[0001] Die Erfindung betrifft einen Zylinder für einen längsgespülten Grossmotor, ein Verfahren
zur Überwachung der Verbrennung in einem Zylinder sowie einen längsgespülten Grossmotor
gemäss dem Oberbegriff des unabhängigen Patentanspruchs der jeweiligen Kategorie.
[0002] Grossmotoren, die als Zweitakt- oder als Viertakt-Maschinen ausgestaltet sein können,
beispielsweise als längsgespülte Zweitakt-Grossdieselmotoren, werden häufig als Antriebsaggregate
für Schiffe oder auch im stationären Betreib, z.B. zum Antrieb grosser Generatoren
zur Erzeugung elektrischer Energie eingesetzt. Dabei laufen die Motoren in der Regel
über beträchtliche Zeiträume im Dauerbetrieb, was hohe Anforderungen an die Betriebssicherheit
und die Verfügbarkeit stellt. Daher sind für den Betreiber insbesondere lange Wartungsintervalle,
geringer Verschleiss und ein wirtschaftlicher Umgang mit den Betriebsstoffen zentrale
Kriterien. Grossmotoren haben typischerweise Zylinder, deren Innendurchmesser (Bohrung)
mindestens 200 mm beträgt. Heutzutage werden Grossmotoren mit einer Bohrung von bis
zu 960 mm oder sogar noch mehr eingesetzt.
[0003] Es sind verschiedene Arten von Grossmotoren bekannt, die jeweils als Zweitakt- oder
als Viertakt-Motoren ausgestaltet sein können. Unter den Aspekten des wirtschaftlichen
und effizienten Betriebs, der Einhaltung von Abgasgrenzwerten und der Verfügbarkeit
von Ressourcen sucht man auch nach Alternativen zum klassischerweise als Brennstoff
für Grossmotoren verwendeten Schweröl. Dabei werden sowohl flüssige Brennstoffe eingesetzt,
also Brennstoffe, die im flüssigen Zustand in den Brennraum eingebracht werden, als
auch gasförmige Brennstoffe, also Brennstoffe, die im gasförmigen Zustand in den Brennraum
eingebracht werden.
[0004] Beispiele für flüssige Brennstoffe als bekannte Alternativen zum Schweröl sind andere
schwere Kohlenwasserstoffe, die insbesondere als Rückstände bei der Raffinerie von
Erdöl übrig bleiben, Alkohole, insbesondere Methanol oder Ethanol, Benzin, Diesel,
oder auch Emulsionen oder Suspensionen. So ist es z. B. bekannt, die als MSAR (Multiphase
Superfine Atomised Residue) bezeichneten Emulsionen als Brennstoff zu verwenden. Eine
bekannte Suspension ist diejenige aus Kohlenstaub und Wasser, die ebenfalls als Brennstoff
für Grossmotoren eingesetzt wird. Als gasförmige Brennstoffe sind beispielsweise Erdgase
wie LNG (liquefied natural gas) bekannt.
[0005] Eine ebenfalls bekannte Alternative zum reinen Betrieb mit Schweröl ist es, Grossmotoren
so auszugestalten, dass sie mit zwei oder noch mehr unterschiedlichen Brennstoffen
betrieben werden können, wobei der Motor je nach Betriebssituation oder Umgebung entweder
mit dem einen Brennstoff oder mit dem anderen Brennstoff betrieben wird. Ein solcher
Grossmotor, der auch als Multi-Fuel Grossmotor bezeichnet wird, kann während des Betriebs
von einem ersten Modus, in welchem ein erster Brennstoff verbrannt wird, in einen
zweiten Modus, in welchem ein zweiter Brennstoff verbrannt wird, umgeschaltet werden
und umgekehrt.
[0006] Eine bekannte Ausgestaltung eines Grossmotors, der mit zwei unterschiedlichen Brennstoffen
betrieben werden kann, ist der Motorentyp, für den heutzutage der Begriff "Dual-Fuel
Motor" gebräuchlich ist. Diese Motoren sind einerseits in einem Gasmodus betreibbar,
in welchem ein gasförmiger Brennstoff, z.B. Erdgas oder Methan, zur Verbrennung in
den Brennraum eingebracht wird, und andererseits in einem Flüssigmodus, in welchem
ein flüssiger Brennstoff wie Schweröl oder ein anderer flüssiger Brennstoff in demselben
Motor verbrannt werden können. Diese Grossmotoren können dabei sowohl Zweitakt- als
auch Viertaktmotoren sein, insbesondere auch längsgespülte Zweitakt-Grossdieselmotoren.
[0007] Grossmotoren, die mit mindestens zwei oder auch mehr verschiedenen flüssigen oder
gasförmigen Brennstoffen betrieben werden können, werden häufig, je nach aktuell verwendetem
Brennstoff in unterschiedlichen Betriebsmodi betrieben. In dem häufig als Dieselbetrieb
bezeichneten Betriebsmodus erfolgt die Verbrennung des Brennstoffs in der Regel nach
dem Prinzip der Kompressionszündung oder Selbstzündung des Brennstoffs. In dem häufig
als Ottobetrieb bezeichneten Modus erfolgt die Verbrennung durch die Fremdzündung
eines zündfähigen Brennstoff-Luft-Gemisches. Diese Fremdzündung kann beispielsweise
durch einen elektrischen Funken erfolgen, z. B. mit einer Zündkerze, oder auch durch
die Selbstzündung einer kleinen eingespritzten Brennstoffmenge, welche dann die Fremdzündung
eines anderen Brennstoffs bewirkt. Häufig wird dabei die für die Selbstzündung vorgesehene
kleine Brennstoffmenge in eine mit dem Brennraum verbundene Vorkammer eingespritzt.
[0008] Bei den oben genannten Dual-Fuel Motoren ist es beispielsweise für den Gasmodus bekannt,
das Gas im gasförmigen Zustand mit der Spülluft zu vermischen, um so im Brennraum
des Zylinders ein zündfähiges Gemisch zu erzeugen. Bei diesem Niederdruckverfahren
erfolgt dann die Zündung des Gemisches im Zylinder üblicherweise, indem im richtigen
Moment eine kleine Menge flüssiger, selbstzündender Brennstoff in den Brennraum des
Zylinders bzw. in die Vorkammer eingespritzt wird, die dann zur Zündung des Luft-Gas-Gemisches
führt.
[0009] Ferner sind auch Mischformen aus dem Ottobetrieb und dem Dieselbetrieb bekannt.
[0010] Für den effizienten und schadstoffarmen Betrieb eines Grossmotors ist es wichtig,
den Verbrennungsprozess zu kontrollieren und optimal zu gestalten. Insbesondere wenn
der Grossmotor im Ottobetrieb mit bestimmungsgemässer Fremdzündung betrieben wird,
also beispielsweise im Falle eines Dual-Fuel-Motors, der im Gasmodus betrieben wird,
reagiert der Verbrennungsprozess empfindlich auf Änderungen der Umgebungsbedingungen,
wie beispielsweise der Temperatur oder der Feuchtigkeit der Spül- oder Ladeluft, oder
des Ladedrucks, mit welchem die Spülluft zur Verfügung gestellt wird. Solche Änderungen
können Änderungen in der Zusammensetzung des Brennstoff-Luft-Gemisches im Brennraum
verursachen. Im Speziellen kann sich das Luft-Brennstoff-Verhältnis, beispielsweise
das Luft-Gas-Verhältnis, ändern. Solche unerwünschten Änderungen im Luft-Brennstoff-Verhältnis
können zu nachteiligen Änderungen im Verbrennungsprozess führen, denn die korrekte
Einstellung des Luft-Gas-Verhältnisses ist von entscheidender Bedeutung für einen
möglichst schadstoffarmen, effizienten und wirtschaftlichen Betrieb des Motors.
[0011] So kann es beispielsweise bei einem nicht optimalen Luft-Gas-Verhältnis zu einer
Frühzündung bzw. zu einer unerwünschten Selbstzündung des Brennstoff-Luft Gemisches
im Brennraum kommen Das heisst, der eigentlich für eine Fremdzündung vorgesehene Brennstoff
entzündet sich durch Selbstzündung zu früh. Dies kann zu hohen mechanischen Belastungen,
zum Klopfen des Motors und zu einer signifikanten Schadstofferhöhung im Abgas führen.
Da der Verbrennungsprozess dann nicht mehr korrekt auf die Kolbenbewegung im Zylinder
abgestimmt ist, führt dies unter anderem auch dazu, dass die Verbrennung teilweise
gegen die Bewegung des Kolbens arbeitet.
[0012] Es besteht daher das Bedürfnis, den Verbrennungsprozess im Zylinder möglichst gut
zu überwachen, damit beispielsweise das Auftreten solcher Frühzündungen durch die
Selbstentzündung des Brennstoffs, der bestimmungsgemäss fremdgezündet werden sollte,
detektiert werden kann.
[0013] Auch im Falle einer bestimmungsgemässen Fremdzündung des Brennstoff-Luft-Gemisches
kann es wünschenswert sein, den Prozess der Fremdzündung zu überwachen, beispielsweise
um festzustellen oder zu kontrollieren, wo im Brennraum der Verbrennungsprozess beginnt.
[0014] Aber auch im Dieselbetrieb mit bestimmungsgemässer Selbstzündung des Brennstoffes,
beispielsweise Schweröl, ist es oft wünschenswert, den Verbrennungsprozess im Brennraum
zu überwachen, beispielsweise um festzustellen oder zu kontrollieren, wo im Brennraum
der Verbrennungsprozess beginnt.
[0015] Um den Verbrennungsprozess im Brennraum zu überprüfen, beispielsweise, um den Ort
des Beginns des Verbrennungsprozesses im Brennraum zu detektieren, sind komplexe optische
Messanordnungen bekannt, mit denen der Verbrennungsprozess aufgezeichnet bzw. untersucht
werden kann. Diese optischen Messanordnungen sind jedoch in der Regel sehr aufwendig
und kostenintensiv und eignen sich häufig nur für den Einsatz auf Testständen oder
in der Entwicklung von Grossmotoren, nicht aber für den normalen Einsatzbetrieb des
Grossmotors.
[0016] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es daher eine Aufgabe der Erfindung, einen
Zylinder für einen längsgespülten Grossmotor vorzuschlagen, bei welchem der Verbrennungsprozess
im Brennraum in einfacher Weise und mit möglichst geringem apparativen Aufwand überwacht
werden kann. Ferner ist es eine Aufgabe der Erfindung, ein einfaches Verfahren zur
Überwachung der Verbrennung in einem Zylinder eines längsgespülten Grossmotors vorzuschlagen.
Auch ist es eine Aufgabe der Erfindung einen entsprechenden längsgespülten Grossmotor
vorzuschlagen.
[0017] Die diese Aufgabe lösenden Gegenstände der Erfindung sind durch die Merkmale des
unabhängigen Patentanspruchs der jeweiligen Kategorie gekennzeichnet.
[0018] Erfindungsgemäss wird also ein Zylinder für einen längsgespülten Grossmotor vorgeschlagen,
mit einer Zylinderwandung, mit einem Kolben, welcher entlang einer Zylinderachse zwischen
einem unteren und einem oberen Umkehrpunkt hin- und her bewegbar angeordnet ist, mit
einem Zylinderdeckel, welcher gemeinsam mit dem Kolben einen Brennraum begrenzt, und
mit mindestens einer Einspritzdüse zum Einbringen eines Brennstoffs in den Brennraum,
wobei im Zylinderdeckel ein Auslassventil angeordnet ist, durch welches Verbrennungsgase
aus dem Brennraum abführbar sind, wobei mindestens drei Drucksensoren zum Bestimmen
des Drucks im Brennraum vorgesehen sind, und wobei alle Drucksensoren so angeordnet
sind, dass sich jeder Drucksensor bei einem Kurbelwinkel von 300°, vorzugsweise bei
einem Kurbelwinkel von 330°, und besonders bevorzugt bei einem Kurbelwinkel von 350°,
oberhalb des Kolbens befindet.
[0019] Mittels der drei Drucksensoren lässt sich der Verbrennungsprozess im Brennraum zuverlässig
überwachen. Wenn an irgendeinem Ort im Brennraum eine Verbrennung beginnt, so führt
dies zunächst an diesem Ort zu einem lokalen und deutlichen Druckanstieg. Von diesem
Ort breitet sich der Druckanstieg in alle Richtungen aus und erreicht so auch die
mindestens drei Drucksensoren, sodass diese den Druckanstieg registrieren. Aus den
Laufzeitunterschieden, welche der Druckanstieg benötigt, um von seinem Ursprung, also
dem Ort, an welchem die Verbrennung begonnen hat, zu den verschiedenen Drucksensoren
zu gelangen, lässt sich dann, beispielsweise mittels einer trigonometrischen Methode,
der Ort lokalisieren, an welchem die Verbrennung begonnen hat.
[0020] Dies gilt natürlich sowohl im Falle einer regulären Zündung, also einer gewünschten
Selbstzündung des Brennstoffs oder einer gewünschten Fremdzündung des Brennstoffs,
als auch im Falle einer unerwünschten Zündung, beispielsweise bei einer Frühzündung,
bei welcher ein für die Fremdzündung bestimmter Brennstoff durch Selbstzündung zu
einem zu frühen Zeitpunkt - bezogen auf den Kurbelwinkel - zu brennen beginnt.
[0021] Mittels der drei Drucksensoren lässt sich somit sowohl für reguläre Zündungen im
Brennraum als auch für Frühzündungen oder andere unerwünschte Zündungen im Brennraum
der Ort lokalisieren, an welchem die Verbrennung begonnen hat.
[0022] Im Falle von Frühzündungen kann also das Auftreten der Frühzündung detektiert werden,
und es lässt sich der Ort lokalisieren, an welchem die Verbrennung begonnen hat. Somit
können dann Gegenmassnahmen getroffen werden, beispielsweise eine Änderung des Ladedrucks,
eine Änderung der eingebrachten Brennstoffmenge oder eine Änderung des Zeitpunkts
der Einbringung des Brennstoffs in den Brennraum, um in den folgenden Arbeitszyklen
Frühzündungen oder andere unerwünschte Zündvorgänge im Brennraum zu vermeiden oder
zumindest deutlich zu reduzieren.
[0023] Der erfindungsgemässe Zylinder mit den mindestens drei Drucksensoren ermöglicht es
somit in vorteilhafter Weise, das volle Potential des Verbrennungssystems auszunutzen,
beispielsweise indem während des Betriebs des Grossmotors die Betriebsparameter dynamisch
angepasst werden, um die Effizienz bzw. die Leistung des Motors in Abhängigkeit von
den jeweiligen Betriebsbedingungen zu optimieren. Diese Betriebsbedingungen können
z. B. sein: Umgebungsbedingungen, wie Lufttemperatur oder Luftfeuchtigkeit, die Qualität
des verwendeten Brennstoffs, beispielsweise die Gasqualität, oder der Betriebszustand
des Ladesystems, mit welchem die Spül- oder Ladeluft für den Zylinder bereitgestellt
wird. Das Ladesystem umfasst typischerweise mindestens ein Abgassammler, einen Turbolader,
einen Ladeluftkühler und einen Einlassspeicher (Einlassreceiver), aus welchem die
Ladeluft in den Zylinder einströmt.
[0024] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform sind alle Drucksensoren so angeordnet sind,
dass sich jeder Drucksensor bei einem Kurbelwinkel von 0° bzw. 360° oberhalb des Kolbens
befindet. Wie dies allgemein üblich ist, wird mit dem Kurbelwinkel 0° derjenige Kurbelwinkel
bezeichnet, bei welchem sich der Kolben in seinem oberen Umkehrpunkt befindet, der
auch als oberer Totpunkt bezeichnet wird. Bei dem Kurbelwinkel von 0° bzw. 360° ist
somit das Volumen des Brennraums minimal und der Kolben beginnt mit seiner Abwärtsbewegung
(Expansionshub).
[0025] Bei einem Zweitakt-Motor entspricht ein Arbeitszyklus des Kolbens einem Kurbelwinkelbereich
von 360°. Der Kolben beginnt den Arbeitszyklus im oberen Umkehrpunkt bei dem Kurbelwinkel
0° mit seinem Expansionshub, bewegt sich dabei abwärts bis er bei dem Kurbelwinkel
180° den unteren Umkehrpunkt erreicht, der auch als unterer Totpunkt bezeichnet wird.
Anschliessend bewegt sich der Kolben wieder aufwärts (Kompressionshub) und erreicht
bei dem Kurbelwinkel von 360° wieder den oberen Umkehrpunkt. Der Kurbelwinkel 0° ist
gleichbedeutend mit dem Kurbelwinkel 360°.
[0026] Bei einem Viertakt-Motor entspricht bekanntermassen ein Arbeitszyklus des Kolbens
einem Kurbelwinkelbereich von 720°, weil sich der Kolben während eines Arbeitszyklus
zweimal aufwärts und zweimal abwärts bewegen muss. Bei den Kurbelwinkeln 0°, 360°
und 720° befindet sich der Kolben jeweils im oberen Umkehrpunkt, und bei den Kurbelwinkeln
180° und 540° befindet sich der Kolben jeweils im unteren Umkehrpunkt.
[0027] Bei der bevorzugten Ausführungsform, bei welcher alle Drucksensoren so angeordnet
sind, dass sich jeder Drucksensor bei einem Kurbelwinkel von 0° bzw. 360° oberhalb
des Kolbens befindet, sind alle Drucksensoren also derart angeordnet, dass sie zu
jedem Zeitpunkt der Kolbenbewegung, also für jeden beliebigen Kurbelwinkel immer oberhalb
des Kolbens angeordnet sind. Das heisst, keiner der Drucksensoren ist für irgendeinen
Kurbelwinkel durch den Kolben verdeckt.
[0028] Auch wenn dies eine bevorzugte Ausführungsform ist, so ist es keinesfalls notwendig,
die Drucksensoren alle so anzuordnen, dass sie sich stets -also für jeden Kurbelwinkel
- oberhalb des Kolbens befinden. Insbesondere im Hinblick auf Frühzündungen im Zylinder,
beispielsweise durch Selbstzündung des Brennstoff-Luft-Gemisches, hat die Praxis nämlich
gezeigt, dass diese Frühzündungen typischerweise in einem Kurbelwinkelbereich auftreten,
bei welchem der Kolben den oberen Umkehrpunkt noch nicht erreicht hat, beispielsweise
in einem Kurbelwinkelbereich von 30° vor dem oberen Umkehrpunkt, also in dem Kurbelwinkelbereich
von 330° bis 360°. Besonders häufig beobachtet man Frühzündungen im Bereich von 10°
bis 15° vor dem oberen Umkehrpunkt, also in dem Kurbelwinkelbereich von 345°- 350°.
Insbesondere zur Detektion von Frühzündungen sind daher auch solche Ausführungsformen
möglich, bei welchen einer oder auch mehrere der Drucksensoren während eines Teils
der Kolbenbewegung, beispielsweise im Kurbelwinkelbereich von 330° bis 360°, von dem
Kolben verdeckt bzw. überdeckt ist/sind.
[0029] Gemäss einem bevorzugten Ausführungsbeispiel ist mindestens eine mit dem Brennraum
verbundene Vorkammer zum Zünden des Brennstoffs im Brennraum vorgesehen. Diese Ausführung
ist insbesondere geeignet, wenn der Grossmotor im Ottobetrieb betrieben wird, bei
welchem das Brennstoff-Gas-Gemisch im Brennraum fremdgezündet wird, also beispielsweise
für einen Dual-Fuel Motor, der im Gasbetrieb betrieben wird. Die Vorkammer ist in
an sich bekannter Weise über eine Austrittsöffnung mit dem Brennraum verbunden. Zur
Fremdzündung des Brennstoff-Luft-Gemisches im Brennraum wird dann eine kleine Menge
eines flüssigen, selbstzündenden Brennstoffs, beispielsweise Schweröl oder Diesel,
in die Vorkammer eingebracht, wo sich dieser Brennstoff selbstzündet. Die hierdurch
entstehende Flamme gelangt durch die Austrittsöffnung der Vorkammer in den Brennraum
und zündet dort das Brennstoff-Gas-Gemisch.
[0030] Aus herstellungstechnischen und apparativen Gründen ist es bevorzugt, dass jeder
Drucksensor im Zylinderdeckel oder in der Zylinderwandung angeordnet ist. Dazu können
im Zylinderdeckel bzw. in der Zylinderwandung Bohrungen vorgesehen sein, die sich
jeweils bis in den Brennraum erstrecken. In diesen Bohrungen können dann die Drucksensoren
angeordnet werden, sodass sich diese möglichst nahe am Brennraum befinden.
[0031] Es ist aber auch möglich, die Drucksensoren an anderen Stellen anzuordnen, beispielsweise
im Auslassventil, insbesondere in dem dem Brennraum zugewandten Ventilteller des Auslassventils,
oder im Kolben, insbesondere im Bereich der dem Brennraum zugewandten Oberfläche des
Kolbens.
[0032] Um eine möglichst gute räumliche Auflösung zu erzielen, d.h. um den Ort, an welchem
die Verbrennung beginnt, möglichst genau zu lokalisieren, ist es vorteilhaft, die
Drucksensoren derart anzuordnen, dass sie einen möglichst grossen Abstand voneinander
haben, wobei natürlich zu berücksichtigen ist, dass im Zylinder auch noch andere Komponenten
angeordnet werden müssen, beispielsweise das Auslassventil, oder zumindest eine aber
typischerweise mehrere Einspritzdüse(n) für das Einbringen des Brennstoffs in den
Brennraum, oder Startluftventile oder die Vorkammer.
[0033] Im Hinblick auf eine möglichst gute, das heisst hohe, räumliche Auflösung ist es
daher vorteilhaft, wenn die Drucksensoren bezüglich einer durch die Zylinderachse
definierten axialen Richtung auf mindestens zwei verschiedenen Höhen angeordnet sind.
[0034] Vorzugsweise sind alle Drucksensoren auf jeweils verschiedenen Höhen angeordnet.
[0035] Um den Abstand zwischen den Drucksensoren möglichst gross zu gestalten, ist es ferner
vorteilhaft, wenn die Drucksensoren bezüglich der Umfangsrichtung derart angeordnet
sind, dass der Winkelabstand zwischen zwei benachbarten Drucksensoren in Umfangsrichtung
gesehen jeweils mindestens 45° ist.
[0036] Um die Zuverlässigkeit der Ortsbestimmung des Verbrennungsprozesses zu erhöhen, ist
es vorteilhaft, wenn mindestens vier Drucksensoren vorgesehen sind. Hierdurch lässt
sich das Ergebnis der beispielsweise mittels Trigonometrie durchgeführten Ortsbestimmung
überprüfen bzw. validieren.
[0037] Um eine möglichst gute räumliche Auflösung und damit eine möglichst genaue Bestimmung
desjenigen Ortes zu erzielen, an welchem ein Verbrennungsprozess beginnt, ist es vorteilhaft,
wenn jeder Drucksensor eine Messfrequenz von mindestens 20 kHz aufweist. Mit der Messfrequenz
des Drucksensors ist dabei die Anzahl der individuellen Druckmessungen gemeint, welche
der Drucksensor in einem Zeitintervall, also beispielsweise in einer Sekunde, durchführen
kann. Die Messfrequenz legt somit die Rate fest, mit welcher eine Druckänderung von
dem Drucksensor abgetastet wird.
[0038] Bei einer Messfrequenz von 20 kHz beträgt der zeitliche Abstand zwischen zwei individuellen
Druckmessungen eines Drucksensors 50 Mikrosekunden. Es hat sich gezeigt, dass unter
Berücksichtigung der typischen Dimensionen des Brennraums eines Grossmotors und der
Schallgeschwindigkeit im Brennraum bei einer typischen Verbrennungstemperatur eine
Messfrequenz von 20 kHz für viele Anwendungen ausreichend ist, um eine gute Lokalisierung
des Ortes zu erreichen, an welchem ein Verbrennungsprozess beginnt.
[0039] Je nach Anwendung kann es aber auch vorteilhaft sein, dass jeder Drucksensor eine
Messfrequenz von mindestens 50 kHz aufweist. Bei der Verwendung von sehr schnellen
Drucksensoren mit einer Messfrequenz von beispielsweise 50 kHz beträgt der zeitliche
Abstand zwischen zwei individuellen Druckmessungen des Drucksensors nur noch 20 Mikrosekunden,
wodurch sich die Genauigkeit der Ortsbestimmung noch erhöhen lässt. Geht man von einer
typischen Massenmitteltemperatur im Zylinder von etwa 700 K aus, so ergibt sich bei
Verwendung der Schallgeschwindigkeit in Luft bei etwa 700 K eine Ausbreitungsgeschwindigkeit
der Druckänderung, die einer Weglänge von ungefähr einem Zentimeter in 20 Mikrosekunden
entspricht, d.h. die Druckänderung kann sich in der Zeitspanne zwischen zwei individuellen
Druckmessungen des Drucksensors um etwa einen Zentimeter ausbreiten. Mit dieser hohen
Messfrequenz von beispielsweise 50 kHz lässt sich daher eine besonders genaue Lokalisierung
desjenigen Ortes erzielen, an welchem ein Verbrennungsprozess beginnt.
[0040] Durch die Erfindung wird ferner ein Verfahren zur Überwachung der Verbrennung in
einem Zylinder eines längsgespülten Grossmotors vorgeschlagen. Das Verfahren ist dadurch
gekennzeichnet, dass der Zylinder erfindungsgemäss ausgestaltet ist, und dass mittels
der Drucksensoren Messsignale erfasst werden, wobei anhand der Messsignale ein Ort
im Brennraum ermittelt wird, an welchem ein Verbrennungsvorgang beginnt.
[0041] Die Messsignale der Drucksensoren werden einer Auswerteeinheit zugeführt. In dieser
kann dann, beispielsweise mittels einer trigonometrischen Methode, anhand der von
den verschiedenen Drucksensoren erhaltenen Messsignale der Ort im Brennraum bestimmt
werden, an welchem ein Verbrennungsprozess begonnen hat. Um den Zeitpunkt des Beginns
des Verbrennungsprozesses relativ zum Arbeitszyklus des Kolbens zu ermitteln, ist
es beispielsweise möglich, den Zeitpunkt der Erfassung eines Messsignals auf den Kurbelwinkel
zu normieren, sodass den erfassten Messsignalen ein Kurbelwinkel zugeordnet wird,
bei welchen sie erfasst wurden.
[0042] Ferner kann es vorteilhaft sein, wenn alle Drucksensoren synchron getaktet werden.
Das heisst, die verschiedenen Drucksensoren werden so angesteuert, dass sie alle jeweils
zum gleichen Zeitpunkt eine individuelle Druckmessung durchführen.
[0043] Eine weitere Möglichkeit, den Messsignalen der Drucksensoren einem Kurbelwinkel zuzuordnen,
besteht darin, in der Auswerteeinheit für jeden Drucksensor die Messsignale mit einer
Kompressionskurve des Zylinders zu vergleichen. Die Kompressionskurve eines Zylinders
beschreibt den Druckverlauf im Brennraum des Zylinders in Abhängigkeit vom Kurbelwinkel.
Solche Kompressionskurven können beispielsweise in elektronischer Form in der Auswerteeinheit
hinterlegt sein oder sie lassen sich anhand anderer Parameter ermitteln, welche beim
Betrieb des Grossmotors erfasst werden.
[0044] Weiterhin wird durch die Erfindung ein längsgespülter Grossmotor vorgeschlagen, welcher
dadurch gekennzeichnet ist, dass der Grossmotor einen Zylinder aufweist, welcher gemäss
der Erfindung ausgestaltet ist, oder dass die Verbrennung mit einem erfindungsgemässen
Verfahren überwacht wird.
[0045] Der Grossmotor ist beispielsweise als längsgespülter Zweitakt-Grossdieselmotor ausgestaltet
und insbesondere als Dual-Fuel Grossdieselmotor, der in einem Flüssigmodus betreibbar
ist, in welchem ein flüssiger Brennstoff zur Verbrennung in den Brennraum eingebracht
wird, und der ferner in einem Gasmodus betreibbar ist, in welchem ein Gas als Brennstoff
in den Brennraum eingebracht wird.
[0046] Weitere vorteilhafte Massnahmen und Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus
den abhängigen Ansprüchen.
[0047] Im Folgenden wird die Erfindung sowohl in apparativer als auch in verfahrenstechnischer
Hinsicht anhand von Ausführungsbeispielen und anhand der Zeichnung näher erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
- Fig. 1:
- eine schematische Schnittdarstellung eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemässen
Zylinders in einem Schnitt entlang der Zylinderachse, und
- Fig. 2:
- eine schematische Schnittdarstellung des Ausführungsbeispiels aus Fig. 1 in einem
Schnitt senkrecht zur Zylinderachse.
[0048] Fig. 1 zeigt in einer schematischen Schnittdarstellung ein Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemässen Zylinders für einen nicht näher dargestellten längsgespülten Grossmotor.
Der Zylinder ist gesamthaft mit dem Bezugszeichen 1 bezeichnet. Der Zylinder 1 umfasst
eine Zylinderwandung 2, die vorzugsweise als Zylinderliner ausgestaltet ist, einen
Zylinderdeckel 3, welcher den darstellungsgemäss oberen Abschluss des Zylinders 1
bildet, sowie einen Kolben 4, welcher entlang einer Zylinderachse Z zwischen einem
oberen Umkehrpunt OT und einem unteren Umkehrpunkt (nicht dargestellt) hin und her
bewegbar angeordnet ist. Fig. 1 zeigt den Kolben 4 im oberen Umkehrpunkt OT. Zum besseren
Verständnis zeigt Fig. 2 noch eine schematische Schnittdarstellung des Zylinders 1
in einem Schnitt senkrecht zur Zylinderachse Z, wobei in Fig. 2 die Blickrichtung
in Richtung des Zylinderdeckels 3 ist. In Fig. 2 ist die Schnittlinie I-I dargestellt,
entlang welcher der Schnitt für die Fig. 1 erfolgt. Durch die Zylinderachse Z wird
eine axiale Richtung A festgelegt.
[0049] Mit dem Begriff "Grossmotor" sind solche Motoren gemeint, wie sie üblicherweise als
Hauptantriebsaggregate für Schiffe oder auch im stationären Betrieb, z.B. zum Antrieb
grosser Generatoren zur Erzeugung elektrischer Energie eingesetzt werden. Typischerweise
haben die Zylinder eines Grossmotors jeweils einen Innendurchmesser (Bohrung), der
mindestens etwa 200 mm beträgt. Mit dem Begriff "längsgespült" ist gemeint, dass die
Spül- oder Ladeluft im Bereich des dem Zylinderdeckel 3 abgewandten Endes in den Zylinder
1 eingebracht wird.
[0050] Der Grossmotor kann als Viertakt- oder als Zweitakt-Motor ausgestaltet sein. Insbesondere
kann der Grossmotor als Grossdieselmotor ausgestaltet sein, speziell als längsgespülter
Zweitakt-Grossdieselmotor. Mit dem Begriff "Grossdieselmotor" sind dabei solche Grossmotoren
gemeint, die in einem Dieselbetrieb betreibbar sind, bei welchem die Verbrennung des
Brennstoffs üblicherweise nach dem Prinzip der Selbstzündung erfolgt. Im Rahmen dieser
Anmeldung sind mit dem Begriff "Grossdieselmotor" auch solche Grossmotoren gemeint,
die ausser im Dieselbetrieb, alternativ auch in einem Ottobetrieb betrieben werden
können. Im Ottobetrieb erfolgt die Verbrennung typischerweise nach dem Prinzip der
Fremdzündung des Brennstoffs. Auch ist es möglich, dass der Grossdieselmotor in Mischformen
aus dem Dieselbetrieb und dem Ottobetrieb betrieben werden kann.
[0051] Als "flüssiger Brennstoff" wird ein Brennstoff bezeichnet, der im flüssigen Zustand
in den Zylinder eingebracht wird. Als "gasförmiger Brennstoff' wird ein Brennstoff
bezeichnet, der im gasförmigen Zustand in den Zylinder eingebracht wird. Ferner wird
mit dem Begriff "fremdgezündeter Brennstoff" ein solcher Brennstoff bezeichnet, der
bestimmungsgemäss durch Fremdzündung im Zylinder 1 verbrennt, bei welchem also bestimmungsgemäss
eine Selbstzündung vermieden werden soll. Im Unterschied dazu wird mit einem "selbstzündenden
Brennstoff" ein solcher Brennstoff bezeichnet, der bestimmungsgemäss durch Selbstzündung
im Zylinder 1 verbrennt, also beispielsweise Schweröl oder Dieselbrennstoff.
[0052] Bei der folgenden Beschreibung der Erfindung wird mit beispielhaftem Charakter auf
den für die Praxis wichtigen Fall eines Grossmotors Bezug genommen, der als längsgespülter
Zweitakt-Grossdieselmotor ausgestaltet ist, und der als Hauptantriebsaggregat eines
Schiffes verwendet wird. Dieser Grossdieselmotor ist vorzugsweise als Dual-Fuel Grossdieselmotor
ausgestaltet, sodass er mit zwei unterschiedlichen Brennstoffen betreibbar ist, nämlich
mit einem flüssigen Brennstoff wie Schweröl oder Marinediesel, und mit einem gasförmigen
Brennstoff, z. B. Erdgas. Der Dual-Fuel Grossdieselmotor kann während des Betriebs
vom Verbrennen des ersten Brennstoffs auf das Verbrennen des zweiten Brennstoffs umgeschaltet
werden und umgekehrt. Er ist also in einem Flüssigmodus betreibbar, in welchem ein
flüssiger Brennstoff zur Verbrennung in den Brennraum eingebracht wird, und ferner
in einem Gasmodus, in welchem ein Gas als Brennstoff in den Brennraum eingebracht
wir. Im Gasmodus wird der Dual-Fuel-Motor vorzugsweise nach einem Niederdruckverfahren
betrieben. Die Fremdzündung des Luft-Gas-Gemisches im Zylinder 1 erfolgt im Gasmodus
vorzugsweise durch die Einspritzung einer kleinen Menge selbstzündenden Brennstoffs,
z. B. Schweröl oder Diesel, welche dann das Luft-Gas-Gemisch fremdzündet.
[0053] Es versteht sich, dass die Erfindung nicht auf diesen Typ von Grossmotor und auf
diese Verwendung beschränkt ist, sondern Grossmotoren im Allgemeinen betrifft. Dabei
ist es auch möglich, dass der Grossmotor nur für die Verbrennung eines einzigen Brennstoffs,
beispielsweise Schweröl, Marinediesel oder Diesel, oder eines Gases wie Erdgas ausgestaltet
ist. Der Grossmotor kann also auch als Gasmotor ausgestaltet sein. Auch ist es möglich,
dass der Grossmotor als Multi-Fuel Grossmotor ausgestaltet ist, der mit einem ersten
Brennstoff betrieben werden kann, und der mit mindestens einem zweiten Brennstoff
betrieben werden kann, der von dem ersten Brennstoff verschieden ist. Natürlich kann
der Grossmotor auch für die Verbrennung von mehr als zwei Brennstoffen ausgestaltet
sein.
[0054] In jedem der üblicherweise mehreren Zylinder 1 des Grossdieselmotors ist jeweils
ein Kolben 4 vorgesehen, dessen Oberseite gemeinsam mit dem Zylinderdeckel 3 einen
Brennraum 9 begrenzt. Der Kolben 4 ist in an sich bekannter Weise über eine Kolbenstange
mit einem Kreuzkopf verbunden, welcher über eine Schubstange mit einer Kurbelwelle
verbunden ist, sodass die Bewegung des Kolbens 4 über die Kolbenstange, den Kreuzkopf
und die Schubstange auf die Kurbelwelle übertragen wird, um diese zu drehen.
[0055] In den Brennraum 9 kann mittels mindestens einer Einspritzdüse 7 ein Brennstoff eingespritzt
werden. Es können natürlich auch an jedem Zylinder mehrere Einspritzdüsen 7 vorgesehen
sein. Falls der Grossmotor mit unterschiedlichen Brennstoffen betreibbar ist, können
für die unterschiedlichen Brennstoffe auch unterschiedliche Einspritzdüsen 7 bzw.
Einspritzvorrichtungen vorgesehen sein.
[0056] Bei dem in Fig. 2 dargestellten Ausführungsbeispiel sind im Zylinderdeckel 3 zwei
Einspritzdüsen 7 vorgesehen. Diese Einspritzdüsen 7 dienen dazu, im Flüssigmodus den
selbstzündenden flüssigen Brennstoff, beispielsweise Schweröl, Marinediesel oder Diesel
in den Brennraum 9 einzuspritzen.
[0057] Für den Gasmodus werden typischerweise die Einspritzdüsen 7 nicht verwendet. Es ist
mindestens eine von den Einspritzdüsen 7 verschiedene Einspritzvorrichtung für den
gasförmigen Brennstoff vorgesehen. Diese Einspritzvorrichtung umfasst mindestens eine
nicht dargestellte Gaseinlassdüse, durch welche der gasförmige Brennstoff in den Brennraum
9 eingebracht werden kann. Die Gaseinlassdüse ist vorzugsweise in der Zylinderwandung
2 angeordnet, sodass der gasförmige Brennstoff bei einem niedrigen Druck in den Brennraum
9 eingebracht werden kann.
[0058] Im Zylinderdeckel 3 ist weiterhin ein Startluftventil 8 angeordnet, welches in an
sich bekannter Weise zum Starten des Grossmotors genutzt wird. Um den Grossmotor zu
starten, wird durch das Startluftventil 8 Druckluft in den Brennraum 9 eingeblasen,
um den Kolben 4 zu bewegen.
[0059] Im Zylinderdeckel 3 ist zudem ein meistens zentral angeordnetes Auslassventil 5 vorgesehen,
durch welches die Verbrennungsgase nach dem Verbrennungsprozess aus dem Zylinder 1
in ein Abgassystem (nicht dargestellt) ausgetragen werden können.
[0060] Ferner ist im Zylinderdeckel 3 mindestens eine Vorkammer 6 (Fig. 2) vorgesehen, welche
mit dem Brennraum 9 verbunden ist. Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel
sind zwei Vorkammern 6 vorgesehen. Die Vorkammern 6 dienen der Fremdzündung des gasförmigen
Brennstoffs, genauer gesagt des Brennstoff-Gas-Gemisches, wenn der Grossmotor im Gasmodus
bzw. im Ottobetrieb betrieben wird. Jede Vorkammer 6 in an sich bekannter Weise über
eine Austrittsöffnung mit dem Brennraum 9 verbunden. Zur Fremdzündung des Brennstoff-Luft-Gemisches
im Brennraum 9 wird dann eine kleine Menge eines flüssigen, selbstzündenden Brennstoffs,
beispielsweise Schweröl oder Diesel, in die jeweilige Vorkammer 6 eingebracht, wo
sich dieser Brennstoff selbstzündet. Die hierdurch entstehende Flamme gelangt durch
die Austrittsöffnung der jeweiligen Vorkammer 6 in den Brennraum 9 und zündet dort
das Brennstoff-Gas-Gemisch.
[0061] Der weitere Aufbau und die einzelnen Komponenten des Grossdieselmotors wie beispielsweise
Einzelheiten des Einspritzsystems, das Gaswechselsystem, das Abgassystem oder das
Turboladersystem für die Bereitstellung der Spül- bzw. Ladeluft, sowie das Kontroll-
und Steuerungssystem für einen Grossdieselmotor sind dem Fachmann sowohl für die Ausgestaltung
als Zweitaktmotor als auch für die Ausgestaltung als Viertaktmotor hinlänglich bekannt
und bedürfen daher hier keiner weiteren Erläuterung.
[0062] Bei dem längsgespülten Zweitakt-Grossdieselmotor sind üblicherweise im unteren Bereich
eines jeden Zylinders 1 Spülluftöffnungen (nicht dargestellt), beispielsweise ausgestaltet
als Spülluftschlitze, zum Zuführen von Spülluft in den Zylinder 1 vorgesehen, wobei
die Spülluftöffnungen durch die Bewegung des Kolbens 4 im Zylinder periodisch verschlossen
und geöffnet werden, sodass die von dem Turbolader unter einem Ladedruck bereitgestellte
Spülluft durch die Spülluftschlitze in den Zylinder 1 einströmen kann, solange diese
geöffnet sind.
[0063] Die nicht dargestellte(n) Gaseinlassdüse(n) für das Einbringen des gasförmigen Brennstoffs
in den Brennraum 9 sind beispielsweise bezüglich der axialen Richtung A zwischen den
Spülluftschlitzen und dem Zylinderdeckel 3 in der Zylinderwandung 2 angeordnet.
[0064] Das Kontroll- und Steuerungssystem ist in modernen Grossmotoren ein elektronisches
System, mit welchem sich üblicherweise alle Motor- oder Zylinderfunktionen, insbesondere
die Einspritzung (Beginn und Ende der Einspritzung) und die Betätigung des Auslassventils,
einstellen oder steuern bzw. regeln lassen.
[0065] Erfindungsgemäss umfasst der Zylinder 1 mindestens drei Drucksensoren 10 zur Erfassung
des Drucks im Brennraum 9. Als Drucksensoren 10 sind alle an sich bekannten Drucksensoren
geeignet, insbesondere resistive Drucksensoren 10 oder piezoelektrischer Drucksensoren
10.
[0066] Die Drucksensoren 10 dienen dazu, den Ort im Brennraum 9 zu lokalisieren, an welchem
ein Verbrennungsprozess beginnt. Wenn irgendwo im Brennraum 9 eine Verbrennung beginnt,
so führt dies an diesem Ort zu einem lokalen, deutlichen Druckanstieg. Diese Druckänderung
breitet sich mit Schallgeschwindigkeit im Brennraum 9 aus und erreicht so auch die
mindestens drei Drucksensoren 10, sodass jeder dieser Drucksensoren 10 den Druckanstieg
registriert. Je nachdem, wie weit der jeweilige Drucksensor 10 vom Ursprungsort entfernt
ist, an welchem der Verbrennungsprozess begonnen hat, benötigt die Druckänderung mehr
oder weniger Zeit, um diesen Drucksensor 10 zu erreichen. Durch Vergleich der Messsignale,
die von den mindestens drei Drucksensoren 10 erfasst werden, kann dann aus den Laufzeitunterschieden
bzw. aus den jeweiligen Zeitpunkten, an denen die drei Drucksensoren 10 die Druckänderung
detektiert haben, der ursprüngliche Ort ermittelt werden, an welchem der Verbrennungsprozess
begonnen hat. Dies kann beispielsweise mittels einer trigonometrischen Methode erfolgen.
[0067] Prinzipiell lässt sich mit den drei Drucksensoren 10 für jeden Verbrennungsprozess
derjenige Ort im Brennraum 9 ermitteln, an welchem der Verbrennungsprozess begonnen
hat, unabhängig davon ob es sich um eine gewünschte Verbrennung oder um eine unerwünschte
Verbrennung handelt. Gewünschte Verbrennungen umfassen dabei die Selbstzündung eines
Brennstoffs, der bestimmungsgemäss ein selbstzündender Brennstoff ist, beispielsweise
Schweröl oder Diesel, und die Fremdzündung eines Brennstoffs, der bestimmungsgemäss
ein fremdgezündeter Brennstoff ist, beispielsweise ein Luft-Gas-Gemisch. Ungewünschte
Verbrennungen umfassen insbesondere Frühzündungen im Brennraum 9, bei denen ein Brennstoff,
der bestimmungsgemäss ein fremdgezündeter Brennstoff ist, durch Selbstzündung zu früh
zu brennen beginnt.
[0068] Die Erfindung eignet sich somit insbesondere zur Detektion und zur Lokalisierung
von Frühzündungen im Brennraum 9. Da solche Frühzündungen üblicherweise auftreten,
bevor der Kolben 4 den oberen Umkehrpunkt OT erreicht, können einer oder mehrere der
Drucksensoren 10 auch an solchen Orten angeordnet werden, an denen sie während eines
Teils der Kolbenbewegung vom Kolben 4 überdeckt werden.
[0069] Die Position des Kolbens 4 im Zylinder 1 wird üblicherweise durch den Kurbelwinkel
beschrieben, also die Winkelstellung der Kurbelwelle. Bei dem Kurbelwinkel 0° befindet
sich der Kolben im oberen Umkehrpunkt OT (Fig. 1). Der Brennraum 9 hat sein minimales
Volumen. Vom oberen Umkehrpunkt bewegt sich der Kolben 4 während eines Arbeitszyklus
zunächst abwärts (Expansionshub) und erreicht bei dem Kurbelwinkel 180° den unteren
Umkehrpunkt. Anschliessend bewegt sich der Kolben wieder aufwärts (Kompressionshub)
und erreicht bei dem Kurbelwinkel von 360° wieder den oberen Umkehrpunkt OT, wodurch
beim Zweitakt-Motor ein Arbeitszyklus komplett ist. Die Kurbelwinkel 0° und 360° sind
somit identisch.
[0070] Wie bereits erwähnt, können einer oder mehrere der Drucksensoren 10 auch an solchen
Orten angeordnet werden, an denen sie während eines Teils der Kolbenbewegung vom Kolben
4 überdeckt werden. Jedenfalls sind alle Drucksensoren 10 so angeordnet, dass sich
jeder Drucksensor 10 bei einem Kurbelwinkel von 300° noch oberhalb des Kolbens 4 befindet,
dass also bei einem Kurbelwinkel von 300° keiner der Drucksensoren 10 von dem Kolben
4 überdeckt wird. Vorzugsweise sind alle Drucksensoren 10 so angeordnet, dass sich
jeder Drucksensor 10 bei einem Kurbelwinkel von 330° noch oberhalb des Kolbens 4 befindet,
dass also bei einem Kurbelwinkel von 330° keiner der Drucksensoren 10 von dem Kolben
4 überdeckt wird.
[0071] Noch mehr bevorzugt ist es, wenn alle Drucksensoren 10 so angeordnet sind, dass sich
jeder Drucksensor 10 bei einem Kurbelwinkel von 350° noch oberhalb des Kolbens 4 befindet,
dass also bei einem Kurbelwinkel von 350° keiner der Drucksensoren 10 von dem Kolben
4 überdeckt wird.
[0072] Besonders bevorzugt sind alle Drucksensoren 10 so angeordnet, dass sich jeder Drucksensor
10 auch bei einem Kurbelwinkel von 360° bzw. 0° noch oberhalb des Kolbens 4 befindet.
Alle Drucksensoren 10 sind folglich so angeordnet, dass sie sich auch dann noch oberhalb
des Kolbens 4 befinden, wenn der Kolben 4 im oberen Umkehrpunkt OT ist. Eine solche
besonders bevorzugte Anordnung ist in Fig. 1 dargestellt. Für jede beliebige Position
des Kolbens 4, das heisst für jeden Kurbelwinkel, wird keiner der Drucksensoren 10
von dem Kolben 4 überdeckt.
[0073] Vorzugsweise ist jeder Drucksensor 10 im Zylinderdeckel 3 oder in der als Zylinderliner
ausgestalteten Zylinderwandung 2 vorgesehen.
[0074] Es ist aber auch möglich, die Drucksensoren 10 an anderen Stellen anzuordnen, beispielsweise
im Auslassventil 5, insbesondere in dem dem Brennraum 9 zugewandten Ventilteller des
Auslassventils 5, oder im Kolben 4, insbesondere im Bereich der dem Brennraum 9 zugewandten
Oberfläche des Kolbens 4. Wesentlich ist, dass alle Drucksensoren so angeordnet sind,
dass sie eine Druckänderung im Brennraum 9 detektieren können.
[0075] Bei dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel sind alle Drucksensoren 10 im Zylinderdeckel
3 angeordnet. Dazu ist im Zylinderdeckel 3 für jeden Drucksensor 10 jeweils eine durchgängige
Bohrung vorgesehen, welche sich von der Aussenseite des Zylinderdeckels 3 durch den
Zylinderdeckel 3 hindurch erstreckt und in den Brennraum 9 einmündet. In dieser Bohrung
wird dann der jeweilige Drucksensor 10 angeordnet und fixiert, beispielsweise durch
Einschrauben in die Bohrung oder durch einen Presssitz, wobei der jeweilige Drucksensor
10 so platziert wird, dass es sich möglichst nahe am Brennraum 9 befindet.
[0076] Wie bereits erwähnt, basiert die Bestimmung des Ortes im Brennraum 9, an welchem
ein Verbrennungsprozess beginnt, vorzugsweise auf einer trigonometrischen Methode,
bei der aus den Laufzeiten, welche die Druckänderung vom Ort des Beginns der Verbrennung
bis zum Erreichen des jeweiligen Drucksensors 10 benötigt, der Ort bestimmt wird,
an welchem die Verbrennung, also beispielsweise die Frühzündung, begonnen hat bzw.
aufgetreten ist.
[0077] Um eine möglichst hohe Ortsauflösung, das heisst eine möglichst genaue Bestimmung
des Orts der Verbrennung zu erzielen, ist es eine vorteilhafte Massnahme, den gegenseitigen
Abstand zwischen den Drucksensoren 10 möglichst gross zu wählen. Dabei ist natürlich
zu berücksichtigen, dass im Zylinderdeckel 3 auch noch andere Komponenten angeordnet
sind, wie beispielsweise das Auslassventil 5, die Vorkammern 6, die Einspritzdüsen
7 oder das Startluftventil 8.
[0078] Um einen möglichst grossen Abstand der Drucksensoren 10 untereinander zu realisieren,
können die Drucksensoren 10 bezüglich der axialen Richtung A auf unterschiedlichen
Höhen H1, H2, H3 angeordnet werden, so wie dies in Fig. 1 dargestellt ist. Dabei ist
es bevorzugt, dass alle Drucksensoren 10 auf jeweils verschiedenen Höhen H1, H2, H3
bezüglich der axialen Richtung A angeordnet sind. Das heisst, in Fig. 1 bezeichnen
H1 und H2 und H3 jeweils verschiedene Höhenniveaus, sodass die Höhe H1 verschieden
von der Höhe H2 und der Höhe H3 ist, wobei die Höhe H2 auch verschieden von der Höhe
H3 ist.
[0079] Um einen möglichst grossen Abstand der Drucksensoren 10 untereinander zu realisieren,
ist es ferner eine vorteilhafte Massnahme, die Drucksensoren 10 bezüglich der Umfangsrichtung
des Zylinders 1 bzw. des Zylinderdeckels 3 an unterschiedlichen Positionen anzuordnen,
sodass jeweils zwei benachbarte Drucksensoren 10 bezüglich der Umfangsrichtung einen
Winkelabstand haben. Dieser Winkelabstand zwischen benachbarten Drucksensoren ist
vorzugsweise jeweils mindestens 45°.
[0080] Um eine möglichst hohe Ortsauflösung zu erzielen, d.h. um den Ort, an welchem ein
Verbrennungsprozess im Zylinder 1 beginnt, möglichst genau zu bestimmen, werden vorzugsweise
Drucksensoren mit einer hohen Messfrequenz verwendet. Die Messfrequenz des Drucksensors
10 gibt an, wie viele individuelle Messungen der Drucksensor 10 in einem Zeitintervall,
beispielsweise in einer Sekunde, durchführen kann. Bevorzugt werden Drucksensoren
10 eingesetzt, die eine Messfrequenz von mindestens 20 kHz haben oder sehr schnelle
Drucksensoren 10, die eine Messfrequenz von 50 kHz oder noch grösser haben. Bei einer
Messfrequenz von 50 kHz beträgt der Zeitabstand zwischen zwei individuellen Messungen
zwanzig Mikrosekunden.
[0081] Ferner kann es vorteilhaft sein, vier oder noch mehr Drucksensoren 10 vorzusehen,
wobei mit jedem Drucksensor 10 der Druck im Brennraum 9 ermittelt werden kann. Mit
mindestens einem zusätzlichen Drucksensor zu den drei Drucksensoren 10 kann das Ergebnis
der Messung überprüft werden oder beispielsweise ein Fehler in einem der drei Drucksensoren
10 detektiert werden. Natürlich kann es je nach Anwendungsfall auch vorteilhaft sein,
fünf oder auch noch mehr Drucksensoren 10 im Brennraum 9 anzuordnen.
[0082] Bei der Verwendung von vier Drucksensoren kann bei einer trigonometrischen Auswertung
der Messsignale von drei der Drucksensoren 10 das Messsignal des vierten Drucksensors
1 zur Validierung bzw. zur Überprüfung der Ortsbestimmung herangezogen werden.
[0083] Die Messsignale aller Drucksensoren 10 werden einer Auswerteeinheit (nicht dargestellt)
zugeführt. In dieser kann dann, beispielsweise mittels einer trigonometrischen Methode,
anhand der von den verschiedenen Drucksensoren 10 erhaltenen Messsignale der Ort im
Brennraum 9 bestimmt werden, an welchem ein Verbrennungsprozess begonnen hat.
[0084] Zur Vereinfachung der Auswertung in der Auswerteeinheit kann es vorteilhaft sein,
wenn alle Drucksensoren 10 synchron getaktet werden, sodass die individuellen Druckmessungen
der verschiedenen Drucksensoren 10 jeweils für alle Drucksensoren 10 zum gleichen
Zeitpunkt stattfinden.
[0085] Im Hinblick auf die Auswertung der Messsignale der Drucksensoren 10 kann es vorteilhaft
sein, wenn die Messsignale der Drucksensoren 10 mit einer Kompressionskurve für den
Zylinder 1 verglichen werden. Die Kompressionskurve des Zylinders 1 gibt den Verlauf
des Drucks im Brennraum 9 des Zylinders 1 in Abhängigkeit vom Kurbelwinkel an.
1. Zylinder für einen längsgespülten Grossmotor mit einer Zylinderwandung (2), mit einem
Kolben (4), welcher entlang einer Zylinderachse (Z) zwischen einem unteren und einem
oberen Umkehrpunkt (OT) hin- und her bewegbar angeordnet ist, mit einem Zylinderdeckel
(3), welcher gemeinsam mit dem Kolben (4) einen Brennraum (9) begrenzt, und mit mindestens
einer Einspritzdüse (7) zum Einbringen eines Brennstoffs in den Brennraum (9), wobei
im Zylinderdeckel (3) ein Auslassventil (5) angeordnet ist, durch welches Verbrennungsgase
aus dem Brennraum (9) abführbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens drei Drucksensoren (10) zum Bestimmen des Drucks im Brennraum (9) vorgesehen
sind, wobei alle Drucksensoren (10) so angeordnet sind, dass sich jeder Drucksensor
(10) bei einem Kurbelwinkel von 300°, vorzugsweise bei einem Kurbelwinkel von 330°,
und besonders bevorzugt bei einem Kurbelwinkel von 350°, oberhalb des Kolbens (4)
befindet.
2. Zylinder nach Anspruch 1, wobei alle Drucksensoren (10) so angeordnet sind, dass sich
jeder Drucksensor (10) bei einem Kurbelwinkel von 0° bzw. 360° oberhalb des Kolbens
(4) befindet.
3. Zylinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei mindestens eine mit dem Brennraum
(9) verbundene Vorkammer (6) zum Zünden des Brennstoffs im Brennraum (9) vorgesehen
ist.
4. Zylinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei jeder Drucksensor (10) im Zylinderdeckel
(3) oder in der Zylinderwandung (2) angeordnet ist.
5. Zylinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Drucksensoren (10) bezüglich
einer durch die Zylinderachse (Z) definierten axialen Richtung (A) auf mindestens
zwei verschiedenen Höhen (H1, H2, H3) angeordnet sind.
6. Zylinder nach Anspruch 5, wobei alle Drucksensoren (10) auf jeweils verschiedenen
Höhen (H1, H2, H3) angeordnet sind.
7. Zylinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Drucksensoren (10) bezüglich
der Umfangsrichtung derart angeordnet sind, dass der Winkelabstand zwischen zwei benachbarten
Drucksensoren (10) in Umfangsrichtung gesehen jeweils mindestens 45° ist.
8. Zylinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei mindestens vier Drucksensoren
(10) vorgesehen sind.
9. Zylinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei jeder Drucksensor (10) eine
Messfrequenz von mindestens 20 kHz aufweist.
10. Zylinder nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei jeder Drucksensor (10) eine
Messfrequenz von mindestens 50 kHz aufweist.
11. Verfahren zur Überwachung der Verbrennung in einem Zylinder eines längsgespülten Grossmotors,
dadurch gekennzeichnet, dass der Zylinder (1) gemäss einem der vorangehenden Ansprüche ausgestaltet ist, und dass
mittels der Drucksensoren (10) Messsignale erfasst werden, wobei anhand der Messsignale
ein Ort im Brennraum (9) ermittelt wird, an welchem ein Verbrennungsvorgang beginnt.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei alle Drucksensoren (10) synchron getaktet werden.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 11-12, wobei in einer Auswerteeinheit für jeden
Drucksensor (10) die Messsignale mit einer Kompressionskurve des Zylinders (1) verglichen
werden.
14. Längsgespülter Grossmotor, dadurch gekennzeichnet, dass der Grossmotor einen Zylinder (1) aufweist, welcher gemäss einem der Ansprüche 1-10
ausgestaltet ist, oder dass die Verbrennung mit einem Verfahren gemäss einem der Ansprüche
11-13 überwacht wird.
15. Grossmotor nach Anspruch 14, ausgestaltet als längsgespülter Zweitakt-Grossdieselmotor,
insbesondere als Dual-Fuel Grossdieselmotor, der in einem Flüssigmodus betreibbar
ist, in welchem ein flüssiger Brennstoff zur Verbrennung in den Brennraum (9) eingebracht
wird, und der ferner in einem Gasmodus betreibbar ist, in welchem ein Gas als Brennstoff
in den Brennraum (9) eingebracht wird.