[0001] Die Erfindung betrifft eine Handfeuerwaffe, insbesondere eine Pistole, nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Aus der
EP 1 559 984 A1 ist eine derartige Handfeuerwaffe bekannt. Diese weist einen auf einem Griffstück
verschiebbaren Verschluss, einen im Verschluss angeordneten Lauf und einen Steuermechanismus
zur Steuerung der Verriegelung bzw. Entriegelung des Verschlusses mit dem Lauf auf.
Der Steuermechanismus wird hier durch eine an einer Einlage angeordnete Steuerachse
und eine mit der Steuerachse zusammenwirkende Steuerkurve am Lauf gebildet. Die nach
unten offene und nach hinten schräg verlaufende Steuerkurve am Lauf ist derart ausgebildet,
dass der Lauf bei einer Verschiebung des Verschlusses durch die in die Steuerkurve
eingreifende Steuerachse zwischen einer oberen Verriegelungsstellung und einer nach
unten gekippten Entriegelungsstellung bewegt wird. Ein derartiger Steuermechanismus
erfordert jedoch enge Fertigungstoleranzen. Die beteiligten Bauteile müssen mit einer
äußerst hohen Präzision gefertigt und bei Bedarf nachbearbeitet werden. Außerdem ist
die durch die Fertigungstoleranzen vorgegebene Ausrichtung des Laufs nicht ohne weiteres
veränderbar.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Handfeuerwaffe zu schaffen, die auch ohne enge
Fertigungstoleranzen eine Verbesserung der Treffergenauigkeit und Erhöhung der Schussleistung
ermöglicht.
[0004] Diese Aufgabe wird durch eine Handfeuerwaffe mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
Zweckmäßige Ausgestaltungen und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in
den Unteransprüchen angegeben.
[0005] Bei der erfindungsgemäßen Handfeuerwaffe weist der für die Steuerung der Verriegelung
bzw. Entriegelung des Verschlusses vorgesehene Steuermechanismus ein durch mindestens
eine Feder beaufschlagtes Ausrichtelement zur wiederholgenauen Positionierung des
Laufs auf. Durch das federbeaufschlagte Ausrichtelement wird der Lauf nach jedem Repetiervorgang
automatisch ausgerichtet und in eine vorgegebene Position gedrückt.
[0006] Dadurch können Fertigungstoleranzen ausgeglichen werden. Außerdem ist eine automatische
Nachstellung möglich. Durch die wiederholgenaue Ausrichtung des Laufs kann der Streukreis
reduziert und die Schusspräzision erheblich verbessert werden. Das Ausrichtelement
wird durch eine oder mehrere Federn, vorzugsweise zwei zueinander parallele Federn,
von unten gegen den Lauf gedrückt. Dadurch kann eine Höhenausrichtung des Laufs, d.h.
eine Ausrichtung des Laufs in vertikaler Richtung, erreicht werden. Die mindestens
eine Feder ist zwischen dem Ausrichtelement und einem im Griffstück angeordneten Verriegelungsblock
eingespannt.
[0007] An dem Verriegelungsblock kann das Ausrichtelement auch in der Höhe beweglich geführt
sein. Die Bewegung des Ausrichtelements relativ zum Verriegelungsblock kann z.B. über
eine Stift- und Langlochverbindung begrenzt sein.
[0008] Das Ausrichtelement weist in einer besonders vorteilhaften Ausführung eine schräge
vordere Anschlagfläche zur Anlage einer korrespondierenden schrägen vorderen Anlagefläche
an einem Ansatz des Laufs auf. Wenn der Lauf bei seiner Bewegung in die Verriegelungsstellung
mit seiner vorderen schrägen Anlagefläche zur Anlage an der schrägen Anschlagfläche
des Ausrichtelements gelangt, wird der Lauf so zu einer Seite gedrückt. Dadurch kann
auch eine exakte Seitenausrichtung des Laufs erreicht werden. Die vordere Anschlagfläche
kann zweckmäßigerweise an einer Ausnehmung in einer Verriegelungsplatte des Ausrichtelements
angeordnet sein.
[0009] Das Ausrichtelement enthält zweckmäßigerweise nach unten ragende, hakenförmige Stege,
die eine im Verriegelungsblock angeordnete Welle untergreifen. In einer weiteren zweckmäßigen
Ausgestaltung kann das Ausrichtelement über einen nach unten vorstehenden Haltesteg
und einen durch ein Durchgangsloch im Haltesteg ragenden Querstift mit dem Verriegelungsblock
verbunden sein.
[0010] Weitere Besonderheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung. Es zeigen:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße Handfeuerwaffe in einer Explosionsansicht;
- Figur 2
- einen Verschluss mit einem Lauf und einem Steuermechanismus der in Figur 1 gezeigten
Handfeuerwaffe in einem Längschnitt und
- Figur 3
- den in Figur 2 gezeigten Verschluss in einer Absicht von unten.
[0011] In Figur 1 ist eine als Pistole ausgeführte Handfeuerwaffe mit einem auf einem Griffstück
1 verschiebbaren Verschluss 2, einem im Verschluss 2 angeordneten Lauf 3, einer im
Griffstück 1 angeordneten Schließfeder 4, einer Schließfederführung 5 und einem Steuermechanismus
zur Steuerung der Verriegelung bzw. Entriegelung des Verschlusses 2 mit dem Lauf 3
in einer Explosionsdarstellung gezeigt. Der Steuermechanismus weist einen im Griffstück
1 mittels eines Zerlegehebels 6 demontierbar befestigten Verriegelungsblock 7 und
ein im Folgenden noch näher erläutertes Ausrichtelement 8 auf.
[0012] Der Verschluss 2 enthält an seinem vorderen Ende in an sich benannter Weise ein Schließfederwiderlager
9 zur Abstützung der Schließfeder 4. In dem Verschluss 2 sind außerdem zwei gegenüberliegende
Auswurffenster 10 für den Patronenauswurf vorgesehen. Der im Verschluss 2 angeordnete
Lauf 3 enthält an der Oberseite eines hinteren blockförmigen Endteils 11 zwei hintereinander
angeordnete Verriegelungsansätze 12 und 13 zum Eingriff in entsprechende Ausnehmungen
14 und 15 am Verschluss 2. An der Unterseite des blockförmigen Endteils 11 weist der
Lauf 3 ferner einen nach unten vorstehenden ersten Ansatz 16 und einen nach unten
vorstehenden zweiten Ansatz 17 auf. Der vordere erste Ansatz 16 greift in eine entsprechende
Ausnehmung 18 des Ausrichtelements 8 ein. Der hintere zweite Ansatz 17 liegt auf dem
Ausrichtelement 8 auf.
[0013] Wie aus Figur 1 hervorgeht, weist das Ausrichtelement 8 eine zwischen dem Verriegelungsblock
7 und dem Lauf 3 angeordnete Verriegelungsplatte 19 mit zwei nach hinten vorstehenden
Fortsätzen 20 und zwei von der Verriegelungsplatte 19 nach unten vorstehende, hakenförmige
Stege 21 zum Untergreifen einer in eine Öffnung 22 des Verriegelungsblocks 7 ragenden
Welle 23 der Zerlegehebels 6 auf. Die beiden zueinander parallelen Stege 21 sind so
voneinander beabstandet, dass der Verriegelungsblock 7 zwischen ihnen aufgenommen
werden kann. An der Unterseite weist die Verriegelungsplatte 19 außerdem einen von
der Verriegelungsplatte 19 nach unten vorstehenden Haltesteg 24 mit einem Durchgangsloch
25 zur Aufnahme eines Querstifts 26 auf. Über den in eine Querbohrung 27 des Verriegelungsblocks
7 eingesteckten und durch das Durchgangsloch 25 am Haltesteg 24 des Ausrichtelements
8 ragenden Querstift 26 wird das Ausrichtelement 8 schwenkbar an dem Verriegelungsblock
7 gehalten.
[0014] In zwei schrägen Aufnahmebohrungen 28 an einem verbreiterten hinteren Teil 29 des
Verriegelungsblocks 7 sind zwei hier als Druckfedern ausgebildete Federn 30 angeordnet.
Durch die beiden mit ihren oberen Enden an den Fortsätzen 20 der Verriegelungsplatte
19 anliegenden Federn 30 wird das an dem Verriegelungsblock 7 angelenkte Ausrichtelement
8 mit seinem hinteren Ende nach oben gedrückt.
[0015] In Figur 2 ist erkennbar, dass das blockförmige hintere Laufteil 11 des Laufs 3 in
der gezeigten Verriegelungsstellung mit den oberen Verriegelungsansätzen 12 und 13
in die entsprechenden Ausnehmungen 14 und 15 des Verschlusses 2 eingreift. An der
Laufmündung liegt der Lauf 3 an inneren Führungsflächen 31 und 32 des Verschlusses
2 an. Durch die sich über ein Druckstück 33 an dem Schließfederwiderlager 9 abstützende
Schließfeder 4 wird der Verschluss 2 zusammen mit einer im Verschluss 2 angeordneten
Einlage 34 und dem gegenüber dem Verschluss 2 verriegelten Lauf 3 in eine vordere
Endlage gedrückt. Durch die im Verschluss 2 angeordnete Einlage 34 wird ein im Lauf
3 angeordnetes Patronenlager in der Verriegelungsstellung nach hinten abgeschlossen.
In der Einlage 34 ist in an sich bekannter Weise auch ein Schlagbolzen zur Zündung
einer im Lauf 3 angeordneten Patrone angeordnet.
[0016] Aus Figur 3 geht hervor, dass die durch die Schließfeder 4 bewirkte Vorwärtsbewegung
des mit dem Verschluss 2 verriegelten Laufs 3 durch den Anschlag des von der Unterseite
des Laufs 3 vorstehenden ersten Ansatzes 16 am vorderen Ende der zugehörigen vorderen
Ausnehmung 18 in dem Ausrichtelement 8 begrenzt wird. Die Ausnehmung 18 im Ausrichtelement
8 weist an ihrer Vorderseite eine schräge Anschlagfläche 35 zur Anlage einer dazu
korrespondieren vorderen schrägen Anlagefläche 36 an der Vorderseite des ersten Ansatzes
16 auf. Wenn der Lauf 3 bei seiner Bewegung in die Verriegelungsstellung mit seiner
vorderen schrägen Anlagefläche 36 zur Anlage an der schrägen Anschlagfläche 35 des
Ausrichtelements 8 gelangt, wird der Lauf 3 an seinem hinteren Ende zu einer Seite
gedrückt und horizontal ausgerichtet. Auf diese Weise kann nach jedem Repetiervorgang
eine wiederholgenaue Ausrichtung bzw. Positionierung des Laufs 3 in horizontaler Richtung
d.h. eine exakte Seitenausrichtung des Laufs 3, gewährleistet werden.
[0017] Eine Höhenausrichtung des Laufs 3, d.h. eine Ausrichtung in vertikaler Richtung,
wird durch die mit Hilfe der Federn 30 bewirkte vertikale Vorspannung des an der Unterseite
des Laufs 3 anliegenden Ausrichtelements 8 erreicht. Die Federn 30 üben einen ständigen
Druck auf das Ausrichtelement 8 aus und drücken dieses von unten gegen den zweiten
Ansatz 17 an der Unterseite des Laufs 3. Dadurch wird der Lauf 3 an seinem hinteren
Ende nach oben gedrückt. Über den in die Einlage 34 eingreifenden Laufkopf am hintern
Ende des Laufs 3 wird dabei auch die Einlage 34 mitgenommen und nach oben gegen einen
Anschlag 37 im Verschluss gedrückt. Durch den Aufwärtsdruck wird die Mündung des Laufs
3 innerhalb der Bohrung 38 am vorderen Ende des Verschlusses 2 verkeilt, wodurch eine
spielfreie Lagerung der Laufmündung gesichert wird. Durch entsprechende Auswahl der
Federn 30 kann deren Druckkraft und damit die Vorspannung zur Anpassung der Schussleistung
geändert werden.
[0018] Wenn sich der Verschluss 2 bei Repetieren entgegen der Kraft der Schließfeder 4 zurückbewegt,
läuft auch der Lauf 3 zunächst ein Stück zurück, bis das Ausrichtelement 8 über schräge
Steuerflächen 39 an den Stegen 21 und die Welle 23 nach unten bewegt wird und der
Lauf 3 somit nach unten abkippen kann. Dadurch kann der Verschluss 2 seine Rückwärtsbewegung
ungehindert fortsetzen und es kann ein Nachladevorgang erfolgen.
Bezugszeichenliste
[0019]
- 1
- Griffstück
- 2
- Verschluss
- 3
- Lauf
- 4
- Schließfeder
- 5
- Schließfederführung
- 6
- Zerlegehebel
- 7
- Verriegelungsblock
- 8
- Ausrichtelement
- 9
- Schließfederwiderlager
- 10
- Auswurffenster
- 11
- Endteil
- 12
- Vorderer Verriegelungsansatz
- 13
- Hinterer Verriegelungsansatz
- 14
- Vordere Ausnehmung
- 15
- Hintere Ausnehmung
- 16
- Erster Ansatz
- 17
- Zweiter Ansatz
- 18
- Ausnehmung
- 19
- Verriegelungsplatte
- 20
- Fortsatz
- 21
- Steg
- 22
- Öffnung
- 23
- Welle
- 24
- Haltesteg
- 25
- Durchgangloch
- 26
- Querstift
- 27
- Querbohrung
- 28
- Aufnahmebohrung
- 29
- Hinterer Teil des Verriegelungsblocks
- 30
- Feder
- 31
- Innere Führungsfläche
- 32
- Innere Führungsfläche
- 33
- Druckstück
- 34
- Einlage
- 35
- Anschlagfläche
- 36
- Anlagefläche
- 37
- Anschlag
- 38
- Bohrung
- 39
- Schrägfläche
1. Handfeuerwaffe, insbesondere Pistole, mit einem auf einem Griffstück (1) verschiebbaren
Verschluss (2), einem im Verschluss (2) angeordneten Lauf (3) und einem Steuermechanismus
(7, 8) zur Steuerung der Verriegelung bzw. Entriegelung des Verschlusses (2) mit dem
Lauf (3), dadurch gekennzeichnet, dass der Steuermechanismus (7, 8) einen im Griffstück (1) angeordneten Verriegelungsblock
(7) und ein durch mindestens eine Feder (30) beaufschlagtes Ausrichtelement (8) zur
wiederholgenauen Positionierung des Laufs (3) enthält, wobei die mindestens eine Feder
(30) zwischen dem Ausrichtelement (8) und dem Verriegelungsblock (7) eingespannt ist
und das Ausrichtelement (8) von unten gegen den Lauf (3) drückt.
2. Handfeuerwaffe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichtelement (8) an dem Verriegelungsblock (7) in der Höhe beweglich geführt
ist.
3. Handfeuerwaffe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichtelement (8) eine schräge vordere Anschlagfläche (35) zur Anlage einer
korrespondierenden schrägen vorderen Anlagefläche (36) an einem Ansatz (16) des Laufs
(3) enthält.
4. Handfeuerwaffe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Anschlagfläche (35) an einer Ausnehmung (18) in einer Verrieglungsplatte
(20) des Ausrichtelements (8) angeordnet ist.
5. Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichtelement (8) nach unten ragende, hakenförmige Stege (21) zum Untergreifen
einer in dem Verriegelungsblock (7) angeordneten Welle (23) enthält.
6. Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausrichtelement (8) über einen nach unten vorstehenden Haltesteg (24) und einen
durch ein Durchgangsloch (25) im Haltesteg (24) ragenden Querstift (26) mit dem Verriegelungsblock
(7) verbunden ist.
7. Handfeuerwaffe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass an der Oberseite eines hinteren Endteils (11) des Laufs (3) zwei hintereinander angeordnete
Verriegelungsansätze (12, 13) zum Eingriff in entsprechende Ausnehmungen (14, 15)
im Verschluss (2) angeordnet sind.
8. Handfeuerwaffe nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass an der Unterseite des hinteren Endteils (11) des Laufs (3) ein nach unten vorstehender
hinterer Ansatz zur Anlage des Ausrichtelements (8) angeordnet ist.
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