| 26 |
Dichtring |
|
|
1. Farbwechselsystem mit einem eine Frontseite aufweisenden Stator (1), der eine Vielzahl
von Medienventilen (3) hat, deren Einlässe mit je einer Medienzuführung (4) verbunden
sind und deren Auslässe (5) in die Frontseite des Stators (1) münden, wobei jedes
Medienventil (3) innerhalb einer im Stator ausgebildeten Ventilkammer einen Ventilschließkörper
(24) aufweist, der gegen einen in die Ventilkammer gerichteten Ventildichtsitz (25)
verschiebbar ist, wobei der Ventilschließkörper mit einem von einem Fluiddruck beaufschlagbaren
und innerhalb des Stators angeordneten Stellkolben verbunden ist, der an eine Steuerdruckkammer
angrenzt, und mit einem vor der Frontseite des Stators (1) angeordneten Auswahlkopf
(2), der um eine senkrecht zur Statorfrontseite verlaufende Achse drehbar und/oder
parallel zur Statorfrontseite verschiebbar ist, wobei der Auswahlkopf (2) an seiner
der Statorfrontseite zugewandten Rückseite einen Medieneinlass (8) aufweist, der durch
eine Drehung und/oder Verschiebung des Auswahlkopfes (2) in Überdeckung mit einem
der Medienventilauslässe (5) bringbar ist, und wobei der Auswahlkopf (2) eine Medienleitung
(7) aufweist, die den Medieneinlass (8) mit einer Medienentnahme des Systems verbindet,
dadurch gekennzeichnet, dass das Farbwechselsystem einen Fluidanschluss (16) aufweist, der über jeweils einen
Steuerkanal (18) mit den Steuerdruckkammern der Medienventile (3) verbunden ist, um
diese zu schalten, und dass Mittel vorgesehen sind, die sicherstellen, dass das Medienventil
(3), das sich in Überdeckung mit dem Medieneinlass (8) befindet, nur dann geöffnet
werden kann, wenn der Stator (1) und der Auswahlkopf (2) miteinander gekoppelt sind.
2. Farbwechselsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stator (1) einen Fluidanschluss (16) aufweist, der über jeweils einen Steuerkanal
(18) mit den Steuerdruckkammern der Medienventile (3) verbunden ist, um diese zu schalten,
dass in jedem dieser Steuerkanäle (18) jeweils ein von einem Nocken mechanisch betätigbares
Schaltventil (19) vorhanden ist, und dass an der Rückseite des Auswahlkopfes (2) ein
Nocken (22) angebracht ist, der, wenn die Rückseite des Auswahlkopfes an die Frontseite
des Stators angelegt ist, das Schaltventil (19) öffnet, das zu dem Medienventil (3)
gehört, dessen Medienventilauslass (5) im Stator mit dem Medieneinlass (8) im Auswahlkopf
(2) verbunden ist.
3. Farbwechselsystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Auswahlkopf (2) senkrecht zur Statorfrontseite bewegbar ist, dass der Nocken
(22) an der Rückseite des Auswahlkopfes (2) ausgebildet ist und von dieser senkrecht
absteht, dass die Schaltventile (19) in den an der Frontseite des Stators einmündenden
Bohrungen (23) untergebracht sind, wobei der Nocken (22) angepasst ist, in die Bohrungen
einzutauchen, und dass die Bohrungen jeweils in der gleichen Weise zu den Medienventilauslässen
(5) orientiert sind wie der Nocken (22) zum Medieneinlass (8).
4. Farbwechselsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stator (1) für jedes Medienventil (3) einen Fluidanschluss (32) an seiner Frontseite
(6) hat, der über einen Steuerkanal (31) mit der Steuerdruckkammer des jeweiligen
Medienventils (3) verbunden ist, um dieses zu schalten, wobei in jedem Steuerkanal
(31) ein Rückschlagventil (33) vorhanden ist, das zum Fluidanschluss (32) hin sperrt,
und dass im Auswahlkopf (2) ein Sammelsteuerkanal (34) verläuft, der in die Rückseite
des Auswahlkopfes (2) mündet, wobei die Mündung des Sammelsteuerkanals (34) mit dem
Fluidanschluss (32) fluchtet, dessen Steuerkanal (31) zu dem Medienventil (3) führt,
dessen Medienventilauslass (5) mit dem Medieneinlass (8) in Überdeckung ist.
5. Farbwechselsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einem der Medienventile (3) ein Umlaufventil (40) im Stator (1) zugeordnet
ist, dessen Auslass eine Verbindung zum Einlass des Medienventils (3) hat, und dass
das Medienventil (3) so ausgebildet ist, dass es bei einer Druckbeaufschlagung seiner
Steuerdruckkammer geöffnet ist, dass der Ventilschließkörper des Umlaufventils (40)
mit einem von einem Fluiddruck beaufschlagbaren und innerhalb des Stators (1) angeordneten
Stellkolben verbunden ist, der an eine Steuerdruckkammer angrenzt, wobei das Umlaufventil
(40) so ausgebildet ist, dass es bei einer Druckbeaufschlagung seiner Steuerdruckkammer
geschlossen ist.
6. Farbwechselsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerdruckkammer des Umlaufventils (40) mit dem Fluidanschluss (16) über einen
schaltbaren Zusatzsteuerkanal (42) verbunden ist.
7. Farbwechselsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass sich im Zusatzsteuerkanal (42) ein Zusatzschaltventil (41) befindet.
8. Farbwechselsystem nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass im Zusatzsteuerkanal (42) ein von einem Nocken (45) mechanisch betätigbares Zusatzschaltventil
(41) vorhanden ist, und dass an der Rückseite des Auswahlkopfes (2) ein Zusatznocken
(45) angebracht ist, der, wenn die Rückseite des Auswahlkopfes (2) an der Frontseite
des Stators (1) angelegt ist, das Zusatzschaltventil (41) öffnet, das zu dem Umlaufventil
(40) gehört.
9. Farbwechselsystem nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Stator (1) für jedes Medienventil (3) einen Fluidanschluss (32) an seiner Frontseite
(6) hat, der über einen Steuerkanal (31) mit der Steuerdruckkammer des jeweiligen
Medienventils (3) verbunden ist, um dieses zu schalten, wobei in jedem Steuerkanal
(31) ein Rückschlagventil (33) vorhanden ist, das zum Fluidanschluss (32) hin sperrt,
und dass im Auswahlkopf (2) ein Sammelsteuerkanal (34) verläuft, der in die Rückseite
des Auswahlkopfes (2) mündet, wobei die Mündung des Sammelsteuerkanals (34) mit dem
Fluidanschluss (32) fluchtet, dessen Steuerkanal (31) zu dem Medienventil (3) führt,
dessen Medienventilauslass (5) mit dem Medieneinlass (8) in Überdeckung ist und dass
von dem Steuerkanal (31) wenigstens eines der Medienventile (3) ein Zusatzsteuerkanal
(42) zum Umlaufventilventil (40) abzweigt.
10. Farbwechselsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in die Medienleitung (7) eine Spülleitung (11) einmündet, in der sich ein Spülrückschlagventil
(12) befindet, das in Richtung auf die Medienleitung (7) öffnet, dass im Medieneinlass
(8) im unmittelbaren Anschluss an die Rückseite des Auswahlkopfes (2) ein Sperrrückschlagventil
(10) angeordnet ist, das zur Rückseite des Auswahlkopfes (2) hin sperrt und dass die
Spülleitung (11), in der sich das Spülrückschlagventil (12) befindet, stromabwärts
des Sperrrückschlagventils (10) in die Medienleitung (7) einmündet.