[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung Getriebekomponenten, bei dem
ein Werkstück gehärtet wird. Die Erfindung betrifft auch ein Werkstück, das durch
das korrespondierende Verfahren gehärtet ist und eine Getriebekomponente, die aus
einem solchen Werkstück hergestellt ist. Ebenso betrifft die Erfindung ein Getriebe,
das über zumindest eine entsprechende Getriebekomponente verfügt.
[0002] Das Dokument
WO 2010/097300 A1 offenbart ein Verfahren zur Beschichtung einer metallischen Oberfläche mit einer
Schutzschicht. Dabei werden ein nanoskaliges Pulver, ein poröses keramisches Pulver
und ein Lösungsmittel aufgetragen. Durch diese Beschichtung wird die metallische Oberfläche
in einer aufkohlenden Atmosphäre vor chemischen Angriffen geschützt.
[0003] In zahlreichen technischen Gebieten werden gehärtete Komponenten eingesetzt, deren
Herstellung einen erheblichen Aufwand erfordert. Des Weiteren besteht in vielen technischen
Gebieten die Anforderung, immer leistungsfähigere Komponenten kostengünstiger und
schneller bereitzustellen. Dies gilt insbesondere im Bereich der Getriebetechnik,
in der hoch beanspruchbare Komponenten gefordert sind. Es besteht Bedarf an einem
Herstellungsverfahren für gehärtete Getriebekomponenten, das schnell, prozesssicher,
kosteneffizient und einfach umsetzbar ist. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
ein Herstellungsverfahren bereitzustellen, das in zumindest einem der oben skizzierten
Aspekte eine Verbesserung bietet.
[0004] Die Aufgabenstellung wird durch das erfindungsgemäße Verfahren gelöst, das dazu ausgebildet
ist, eine Getriebekomponente herzustellen. Das Verfahren umfasst dabei ein Härten
des Werkstücks, das zuvor beispielsweise im Rahmen einer sogenannten Weichbearbeitung
spanend bearbeitet wurde. Zum erfindungsgemäßen Verfahren gehört unter anderem ein
erster Schritt, in dem das Werkstück und ein Härteofen bereitgestellt werden. In einem
weiteren Schritt wird durch Einstellen einer Prozesstemperatur im Härteofen eine Prozessumgebung
bereitgestellt. Das Werkstück wird in den Härteofen eingebracht und durch die dort
vorliegende Prozesstemperatur erwärmt. Durch das Erwärmen des Werkstücks wird eine
Werkstücktemperatur an die Prozesstemperatur angeglichen. In einem weiteren Schritt
erfolgt ein Erzeugen einer Schutzschicht an zumindest einem Bereich einer Oberfläche
des Werkstücks. Die Schutzschicht dient dazu, eine unerwünschte chemische Reaktion
der Oberfläche des Werkstücks mit der Prozessumgebung, beispielsweise eine sogenannte
Randoxidation des Werkstücks, zu minimieren oder zu vermeiden. Je umfangreicher eine
Randoxidation ausgebildet wird, umso größer ist eine Schwächung des bearbeiteten Werkstücks.
[0005] Weiter wird das Werkstück der im Härteofen hergestellten Prozessumgebung ausgesetzt
und so ein Härtungsvorgang durchgeführt. Erfindungsgemäß wird dabei die Schutzschicht
basierend auf einem Stoff gebildet, der als Legierungselement im Werkstück vorliegt.
Die Schutzschicht liegt dabei an der Oberfläche des Werkstücks, so dass ein Grundmaterial
des Werkstücks durch die Schutzschicht von der Prozessumgebung abgeschirmt wird. Das
im Grundmaterial vorliegende Legierungselement wird im Bereich der Oberfläche des
Werkstücks in ein Material umgewandelt, das die Schutzschicht auf der Oberfläche ausbildet.
Zu diesem Zweck ist für das Werkstück, also dessen Grundmaterial, lediglich ein geeigneter
Werkstoff zu wählen, in dem das entsprechende Legierungselement mit einem zumindest
ausreichenden Anteil, also einer zumindest ausreichenden Konzentration, vorhanden
ist. Die Schutzschicht wird so selbsttätig in gleichmäßiger Weise an der gesamten
Oberfläche des Werkstücks ausgebildet. Legierungen sind typischerweise weitestgehend
homogen ausgebildet, so dass die Schutzschicht auf der gesamten Oberfläche des Werkstücks
im Wesentlichen gleichmäßig ausgebildet wird. Dadurch, dass weitere Handhabungsschritte,
beispielweise durch einen Werker, entbehrlich sind, wird ein hohes Maß an Prozesssicherheit
erzielt. Ferner wird dadurch die Schutzschicht aus dem Inneren des Werkstücks heraus
gebildet.
[0006] Alternativ oder ergänzend kann die Schutzschicht auch basierend aus einem Stoff ausgebildet
werden, der in einer Beschichtung vorliegt. Die Beschichtung wird auf dem Werkstück
aufgebracht, wenn das Werkstück im ersten Schritt für das Härten bereitgestellt wird.
Durch eine entsprechende Beschichtung je nach vorliegender Prozesstemperatur und/oder
Prozessumgebung ist ein besonders geeigneter Stoff zum Ausbilden der Schutzschicht
wählbar. Ein besonders geeigneter Stoff ist beispielsweise ein Stoff, der zu einer
Schutzschicht umwandelbar ist, die eine hohe chemische Reaktionsträgheit aufweist
und somit eine erhöhte Schutzwirkung für die Oberfläche des Werkstücks bietet. Insgesamt
wird so für die angestrebte Getriebekomponente die Anzahl an einsetzbaren Werkstoffen
als Grundmaterial des Werkstücks erhöht. Ebenso kann in Kombination mit einer Schutzschicht,
die aus einem Legierungselement im Grundmaterial des Werkstücks eine weiter gesteigerte
Schutzwirkung erzielt werden.
[0007] In einer weiteren Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens kann der Stoff zum
Ausbilden der Schutzschicht dazu ausgebildet sein, bei Vorliegen der Prozesstemperatur
an der Oberfläche des Werkstücks ein Oxid zu bilden. Alternativ kann das Oxid auch
bereits bei einer Temperatur unterhalb der Prozesstemperatur ausgebildet werden. Oxide,
insbesondere spezielle Metalloxide, bieten eine Passivierung an einer Oberfläche eines
Werkstücks, die eine Randoxidation wirksam verhindert. Der dazu notwendige Sauerstoff
ist in einfacher Weise durch die Prozessumgebung bereitstellbar. Des Weiteren sind
Oxide chemisch reaktionsträge, was unerwünschten weiteren chemischen Reaktionen mit
Stoffen aus der Prozessumgebung und/oder dem Werkstück vorbeugt.
[0008] Darüber hinaus kann der Stoff zum Ausbilden der Schutzschicht bei der im Verfahren
vorliegenden Prozesstemperatur im Werkstück diffusionsfähig sein. Bei einer Bildung
der Schutzschicht basierend auf einem Legierungselement im Werkstück wird so beim
Verfahren ein Diffusionsstrom des entsprechenden Legierungselements aus dem Inneren
des Werkstücks an dessen Oberfläche hervorgerufen. Infolgedessen wird an der Oberfläche
selbsttätig mit dem Legierungselement in ausreichender Menge ein Edukt bereitgestellt,
das zum Ausbilden der Schutzschicht erforderlich ist. Ebenso wird der Diffusionsstrom
reduziert, wenn das Ausbilden der Schutzschicht in einen Sättigungsbereich eintritt.
Damit ist das beanspruchte Verfahren selbstregulierend, was wiederum eine zuverlässige
und prozesssichere Umsetzung des Verfahrens erlaubt.
[0009] Ferner kann während des Verfahrens, insbesondere im zweiten Schritt, eine Prozessumgebung
im Härteofen vorliegen, bei der ein Aufkohlen des Werkstücks erfolgt. Dazu liegt beispielsweise
ein ausreichend hohe Prozesstemperatur vor, bei der Kohlenstoff aus der Prozessumgebung
in der Oberfläche des Werkstücks eingelagert wird und so die Härte des Werkstücks
erhöht wird. Bei einer entsprechenden Prozessumgebung, insbesondere bei einer Prozesstemperatur
von 800°C bis 1200°C, ist auch eine Schutzschicht ausbildbar. Randoxidationen sind
üblicherweise bei entsprechend hohen Prozesstemperaturen zu erwarten, die auch ein
Aufkohlen erlauben. Die Schutzschicht ist dazu geeignet, entsprechenden Prozesstemperaturen
standzuhalten und bietet einen zuverlässigen Schutz vor weiterer Randoxidation.
[0010] In einer weiteren Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens ist das Legierungselement
im Werkstück, aus dem die Schutzschicht auszubilden ist, Chrom, Zirconium, Titan,
Nickel, Zink, Aluminium, oder Blei. Die Oxide dieser Stoffe bilden an der Oberfläche
des Werkstücks eine chemisch reaktionsträge Schutzschicht, die ein besonders hohes
Maß an Schutz vor Randoxidation bietet. Darüber hinaus sind Chrom, Zirconium, Titan,
Zink und Aluminium bewährte Legierungselemente zahlreicher Stahlsorten. Folglich sind
geeignete Werkstoffe für das Werkstück in einfacher Weise verfügbar. Insbesondere
ist Chrom als Stoff zur Bildung einer Schutzschicht, beispielsweise im Rahmen einer
sogenannten Chrompassivierung, ein erprobter Stoff. Darüber hinaus ist Chrom bei der
im Härteofen vorliegenden Prozesstemperatur gut diffusionsfähig im Werkstück, was
die Bildung der Schutzschicht beschleunigt. Dadurch wird die Entstehung von Randoxidationen
am Werkstück weiter minimiert.
[0011] Beim beanspruchten Verfahren kann das Aufbringen der Beschichtung durch Alitieren,
durch Chromieren oder durch ein Auftragen einer Paste herstellbar sein. Durch ein
Alitieren ist Aluminium als ein Stoff bereitstellbar, der dazu geeignet ist, eine
passivierende Schutzschicht, nämlich eine Aluminiumoxidschicht, an der Oberfläche
des Werkstücks auszubilden. Durch ein Chromieren wird Chrom bereitgestellt, das eine
passivierende Chromoxidschicht bilden kann. Ferner ist in einer Paste ein beliebiger
Stoff, insbesondere Titan oder Zirconium, bereitstellbar, der dazu geeignet ist, bei
Vorliegen der Prozesstemperatur eine passivierende Schutzschicht auszubilden. Insbesondere
kann durch eine Paste auch eine Kombination mehrerer solcher Stoffe bereitgestellt
werden. Damit ist das beanspruchte Verfahren in einfacher Weise an eine Vielzahl an
Werkstoffen, aus denen das Werkstück hergestellt sein kann, anpassbar.
[0012] Ferner kann die Schutzschicht, die während des dritten Verfahrensschritts herzustellen
ist, Chromoxid, Aluminiumoxid, Zirconiumoxid, Titanoxid, Nickeloxid, Zinkoxid und/oder
Bleioxid aufweisen. Derartige Oxide bieten an der Oberfläche des Werkstücks eine wirksame
Passivierung für dieses.
[0013] In einer weiteren Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens erfolgt der zweite
und/oder dritte Schritt in einer Gasatmosphäre. Dies kann beispielsweise eine sogenannte
Aufkohlungsatmosphäre sein, die gasförmige Kohlenstoffverbindungen zur Einlagerung
von Kohlenstoff in der Oberfläche des Werkstücks umfasst. Alternativ oder ergänzend
kann die Gasatmosphäre auch als Schutzgasatmosphäre ausgebildet sein. Das beanspruchte
Verfahren minimiert durch die Schutzschicht das Auftreten von Randoxidationen damit
auch in einer Gasatmosphäre. Ein aufwendiges Aufkohlen im Vakuum ist somit durch das
beanspruchte Verfahren bei zumindest gleichbleibender Güte am behandelten Werkstück
ersetzbar. Dadurch wird die Herstellung der Getriebekomponenten beschleunigt und gleichzeitig
die Qualität der behandelten Werkstücke beibehalten oder erhöht. Dadurch sind die
angestrebten Getriebekomponenten insgesamt kosteneffizienter herstellbar.
[0014] Beim beanspruchten Verfahren kann das Werkstück aus einem Stahl oder einer Stahllegierung
hergestellt sein. Stähle oder Stahllegierungen sind in einem breiten Spektrum von
Eigenschaften verfügbar und sind zuverlässig, also prozesssicher bearbeitbar. Ferner
sind Stahl oder Stahllegierungen dazu geeignet, als Grundmaterial für Werkstücke zu
dienen, auf dem eine Schutzschicht auszubilden ist, die eine passivierende Wirkung
aufweist. Insbesondere bietet Stahl oder Stahllegierung vorteilhafte Festigkeit, die
für Getriebekomponenten unerlässlich ist.
[0015] Darüber hinaus kann der dritte Verfahrensschritt, in dem die Schutzschicht ausgebildet
wird, für die Dauer einer einstellbaren Prozessdauer durchgeführt werden. Die Prozessdauer
ist dabei in Abhängigkeit einer Mehrzahl an Größen wählbar. Insbesondere ist die Prozessdauer
in Abhängigkeit von der Prozesstemperatur gewählt. Je geringer die Prozesstemperatur
ist, umso länger dauert es, bis durch Diffusion aus dem Inneren des Werkstücks eine
ausreichende Schutzschicht ausgebildet ist. Die Prozessdauer ist dabei derart einstellbar,
dass während des dritten Verfahrensschritts beim Ausbilden der Schutzschicht eine
Sättigung eintritt. Ebenso ist die Prozessdauer in Abhängigkeit vom eingesetzten Werkstoff
des Werkstücks und/oder der aufgebrachten Beschichtung einstellbar. Die Prozessdauer
kann auch eine sogenannte Aufkohlungsphase umfassen, in der das Ausbilden der Schutzschicht
abgeschlossen ist und lediglich ein Aufkohlen des Werkstücks erfolgt. Die Prozessdauer
ist dabei beispielsweise durch einen Algorithmus oder eine Tabelle in einer Steuereinheit
des Härteofens einstellbar. Alternativ oder ergänzend kann die Prozessdauer auch durch
eine Benutzereingabe einstellbar sein.
[0016] Des Weiteren kann die Prozessdauer auch in Abhängigkeit eines Anteils des Legierungselements
eingestellt werden, das zum Ausbilden der Schutzschicht vorgesehen ist. Unter dem
Anteil ist dabei beispielsweise die Konzentration des entsprechenden Legierungselements
im Werkstoff des Werkstücks zu verstehen. Je höher der Anteil des Legierungselements
im Werkstück ist, umso schneller wird die Schutzschicht an der Oberfläche des Werkstücks
ausgebildet. Alternativ oder ergänzend kann die Prozessdauer auch in Abhängigkeit
von einer Diffusionsgeschwindigkeit des entsprechenden Legierungselements im Werkstück
ausgewählt werden. Je höher die Diffusionsgeschwindigkeit des Legierungselements im
Werkstück ist, umso schneller wird die Schutzschicht ausgebildet. Das beanspruchte
Verfahren ist damit in einfacher Weise an den eingesetzten Werkstoff anpassbar.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens kann ein Partialdruck
von Sauerstoff im Härteofen gegenüber einer Umgebungsatmosphäre verringert sein. Dementsprechend
liegt im Härteofen ein reduziertes Sauerstoffangebot vor, durch das das Entstehen
einer Randoxidation weiter gehemmt wird. Hierdurch wird die Wirkung des beanspruchten
Verfahrens weiter gesteigert, so dass der für die Getriebekomponenten eingesetzte
Werkstoff noch stärker ausgenutzt werden kann.
[0018] Die zugrundeliegende Aufgabenstellung wird auch durch ein erfindungsgemäßes Werkstück
gelöst, das zur Herstellung beispielweise einer Getriebekomponente geeignet ist. Alternativ
kann das Werkstück auch zur Herstellung einer Verdichterschaufel oder einer Turbinenschaufel
in einer Turbomaschine geeignet sein. Das Werkstück ist gehärtet und ist für eine
unmittelbar folgende Hartbearbeitung geeignet. Das Werkstück stellt damit ein Zwischenprodukt
bei der Herstellung einer Getriebekomponente bzw. einer Verdichter- oder Turbinenschaufel
dar. Erfindungsgemäß ist das Werkstück in einem Verfahren nach einer der oben skizzierten
Ausführungsformen bearbeitet. Infolgedessen weist das erfindungsgemäße Werkstück höchstens
ein Minimum an Randoxidationen auf, die die Festigkeit des Werkstücks herabsetzen.
Das erfindungsgemäße Werkstück hat die Behandlung durch das oben beschriebene Verfahren
abgeschlossen und ist unmittelbar zu einem Abschrecken, Anlassen und/oder Aufheizen
geeignet, an das sich eine spanende Hartbearbeitung anschließt. Ein weiterer Bearbeitungsschritt
zwischen dem Härten und dem Hartbearbeiten, wie beispielsweise ein Kugelstrahlen,
ist entbehrlich. Durch das erfindungsgemäße Werkstück wird die Herstellung einer Getriebekomponente
erheblich beschleunigt und vereinfacht, was in einer gesteigerten Wirtschaftlichkeit
resultiert. Die gleichen Vorteile werden auch bei der Herstellung einer Verdichterschaufel
oder einer Turbinenschaufel einer Turbomaschine erzielt.
[0019] Gleichermaßen wird die skizzierte Aufgabenstellung durch die erfindungsgemäße Getriebekomponente
gelöst. Die Getriebekomponente ist als Stirnrad, Hohlrad, Planetenrad, oder als Sonnenrad
für ein Planetengetriebe bzw. ein Stirnradgetriebe ausgebildet. Die Getriebekomponente
ist dabei aus einem Werkstück hergestellt, das nach einem Verfahren gemäß einer der
oben beschriebenen Ausführungsformen ausgestaltet ist. Dementsprechend ist die Getriebekomponente
aus einem wie oben beanspruchten Werkstück hergestellt. Die Getriebekomponente weist
höchstens ein Minimum an Randoxidationen auf, durch die die Festigkeit der Getriebekomponente
reduziert wird. Die Getriebekomponente ist infolgedessen kompakter dimensionierbar
als bekannte Getriebekomponenten, die bestimmungsgemäß gleichen mechanischen Beanspruchungen
unterworfen sind. Demnach bietet die beanspruchte Getriebekomponente eine erhöhte
Werkstoffausnutzung und erhöhte Leistungsdichte.
[0020] Die zugrundeliegende Aufgabenstellung wird auch durch das erfindungsgemäße Getriebe
gelöst. Das Getriebe kann beispielsweise als Planetengetriebe oder Stirnradgetriebe
ausgebildet sein und weist ein Gehäuse auf, in dem eine Mehrzahl an Getriebekomponenten
ausgenommen ist. Dabei ist zumindest eine der Getriebekomponenten gemäß der oben beschriebenen
Lösung ausgebildet, also aus einem Werkstück hergestellt, das nach einem beanspruchten
Verfahren behandelt ist. Durch die zumindest eine Getriebekomponente, die mit dem
beanspruchten Verfahren bearbeitet ist, wird eine verbesserte Werkstoffausnutzung
erzielt, was wiederum eine kompaktere Dimensionierung der Getriebekomponente erlaubt.
Derart verbesserte Getriebekomponenten wiederum ermöglichen es, das erfindungsgemäße
Getriebe kompakter herzustellen.
[0021] Die Erfindung wird im Folgenden anhand einzelner Ausführungsformen beschrieben. Die
Merkmale der einzelnen Ausführungsformen sind dabei untereinander kombinierbar. Die
Figuren sind zumindest insoweit in gegenseitiger Ergänzung zu lesen, dass gleiche
Bezugszeichen in den Figuren auch die gleiche technische Bedeutung haben. Es zeigen
im Einzelnen:
- FIG 1
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens;
- FIG 2
- eine schematische Darstellung einer zweiten Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens;
- FIG 3
- ein Ablaufdiagramm einer dritten Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens;
- FIG 4
- ein Ablaufdiagramm einer vierten Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens;
- FIG 5
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform eines beanspruchten Getriebes
mit einer beanspruchten Getriebekomponente
- FIG 6
- eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform eines beanspruchten Getriebes
mit einer beanspruchten Getriebekomponente.
[0022] FIG 1 zeigt schematisch eine erste Ausführungsform eines beanspruchten Verfahrens
100, bei dem auf ein Werkstück 10 eingewirkt wird. FIG 1 zeigt einen Ausschnitt des
Werkstücks 10, das zu einer Getriebekomponente 40 weiterzuverarbeiten ist, während
eines dritten Verfahrensschritts 130. Das Werkstück 10 ist aus einem Werkstoff 14
hergestellt, der als Grundmaterial 23 dient. Durch die Form des Werkstücks 10 weist
dieses insgesamt ein bestimmtes Volumen 11 auf. Das in FIG 1 vorliegende Werkstück
10 ist zu einer Getriebekomponente 40 weiterzuverarbeiten. Das Grundmaterial 23 aus
dem das Werkstück 10 hergestellt ist, ist eine Stahllegierung und weist eine Mehrzahl
an Legierungselementen 14 auf, die in FIG 1 durch Punkte angedeutet sind. Eines der
Legierungselemente 14 ist ein Stoff 15, aus dem im dritten Schritt 130 eine Schutzschicht
16 an der Oberfläche 12 des Werkstücks 10 auszubilden ist. Der Stoff 15 ist Chrom,
das als Legierungselement 14 im Grundmaterial 23 vorliegt. Das Werkstück 10 befindet
sind während des dritten Verfahrensschritts 130 in einem Härteofen 30, in dem eine
Gasatmosphäre 20 vorliegt. Die Gasatmosphäre 20 weist eine gasförmige Kohlenstoffverbindung
auf, die dazu geeignet ist, im Bereich der Oberfläche 12 des Werkstücks 10 Kohlenstoff
22 einzulagern. Dadurch wird ein sogenanntes Aufkohlen verwirklicht, durch das die
Härte des Werkstücks 10 nach einem Abschrecken an seiner Oberfläche 12 erhöht wird.
Durch die Gasatmosphäre 20 und eine vorliegende Prozesstemperatur 25 wird eine Prozessumgebung
26 definiert, unter der sich eine Werkstücktemperatur 29 der Prozesstemperatur 25
anpasst. Durch die steigende Werkstücktemperatur 29 wird der als Legierungselement
14 vorliegende Stoff 15 zur Bildung der Schutzschicht 16 im Grundmaterial 23 diffusionsfähig.
Im Bereich der Oberfläche 12 wird im Wesentlichen flächig eine Diffusion 17 des Stoffs
15 in Richtung der Oberfläche 12 hervorgerufen. Dadurch erfolgt eine Anreicherung
des Stoffs 15 an der Oberfläche 12, der dort der Prozessumgebung 26 ausgesetzt ist.
Der Stoff 15 bildet durch die Einwirkung der Prozessumgebung 26 ein Oxid 21 aus, nämlich
ein Chromoxid. Das Oxid 21 besetzt die Oberfläche 12 im Wesentlichen flächig und bildet
so die Schutzschicht 16. Die Schutzschicht 16 wiederum hat eine chemisch passivierende
Wirkung, so dass eine Reaktion der Oberfläche 12 mit Sauerstoff 33 in der Prozessumgebung
26 gehemmt oder vermieden wird. Ferner ist der Partialdruck 43 des Sauerstoffs 33
gegenüber einer Umgebungsatmosphäre reduziert. Wenn im dritten Schritt 130 an der
Oberfläche 12 eine im Wesentlichen durchgehende Schutzschicht 16 erzeugt ist, erfolgt
nur noch eine Einlagerung von Kohlenstoff 22 in der Oberfläche 12, also nur noch das
sogenannte Aufkohlen 31. Der dritte Verfahrensschritt 130 wird für eine einstellbare
Prozessdauer 32 durchgeführt, die in Abhängigkeit von dem Stoff 15 und der Prozesstemperatur
25 eingestellt ist. Je geringer Stoff 15 und Prozesstemperatur 25 sind, umso länger
dauert es, bis eine im Wesentlichen durchgehende Schutzschicht 16 ausgebildet ist.
Im dritten Schritt 130 wird das Entstehen von Randoxidationen 19 reduziert oder unterbunden,
die die Festigkeit des Werkstücks 10 herabsetzen. Bei der Ausführungsform nach FIG
1 wird die Schutzschicht 16 im Wesentlichen aus dem Inneren des Werkstücks 10 heraus
gebildet.
[0023] FIG 2 zeigt schematisch eine zweite Ausführungsform eines beanspruchten Verfahrens
100, bei dem auf ein Werkstück 10 eingewirkt wird. FIG 2 zeigt einen Ausschnitt des
Werkstücks 10, das zu einer Getriebekomponente 40 weiterzuverarbeiten ist, während
eines dritten Verfahrensschritts 130. Das Werkstück 10 ist aus einem Werkstoff 14
hergestellt, der als Grundmaterial 23 dient. Durch die Form des Werkstücks 10 weist
dieses insgesamt ein bestimmtes Volumen 11 auf. Das in FIG 2 vorliegende Werkstück
10 ist zu einer Getriebekomponente 40 weiterzuverarbeiten. Das Grundmaterial 23 aus
dem das Werkstück 10 hergestellt ist, ist eine Stahllegierung. Auf der Oberfläche
12 des Werkstücks 10 ist eine Beschichtung 27 aufgebracht, die einen Stoff 15 aufweist,
der zum Ausbilden einer Schutzschicht 16 geeignet ist. Der Stoff 15 ist Chrom, das
der Beschichtung 27, die als Paste ausgebildet ist, beigemengt ist.
[0024] Das Werkstück 10 befindet sind während des dritten Verfahrensschritts 130 in einem
Härteofen 30, in dem eine Gasatmosphäre 20 vorliegt. Die Gasatmosphäre 20 weist eine
gasförmige Kohlenstoffverbindung auf, die dazu geeignet ist, im Bereich der Oberfläche
12 des Werkstücks 10 Kohlenstoff 22 einzulagern. Dadurch wird ein sogenanntes Aufkohlen
verwirklicht, durch das die Härte des Werkstücks 10 nach dem Abschrecken an seiner
Oberfläche 12 erhöht wird. Durch die Gasatmosphäre 20 und eine vorliegende Prozesstemperatur
25 wird eine Prozessumgebung 26 definiert, unter der sich eine Werkstücktemperatur
29 der Prozesstemperatur 25 anpasst. Durch die steigende Werkstücktemperatur 29 reagiert
der in der Beschichtung 27 vorliegende Stoff 15 mit dem Sauerstoff 33 aus der Prozessumgebung
26 zu dem Oxid 21 und bildet auf dem Grundmaterial 23 die Schutzschicht 16. Das Oxid
21 besetzt die Oberfläche 12 im Bereich der Beschichtung 27 flächig und bildet dort
die Schutzschicht 16. Die Schutzschicht 16 wiederum hat eine chemisch passivierende
Wirkung, so dass eine Reaktion der Oberfläche 12 mit Sauerstoff 33 in der Prozessumgebung
26 gehemmt oder vermieden wird. Ferner ist der Partialdruck 43 des Sauerstoffs 33
gegenüber einer Umgebungsatmosphäre reduziert. Wenn im dritten Schritt 130 an der
Oberfläche 12 eine im Wesentlichen durchgehende Schutzschicht 16 erzeugt ist, erfolgt
nur noch eine Einlagerung von Kohlenstoff 22 in der Oberfläche 12, also nur noch das
sogenannte Aufkohlen 31. Der Kohlenstoff 22 ist fähig, beim Aufkohlen 31 die Beschichtung
27 und die Schutzschicht 16 zu durchdringen. Im dritten Schritt 130 wird das Entstehen
von Randoxidationen 19 reduziert oder unterbunden, die die Festigkeit des Werkstücks
10 herabsetzen. Bei der Ausführungsform nach FIG 2 wird die Schutzschicht 16 im Wesentlichen
von außen auf dem Werkstück 10 gebildet. Durch eine entsprechende Wahl der Beschichtung
27 können beliebige geeignete Stoffe 15 zur Bildung der Schutzschicht 16 in einer
breiten Spanne an Mengen oder Konzentrationen bereitgestellt werden. Darüber hinaus
erfolgt auch eine Diffusion 17 des Stoffs 15 auf der Beschichtung 27 zur Oberfläche
12 des Werkstücks 10, wo der Stoff 15 dann zu einem Oxid 16 reagiert. Eine Intensität
der Diffusion 17 von der Beschichtung 27 in die Oberfläche 12 hängt dabei von einer
vorliegenden Prozessumgebung 25, insbesondere der Prozesstemperatur 26, und der Konzentration
des Stoffs 15 in der Beschichtung 27 ab.
[0025] In FIG 3 ist schematisch in drei korrespondierenden Diagrammen 50, die jeweils in
horizontaler Richtung eine Zeitachse 52 und in vertikaler Richtung eine Größenachse
54 aufweisen, eine Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens 100 gezeigt. Im oberen
Diagramm 50 ist an der Größenachse 54 die an einem Werkstück 10 vorliegende Werkstücktemperatur
29 dargestellt, die sich aus einer Einwirkung einer Prozessumgebung 26 ergibt, der
das Werkstück 10 ausgesetzt ist. Die Diagramme 50 gehen von einer Situation im Verfahren
100 aus, in dem der erste und zweite Verfahrensschritt 110, 120, also das Bereitstellen
des Werkstücks 10, des Härteofens 30 und das Herstellen einer Prozesstemperatur 25
im Härteofen 30 abgeschlossen sind. Der daran anschließende dritte Verfahrensschritt
130 weist eine Startphase 35 auf, in der die Werkstücktemperatur 29 ansteigt und sich
der Prozesstemperatur 25 nähert. Die Startphase 35 endet mit einem Erreichen einer
Passivierungstemperatur 28, bei der ein Stoff 15, der im Werkstück 10 als Legierungselement
14 vorliegt, eine Oxidschicht an einer Oberfläche 12 des Werkstücks 10 bildet, die
als Schutzschicht 16 dient. Gleichzeitig setzt mit dem Erreichen der Passivierungstemperatur
28 eine Diffusion 17 dieses Stoffs 15 im Werkstück 10 zu dessen Oberfläche 12 ein.
Im mittleren Diagramm 50 ist an der Größenachse 54 eine Diffusionsgeschwindigkeit
42 dargestellt. Die Diffusionsgeschwindigkeit 42 der Diffusion 17 des Legierungselements
14 zum Ausbilden der Schutzschicht 16, ist während der Startphase 35 im Wesentlichen
Null. Währenddessen weist die Schutzschicht 16, wie im unteren Diagramm 50 abgebildet,
eine Dicke 13 von im Wesentlichen Null auf.
[0026] Auf die Startphase 35 folgt eine Beschleunigungsphase 36, in der die Werkstücktemperatur
29 weiter ansteigt. Gleichzeitig steigt die Diffusionsgeschwindigkeit 42 an und erreicht
zum Ende der Beschleunigungsphase 36 ihren maximalen Zuwachs, der in FIG 3 durch die
Tangente 44 abgebildet ist. Während der Beschleunigungsphase 36 weist die Dicke 13
der Schutzschicht 16 lediglich einen geringfügigen ersten Zuwachs 46 auf. Es folgt
eine Hauptphase 37, in der, wie im oberen Diagramm 50 dargestellt, die Werkstücktemperatur
29 im Wesentlichen er Prozesstemperatur 25 entspricht. Während der Hauptphase 37 bleibt
die Diffusionsgeschwindigkeit 42 des Legierungselements 14 im Werkstück 10 im Wesentlichen
konstant. Wie im unteren Diagramm dargestellt, erfolgt währenddessen ein zweiter Zuwachs
47 der Dicke 13 der Schutzschicht 16, der den ersten Zuwachs 46 übersteigt. Ferner
setzt während der Hauptphase 37 ein Aufkohlen 31 des Werkstücks 10 ein. Nach der Hauptphase
37 folgt eine Sättigungsphase 38, in der die Werkstücktemperatur 29 weiterhin im Wesentlichen
der Prozesstemperatur 25 entspricht. In der Sättigungsphase 38 erfolgt ein Rückgang
49 der Diffusionsgeschwindigkeit 42 auf im Wesentlichen Null. Die Dicke 13 der Schutzschicht
16 stagniert im Wesentlichen während der Sättigungsphase 38. Bei der Dicke 13 der
Schutzschicht 16 erfolgt währenddessen ein dritter Zuwachs 48, der geringer ist als
der erste und der zweite Zuwachs 46, 47. Gleichzeitig erfolgt weiterhin das Aufkohlen
31 des Werkstücks 10.
[0027] An die Sättigungsphase 38 schließt sich eine Konstantphase 39 an, in der die Dicke
13 der Schutzschicht 16 konstant bleibt und durch die Einwirkung der Prozesstemperatur
25 bzw. der Prozessumgebung 26 nur noch ein Aufkohlen 31 stattfindet. Die kombinierte
Dauer der Hauptphase 37, der Sättigungsphase 38 und der Konstantphase 39 stellt eine
Prozessdauer 32 dar, die durch einen Algorithmus oder eine Tabelle in einer nicht
näher dargestellten Steuereinheit 51 des Härteofens 30 einstellbar. Alternativ oder
ergänzend ist die Prozessdauer 32 auch durch eine Benutzereingabe an der Steuereinheit
51 einstellbar. Dabei ist eine Hauptphasendauer 53, die zur Prozessdauer 32 gehört,
von der Werkstücktemperatur 29 und der Konzentration des Stoffs 15 als Legierungselement
14 abhängig.
[0028] FIG 4 zeigt schematisch den Ablauf einer Ausführungsform des beanspruchten Verfahrens
100. Das Verfahren 100 geht von einem ersten Schritt oder Verfahrensschritt 110 aus,
in dem ein Werkstück 10, das zu einer Getriebekomponente 40 weiterzuverarbeiten ist,
bereitgestellt wird. Ferner wird im ersten Schritt 110 ein Härteofen 30 bereitgestellt,
mit dem das beanspruchte Verfahren 110 im Wesentlichen durchzuführen ist. Es folgt
ein zweiter Schritt 120, in dem für das Werkstück 10 im Härteofen 30 eine Prozesstemperatur
25 hergestellt wird, bei der das Verfahren 100 durchgeführt wird. Die Prozesstemperatur
25 ist ein Bestandteil einer Prozessumgebung 26, die zur Durchführung eines Aufkohlens
31 im dritten Schritt 130 genutzt wird. Zur Prozessumgebung 26 gehört unter anderem
auch das Herstellen einer Gasatmosphäre 20, in der eine gasförmige Kohlenstoffverbindung
vorliegt. Im dritten Schritt 130 wird an einer Oberfläche 12 des Werkstücks 10 eine
Schutzschicht 16 ausgebildet. Die Schutzschicht 16 wird durch einen Stoff 15 gebildet,
der als Legierungselement 14 im Werkstück 10 oder in einer Beschichtung 27 vorliegt,
die im ersten Schritt 110 auf das Werkstück 10 aufbringbar ist. Während des dritten
Schritts 130 findet auch das Aufkohlen 31 des Werkstücks 10 statt. Der dritte Schritt
130 umfasst, analog der Ausführungsform nach FIG 3, eine Startphase 35, eine Beschleunigungsphase
36, eine Hauptphase 37, eine Sättigungsphase 37 und eine Konstantphase 39, in der
die Schutzschicht 16 gebildet wird und das Aufkohlen 31 stattfindet. Nach einem Durchführen
des dritten Schritts 130 liegt ein Endzustand 200 des Verfahrens 100 vor, in dem das
Werkstück 10 durch Abschrecken, Anlassen und/oder Aufheizen prozessierbar ist. Dadurch
ist das Werkstück 10 auf eine Hartbearbeitung vorbereitbar.
[0029] In FIG 5, FIG 6 und FIG 7 ist jeweils eine Ausführungsform eines beanspruchten Getriebes
60 dargestellt, in dem zumindest eine erfindungsgemäße Getriebekomponente 40 eingesetzt
wird. FIG 5 zeigt ein Planetengetriebe 61, das ein Gehäuse 65 aufweist, in dem ein
Hohlrad 62, ein Planetenträger 64 mit mindestens einem drehbaren Planetenrad 66 und
einem Sonnenrad 68 aufgenommen sind. Das Hohlrad 62, das mindestens eine Planetenrad
66 und das Sonnenrad 68 sind dabei als Getriebekomponenten 40 ausgebildet, die unter
Einbeziehung eines der beanspruchten Verfahren 100 hergestellt sind. Dadurch weisen
diese Getriebekomponenten 40 eine verbesserte Güte auf und sind höher mechanisch beanspruchbar
als vergleichbare Getriebekomponenten gemäß dem Stand der Technik. Dies erlaubt es,
das Planetengetriebe 61 besonders kompakt zu bauen.
[0030] In FIG 6 ist ein Stirnradgetriebe 63 dargestellt, das ein Gehäuse 65 und als Getriebekomponenten
40 zwei Stirnräder 67 aufweist, die miteinander kämmen. Die Stirnräder 67 sind auch
jeweils unter Einbeziehung eines Verfahrens 100 nach einer der beanspruchten Ausführungsformen
hergestellt. Durch die verbesserte Güte der Getriebekomponenten 40 sind diese mechanisch
höher beanspruchbar als aus dem Stand der Technik bekannte Getriebekomponenten. Auch
das Stirnradgetriebe 63 ist dadurch besonders kompakt konstruierbar.
[0031] FIG 7 zeigt schematisch den Aufbau eines Kegelradgetriebes 70 dargestellt, das in
einem Gehäuse 65 zwei Kegelräder 69 aufweist, die ineinander eingreifen. Die Kegelräder
69 sind unter Einbeziehung eines Verfahrens 100 nach einer der beanspruchten Ausführungsformen
hergestellt. Dadurch sind die Kegelräder 69, die Getriebekomponenten 40 sind, mechanisch
höher beanspruchbar als bekannte Kegelräder. jeweils aus einer erfindungsgemäßen Getriebekomponente
40 hergestellt sind.
1. Verfahren (100) zum Herstellen einer Getriebekomponente (40), das ein Härten eines
Werkstücks (10) umfasst und folgende Schritte aufweist:
a) Bereitstellen des Werkstücks (10) und eines Härteofens (30);
b) Herstellen einer Prozesstemperatur (25) im Härteofen (30);
c) Erzeugen einer Schutzschicht (16) an zumindest einem Bereich einer Oberfläche (12)
des Werkstücks (10);
dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (16) basierend auf zumindest einem als Legierungselement (14) im
Werkstück (10) vorhandenen Stoff (15) ausgebildet wird, und/oder dass die Schutzschicht
(16) basierend auf einem Stoff (15) gebildet wird, der in einer im Schritt a) auf
dem Werkstück (10) aufgebrachten Beschichtung (27) vorliegt.
2. Verfahren (100) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoff (15) zum Ausbilden der Schutzschicht (16) bei der im Schritt b) hergestellten
Prozesstemperatur (25) zur Bildung eines Oxids (21) an der Oberfläche (12) des Werkstücks
(10) ausgebildet ist.
3. Verfahren (100) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Stoff (15) zum Ausbilden der Schutzschicht (16) bei der im Schritt b) hergestellten
Prozesstemperatur (25) im Werkstück (10) diffusionsfähig ist.
4. Verfahren (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass im Schritt b) ein Aufkohlen (31) des Werkstücks (10) erfolgt.
5. Verfahren (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Legierungselement (14) Chrom, Zirconium oder Titan ist.
6. Verfahren (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung (27) mittels Alitieren, mittels Chromieren, oder durch ein Auftragen
einer Paste herstellbar ist.
7. Verfahren (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schutzschicht (16) Chromoxid, Aluminiumoxid, Zirconiumoxid und/oder Titanoxid
aufweist.
8. Verfahren (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die Schritte b) und c) in einer Gasatmosphäre (20) erfolgen.
9. Verfahren (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück (10) aus einem Stahl oder einer Stahllegierung hergestellt ist.
10. Verfahren (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt c) für eine einstellbare Prozessdauer (32) durchgeführt wird, wobei die
Prozessdauer (32) in Abhängigkeit von der Werkstücktemperatur (29) und der Konzentration
des Stoffs (15) in dem Legierungselement (14) gewählt ist.
11. Verfahren (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die einstellbare Prozessdauer (32) in Abhängigkeit von einem Anteil des Legierungselements
(14), auf dem die Schutzschicht (16) basiert, im Werkstück (10) gewählt ist.
12. Verfahren (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Partialdruck (43) von Sauerstoff (33) im Härteofen (30) gegenüber einer Umgebungsatmosphäre
verringert ist.
13. Werkstück (10) zur Herstellung eine Getriebekomponente (40), das unmittelbar für ein
Härten, Anlassen und/oder Aufheizen geeignet ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück (10) mittels eines Verfahrens (100) nach einem der Ansprüche 1 bis
12 bearbeitet ist.
14. Getriebekomponente (40), die als Stirnrad (67), Hohlrad (62), Planetenrad (66) oder
Sonnenrad (68) ausgebildet ist, und aus einem Werkstück (10) hergestellt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück (10) gemäß einem Verfahren (100) nach einem der Ansprüche 1 bis 12
bearbeitet ist.
15. Getriebe (60), das ein Gehäuse (65) und eine Mehrzahl an Getriebekomponenten (40)
aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine der Getriebekomponenten (40) nach Anspruch 14 ausgebildet ist.