[0001] Die Erfindung betrifft ein Rohr- und/oder Kabelpflugsystem zum parallelen Einbringen
von zwei oder mehreren, vorzugsweise von drei, Leitungen, insbesondere Rohren oder
Kabeln, in den Untergrund und ein Verfahren zum parallelen Einbringen von zwei oder
mehreren, vorzugsweise von drei, Leitungen, insbesondere Rohren oder Kabeln, in den
Untergrund mit einem Rohr- und/oder Kabelpflugsystem.
[0002] Beim Einbringen von Leitungen, insbesondere bei bestimmten Arten von Leitungen wie
Rohren oder Kabeln, in den Untergrund besteht die Anforderung, diese parallel in den
Untergrund einzubringen, insbesondere bei Wasser- und Abwasserleitungen, Strom- und
Gasleitungen oder Strom- und Wasserleitungen oder Erdkabeln oder Schutzrohren. Insbesondere
besteht auch die Anforderung, dass die Höhenlage der Leitungen im Untergrund konstant
gehalten wird.
[0003] Ein Kabelpflug ist beispielsweise bekannt aus
EP 2 256 255 A1, allerdings weist der Kabelpflug keine Mittel zum Halten der Höhenlage des Kabelpflugs
im Untergrund auf. Aus
DE 28 37 031 A1 ist ein Dränleger bekannt, der ebenfalls keine Mittel zum Halten der Höhenlage des
Kabelpflugs im Untergrund aufweist, welches eine nach unten gerichtete Bewegung und/oder
ein Nach-Unten-Kippen des Kabelpflugs während des Verlegeprozesses unterbindet. Ferner
wird verwiesen auf
DE 20 2016 106 622 U1.
[0004] Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein neues Rohr- und/oder Kabelpflugsystem und
eine neues Verfahren anzugeben, insbesondere ein Rohr- und/oder Kabelpflugsystem und
ein Verfahren, mit dem zwei oder mehrere, insbesondere drei Leitungen parallel und
mit konstanter Höhenlage, und insbesondere konstantem Abstand zueinander, in den Untergrund
bzw. Erdboden einbringbar sind.
[0005] Diese Aufgabe wird hinsichtlich des Rohr- und /oder Kabelpflugsystems durch die Merkmale
des Anspruchs 1 und hinsichtlich des Verfahrens durch die Merkmale des Anspruchs 14
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen sind in den jeweils abhängigen
Ansprüchen angegeben.
[0006] Das erfindungsgemäße Rohr- und/oder Kabelpflugsystem weist einen Kabelpflug und ein
oder mehrere, vorzugsweise zwei, Zugfahrzeuge, zum Ziehen des Kabelpflugs durch den
Untergrund entlang einer vorgesehenen Fahrtrichtung auf.
[0007] Der Kabelpflug umfasst zwei oder mehrere, vorzugsweise drei, Verlegeeinheiten, insbesondere
eine der Anzahl der Leitungen entsprechende Anzahl an Verlegeeinheiten.
[0008] Jede Verlegeeinheit umfasst ein zum Eingriff in den Untergrund geeignetes Schwert
zur Bildung einer Erdrinne und eine Leitungsführung zum Einlegen der Leitung in die
durch das Schwert gebildete oder bildbare Erdrinne.
[0009] Der Kabelpflug weist einen im Untergrund geführten oder führbaren Steuerpiloten auf,
wobei der Steuerpilot in der vorgesehenen Fahrtrichtung vor den Verlegeeinheiten angeordnet
ist, und wobei der Steuerpilot dazu ausgebildet ist, die Höhenlage des Kabelpflugs
beim Ziehen des Kabelpflugs durch das eine oder die mehreren Zugfahrzeuge im Untergrund
auf einem vorgesehenen, insbesondere konstanten, Niveau zu halten.
[0010] Bevorzugt ist der Kabelpflug eine freistehende Einheit und/oder von dem oder den
Zugfahrzeugen beabstandet.
[0011] Besonders bevorzugt weist der Kabelpflug kein eigenes Fahrwerk auf oder ist mit keinem
angrenzenden Fahrwerk verbunden.
[0012] Es kann vorgesehen sein, dass eine Abstützung gegen den Untergrund ausschließlich
mittels des Kabelpflugs selbst, insbesondere des horizontalen Schwerts und/oder des
Steuerpiloten, vorgesehen ist.
[0013] Die Vorteile der Erfindung liegen insbesondere darin, dass in einem einzigen Arbeitsschritt
alle Leitungen, beispielsweise alle drei vorgesehenen Leitungen, parallel in den Untergrund
bzw. Erdboden eingebracht werden können. Der Abstand der Leitungen ergibt sich hierbei
aus der Anordnung der Verlegeeinheiten zueinander, er bleibt während des Einpflügens
konstant. Somit ist ein konstanter Abstand der auf diese Weise verlegten Leitungen
gewährleistet.
[0014] Ferner besteht ein wesentlicher Vorteil des erfindungsgemäßen Rohr- und/oder Kabelpflugsystems
darin, dass kein Fahrgestell vor dem Kabelpflug angeordnet ist, welches im Bereich
der zu verlegenden Leitungen dem Kabelpflug vorausfährt. Ein solches Fahrgestell würde
Druck auf den Boden ausüben und diesen somit beschädigen. Die Bodenoberfläche bleibt
somit während des gesamten Verlegeprozesses mit dem erfindungsgemäßen Rohr- und/oder
Kabelpflugsystem unbeschädigt.
[0015] Das Weiteren liegt ein wesentlicher Vorteil der Erfindung darin, dass durch den Steuerpiloten
eine unerwünschte Höhenveränderung des Kabelpflugs, beispielsweise ein Abkippen in
den Untergrund mit der Folge immer größer werdenden Verlegetiefen, verhindert wird.
Der Steuerpilot sorgt dafür, dass der Kabelpflug beim Einpflügen der Leitungen auf
einem vorgesehenen, insbesondere konstanten Niveau verbleibt. Dadurch wird sichergestellt,
dass die einzupflügenden Leitungen in vorgesehener, vorzugsweise konstanter Tiefe
verlegt werden.
[0016] Bei den Zugfahrzeugen handelt es sich insbesondere um, vorzugsweise geländegängige,
Fahrzeuge, welche Seilwindenvorrichtungen zum Ziehen des Kabelpflugs aufweisen. Die
Zugfahrzeuge weisen ferner bevorzugt jeweils ein Abstützschild auf.
[0017] Besonders bevorzugt ist der Steuerpilot schlittenartig oder kufenartig ausgebildet.
[0018] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass der Steuerpilot, insbesondere
an seiner Unterseite, eine Abstützfläche gegen den Untergrund aufweist, wobei die
Abstützfläche eine nach unten gerichtete Bewegung und/oder ein Nach-Unten-Kippen und/oder
ein Nach-Vorne-Kippen des Kabelpflugs beim Ziehen des Kabelpflugs durch den Untergrund
vermeidet.
[0019] Bevorzugt liegt der Steuerpilot mit der Abstützfläche auf dem Boden eines Leitgrabens
und/oder einer Startgrube auf, und/oder gleitet mit der Abstützfläche über den Boden
eines Leitgrabens und/oder einer Startgrube.
[0020] Bevorzugt ist der Steuerpilot in der vorgesehenen Fahrtrichtung vor den Verlegeeinheiten
auf Höhe der Schwerter der Verlegeeinheiten angeordnet.
[0021] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung weist das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem
eine Auflageplatte auf, wobei die Auflageplatte am Steuerpiloten angeordnet ist, und
wobei die Auflageplatte an ihrer Unterseite eine Auflagefläche aufweist, die zur Auflage
auf der Bodenoberfläche, insbesondere seitlich einer Stargrube und/oder eines Leitgrabens
vorgesehen ist.
[0022] Vorzugsweist ist die Auflageplatte an einer Verbindungsfläche des Steuerpiloten angebracht,
wobei die Verbindungsfläche insbesondere im vorderen Bereich der Oberseite des Steuerpiloten
vorgesehen ist.
[0023] Bevorzugt ist die Auflageplatte dazu vorgesehen und/oder ausgebildet, ein seitliches
Wegkippen des Steuerpiloten und/oder des Kabelpflugs bei ungleichmäßigen Ziehen durch
das oder die Zugfahrzeuge zu vermeiden. Ferner hält die Auflageplatte insbesondere
das Höhenniveau des Kabelpflugs.
[0024] An der Oberseite der Auflageplatte kann ein Bügel vorgesehen sein, wobei der Bügel
insbesondere zur Stabilisierung der Auflageplatte vorgesehen ist.
[0025] Es kann vorgesehen sein, dass die Höhendifferenz zwischen der Auflagefläche der Auflageplatte
und der Abstützfläche des Steuerpiloten die Grabentiefe der Startgrube und/oder des
Leitgrabens definiert und/oder der Grabentiefe der Startgrube und/oder des Leitgrabens
entspricht.
[0026] Die Verlegeeinheiten können in einer vorgesehenen Fahrtrichtung nebeneinander und/oder
in einer vorgesehenen Fahrtrichtung auf selber Höhe vorgesehen sein. Benachbarte Verlegeeinheiten
können auch in einer vorgesehenen Fahrtrichtung zumindest abschnittsweise hintereinander
und/oder entlang der vorgesehenen Fahrtrichtung versetzt zueinander vorgesehen sein.
[0027] Bevorzugt sind drei Verlegeeinheiten zum Einbringen von drei Leitungen in den Untergrund
vorgesehen, wobei die Verlegeeinheiten nebeneinander angeordnet sind, wobei die mittlere
Verlegeeinheit in der vorgesehenen Fahrtrichtung zumindest abschnittsweise vor den
beiden äußeren Verlegeeinheiten angeordnet ist.
[0028] Besonders bevorzugt ist der Steuerpilot in der vorgesehenen Fahrtrichtung vor der
mittleren Verlegeeinheit angeordnet.
[0029] Gemäß einer Ausführungsvariante der Erfindung ist der Steuerpilot mittels wenigstens
einer Führung, vorzugweise einer Parallelführung, mit der mittleren Verlegeeinheit
verbunden, wobei die wenigstens eine Führung vorzugsweise gelenkig an dem Steuerpiloten
und/oder der mittleren Verlegeeinheit angebracht ist.
[0030] Gemäß einer Weiterbildung weist der Steuerpilot einen Tiefenbegrenzer auf, wobei
der Tiefenbegrenzer zur Einstellung einer vorgesehenen Höhenlage des Steuerpiloten,
insbesondere in Relation zu den Verlegeeinheiten, vorgesehen ist.
[0031] Es kann vorgesehen sein, dass der Tiefenbegrenzer einen Hydraulikzylinder zur Anpassung
der Höhenlage des Steuerpiloten aufweist, wobei der Tiefenbegrenzer insbesondere gelenkig
an den Steuerpiloten und/oder die mittlere Verlegeeinheit angebracht ist.
[0032] Gemäß einer Ausführungsvariante der Erfindung umfasst das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem
wenigstens ein, vorzugsweise zwei oder drei, Zugmittel, insbesondere Stahlseile, wobei
der Kabelpflug wenigstens ein Verbindungsmittel zur Verbindung mit jedem vorgesehenen
Zugmittel aufweist, wobei der Kabelpflug mittels des oder der Zugmittel durch das
oder die Zugfahrzeuge ziehbar ist oder gezogen wird.
[0033] Bevorzugt ist das Verbindungsmittel an der mittleren Verlegeeinheit vorgesehen, insbesondere
im oberen Bereich des Schwerts der mittleren Verlegeeinheit, und/oder am Tiefenbegrenzer.
Der Zugpunkt, an welchem der Kabelpflug durch die Zugfahrzeuge gezogen wird, ist damit
mittig am Kabelpflug angeordnet. Es kann vorgesehen sein, dass das Verbindungsmittel
und damit der Zugpunkt, vorzugsweise knapp, oberhalb der Schwertbiegung des Schwerts
der mittleren Verlegeeinheit vorgesehen ist.
[0034] Ferner kann vorgesehen sein, dass eine der Anzahl der Verlegeeinheiten entsprechende
Anzahl an Verbindungsmitteln vorgesehen ist, wobei an jeder Verlegeeinheit ein Verbindungsmittel
vorgesehen ist, wobei die Verbindungsmittel insbesondere jeweils im oberen Bereich
der Schwerter angeordnet sind.
[0035] Besonders bevorzugt sind drei Verlegeeinheiten vorgesehen, wobei ein Verbindungsmittel
am Tiefenbegrenzer, welcher an der mittleren Verlegeeinheit vorgesehen ist, angeordnet
ist und die beiden weiteren Verbindungsmittel jeweils im oberen Bereich der Schwerter
der beiden äußeren Verlegeeinheiten.
[0036] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass jede Leitungsführung
über eine mechanische Verbindung mit dem zugehörigen Schwert der Verlegeeinheit verbunden
ist, wobei die Leitungsführung als Verlegeschacht ausgebildet ist, wobei der Verlegeschacht
einen Einlauftrichter aufweist. Vorzugsweise ist eine Öffnung des Einlauftrichters
in Richtung der vorgesehenen Fahrtrichtung orientiert.
[0037] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausbildungsvariante der Erfindung ist vorgesehen,
dass der Kabelpflug eine horizontale Messerplatte zur, insbesondere starren, Verbindung
der Verlegeeinheiten untereinander aufweist.
[0038] Ein Vorteil der horizontalen Messerplatte besteht insbesondere darin, dass diese
die Verlegeeinheiten untereinander stabilisiert, so dass eine äußerst präzise Verlegung
der Leitungen mit kleinstmöglicher Toleranz ermöglicht wird. Zusätzlich wird durch
die Messerplatte die Eindringtiefe des Kabelpflugs in den Untergrund minimiert. An
der Erdoberfläche findet somit keine Bodenverdichtung statt. Die Leitungen werden
durch den erfindungsgemäß ausgebildeten Kabelpflug in einem festgelegten Abstand zueinander
und in einer festgelegten Tiefe verlegt.
[0039] Es kann vorgesehen sein, dass die Verlegeeinheiten auf der Oberseite der horizontalen
Messerplatte angebracht, insbesondere angeschweißt und/oder durch mechanische Verbindungselemente
angebracht, sind.
[0040] Ferner kann vorgesehen sein, dass die horizontale Messerplatte einen rechteckigen
Abschnitt und einen tannenbaumartigen Abschnitt aufweist, wobei der tannenbaumartige
Abschnitt in der vorgesehenen Fahrtrichtung vor dem rechteckigen Abschnitt vorgesehen
ist, und/oder wobei der tannenbaumartige Abschnitt in der vorgesehenen Fahrtrichtung
spitz zuläuft, wobei die Außenkanten des tannenbaumartigen Abschnitts eine Schneidkante
aufweisen und/oder ausbilden.
[0041] Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung weist das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem
mindestens eine Grabenbildungseinheit, insbesondere eine Grabenfräse und/oder einen
Bagger, zur Erzeugung einer Startgrube und/oder eines Leitgrabens für den Kabelpflug
auf.
[0042] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsvariante der Erfindung ist vorgesehen, dass das
Rohr- und/oder Kabelpflugsystem vertikale und/oder horizontale Vorschneidmesser zum
Zerschneiden des Bodens aufweist, wobei die Vorschneidmesser am oder im Bereich des
Steuerpiloten und/oder am oder im Bereich des Kabelpflugs angeordnet sind.
[0043] In einer bevorzugten Ausführungsvariante zerschneiden die Vorschneidmesser beim Ziehen
des Kabelpflugs durch den Untergrund den Boden seitlich der Startgrube und/oder des
Leitgrabens, um den Boden zu lockern und/oder um den Boden derart zu zerkleinern,
dass Füllmaterial für die Startgrube und/oder den Leitgraben gebildet wird, welches
nach dem Einpflügen der Leitungen zum Füllen des Grabens verwendet wird oder werden
kann. Der wesentliche Vorteil von derart zerkleinertem Boden als Füllmaterial liegt
darin, dass dieser nach dem Pflügen die Startgrube und/oder den Leitgraben und/oder
die gebildeten Erdrinne verfüllt, ohne dass Hohlräume um die Leitungen herum entstehen,
die beispielsweise hinsichtlich des Wärmeabtransports bei verlegten Stromleitungen
von Nachteil währen.
[0044] Bevorzugt sind vertikale Vorschneidmesser an der Auflageplatte des Steuerpiloten
und/oder an seitlichen Flügeln am Steuerpiloten angeordnet. Insbesondere ist vorgesehen,
dass die vertikalen Vorschneidmesser nach unten aus der Auflagefläche des Auflageplatte
und/ nach unten aus den Flügeln hervorstehen. Besonders bevorzugt sind die vertikalen
Vorschneidmesser entgegen der vorgesehenen Fahrtrichtung zueinander und/oder nach
außen versetzt an der Auflageplatte und/oder an den Flügeln angeordnet.
[0045] Ferner können horizontale Vorschneidmesser am Kabelpflug und/oder am Steuerpiloten
und/oder an seitlichen Flügeln am Steuerpilot und/oder an der oder den Führungen,
insbesondere der Parallelführung, angeordnet sein. Bevorzugt sind mehrere übereinander
angeordnete und/oder entgegen der vorgesehenen Fahrtrichtung zueinander versetzt angeordnete
horizontale Vorschneidmesser vorgesehen.
[0046] Gemäß einer Ausführungsvariante der Erfindung kann vorgesehen sein, dass das Rohr-
und/oder Kabelpflugsystem eine Stützplatte aufweist, wobei die Stützplatte zur, insbesondere
starren, Verbindung der Verlegeeinheiten untereinander an den Verlegeeinheiten vorgesehen
ist. Bevorzugt ist die Stützplatte insbesondere im oberen Bereich der Verlegeeinheiten
angeordnet, bevorzugt parallel und/oder mit Abstand zur horizontalen Messerplatte.
[0047] Das erfindungsgemäße Verfahren zum parallelen Einbringen von zwei oder mehreren Leitungen
in den Untergrund wird mit einem Rohr- und/oder Kabelpflugsystem durchgeführt, insbesondere
mit einem erfindungsgemäßen Rohr- und/oder Kabelpflugsystem, wobei das Rohr- und/oder
Kabelpflugsystem einen Kabelpflug, ein oder mehrere Zugfahrzeuge zum Ziehen des Kabelpflugs
durch den Untergrund entlang einer vorgesehenen Fahrtrichtung, und mindestens eine
Grabenbildungseinheit zur Erzeugung einer Startgrube und/oder eines Leitgrabens für
den Kabelpflug aufweist, wobei der Kabelpflug zwei oder mehrere Verlegeeinheiten umfasst,
wobei jede Verlegeeinheit ein zum Eingriff in den Untergrund geeignetes Schwert zur
Bildung einer Erdrinne und eine Leitungsführung zum Einlegen der Leitung in die durch
das Schwert gebildete oder bildbare Erdrinne umfasst, wobei der Kabelpflug einen im
Untergrund geführten oder führbaren Steuerpiloten aufweist, wobei der Steuerpilot
in der vorgesehenen Fahrtrichtung vor den Verlegeeinheiten angeordnet ist, und wobei
der Steuerpilot die Höhenlage des Kabelpflugs beim Ziehen des Kabelpflugs durch das
eine oder die mehreren Zugfahrzeuge im Untergrund auf einem vorgesehenen Niveau hält.
[0048] Das erfindungsgemäß Verfahren umfasst die Schritte:
- a) Erzeugen einer Startgrube für den Kabelpflug, insbesondere mittels der oder einer
der Grabenbildungseinheit, insbesondere einer Grabenfräse oder einem Bagger,
- b) Erzeugen eines Leitgrabens, insbesondere eines Leitgrabens mit konstanter Tiefe,
für den Kabelpflug, insbesondere mittels der oder einer der Grabenbildungseinheiten,
insbesondere einer Grabenfräse oder einem Bagger,
- c) Einführen oder Einbringen des Kabelpflugs auf Verlegetiefe in die Startgrube und/oder
den Leitgraben,
- d) Gleichzeitiges Einpflügen von zwei oder mehr Leitungen in den Untergrund mittels
des Kabelpflugs,
d1) wobei der Kabelpflug zum Einpflügen der Leitungen durch ein oder mehrere Zugfahrzeuge
durch den Untergrund entlang einer vorgesehenen Fahrtrichtung gezogen wird,
d2) wobei die Zugfahrzeuge beim Ziehen des Kabelpflugs vom Kabelpflug beabstandet
sind, und
d3) wobei der Steuerpilot in der vorgesehenen Fahrtrichtung vor den Verlegeeinheiten
am Boden der Startgrube und/oder des Leitgrabens entlanggleitet, wobei die Höhenlage
des Kabelpflugs beim Ziehen des Kabelpflugs durch das eine oder die mehreren Zugfahrzeuge
im Untergrund mittels des Steuerpiloten auf einem vorgesehenen, insbesondere konstantem,
Niveau gehalten wird, insbesondere indem durch den Steuerpiloten eine nach unten gerichtete
Bewegung und/oder ein Nach-Unten-Kippen und/oder ein Nach-Vorne-Kippen des Kabelpflugs
während des Verlegeprozesses, welches aus der Zugbewegung resultiert, verhindert wird.
[0049] Die Vorteile des Verfahrens ergeben sich aus den vorstehenden Erläuterungen zum erfindungsgemäßen
Rohr- und/oder Kabelpflugsystem.
[0050] Ein wesentlicher Vorteil ergibt sich aus dem Zusammenwirken von Leitgraben und Steuerpilot.
Der Steuerpilot gleitet beim Ziehen des Kabelpflugs und damit beim Pflügen auf dem
Boden des Leitgrabens entlang und verhindert dadurch beispielsweise ein Abkippen des
Kabelpflugs in den Untergrund mir der Folge immer größer werdenden Verlegetiefe. Der
Steuerpilot sorgt somit im Zusammenspiel mit dem Leitgraben dafür, dass der Kabelpflug
beim Einpflügen der Leitungen auf einem vorgesehenen, insbesondere konstanten Niveau
verbleibt. Dadurch wird sichergestellt, dass die einzupflügenden Leitungen in vorgesehener,
vorzugsweise konstanter Tiefe verlegt werden. Als weiterer Vorteil sorgt der Leitgraben
im Zusammenspiel mit dem Steuerpiloten dafür, dass der Kabelpflug in der vorgesehenen
Fahrtrichtung bewegt wird und nicht durch beispielsweise ungleichmäßiges Ziehen mehrerer
Zugfahrzeuge in eine unerwünschte Richtung gelegt wird. Dies wird zusätzlich unterstützt,
wenn am Steuerpiloten die vorstehend beschriebene Auflageplatte vorgesehen ist, die
insbesondere ein seitliches Verkippen des Kabelpflugs verhindert. Des Weiteren sorgt
der Leitgraben für eine optimale Bodenverdrängung während des Einpflügens.
[0051] Gemäß einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann vorgesehen sein,
dass die Zugfahrzeuge den Kabelpflug mittels je einer auf oder an dem Zugfahrzeug
vorgesehenen Seilwinde durch den Untergrund ziehen.
[0052] Ferner kann vorgesehen sein, dass das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem vertikale und/oder
horizontale Vorschneidmesser zum Zerschneiden des Bodens aufweist, wobei die Vorschneidmesser
am oder im Bereich des Steuerpiloten und/der dessen Führung angeordnet sind, wobei
die Vorschneidmesser beim Ziehen des Kabelpflugs durch das oder die Zugfahrzeuge durch
den Untergrund den Boden seitlich der Startgrube und/oder seitlich des Leitgrabens
lockern und/oder zerkleinern, insbesondere derart, dass Füllmaterial für die Startgrube
und/oder den Leitgraben und/oder die Erdrinnen gebildet wird, welches nach dem Einpflügen
der Leitungen zum Füllen von Startgrube und/oder Leitgrabens und/oder Erdrinnen verwendet
wird oder werden kann.
[0053] Das Erzeugen des Leitgrabens hat den Vorteil, dass vorab die Beschaffenheit bzw.
Pflügbarkeit des Bodens untersucht werden kann. Ferner hat das Erzeugen des Grabens
den Vorteil, dass im Gelände liegende Drainagen oder sonstigen früher verlegten Komponenten
noch vor dem Pflügvorgang (beim Vorfräsen oder Vorbaggern) auffindbar sind und deren
Verlauf gekennzeichnet werden kann, um Schäden an der Drainage bzw. den Komponenten
durch den Kabelpflug zu vermeiden.
[0054] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass mittels der Zugkraft der Zugfahrzeuge die
Schwerter das Erdreich verdrängen und die Grabensohlen glätten, wodurch Hohlräume
entstehen, in welche die Leitungen, insbesondere spannungsfrei, eingeführt werden
können. Der Steuerpilot und das Schwert der mittleren Verlegeeinheit verlaufen entlang
des Leitgrabens, insbesondere ohne weitere Bodenverdrängung. Die Schwerter der beiden
äußeren Verlegeeinheiten verdrängen jeweils Bodenmaterial hin zum Graben, so dass
der Graben dadurch wieder geschlossen wird. Dies wiederum hat zur Folge, dass lediglich
Bodenmaterial an den Außenseiten der Schwerter der beiden äußeren Verlegeeinheiten
verdrängt wird, so dass insgesamt nicht mehr Bodenmaterial verdrängt werden muss,
als bei einem einzelnen Schwert.
[0055] Die Erfindung wird nachstehend auch hinsichtlich weiterer Merkmale und Vorteile anhand
der Beschreibung von Ausführungsbeispielen und unter Bezugnahme auf die beiliegenden
schematischen Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen
- FIG 1
- einen Kabelpflug eines ersten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Rohr- und/oder
Kabelpflugsystems in einer schematischen Darstellung,
- FIG 2
- eine schematische Darstellung der Verlegeeinheiten des Kabelpflugs eines zweiten Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Rohrund/oder Kabelpflugsystems in einer Draufsicht;
- FIG 3
- die Verlegeeinheiten nach FIG. 2 in einer schematischen Ansicht von unten;
- FIG 4
- die Verlegeeinheiten nach FIG. 2 in einer schematischen Seitenansicht,
- FIG 5
- einen Kabelpflug eines dritten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Rohr- und/oder
Kabelpflugsystems in einer schematischen Seitenansicht,
- FIG. 6
- den Kabelpflug nach FIG. 5 in einer schematischen Ansicht von vorne,
- FIG. 7
- einen Kabelpflug eines vierten Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Rohr- und/oder
Kabelpflugsystems in einer schematischen, dreidimensionalen Darstellung.
[0056] Einander entsprechende Teile und Komponenten sind in FIG. 1 bis FIG. 7, auch über
die verschiedenen Ausführungsbeispiele hinweg, mit den gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
[0057] FIG. 1 zeigt einen Kabelpflug 10 eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen
Rohr- und/oder Kabelpflugsystems in einer schematischen Darstellung. FIG. 2 bis FIG.
4 zeigen jeweils einen Teil dieses Kabelpflugs 10. Das erfindungsgemäße Rohr- und/oder
Kabelpflugsystem ist zum parallelen Einbringen von drei Leitungen 11, wie Rohren oder
Kabeln, in den Untergrund vorgesehen.
[0058] Das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem weist den in FIG. 1 bis FIG. 7 dargestellten
Kabelpflug 10 und beispielsweise ein oder zwei oder drei Zugfahrzeuge zum Ziehen des
Kabelpflugs 10 durch den Untergrund entlang einer vorgesehenen Fahrtrichtung F auf.
Bei den (nicht in den Figuren dargestellten) Zugfahrzeugen handelt es sich um geländegängige
Fahrzeuge, welche Seilwindenvorrichtungen zum Ziehen des Kabelpflugs 10 aufweisen.
Die Zugfahrzeuge weisen ferner jeweils ein Abstützschild auf.
[0059] Der Kabelpflug 10 umfasst drei Verlegeeinheiten 12 und damit eine der Anzahl der
zu verlegenden Leitungen 11 entsprechende Anzahl an Verlegeeinheiten 12. Insgesamt
sind drei Verlegeeinheiten 12 zum Einbringen von drei Leitungen 11 in den Untergrund
vorgesehen, wobei die Verlegeeinheiten 12 nebeneinander angeordnet sind. Die mittlere
Verlegeeinheit 12a ist, wie insbesondere in FIG. 2 dargestellt, in der vorgesehenen
Fahrtrichtung F abschnittsweise vor den beiden äußeren Verlegeeinheiten 12b angeordnet.
[0060] Jede Verlegeeinheit 12 umfasst ein zum Eingriff in den Untergrund geeignetes Schwert
13 zur Bildung einer Erdrinne und eine Leitungsführung 14 zum Einlegen der Leitung
11 in die durch das Schwert 13 gebildete oder bildbare Erdrinne.
[0061] Der Kabelpflug 10 weist einen im Untergrund geführten oder führbaren Steuerpiloten
15 auf, wobei der Steuerpilot 15 in der vorgesehenen Fahrtrichtung F vor den Verlegeeinheiten
12 angeordnet ist, und wobei der Steuerpilot 15 die Höhenlage des Kabelpflugs 10 beim
Ziehen des Kabelpflugs 10 durch das eine oder die mehreren Zugfahrzeuge im Untergrund
auf einem vorgesehenen Niveau hält.
[0062] Der in FIG. 1 sowie FIG. 5 bis FIG. 7 dargestellte Steuerpilot 15 ist schlittenartig
ausgebildet und in der vorgesehenen Fahrtrichtung F vor der mittleren Verlegeeinheit
12a auf Höhe des Schwerts 13 der mittleren Verlegeeinheit 12a angeordnet.
[0063] Der Steuerpilot 15 weist eine Abstützfläche 26 gegen den Untergrund auf, wobei die
Abstützfläche 26 eine nach unten gerichtete Bewegung und/oder ein Nach-Unten-Kippen
und/oder ein Nach-Vorne-Kippen des Kabelpflugs 10 beim Ziehen des Kabelpflugs 10 durch
den Untergrund vermeidet. Hierzu kann der Steuerpilot 15 durch einen Leitgraben, insbesondere
einen Leitgraben mit konstanter Tiefe, gezogen werden, wobei die Abstützfläche 26
auf dem Boden des Leitgrabens entlang gleitet. Ein Absinken des Steuerpiloten 15 beim
Ziehen des Kabelpflugs 10 ist nicht möglich. Somit verhindert der Steuerpilot 15 eine
Höhenveränderung des Kabelpflugs 10 beim Einpflügen. Der Kabelpflug 10 bliebt auf
dem vorgesehenen Niveau und die Leitungen werden in der gewünschten, insbesondere
konstanten Tiefe verlegt.
[0064] Der Steuerpilot 15 ist mittels einer Parallelführung 16 mit der mittleren Verlegeeinheit
12a verbunden, wobei die Elemente der Parallelführung 16 gelenkig am Steuerpilot 15
und der mittleren Verlegeeinheit 12a angebracht sind.
[0065] Der Steuerpilot 15 weist ferner einen Tiefenbegrenzer 17 auf, wobei der Tiefenbegrenzer
17 zur Einstellung einer vorgesehenen Höhenlage des Steuerpiloten 15 in Relation zu
den Verlegeeinheiten 12 vorgesehen ist. Der Tiefenbegrenzer 17 ist gelenkig an dem
Steuerpiloten 15 und der mittlere Verlegeeinheit 12a angebracht. Ist eine gleichbleibende
Verlegetiefe der Leitungen gewünscht, wird der Tiefenbegrenzer 17 einmal zu Beginn
eingestellt und bleibt anschließend während des Einpflügens unverändert.
[0066] Der Tiefenbegrenzer 17 kann in einer (nicht in den Figuren dargestellten) alternativen
Ausführungsform einen Hydraulikzylinder zur Anpassung der Höhenlage des Steuerpiloten
15 aufweisen.
[0067] Das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem umfasst ein oder zwei oder drei oder mehrere
(nicht in den Figuren dargestellte) Zugmittel, insbesondere Stahlseile. Der Kabelpflug
10 weist ein oder zwei oder drei oder mehrere Verbindungsmittel 18 (zum Teil nicht
in den Figuren dargestellt) zur Verbindung mit den Zugmitteln auf, wobei der Kabelpflug
10 mittels der Zugmittel durch die Zugfahrzeuge ziehbar ist oder gezogen wird.
[0068] Jede Leitungsführung 14 ist über eine mechanische Verbindung mit dem zugehörigen
Schwert 13 der Verlegeeinheit 12 verbunden, wobei die Leitungsführung 14 als Verlegeschacht
ausgebildet ist. Der Verlegeschacht weist einen Einlauftrichter 19 auf, wobei die
Öffnung 20 des Einlauftrichters 19 in Richtung der vorgesehenen Fahrtrichtung F orientiert
ist.
[0069] FIG. 1 bis FIG. 7 zeigen, dass der Kabelpflug 10 eine horizontale Messerplatte 21
zur starren Verbindung der Verlegeeinheiten 12 untereinander aufweist. Die Verlegeeinheiten
12 sind auf der Oberseite 22 der horizontalen Messerplatte 21 angebracht.
[0070] Die horizontale Messerplatte 21 weist beispielsweise, wie insbesondere in FIG. 3
dargestellt, einen rechteckigen Abschnitt 23 und einen tannenbaumartigen Abschnitt
24 auf, wobei der tannenbaumartige Abschnitt 24 in der vorgesehenen Fahrtrichtung
F vor dem rechteckigen Abschnitt 23 vorgesehen ist. Der tannenbaumartige Abschnitt
24 läuft in der vorgesehenen Fahrtrichtung F spitz zu, wobei die Außenkanten 25 des
tannenbaumartigen Abschnitts 24 eine Schneidkante ausbilden, die in FIG. 2 dargestellt
ist.
[0071] Das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem weist ferner mindestens eine (nicht in den Figuren
dargestellte) Grabenbildungseinheit, insbesondere eine Grabenfräse und/oder einen
Bagger, zur Erzeugung einer Startgrube und/oder eines Leitgrabens für den Kabelpflug
auf.
[0072] FIG. 5 und FIG. 6 zeigen eine weiteres Ausführungsvariante eines Kabelpflugs 10 eines
erfindungsgemäßen Rohr- und/oder Kabelpflugsystems, welches eine Auflageplatte 28
aufweist. Die Auflageplatte 28 ist am Steuerpiloten 15 angeordnet und weist an ihrer
Unterseite eine Auflagefläche 30 auf, die zur Auflage auf der Bodenoberfläche seitlich
neben der Startgrube und/oder des Leitgrabens vorgesehen ist.
[0073] Die Auflageplatte 28 ist an einer in FIG. 7 dargestellten Verbindungsfläche 29 des
Steuerpiloten 15 angebracht, wobei die Verbindungsfläche 29 im vorderen Bereich der
Oberseite des Steuerpiloten 15 vorgesehen ist.
[0074] Die Auflageplatte 28 ist dazu vorgesehen und ausgebildet, ein seitliches Wegkippen
des Steuerpiloten 15 und/oder des Kabelpflugs 10 bei ungleichmäßigen Ziehen durch
das oder die Zugfahrzeuge zu vermeiden. Ferner hält die Auflageplatte 28 zusätzlich
zum Steuerpiloten 15 das Höhenniveau des Kabelpflugs 10 beim Ziehen durch den Untergrund
mittels der Zugfahrzeuge konstant.
[0075] An der Oberseite der Auflageplatte 28 ist ein Bügel 31 angeordnet, der zur Stabilisierung
der Auflageplatte 28 vorgesehen ist.
[0076] Die Höhendifferenz zwischen der Auflagefläche 30 der Auflageplatte 28 und der Abstützfläche
26 des Steuerpiloten 15 entspricht der Tiefe der Startgrube und/oder des Leitgrabens.
[0077] FIG. 5 bis FIG. 7 zeigen, dass das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem eine Stützplatte
27 aufweist, wobei die Stützplatte 27 zur starren Verbindung der Verlegeeinheiten
12 untereinander an den Verlegeeinheiten 12 vorgesehen ist. Die Stützplatte 27 ist
im oberen Bereich der Verlegeeinheiten 12 und parallel sowie mit Abstand zur horizontalen
Messerplatte 21 angeordnet.
[0078] FIG. 5 bis FIG. 7 zeigen ferner, dass das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem vertikale
und/oder horizontale Vorschneidmesser 32 zum Zerschneiden des Bodens aufweist, wobei
die Vorschneidmesser 32 im Bereich des Steuerpiloten 15 angeordnet sind.
[0079] Die Vorschneidmesser 32 zerschneiden beim Ziehen des Kabelpflugs 10 durch den Untergrund
den Boden seitlich der Startgrube und/oder des Leitgrabens, um den Boden zu lockern
und/oder um den Boden derart zu zerkleinern, insbesondere zu zerschneiden, dass Füllmaterial
für die Startgrube und/oder den Leitgraben und/oder die Erdrinnen gebildet wird, welches
nach dem Einpflügen der Leitungen 11 zum Füllen von Startgrube und/oder Leitgraben
und/oder Erdrinnen verwendet wird.
[0080] FIG. 5 und FIG. 6 zeigen vertikale Vorschneidmesser 32 an der Auflageplatte 28 des
Steuerpiloten 15, wohingegen FIG. 7 Vorschneidmesser 32 an seitlichen Flügeln 33 am
Steuerpiloten 15 zeigt. Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach FIG 5 und FIG. 6 stehen
die vertikalen Vorschneidmesser 32 nach unten aus der Auflagefläche 30 der Auflageplatte
28 hervor. Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach FIG 7 stehen die vertikalen Vorschneidmesser
32 an den seitlichen Flügeln 33 des Steuerpiloten 15 nach unten hervor. Die vertikalen
Vorschneidmesser 32 sind sowohl gemäß dem Ausführungsbeispiel nach FIG. 5 und FIG.
6 als auch gemäß dem Ausführungsbeispiel nach FIG. 7 zueinander entgegen der vorgesehenen
Fahrtrichtung F und nach außen versetzt an der Auflageplatte 28 bzw. an den Flügeln
33 angeordnet.
[0081] Ferner sind mehrere übereinander angeordnete, in FIG. 6 dargestellte, horizontale
Vorschneidmesser 32 am Kabelpflug 10 angeordnet. Gemäß dem Ausführungsbeispiel nach
FIG. 7 sind die horizontalen Vorschneidmesser 32 an der Parallelführung 16 angeordnet.
Bezugszeichen liste
[0082]
- 10
- Kabelpflug
- 11
- Leitung
- 12
- Verlegeeinheit
- 12a
- mittlere Verlegeeinheit
- 12b
- äußere Verlegeeinheit
- 13
- Schwert
- 14
- Leitungsführung
- 15
- Steuerpilot
- 16
- Parallelführung
- 17
- Tiefenbegrenzer
- 18
- Verbindungsmittle
- 19
- Einlauftrichter
- 20
- Öffnung
- 21
- horizontale Messerplatte
- 22
- Oberseite
- 23
- rechteckiger Abschnitt
- 24
- tannenbaumartiger Abschnitt
- 25
- Kante
- 26
- Abstützfläche
- 27
- Stützplatte
- 28
- Auflageplatte
- 29
- Verbindungsfläche
- 30
- Auflagefläche
- 31
- Bügel
- 32
- Vorschneidmesser
- 33
- Flügel
- F
- Fahrtrichtung
1. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem zum parallelen Einbringen von zwei oder mehreren Leitungen
(11) in den Untergrund,
wobei das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem einen Kabelpflug (10) und ein oder mehrere
Zugfahrzeuge zum Ziehen des Kabelpflugs (10) durch den Untergrund entlang einer vorgesehenen
Fahrtrichtung (F) aufweist,
wobei der Kabelpflug (10) zwei oder mehrere Verlegeeinheiten (12) umfasst, wobei jede
Verlegeeinheit (12) ein zum Eingriff in den Untergrund geeignetes Schwert (13) zur
Bildung einer Erdrinne und eine Leitungsführung (14) zum Einlegen der Leitung (11)
in die durch das Schwert (13) gebildete oder bildbare Erdrinne umfasst,
wobei der Kabelpflug (10) einen im Untergrund geführten oder führbaren Steuerpiloten
(15) aufweist, wobei der Steuerpilot (15) in der vorgesehenen Fahrtrichtung (F) vor
den Verlegeeinheiten (12) angeordnet ist (15), und wobei der Steuerpilot (15) dazu
ausgebildet ist, die Höhenlage des Kabelpflugs (10) beim Ziehen des Kabelpflugs (10)
durch das eine oder die mehreren Zugfahrzeuge im Untergrund auf einem vorgesehenen
Niveau zu halten.
2. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Steuerpilot (15) eine Abstützfläche (26) gegen den Untergrund aufweist,
wobei die Abstützfläche (26) eine nach unten gerichtete Bewegung und/oder ein Nach-Unten-Kippen
und/oder ein Nach-Vorne-Kippen des Kabelpflugs (10) beim Ziehen des Kabelpflugs (10)
durch den Untergrund vermeidet.
3. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
drei Verlegeeinheiten (12) zum Einbringen von drei Leitungen (11) in den Untergrund
vorgesehen sind, wobei die Verlegeeinheiten (12) nebeneinander angeordnet sind, wobei
die mittlere Verlegeeinheit (12a) in der vorgesehenen Fahrtrichtung (F) zumindest
abschnittsweise vor den beiden äußeren Verlegeeinheiten (12b) angeordnet ist, wobei
der Steuerpilot (15) in der vorgesehenen Fahrtrichtung vor der mittleren Verlegeeinheit
(12a) angeordnet ist.
4. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Steuerpilot (15) mittels wenigstens einer Führung (16) mit der mittleren Verlegeeinheit
(12a) verbunden ist.
5. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem eine Auflageplatte (28) aufweist, wobei die Auflageplatte
(28) am Steuerpiloten (15) angeordnet ist, und wobei die Auflageplatte (28) an ihrer
Unterseite eine Auflagefläche (30) aufweist, die zur Auflage auf der Bodenoberfläche
vorgesehen ist.
6. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Steuerpilot (15) einen Tiefenbegrenzer (17) aufweist, wobei der Tiefenbegrenzer
(17) zur Einstellung einer vorgesehenen Höhenlage des Steuerpiloten (15) vorgesehen
ist.
7. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem wenigstens ein Zugmittel umfasst, und wobei der
Kabelpflug (10) wenigstens ein Verbindungsmittel (18) zur Verbindung mit dem oder
einem der Zugmittel aufweist, wobei der Kabelpflug (18) mittels des oder der Zugmittel
durch das oder die Zugfahrzeuge ziehbar ist oder gezogen wird.
8. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens ein Verbindungsmittel (18) an einer oder der mittleren Verlegeeinheit
(12a) vorgesehen ist, und/oder
dass eine der Anzahl der Verlegeeinheiten entsprechende Anzahl an Verbindungsmitteln vorgesehen
ist, wobei an jeder Verlegeeinheit ein Verbindungsmittel vorgesehen ist.
9. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
jede Leitungsführung (14) über eine mechanische Verbindung mit dem zugehörigen Schwert
(13) der Verlegeeinheit (12) verbunden ist, wobei die Leitungsführung (14) als Verlegeschacht
ausgebildet ist, wobei der Verlegeschacht einen Einlauftrichter (19) aufweist, wobei
eine Öffnung (20) des Einlauftrichters (19) in Richtung der vorgesehenen Fahrtrichtung
(F) orientiert ist.
10. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kabelpflug (10) eine horizontale Messerplatte (21) zur Verbindung der Verlegeeinheiten
(12) untereinander aufweist,
wobei die Verlegeeinheiten (12) auf der Oberseite (22) der horizontalen Messerplatte
(21) angebracht sind.
11. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die horizontale Messerplatte (21) einen rechteckigen Abschnitt (23) und einen tannenbaumartigen
Abschnitt (24) aufweist, wobei der tannenbaumartige Abschnitt (24) in der vorgesehenen
Fahrtrichtung (F) vor dem rechteckigen Abschnitt (23) vorgesehen ist, und/oder wobei
der tannenbaumartige Abschnitt (24) in der vorgesehenen Fahrtrichtung (F) spitz zuläuft,
wobei die Außenkanten (25) des tannenbaumartigen Abschnitts (24) eine Schneidkante
aufweisen und/oder ausbilden.
12. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem mindestens eine Grabenbildungseinheit zur Erzeugung
einer Startgrube und/oder eines Leitgrabens für den Kabelpflug (10) aufweist.
13. Rohr- und/oder Kabelpflugsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem vertikale und/oder horizontale Vorschneidmesser
(32) zum Zerschneiden des Bodens aufweist, wobei die Vorschneidmesser (32) am und/oder
im Bereich des Steuerpiloten (15) und/oder der Führung (16) angeordnet sind.
14. Verfahren zum parallelen Einbringen von zwei oder mehreren Leitungen (11) in den Untergrund
mit einem Rohr- und/oder Kabelpflugsystem,
wobei das Rohr- und/oder Kabelpflugsystem einen Kabelpflug (10), ein oder mehrere
Zugfahrzeuge zum Ziehen des Kabelpflugs (10) durch den Untergrund entlang einer vorgesehenen
Fahrtrichtung (F), und mindestens eine Grabenbildungseinheit zur Erzeugung einer Startgrube
und/oder eines Leitgrabens für den Kabelpflug (10) aufweist,
wobei der Kabelpflug (10) zwei oder mehrere Verlegeeinheiten (12) umfasst, wobei jede
Verlegeeinheit (12) ein zum Eingriff in den Untergrund geeignetes Schwert (13) zur
Bildung einer Erdrinne und eine Leitungsführung (14) zum Einlegen der Leitung (11)
in die durch das Schwert (13) gebildete oder bildbare Erdrinne umfasst,
wobei der Kabelpflug (10) einen im Untergrund geführten oder führbaren Steuerpiloten
(15) aufweist, wobei der Steuerpilot (15) in der vorgesehenen Fahrtrichtung (F) vor
den Verlegeeinheiten (12) angeordnet ist (15), und wobei der Steuerpilot (15) die
Höhenlage des Kabelpflugs (10) beim des Ziehen des Kabelpflugs (10) durch das eine
oder die mehreren Zugfahrzeuge im Untergrund auf einem vorgesehenen Niveau hält,
wobei das Verfahren die Schritte umfasst:
a) Erzeugen einer Startgrube für den Kabelpflug (10),
b) Erzeugen eines Leitgrabens für den Kabelpflug (10),
c) Einführen oder Einbringen des Kabelpflugs (10) auf Verlegetiefe in die Startgrube
und/oder den Leitgraben,
d) Gleichzeitiges Einpflügen von zwei oder mehr Leitungen (11) in den Untergrund mittels
des Kabelpflugs (10),
d1) wobei der Kabelpflug (10) zum Einpflügen der Leitungen (11) durch ein oder mehrere
Zugfahrzeuge durch den Untergrund entlang einer vorgesehenen Fahrtrichtung (F) gezogen
wird,
d2) wobei die Zugfahrzeuge beim Ziehen des Kabelpflugs (10) vom Kabelpflug (10) beabstandet
sind, und
d3) wobei der Steuerpilot (15) in der vorgesehenen Fahrtrichtung vor den Verlegeeinheiten
(12) am Boden der Startgrube und/oder des Leitgrabens entlanggleitet, wobei die Höhenlage
des Kabelpflugs (10) beim Ziehen des Kabelpflugs (10) durch das eine oder die mehreren
Zugfahrzeuge im Untergrund mittels des Steuerpiloten (15) auf einem vorgesehenen Niveau
gehalten wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zugfahrzeuge den Kabelpflug (10) mittels je einer auf oder an dem Zugfahrzeug
vorgesehenen Seilwinde durch den Untergrund ziehen.