[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, eine Walzanlage und ein Verfahren zum Regeln
eines Bandzuges beim flexiblen Walzen von Metallband.
[0002] Durch das sogenannte flexible Walzen werden Metallbänder mit periodisch wechselnd
definierten unterschiedlichen Dicken hergestellt. Das gewalzte Längsdickenprofil entspricht
in Länge und Dicke beispielsweise dem späteren Belastungsfall eines Blechbauteils.
Der Walzprozess ist als Kalt- oder Warmbandwalzen auszulegen. Das zu walzende Bandmaterial
wird von einem Coil abgehaspelt, gewalzt und anschließend wieder unter Zug aufgehaspelt.
Die entsprechenden Walzanlagen können Reversieranlagen sein, d. h. nach Durchlaufen
eines Coils von einer ersten zu einer zweiten Haspelvorrichtung kann ein nächstes
Coil von der zweiten zur ersten Haspelvorrichtung durchlaufen lassen werden. Aus diesem
Bandmaterial werden nach entsprechender Nachbehandlung Platinen vereinzelt, die für
die Herstellung von Bauteilen mit unterschiedlichen Wandstärken verwendet werden.
[0003] Beim flexiblen Walzen werden gravierende Banddickenunterschiede von bis zu 50% und
darüber hinaus in einem einzigen Walzdurchgang (Stich) durch Veränderung des Walzspaltes
mittels servo-hydraulischer oder servo-elektrischer Stellmittel für die Arbeitswalzen
erzielt. Bei einer Veränderung des Walzspaltes und damit der auslaufenden Bandenddicke
entstehen aus der Bedingung der Volumenkonstanz am Walzspalt ein- und auslaufseitig
Veränderungen der Bandgeschwindigkeit. Durch diese Geschwindigkeitsänderungen ändert
sich auch ständig der Bandzug des Metallbandes. Die Veränderungen der Bandgeschwindigkeit
und damit des Bandzuges erfolgen bei hohen Walzgeschwindigkeiten so schnell, dass
die Haspelvorrichtungen nicht in der Lage sind, durch Anpassung der Haspelgeschwindigkeiten,
konstante Bandzüge am Walzspalt einzuhalten. Veränderungen der Bandzüge haben direkten
Einfluss auf die auslaufseitigen Banddickentoleranzen. Um die Banddickentoleranzen
zu verbessern, ist demnach ein Verfahren erforderlich, das konstante Bandzüge auch
über stark veränderliche Bandgeschwindigkeiten ermöglicht. Hierzu werden seit Jahrzehnten
sogenannte Tänzer in die Bandlinie eingesetzt, die in ihrer Funktion als Bandspeichermittel
bei Geschwindigkeitsveränderungen den Bandzug konstant halten.
[0004] Eine Möglichkeit die Geschwindigkeitsvariation des Metallbandes bei verhältnismäßig
geringen Walzgeschwindigkeiten zu kompensieren ist die Änderung der Haspelgeschwindigkeiten.
Hierbei wird die Geschwindigkeit der Haspel in Abhängigkeit der Position des Walzspaltes
reguliert. Öffnet sich der Walzspalt und es wird ein dickerer Bereich gewalzt, so
wird die Geschwindigkeit der Haspel erhöht. Wird der Walzspalt geschlossen und somit
die Bandgeschwindigkeit prozessbedingt reduziert, wird die Haspelgeschwindigkeit ebenfalls
reduziert, wie dies in der
CN 101890434 A beschrieben ist. Nachteilig bei diesem Verfahren ist die Begrenzung des Coilgewichts
sowie der Walzgeschwindigkeit. Aufgrund der Massenträgheit wird die Reaktionszeit
des Systems mit steigender Masse immer größer. Eine Erhöhung der Masse des Coils führt
zu einer notwendigen Reduzierung der Walzgeschwindigkeit. Auf der anderen Seite bedingt
eine erhöhte Walzgeschwindigkeit eine Reduzierung der Masse des Coils, wodurch die
Nebenzeiten der Anlage steigen.
[0005] DE 103 15 357 A1 offenbart eine Walzanlage zum Walzen von Metallband mit einer ersten Haspelvorrichtung
zum Abhaspeln, von welcher Band mit definierter Bandausgangsdicke abwickelbar ist,
einem Walzgerüst, das zumindest zwei Arbeitswalzen umfasst, zwischen denen ein in
der Weite steuerbarer und/oder regelbarer Walzspalt gebildet wird und einer zweiten
Haspelvorrichtung zum Aufhaspeln, auf welche Metallband mit einer gegenüber der definierten
Bandausgangsdicke reduzierten Bandenddicke aufwickelbar ist. Ferner weist die Walzanlage
erste Bandspeichermittel mit einer Rollenanordnung aus einer Mehrzahl von Rollen zwischen
der ersten Haspelvorrichtung und dem Walzgerüst auf. Die Walzanlage weist darüber
hinaus zweite Bandspeichermittel mit einer Rollenanordnung aus einer Mehrzahl von
Rollen zwischen dem Walzgerüst und der zweiten Haspelvorrichtung auf. Die Rollen der
ersten Bandspeichermittel und der zweiten Bandspeichermittel sind zur Bandspeicherung
in ihrer Stellung relativ zueinander veränderbar, wobei das Metallband jeweils in
Form eines "S" mit zumindest teilweise übereinanderliegenden Bögen geführt wird. Zur
Veränderung der Stellung der Rollen zueinander, wird die Bewegung einer der Rollen
je Bandspeichermittel hydraulisch verstellt, so dass das "S" so verzerrt wird, dass
Länge des Metallbandes zwischen einem Einlauf und einem Auslauf in die jeweiligen
Bandspeichermittel verändert wird.
[0006] Aus der
EP 1 121 990 B2 ist eine Vorrichtung zum Walzen von Metallbändern mit periodisch veränderlicher Banddicke
bekannt, bei der sowohl zwischen einer Haspel zum Abhaspeln von Metallband und dem
Walzgerüst als auch zwischen dem Walzgerüst und einer Haspel zum Aufhaspeln von Metallband
eine Ausgleichs- oder Tänzerrolle angeordnet ist, um die das Bandmaterial schleifenförmig
herumgeführt ist und die bei konstanter Umfangsgeschwindigkeit der den Walzspalt bestimmenden
Walzen des Walzgerüsts kraftgeregelt werden, um einen gewollten Bandzug aufzubringen,
wobei die Haspeln drehzahlgeregelt sind. Die Tänzerrollen werden hierbei vertikal
und in einer Richtung senkrecht zum Metallband linear verstellt.
[0007] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung, eine Walzanlage und
ein Verfahren zum Regeln eines Bandzuges beim flexiblen Walzen von Metallband bereitzustellen,
bei dem eine schnelle und genaue Regelung des Bandzuges im Metallband ermöglicht wird.
[0008] Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung zum Regeln eines Bandzuges beim flexiblen
Walzen von Metallband gelöst, wobei die Vorrichtung Folgendes aufweist: eine Rollenanordnung
mit zumindest einer Tänzerrolle, deren Position zur Regelung des Bandzuges des Metallbands
verstellbar ist, zumindest einen hydraulischen Antrieb, der zum Verstellen der Tänzerrolle
mit dieser gekoppelt ist, einen Hydrauliktank für Hydraulikflüssigkeit, der über eine
Hydraulikzuleitung mit dem hydraulischen Antrieb verbunden ist, eine steuerbare Ventilanordnung
zwischen dem Hydrauliktank und dem hydraulischen Antrieb zum Steuern des hydraulischen
Antriebs, eine Hydraulikpumpe, mit welcher der hydraulische Antrieb mit Hydraulikflüssigkeit
aus dem Hydrauliktank versorgt wird, und zumindest einen Hydraulikdruckspeicher zum
Zwischenspeichern von zuvor durch die Hydraulikpumpe geförderter Hydraulikflüssigkeit,
wobei der Hydraulikdruckspeicher zwischen der Hydraulikpumpe und der Ventilanordnung
angeordnet ist.
[0009] Ein schnelles Verstellen der zumindest einen Tänzerrolle ist insbesondere bei hohen
Walzgeschwindigkeiten, zum Beispiel über 25 m/min, und beim Einsatz großer Coilmassen
von zum Beispiel 5 bis 25 kg/mm Bandbreite bei Bandbreiten von 300 bis 750 mm, nicht
alleine durch die Verstellung der Förderleistung der Hydraulikpumpe zu gewährleisten.
Daher sieht die Erfindung darüber hinaus einen Hydraulikdruckspeicher zum Zwischenspeichern
von zuvor durch die Hydraulikpumpe geförderter Hydraulikflüssigkeit vor, wobei der
Hydraulikspeicher zwischen der Hydraulikpumpe und der Ventilanordnung angeordnet ist.
Aus diesem Hydraulikdruckspeicher kann in kürzester Zeit ein hohes Volumen an Hydraulikflüssigkeit
zum Verstellen der zumindest einen Tänzerrolle zur Verfügung gestellt werden, so dass
geringe Schwankungen des Bandzuges, möglichst unter 35 %, erzielt werden. Der Hydraulikdruckspeicher
ist hierbei möglichst nahe an den hydraulischen Einheiten zum Verstellen der Tänzerrolle
anzuordnen, so dass auch Leitungsverluste zwischen dem Hydraulikdruckspeicher und
der Verstelleinheit für die Tänzerrolle gering gehalten werden.
[0010] Bei dem hydraulischen Antrieb kann es sich zum Beispiel um einen oder mehrere Hydraulikzylinder
je Tänzerrolle handeln. Es kann ein doppeltwirkender Hydraulikzylinder oder es können
zwei einfachwirkende Hydraulikzylinder eingesetzt werden, um eine Tänzerrollen zu
verstellen.
[0011] In einer beispielhaften Ausführungsform der Vorrichtung ist in dem hydraulischen
Antrieb zumindest ein Drucksensor zum Bestimmen des hydraulischen Drucks angeordnet.
Anhand des hydraulischen Drucks kann auf den Bandzug des Metallbandes geschlossen
werden. Der hydraulische Druck wird hierbei in der hydraulischen Zuleitung oder in
einem oder mehreren Zylinderräumen des Hydraulikzylinders gemessen.
[0012] Darüber hinaus ist es möglich, dass an zumindest einer Rolle der Rollenanordnung
zumindest ein Kraftsensor, zum Beispiel eine Zugmessdose, zum Bestimmen der von dem
Metallband auf die jeweilige Rolle bzw. die jeweiligen Rollen wirkenden Kräfte angeordnet
ist. Somit kann unmittelbar auf den Bandzug im Metallband geschlossen werden.
[0013] Ferner kann an der zumindest einen Tänzerrolle ein Wegmesssystem zum Bestimmen der
Position der Tänzerrolle angeordnet sein. Hierdurch lässt sich feststellen, ob sich
die Tänzerrolle bereits in der Nähe einer Endlage ihres Verstellweges befindet, um
gegebenenfalls die Geschwindigkeit des Metallbandes anpassen zu können. Die Anpassung
der Geschwindigkeit des Metallbandes kann durch verändern der Haspeldrehzahl erfolgen.
Durch die Änderung der Geschwindigkeit des Metallbandes wird tendenziell die Position
der Tänzerrolle verstellt.
[0014] Gemäß einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist der hydraulische
Antrieb über einen Rücklauf mit dem Hydrauliktank fluidleitend verbunden, wobei in
dem Rücklauf zumindest ein Pulsationsdämpfer angeordnet ist. Bei hohen Bandgeschwindigkeiten
ist eine hohe Frequenz der Einstellung der Tänzerrolle erforderlich, was zu hohen
Strömungsgeschwindigkeiten und gegebenenfalls zu Kavitation in den Hydraulikleitungen
führt. Diese Druckschwankungen können durch den zumindest einen Pulsationsdämpfer
reduziert werden, um Beschädigungen des Hydrauliksystems zu vermeiden. Hierbei ist
der zumindest eine Pulsationsdämpfer möglichst nahe zum Hydraulikzylinder angeordnet.
[0015] Zusätzlich kann stromab des zumindest einen Pulsationsdämpfers ein Ausgleichstank
angeordnet sein, um eine weitere Entspannung des Hydraulikfluids möglichst nahe an
dem hydraulischen Antrieb zu ermöglichen. Der Durchlauf des Hydraulikfluids, ausgehend
vom Ausgleichstank bis zum Hydrauliktank, kann dann rein schwerkraftbasiert erfolgen,
was weiterer Kavitation entgegenwirkt. Zwischen dem Ausgleichstank und dem Hydrauliktank
kann ein Rückschlagventil angeordnet sein.
[0016] Gemäß einer beispielhaften Ausführungsform ist die Tänzerrolle horizontal verstellbar
angeordnet. Grundsätzlich ist jedoch auch eine von der horizontalen Richtung abweichende
Verstellrichtung der Tänzerrolle denkbar.
[0017] Die Rollenanordnung kann zusätzlich zu der zumindest einen Tänzerrolle zumindest
eine weitere Rolle aufweisen, wobei die zumindest eine Tänzerrolle und die zumindest
eine weitere Rolle derart vertikal übereinander angeordnet sind, dass das Metallband
in Form eines S, bzw. als S-förmige Schlinge, geführt ist.
[0018] Die Aufgabe wird ferner durch eine Walzanlage zum flexiblen Walzen von Metallband
gelöst, wobei die Walzanlage Folgendes aufweist: ein Walzgerüst mit zwei Arbeitswalzen,
zwischen denen ein in der Weite einstellbarer Walzspalt gebildet ist, eine erste Bandführungseinheit
mit einer ersten Haspel zum Abhaspeln von Metallband, eine zweite Bandführungseinheit
mit einer zweiten Haspel zum Aufhaspeln von gewalztem Metallband. Darüber hinaus ist
in zumindest einer der genannten Bandführungseinheiten eine Vorrichtung gemäß der
vorbeschriebenen Ausführungsformen zwischen der jeweiligen Haspel und dem Walzgerüst
angeordnet.
[0019] Eine weitere Lösung der Aufgabe besteht in einem Verfahren zum Regeln eines Bandzuges
beim flexiblen Walzen von Metallband in einer Walzanlage mit einer Vorrichtung wie
vorangehend beschrieben, wobei die Ventilanordnung in Abhängigkeit des Bandzuges des
Metallbands gesteuert wird und zur kurzfristigen Bereitstellung von Hydraulikflüssigkeit
der hydraulische Antrieb zumindest teilweise mit zuvor in dem zumindest einen Hydraulikdruckspeicher
gespeicherte Hydraulikflüssigkeit gespeist wird.
[0020] Bei dem Verfahren kann der Hydraulikdruck im hydraulischen Antrieb gemessen werden,
wobei von dem Hydraulikdruck auf den Bandzug im Metallband geschlossen wird und in
Abhängigkeit des ermittelten Bandzuges die Ventilanordnung gesteuert wird.
[0021] Alternativ oder zusätzlich können die vom Metallband auf eine Rolle der Rollenanordnung
wirkenden Kräfte gemessen werden, wobei von den ermittelten Kräften auf den Bandzug
im Metallband geschlossen wird und in Abhängigkeit des ermittelten Bandzuges die Ventilanordnung
gesteuert wird.
[0022] In einer Ausgestaltung des Verfahrens zum Steuern einer Walzanlage wie vorangehend
beschrieben kann die Position der Tänzerrolle der zumindest einen Bandführungseinheit
über ein Wegmesssystem ermittelt werden, wobei die Geschwindigkeit bzw. Drehzahl der
Haspel der zumindest einen Bandführungseinheit in Abhängigkeit der Position der Tänzerrolle
gesteuert wird. Hierüber kann die Position der Tänzerrolle tendenziell verändert werden.
[0023] Bei der Bandführungseinheit zwischen der ersten Haspel zum Abhaspeln des Metallbandes
und dem Walzgerüst kann dadurch kurz vor Erreichen einer definierten ersten Endlage
der Tänzerrolle, bei der die Metallbandlänge zwischen einem Einlauf in die Rollenanordnung
und einem Auslauf aus der Rollenanordnung einen kleinsten Wert annimmt, die Geschwindigkeit
der ersten Haspel erhöht werden. Kurz vor Erreichen einer definierten zweiten Endlage
der Tänzerrolle, bei der die Metallbandlänge zwischen dem Einlauf in die Rollenanordnung
und dem Auslauf aus der Rollenanordnung einen größten Wert annimmt, kann die Geschwindigkeit
der ersten Haspel reduziert werden. Somit wird vermieden, dass die Tänzerrolle über
die beiden Endlagen hinaus verstellt werden müsste und möglichst in einem zentralen
Bereich gehalten wird.
[0024] Bei der Bandführungseinheit zwischen dem Walzgerüst und der zweiten Haspel zum Aufhaspeln
des Metallbandes ergeben sich umgekehrte Bedingungen, das heißt, kurz vor Erreichen
einer definierten ersten Endlage der Tänzerrolle, bei der die Metallbandlänge zwischen
einem Einlauf in die Rollenanordnung und einem Auslauf aus der Rollenanordnung einen
größten Wert annimmt, wird die Geschwindigkeit der zweiten Haspel erhöht und kurz
vor Erreichen einer definierten zweiten Endlage der Tänzerrolle, bei der die Metallbandlänge
zwischen dem Einlauf in die Rollenanordnung und dem Auslauf aus der Rollenanordnung
einen kleinsten Wert annimmt, wird die Geschwindigkeit der zweiten Haspel reduziert.
[0025] Ferner kann vorgesehen sein, dass die Walzspalteinstellung des Walzgerüsts ermittelt
wird, wobei die Ventilanordnung zusätzlich zum Bandzug des Metallbandes in Abhängigkeit
des Walzspalts gesteuert wird. Somit wird eine Vorsteuerung in Abhängigkeit der Walzspalteinstellung
ermöglicht, die insbesondere in Kombination mit der Steuerung aus der Ermittlung des
Bandzuges eine geringe Reaktionszeit des Systems gewährleistet.
[0026] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Walzanlage wird im Folgenden
anhand der Zeichnungen näher erläutert. Die Zeichnung zeigt skizzenhaft eine erfindungsgemäße
Walzanlage mit hydraulischer Verstelleinrichtung in Seitenansicht.
[0027] Auf einem Fundament 1 ist ein Walzgerüst 2 aufgebaut, in dem zwei übereinanderliegende
Arbeitswalzen 3, 4 und zwei in einer vertikalen Flucht mit den Arbeitswalzen 3, 4
liegenden Stützwalzen 5, 6 zu erkennen sind. Zwischen den Arbeitswalzen 3, 4 ist ein
einstellbarer und steuerbarer Walzspalt 7 gebildet, durch welchen ein Metallband 8
in der gezeigten Darstellung von links nach rechts in einer Produktionsrichtung P
durchläuft. Bei der Walzanlage kann es sich um eine Reversieranlage handeln, bei der
nach Durchlaufen eines Coils in Produktionsrichtung P, wie in der Figur dargestellt,
ein nächster Coil in entgegengesetzter Richtung die Walzanlage durchläuft.
[0028] In dem gezeigten Ausführungsbeispiel kommt das Metallband 8 von einer ersten Haspelvorrichtung
9 mit einer linksdrehenden ersten Haspel 10, von der das Metallband 8 über die Unterseite
der ersten Haspel 10 abgewickelt wird. Von der ersten Haspelvorrichtung 9 läuft das
Metallband 8 in Produktionsrichtung P in eine erste Rollenanordnung 11 zum Speichern
einer bestimmten Länge des Metallbandes 8 und zum Einbringen eines Bandzuges in das
Metallband 8 in Form einer Doppelrollenanordnung, welche eine bewegliche obere Tänzerrolle
12 und eine feste untere Rolle 13 aufweist. Mit einem horizontalen Doppelpfeil ist
angedeutet, dass die Tänzerrolle 12 in der ersten Rollenanordnung 11 gesteuert horizontal
verschoben werden kann. Grundsätzlich sind auch andere Orientierungen, wie eine vertikale
oder schräge Verstellung, und andere Bewegungsformen, wie zum Beispiel eine Schwenkbewegung,
denkbar. Eine Bewegung der Tänzerrolle 12 ändert in der hier angedeuteten Ausführung
die Länge der Schlinge des Metallbandes 8 zwischen einem Einlauf in die erste Rollenanordnung
11 und einem Auslauf aus der ersten Rollenanordnung 11.
[0029] Die untere, an sich feste Rolle 13, ist mittels einer Schwinge 14 aus ihrer Betriebsposition
(durchgezogene Darstellung 13) in einer Einführposition (gestrichelte Darstellung
13') über eine Bandlinie 21 zu schwenken. Mit der gestrichelten Linie ist die Einführposition
der feststehenden Rolle 13 angedeutet, in der das Metallband 8 längs der ebenfalls
gestrichelt dargestellten Bandlinie 21 in das Walzgerüst 2 eingeführt werden kann.
Wenn das Metallband 8 zum Aufhaspeln fixiert ist, schwenkt die Rolle 13 in ihre mit
durchgezogener Linie dargestellte Betriebsposition zurück.
[0030] In Produktionsrichtung hinter dem Walzgerüst 2 und damit rechts von dem Walzgerüst
2 ist eine zweite Haspelvorrichtung 15 zum Aufhaspeln des Metallbandes 8 gezeigt,
welche eine linksdrehende zweite Haspel 16 aufweist, welche das gewalzte Metallband
8 über die Unterseite aufwickelt. Zwischen dem Walzgerüst 2 und der zweiten Haspelvorrichtung
15 liegt eine weitere zweite Rollenanordnung 17 zum Speichern von Metallband und Aufbringen
eines Bandzuges, die eine bewegliche obere Tänzerrolle 18 und eine feste untere Rolle
19 aufweist.
[0031] Grundsätzlich können die erste Haspel 10 und die zweite Haspel 16 links- oder rechtsdrehend
ausgelegt sein, wobei das Metallband 8 von oben oder von unten ab- bzw. aufgewickelt
werden kann.
[0032] Durch einen horizontalen Doppelpfeil wird angedeutet, dass die Tänzerrolle 18 gegenüber
der festen Rolle 19 in der zweiten Rollenanordnung 17 gesteuert verschiebbar ist.
Auch hier ist es, analog zur Tänzerrolle 12 der ersten Rollenanordnung 11, denkbar,
dass die Tänzerrolle 18 in einer anderen Richtung verschoben oder verschwenkt wird.
Durch das Verstellen der Tänzerrolle 18 der zweiten Rollenanordnung 17 wird die Länge
der Schlinge des Metallbandes 8 zwischen einem Einlauf in die zweite Rollenanordnung
17 und einem Auslauf aus der zweiten Rollenanordnung 17 verändert.
[0033] Mit gestrichelter Linie ist die Rolle 19 in einer mittels einer Schwinge 20 aus ihrer
Betriebsposition (19) über eine Bandlinie 21' geschwenkten Einführposition (19') gezeigt,
die zum Einführen eines Bandanfangs längs der wiederum gestrichelt dargestellten Bandlinie
21 dient. Wenn der Bandanfang auf der zweiten Haspel 16 fixiert ist, schwenkt die
Rolle 19 in ihre durchgezogen dargestellte Betriebsstellung (19) zurück.
[0034] Durch ein Verstellen der Tänzerrollen 12, 18 kann somit die Zugkraft innerhalb des
Metallbandes 8 variiert werden. Eine zusätzliche Zugverstärkung ergibt sich dann,
wenn zumindest eine der Rollen 12, 13, 18, 19 mit nicht dargestellten Bremsmitteln
und/oder Antriebsmitteln versehen ist.
[0035] In der Figur ist ein hydraulischer Antrieb für die Tänzerrolle 18 der zweiten Rollenanordnung
17 schematisch dargestellt, wobei der hydraulische Antrieb einen doppeltwirkenden
Hydraulikzylinder 22 aufweist. Die Tänzerrolle 18 ist mit einer in einem Zylinder
24 des Hydraulikzylinder 22 verstellbar angeordneten Kolbenstange 23 verbunden und
durch diese in der Position verstellbar. Der Hydraulikzylinder 22 wird über eine hydraulische
Betätigungsanordnung 25 betätigt.
[0036] Die Tänzerrolle 12 der ersten Rollenanordnung 11 ist identisch zur Tänzerrolle 18
der zweiten Rollenanordnung 17 über einen Hydraulikzylinder und eine hydraulische
Betätigungsanordnung verstellbar, wobei der Hydraulikzylinder und die hydraulische
Betätigungsanordnung für die Tänzerrolle 12 der ersten Rollenanordnung 11 der Übersichtlichkeit
halber nicht dargestellt sind. Im Folgenden wird daher die hydraulische Betätigungsanordnung
25 für die zweite Rollenanordnung 17 auch repräsentativ für die hydraulische Betätigungsanordnung
der ersten Rollenanordnung 11 beschrieben.
[0037] In einem Walzenkeller 26 unterhalb des Niveaus des Fundaments 1 befindet sich ein
Hydrauliktank 27, in dem Hydraulikflüssigkeit gespeichert ist. Ferner ist in dem Walzenkeller
26 eine Hydraulikpumpe 28 angeordnet, die über eine Hydraulikleitung 37 fluidleitend
mit dem Hydrauliktank 27 verbunden ist und Hydraulikflüssigkeit aus dem Hydrauliktank
27 in Richtung zum Hydraulikzylinder 22 fördert. Grundsätzlich können auch mehrere
Hydraulikpumpen 28 vorgesehen sein.
[0038] Der Hydraulikzylinder 22 ist auslassseitig wiederum fluidleitend mit dem Hydrauliktank
27 verbunden.
[0039] Zur Steuerung des Hydraulikzylinders 22 ist zwischen dem Hydraulikzylinder 22 und
der Hydraulikpumpe 28 eine steuerbare Ventilanordnung 29 angeordnet, welche über eine
Zulaufleitung 38 fluidleitend mit der Hydraulikpumpe 28 verbunden ist und welche ein
hydraulisches Servoventil 30 aufweist. Die Ventilanordnung ist darüber hinaus mit
einer Rücklaufleitung 39 mit dem Hydrauliktank 27 verbunden. Das Servoventil 30 lässt
sich derart steuern, dass die Zulaufleitung 38 von der Hydraulikpumpe 28 gesperrt
ist, genauso wie die Rücklaufleitung 39 vom Hydraulikzylinder 22 zum Hydrauliktank
27 gesperrt werden kann. Ferner kann die Zulaufleitung 38 wahlweise fluidleitend mit
einem ersten Zylinderraum 31 oder einem zweiten Zylinderraum 32 des Hydraulikzylinders
22 verbunden werden, wobei die Rücklaufleitung 39 zum Hydrauliktank 27 mit dem jeweilig
anderen der beiden Zylinderräume 32, 31 verbunden wird. Somit lässt sich die Kolbenstange
23 in Richtung des angedeuteten Doppelpfeils verstellen. Um eine möglichst schnelle
Verstellung des Hydraulikzylinders 22 und damit der Tänzerrolle 18 zu ermöglichen,
ist in der Zulaufleitung 38 zwischen der Hydraulikpumpe 28 und der Ventilanordnung
29 ein Hydraulikdruckspeicher 33 angeordnet, um von zuvor durch die Hydraulikpumpe
28 geförderte Hydraulikflüssigkeit zwischen zu speichern und bei Bedarf zum Hydraulikzylinder
22 zu fördern. Der Hydraulikdruckspeicher 33 ist hierbei vorzugsweise auf einem Niveau
des Fundaments 1 oder darüber angeordnet und zudem in möglichst unmittelbarer Nähe
zum Hydraulikzylinder 22 vorgesehen, um Leitungsverluste zu vermeiden. Grundsätzlich
ist auch denkbar, dass mehrere Hydraulikdruckspeicher 33 in der Zulaufleitung 38 angeordnet
sind.
[0040] In der Rücklaufleitung 39 ist zwischen der Ventilanordnung 29 und dem Hydrauliktank
27 ein Pulsationsdämpfer 34 angeordnet, wobei grundsätzlich auch mehrere Pulsationsdämpfer
34 vorgesehen sein können. Der Pulsationsdämpfer 34 dient dazu, die Druckschwankungen
in der Rückleitung von der Ventilanordnung 29 auszugleichen, um Kavitationen entgegenzuwirken.
Zusätzlich ist zwischen dem Pulsationsdämpfer 34 und dem Hydrauliktank 27 ein Ausgleichstank
35 vorgesehen, der dafür sorgt, dass Hydraulikflüssigkeit vom Ausgleichstank 35 drucklos
in den Hydrauliktank 27 fließen kann, so dass in diesem Bereich der Hydraulikleitung
keine Kavitation auftreten kann. Der Pulsationsdämpfer 34 ist möglichst nahe am Hydraulikzylinder
22 angeordnet. Grundsätzlich ist es jedoch auch denkbar, dass kein Pulsationsdämpfer
in der Rückleitung 39 vorgesehen ist.
[0041] Zwischen dem Hydraulikzylinder 22 und der Ankopplung desselben an der Tänzerrolle
18 ist ein Kraftsensor in Form einer Zugmessdose 35 vorgesehen. Mit dieser können
die Zug- und Druckkräfte, die zwischen dem Hydraulikzylinder 22 und der Tänzerrolle
18 auftreten, ermittelt werden, um hierüber auf den Bandzug innerhalb des Metallbandes
8 schließen zu können.
[0042] Ferner weist der Hydraulikzylinder 22 einen Drucksensor 36 auf, mit dem der hydraulische
Druck innerhalb des zweiten Zylinderraums 32 ermittelt werden kann. Über diesen ermittelten
Druck kann ebenfalls auf den Bandzug im Metallband 8 geschlossen werden. Der Drucksensor
kann sich auch im ersten Zylinderraum 31 befinden. Alternativ können auch mehrere
Drucksensoren, zum Beispiel einer für den ersten Zylinderraum 31 und einer für den
zweiten Zylinderraum 32 oder für die hydraulischen Zuleitungen zum Hydraulikzylinder
22 vorgesehen sein.
[0043] Der Hydraulikzylinder 22 ist darüber hinaus mit einem integriertem Wegmesssystem
40 ausgestattet, über welches die Position der Tänzerrolle 18 ermittelt werden kann.
Das Wegmesssystem 40 kann alternativ an einem anderen Bauteil vorgesehen sein, das
mit der Tänzerrolle 18 bewegt wird. Durch die Position der Tänzerrolle 18 lässt sich
feststellen, ob sich die Tänzerrolle 18 bereits in einer Endlage ihres Verstellweges
befindet, um gegebenenfalls die Geschwindigkeit des Metallbandes 8 anpassen zu können.
Durch die Veränderung der Geschwindigkeit des Metallbandes 8, zum Beispiel durch Veränderung
der Haspeldrehzahl, kann die Position der Tänzerrolle 18 verändert werden. Wird die
Haspeldrehzahl der zweiten Haspel 16 erhöht, wird tendenziell mehr Metallband 8 aus
der zweiten Rollenanordnung 17 abgeleitet, so dass zur Erzielung eines konstanten
Bandzuges eine weniger lange Schlinge des Metallbandes 8 in der zweiten Rollenanordnung
17 gespeichert werden muss. Dies wird bei der gezeigten Ausführungsform dadurch erreicht,
dass die Tänzerrolle 18 nach links bewegt wird. Befindet sich also die Tänzerrolle
18 der zweiten Rollenanordnung 17 in einer Endlage in der Darstellung rechts, muss
die Geschwindigkeit der zweiten Haspel 16 erhöht werden, um die Tänzerrolle 18 wieder
tendenziell in eine Mittellage zu bewegen. Ist die Tänzerrolle 18 an einer linken
Endlage angelangt, muss die Geschwindigkeit der zweiten Haspel 16 entsprechend reduziert
werden.
Bezugszeichenliste
[0044]
- 1
- Fundament
- 2
- Walzgerüst
- 3
- Arbeitswalze
- 4
- Arbeitswalze
- 5
- Stützwalze
- 6
- Stützwalze
- 7
- Walzspalt
- 8
- Metallband
- 9
- erste Haspelvorrichtung
- 10
- erste Haspel
- 11
- erste Rollenanordnung
- 12
- Tänzerrolle
- 13
- Rolle
- 14
- Schwinge
- 15
- zweite Haspelvorrichtung
- 16
- zweite Haspel
- 17
- zweite Rollenanordnung
- 18
- Tänzerrolle
- 19
- Rolle
- 20
- Schwinge
- 21
- Bandlinie
- 22
- Hydraulikzylinder
- 23
- Kolbenstange
- 24
- Zylinder
- 25
- Betätigungsanordnung
- 26
- Walzenkeller
- 27
- Hydrauliktank
- 28
- Hydraulikpumpe
- 29
- Ventilanordnung
- 30
- Servoventil
- 31
- erster Zylinderraum
- 32
- zweiter Zylinderraum
- 33
- Hydraulikdruckspeicher
- 34
- Pulsationsdämpfer
- 35
- Zugmessdose
- 36
- Drucksensor
- 37
- Hydraulikleitung
- 38
- Zulaufleitung
- 39
- Rücklaufleitung
- 40
- Wegmesssystem
1. Vorrichtung zum Regeln eines Bandzuges beim flexiblen Walzen von Metallband, wobei
die Vorrichtung Folgendes aufweist:
eine Rollenanordnung (11, 17) mit zumindest einer Tänzerrolle (12, 18), deren Position
zur Regelung des Bandzuges des Metallbands (8) verstellbar ist,
zumindest einen hydraulischen Antrieb (22), der zum Verstellen der Tänzerrolle (12,
18) mit dieser gekoppelt ist,
einen Hydrauliktank (27) für Hydraulikflüssigkeit, der über eine hydraulische Zulaufleitung
(38) mit dem hydraulischen Antrieb fluidleitend verbunden ist,
eine steuerbare Ventilanordnung (29) zwischen dem Hydrauliktank (27) und
dem hydraulischen Antrieb (22) zum Steuern des hydraulischen Antriebs (22),
eine Hydraulikpumpe (28), mit welcher der hydraulische Antrieb (22) mit Hydraulikflüssigkeit
aus dem Hydrauliktank (27) versorgt wird, und
zumindest einen Hydraulikdruckspeicher (33) zum Zwischenspeichern von zuvor durch
die Hydraulikpumpe (28) geförderter Hydraulikflüssigkeit, wobei der Hydraulikdruckspeicher
(33) zwischen der Hydraulikpumpe (28) und der Ventilanordnung (29) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der hydraulische Antrieb einen Hydraulikzylinder (22) umfasst.
3. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass in dem hydraulischen Antrieb (22) ein Drucksensor (36) zum Bestimmen des hydraulischen
Drucks angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass an einer Rolle (12, 13, 18, 19) der Rollenanordnung (11, 17) zumindest ein Kraftsensor
(35) zum Bestimmen der von dem Metallband (8) auf die Rolle (18) wirkenden Kräfte
angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass an der Tänzerrolle (12, 18) ein Wegmesssystem (40) zum Bestimmen der Position der
Tänzerrolle (12, 18) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass der hydraulische Antrieb (22) über eine hydraulische Rücklaufleitung (39) mit dem
Hydrauliktank (27) fluidleitend verbunden ist und
dass in der Rücklaufleitung (39) ein Pulsationsdämpfer (34) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass stromab des Pulsationsdämpfers (34) ein Ausgleichstank (35) angeordnet ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Tänzerrolle (12, 18) horizontal verstellbar angeordnet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Rollenanordnung (11, 17) zusätzlich zu der zumindest einen Tänzerrolle (12, 18)
zumindest eine weitere Rolle (13, 19) aufweist, wobei die zumindest eine Tänzerrolle
(12, 18) und die zumindest eine weitere Rolle (13, 19) derart vertikal übereinander
angeordnet sind, dass das Metallband (8) in Form eines S geführt ist.
10. Walzanlage zum flexiblen Walzen von Metallband (8), wobei die Walzanlage Folgendes
aufweist:
ein Walzgerüst (2) mit zwei Arbeitswalzen (3, 4), zwischen denen ein in der Weite
einstellbarer Walzspalt (7) gebildet ist,
eine erste Bandführungseinheit mit einer ersten Haspel (10) zum Abhaspeln von Metallband
(8),
eine zweite Bandführungseinheit mit einer zweiten Haspel (16) zum Aufhaspeln von gewalztem
Metallband (8),
dadurch gekennzeichnet,
dass in zumindest einer der genannten Bandführungseinheiten eine Vorrichtung gemäß einem
der Ansprüche 1 bis 9 zwischen der jeweiligen Haspel (10, 16) und dem Walzgerüst (2)
angeordnet ist.
11. Verfahren zum Regeln eines Bandzuges beim flexiblen Walzen von Metallband (8) in einer
Walzanlage mit einer Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 9, wobei die Ventilanordnung
(29) in Abhängigkeit des Bandzuges des Metallbands (8) gesteuert wird und zur kurzfristigen
Bereitstellung von Hydraulikflüssigkeit der hydraulische Antrieb (22) zumindest teilweise
mit zuvor in dem zumindest einen Hydraulikdruckspeicher (33) gespeicherte Hydraulikflüssigkeit
gespeist wird.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Hydraulikdruck am hydraulischen Antrieb (22) gemessen wird,
dass von dem Hydraulikdruck auf den Bandzug im Metallband (8) geschlossen wird und
dass in Abhängigkeit des ermittelten Bandzuges die Ventilanordnung (29) gesteuert wird.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 oder 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die vom Metallband (8) auf eine Rolle der Rollenanordnung (11, 17) wirkenden Kräfte
gemessen werden,
dass von den ermittelten Kräften auf den Bandzug im Metallband (8) geschlossen wird und
dass in Abhängigkeit des ermittelten Bandzuges die Ventilanordnung (29) gesteuert wird.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 11 bis 13 zum Steuern einer Walzanlage nach Anspruch
10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Position der Tänzerrolle (12, 18) der zumindest einen Bandführungseinheiten über
ein Wegmesssystem (40) ermittelt wird und
dass die Geschwindigkeit der Haspel (10, 16) der zumindest einen Bandführungseinheiten
in Abhängigkeit der Position der Tänzerrolle (12, 18) gesteuert wird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüchen 11 bis 14 zum Steuern einer Walzanlage nach Anspruch
10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Walzspalteinstellung des Walzgerüsts (2) ermittelt wird und
dass die Ventilanordnung (29) zusätzlich zum Bandzug des Metallbandes (8) in Abhängigkeit
des Walzspalts (7) gesteuert wird.