[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Wartungsschalttafel und eine Aufzugsteuerung
zum Steuern von Verlagerungsbewegungen einer Aufzugkabine insbesondere während einer
Aufzugwartung sowie einen entsprechend ausgestatteten Aufzug und ein Verfahren zum
Verlagern einer Aufzugkabine.
[0002] Im Rahmen beispielsweise einer Wartung eines Aufzugs kann es nötig sein, dass ein
Techniker eine Aufzugkabine innerhalb eines Aufzugschachts verfahren kann, während
er sich außerhalb der Aufzugkabine, d.h. beispielsweise auf einem Dach der Aufzugkabine
oder in einer Aufzugschachtgrube, befindet. Hierzu kann außerhalb der Aufzugkabine
eine Wartungsschalttafel vorgesehen sein, mithilfe derer der Techniker eine Steuerungseinheit
des Aufzugs direkt dazu anweisen kann, einen Antrieb des Aufzugs derart anzusteuern,
dass die Aufzugkabine in eine gewünschte Richtung verfahren wird.
[0003] Um hohen Sicherheitsanforderungen genügen zu können, sind hierbei an der Wartungsschalttafel
typischerweise drei Taster in Form eines Freigabetasters und zweier Richtungstaster,
d.h. eines Abwärtsrichtungtasters und eines Aufwärtsrichtungtasters, vorgesehen. Zusätzlich
können weitere Schaltelemente wie z.B. ein Notaus-Schalter, ein Aktivierungsschalter,
etc. an der Wartungsschalttafel vorgesehen sein. Über den Abwärtsrichtungtaster bzw.
den Aufwärtsrichtungtaster kann der Techniker angeben, in welche Richtung die Aufzugkabine
verfahren werden soll. Damit die Steuerungseinheit die Aufzugkabine tatsächlich verfährt,
muss der Techniker aus Sicherheitsgründen gleichzeitig mit einem der Richtungstaster
ergänzend den Freigabetaster drücken.
[0004] Die drei Taster sind herkömmlich als einfache einstufige Schaltelemente ausgebildet,
welche lediglich zwischen einem unbetätigten und einem betätigten Betätigungszustand
hin und her geschaltet werden können. Die Taster können auch als Druckknöpfe bezeichnet
werden. Eine Geschwindigkeit, mit der die Aufzugkabine verfahren wird, wenn einer
der Richtungstaster und der Freigabetaster gedrückt werden, ist im Allgemeinen fest
voreingestellt. Gegebenenfalls kann die voreingestellte Geschwindigkeit verändert
werden, jedoch nur solange die Aufzugkabine nicht bewegt wird.
[0005] Es wurde nun erkannt, dass im Rahmen von Wartungsarbeiten oft erhebliche Belastungen
auf Komponenten des Aufzugs verursacht werden, die beispielsweise zu einem verstärkten
Verschleiß bei diesen Komponenten führen können. Es wurde auch erkannt, dass es während
des Verlagerns der Aufzugkabine bei Wartungsarbeiten zu Unannehmlichkeiten oder sogar
Gefährdungen für einen die Wartung ausführenden Techniker kommen kann. Beide Effekte
scheinen aus einer Art und Weise zu resultieren, wie die Aufzugkabine während der
Wartungsarbeiten verlagert und insbesondere nach dem Verlagern abgebremst wird.
[0006] Es kann unter anderem ein Bedarf an einer Wartungstafel, einer mit einer solchen
Wartungstafel ausgestatteten Aufzugsteuerung und einem mit einer solchen Aufzugsteuerung
ausgestatteten Aufzug sowie einem mit einer entsprechend ausgestatteten Aufzugsteuerung
durchzuführenden Verfahren zum Verlagern einer Aufzugkabine bestehen, bei denen ein
Verlagern der Aufzugkabine einfach, intuitiv und/oder gefahrlos durchzuführen ist.
[0007] Einem solchen Bedarf kann durch den Gegenstand gemäß einem der unabhängigen Ansprüche
entsprochen werden. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen
definiert sowie in der nachfolgenden Beschreibung erläutert.
[0008] Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird eine Wartungsschalttafel zum Steuern
von Verlagerungsbewegungen einer Aufzugkabine vorgeschlagen. Die Wartungsschalttafel
weist zumindest drei Taster umfassend einen Freigabetaster und zwei Richtungstaster
auf. Die zwei Richtungstaster umfassen einen Abwärtsrichtungtaster und einen Aufwärtsrichtungtaster.
Jeder der Taster weist jeweils einen Sicherheitsketteneingang und einen Sicherheitskettenausgang
sowie ein Betätigungselement auf, welches von einer Nichtbetätigungsposition ausgehend
in einer Betätigungsrichtung verlagerbar ist, und bei einem Verlagern des Betätigungselements
in der Betätigungsrichtung über eine jeweilige erste Betätigungsposition hinaus von
einem unbetätigten in einen ersten betätigten Betätigungszustand übergeht, in dem
eine elektrische Verbindung zwischen dem Sicherheitsketteneingang und dem Sicherheitskettenausgang
geschlossen ist. Der Abwärtsrichtungtaster und der Aufwärtsrichtungtaster weisen jeweils
einen ersten Steuerausgang auf und sind jeweils dazu konfiguriert, dass in dem ersten
Betätigungszustand an dem ersten Steuerausgang ein mit dem ersten Betätigungszustand
korrelierendes erstes Betätigungssignal ausgegeben wird. Zumindest einer der Taster
der Wartungsschalttafel ist dabei als zweistufiger Taster ausgebildet und weist ergänzend
zu dem ersten Steuerausgang einen zweiten Steuerausgang auf. Dabei ist der zweistufige
Taster dazu konfiguriert, dass in dem ersten Betätigungszustand an dem ersten Steuerausgang
ein mit dem ersten Betätigungszustand korrelierendes erstes Betätigungssignal und
an dem zweiten Steuerausgang kein Betätigungssignal ausgegeben wird. Ferner ist der
zweistufige Taster dazu konfiguriert, dass das Betätigungselement in der Betätigungsrichtung
über die erste Betätigungsposition hinaus in eine zweite Betätigungsposition verlagerbar
ist und dass der Taster bei einem Verlagern des Betätigungselements in der Betätigungsrichtung
über die zweite Betätigungsposition hinaus in einen zweiten betätigten Betätigungszustand
übergeht, in dem die elektrische Verbindung zwischen dem Sicherheitsketteneingang
und dem Sicherheitskettenausgang geschlossen ist, an dem ersten Steuerausgang das
mit dem ersten Betätigungszustand korrelierende erste Betätigungssignal ausgegeben
wird und an dem zweiten Steuerausgang ein mit dem zweiten Betätigungszustand korrelierendes
zweites Betätigungssignal ausgeben wird.
[0009] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Aufzugsteuerung zum Steuern von
Verlagerungsbewegungen einer Aufzugkabine einer Aufzuganlage vorgeschlagen. Dabei
weist die Aufzugsteuerung eine Steuerungseinheit zum Steuern einer Leistungsversorgung
zu einem die Aufzugkabine antreibenden Antriebsmotor (13) sowie eine Wartungsschalttafel
gemäß einer Ausführungsform des ersten Aspekts der Erfindung auf.
[0010] Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird eine Aufzuganlage mit einer Aufzugsteuerung
gemäß einer Ausführungsform des zweiten Aspekts der Erfindung vorgeschlagen.
[0011] Gemäß einem vierten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Verlagern einer Aufzugkabine
einer Aufzuganlage mittels einer Aufzugsteuerung gemäß einer Ausführungsform des zweiten
Aspekts der Erfindung vorgeschlagen. Das Verfahren umfasst dabei zumindest die folgenden
Verfahrensschritte, vorzugsweise in der angegebenen Reihenfolge:
Starten einer Verlagerungsbewegung der Aufzugkabine durch gleichzeitiges Betätigen
des Freigabetasters und eines der Richtungstaster bis zu deren jeweiliger erster Betätigungsposition;
Aufrechterhalten der Verlagerungsbewegung der Aufzugkabine durch gleichzeitiges Halten
des Freigabetasters und des einen der Richtungstaster in deren jeweiliger Betätigungsposition,
bis die Aufzugkabine bis kurz vor eine Zielposition verfahren ist; Einleiten eines
kontrollierten Abbremsvorgangs der Aufzugkabine durch Betätigen des zweistufigen Tasters
bis zu dessen zweiter Betätigungsposition;
Lösen der Betätigung des Freigabetasters und des einen der Richtungstaster sobald
die Aufzugkabine zum Stillstand gekommen ist.
[0012] Mögliche Merkmale und Vorteile von Ausführungsformen der Erfindung können unter anderem
und ohne die Erfindung einzuschränken als auf nachfolgend beschriebenen Ideen und
Erkenntnissen beruhend angesehen werden.
[0013] Wie einleitend bereits kurz angegeben, wurde beobachtet, dass durch Maßnahmen, die
im Rahmen von Wartungsarbeiten an einer Aufzuganlage durchgeführt werden, teilweise
erhebliche mechanische und/oder elektrische Belastungen auf Komponenten der Aufzuganlage
ausgeübt werden. Diese Belastungen können dadurch verursacht sein, dass mithilfe herkömmlicher
Wartungsschalttafeln ein Verlagern der Aufzugkabine meist nur derart gesteuert werden
kann, dass die Aufzugkabine sehr abrupt beschleunigt wird, insbesondere sehr abrupt
aufgrund einer plötzlich aktivierten Notbremse abgebremst wird. Derart abrupte Bewegungen
und damit einhergehende hohe Beschleunigungen können zu erhöhtem Verschleiß oder sogar
Beschädigungen bei Komponenten der Aufzuganlage beitragen.
[0014] Herkömmliche Wartungsschalttafeln sind meist verhältnismäßig einfach aufgebaut, müssen
sich dabei aber sicher und intuitiv betätigen lassen. Meist verfügen herkömmliche
Wartungsschalttafeln über einen einstufigen Freigabetaster und zwei ebenfalls einstufige
Richtungstaster, welche beispielsweise durch Niederdrücken eines Betätigungselements
jeweils von einem unbetätigten in einen betätigten Betätigungszustand und umgekehrt
betätigt werden können. Dabei kann der Techniker durch Drücken des Abwärtsrichtungtasters
oder des Aufwärtsrichtungtasters angeben, in welche Richtung die Aufzugkabine verlagert
werden soll. Um die Verlagerung tatsächlich zu bewirken, muss der Techniker gleichzeitig
auch noch den Freigabetaster betätigen.
[0015] Um einen sicheren Betrieb der Aufzuganlage auch während einer Wartung gewährleisten
zu können, wird die Wartungsschalttafel und insbesondere deren Taster in eine Sicherheitskette
eingebunden, mithilfe derer die Steuerungseinheit der Aufzuganlage beurteilen kann,
ob sich alle sicherheitskritischen Komponenten in einem Zustand befinden, der beispielsweise
ein sicheres Verlagern der Aufzugkabine zulässt. Sobald die Sicherheitskette an irgendeiner
Stelle unterbrochen wird, wird in der Regel eine Haupt-Leistungsversorgung zu dem
die Aufzugkabine antreibenden Antriebsmotor unterbrochen und ferner im allgemeinen
eine Sicherheitsbremse an der Aufzugkabine aktiviert, um die Aufzugkabine schnell
und zuverlässig zu stoppen.
[0016] Die genannten drei Taster der Wartungsschalttafel sollten hierbei, um Sicherheitsanforderungen
zu genügen, in die Sicherheitskette derart eingebunden sein, dass die Sicherheitskette
unterbrochen bleibt, solange nicht der Freigabetaster und einer der Richtungstaster
gleichzeitig betätigt werden.
[0017] Der beschriebene Aufbau herkömmlicher Wartungsschalttafeln kann jedoch dazu führen,
dass der Techniker während der Wartung der Aufzuganlage die Aufzugkabine mit der Wartungsschalttafel
nur derart verlagern kann, dass, sobald mit der Aufzugkabine ein Ziel erreicht wurde,
der Freigabetaster und/oder einer der Richtungstaster von dem Techniker losgelassen
wird. Daraufhin wird jedoch automatisch die Sicherheitskette unterbrochen und es kommt
zu einem abrupten Abbremsen der Aufzugkabine, insbesondere dadurch, dass deren Sicherheitsbremse
aktiviert wird.
[0018] Der insbesondere durch das abrupte Abbremsen bewirkte mechanische Stress und/oder
hiermit einhergehender elektrischer Stress beispielsweise durch kurzzeitig auftretende
elektrische Spannungs- oder Stromspitzen innerhalb einer Leistungsversorgung der Aufzuganlage
sollen durch eine Verwendung einer Wartungsschalttafel gemäß einer Ausführungsform
der hierin beschriebenen Erfindung vermieden oder zumindest vermindert werden können.
[0019] Zu diesem Zweck ist zumindest einer der drei Taster der Wartungsschalttafel in spezieller
Weise als zweistufiger Taster ausgebildet. Vorzugsweise ist jeder der beiden Richtungstaster
als zweistufiger Taster ausgebildet. Es kann jedoch stattdessen oder ergänzend auch
der Freigabetaster als zweistufiger Taster ausgebildet sein.
[0020] Jeder der drei Taster kann dabei zunächst dazu ausgebildet sein, eine ähnliche Funktionalität
wie die Taster herkömmlicher Wartungsschalttafeln bereitzustellen. Der Taster kann
hierzu ein Betätigungselement aufweisen, welches ausgehend von einer Nichtbetätigungsposition,
in der es von einem Techniker beispielsweise nicht niedergedrückt wird, in einer Betätigungsrichtung
verlagert werden kann, bis eine Betätigungsposition erreicht wird. Diese Betätigungsposition
wird nachfolgend als erste Betätigungsposition bezeichnet. Bei Erreichen dieser ersten
Betätigungsposition und darüber hinaus geht der Taster mit seinem Betätigungselement
von einem unbetätigten in einen ersten betätigten Betätigungszustand über. Während
im unbetätigten Betätigungszustand eine elektrische Verbindung zwischen einem Sicherheitsketteneingang
und einem Sicherheitskettenausgang des jeweiligen Tasters unterbrochen war, soll diese
elektrische Verbindung im ersten betätigten Betätigungszustand geschlossen werden.
Mit anderen Worten wird die Sicherheitskette, sobald ein Techniker das Betätigungselement
des jeweiligen Tasters ausreichend niederdrückt, um bis in die erste Betätigungsposition
zu gelangen, in dem Bereich zwischen dem Sicherheitsketteneingang und dem Sicherheitskettenausgang
des Tasters geschlossen.
[0021] Ergänzend verfügen der Abwärtsrichtungtaster und der Aufwärtsrichtungtaster jeweils
über zumindest einen ersten Steuerausgang und sind jeweils dazu konfiguriert, an diesem
ersten Steuerausgang ein erstes Betätigungssignal auszugeben, wenn der jeweilige Taster
in dem ersten Betätigungszustand ist. Dieses erste Betätigungssignal soll mit dem
ersten Betätigungszustand korrelieren, sodass sich das erste Betätigungssignal ändert,
wenn das Betätigungselement des Tasters von der Nichtbetätigungsposition in die erste
Betätigungsposition gedrückt wird. Das erste Betätigungssignal kann an die Steuerungseinheit
der Aufzuganlage übertragen werden. Je nachdem, von welchem der Richtungstaster die
Steuerungseinheit das erste Betätigungssignal empfängt, steuert die Steuerungseinheit
die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor derart an, dass die Aufzugkabine nach
oben bzw. nach unten verlagert wird.
[0022] Im Gegensatz zu herkömmlich eingesetzten einstufigen Tastern soll der in der vorgeschlagenen
Wartungsschalttafel eingesetzte zweistufige Taster noch über einen zweiten Steuerausgang
verfügen. Wie bei herkömmlichen einstufigen Tastern soll dabei, wenn der Taster in
seinen ersten Betätigungszustand betätigt wurde, an dem ersten Steuerausgang das erste
Betätigungssignal ausgegeben werden. An dem zweiten Steuerausgang soll jedoch während
des ersten Betätigungszustands kein Betätigungssignal ausgegeben werden.
[0023] Der zweistufige Taster soll nun ergänzend dazu konfiguriert sein, dass das Betätigungselement
in der Betätigungsrichtung über die erste Betätigungsposition hinaus hin zu einer
zweiten Betätigungsposition verlagert werden kann. Wenn das Betätigungselement über
diese zweite Betätigungsposition hinaus verlagert wird, soll der zweistufige Taster
mit seinem Betätigungselement in einen zweiten betätigten Betätigungszustand übergehen.
In diesem zweiten betätigten Betätigungszustand soll wiederum die elektrische Verbindung
zwischen dem Sicherheitsketteneingang und dem Sicherheitskettenausgang geschlossen
sein, sodass die Sicherheitskette im Bereich des zweistufigen Tasters geschlossen
ist. Zusätzlich soll an dem ersten Steuerausgang das erste Betätigungssignal ausgegeben
werden. Weiterhin soll an dem zweiten Steuerausgang ein mit dem zweiten Betätigungszustand
korrelierendes zweites Betätigungssignal ausgegeben werden. Mit anderen Worten sollen
für den Fall, dass der zweistufige Taster über seine erste Betätigungsposition hinaus
hin zu der zweiten Betätigungsposition niedergedrückt wird, ergänzend zu dem Ausgeben
des ersten Betätigungssignals an dem ersten Steuerausgang auch das zweite Betätigungssignal
an dem zweiten Steuerausgang ausgegeben werden.
[0024] Wenn das Betätigungselement des zweistufigen Tasters anschließend ausgehend von der
zweiten Betätigungsposition entgegen der Betätigungsrichtung verlagert wird, d.h.
das Betätigungselement von dem Techniker nicht mehr tief niedergedrückt wird, sondern
sich, getrieben beispielsweise durch eine Rückstellfeder, zurück zur ersten Betätigungsposition
bewegt, wird das Ausgeben des zweiten Betätigungssignals an dem zweiten Steuerausgang
beendet und es wird nur noch das erste Betätigungssignal an dem ersten Steuerausgang
ausgegeben. Wenn das Betätigungselement dann weiter bis zu der Nichtbetätigungsposition
entspannt wird, wird auch dieses erste Betätigungssignal nicht mehr an dem ersten
Steuerausgang ausgegeben und gleichzeitig wird die elektrische Verbindung zwischen
dem Sicherheitsketteneingang und dem Sicherheitskettenausgang des zweistufigen Tasters
unterbrochen.
[0025] Die beschriebene Funktionalität der hierin vorgeschlagenen Wartungsschalttafel kann
in einer Aufzugsteuerung dazu genutzt werden, mithilfe der darin vorgesehenen Steuereinheit
die von der Wartungsschalttafel ausgegebenen ersten und zweiten Betätigungssignale
in einer Weise umzusetzen bzw. zu interpretieren, bei der eine Leistungsversorgung
zu einem die Aufzugkabine antreibenden Antriebsmotor am Ende einer Fahrt der Aufzugkabine
während eines Wartungsvorgangs nicht mehr abrupt unterbrochen wird und insbesondere
nicht mehr abrupt eine Sicherheitsbremse aktiviert wird. Selbstverständlich muss dabei
gewährleistet bleiben, dass der Aufzug sicher betrieben wird und insbesondere die
Aufzugkabine ausschließlich dann verfahren wird, wenn in dem Aufzug sichere Bedingungen
vorherrschen.
[0026] Hierzu kann die Aufzugsteuerung gemäß einer Ausführungsform derart ausgestaltet sein,
dass die Steuerungseinheit mit den an der Wartungsschalttafel vorgesehenen Sicherheitsketteneingängen
und Sicherheitskettenausgängen elektrisch verbunden ist, um einen aktuellen Schaltzustand
der Wartungsschalttafel zu überwachen und die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor
automatisch zu unterbrechen, wenn der Freigabetaster im unbetätigten Zustand ist und/oder
der Aufwärtsrichtungstaster und der Abwärtsbewegungstaster beide im unbetätigten Zustand
sind.
[0027] Anders ausgedrückt können die Taster der Wartungsschalttafel mit der Steuerungseinheit
in ähnlicher Weise verbunden sein, wie dies bei herkömmlichen Wartungsschalttafeln
mit einstufigen Tastern der Fall ist. Dabei soll der Schaltzustand der Wartungsschalttafel
insbesondere dadurch überwacht werden können, dass eine elektrische Verbindung zwischen
dem Sicherheitsketteneingang und dem Sicherheitskettenausgang eines Tasters als Teil
einer gesamten Sicherheitskette überwacht wird. Die Taster der Wartungsschalttafel
können dabei derart miteinander in Serie und/oder parallel verschaltet sein, dass
es für den Fall, dass der Freigabetaster und einer der Richtungstaster nicht gleichzeitig
betätigt werden, stets zu einer Unterbrechung der gesamten Sicherheitskette kommt
und daraufhin die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor unterbrochen wird und gegebenenfalls
auch eine Sicherheitsbremse an der Aufzugkabine aktiviert wird. Hierzu können beispielsweise
die beiden Richtungstaster parallel miteinander verschaltet sein und zusammen in Serie
mit dem Freigabetaster verschaltet sein.
[0028] Ergänzend kann die Wartungsschalttafel mit der Steuerungseinheit über die jeweiligen
ersten Steuerausgänge des Abwärtsrichtungtasters und des Aufwärtsrichtungtasters kommunizieren.
Somit kann die Steuerungseinheit von der Wartungsschalttafel die ausgegebenen ersten
Betätigungssignale erhalten. Die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor soll dabei
von der Steuerungseinheit ausschließlich dann eingerichtet werden, wenn sowohl der
Freigabetaster als auch einer der Richtungstaster in ihrem ersten betätigten Betätigungszustand
sind und somit die gesamte Sicherheitskette geschlossen ist und entsprechende erste
Betätigungssignale von den Tastern ausgegeben werden.
[0029] Bis hierhin ähnelt die Funktionalität der hier vorgeschlagenen Aufzugsteuerung noch
derjenigen herkömmlicher Aufzugsteuerungen. Darüber hinaus soll die hier vorgeschlagene
Aufzugsteuerung jedoch auch das von der zuvor beschriebenen Wartungsschalttafel ausgebbare
zweite Betätigungssignal geeignet interpretieren können. Insbesondere soll die Aufzugsteuerung
durch geeignetes Interpretieren dieses zweiten Betätigungssignals ermöglichen, ein
abruptes Abbremsen der Aufzugkabine zu vermeiden.
[0030] Hierzu kann gemäß einer Ausführungsform die Steuerungseinheit mit der Wartungsschalttafel
über den zweiten Steuerausgang des zweistufigen Tasters elektrisch verbunden sein
und dazu konfiguriert sein, die von dem zweistufigen Taster ausgegebenen zweiten Betätigungssignale
zu überwachen. Dabei kann die Steuerungseinheit dazu eingerichtet sein, bei Empfang
eines zweiten Betätigungssignals die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor kontrolliert
abzuregeln.
[0031] Anders ausgedrückt ist bei der hierin vorgeschlagenen Wartungstafel aufgrund des
darin vorgesehenen zweistufigen Tasters eine Konfiguration möglich, bei der der gesamte
durch die Wartungsschalttafel verlaufende Teil der Sicherheitskette geschlossen ist,
da der Freigabetaster und einer der Richtungstaster betätigt sind und bei dem durch
Betätigen des zweistufigen Tasters bis hin in den zweiten Betätigungszustand das zweite
Betätigungssignal generiert werden kann. Dieses zweite Betätigungssignal kann dann
an die Steuerungseinheit übertragen werden und von dieser dahingehend interpretiert
werden, dass die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor des Aufzugs beendet werden
soll und somit die Verlagerung der Aufzugkabine gestoppt werden soll. Allerdings soll
die Leistungsversorgung nicht abrupt unterbrochen werden, wie dies bei einem Öffnen
der Sicherheitskette der Fall wäre. Stattdessen soll die Leistungsversorgung kontrolliert
abgeregelt werden, sodass die Aufzugkabine nicht abrupt stoppt, sondern in einem angemessenen
Zeitraum und vorzugsweise ohne übermäßige Beschleunigungen angehalten wird.
[0032] Mit anderen Worten: Während das Empfangen lediglich des ersten Betätigungssignals
die Steuerungseinheit dazu veranlasst, eine Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor
der Aufzuganlage zu etablieren und somit die Aufzugkabine zu verfahren, veranlasst
das zusätzliche Empfangen des zweiten Betätigungssignals die Steuerungseinheit dazu,
die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor kontrolliert abzuregeln.
[0033] Insbesondere kann gemäß einer Ausführungsform die Steuerungseinheit dazu eingerichtet
sein, bei Empfang eines zweiten Betätigungssignals die Leistungsversorgung zu dem
Antriebsmotor kontinuierlich reduzierend abzuregeln. Anders ausgedrückt soll die Steuerungseinheit,
sobald sie das zweite Betätigungssignal von der Wartungsschalttafel empfängt, die
Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor ausgehend beispielsweise von einer maximalen
Leistungsversorgung, bei der die Aufzugkabine mit einer maximalen Geschwindigkeit
verlagert wird, kontinuierlich reduzieren. Die Leistungsversorgung soll hierbei sukzessive,
das heißt ohne abrupte Sprünge, verringert werden. Dementsprechend kann die Aufzugkabine
durch das kontrollierte Abregeln der Leistungsversorgung verhältnismäßig sanft abgebremst
werden. Hierdurch lassen sich insbesondere sowohl mechanische und/oder elektrische
Belastungen auf Komponenten des Aufzugs, die bei einem ansonsten durchgeführten abrupten
Abbremsen der Aufzugkabine auftreten können, vermeiden.
[0034] Gemäß einer Ausführungsform kann die Steuerungseinheit ferner dazu eingerichtet sein,
nach dem Abregeln der Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor eine Bremse, insbesondere
die Sicherheitsbremse, an der Aufzugkabine zu aktivieren. Durch das Aktivieren der
Bremse kann die Aufzugkabine in ihrer Position sicher festgelegt werden. Dadurch,
dass die Bremse jedoch erst aktiviert wird, nachdem die Leistungsversorgung zu dem
Antriebsmotor kontrolliert abgeregelt wurde, kann sichergestellt werden, dass die
Bremse nicht bereits eingreift, solange sich die Aufzugkabine noch bewegt, sondern
erst, wenn diese zum vollständigen Halt gekommen ist. Hierdurch können ein abruptes
Bremsen der Aufzugkabine und damit verbundene mechanische und/oder elektrische Belastungen
innerhalb des Aufzugs vermieden werden.
[0035] Die beschriebene Funktionalität der hierin vorgeschlagenen Aufzugsteuerung kann beispielsweise
von einem Techniker im Rahmen eines Wartungsvorganges genutzt werden, um gemäß einer
Ausführungsform des dritten Aspekts der Erfindung mithilfe der Wartungsschalttafel
die Aufzugkabine der Aufzuganlage in kontrollierter Weise verlagern zu können. Hierbei
kann der Techniker die Verlagerungsbewegung der Aufzugkabine starten, indem er gleichzeitig
den Freigabetaster und einen der Richtungstaster bis in deren jeweilige erste Betätigungsposition
betätigt. Hierdurch wird der durch die Wartungsschalttafel verlaufende Teil der Sicherheitskette
geschlossen und ferner wird das erste Betätigungssignal erzeugt, aufgrund dessen die
Aufzugsteuerung die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor der Aufzuganlage einrichtet.
Die Verlagerungsbewegung der Aufzugkabine kann dann aufrechterhalten werden, in dem
der Freigabetaster und der Richtungstaster in deren ersten Betätigungspositionen gehalten
werden, bis die Aufzugkabine bis kurz vor einer Zielposition verfahren wurde. Wenn
der Techniker erkennt, dass die Aufzugkabine ihr Ziel beinahe erreicht hat, kann er
einen kontrollierten Abbremsvorgang der Aufzugkabine einleiten, indem er den zweistufigen
Taster der Wartungsschalttafel bis zu dessen zweiter Betätigungsposition betätigt.
Hierdurch wird das zweite Betätigungssignal generiert und dieses zweite Betätigungssignal
veranlasst die Aufzugsteuerung, die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor kontrolliert
abzuregeln und damit die Aufzugkabine kontrolliert abzubremsen. Vorzugweise erst,
wenn die Aufzugkabine zum vollständigen Stillstand gekommen ist, löst der Techniker
die Betätigung des Freigabetasters und/oder des Richtungstasters. Hierdurch wird der
durch die Wartungsschalttafel verlaufende Teil der Sicherheitskette unterbrochen und
somit die gesamte Sicherheitskette unterbrochen, sodass die Steuerungseinheit zwangsweise
die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor unterbricht und gegebenenfalls die Sicherheitsbremse
an der Aufzugkabine aktiviert, falls dies nicht schon bereits im Anschluss an das
kontrollierte Abregeln der Leistungsversorgung bei Empfang des zweiten Betätigungssignals
vorgenommen wurde.
[0036] Insgesamt wird dem Techniker somit die Möglichkeit gegeben, die Aufzugkabine in intuitiver
Weise, ähnlich wie mit herkömmlichen Wartungsschalttafeln, verfahren zu können. Die
Bedienung der Taster der Wartungsschalttafel ist dabei zunächst ähnlich oder gleich
wie bei herkömmlichen Wartungsschalttafeln. Zusätzlich wird dem Techniker am Ende
eines Verlagerungsvorgangs der Aufzugkabine jedoch die Möglichkeit gegeben, ein Abbremsen
der Aufzugkabine kontrolliert vorzunehmen und somit die Aufzugkabine zu stoppen, bevor
diese zwangsweise bei einem Unterbrechen der Sicherheitskette abrupt gestoppt würde.
[0037] Um die genannten Funktionen in der Aufzugsteuerung realisieren zu können, kann der
zweistufige Taster in spezieller Weise ausgestaltet sein.
[0038] Beispielsweise kann gemäß einer Ausführungsform der Wartungsschalttafel der zweistufige
Taster ferner einen ersten Steuereingang und einen zweiten Steuereingang aufweisen.
Der zweistufige Taster kann hierbei dazu konfiguriert sein, in dem ersten Betätigungszustand
eine erste elektrische Verbindung zwischen dem ersten Steuereingang und dem ersten
Steuerausgang zu schließen und eine zweite elektrische Verbindung zwischen dem zweiten
Steuereingang und dem zweiten Steuerausgang geöffnet zu halten. Ferner kann der zweistufige
Taster dazu konfiguriert sein, in dem zweiten Betätigungszustand sowohl die erste
elektrische Verbindung zwischen dem ersten Steuereingang und dem ersten Steuerausgang
als auch die zweite elektrische Verbindung zwischen dem zweiten Steuereingang und
dem zweiten Steuerausgang zu schließen.
[0039] Anders ausgedrückt kann der zweistufige Taster aufgrund seines strukturellen Aufbaus
dazu ausgestaltet sein, dass, wenn er lediglich geringfügig bis in seinen ersten Betätigungszustand
niedergedrückt wird, ausschließlich die erste elektrische Verbindung zwischen dem
ersten Steuereingang und dem ersten Steuerausgang geschlossen wird, und dass, wenn
er weiter bis in seinen zweiten Betätigungszustand niedergedrückt wird, zusätzlich
zu dieser ersten elektrischen Verbindung auch eine zweite elektrische Verbindung zwischen
dem zweiten Steuereingang und dem zweiten Steuerausgang geschlossen wird. Das Schließen
der ersten elektrischen Verbindung kann dabei mit dem Generieren des ersten Betätigungssignals
einhergehen und das Schließen der zweiten elektrischen Verbindung kann mit dem Generieren
des zweiten Betätigungssignals einhergehen.
[0040] Gemäß einer konkretisierten Aus führungs form kann der zweistufige Taster das Betätigungselement
und ein Kontaktschließelement aufweisen. Das Betätigungselement kann hierbei dazu
konfiguriert sein, im Nichtbetätigungszustand und im ersten Betätigungszustand die
zweite elektrische Verbindung geöffnet zu halten und im zweiten Betätigungszustand
die zweite elektrische Verbindung zu schließen. Das Kontaktschließelement kann dazu
konfiguriert sein, im Nichtbetätigungszustand die erste elektrische Verbindung geöffnet
zu halten und im ersten Betätigungszustand sowie im zweiten Betätigungszustand die
erste elektrische Verbindung zu schließen.
[0041] Anders ausgedrückt kann der zweistufige Taster mit zwei beweglichen Elementen, nämlich
dem Betätigungselement und dem Kontaktschließelement, ausgestattet sein. Das Betätigungselement
kann dabei direkt von einem Nutzer betätigt werden, beispielsweise indem es niedergedrückt
wird. Das Betätigungselement kann in dem zweistufigen Taster derart konfiguriert sein,
dass es ausschließlich für den Fall, dass das Betätigungselement bis zum zweiten Betätigungszustand
betätigt wird, die zweite elektrische Verbindung schließt und somit das zweite Betätigungssignal
generiert wird. Solange das Betätigungselement nicht bis zum zweiten Betätigungszustand
betätigt wird, bleibt die zweite elektrische Verbindung offen. Das Kontaktschließelement
kann von dem Nutzer vorzugsweise lediglich indirekt betätigt werden, beispielsweise
indem der Nutzer das Betätigungselement betätigt und dieses wiederum mit dem Kontaktschließelement
wechselwirkt. Dabei soll das Kontaktschließelement in dem zweistufigen Taster derart
konfiguriert sein, dass, solange das Betätigungselement nicht betätigt wird, die erste
elektrische Verbindung geöffnet bleibt, aber dass, sobald das Betätigungselement zumindest
bis in den ersten Betätigungszustand betätigt wird oder auch darüber hinaus bis in
den zweiten Betätigungszustand betätigt wird, das Kontaktschließelement die erste
elektrische Verbindung schließt.
[0042] Dementsprechend kann der zweistufige Taster mit seinem Betätigungselement und seinem
Kontaktschließelement die oben beschriebene gewünschte Funktionalität implementieren,
d.h. im Nichtbetätigungszustand kein Betätigungssignal generieren, im ersten Betätigungszustand
das erste Betätigungssignal und im zweiten Betätigungszustand ergänzend das zweite
Betätigungssignal erzeugen.
[0043] Gemäß einer weiter konkretisierten Ausführungsform kann der zweistufige Taster dabei
ferner ein Gehäuse aufweisen. Das Betätigungselement und das Kontaktschließelement
können in diesem Fall relativ zueinander und relativ zu dem Gehäuse in der Betätigungsrichtung
verlagerbar sein. Das Kontaktschließelement kann dann an dem Gehäuse über ein in der
Betätigungsrichtung elastisch deformierbares erstes Federelement gehalten sein und
das Betätigungselement kann an dem Kontaktschließelement über ein in der Betätigungsrichtung
elastisch deformierbares zweites Federelement gehalten sein.
[0044] Mit anderen Worten können die beiden beweglichen Elemente des zweistufigen Tasters
gemeinsam in einem Gehäuse aufgenommen sein und sich relativ zu dem Gehäuse bewegen
lassen, wobei sie sich auch relativ zueinander verlagern können. Die beiden beweglichen
Elemente können dabei in Bezug auf das Gehäuse durch ein erstes und ein zweites elastisch
deformierbares Federelement abgestützt sein, sodass das Betätigungselement beispielsweise
im unbelasteten Zustand hin zu der Nichtbetätigungsposition gedrückt wird.
[0045] Das Kontaktschließelement kann sich hierbei direkt an dem Gehäuse abstützen. Hierzu
kann zwischen dem Kontaktschließelement und dem Gehäuse ein erstes Federelement angeordnet
sein, dass in der Betätigungsrichtung elastisch deformierbar, insbesondere komprimierbar,
ist. Durch Überwinden einer Federkraft des ersten Federelements kann das Kontaktschließelement
in der Betätigungsrichtung verlagert werden und dabei bei Erreichen der ersten Betätigungsposition
die erste elektrische Verbindung schließen und somit das erste Betätigungssignal erzeugen.
[0046] Das Betätigungselement kann an dem Gehäuse in der Betätigungsrichtung lediglich indirekt,
das heißt über das Kontaktschließelement, abgestützt sein. Zwischen dem Kontaktschließelement
und dem Betätigungselement kann hierfür ein zweites Federelement angeordnet sein,
das ebenfalls in der Betätigungsrichtung elastisch deformierbar, insbesondere komprimierbar,
ist. Durch Überwinden einer Federkraft des zweiten Federelements kann das Betätigungselement
weiter in der Betätigungsrichtung verlagert werden und dabei bei Erreichen der zweiten
Betätigungsposition die zweite elektrische Verbindung schließen und somit das zweite
Betätigungssignal erzeugen. Die Federelemente können als Federn, beispielsweise als
Spiralfedern oder Schraubenfedern, ausgestaltet sein und beispielsweise aus einem
elastisch deformierbaren Material wie zum Beispiel Metall bestehen. Alternativ können
die Federelemente aus einem elastisch komprimierbare Material wie beispielsweise einem
Elastomer bestehen und können in diesem Fall verschiedene Geometrien aufweisen.
[0047] Gemäß einer weiter konkretisierten Ausführungsform kann das erste Federelement hierbei
eine weichere Federkonstante aufweisen als das zweite Federelement. Hierdurch kann
erreicht werden, dass sich beim Betätigen des Betätigungselements zuerst das erste
Federelement deformiert und sich dabei das Kontaktschließelement relativ zu dem Gehäuse
verlagert, bevor es, wenn das Betätigungselement die erste Betätigungsposition erreicht,
die erste elektrische Verbindung schließt. Das Kontaktschließelement und/oder das
erste Federelement können dann an einem Anschlag gehalten werden, sodass bei einem
weiteren Betätigen des Betätigungselements dann das zweite Federelement deformiert
wird. Wenn das Betätigungselement die zweite Betätigungsposition erreicht, schließt
es die zweite elektrische Verbindung.
[0048] Hierdurch erlangt der Taster die gewünschte zweistufige Funktionalität, bei der beispielsweise
bei leichtem Niederdrücken lediglich das erste Betätigungssignal und bei stärkerem
Niederdrücken das erste und das zweite Betätigungssignal erzeugt werden.
[0049] Es wird daraufhingewiesen, dass einer, manche oder vorzugsweise jeder der Taster
in der Wartungsschalttafel als zwangsgeführte Taster bzw. Schalter ausgeführt sein
können bzw. das Sicherheitsregelungen dies sogar zwangsweise vorschreiben können.
[0050] Es wird daraufhingewiesen, dass einige der möglichen Merkmale und Vorteile der Erfindung
hierin mit Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen der Wartungsschalttafel, der
damit ausgestatteten Aufzugsteuerung und/oder des Verfahrens zum Verlagern einer Aufzugkabine
mithilfe dieser Aufzugsteuerung beschrieben sind. Ein Fachmann erkennt, dass die Merkmale
in geeigneter Weise kombiniert, angepasst oder ausgetauscht werden können, um zu weiteren
Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen.
[0051] Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten
Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die Beschreibung als die
Erfindung einschränkend auszulegen sind.
Fig. 1 zeigt eine Aufzuganlage mit einer Wartungsschalttafel gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
Fig. 2 zeigt einen zweistufigen Taster für eine Wartungsschalttafel gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung.
Fig. 3 veranschaulicht eine zeitliche Sequenz einer Nutzung einer erfindungsgemäßen
Schalttafel zum Steuern eines Verlagerns einer Aufzugkabine.
[0052] Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu. Gleiche Bezugszeichen
bezeichnen in den verschiedenen Figuren gleiche oder gleichwirkende Merkmale
[0053] Fig. 1 zeigt eine Aufzuganlage 1 gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
In der Aufzuganlage 1 können eine Aufzugkabine 9 und ein Gegengewicht 11, welche über
gemeinsame Tragmittel 17 beispielsweise in Form von mehreren Gurten miteinander verbunden
sind, mithilfe einer von einem Antriebsmotor 13 angetriebenen Treibscheibe 15 verlagert
werden. Eine Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor 13 wird durch eine Steuereinheit
5 gesteuert.
[0054] Dabei etabliert die Steuereinheit 5 eine Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor
13 unter anderem ausschließlich dann, wenn eine von der Steuereinheit 5 überwachte
Sicherheitskette durch die Aufzuganlage 1 geschlossen ist. Die Sicherheitskette wird
dabei aus einer Serienverschaltung mehrerer Sicherheitskomponenten wie beispielsweise
mehrerer Türschalter zum Überwachen eines Türschließzustandes an verschiedenen Aufzugtüren,
eines Übergeschwindigkeitsschalters zum Überwachen einer beim Verlagern der Aufzugkabine
9 auftretenden Übergeschwindigkeit, etc. gebildet. Durch Überwachen der Sicherheitskette
kann die Steuereinheit 5 gewährleisten, dass die Aufzugkabine 9 ausschließlich dann
verlagert wird, wenn alle Sicherheitskomponenten in der Aufzuganlage 1 einen betriebssicheren
Zustand signalisieren.
[0055] Wenn die Aufzuganlage 1 gewartet werden soll und hierzu in einen Wartungsmodus versetzt
wird, soll die Aufzugkabine 9 von einem sich außerhalb der Aufzugkabine 9 befindlichen
Techniker, der beispielsweise auf einem Dach der Aufzugkabine 9 steht, verlagert werden
können. Hierzu ist an der entsprechenden Stelle eine Wartungsschalttafel 3 vorgesehen.
Die Wartungsschalttafel 3 kann mit der Steuerungseinheit 5 kommunizieren und mit dieser
zusammen eine Aufzugsteuerung 7 bilden, die insbesondere während des Wartungsmodus
zum Steuern von Verlagerungsbewegungen der Aufzuganlage 1 eingesetzt werden kann.
Die Wartungsschalttafel 3 ist dabei aus Sicherheitsgründen in die Sicherheitskette
der Aufzuganlage 1 integriert.
[0056] An der Wartungsschalttafel 3 sind drei Taster 18 in Form eines Freigabetasters 19
und zweier Richtungstaster 22, d.h. eines Abwärtsrichtungtasters 21 und eines Aufwärtsrichtungtasters
23, vorgesehen. Jeder der Taster 18 kann durch Niederdrücken eines Betätigungselements
27 temporär betätigt werden und dabei von einem unbetätigten in einen betätigten Zustand
gebracht werden. Wird der Taster 18 anschließend losgelassen, kann er selbsttätig
zurück in den unbetätigten Zustand federn.
[0057] Die drei Taster 18 sind dabei zumindest einstufig ausgeführt, d.h., sie besitzen
zumindest zwei Schaltzustände und können von dem unbetätigten Zustand in den betätigten
Zustand betätigt werden. Jeder der Taster 18 ist dabei in die Sicherheitskette der
Aufzuganlage 1 integriert. Im unbetätigten Zustand ist hierbei ein über den jeweiligen
Taster 18 geführter Teil der Sicherheitskette der Aufzuganlage lokal unterbrochen.
Der durch den jeweiligen Taster 18 verlaufende Teil der Sicherheitskette wird in dem
Taster 18 ausschließlich dann geschlossen, wenn der Taster 18 betätigt wird.
[0058] Zumindest einer der drei Taster 18 ist bei der erfindungsgemäßen Wartungsschalttafel
3 jedoch nicht als lediglich einstufig, sondern als zweistufig ausgeführt. Bei diesem
zweistufigen Taster 18 kann das Betätigungselement 27 ausgehend von der Nichtbetätigungsposition
nicht nur bis zu einer ersten Betätigungsposition, sondern weiter bis zu einer zweiten
Betätigungsposition bewegt werden, wobei bei Erreichen bzw. Überschreiten der ersten
Betätigungsposition ein erstes Betätigungssignal ausgegeben wird und bei Erreichen
bzw. Überschreiten der zweiten Betätigungsposition zusätzlich noch ein zweites Betätigungssignal
ausgegeben wird.
[0059] Fig. 2 veranschaulicht beispielhaft eine Ausgestaltung eines Tasters 18, der als
zweistufiger Taster 25 ausgeführt ist, für eine erfindungsgemäße Wartungsschalttafel
3.
[0060] Der zweistufige Taster 25 umfasst ein Gehäuse 29, in dem das Betätigungselement 27
sowie ein Kontaktschließelement 33 aufgenommen sind. Durch Ausüben einer Kraft F in
einer Betätigungsrichtung 31 kann das Betätigungselement 27 relativ zu dem Gehäuse
29 verlagert werden. Auch das Kontaktschließelement 33 kann relativ zu dem Gehäuse
29 sowie auch relativ zu dem Betätigungselement 27 in der Betätigungsrichtung 31 verlagert
werden.
[0061] Zwischen dem Kontaktschließelement 33 und dem Gehäuse 29 bzw. einem an dem Gehäuse
29 fest vorgesehenen Anschlagstück 39 ist hierbei ein erstes Federelement 35 vorgesehen,
welches bei Ausüben der Kraft F in der Betätigungsrichtung F komprimiert werden kann.
Zwischen dem Betätigungselement 27 und dem Kontaktschließelement 33 ist ein zweites
Federelement 37 vorgesehen. Das zweite Federelement 37 ist dabei härter, d.h. weist
eine härtere Federkonstante auf, als das erste Federelement 35.
[0062] Der zweistufige Taster 25 verfügt über einen Sicherheitsketteneingang 41 sowie einen
Sicherheitskettenausgang 43. Der Sicherheitsketteneingang 41 und der Sicherheitskettenausgang
43 sind jeweils mit einer von zwei Kontaktflächen 45 elektrisch verbunden. Gegenüberliegend
zu den Kontaktflächen 45 ist an dem Kontaktschließelement 33 eine Überbrückungsfläche
47 vorgesehen, die in Kontakt mit den beiden Kontaktflächen 45 gebracht werden kann,
um dann eine elektrische Verbindung zwischen den beiden Kontaktflächen 45 und damit
zwischen dem Sicherheitsketteneingang 41 und dem Sicherheitskettenausgang 43 zu schließen.
[0063] Der zweistufige Taster 25 verfügt ferner über einen ersten Steuereingang 51 und einen
ersten Steuerausgang 53, welche wiederum jeweils mit einer von zwei Kontaktflächen
55 elektrisch verbunden sind. Gegenüberliegend zu diesen Kontaktflächen 55 ist an
dem Kontaktschließelement 33 eine weitere Überbrückungsfläche 57 vorgesehen, die in
Kontakt mit den beiden Kontaktflächen 55 gebracht werden kann, um eine elektrische
Verbindung zwischen den zwei Kontaktflächen 55 und damit zwischen dem ersten Steuereingang
51 und dem ersten Steuerausgang 53 zu schließen.
[0064] Ferner verfügt der zweistufige Taster 25 über einen zweiten Steuereingang 59 und
einen zweiten Steuerausgang 61, welche ebenfalls jeweils mit einer von zwei Kontaktflächen
63 verbunden sind. Gegenüberliegend zu diesen Kontaktflächen 63 ist an dem Betätigungselement
27 eine Überbrückungsfläche 65 vorgesehen, die in Kontakt mit den beiden Kontaktflächen
63 gebracht werden kann, um eine elektrische Verbindung zwischen diesen beiden Kontaktflächen
63 und damit zwischen dem zweiten Steuereingang 59 und dem zweiten Steuerausgang 61
zu schließen.
[0065] Um den zweistufigen Taster 25 zu betätigen, kann beispielsweise ein Wartungstechniker
das Betätigungselement 27 durch Ausüben der Kraft F in der Betätigungsrichtung 31
ausgehend von einer Nichtbetätigungsposition 67 nach unten hin zu einer ersten Betätigungsposition
69 niederdrücken. Da das zweite Federelement 37 härter ist als das erste Federelement
35, wird dabei das Kontaktschließelement 33 in etwa in gleichem Maße in der Betätigungsrichtung
31 nach unten verlagert wie das Betätigungselement 27.
[0066] Bei Erreichen der ersten Betätigungsposition 69 kontaktiert die Überbrückungsfläche
47 an dem Kontaktschließelement 33 die beiden gegenüberliegenden Kontaktflächen 45
und schließt damit die mit diesen verbundenen Sicherheitskettenein- und -ausgänge
41, 43 kurz. Da die Sicherheitskettenein- und -ausgänge 41, 43 in eine gesamte Sicherheitskette
der Aufzuganlage 1 integriert sind, wird damit der durch den Taster 18 verlaufende
Teil der Sicherheitskette geschlossen.
[0067] Ferner kontaktiert gleichzeitig die andere Überbrückungsfläche 57 an dem Kontaktschließelement
33 die ihr gegenüberliegenden Kontaktflächen 55 und schließt damit die mit diesen
verbundenen ersten Steuerein- und -ausgänge 51, 53 kurz. Durch ein Schließen der elektrischen
Verbindung zwischen den ersten Steuerein- und -ausgängen 51, 53 kann von dem zweistufigen
Taster 25 ein mit dessen erstem Betätigungszustand korrelierendes erstes Betätigungssignal
erzeugt werden. Dieses erste Betätigungssignal kann beispielsweise an die über die
ersten Steuerein- und -ausgänge 51, 53 mit dem zweistufigen Taster 25 verbundene Steuerungseinheit
5 der Aufzuganlage 1 übermittelt werden.
[0068] Der zweistufige Taster 25 kann jedoch über die erste Betätigungsposition 69 hinaus
weiter betätigt werden, indem das Betätigungselement 27 weiter nach unten gedrückt
wird. Da das Kontaktschließelement 33 ab Erreichen der ersten Betätigungsposition
69 nicht mehr weiter in der Betätigungsrichtung 31 verlagert werden kann, da es an
einem Anschlag anliegt, wird hierbei dann das zweite Federelement 37 komprimiert.
Für den Nutzer bewirkt das, dass zum Niederdrücken des Betätigungselements 27 bis
zur ersten Betätigungspositionen 69 eine geringere Federkraft überwunden werden braucht,
als bei einem weiteren Niederdrücken des Betätigungselements 27.
[0069] Bei Erreichen einer zweiten Betätigungsposition 71 kommt dann die Überbrückungsfläche
65 in Kontakt mit den Kontaktflächen 63, sodass die zweiten Steuerein- und ausgänge
59, 61 kurzgeschlossen werden. Durch ein Schließen der elektrischen Verbindung zwischen
den zweiten Steuerein- und -ausgängen 59, 61 kann von dem zweistufigen Taster 25 ein
mit dessen zweitem Betätigungszustand korrelierendes zweites Betätigungssignal erzeugt
werden. Dieses zweite Betätigungssignal kann beispielsweise an die über die zweiten
Steuerein- und -ausgänge 59, 61 mit dem zweistufigen Taster 25 verbundene Steuerungseinheit
5 der Aufzuganlage 1 übermittelt werden.
[0070] Nachfolgend werden ein Wartungsvorgang und die damit über eine erfindungsgemäße Wartungsschalttafel
3 zu steuernde Verlagerung der Aufzugkabine 9 beispielhaft mit Bezug auf Fig. 3 beschrieben.
Im erörterten Beispiel sind die beiden Richtungstaster 22 jeweils als zweistufige
Taster 25 ausgebildet. Dies kann ein intuitives Bedienen der Wartungsschalttafel unterstützen.
[0071] Ein Wartungstechniker kann zunächst die Wartungsschalttafel 3 aktivieren, indem beispielsweise
ein Aktivierungsschalter (nicht dargestellt) an der Wartungsschalttafel 3 betätigt
wird. Alle Taster 18 befinden sich hierbei zunächst in ihrem unbetätigten Zustand
B0.
[0072] Zu einem Zeitpunkt t
0 kann dann die Verlagerungsbewegung der Aufzugkabine 9 gestartet werden, indem der
Wartungstechniker gleichzeitig den Freigabetaster 19 sowie einen der Richtungstaster
22 betätigen, indem er das Betätigungselement 27 des jeweiligen Tasters 18 bis zu
dessen jeweiliger ersten Betätigungsposition 69 niederdrückt und somit den ersten
Betätigungszustand B1 einstellt. Hierdurch werden einerseits die durch die betätigten
Taster 18 verlaufenden Teile der Sicherheitskette der Aufzuganlage 1 geschlossen,
sodass eine Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor 13 nicht mehr unterbrochen ist.
Andererseits wird an dem betätigten Richtungstaster 22 ein erstes Betätigungssignal
erzeugt, anhand dessen die Steuerungseinheit 5 erkennen kann, in welche Richtung die
Aufzugkabine 9 verlagert werden soll, und dementsprechend den Antriebsmotor 13 mit
Leistung versorgen kann.
[0073] Der Wartungstechniker kann den Freigabetaster 19 und den jeweiligen Richtungstaster
22 so lange betätigt halten, bis die Aufzugkabine 9 bis kurz vor eine angestrebte
Zielposition verfahren wurde.
[0074] Wenn sich die Aufzugkabine 9 der von dem Wartungstechniker angestrebten Zielposition
zu einem Zeitpunkt t
1 ausreichend genähert hat, kann der Wartungstechniker mithilfe der Wartungsschalttafel
3 einen kontrollierten Abbremsvorgang der Aufzugkabine 9 einleiten.
[0075] Hierzu kann der Wartungstechniker das Betätigungselement 27 des im ersten Betätigungszustand
gehaltenen Richtungstasters 22 weiter niederdrücken, bis dessen zweite Betätigungsposition
71 und somit der zweite Betätigungszustand B2 erreicht werden. Daraufhin erzeugt dieser
Richtungstaster 22 das zweite Betätigungssignal. Wenn die Steuerungseinheit 5 dieses
zweite Betätigungssignal empfängt, beginnt sie, die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor
13 kontrolliert kontinuierlich reduzierend abzuregeln. Die Aufzugkabine 9 wird auf
diese Weise kontrolliert abgebremst. Wenn die Aufzugkabine 9 zum Stillstand gekommen
ist, kann die Steuerungseinheit 5 zusätzlich deren Sicherheitsbremse aktivieren.
[0076] Der Wartungstechniker kann dann zum Zeitpunkt t
2 die Betätigung des Freigabetasters 19 sowie des zuvor betätigten Richtungstasters
22 wieder lösen und beispielsweise zu einem Zeitpunkt t
3 die Wartungsschalttafel 3 deaktivieren und gegebenenfalls den Wartungsvorgang beenden.
[0077] Da mithilfe der hierin vorgestellten Wartungsschalttafel 3 abrupte Notstopps der
Aufzugkabine 9 während Wartungsvorgängen vermieden werden können und stattdessen die
verlagerte Aufzugkabine 9 bei Erreichen einer Zielposition von dem Wartungstechniker
kontrolliert abgebremst werden kann, kann übermäßiger Verschleiß an Komponenten der
Aufzuganlage 1 vermieden werden.
[0078] Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass Begriffe wie "aufweisend", "umfassend",
etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschließen und Begriffe wie "eine" oder
"ein" keine Vielzahl ausschließen. Ferner sei daraufhingewiesen, dass Merkmale oder
Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden
sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener
Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind
nicht als Einschränkung anzusehen.
Bezugszeichenliste
[0079]
- 1
- Aufzuganlage
- 3
- Wartungsschalttafel
- 5
- Steuerungseinheit
- 7
- Aufzugsteuerung
- 9
- Aufzugkabine
- 11
- Gegengewicht
- 13
- Antriebsmotor
- 15
- Treibscheibe
- 17
- Tragmittel
- 18
- Taster
- 19
- Freigabetaster
- 21
- Abwärtsrichtungtaster
- 22
- Richtungstaster
- 23
- Aufwärtsrichtungtaster
- 25
- zweistufiger Taster
- 27
- Betätigungselement
- 29
- Gehäuse
- 31
- Betätigungsrichtung
- 33
- Kontaktschließelement
- 35
- erstes Federelement
- 37
- zweites Federelement
- 39
- Anschlagstück
- 41
- Sicherheitsketteneingang
- 43
- Sicherheitskettenausgang
- 45
- Kontaktflächen an Sicherheitskettenein- und -ausgang
- 47
- Überbrückungsfläche zu Sicherheitskettenein- und -ausgang
- 51
- erster Steuereingang
- 53
- erster Steuerausgang
- 55
- Kontaktflächen an erstem Steuerein- und -ausgang
- 57
- Überbrückungsfläche zu erstem Steuerein- und -ausgang
- 59
- zweiter Steuereingang
- 61
- zweiter Steuerausgang
- 63
- Kontaktflächen an zweitem Steuerein- und -ausgang
- 65
- Überbrückungsfläche zu zweitem Steuerein- und -ausgang
- 67
- Nichtbetätigungsposition
- 69
- erste Betätigungsposition
- 71
- zweite Betätigungsposition
1. Wartungsschalttafel (3) zum Steuern von Verlagerungsbewegungen einer Aufzugkabine
(9), wobei die Wartungsschalttafel (3) aufweist:
zumindest drei Taster (18) umfassend einen Freigabetaster (19) und zwei Richtungstaster
(22) umfassend einen Abwärtsrichtungtaster (21) und einen Aufwärtsrichtungtaster (23);
wobei jeder der Taster (18) jeweils einen Sicherheitsketteneingang (41) und einen
Sicherheitskettenausgang (43) sowie ein Betätigungselement (27) aufweist, welches
von einer Nichtbetätigungsposition (67) ausgehend in einer Betätigungsrichtung (31)
verlagerbar ist, und bei einem Verlagern des Betätigungselements (27) in der Betätigungsrichtung
(31) über eine jeweilige erste Betätigungsposition (69) hinaus von einem unbetätigten
(B0) in einen ersten betätigten Betätigungszustand (B1) übergeht, in dem eine elektrische
Verbindung zwischen dem Sicherheitsketteneingang (41) und dem Sicherheitskettenausgang
(43) geschlossen ist;
wobei der Abwärtsrichtungtaster (21) und der Aufwärtsrichtungtaster (23) jeweils einen
ersten Steuerausgang (53) aufweisen und jeweils dazu konfiguriert sind, dass in dem
ersten Betätigungszustand (B1) an dem ersten Steuerausgang (53) ein mit dem ersten
Betätigungszustand (B1) korrelierendes erstes Betätigungssignal ausgegeben wird;
wobei zumindest einer der Taster (18) als zweistufiger Taster (25) ausgebildet ist
und
- den ersten Steuerausgang (53) und einen zweiten Steuerausgang (61) aufweist,
- dazu konfiguriert ist, dass in dem ersten Betätigungszustand (B1) an dem ersten
Steuerausgang (53) ein mit dem ersten Betätigungszustand (B1) korrelierendes erstes
Betätigungssignal und an dem zweiten Steuerausgang (61) kein Betätigungssignal ausgegeben
wird, und
- dazu konfiguriert ist, dass das Betätigungselement (27) in der Betätigungsrichtung
(31) über die erste Betätigungsposition (69) hinaus in eine zweite Betätigungsposition
(71) verlagerbar ist und dass der zweistufige Taster (25) bei einem Verlagern des
Betätigungselements (27) in der Betätigungsrichtung (31) über die zweite Betätigungsposition
(71) hinaus in einen zweiten betätigten Betätigungszustand (B2) übergeht, in dem die
elektrische Verbindung zwischen dem Sicherheitsketteneingang (41) und dem Sicherheitskettenausgang
(43) geschlossen ist, an dem ersten Steuerausgang (53) das mit dem ersten Betätigungszustand
(B1) korrelierende erste Betätigungssignal ausgegeben wird und an dem zweiten Steuerausgang
(61) ein mit dem zweiten Betätigungszustand (B2) korrelierendes zweites Betätigungssignal
ausgeben wird.
2. Wartungsschalttafel nach Anspruch 1,
wobei der zweistufige Taster (25) ferner einen ersten Steuereingang (51) und einen
zweiten Steuereingang (59) aufweist und wobei der zweistufige Taster (25) dazu konfiguriert
ist, in dem ersten Betätigungszustand (B1) eine erste elektrische Verbindung zwischen
dem ersten Steuereingang (51) und dem ersten Steuerausgang (53) zu schließen und eine
zweite elektrische Verbindung zwischen dem zweiten Steuereingang (59) und dem zweiten
Steuerausgang (61) geöffnet zu halten, und
wobei der zweistufige Taster (25) ferner dazu konfiguriert ist, in dem zweiten Betätigungszustand
(B2) sowohl die erste elektrische Verbindung zwischen dem ersten Steuereingang (51)
und dem ersten Steuerausgang (53) als auch die zweite elektrische Verbindung zwischen
dem zweiten Steuereingang (59) und dem zweiten Steuerausgang (61) zu schließen.
3. Wartungsschalttafel nach Anspruch 2,
wobei der zweistufige Taster (25) das Betätigungselement (27) und ein Kontaktschließelement
(33) aufweist,
wobei das Betätigungselement (27) dazu konfiguriert ist, im Nichtbetätigungszustand
(B0) und im ersten Betätigungszustand (B1) die zweite elektrische Verbindung geöffnet
zu halten und im zweiten Betätigungszustand (B2) die zweite elektrische Verbindung
zu schließen, und
wobei das Kontaktschließelement (33) dazu konfiguriert ist, im Nichtbetätigungszustand
(B0) die erste elektrische Verbindung geöffnet zu halten und im ersten Betätigungszustand
(B1) sowie im zweiten Betätigungszustand (B2) die erste elektrische Verbindung zu
schließen.
4. Wartungsschalttafel nach Anspruch 3,
wobei der zweistufige Taster (25) ferner ein Gehäuse (29) aufweist,
wobei das Betätigungselement (27) und das Kontaktschließelement (33) relativ zueinander
und relativ zu dem Gehäuse (29) in der Betätigungsrichtung (31) verlagerbar sind,
und
wobei das Kontaktschließelement (33) an dem Gehäuse (29) über ein in der Betätigungsrichtung
(31) elastisch deformierbares erstes Federelement (35) gehalten ist, und
wobei das Betätigungselement (27) an dem Kontaktschließelement (33) über ein in der
Betätigungsrichtung (31) elastisch deformierbares zweites Federelement (37) gehalten
ist.
5. Wartungsschalttafel nach Anspruch 4, wobei das erste Federelement (35) eine weichere
Federkonstante aufweist als das zweite Federelement (37).
6. Wartungsschalttafel nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Richtungstaster
(22) jeweils als die zweistufigen Taster (25) ausgebildet sind.
7. Aufzugsteuerung (7) zum Steuern von Verlagerungsbewegungen einer Aufzugkabine (9)
einer Aufzuganlage (1), aufweisend:
eine Steuerungseinheit (5) zum Steuern einer Leistungsversorgung zu einem die Aufzugkabine
(9) antreibenden Antriebsmotor (13);
eine Wartungsschalttafel (3) gemäß einem der vorangehenden Ansprüche.
8. Aufzugsteuerung nach Anspruch 7,
wobei die Steuerungseinheit (5) mit den an der Wartungsschalttafel (3) vorgesehenen
Sicherheitsketteneingängen (41) und Sicherheitskettenausgängen (43) elektrisch verbunden
ist, um einen aktuellen Schaltzustand der Wartungsschalttafel (3) zu überwachen und
die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor (13) automatisch zu unterbrechen, wenn
zumindest eine der folgenden Bedingungen zutrifft:
(i) der Freigabetaster (19) ist im unbetätigten Zustand;
(ii) der Aufwärtsrichtungstaster (21) und der Abwärtsbewegungstaster (23) sind beide
im unbetätigten Zustand.
9. Aufzugsteuerung nach einem der Ansprüche 7 und 8,
wobei die Steuerungseinheit (5) mit der Wartungsschalttafel (3) über den zweiten Steuerausgang
(61) des zweistufigen Tasters (25) elektrisch verbunden ist, um die von dem zweistufigen
Taster (25) ausgegebenen zweiten Betätigungssignale zu überwachen, und
wobei die Steuerungseinheit (5) dazu eingerichtet ist, bei Empfang eines zweiten Betätigungssignals
die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor (13) kontrolliert abzuregeln.
10. Aufzugsteuerung nach Anspruch 9, wobei die Steuerungseinheit (5) dazu eingerichtet
ist, bei Empfang eines zweiten Betätigungssignals die Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor
(13) kontinuierlich reduzierend abzuregeln.
11. Aufzugsteuerung nach einem der Ansprüche 9 und 10, wobei die Steuerungseinheit (5)
dazu eingerichtet ist, nach dem Abregeln der Leistungsversorgung zu dem Antriebsmotor
(13) eine Bremse an der Aufzugkabine (9) zu aktivieren.
12. Aufzuganlage (1) mit einer Aufzugsteuerung (7) gemäß einem der Ansprüche 7 bis 11.
13. Verfahren zu Verlagern eine Aufzugkabine (9) einer Aufzuganlage (1) mittels einer
Aufzugsteuerung (7) gemäß einem der Ansprüche 7 bis 11, wobei das Verfahren umfasst:
Starten einer Verlagerungsbewegung der Aufzugkabine (9) durch gleichzeitiges Betätigen
des Freigabetasters (19) und eines der Richtungstaster (22) bis zu deren jeweiliger
erster Betätigungsposition (69);
Aufrechterhalten der Verlagerungsbewegung der Aufzugkabine (9) durch gleichzeitiges
Halten des Freigabetasters (19) und des einen der Richtungstaster (22) in deren jeweiliger
Betätigungsposition (69), bis die Aufzugkabine (9) bis kurz vor eine Zielposition
verfahren ist;
Einleiten eines kontrollierten Abbremsvorgangs der Aufzugkabine (9) durch Betätigen
des zweistufigen Tasters (25) bis zu dessen zweiter Betätigungsposition;
Lösen der Betätigung des Freigabetasters (19) und des einen der Richtungstaster (22)
sobald die Aufzugkabine (9) zum Stillstand gekommen ist.