[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Verschluss mit einem zwischen einer Verriegelungsstellung
und einer Entriegelungsstellung hin und her bewegbaren Riegelelement und einem das
Riegelelement aufnehmenden Riegelgehäuse. Einen weiteren Gegenstand der Erfindung
bildet ein Verschlusssystem mit einem solchen Verschluss.
[0002] Derartige Verschlüsse werden in vielen Bereichen der Technik, beispielsweise zum
Verschließen von Klappen, Türen, Luken oder ähnlichen Elementen verwendet. Die Verschlüsse
weisen dabei üblicherweise ein zwischen einer Verriegelungsstellung und einer Entriegelungsstellung
hin und her bewegbares Riegelelement auf, welches innerhalb eines Riegelgehäuses aufgenommen
ist. In dem Riegelgehäuse sind neben dem Riegelelement auch die zur Bewegung des Riegelelements
erforderlichen mechanischen Komponenten untergebracht, wobei das Riegelgehäuse zumeist
als bauliche Einheit mit beispielsweise einer Tür oder einer Klappe verbunden werden
kann.
[0003] Bei derartigen Verschlüssen hat es sich in bestimmten Fällen als nachteilig erwiesen,
dass diese häufig nur für einen bestimmten Anwendungsfall geeignet sind. Beispielsweise
kann es aufgrund der Ausgestaltung des Riegelelements sein, dass ein Verschluss entweder
nur für einen linksseitigen oder einen rechtsseitigen Türanschlag verwendet wird.
Häufig kann ein Verschluss auch nur für nach innen oder nach außen öffnende Türen
verwendet werden. Es ergibt sich daher der Nachteil, dass für verschiedene Anwendungen
auch stets verschiedene Verschlusstypen bevorratet werden müssen, was in der Praxis
mit einigen Nachteilen verbunden ist.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Verschuss anzugeben, welcher sich
für verschiedene Anwendungen eignet.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Verschluss der eingangs genannten Art dadurch
gelöst, dass das Riegelelement zwischen mindestens zwei Riegelorientierungen in dem Riegelgehäuse
umpositionierbar angeordnet ist.
[0006] Durch die umpositionierbare Anordnung des Riegelelements in dem Riegelgehäuse ist
es möglich, die Riegelorientierung des Riegelelements zur Anpassung an die jeweilige
Anwendung zu ändern. Es muss nicht für jede Anwendung ein separater Verschlusstyp
bevorratet werden. Vielmehr kann ein und derselbe Verschuss durch Umpositionierung
des Riegelelements für verschiedenste Anwendungen, beispielsweise für nach innen und
nach außen öffnende Türen, gleichermaßen verwendet werden.
[0007] Es ist vorteilhaft, wenn sich die Riegelorientierungen durch die Riegellagen und/oder
die Riegelrichtungen des Riegelelements unterscheiden. Hierdurch lässt sich eine Vielzahl
unterschiedlicher Riegelorientierungen bei ein und demselben Verschluss erreichen,
der hierdurch für eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen genutzt werden kann.
Insbesondere bei Haken- und Schnappverschlüssen kann durch eine geänderte Riegellage
die Funktionsweise des Verschlusses an die jeweilige Anwendung angepasst werden. Beispielsweise
kann festgelegt werden, entlang welcher Richtung der Schnappeffekt bei einem Schnappverschluss
auftreten soll.
[0008] In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das Riegelelement
unter Beibehaltung einer Riegelrichtung zwischen zwei Riegellagen umpositionierbar
ist. Die Umpositionierung des Riegelelements zwischen den beiden Riegellagen kann
durch ein Wenden erfolgen. Bei einem Schnappverschluss kann die eine Riegellage, beispielsweise
für eine nach innen öffnende Tür und die andere Riegellage für eine nach außen öffnende
Tür, verwendet werden. Eine Veränderung der Riegelrichtung ist hierfür nicht erforderlich.
[0009] Weiter vorteilhaft ist es, wenn zwei Riegelrichtungen im Wesentlichen quer zueinander
ausgerichtet sind. Durch zwei quer zueinander ausgerichtete Riegelrichtungen kann
der Verschluss zur wahlweisen Verriegelung über zwei quer zueinander angeordneten
Seiten des Riegelgehäuses genutzt werden. Bei gleicher Gehäuseausrichtung kann der
Verschluss daher zur Verriegelung entlang zweier quer zueinander verlaufenden Riegelrichtungen
genutzt werden.
[0010] Weiter vorteilhaft ist es, wenn jeder Riegelrichtung eine wahlweise nutzbare Riegelöffnung
des Riegelgehäuses zugeordnet ist. Durch die Riegelöffnung kann das Riegelelement
entlang der Riegelrichtung aus dem Riegelgehäuse hinaus in die Verriegelungsstellung
überführt werden. Eine bei der gewünschten der Riegelorientierung nicht genutzte Riegelöffnung
kann durch ein Abdeckelement zum Schutz des Inneren des Riegelgehäuses vor Verunreinigungen
verschließbar sein. Jeder Riegelrichtung kann eine separate Riegelöffnung zugeordnet
sein. Die separaten Riegelöffnungen können an unterschiedlichen Seitenflächen, insbesondere
Randseitenflächen, des Riegelgehäuses angeordnet sein. Alternativ kann die Riegelöffnung
auch einem Teil einer größeren Riegelöffnung entsprechen, wobei der in einer bestimmten
Riegelrichtung genutzte Teil offen und die übrigen Teile der größeren Riegelöffnung
durch ein Abdeckelement verschließbar sein können. In diesem Fall kann sich die Riegelöffnung
über mehrere Seitenflächen, insbesondere Randseitenflächen, des Riegelgehäuses erstrecken,
insbesondere über zwei Seitenflächen.
[0011] In vorteilhafter Weise ist das Riegelelement zwischen der Verriegelungsstellung und
der Entriegelungsstellung axial hin und her bewegbar oder um eine Achse hin und her
verschwenkbar.
[0012] Gemäß einer konstruktiven Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass das Riegelgehäuse
derart ausgebildet ist, das es wahlweise über zwei gegenüberliegend angeordnete Montageseiten
montierbar ist. Der über zwei gegenüberliegend angeordneten Montageseiten montierbare
Verschluss kann vor der Montage an der gewünschten Montageposition anwendungsabhängig
gewendet werden. Hierdurch lassen sich weitere Riegelrichtungen abdecken, ohne dass
das Riegelelement hierzu innerhalb des Riegelgehäuses umpositioniert werden muss.
Für einen Verschluss mit einem zwischen zwei Riegelrichtungen im Riegelgehäuse umpositionierbaren
Riegelelement können beispielsweise drei Riegelrichtungen relativ zum Türblatt wahlweise
eingenommen werden.
[0013] In vorteilhafter Weise ist das Riegelelement nach Art einer Falle, insbesondere einer
federbelasteten Falle, ausgebildet. Die Falle kann nach Art einer Schrägfalle mit
einer abgeschrägten Stirnfläche zur Verwendung in einem Schnappverschluss ausgebildet
sein. Die Falle kann alternativ auch als um eine Achse hin und her verschwenkbare
Hakenfalle, Hebelfalle und/oder Drehfalle ausgebildet sein. Die federbelastete Falle
kann in Richtung der Verriegelungsstellung vorgespannt sein. Durch das Vorspannen
kann die Falle auf einfache Weise selbstverriegelnd und insbesondere zuschnappend
ausgebildet sein.
[0014] In einer weiteren konstruktiven Ausgestaltung weist der Verschluss mindestens ein
Antriebselement zur Verbindung des Riegelelements mit mindestens einem Antrieb auf.
Die Verbindung kann nach Art einer Kopplung ausgestaltet sein. Bevorzugt können mehrere,
insbesondere zwei oder drei alternativ nutzbare Antriebe zum Bewegen des Riegelelements
mit dem Antriebselement verbunden sein. Ein erster Antrieb kann nach Art eines Hauptantriebs
ausgebildet sein, während die übrigen Antriebe nach Art von Not- und/oder Hilfsantrieben
ausgebildet sein können, welche beispielsweise während eines Stromausfalls oder einer
Gefahrensituation zur Entriegelung des Verschlusses eingesetzt werden können. Zur
Verbindung des Riegelelements mit dem mindestens einen Antrieb kann das Antriebselement
eine Nocke aufweisen, welche in eine korrespondierend gestaltete Ausnehmung des Riegelelements
eingreift. Das Antriebselement kann drehbar gelagert sein und derart mit dem Riegelelement
verbunden sein, dass eine Drehbewegung des Antriebselements in eine Axialbewegung
des Riegelelements überführt wird.
[0015] In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das mindestens
eine Antriebselement mit dem Riegelelement eine umpositionierbare Riegeleinheit bildet.
Eine Riegeleinheit aus Riegelelement und einem Antriebselement kann eine besonders
einfache Umpositionierung zwischen verschiedene Riegelorientierungen im Riegelgehäuse
ermöglichen.
[0016] Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung ist das Riegelelement ein Riegelschieber
und das Antriebselement eine Nockenscheibe, deren Nocke an dem Riegelschieber anliegt.
Die an dem Riegelschieber anliegende Nocke kann den Riegelschieber bei einem Drehen
der Nockenscheibe auf einfache Art und Weise bewegen. Vorzugsweise weist der Riegelschieber
einen langlochförmigen Durchtritt auf, durch welchen die Achse der Nockenscheibe von
der einen Seite des Riegelelements auf die andere Seite des Riegelelements verläuft.
Der Durchtritt kann eine Bewegung des Riegelschiebers auch bei still stehender Nockenscheibe
erlauben. Hierzu kann der Durchtritt derart dimensioniert sein, dass ein nach Art
einer Schnappfalle ausgebildeter Riegelschieber beim Zuschnappen nicht mit der Achse
der Nockenscheibe kollidiert.
[0017] Vorzugsweise ist beidseitig des Riegelelements jeweils ein Antriebselement angeordnet.
Die Antriebselemente können jeweils mindestens ein, vorzugsweise mindestens zwei Koppelelemente
zur Kopplung mit dem Antrieb aufweisen. Das Koppelelement kann nach Art einer Eingriffsausnehmung
und/ oder eines Langlochs ausgebildet sein. Jeder Riegelorientierung, insbesondere
jeder Riegelrichtung und/oder jeder Riegellage, kann ein eigenes Koppelelement zugeordnet
sein. Die beiden Antriebselemente können als Gleichteile ausgebildet sein. Die zwei
auf den gegenüberliegenden Seiten des Riegelelements angeordneten Antriebselemente
können Teil der Riegeleinheit sein.
[0018] In vorteilhafter Weise ist das Antriebselement über ein axial bewegbares Koppelglied
mit einem Antrieb gekoppelt. Das Koppelglied kann mit dem Antriebselement, insbesondere
mit mindestens einem Koppelelement des Antriebselements, gekoppelt sein. Das Koppelglied
kann durch mehrere Antriebe, insbesondere zwei Antriebe, axial zur Bewegung des Riegelelements
bewegt werden. Abhängig von der jeweiligen Riegelorientierung kann das Koppelglied
an ein Koppelelement des Antriebselements angekoppelt werden.
[0019] Die Koppelung zwischen dem Koppelglied und dem Antriebselement kann lösbar erfolgen,
wodurch ein einfaches Umpositionieren der Riegeleinheit ermöglicht wird. Zur Verbindung
mit den Antrieben kann das Koppelglied mehrere, insbesondere axial und/oder quer zueinander
versetzt angeordnete Koppelabschnitte aufweisen.
[0020] In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das Koppelglied
über ein Steuerkurvenelement mit einer Steuerkurve bewegbar ist. Über die Steuerkurve
des Steuerkurvenelements kann das Koppelglied reproduzierbar und einem vorgegebenen
Bewegungsablauf folgend bewegt werden. Das Steuerkurvenelement kann platzsparend nach
Art einer Steuerschnecke ausgebildet sein.
[0021] In vorteilhafter Weise ist das Riegelelement über mindestens zwei Antriebe, insbesondere
drei Antriebe, zwischen der Verriegelungsstellung und der Entriegelungsstellung hin
und her bewegbar. Durch die mindestens zwei Antriebe kann ein zuverlässiger Betrieb
des Verschlusses mit redundanten Antrieben sichergestellt werden. Alternativ kann
es sich bei den Antrieben um verschiedene Antriebsmechanismen nutzende Antriebe handeln.
Ein sicherer Betrieb des Verschlusses, beispielsweise während eines Stromausfalls
oder eines Brandes, kann insbesondere durch manuell betätigbare Antriebe nach Art
von Not- und/oder Hilfsantrieben sichergestellt werden. Die Antriebe können zur lokalen
und/oder fernbedienten Betätigung des Riegelelements ausgebildet sein.
[0022] In diesem Zusammenhang hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn die Antriebe einen
elektrischen Antrieb mit einem Elektromotor, einen Antrieb mit einem axial beweglichen
Zugelement und/oder einen Antrieb mit einer aufsteckbaren manuellen Betätigungsvorrichtung
umfassen. Der elektrische Antrieb kann nach Art eines Hauptantriebs ausgebildet sein.
Neben dem Elektromotor kann der elektrische Antrieb ein über den Elektromotor angetriebenes
Steuerkurvenelement aufweisen. Der Elektromotor kann über ein Getriebe mit dem Steuerkurvenelement
gekoppelt sein. Das axial bewegliche Zugelement kann über einen Vorspannabschnitt
federbelastet ausgebildet sein. Zur Betätigung durch eine flexible Zugvorrichtung
nach Art eines Bowdenzugs kann das Zugelement eine Betätigungsklaue aufweisen. Die
manuelle Betätigungsvorrichtung kann nach Art eines Schlüssels, insbesondere eines
Mehrkantschlüssels, mit einem Ankoppelelement zusammenwirken. Das Ankoppelelement
kann koaxial an einem Antriebselement angeordnet sein und/ oder von beiden Montageseiten
aus von riegelgehäuseaußenseitig zugänglich sein. Die Zugänglichkeit des Ankoppelelements
kann über Durchgriffsöffnungen des Riegelgehäuses realisiert sein.
[0023] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung weist der Verschluss einen Antriebssensor
zur Positionsbestimmung eines Antriebs und/oder einen Riegelsensor zur Positionsbestimmung
des Riegelelements auf. Bei den Sensoren kann es sich jeweils um einen optischen oder
nach Art eines Lageschalters physisch zu betätigenden Sensor handeln. Die Sensoren
können nach Art von Lagesensoren, insbesondere mit zwei detektierbaren Endlagen, ausgebildet
sein. Mit dem Riegelsensor kann festgestellt werden, ob sich das Riegelelement in
der Verriegelungs- und/oder Entriegelungsstellung befindet.
[0024] Weiter vorteilhaft ist es, wenn mindestens ein Antrieb und/oder das Riegelelement
einen Positionsgeber aufweist. Bevorzugt ist jeder Endstellung ein Positionsgeber
zugewiesen, insbesondere der Verriegelungsstellung und der Entriegelungsstellung des
Riegelelements. Der Positionsgeber kann nach Art eines Vorsprungs des Riegelelements,
des Motors und/oder des Steuerkurvenelements ausgebildet sein. An dem Riegelelement
kann sich der Positionsgeber quer zur Bewegungsrichtung des Riegelelements erstrecken,
insbesondere quer zu mindestens einer Riegelrichtung. Bevorzugt kann beidseitig des
Riegelelements jeweils ein Positionsgeber angeordnet sein.
[0025] Besonders bevorzugt weist das Riegelgehäuse mindestens zwei Sensoraufnahmen zur insbesondere
wahlweisen Aufnahme des Riegelsensors auf. Jede Sensoraufnahme kann einer Riegelorientierung,
insbesondere einer Riegelrichtung, zugeordnet sein. Bei der Umpositionierung des Riegelelements
kann der Riegelsensor in die der jeweiligen Riegelorientierung zugeordnete Sensoraufnahme
umpositioniert werden. Die Umpositionierung des Riegelsensors kann getrennt von der
Umpositionierung des Riegelelements durchgeführt werden.
[0026] Bei einem Verschlusssystem der eingangs genannten Art wird zur
Lösung der vorstehend genannten Aufgabe vorgeschlagen, dass der Verschluss nach einem oder
mehreren der vorstehend beschriebenen Merkmale ausgebildet ist. Es ergeben sich die
bereits im Zusammenhang mit dem Verschluss erläuterten Vorteile.
[0027] Vorteilhafterweise weist das Verschlusssystem ferner einen elektrischen Antrieb zum
Hin- und Herbewegen des Riegelelements zwischen einer Verriegelungsstellung und einer
Entriegelungsstellung auf.
[0028] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung sieht in diesem Zusammenhang vor, dass
der Verschluss als ein Riegelmodul ausgebildet und mindestens ein weiteres Systemmodul
vorgesehen ist, welches mit dem Riegelmodul verbindbar ist. Durch den modularen Aufbau
des Verschlusssystems lässt sich dieses mit weniger Aufwand an unterschiedliche Anforderungen
anpassen. Denn der als Riegelmodul ausgebildete Verschluss lässt sich in der Praxis
ohne weiteres für mehrere Anwendungen einsetzen. Die jeweils anforderungsspezifischen
Systemkomponenten des Verschlusssystems können in dem Systemmodul untergebracht werden.
Das anforderungsspezifische Systemmodul kann mit dem Riegelmodul modular verbunden
werden, so dass sich mit ein und demselben Riegelmodul ganz unterschiedliche Verschlusssysteme
aufbauen lassen. Hierzu ist es nicht erforderlich, jeweils ein vollständig neues Verschlusssystem,
sondern lediglich ein entsprechend angepasstes Systemmodul zu entwickeln, zu bevorraten
usw.
[0029] In diesem Zusammenhang ist es ferner von Vorteil, wenn das Systemmodul mit dem Antrieb
und/oder einer Ansteuerungsvorrichtung des Antriebs funktional zusammenwirkt, wodurch
sich das Verschlusssystem an eine Vielzahl unterschiedlicher Anwendungen anpassen
lässt.
[0030] Von weiterem Vorteil ist eine Ausgestaltung, bei welcher das Systemmodul ein Speichermodul
zur Bereitstellung elektrischer Energie zum Betrieb des Verschlusses und/oder ein
Lese- und/oder Empfangsmodul ist, insbesondere ein Fingerabdrucklaser, ein NFC-Sender,
ein NFC-Empfänger, ein Bluetooth-Sender, ein Bluetooth-Empfänger und/oder ein Kartenleser.
Durch ein Speichermodul kann das Verschlusssystem stromnetzunabhängig mit Energie
versorgt werden. Ein Lese- und/oder Empfangsmodul kann auf einfache Art und Weise
eine gewünschte Form der Zugangskontrolle ermöglichen.
[0031] Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung weist das als Speichermodul ausgebildete Systemmodul
mindestens ein Speicherelement, insbesondere einen Kondensator, einen Akkumulator
oder eine Batterie, zur Versorgung des Antriebs und/oder der Ansteuerungsvorrichtung
mit elektrischer Energie auf. Vorzugsweise sind mehrere zusammengeschaltete Speicherelemente
vorgesehen.
[0032] Bevorzugt sind mindestens zwei mit dem Riegelmodul zusammenwirkende Systemmodule
wahlweise miteinander und/oder mit dem Riegelmodul nach Art eines Baukastensystems
verbindbar. Das mit dem Riegelmodul zu verbindende Systemmodul kann entsprechend bestehender
Anforderungen aus den mindestens zwei Systemmodulen ausgewählt werden. Alternativ
oder zusätzlich können mehrere Systemmodule in Reihe und/oder parallel mit dem Riegelmodul
und/oder miteinander verbunden werden, wodurch sich noch zahlreichere Anwendungen
mit weniger Arten unterschiedlicher Systemmodule abdecken lassen. Die einzelnen zu
verbindenden Systemmodule können aus einer Vielzahl unterschiedlicher und auf diverse
Anforderungen ausgelegter Systemmodule nach Art eines vorgefertigten Baukastensystems
für in der Praxis gängige Anwendungsfälle ausgewählt werden. Beispielsweise kann ein
Systemmodul mit einer Batterie mit einem weiteren Systemmodul mit einem Fingerabdruckleser
verbunden und beide gemeinsam mit dem Riegelmodul verbunden werden.
[0033] In einer konstruktiven Ausgestaltung wird vorgeschlagen, dass das Systemmodul randseitig
mit dem Riegelgehäuse des Riegelmoduls verbindbar ist. Durch eine randseitige Verbindung
des Systemmoduls mit dem Riegelgehäuse kann ein baulich flaches Verschlusssystem erzielt
werden. Insbesondere durch eine stirnseitige Verbindung des Systemmoduls mit dem Riegelgehäuse,
d. h. über eine kurze Randseitenfläche kann zusätzlich ein baulich schmales Verschlusssystem
erzielt werden. Das Riegelmodul und das Systemmodul können derart ausgestaltet und
miteinander verbindbar sein, dass sich eine durchgängige Kontur des Verschlusssystems
ergibt.
[0034] In vorteilhafter Ausgestaltung weist das Systemmodul einen Verbindungsbereich und
das Riegelmodul einen korrespondierend gestalteten Verbindungsbereich auf, über welche
das Systemmodul mechanisch und/oder elektrisch mit dem Riegelmodul verbindbar ist.
Die beiden Verbindungsbereiche können als mechanische und/oder elektrische Schnittstellen
fungieren, über welche sich die Module auf einfache Weise zu einem funktionsfähigen
Gesamtsystem kombinieren lassen.
[0035] Eine verbindungstechnisch vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass die Verbindungsbereiche
jeweils mindestens ein Verriegelungselement und jeweils mindestens eine Gegenverriegelungsstruktur
aufweisen, über welche das Systemmodul formschlüssig mit dem Riegelmodul verbindbar
ist.
[0036] In diesem Zusammenhang wird weiter vorgeschlagen, dass das Verriegelungselement nach
Art eines Steckverbinders und/oder Rastverbinders ausgebildet ist. Auf diese Weise
lässt sich die Verbindung mit wenigen Handgriffen und ohne zusätzliche Verbindungselemente
oder Werkzeuge herstellen.
[0037] Eine fertigungstechnisch vorteilhafte Variante sieht vor, dass die Gegenverriegelungsstruktur
von einem Gehäuseverbindungselement gebildet wird. Die Gehäuse der Module können mehrteilig,
insbesondere zweiteilig mit einer Ober- und einer Unterschale, ausgebildet und die
einzelnen Teile über Gehäuseverbindungselemente mit einander verbunden sein. Die Nutzung
eines solchen Gehäuseverbindungselements als Gegenverriegelungsstruktur bringt konstruktive
und auch fertigungstechnische Vorteile mit sich, da keine separate Gegenverriegelungsstruktur
vorgesehen werden muss. Es ergibt sich ein einfacher Aufbau.
[0038] In diesem Zusammenhang ist es ferner von Vorteil, wenn das Gehäuseverbindungselement
nach einer Gewindebuchse ausgebildet ist. Die Gewindebuchse kann eine zylindrische
Geometrie aufweisen und außenumfangsseitig mit dem Verriegelungselement zusammenwirken.
In das Innere der Gewindebuchse kann in herkömmlicher Weise ein Schraubbolzen zur
Verbindung der Gehäuseteile eingeschraubt sein.
[0039] Vorteilhaft sind zwei Gegenverriegelungsstrukturen vorgesehen, die eine Verbindungsöffnung
einschließen, in welche zwei Verriegelungselemente einsteckbar und/oder einrastbar
sind. Hierdurch ergibt sich eine zuverlässige Verriegelung nach Art einer Zwei-Punkt-Verriegelung.
[0040] Auch kann vorgesehen sein, dass die Gegenverriegelungsstruktur von einer Einstecköffnung
gebildet wird.
[0041] In Weiterbildung der Erfindung wird ferner vorgeschlagen, dass die Verbindungsbereiche
jeweils mindestens ein elektrisches Steckelement und jeweils mindestens eine elektrische
Buchse aufweisen, über welche das Systemmodul mit dem Riegelmodul elektrisch verbindbar
ist. Auf diese Weise kann ein Energieübertrag zwischen den beiden Modulen erfolgen
und/oder Steuersignale übertragen werden. Alternativ kann die Übertragung von Energie
und/oder Steuersignalen auch ohne ein elektrisches Steckelement im Verbindungsbereiche
erfolgen. Das Systemmodul kann über einen Verbindungsleiter, wie beispielsweise ein
Kabel, einen Kabelbaum oder eine flexible Leiterplatte, mit dem Riegelmodul verbunden
werden. Der Verbindungsleiter kann sich von dem Inneren des Riegelmoduls in das Innere
des Systemmoduls erstreckenden. Insbesondere kann der Verbindungsleiter mit einer
Platine des Systemmoduls, einer Platine des Systemmoduls und/oder der Ansteuerungsvorrichtung
verbunden sein.
[0042] Im Hinblick auf eine zuverlässige mechanische Verbindung ist es ferner von Vorteil,
wenn das elektrische Steckelement und die elektrische Buchse formschlüssig miteinander
verbindbar sind. Diese formschlüssige Verbindung kann die einzige mechanische Verbindung
oder eine zusätzliche Verbindung zwischen den Modulen sein.
[0043] Weitere Einzelheiten und Vorteile eines erfindungsgemäßen Verschlusses sowie eines
Verschlusssystems sollen nachfolgend anhand eines in den Figuren schematisch dargestellten
Ausführungsbeispiels der Erfindung exemplarisch erläutert werden. Darin zeigen:
- Fig. 1(a) bis (e)
- einen über eine erste Montageseite montierten Verschluss mit einem Riegelelement in
vier Riegelorientierungen sowie einen über eine zweite Montageseite montierten Verschluss,
- Fig. 2(a) bis (h)
- eine weitere Ausführungsform des Verschlusses mit unterschiedlichen Riegelelementen
in mehreren Riegelorientierungen,
- Fig. 3(a) bis (d)
- weitere Verschlüsse mit unterschiedlichen Riegelelementen in einer Entriegelungsstellung
und einer Verriegelungsstellung,
- Fig. 4
- eine Explosionsdarstellung einer ersten Ausführungsform des Verschlusses,
- Fig. 5
- eine Explosionsdarstellung einer zweiten Ausführungsform des Verschlusses mit unterschiedlichen
Riegelelementen,
- Fig. 6(a) und (b)
- einen Verschluss mit einem in unterschiedlichen Sensoraufnahmen angeordneten Riegelsensor,
- Fig. 7(a) bis (d)
- einen Verschluss in unterschiedlichen Betätigungsstellungen ohne einen Teil des Riegelgehäuses,
- Fig. 8(a) bis (c)
- Schnittdarstellungen des Verschlusses aus Fig. 7 in dessen Entriegelungsstellung und
dessen Verriegelungsstellung,
- Fig. 9(a) bis (c)
- ein modulares Verschlusssystem mit unterschiedlich ausgestalteten Riegelmodulen,
- Fig. 10(a) bis (c)
- ein Riegelmodul und ein Systemmodul mit unterschiedlichen Verriegelungselementen,
- Fig. 11
- eine teildemontierte Darstellung des Riegelmoduls und des Systemmoduls gemäß Fig.
10(c),
- Fig. 12
- eine Explosionsdarstellung des Systemmoduls aus Fig. 11 und
- Fig. 13
- eine Darstellung ähnlich der Darstellung in Fig. 6(a) für ein Riegelmodul und ein
Systemmodul.
[0044] Nachfolgend wird zunächst auf einen erfindungsgemäßen Verschluss 1 und anschließend
auf ein modulares Verschlusssystem eingegangen, bei welchem ein solcher Verschluss
1 als Riegelmodul 100 gemeinsam mit mindestens einem weiteren Systemmodul 200 verwendet
wird.
[0045] In Fig. 1 ist ein Verschluss 1 dargestellt, der in vielen Bereichen der Technik zum
Verschließen von Türen, Klappen, Schränken usw. eingesetzt werden kann.
[0046] Der Verschluss 1 weist ein beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 nach Art einer federbelasteten
Schnappfalle ausgebildetes Riegelelement 2 auf, welches innerhalb eines kastenförmigen
Riegelgehäuses 3 zum Bereitstellen oder zum Lösen einer Verriegelung zwischen einer
Verriegelungsstellung V und einer Entriegelungsstellung E hin und her bewegbar angeordnet
ist.
[0047] In den Fig. 1(a) bis 1(e) ist das Riegelelement 2 in der Verriegelungsstellung V
in verschiedenen Riegelorientierungen innerhalb ein und desselben Riegelgehäuses 3
dargestellt.
[0048] Das Riegelelement 2 nimmt in der Verriegelungsstellung V jeweils eine Stellung in
dem Riegelgehäuse 3 ein, in welcher es mit seinem Riegelabschnitt 2.1 aus dem Riegelgehäuse
3 hervorsteht. In dieser Verriegelungsstellung V kann das Riegelelement 2 mit dem
Riegelabschnitt 2.1 an einem korrespondierend ausgebildeten Gegenstück, wie etwa einem
Verschlusshalter, einer Nut, einem Bolzen, einem Schließblech, einem Schließbügel
oder einem ähnlichen Element anliegen und hierdurch die gewünschte Verriegelung bereitstellen.
Zur Entriegelung kann das Riegelelement 2 von der in Fig. 1 dargestellten Verriegelungsstellung
V in eine Entriegelungsstellung E überführt werden, in welcher sich der Riegelabschnitt
2.1 zurückgezogen innerhalb des Riegelgehäuses 3 befindet.
[0049] Abhängig von dem Anwendungsfall, in welchem der Verschluss 1 eingesetzt werden soll,
sind unterschiedliche Riegelorientierungen des Riegelelements 2 relativ zum Riegelgehäuse
3 möglich. Soll beispielsweise eine Tür an der linker Seite verriegelt werden, so
ist es erforderlich, dass das Riegelelement 2 über eine linke Randseite 3.7 aus dem
Riegelgehäuse 3 austreten kann. Soll die Verriegelung über die Oberkante des Schließelements
erfolgen, so muss das Riegelelement 2 entsprechend über eine obere Stirnseite 3.8
aus dem Riegelgehäuse 3 austreten können bzw. in eine sich über diese Stirnseite 3.8
hinauserstreckende Verriegelungsstellung V bewegen lassen.
[0050] In Fig. 1 ist eine Reihe unterschiedlicher Riegelorientierungen R1, R2, L1, L2 exemplarisch
dargestellt. Die einzelnen Riegelorientierungen unterscheiden sich durch die Riegellagen
L1, L2 des Riegelelements 2, wie dies beispielsweise in den Fig. 1(a) und Fig. 1(b)
gezeigt ist. Bei der Überführung zwischen diesen beiden Riegellagen L1, L2 wird das
Riegelelement 2 durch Rotation um seine Längsachse gewendet. Bei dem in Fig. 1 gezeigten
und als Schrägfalle ausgebildeten Riegelelement 2 unterschieden sich diese beiden
Riegellagen L1, L2 funktional dahingehend, dass ein Zuschnappen des als Schnappverschluss
ausgebildeten Verschlusses 1 in Fig. 1(a) und Fig. 1(b) entlang entgegengesetzter
Bewegungsrichtungen des Schließelements erfolgt. In den beiden Riegellagen L1, L2
ist dem gleichen Teil des Riegelgehäuses 3 jeweils eine unterschiedliche Seite des
Riegelelements 2 zugewandt.
[0051] Auch in Fig. 1(c) und Fig. 1(d) ist das Riegelelement 3 in den beiden Riegellagen
L1, L2 gezeigt. Gegenüber den Riegelorientierungen in Fig. 1(a) bzw. Fig. 1(b) unterscheiden
sich diese Riegelorientierungen jedoch in ihren Riegelrichtungen R1, R2.
[0052] Entlang dieser Riegelrichtungen R1, R2 kann das Riegelelement 2 gegenüber dem Riegelgehäuse
3 zwischen der Entriegelungsstellung E und der Verriegelungsstellung V hin und her
bewegt werden. Die beiden Riegelrichtungen R1, R2 verlaufen im Wesentlichen quer zueinander.
[0053] Das Riegelelement 2 tritt in seiner Verriegelungsstellung V entlang der Riegelrichtung
R1 aus der Randseite 3.7 des Riegelgehäuses 3 aus. Entlang der Riegelrichtung R2,
welche im Wesentlichen parallel zur Gehäuselängsachse LA verläuft, tritt der Riegelabschnitt
2.1 des Riegelelements 2 aus der Stirnseite 3.8 des Riegelgehäuses 3 aus. Auf diese
Weise können mit dem Verschluss 1 vier Riegelorientierungen relativ zum Riegelgehäuse
3 erzielt werden, in welchen das Riegelelement 2 in der Riegellage L1 entlang der
Riegelrichtung R1, in der Riegellage L2 entlang der Riegelrichtung R1, in der Riegellage
L1 entlang der Riegelrichtung R2 oder in der Riegellage L2 entlang der Riegelrichtung
R2 orientiert ist.
[0054] Um diese Anpassungsfähigkeit des Verschlusses 1 an unterschiedliche Anwendungen weiter
zu steigern, weist das Riegelgehäuse 3 zwei gegenüberliegende Montageseiten 3.3, 3.4
auf. Über diese Montageseiten 3.3, 3.4 kann der Verschluss 1 wahlweise montiert werden.
Hierdurch kann das Riegelelement 2 eine dritte Riegelrichtung R3, welche der Riegelrichtung
R1 entgegengesetzt ist, einnehmen. Anders als die beiden Riegelrichtungen R1, R2 wird
das Riegelelement 2 hierzu jedoch nicht gegenüber dem Riegelgehäuse 3 umpositioniert.
Vielmehr wird der gesamte Verschluss 1 zur Positionierung entlang dieser dritten Riegelrichtung
R3 relativ zur Montageposition, an welcher der Verschluss 1 montiert wird, um seine
Längsachse LA rotiert. Diese in Fig. 1(e) gezeigte dritte Riegelrichtung R3 wird daher
durch ein Drehen des Verschlusses 1 mit einem Riegelelement 2 erzielt, welches sich
in der in Fig. 1(a) gezeigten Riegelorientierung R1, L1 relativ zum Riegelgehäuse
3 befindet. Während der in Fig. 1(a) gezeigte Verschluss 1 über die Montageseite 3.4
an der Montageposition montiert wird, erfolgt die Montage des in Fig. 1(e) gezeigten
Verschlusses 1 mit dem entlang der Riegelrichtung R3 ausgerichteten Riegelelement
2 über die gegenüberliegende Montageseite 3.3 an der Montageposition.
[0055] In dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel ist jeder der beiden Riegelrichtungen
R1, R2 eine wahlweise nutzbare Riegelöffnung 4, 5 zugeordnet. Durch diese Riegelöffnungen
4, 5 kann das Riegelelement 2 aus dem Riegelgehäuse 3 hinausragen. Die jeweils nicht
genutzte Riegelöffnung 4, 5 wird durch ein Abdeckelement 21 verschlossen. Ein Eindringen
von Schmutz und Verunreinigung in das Innere des Riegelgehäuses 3 wird so vermieden.
[0056] In Fig. 2 sind weitere Verschlüsse 1 gemäß einer anderen konstruktiven Ausgestaltung
des Riegelgehäuses 3 mit unterschiedlich ausgestalteten Riegelelementen 2 in mehreren
Riegelorientierungen gezeigt. Das Riegelelement 2 des in Fig. 2(a) bis Fig. 2(c) gezeigten
Ausführungsbeispiels entspricht im Wesentlichen dem Riegelelement 2 des in Fig. 1
gezeigten Ausführungsbeispiels und ist nach Art einer abgeschrägten Schrägfalle ausgebildet.
Der konstruktive Unterschied zum Riegelgehäuse 3 gemäß Fig. 1 besteht darin, dass
die Riegelöffnungen 4, 5 Teil einer sich über Eck erstreckenden größeren Öffnung sind
und durch Umpositionierung des im Wesentlichen L-förmigen Abdeckelements 21 die nicht
genutzten Teile der größeren Öffnung abgedeckt werden können.
[0057] In Fig. 2(d) bis Fig. 2(f) ist ein ebenfalls als Schrägfalle ausgebildetes Riegelelement
2 gezeigt. Bei diesem verläuft die Abschrägung in Richtung einer kurzen Seite des
Riegelelements 2. Während der Schnappeffekt der Schnappfalle in Fig. 2(a) bis (c)
durch im Wesentlichen quer zu den Montageseiten 3.3, 3.4 erfolgenden Schließbewegungen
auftritt, eignet sich das Riegelelement 2 der Fig. 2(d) bis (f) für ein Zuschnappen
bei im Wesentlichen parallel zu den Montageseiten 3.3, 3.4 erfolgenden Schließbewegungen.
[0058] In Fig. 2(g) und Fig. 2(h) ist das Riegelelement 2 nach Art eines verschiebbaren
Riegels ohne Schnappfunktion ausgestaltet.
[0059] Fig. 3 zeigt zwei weitere Verschlüsse 1 mit dem in Fig. 2 dargestellten Riegelgehäuse
3 jedoch anderen Riegelelementen 2. Das Riegelelement 2 in Fig. 3(a) und Fig. 3(b)
ist nach Art einer Hebelfalle und in Fig. 3(c) und Fig. 3(d) nach Art einer Hakenfalle
ausgebildet. Anders als bei den zuvor beschriebenen Riegelelementen 2 werden die in
Fig. 3 dargestellten Riegelelemente 2 nicht zwischen der Verriegelungsstellung V und
der Entriegelungsstellung E axial hin- und her bewegt, sondern um eine Achse A zwischen
der Verriegelungsstellung V und der Entriegelungsstellung E hin und her verschwenkt.
Dieses axiale Verschwenken wird durch die durchgängig verbundenen Riegelöffnungen
4, 5 ermöglicht. Das Abdeckelement 21 kommt hierbei nicht zum Einsatz. Auch die in
Fig. 3 dargestellten Riegelelemente 2 können in unterschiedlichen Riegelorientierungen,
insbesondere in unterschiedlichen Riegellagen L1, L2, in dem Riegelgehäuse 3 angeordnet
werden. Ebenso lassen sich diese Verschlüsse 1 ebenfalls über die gegenüberliegenden
Montageseitigen 3.3, 3.4 montieren.
[0060] Fig. 4 zeigt eine Explosionsdarstellung des in Fig. 1 gezeigten Verschlusses 1, anhand
welcher der innere Aufbau des Verschlusses 1 näher erläutert wird.
[0061] Zu erkennen ist, dass das Riegelgehäuse 3 aus zwei Gehäuseteilen 3.1, 3.2 zusammengesetzt
ist. Jedes der Gehäuseteile 3.1, 3.2 weist einen Teil der beiden Riegelöffnungen 4,
5 auf.
[0062] Das Riegelelement 2 mit dem aus dem Riegelgehäuse 3 heraus bewegbaren Riegelabschnitt
2.1 ist nach Art eines federbelasteten Riegelschiebers ausgebildet. Das dem Riegelabschnitt
2.1 gegenüberliegende Ende des Riegelelements 2 weist zwei Aussparungen 2.4 auf. In
einer dieser Aussparungen 2.4 wird ein als Feder ausgebildetes Vorspannelement 23
wahlweise und abhängig von der Riegellage L1, L2 gehalten. Über seine dem Riegelelement
2 gegenüberliegende Seite stützt sich das Vorspannelement 23 gegenüber der Innenseite
des Riegelgehäuses 3 ab. Durch dieses Vorspannelement 23 wird das Riegelelement 2
in Richtung seiner Verriegelungsstellung V vorgespannt.
[0063] Ein nach Art eines Langlochs ausgebildeter Durchtritt 2.3 des Riegelelements 2 ermöglicht
es einer beim Ausführungsbeispiel nach Art eines Vierkants ausgestalteten Welle 22
quer zur Bewegungsrichtung des Riegelelements 2 durch dieses hindurchzutreten. Die
Welle 22 verbindet zwei beidseitig des Riegelelements 2 angeordnete Antriebselemente
6, 7 miteinander. Diese Antriebselemente 6 ,7 sind jeweils nach Art einer Nockenscheibe
mit einer Nocke 6.3, 7.3 ausgebildet. Die Nocken 6.3, 7.3 greifen zum Antrieb des
Riegelelements 2 jeweils in eine Ausnehmung 2.2 des Riegelelements 2 ein. Zur Betätigung
des als Riegelschieber ausgebildeten Riegelelements 2 wirken die Nocken 6.3, 7.3 jeweils
mit einer Antriebsfläche 2.5 des Riegelelements 2 zusammen. Dies wird nachfolgend
im Zusammenhang mit Fig. 8 noch näher beschrieben.
[0064] Der nach Art eines Langlochs ausgebildete Durchtritt 2.3 gestattet es, dem Riegelelement
2 auch ohne Betätigung eines der Antriebselemente 6, 7 etwa bei Schließen einer Tür
bewegt zu werden und anschließend getrieben über die Kraft des Vorspannelements 23
in geschlossener Stellung zuzuschnappen.
[0065] Bei Schließen der Tür wird über die abgeschrägte Fläche des Riegelabschnitts 2.1
eine Kraft auf das Riegelelement 2 ausgeübt, welche dieses entgegen dem Vorspannelement
23 von der Verriegelungsstellung V in die Entriegelungsstellung E überführt. Aufgrund
des Durchtritts 2.3 kann das Riegelelement 2 gegenüber der Welle 22 bewegt werden,
ohne dass die Welle 22 diese Bewegung beeinträchtigt. Das Vorspannelement 23 wird
hierbei in der einen Richtung gespannt und nach erfolgtem Schließen der Tür in der
anderen Richtung selbsttätig entspannt. Durch Entspannen des Vorspannelements 23 wird
das Riegelelement 2 selbsttätig in die Verriegelungsstellung V überführt. Hierdurch
wird ein Zuschnappen des Verschlusses 1 nach Art eines Schnappverschlusses ermöglicht.
[0066] Das Riegelelement 2 und die beiden Antriebselemente 6, 7 bilden zusammen mit der
Welle 22 eine Riegeleinheit 11, welche zur Umpositionierung des Riegelelements 2 zwischen
unterschiedlichen Riegelorientierungen R1, R2, L1, L2 als eine Montage- und Funktionseinheit
umpositioniert werden kann. Die Riegeleinheit 11 kann als Ganzes aus dem Riegelgehäuse
3 entnommen werden und in einer anderen Riegelorientierung in dieses wieder eingesetzt
werden. Wird die Riegelrichtung R1, R2 der Riegeleinheit 11 beim Umpositionieren geändert,
so wird auch das Vorspannelement 23 zwischen unterschiedlichen Positionen innerhalb
des Riegelgehäuses 3 umpositioniert, um auch in der neuen Riegelorientierung R1, R2,
L1, L2 der Riegeleinheit 11 eine Vorspannkraft auf das Riegelelement 2 ausüben zu
können. Wird lediglich die Riegellage L1, L2 des Riegelelements 2 geändert, so ist
eine Umpositionierung des Vorspannelements 23 nicht erforderlich. In diesem Falle
greift das Vorspannelement 23 lediglich in die andere, zuvor nicht genutzte Aussparung
2.4 des Riegelelements 2 ein, welches das Vorspannelement 23 in der neuen Riegellage
L1, L2 hält.
[0067] Die nach Art einer Exzenterscheibe ausgebildeten Antriebselemente 6, 7 dienen zum
Antrieb des Riegelelements 2 und verbinden das Riegelelement 2 im dargestellten Ausführungsbeispiel
wirkgekoppelt mit insgesamt drei Antrieben 8, 9, 10.
[0068] Der Antrieb 10 weist eine aufsteckbare manuelle Betätigungsvorrichtung 16 auf, welche
nach Art eines Mehrkantschlüssels auf ein axial an den Antriebselementen 6, 7 angeordnetes
Ankoppelelement 17 aufgesteckt werden kann. Dieses Ankoppelelement 17 ist von gehäuseaußen
über Durchgriffsöffnungen 3.9 des Riegelgehäuses 3 zugänglich. Eine Drehbewegung der
Betätigungsvorrichtung 16, welche durch die Durchgriffsöffnung 3.9 auf das Ankoppelelement
17 gesteckt wird, überträgt sich über das Ankoppelelement 17 direkt auf das jeweilige
Antriebselement 6, 7 und von diesem über die Nocke 6.3, 7.3 auf das Riegelelement
2. Das jeweils koaxial an den Antriebselementen 6, 7 angeordnete Ankoppelelement 17
dient zugleich der axialen Lagerung der über die Welle 22 miteinander verbundenen
Antriebselemente 6, 7 in den Durchgriffsöffnungen 3.9 der beiden Gehäuseteile 3.1,
3.2.
[0069] Zur Kopplung mit den beiden weiteren Antrieben 8, 9 weisen die beiden Antriebselemente
6,7 jeweils zwei Koppelelemente 6.1, 6.2, 7.1, 7.2 auf. Diese Koppelelemente 6.1,
6.2, 7.1, 7.2 sind im Wesentlichen um 90 Grad zueinander winkelversetzt an dem jeweiligen
Antriebselement 6, 7 angeordnet. Dies ermöglicht es, einem Koppelglied 12 zur Kopplung
mit den Antrieben 8, 9 in beiden Riegelrichtungen R1, R2 über ein Koppelelement 6.1,
6.2, 7.1, 7.2 an eines der Antriebselemente 6, 7 anzukoppeln. Abhängig von der Riegellage
L1, L2 der Riegeleinheit 11 folgt die Ankopplung des Koppelglieds 12 entweder über
das Antriebselement 6 oder das Antriebselement 7. Hierbei greift ein Eingriffsvorsprung
12.1 des Koppelglieds 12 in eines der als Langlöcher ausgebildeten Koppelelemente
6.1, 6.2, 7.1, 7.2 ein.
[0070] Das Koppelglied 12 ist nach Art einer Koppelstange axial bewegbar in dem Riegelgehäuse
3 gelagert. An seinem dem Eingriffsvorsprung 12.1 gegenüberliegenden Endbereich weist
das Koppelglied 12 zwei Koppelabschnitte 12.2, 12.3 auf. Diese Koppelabschnitte 12.2,
12.3 sind entlang sowie quer zu der Längsachse des Koppelglieds 12 gegeneinander versetzt.
Dies gibt dem Koppelglied 12 im Wesentlichen eine L-Form. Die beiden Koppelabschnitte
12.2, 12.3 koppeln die beiden Antriebe 8, 9 mit den Antriebselementen 6, 7 und dem
Riegelelement 2. Zur Betätigung des Riegelelements 2 wird das Koppelglied 12 durch
einen der beiden Antriebe 8, 9 axial bewegt. Die axiale Bewegung des Koppelglieds
12 überträgt sich über den in eines der Koppelelemente 6.1, 6.2, 7.1, 7.2 eingreifenden
Eingriffsvorsprung 12.1 auf die Antriebselemente 6, 7 und bewirkt eine Drehung dieser
um die Achse A.
[0071] Über den Koppelabschnitt 12.3 ist der Antrieb 9 mit dem Koppelglied 12 gekoppelt.
Dieser Antrieb 9 weist ein axial bewegliches Zugelement 15 auf, welches durch das
Vorspannelement 24 gegenüber dem Riegelgehäuse 3 federbelastet ist. Hierzu ist das
Vorspannelement 24 einseitig an einem Vorspannabschnitt 15.1 des Zugelements 15 angeordnet.
Auf diese Weise wird das Zugelement 15 in Richtung des Koppelglieds 12 vorgespannt.
Durch eine axiale Bewegung des Zugelements 15 entgegen der von dem Vorspannelement
24 ausgeübten Vorspannkraft übt das über einen Koppelabschnitt 15.2 mit dem Koppelabschnitt
12.3 des Koppelglieds 12 gekoppelte Zugelement 15 eine Zugkraft auf das Koppelglied
12 aus. Aufgrund dieser axialen Bewegung des Zugelements 15 wird das Riegelelement
2 über das Koppelglied 12 und eines der Antriebselemente 6, 7 in die Entriegelungsstellung
E überführt. Das Zugelement 15 weist zudem eine Betätigungsklaue 15.3 auf, über welche
es von einer flexiblen Zugvorrichtung nach Art eines Bowdenzugs betätigt wird. Solange
der Bowdenzug eine betätigende Kraft auf das Zugelement 15 des Antriebs 9 ausübt,
verbleibt das über die Antriebselemente 6, 7 und das Koppelglied 12 mit dem Antrieb
9 verbundene Riegelelement 2 in seiner Entriegelungsstellung E. Sobald der Bowdenzug
keine Kraft auf das Zugelement 15 ausübt, wird das Zugelement 15 durch das Vorspannelement
24 wieder in seine Ausgangslage bewegt, so dass auch das vorgespannte Riegelelement
2 wieder seine Verriegelungsstellung V einnehmen kann, wobei auch die Antriebselemente
6, 7 und das Koppelglied 12 zurückbewegt werden.
[0072] Das Koppelglied 12 ist über seinen Koppelabschnitt 12.3 und den Koppelabschnitt 15.2
derart mit dem Zugelement 15 verbunden, dass lediglich Zugkräfte von dem Zugelement
15 auf das Koppelglied 12 übertragen werden. Schubkräfte werden hingegen nicht von
dem Zugelement 15 auf das Koppelglied 12 oder andersherum übertragen. Das Koppelglied
12 kann auf diese Weise axial bewegt werden, ohne dass hierdurch das Zugelements 15
axial bewegt wird, beispielsweise wenn eine Betätigung des Verschlusses 1 über einen
der anderen Antriebe 8, 10 erfolgt.
[0073] Der Verschluss 1 weist des Weiteren einen elektrischen Antrieb 8 mit einem Elektromotor
13 auf. Gesteuert wird der Elektromotor 13 über eine Ansteuerungsvorrichtung 20, welche
nach Art einer Mikroelektronik ausgebildet ist und Informationen über zeitliche und/oder
personenbezogene Zugangsbeschränkungen und eine Zugangsberechtigungskontrolle umfassen
kann.
[0074] Über ein Getriebe 39 ist der Elektromotor 13 mit einem Steuerkurvenelement 14 verbunden.
Das Getriebe 39 gestattet eine Über- oder Untersetzung des Elektromotors 13 und auf
diese Art und Weise eine von der Drehzahl des Elektromotors 13 abweichende Drehzahl
des Steuerkurvenelements 14. Das Steuerkurvenelement 14 weist eine Steuerkurve 14.1
nach Art einer Steuerschnecke auf. Die Steuerkurve 14.1 koppelt über einen Koppelabschnitt
12.2 an das Koppelglied 12 an. Durch Drehen des Steuerkurvenelements 14 übt die Steuerkurve
14.1 eine Schubkraft auf den Koppelabschnitt 12.2 aus. Dies bewirkt eine axiale Bewegung
des Koppelglieds 12, wodurch sich das Riegelelement 2 von der Verriegelungsstellung
V in die Entriegelungsstellung E überführen lässt. Hierbei wird eine Drehbewegung
des Elektromotors 13 über das Getriebe 39 auf das Steuerkurvenelement 14 übertragen.
Diese Drehbewegung des Steuerkurvenelements 14 wird über die Steuerkurve 14.1 in eine
axiale Bewegung des Koppelglieds 12 gewandelt, welche wiederum über den Eingriffsvorsprung
12.1 und ein Koppelelement 6.1, 6.2, 7.1, 7.2 eine Drehbewegung der über die Welle
22 miteinander verbundenen Antriebselemente 6, 7 bewirkt. Über die Nocken 6.3, 7.3
der Antriebselemente 6, 7 wird diese Drehbewegung in eine axiale Bewegung des Riegelelements
2 gewandelt, welches auf diese Weise entgegen der Vorspannkraft des Vorspannelementes
23 von der Verriegelungsstellung V in die Entriegelungsstellung E überführt wird.
[0075] An dem Steuerkurvenelement 14 sind zwei nach Art von Vorsprüngen ausgebildete Positionsgeber
36, 37 unterhalb der Steuerkurve 14.1 angeordnet. Diese Positionsgeber 36, 37 können
mit einem als optischen Sensor ausgebildeten Antriebssensor 18 zusammenwirken. In
jenen Drehpositionen des Steuerkurvenelements 14, welchen die Positionsgeber 36, 37
jeweils zugeordnet sind, greift der jeweilige Positionsgeber 36, 37 derart in den
Antriebssensor 18 ein, dass dieser betätigt wird. Der Antriebssensor 18 wirkt mit
den Positionsgebern 36, 37 nach Art eines Endlagenschalters zusammen. Der erste Positionsgeber
36 ist jener Drehposition des Steuerkurvenelementes 14 zugeordnet, in welcher die
Steuerkurve 14.1 keine Kraft auf das Koppelglied 12 ausübt, so dass das Riegelelement
2 seine Verriegelungsstellung V einnehmen kann, sofern es nicht durch einen anderen
Antrieb 9, 10 betätigt wird. Der zweite Positionsgeber 37 ist jener Drehposition des
Steuerkurvenelements 14 zugeordnet, bei welcher das Koppelglied 12 über die Steuerkurve
14.1 am weitesten axial bewegt wird, so dass das Riegelelement 2 über den Antrieb
9 in die Entriegelungsstellung E überführbar ist.
[0076] In Fig. 5 ist eine Explosionsdarstellung des Verschlusses 1 mit dem in Fig. 2 und
Fig. 3 gezeigten Riegelgehäuse 3 dargestellt. Die Funktionsweise der gezeigten Komponenten
entspricht weitestgehend den voranstehend im Zusammenhang mit Fig. 4 beschriebenen
Komponenten. Daher werden für gleichwirkende Komponenten die gleichen Bezugszeichen
verwendet. Im Folgenden wird lediglich auf die Unterschiede dieser Ausführungsform
eingegangen werden.
[0077] In Fig. 5 sind mehrere alternativ verwendbare Riegelelemente 2 gezeigt, wie sie den
in Fig. 2 und Fig. 3 gezeigten Riegelelementen 2 entsprechen. Die Betätigung der Riegelelemente
2a, 2b, 2c erfolgt analog zu dem im Zusammenhang mit Fig. 4 beschriebenen Riegelelement
2, bei welchem das Riegelelement 2 entlang einer Achse zwischen der Verriegelungsstellung
V und der Entriegelungsstellung E, in welcher das Riegelelement 2 in das Riegelgehäuse
3 eingezogen ist, bewegt wird. Die Betätigung des als Hakenfalle ausgebildeten Riegelelements
2d und des als Hebelfalle ausgebildeten Riegelelements 2e erfolgt hingegen durch ein
Drehen des Riegelelements 2 um die Achse A. Zu diesem Zweck sind die Ausnehmungen
2.2 der Riegelelemente 2e, 2d im Wesentlichen komplementär zu den Nocken 6.3, 7.3
der Antriebselemente 6, 7 ausgebildet. Eine Drehbewegung der Antriebselemente 6, 7
überträgt sich auf diese Weise in eine Drehbewegung des Riegelelements 2d, 2e um die
Achse A.
[0078] Wie in Fig. 5 zu erkennen ist, sind die Riegelöffnungen 4, 5 durchgängig miteinander
verbunden und verlaufen zwischen einer Stirnseite 3.8 und einer Randseite 3.7 der
beiden Gehäuseteile 3.1, 3.2. Zu erkennen ist das L-förmige Abdeckelement 21, mit
dem wahlweise eine der Riegelöffnungen 4, 5 verdeckbar und die jeweils andere Riegelöffnung
4, 5 freigebbar ist. Hierzu kann das Abdeckelement 21 von den Gehäuseteilen 3.1, 3.2,
in welche es eingesteckt ist, gelöst und in einer anderen Ausrichtung wieder eingesteckt
werden.
[0079] In diesem Ausführungsbeispiel des Verschlusses 1 ist das Koppelglied 12 durch ein
federartiges Vorspannelement 25 in Richtung des Riegelelements 2 vorgespannt.
[0080] Die dem Riegelelement 2 abgewandte Stirnseite 3.8 des Riegelgehäuses 3 weist eine
Verbindungsöffnung 29 auf, welche durch das einlegbare Abdeckelement 28 verschlossen
werden kann. Durch diese Verbindungsöffnung 29 können elektrische Leitungen 27 zur
Versorgung des Motors 13 und/oder der Ansteuerungsvorrichtung 20 an dem Abdeckelement
28 vorbei aus dem Inneren des Riegelgehäuses 3 hinausgeführt werden. An dem dem Motor
13 und der Ansteuerungsvorrichtung 20 abgewandten Ende dieser Leitungen 27 ist ein
Steckverbinder 26 vorgesehen, über welchen die elektrischen Leitungen 27 mit weiteren
elektrischen Einrichtungen und insbesondere einer Stromversorgung verbunden werden
können.
[0081] Neben dem Antriebssensor 18 weist diese Ausführung des Verschlusses 1 einen Riegelsensor
19 auf, welcher mit der Ansteuerungsvorrichtung 20 verbunden ist. Über diesen Riegelsensor
19 kann die Position des Riegelelements 2 bestimmt werden. Hierzu ist der Riegelsensor
19 ebenfalls als optischer Sensor ausgebildet. Zusammen mit beidseitig an dem Riegelelement
2 angeordneten Positionsgebern 38 wirkt der Riegelsensor 19 als Lagesensor. Die Positionsgeber
38 sind nach Art eines Vorsprungs des Riegelelements 2 ausgebildet und der Verriegelungsstellung
V des Riegelelements 2 zugeordnet. Alternativ können die Positionsgeber 38 auch der
Entriegelungsstellung E zugeordnet sein oder das Riegelelement 2 mehrere Positionsgeber
38 aufweisen, welche paarweise der Entriegelungsstellung E und der Verriegelungsstellung
V zugeordnet sind. In der Verriegelungsstellung V wird der Riegelsensor 19 durch einen
der Positionsgeber 38 betätigt. Auf diese Weise kann sensorisch festgestellt werden,
ob sich das Riegelelement 2 in der Verriegelungsstellung V befindet oder nicht.
[0082] Durch die beidseitig an dem Riegelelement 2 angeordneten Positionsgeber 38 kann unabhängig
von der Riegellage L1, L2 des Riegelelements 2 eine Positionsbestimmung mittels des
Riegelsensors 19 erfolgen. In jeder Riegellage L1, L2 ist so einer der Positionsgeber
38 von dem Riegelsensor 19 detektierbar.
[0083] Um zudem eine Positionsbestimmung des Riegelelements 2 mittels des Riegelsensors
19 auch für unterschiedliche Riegelrichtungen R1, R2 zu ermöglichen, kann der Riegelsensor
19 an zwei unterschiedlichen Positionen innerhalb des Riegelgehäuses 3 angeordnet
werden, wie in Fig. 6 gezeigt. In Fig. 6(a) ist das Riegelelement 2 entlang der Riegelrichtung
R1 angeordnet. Der Riegelsensor 19 ist in der Sensoraufnahme 3.6 des Riegelgehäuses
3 angeordnet. Wird das Riegelelement 2 derart umpositioniert, dass es entlang der
Riegelrichtung R2 ausgerichtet ist, so wird auch der Riegelsensor 19 von der Sensoraufnahme
3.6 in die Sensoraufnahme 3.5 umpositioniert, wie in Fig. 6(b) gezeigt. Jede der Sensoraufnahmen
3.5, 3.6 ist somit einer Riegelrichtung R1, R2 zugeordnet.
[0084] In Fig. 6 ist zudem zu erkennen, dass auch das Vorspannelement 23, zusammen mit dem
Riegelelement 2, umpositioniert wird, so dass das Riegelelement 2 in jeder Riegelorientierung
R1, R2 in Richtung seiner Verriegelungsstellung V vorgespannt wird.
[0085] In Fig. 7 sind die unterschiedlichen Betätigungsmöglichkeiten des Riegelelements
2 exemplarisch dargestellt.
[0086] Fig. 7(a) zeigt das Riegelelement 2 in seiner Verriegelungsstellung V, bei welcher
es teilweise aus dem Riegelgehäuse 3 hervorragt. In Fig. 7(b) ist die Betätigungsvorrichtung
16 des Antriebs 10 in das Ankoppelelement 17 gesteckt und im Uhrzeigersinn gedreht.
Die Antriebselemente 6, 7 wurden durch die Betätigungsvorrichtung 16 gedreht, so dass
über die Nocken 6.3, 7.3 das Riegelelement 2 entgegen dem Vorspannelement 23 in die
Entriegelungsstellung E überführt wurde. Durch das Drehen der Antriebsvorrichtung
6, welche mit dem Koppelglied 12 gekoppelt ist, wird auch das Koppelglied 12 durch
das Drehen des Antriebselements 6 axial bewegt. Diese axiale Bewegung des Koppelglieds
12 wirkt sich jedoch nicht auf die anderen Antriebe 8, 9 aus. Bei dem Antrieb 10 handelt
es sich um einen Notantrieb, der insbesondere bei Stromausfall oder in ähnlichen Situationen
zum Öffnen des Verschlusses 1 verwendet wird.
[0087] Fig. 7(c) zeigt die Betätigung des Riegelelements über den Antrieb 9. Hierbei wird
das Zugelement 15 teilweise axial aus dem Riegelgehäuse 3 hinausgezogen. Dies erfolgt
über einen in die Betätigungsklaue 15.3 eingreifenden und hier nicht gezeigten Bowdenzug.
Über den Koppelabschnitt 15.2 und den ihm umgreifenden Koppelabschnitt 12.3 wird die
axiale Bewegung auf das Koppelglied 12 übertragen. Die axiale Bewegung des Koppelglieds
12 überträgt sich weiter auf das mit ihm gekoppelte Antriebselement 6 sowie auf das
mit dem Antriebselement 6 über die Welle 22 verbundene Antriebselement 7. Beide Antriebselemente
6, 7 werden im Uhrzeigersinn gedreht, was über die Nocken 6.3, 7.3 zu einer axialen
Bewegung des Riegelelements 2 von der Verriegelungsstellung V hin zur Entriegelungsstellung
E führt. Die axiale Bewegung des Riegelelements 2 erfolgt im Wesentlichen quer zur
axialen Bewegung des Zugelements 15. Das Koppelglied 12 und die Antriebselemente 6,
7 wirken hierbei nach Art eines Umlenkgetriebes zur Bewegungsübertragung von dem Zugelement
15 auf das Riegelelement 2. Auch bei dem Antrieb 10 handelt es sich um einen Notantrieb.
Im Gegensatz zu dem Antrieb 10 kann der Antrieb 9 aufgrund des Bowdenzugs aber auch
von Positionen betätigt werden, die weiter von dem Verschluss 1 entfernt sind.
[0088] In Fig. 7(d) ist die Betätigung des Riegelelements 2 mittels des elektrischen Antriebs
8 gezeigt. Der Antrieb 10 bildet den Hauptantrieb des Verschlusses 1, über welchen
dieser im Regelfall betätigt wird. Die Drehbewegung des Motors 13 überträgt sich über
das Getriebe 39 auf das Steuerkurvenelement 14. Der Koppelabschnitt 12.2 des Koppelglieds
12 gleitet über die Steuerkurve 14.1 des in Drehung versetzten Steuerkurvenelements
14, wobei die Steuerkurve 14.1 eine Schubkraft auf den Koppelabschnitt 12.2 ausübt.
Die Drehbewegung des Steuerkurvenelements 14 überträgt sich durch die schneckenartige
Steuerkurve 14.1 in eine axiale Bewegung des Koppelglieds 12. Wie bereits zuvor beschrieben,
bewirkt diese axiale Bewegung ein Überführen des Riegelelements 2 von der Verriegelungsstellung
V in die Entriegelungsstellung E.
[0089] Wird das Riegelelement 2 durch keinen der Antriebe 8, 9, 10 mehr in der Entriegelungsstellung
E gehalten, d. h. wenn die Betätigungsvorrichtung 16 entfernt oder zurückgedreht,
keine Zugkraft mehr auf das Zugelement 15 ausgeübt und/oder das Steuerkurvenelement
14 durch den Elektromotor 13 in die in Fig. 7(a) dargestellte Stellung zurückgedreht
wird, so kann das Vorspannelement 23 die in ihm gespeicherte Energie freisetzen und
das Riegelelement 2 von der Entriegelungsstellung E in die Verriegelungsstellung V
bewegen.
[0090] In Fig. 8 ist die Kopplung zwischen dem Antriebselement 6 und dem Riegelelement 2
anhand verschiedener schematischer Schnittebenendarstellungen zu erkennen.
[0091] In Fig. 8(a) ist ein Schnitt entlang einer durch das Antriebselement 6 verlaufenden
Ebenen gezeigt. Zu erkennen sind die beiden Koppelelemente 6.1, 6.2, welche im Wesentlichen
um 90 Grad gegeneinander versetzt angeordnet sind. In das Koppelelement 6.1 greift
der Eingriffsvorsprung 12.1 des Koppelglieds 12 ein. Zu erkennen ist die im Wesentlichen
L-förmige Form des Koppelglieds 12 mit dem Koppelbereich 12.3, welcher seitlich vom
übrigen Koppelglied 12 abragt. In den hakenförmigen Koppelbereich 12.3 greift das
Zugelement 15 mit seinem Koppelabschnitt 15.2 ein.
[0092] Ein Schnitt entlang einer durch das Riegelelement 2 verlaufenden Ebene ist in Fig.
8(b) gezeigt. Von dem Riegelelement 2 ist auf der linken Figurenseite der Riegelabschnitt
2.1 und auf der rechten Figurenseite die der Ausnehmung 2.2 zugewandte Antriebsfläche
2.5 zu erkennen. In die Ausnehmung 2.2 greift die Nocke 6.3 des Antriebselements 6
ein. Das Riegelelement 2 befindet sich in der Verriegelungsstellung V, so dass das
Riegelelement 2 mit der Antriebsfläche 2.5 zwar an der Achse des Antriebselements
6 anliegt, jedoch nicht von der Nocke 6.3 aus der Verriegelungsstellung V hinausbewegt
wird. Axial zum Antriebselement 6 ist die einen im Wesentlichen quadratischen Querschnitt
aufweisende Welle 22 angeordnet.
[0093] Ausgehend von Fig. 8(b) wird durch Betätigung des Elektromotors 13 das Steuerkurvenelement
14 derart um seine Längsachse gedreht, dass die Steuerkurve 14.1 den Koppelabschnitt
12.2 des Koppelglieds 12 von dem Riegelelement 2 axial wegbewegt, wie dies in Fig.
8(c) gezeigt ist. Wie vorstehend bereits beschrieben, wird das Zugelement 15 durch
die Bewegung des Koppelglieds 12 nicht mitbewegt und verbleibt in seiner Ruhestellung.
Durch die Bewegung des Koppelglieds 12 zieht der in das Koppelelement 6.1 eingreifende
Eingriffsvorsprung 12.1 dieses in Richtung des Elektromotors 13. Hierdurch wird das
Antriebselement 6 in Drehung versetzt, so dass die Nocke 6.3 eine Kraft auf die Antriebsfläche
2.5 ausübt und das Riegelelement 2 entgegen der Riegelrichtung R1 von der Verriegelungsstellung
V in die Entriegelungsstellung E überführt. Durch die Ausgestaltung des Koppelelements
6.1 nach Art eines Langloches wird dem Eingriffsvorsprung 12.1 ein radial verlaufendes
Spiel im Koppelelement 6.1 ermöglicht. Dies gestattet eine Übertragung der axialen
Bewegung des Koppelglieds 12 in eine Drehbewegung des Antriebselements 6, ohne dass
hierbei eine quer zu seiner axialen Bewegung gerichtete Kraft auf das Koppelglied
12 ausgeübt wird, wie es der Fall wäre, wenn der Eingriffsvorsprung 12.1 allseits
formschlüssig in das Koppelelement 6.1 eingreifen würde.
[0094] Im Folgenden soll nun anhand der Figuren 9 bis 13 auf Ausführungsformen des modularen
Verschlusssystems eingegangen werden, in welchem der Verschluss 1 als Riegelmodul
100 ausgebildet ist.
[0095] In Fig. 9(a) ist zunächst in perspektivischer Darstellung eine Ausgestaltung eines
modularen Verschlusssystems mit einem Riegelmodul 100 dargestellt, welches von einem
der zuvor beschriebenen Verschlüsse 1 gebildet wird. Teil des Riegelmoduls 100 ist
ein Riegelelement 2, ein das Riegelelement 2 aufnehmendes Riegelgehäuse 3 und ein
elektrischer Antrieb 8 zum hin und her bewegen des Riegelelements 2 zwischen der Verriegelungsstellung
V und der Entriegelungsstellung E. Das Riegelmodul 100 kann, wie vorstehend im Zusammenhang
mit der Umorientierung des Riegelelements 2 im Einzelnen erläutert, für eine Vielzahl
unterschiedlicher Anwendungen verwendet und bei speziellen Anforderungen mit einem
die anforderungsspezifischen Systemkomponenten aufweisenden Systemmodul 200 sowohl
mechanisch als auch elektrisch über entsprechende Schnittstellen verbunden werden.
[0096] In Fig. 9(b) und Fig. 9(c) sind weitere Ausgestaltungen eines Verschlusssystems mit
unterschiedlichen Riegelmodulen 100 dargestellt. Das in Fig. 9(b) gezeigte Riegelmodul
100 greift nach Art einer Drehfalle in einen Schließbügel 30 ein. Auf der gegenüberliegenden
Seite des Riegelmoduls 100 ist dieses mit dem Systemmodul 200 verbunden.
[0097] In Fig. 9(c) ist noch eine weitere Ausgestaltung des modularen Verschlusssystems
gezeigt, dessen Riegelmodul 100 zur Verwendung mit einem insbesondere als Hakenfalle
oder Hebelfalle ausgestalteten Riegelelement 2 geeignet ist. Dieses Riegelmodul 100
weist einen Bereich mit reduzierter Breite auf, an welchem stirnseitig ein Systemmodul
200 angeordnet ist und welches an der Randseite 3.7 eine Buchse 113 aufweist.
[0098] Die Systemmodule 200 können mit sämtlichen der gezeigten Riegelmodule 100 bzw. den
in sämtlichen Figuren als Riegelmodule ausgebildeten Verschlüssen 1 verbunden werden.
Das Systemmodul 200 kann auf unterschiedliche Weise mit dem Riegelmodul 100 zusammenwirken,
insbesondere mit dem elektrischen Antrieb 8 und/oder der Ansteuerungsvorrichtung 20
des Antriebs, vgl. auch Fig. 5. Es kann diverse Funktionen übernehmen, z. B. als ein
Lese-und/oder Empfangsmodul, als ein Fingerabdruckleser, ein Kartenleser oder als
ein adaptierbares Speichermodul dienen, welches den Verschluss 1 mit elektrischer
Energie versorgt. Mehrere Systemmodule können dabei auch in Reihe geschaltet werden,
beispielsweise über die in Fig. 9(c) dargestellte Buchse 113 des Systemmoduls 200.
[0099] Auf diese Weise lässt sich das modulare Verschlusssystem nach Art eines Baukastens
an unterschiedliche Erfordernisse und Anforderungen anpassen. Die Verbindung zwischen
dem Riegelmodul 100 und dem Systemmodul 200 erfolgt randseitig, d. h. über eine der
Randseiten 3.7 oder eine der Stirnseiten 3.8 des Riegelgehäuses 3. Insbesondere eine
stirnseitige Verbindung zwischen dem Riegelmodul 100 und dem mit ihm zusammenwirkenden
Systemmodul 200 hat sich dabei als vorteilhaft erwiesen, da dieses eine flache und
schmale Bauweise ermöglicht, wie dies beispielsweise in Fig. 9 gezeigt ist.
[0100] Wie sich den Darstellungen in den Fig. 10(a) bis 10(c) entnehmen lässt, weist das
Systemmodul 200 einen Verbindungsbereich 210 und das Riegelmodul 100 einen korrespondierend
gestalteten Verbindungsbereich 110 auf. Über die Verbindungsbereiche 110, 210 ist
das Systemmodul 200 mechanisch und/oder elektrisch mit dem Riegelmodul 100 verbunden.
Die beiden Verbindungsbereiche 110, 210 fungieren insoweit als Schnittstelle, über
welche sich die Module 100, 200 auf einfache Weise zu einem funktionsfähigen Gesamtsystem
kombinieren lassen.
[0101] Der Verbindungsbereich 110 des Riegelmoduls 100 ist bei den Ausführungen gemäß Fig.
10(b) und 10(c) identisch ausgeführt. In dem Verbindungsbereich 110 sind Gegenverriegelungsstrukturen
111 angeordnet, die von zwei domartigen Gehäuseverbindungselementen gebildet werden.
Diese Gehäuseverbindungselemente dienen zur Verbindung der beiden schalenförmigen
Gehäuseteile 3.1, 3.2 des Riegelgehäuses 3 und nehmen eine als zweites Gehäuseverbindungselement
dienende Schraube 35 auf. Die Gegenverriegelungsstrukturen 111 sind von insgesamt
zylindrischer Geometrie und in den Ecken des Riegelgehäuses 3 angeordnet. Zwischen
den Gegenverriegelungsstrukturen 111 befindet sich eine Verbindungsöffnung 29.
[0102] Der Verbindungsbereich 110 des Riegelmoduls 100 kann mit dem Verbindungsbereich 210
des Systemmoduls 200 formschlüssig verbunden werden, wozu das Systemmodul 200 über
in den Ausführungen nach Fig. 10(b) und 10(c) unterschiedlich ausgestaltete Verriegelungselemente
211 verfügt. Die Verriegelungselemente 211 können jeweils an den Gegenverriegelungsstrukturen
111 verriegelt werden.
[0103] Bei der Ausführung gemäß 10(b) handelt es sich bei den Verriegelungselementen 211
um Rastverbinder. Diese können nach Art federnd ausgebildeter Haken in Richtung der
Längsachse LA des Riegelgehäuses 3 in die Verbindungsöffnung 29 eingeschoben werden.
In Einschubrichtung betrachtet weisen diese eine Abschrägung auf, so dass diese bei
Anlage an den zylindrischen Gegenverriegelungsstrukturen 111 nach innen ausweichen
und anschließend über die Eigenfederung des Materials wieder zurückschnappen wodurch
diese formschlüssig an der Gegenverriegelungsstruktur 111 verrasten.
[0104] Im Gegensatz dazu handelt es sich bei den Verriegelungselementen 211 gemäß der Ausführung
in Fig. 10(c) um nach Art von Steckverbindern ausgebildete Verriegelungselemente 211.
Diese werden, wie dies in Fig. 10(c) zu erkennen ist, nicht axial in Richtung der
Gehäuseachse LA, sondern quer zu dieser von oben her in den Bereich der Verbindungsöffnung
29 eingeschoben. Die als Steckverbinder ausgebildeten Verriegelungselemente 211 sind
von etwas halbkreis- oder sichelförmiger Kontur und legen sich unter Bildung eines
Formschlusses an den Umfang der Gegenverriegelungsstrukturen 111 des Riegelmoduls
100 an. Nach Befestigung des Gehäuseteils 3.1 an dem Gehäuseteil 3.2 ist das Systemmodul
200 formschlüssig mit dem Riegelmodul 100 verbunden.
[0105] Eine gänzlich andere Ausgestaltung des Verbindungsbereichs 210 des Systemmoduls 200
als auch des Verbindungsbereichs 110 des Riegelmoduls 100 zeigt die Ausgestaltung
gemäß Fig. 10(a).
[0106] Bei dieser ist lediglich ein Verriegelungselement 212 nach Art eines Rastverbinders
im Verbindungsbereich 210 und lediglich eine Gegenverriegelungsstruktur 112 in Form
einer Einstecköffnung im Verbindungsbereich 110 vorgesehen. Zusätzlich zu diesen mechanischen
Verriegelungselementen 112, 212 ist in Fig. 10(a) auch ein elektrisches Steckelement
213 vorgesehen, welches in eine korrespondierend gestaltete elektrische Buchse 113
des Riegelmoduls 100 einsteckbar ist. Beim Einstecken erfolgt nicht nur eine elektrische
Verbindung zwischen dem Riegelmodul 100 und dem Systemmodul 200, es wird sogleich
auch eine mechanische Verbindung erzeugt.
[0107] Während die Ausgestaltung in den Figuren 10(a) bis 10(c) derart gewählt ist, dass
die Verriegelungselemente 211, 212 an dem Systemmodul 200 und die Gegenverriegelungsstrukturen
111, 112 an dem Riegelmodul 100 angeordnet sind, versteht es sich, dass die entsprechenden
Elemente auch umgekehrt angeordnet sein können.
[0108] Wie in Fig. 11 gezeigt, können beispielsweise die elektrischen Leitungen 27 und ein
Steckverbinder 26, welche mit dem Elektromotor 13 und der Ansteuerungsvorrichtung
20 verbunden sind, während der Montage in dem Systemmodul 200 befestigt werden und/oder
mit Komponenten des Systemmoduls 200 verbunden werden.
[0109] Das in Fig. 11 und Fig. 12 gezeigte Systemmodul 200 ist nach Art eines Speichermoduls
ausgestaltet, welches zwei Speicherelemente 220 zur Versorgung des elektrischen Antriebs
8 und/oder der Ansteuerungsvorrichtung 20 mit Energie aufweist.
[0110] Einseitig gehalten werden diese Speicherelemente 220 durch eine Aufnahme 230. Zur
Entnahme der Speicherelemente 220 kann die Aufnahme 230 vom Rest des Systemmoduls
200 gelöst und beabstandet werden, so dass die Speicherelemente 220 zugänglich gemacht
werden. Die Aufnahme 230 wirkt zur Herstellung einer elektrischen Verbindung mit dem
Anschlusselement 250 zusammen. Beide Elemente 230, 250 weisen jeweils ein Vorspannelement
232, 252 auf, welches je eines der Speicherelemente 220 zur Herstellung einer elektrischen
Verbindung in Richtung des jeweils anderen Elements 250, 230 vorspannt. Das Vorspannelement
232 wird von einem Kontaktelement 231 getragen, welches eine elektrisch leitende Verbindung
zwischen den beiden Speicherelementen 220 herstellt.
[0111] Im zusammengesetzten Zustand des zwei Gehäuseteilen 201, 201 aufweisenden Systemmoduls
200 der Fig. 11 bilden trennwandähnliche Halteelemente 205 des Gehäuseteils 202, zusammen
mit Halteelementen 242 eines in das Systemmodul 200 eingesetzten Funktionselements
240, für jedes Speicherelement 220 einen tunnelartigen Einsteckbereich, welcher beidseitig
vom Anschlusselement 250 bzw. der Aufnahme 230 abgeschlossen wird. Die als Ober- und
Unterschale ausgebildeten Gehäuseteile 201, 202 des Systemmoduls 200 werden über domartige
Gehäuseverbindungselemente 204 und schraubenartige Gehäuseverbindungselemente 203
miteinander verbunden.
[0112] Das Anschlusselement 250 weist zudem Anschlussstellen 251 auf, an welche die zur
Stromversorgung dienenden elektrischen Leitungen 27 des Riegelmoduls 100 angeschlossen
werden können. Die übrigen elektrischen Leitungen 27 sowie der Steckverbinder 26 werden
in dem Systemmodul 200 durch eine Verbinderaufnahme 241 in einer definierten Position
gehalten. Dies gestattet es, im zusammengesetzten Zustand des Verschlusssystems, bestehend
aus einem Riegelmodul 100 und einem Systemmodul 200, einen Stecker zur Verbindung
mit dem Riegelmodul 100 in das vom Riegelmodul 100 abgewandte stirnseitige Ende des
Systemmoduls 200 einzustecken. Die Verbinderaufnahme 241 ist einstückig mit dem Funktionselement
240 ausgebildet.
[0113] In Fig. 13 ist eine zur Fig. 6(a) analoge Darstellung mit einem Sensor 19 und dem
im Systemmodul 200 angeordneten und von der Verbinderaufnahme 241 getragenen Steckverbinder
26 dargestellt. Auf dem Riegelmodul 100 wurde das Zugelement 15 vor der Montage des
Systemmoduls 200 entfernt. Auf diese Weise ragt zum einen die Betätigungsklaue 15.3
nicht mehr aus der Stirnseite 3.8 hervor, welche ansonsten die Montage des Systemmoduls
200 behindern würde. Zudem ist das Zugelement 15 sowie der dieses umfassende Antrieb
9 nicht mehr erforderlich, da das als Speichermodul ausgebildete Systemmodul 200 das
Riegelelement 100 unabhängig von einer externen Stromversorgung macht. Ein Notantrieb
über den Antrieb 9, mit welchem der Verschluss 1 auch bei einem Stromausfall betrieben
werden kann, ist nicht erforderlich, da sich ein solcher Stromausfall aufgrund der
autarken Energieversorgung durch das Speichermodul 200 nicht mehr auf den Verschluss
1 auswirkt.
[0114] Mit Hilfe des vorstehend beschriebenen Verschlusses 1, des modularen Verschlusssystems
sowie des Verfahrens zur Montage des modularen Verschlusssystems kann ein Verschluss
1 zur Anordnung in verschiedenen Montagepositionen zur Verriegelung eingesetzt werden
und das System an unterschiedlichste Erfordernisse und Anforderungen angepasst werden.
Bezugszeichen:
[0115]
- 1
- Verschluss
- 2
- Riegelelement
- 2.1
- Riegelabschnitt
- 2.2
- Ausnehmung
- 2.3
- Durchtritt
- 2.4
- Aussparung
- 2.5
- Antriebsfläche
- 3
- Riegelgehäuse
- 3.1
- Gehäuseteil
- 3.2
- Gehäuseteil
- 3.3
- Montageseite
- 3.4
- Montageseite
- 3.5
- Sensoraufnahme
- 3.6
- Sensoraufnahme
- 3.7
- Randseite
- 3.8
- Stirnseite
- 3.9
- Durchgriffsöffnung
- 4
- Riegelöffnung
- 5
- Riegelöffnung
- 6
- Antriebselement
- 6.1
- Koppelelement
- 6.2
- Koppelelement
- 6.3
- Nocke
- 7
- Antriebselement
- 7.1
- Koppelelement
- 7.2
- Koppelelement
- 7.3
- Nocke
- 8
- Antrieb
- 9
- Antrieb
- 10
- Antrieb
- 11
- Riegeleinheit
- 12
- Koppelglied
- 12.1
- Eingriffsvorsprung
- 12.2
- Koppelabschnitt
- 12.3
- Koppelabschnitt
- 13
- Elektromotor
- 14
- Steuerkurvenelement
- 14.1
- Steuerkurve
- 15
- Zugelement
- 15.1
- Vorspannabschnitt
- 15.2
- Koppelabschnitt
- 15.3
- Betätigungsklaue
- 16
- Betätigungsvorrichtung
- 17
- Ankoppelelement
- 18
- Antriebssensor
- 19
- Riegelsensor
- 20
- Ansteuerungsvorrichtung
- 21
- Abdeckelement
- 22
- Welle
- 23
- Vorspannelement
- 24
- Vorspannelement
- 25
- Vorspannelement
- 26
- Steckverbinder
- 27
- elektrische Leitung
- 28
- Abdeckelement
- 29
- Verbindungsöffnung
- 30
- Schließbügel
- 31
- Verbindungsabschnitt
- 32
- Riegelabschnitt
- 35
- Schraube
- 36
- Positionsgeber
- 37
- Positionsgeber
- 38
- Positionsgeber
- 39
- Getriebe
- 100
- Riegelmodul
- 110
- Verbindungsbereich
- 111
- Gegenverriegelungsstruktur
- 112
- Gegenverriegelungsstruktur
- 113
- Buchse
- 200
- Systemmodul
- 201
- Gehäuseteil
- 202
- Gehäuseteil
- 203
- Gehäuseverbindungselement
- 204
- Gehäuseverbindungselement
- 205
- Halteelement
- 210
- Verbindungsbereich
- 211
- Verriegelungselement
- 212
- Verriegelungselement
- 213
- Steckelement
- 220
- Speicherelement
- 230
- Aufnahme
- 231
- Kontaktelement
- 232
- Vorspannelement
- 240
- Funktionselement
- 241
- Verbinderaufnahme
- 242
- Halteelement
- 250
- Anschlusselement
- 251
- Anschlussstelle
- 252
- Vorspannelement
- A
- Achse
- E
- Entriegelungsstellung
- G
- Einlegrichtung
- V
- Verriegelungsstellung
- R1
- Riegelrichtung
- R2
- Riegelrichtung
- R3
- Riegelrichtung
- L1
- Riegellage
- L2
- Riegellage
- LA
- Gehäuselängsachse
1. Verschluss mit einem zwischen einer Verriegelungsstellung (V) und einer Entriegelungsstellung
(E) hin und her bewegbaren Riegelelement (2) und einem das Riegelelement (2) aufnehmenden
Riegelgehäuse (3),
dadurch gekennzeichnet,
dass das Riegelelement (2) zwischen mindestens zwei Riegelorientierungen (R1, R2, L1,
L2) in dem Riegelgehäuse (3) umpositionierbar angeordnet ist.
2. Verschluss nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Riegelorientierungen durch die Riegellagen (L1, L2) und/oder die Riegelrichtungen
(R1, R2) des Riegelelements (2) unterscheiden.
3. Verschluss nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelelement (2) unter Beibehaltung einer Riegelrichtung (R1, R2) zwischen zwei
Riegellagen (L1, L2) umpositionierbar ist.
4. Verschluss nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Riegelrichtungen (R1, R2) im Wesentlichen quer zueinander ausgerichtet sind.
5. Verschluss nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelelement (2) zwischen der Verriegelungsstellung (V) und der Entriegelungsstellung
(E) axial hin und her bewegbar oder um eine Achse (A) hin und her verschwenkbar ist.
6. Verschluss nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelgehäuse (3) derart ausgebildet ist, dass es wahlweise über zwei gegenüberliegend
angeordnete Montageseiten (3.3, 3.4) montierbar ist.
7. Verschluss nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens ein Antriebselement (6, 7) zur Verbindung des Riegelelements (2) mit mindestens
einem Antrieb (8, 9, 10).
8. Verschluss nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Antriebselement (6, 7) mit dem Riegelelement (2) eine umpositionierbare
Riegeleinheit (11) bildet.
9. Verschluss nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelelement (2) ein Riegelschieber und das Antriebselement (6, 7) eine Nockenscheibe
ist, deren Nocke (6.3) an dem Riegelschieber anliegt.
10. Verschluss nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass beidseitig des Riegelelements (2) jeweils ein Antriebselement (6, 7) angeordnet ist.
11. Verschluss nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Antriebssensor (18) zur Positionsbestimmung eines Antriebs (8, 9, 10) und/oder
einen Riegelsensor (19) zur Positionsbestimmung des Riegelelements (2).
12. Verschluss nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Antrieb (8, 9, 10) und/oder das Riegelelement (2) einen Positionsgeber
(36, 37, 38) aufweist.
13. Verschluss nach einem der Ansprüche 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Riegelgehäuse (3) mindestens zwei Sensoraufnahmen (3.5, 3.6) zur, insbesondere
wahlweisen, Aufnahme des Riegelsensors (19) aufweist.
14. Verschlusssystem gekennzeichnet durch einen Verschluss (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13.
15. Verschlusssystem nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Verschluss (1) ein Riegelmodul (100) bildet, welches mit mindestens einem Systemmodul
(200) kombinierbar ausgebildet ist.