[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Brennerelektrode mit einem unteren Schaftteil,
einem mit einem Ende an das Schaftteil anschließenden Mittelteil, und einer am anderen
Ende des Mittelteils anschließenden Elektrodenspitze, wobei mindestens die Elektrodenspitze
und mindestens ein an die Elektrodenspitze anschließender Abschnitt des Mittelteils
aus einem hochtemperaturbeständigen Material bestehen.
[0002] Solche Brennerelektroden sind typischerweise von Gasbrennern für Heizungen bekannt,
wie sie z.B. in Haushalten oder auch in größeren Anlagen zur Zündung und/oder Überwachung
eines Gasbrenners für Heizungen verwendet werden. Solche Brennerelektroden sind typischerweise
in einem Gasbrenner unmittelbar neben einer Brennfläche angeordnet und sie dienen
dazu, jeweils bei Start eines Brennvorganges einen Funken zu erzeugen, durch welchen
eine Gasflamme entzündet wird, oder aber die Anwesenheit einer Flamme detektiert wird.
[0003] Die Elektrode ist hierzu notwendigerweise in unmittelbarer Nähe der Brennfläche angeordnet
und verliert durch das starke und andauernde Aufheizen an Stabilität. Der Draht kann
sich darum durch das Eigengewicht und durch Einflüsse von außen verformen.
[0004] Der Austausch der Elektrode ist kostspielig. Besonders wichtig ist aber ein Komfortverlust
wenn die Elektrode und damit die Heizung ausfällt (z. B. in einer kalten Winternacht)
und ein teurer Service-Einsatz anfällt (Arbeitskosten, Anfahrt...). Aus diesem Grund
versucht man, die Elektrode möglichst zuverlässig auszuführen, damit möglichst ein
Zweijahres-Intervall oder mehr überstanden wird. So kann die Elektrode bei einer regelmäßigen
Wartung ohne Ausfall getauscht werden.
[0005] Die Brennerelektrode ist demzufolge sehr großen und wechselnden thermischen Belastungen,
und damit auch mechanischen Belastungen ausgesetzt.
[0006] Herkömmliche Brennerelektroden werden daher aus hochtemperaturbeständigem Material
hergestellt, das kommerziell z. B. unter dem Namen "Kanthal A1" oder "Kanthal APM"erhältlich
ist.
[0007] Es handelt sich zumeist um Legierungen die auf einer Aluminium- Chrom- Eisen- Basis
aufgebaut sind.
[0008] Ein solches Material ist vergleichsweise teuer, dabei bestehen die herkömmlichen
Brennerelektroden üblicherweise aus einem massiven Draht, dessen Spitze gegebenenfalls
regelmäßig nachgeformt wird und auch erodiert. Die Spitze und das Mittelteil einer
solchen Brennerelektrode sind sehr hohen Temperaturen um die 1000 °C ausgesetzt, was
sowohl durch den beim Zünden erforderlichen Funkenüberschlag als auch im Verlaufe
des sonstigen Betriebes zu einer starken und schnellen Abnutzung der Elektrodenspitze
führt. Solche Brennerelektroden müssen daher relativ häufig ausgetauscht werden. Abgesehen
von dem Zeitaufwand für den Austausch der Brennerelektrode und dem damit verbundenen
Ausfall eines Brenners , ist ein solcher Austausch einer Brennerelektrode auch wegen
des für die Brennerelektroden verwendeten feuerfesten, teuren Materials relativ kostspielig.
[0009] Gegenüber diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zu
Grunde eine Brennerelektrode zu schaffen, welche eine deutlich verbesserte Haltbarkeit
aufweist und gleichzeitig zu ihrer Herstellung möglichst wenig von dem relativ teuren,
feuerfesten Material benötigt.
[0010] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Mittelteil der Brennerelektrode Hohlräume
aufweist, gegenüber der Elektrodenspitze einen größeren Außenquerschnitt hat, und
durch Zwischenwände oder Streben zwischen den Hohlräumen strukturell stabilisiert
ist.
[0011] Das Mittelteil, welches ebenfalls aus einem feuerfesten Material besteht, benötigt
wegen der Hohlräume in diesem Mittelteil weniger Material zu seiner Herstellung, ist
aber gleichzeitig durch Zwischenräume und Streben ein stabiles und festes Teil, welches
eine relativ lange Lebensdauer und hohe mechanische Stabilität hat, sodass die Elektrode
weniger häufig ausgetauscht werden muss.
[0012] Gegebenenfalls wäre es auch möglich, eine verschlissene Elektrodenspitze von dem
Mittelteil abzutrennen und eine neue Elektrodenspitze durch Verschweißen oder Sintern
mit dem stabilen Mittelteil zu verbinden. Durch die längere Haltbarkeit der Brennerelektrode
werden zum einen die Kosten für den Ersatz und Austausch von Brennerelektroden reduziert,
zum anderen aber auch eine längere Ausfallsicherheit eines Brenners gewährleistet,
weil verschlissene Brennerelektroden ansonsten dazu führen können, dass der Brenner
nicht anspringt bzw. die Elektrode keinen ausreichenden Zündfunken mehr erzeugt.
[0013] Gemäß verschiedenen Ausführungsformen der Erfindung kann das Mittelteil eine innere
Gitter-, Fachwerk-, Knochen-, Schwamm-, oder Schaumstruktur aufweisen. Bei der Ausbildung
des Mittelteils mit Hohlräumen geht es im Wesentlichen darum, das teure feuerfeste
Material einzusparen, gleichzeitig aber dem Mittelteil auch eine ausreichende Stabilität
mitzugeben. Die vorgenannten Strukturen verbinden gute Stabilität mit geringem Materialverbrauch.
So besteht beispielsweise das Innere von Knochen häufig aus einer leichten Struktur
miteinander verbundener Streben, die überwiegend in Richtung aufzunehmender Kräfte
ausgerichtet sind, gleichzeitig aber auch miteinander verbunden sind, und das Mittelteil
einer Brennerelektrode kann insbesondere eine solche Knochenstruktur aufweisen. Aber
auch die anderen vorgenannten Strukturen bieten eine ausreichende Stabilität bei geringem
Materialverbrauch und eine Gitter- oder Fachwerkstruktur ist möglicherweise einfacher
herzustellen als eine Knochenstruktur. Alle vorgenannten Strukturen haben miteinander
gemeinsam, dass sie entweder wechselseitig abgeschlossene oder aber auch miteinander
verbunden Hohlräume aufweisen, wobei die Wände oder Streben zwischen den Hohlräumen
für mechanische Stabilität sorgen und die Hohlräume selbst kein Material benötigen.
[0014] Dabei kann das Mittelteil insbesondere eine geschlossene äußere Oberfläche aufweisen,
die dieses Mittelteil weniger anfällig für Umgebungseinflüsse, insbesondere weniger
anfällig gegenüber Angriffen durch Brennstoff oder Abgas machen. Zur Erhöhung der
Stabilität kann das Mittelteil insbesondere gegenüber der Elektrodenspitze, optional
aber auch gegenüber dem Schaftteil bauchig verdickt sein.
[0015] Ein allmählicher Übergang von dem Schaftteil und auch von der Elektrodenspitze zu
der bauchigen Verdickung des Mittelteils kann dabei glatt und ohne Stufen erfolgen,
was wiederum auch der mechanischen Stabilität des Mittelteils dient. Das Schaftteil,
welches bei einem typischen Einbau der Elektrode in einem Brennraum von den Flammen
des Brennraums und den Bereichen hoher Temperaturen weiter entfernt ist, muss nicht
notwendigerweise aus dem feuerfesten Material bestehen, sondern kann aus seinem preiswerteren
Material hergestellt sein, insbesondere aus Stahl oder Edelstahl, wobei ein Material
bevorzugt ist, welches sich durch Sintern oder Verschweißen mit dem feuerfesten Material
verbinden lässt. Ansonsten könnte das Schaftteil auch durch Formschluss mit dem Mittelteil
verbunden werden, beispielsweise über einen an einem der beiden Teile vorgesehenen
Zapfen, der in einen passenden Hohlraum an dem anderen der beiden Teile passt.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung besteht zumindest ein Abschnitt
des Mittelteils aus schichtweise aufgetragenem und durch gezielte lokale Erwärmung
aufgeschmolzenem oder gesintertem Material. Diese Herstellungstechnik für komplexe
Formen ist an sich bekannt, wobei eine Schicht eines Pulvers auf ein Substrat aufgetragen
und dann beispielsweise mit Hilfe eines Lasers entlang vorgegebener Strukturbahnen
aufgeschmolzen bzw. zusammengesintert wird, wobei anschließend eine weitere Schicht
von Pulver aus dem feuerfesten Material oder dessen Legierungsbestandteilen auf die
bereits gesinterte Struktur aufgebracht und erneut mittels Laser aufgeschmolzen und/oder
gesintert wird. Auf diese Weise entsteht schichtweise eine Struktur, die aus Wänden
oder Streben besteht, zwischen denen sich abgeschlossene oder auch miteinander verbundene
Hohlräume erstrecken, wobei die Hohlräume anfänglich mit Pulver gefüllt sein können,
was im Laufe des Herstellungsprozesses oder auch zum Ende des Herstellungsprozesses
hin entfernt werden kann, sodass entsprechende Hohlräume verbleiben. Das nicht aufgeschmolzene
bzw. nicht gesinterte Pulver kann dann für die Herstellung weiterer Elektronen verwendet
werden. Vorzugsweise ist das Material des Mittelteils und auch der Elektrodenspitze
eine Eisen-Chrom-Aluminium-Legierung. Solche Legierungen sind als besonders feuerfeste
Legierungen bekannt.
[0017] Insbesondere kann das Material des Mittelteils zu 15 bis 30 % aus Chrom, zu 3 bis
8 % aus Aluminium und im Übrigen aus Eisen bestehen.
[0018] Beim schichtweisen Auftragen liegt das Legierungsmaterial vorzugsweise in Pulverform
vor.
[0019] Es ist jedoch auch möglich, dass ein Teil des Ausgangsmaterials der Legierung in
massiver Form und ein Teil in Pulverform vorliegt. Beispielsweise kann eines der Legierungsbestandteile
in Form eines massiven Drahtes über die zu sinterten Bahnen hinweggeführt und dabei
mit den anderen Legierungskomponenten verbunden werden.
[0020] Dabei hat es sich als zweckmäßig erwiesen, wenn mindestens 80 Vol.% des Pulvers eine
Korngröße in einem Bereich zwischen 1 und 10 µm haben. Mit einem solchen Pulver lassen
sich hinreichend feine und dünnwandige Strukturen erzeugen, die aber andererseits
eine ausreichende Stabilität bieten.
[0021] In dem Übergang zwischen Schaftteil und dem Mittelteil, der durch einen stufenförmigen
Zapfen des Schaftteils, welcher in einer stufenförmigen Bohrung des Mittelteils aufgenommen
ist, gebildet wird, ist das Material massiv und kann sich insbesondere von dem Material
des Mittelteis unterscheiden, um die Kosten der Herstellung gering zu halten. Eine
Hohlraumstruktur wäre aber auch für das Schaftteil möglich.
[0022] Die Brennerelektrode kann insgesamt ein mehr oder weniger gerader, gestreckter Stab
sein, wobei allerdings Varianten bevorzugt sind, bei welchen ein zentraler Abschnitt
des Mittelteils (2) gegenüber der Elektrodenspitze abgewinkelt ist, wobei außerdem
auch der zentrale Abschnitt des Mittelteils seinerseits gegenüber dem Schaftteil abgewinkelt
sein kann, vorzugsweise in derselben Richtung und in derselben Ebene, in der auch
die Elektrodenspitze gegenüber dem Mittelteil abgewinkelt ist.
[0023] Weitere Vorteile, Merkmale und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
werden deutlich anhand der folgenden Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform
und der dazugehörigen Figuren.
- Figur 1a,b
- zeigen jeweils eine Brennerelektrode
- Figur 2
- zeigt eine Brennerelektrode ähnlich wie in Figur 1, montiert in einer Keramikhülse-
- Figur 3
- die Anordnung einer Brennerelektrode in einer Brennerkammer.
[0024] Man erkennt in Figur 1a, b jeweils eine Brennerelektrode 100, die aus einem Schaftteil
1, einem Mittelteil 2 und einer Elektrodenspitze 3 besteht. Ein an die Elektrodenspitze
3 anschließender Abschnitt 2b des Mittelteils 2 weist eine mit 2d bezeichnete Hohlraumstruktur
auf, die eine Vielzahl von miteinander verbundenen oder auch voneinander getrennten
Hohlräumen aufweist, welche durch Zwischenwände und/oder Streben begrenzt sind, die
das Mittelteil 2 strukturell stabilisieren.
[0025] Ein unterer Abschnitt 2a des Mittelteils besteht aus massivem Material und weist
eine zentrale Stufenbohrung auf, in der ein passend gestuftes, zapfenartiges Ende
1b des Schaftteiles 1 aufgenommen ist, um so eine formschlüssige Verbindung zwischen
Schaftteil 1 und Mittelteil 2 zu bilden. In diesem Bereich hat die Elektrode eine
größere Stromtragfähigkeit pro Flächeneinheit als in dem Hohlräume aufweisenden Abschnitt
2b, und auch insgesamt kann die Stromtragfähigkeit in diesem Bereich höher sein als
in den übrigen Abschnitten des Mittelteils 2.
[0026] Der zentrale Abschnitt des Mittelteils 2 ist sowohl gegenüber dem Schaftteil 1 als
auch gegenüber der Elektrodenspitze (3) abgewinkelt ist
[0027] Gemäß Figur 3 ist die Brennerelektrode 100 in einem Durchbruch einer Brennkammerwand
7 montiert. Das Schaftteil 1 und ein unteres Ende des Abschnittes 2a des Mittelteils
2 sind in einer Keramikhülse 4 angeordnet, die wiederum in einem Montageblech 5 gehaltert
ist, wobei das Montageblech 5 an der Außenwand 7der Brennkammer 8 befestigt ist und
die Keramikhülse 4 mit der Brennerelektrode 100 sich in die Brennkammer 8 hinein erstreckt.
[0028] An einer schematisch dargestellten Brennfläche 6 des Brenners 10 tritt beispielsweise
Gas aus, welches durch Erzeugen eines Funkens an der Elektrodenspitze 3 entzündet
wird. Zwischen der Elektrodenspitze 3 und der Brennfläche 6 wird hierzu eine entsprechende
Spannung erzeugt, wobei das entstehende elektrische Feld an der Spitze der Elektrodenspitze
3 konzentriert wird und hierdurch einen Funkenüberschlag erzeugt. Ein Hochspannungsanschluss
9 am unteren Ende des Schaftes 1 und der Isolierhülse 4 dient der Hochspannungsversorgung
der Elektrode 100 zur Erzeugung eines Zündfunkens. Die Flammen auf der Brennfläche
6 sind schematisch bei 6a dargestellt.
[0029] Im Betrieb treten sehr hohe thermische und chemische Belastungen der Brennerelektrode
100 auf, die eine einfache Drahtelektrode sehr schnell mechanisch instabil machen,
eine Oxidierung der Oberflächen hervorrufen und damit auch die Leitfähigkeit der Elektrode
100 negativ beeinflussen und letztlich auch zum Versagen von Elektroden führen, wenn
sie herkömmlich aus einem einfachen Draht hergestellt sind. Im Falle von Überwachungselektroden
entsteht eine isolierende Oxidationsschicht auf der Außenfläche eines Elektrodendrahtes,
schwächt das Überwachungssignal und kann die Bildung eines Zündfunkens verhindern.
[0030] Durch die erzeugten Zündfunken und auch durch die Beaufschlagung mit Flammengasen
erodiert die Elektrodenspitze im Laufe der Zeit und verbrennt. Zur Erhöhung der Lebensdauer
solcher Elektroden kann man den Drahtdurchmesser erhöhen und insbesondere auch hochtemperaturbeständige
Materialien für die Elektroden verwenden.
[0031] Herkömmliche Elektroden werden mit Schaftteil 1, Mittelteil 2 und Elektrodenspitze
3 häufig aus einem einzigen massiven Draht gefertigt, was bei Verwendung eines hochtemperaturbeständigen
Materials hohe Kosten erzeugt.
[0032] Die erfindungsgemäße Brennerelektrode 100 ist strukturell derart optimiert, dass
sie eine besonders große Lebensdauer aufweist. Hierzu besteht die Elektrodenspitze
3 aus massivem Material, das Mittelteil besteht überwiegend aus einem Hohlräume aufweisenden
Material mit Streben und/oder Zwischenwänden, die dem Mittelteil eine strukturelle
Festigkeit geben, während das weitgehend in einer Keramikhülse 4 aufgenommene Schaftteil
1 entweder aus demselben hochtemperaturbeständigen Material bestehen kann wie das
Mittelteil 2, oder aber auch aus einem preiswerteren Material einer guten elektrischen
Leitfähigkeit hergestellt sein kann, da das Schaftteil 1 überwiegend in einer schützenden
Keramikhülse 4 aufgenommen ist, sodass es weniger hohen Temperaturen ausgesetzt ist
und auch von Brenngasen und Abgasen nicht oder nur wenig beaufschlagt wird.
[0033] Das Mittelteil 2 hat auch in dem Hohlräume aufweisenden Abschnitt 2b eine geschlossene
Außenhaut 2c. Anhand der Anordnung in einem Brenner gemäß Figur 3 erkennt man, dass
vor allem die Elektrodenspitze und der anschließende, Hohlräume aufweisende Abschnitt
2b des Mittelteils 2 unvermeidlich den thermischen und chemischen Einwirkungen der
Flammen und Abgase ausgesetzt ist.
[0034] Die Hohlraumstruktur 2d des Mittelteils 2 verleiht diesem Abschnitt 2b eine ausreichende
Stabilität, wobei das Innere des Mittelteils 2 durch die geschlossene Außenhaut 2c
gegenüber chemischen Einflüssen geschützt ist und somit die Stabilität des Mittelteils
2 dauerhaft gewährleisten kann.
[0035] Die Elektrodenspitze 3 ist aus massivem Material gefertigt, kann jedoch nach dem
gleichen Verfahren hergestellt werden wie auch das Mittelteil und ist insoweit einstückig
mit dem Mittelteil verbunden. Die Elektrodenspitze 3 ist für die Erzeugung von Zündfunken
optimiert und weist hierfür ein spitz zulaufendes vorderes Ende auf, von welchem sich
bei Bedarf ein Zündfunken ablöst, wenn die Elektrode mit einer entsprechend hohen
Spannung beaufschlagt wird.
[0036] Das Mittelteil 2 und die Elektrodenspitze 3 werden vorzugsweise einstückig durch
schichtweises Auftragen und lokales Aufschmelzen bzw. Sintern von Pulvermaterial hergestellt.
Hierzu wird auf ein Substrat bzw. ein massives Ausgangsstück, das beispielsweise aus
dem unteren Hülsenabschnitt 2a bestehen kann, ein Pulvermaterial aufgetragen, welches
dann nur lokal aufgeschmolzen bzw. zusammengesintert wird, z.B. mit Hilfe eines Lasers,
der programmgesteuert über die Oberfläche geführt wird, sodass auf Basis entsprechender
gespeicherter Strukturdaten der Laser schichtweise die gesamte räumliche Struktur
aufbaut, indem er die aufgetragene Pulverschicht jeweils entlang der vorgesehenen
Wand- und Strebenstrukturen aufsintert.
[0037] Im Bereich der Spitze werden die entsprechenden Schichten dann jeweils vollflächig
gesintert und miteinander verbunden, sodass eine massive Elektrodenspitze 3 entsteht.
[0038] Der untere Abschnitt 2b des Mittelteils ist als Hohlkörper ausgeführt, gegebenenfalls
mit einer geschlossenen Stirnseite, um als Ausgangssubstrat zu dienen. In den rohrförmigen
Hohlraum des Abschnittes 2b ist das obere Ende bzw. ein Zapfen 1b eines unteren Schaftteiles
1 eingeführt und gasdicht und/oder stoffschlüssig mit dem Mittelteil 2 verbunden.
Das Schaftteil und der untere Abschnitt des Mittelteils sind ihrerseits in einer Keramikhülse
4 aufgenommen, die als temperaturbeständige und isolierende Halterung dient, wenn
sie in einem Durchbruch in der Wand 7 eines Brenners 10 montiert ist.
[0039] Der Schaft 1 der Elektrode hat an seiner Spitze einen abgestuften Zapfen 1b, der
in eine entsprechend abgestufte Aufnahmeöffnung am unteren Ende 2a des Mittelteils
2 eingesteckt ist. Unmittelbar im Anschluss an den oberen Zapfenabschnitt 1b weist
der Schaft 1a zwei diametral gegenüberliegende, radiale Vorsprünge 1c auf, wobei die
Keramikhülse 4 wiederum auf ihrer Innenseite zwei diametral gegenüberliegende Nuten
12 zur Aufnahme der Vorsprünge 1c, sowie am unteren Ende der Nuten noch zwei in Umfangsrichtung
verlaufende Nutenabschnitte (nicht sichtbar) aufweist, sodass der Schaft 1 nach Art
eines Bajonettverschlusses in der Hülse 4 verriegelt bzw. fixiert werden kann.
[0040] Wie man in einem vergrößerten Ausschnitt der Figur 2 erkennt, ist somit der Schaft
1 vollständig in der Keramikhülse 4 aufgenommen und der obere Zapfenabschnitt 1b ist
dabei auch noch von dem unteren massiven Teil 2a des Mittelteils 2 umfasst und nach
außen abgedeckt, wobei auch der Abschnitt 2a des Mittelteils 2 sich noch ein Stück
weit in die Keramikhülse 4 hineinerstreckt.
[0041] Oberhalb des hohlen Abschnittes 2a erkennt man im Abschnitt 2b eine Hohlraumstruktur
2d, die, wie bereits erwähnt, unterschiedlich ausgeführt sein kann, z.B. in Form einer
Röhren- oder Wabenstruktur, einer Knochenstruktur oder einer Fachwerkstruktur mit
Streben und/oder Rippen. Der massive untere Abschnitt 2a setzt sich noch in Form einer
dünnen Oberflächenschicht 2c über das gesamte Mittelteil 2 hinweg fort und bildet
so eine geschlossene Oberfläche 2c des Mittelteils 2. Die Elektrodenspitze 3 ist wiederum
aus einem entsprechenden massiven Material gefertigt.
[0042] Die isolierende Keramikhülse 4 wiederum ist mit Hilfe eines Befestigungsflansches
5 an der Wand 7 des Brenners 10 montiert.
Bezugszeichen
[0043]
- 1
- Schaftteil
- 1a
- Schaft
- 1b
- abgestufter Zapfen
- 1c
- radialer Vorsprung
- 2
- Mittelteil
- 2a
- unter Abschnitt (mit stufenförmiger Aufnahme)
- 2b
- Abschnitt mit Hohlraumstruktur
- 2c
- geschlossene Außenhaut/Oberflächenschicht
- 2d
- Hohlraumstruktur
- 3
- Elektrodenspitze
- 4
- Keramikhülse
- 5
- Montageblech
- 6
- Brennfläche
- 7
- Brennkammerwand/Außenwand
- 8
- Brennkammer
- 9
- Hochspannungsanschluss
- 10
- Brenner
- 100
- Brennerelektrode
1. Brennerelektrode mit einem unteren Schaftteil (1), einem mit einem Ende an das Schaftteil
anschließenden Mittelteil (2), und einer am anderen Ende des Mittelteils anschließenden
Elektrodenspitze (3), wobei mindestens die Elektrodenspitze (3) und mindestens ein
an die Elektrodenspitze anschließender Abschnitt (2b) des Mittelteils (2) aus einem
hochtemperaturbeständigen Material bestehen, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelteil zumindest entlang des an die Elektrodenspitze anschließenden Abschnittes
(2b) Hohlräume (2d) aufweist und in diesem Abschnitt (2b) durch Zwischenwände oder
Streben zwischen den Hohlräumen strukturell stabilisiert ist.
2. Brennerelektrode nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlräume aufweisende Abschnitt (2b) des Mittelteils eine innere Röhren-, Gitter-,
Fachwerk-, Rippen-, Knochen-, Schwamm- oder Schaumstruktur aufweist, während die Elektrodenspitze
(3) aus Vollmaterial besteht und keine Hohlräume aufweist.
3. Brennerelektrode nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Abschnitt des Hohlräume aufweisenden Mittelteils gegenüber der Elektrodenspitze
(3) einen größeren Außenquerschnitt hat,
4. Brennerelektrode nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelteil (2) eine geschlossene äußere Oberfläche (2c) aufweist.
5. Brennerelektrode nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelteil (2) gegenüber der Elektrodenspitze (3) und optional auch gegenüber
dem Schaftteil (1) bauchig verdickt ist.
6. Brennerelektrode nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlräume aufweisende Abschnitt (2b) des Mittelteils (2) zumindest teilweise
aus schichtweise aufgetragenem und durch gezielte lokale Erwärmung aufgeschmolzenem
und/oder gesintertem Material besteht.
7. Brennerelektrode nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Material des Hohlräume aufweisenden Abschnittes des Mittelteils und der Elektrodenspitze
eine Eisen-Chrom-Aluminium Legierung ist.
8. Brennerelektrode nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, das das Material des Hohlräume aufweisenden Abschnittes (2b) des Mittelteils (2)
zu 15 bis 30 % aus Chrom, zu 3 - 8 % aus Aluminium und im Übrigen im Wesentlichen
aus Eisen besteht.
9. Brennerelektrode nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Legierungsmaterial des Abschnittes (2b) beim schichtweisen Auftragen in Pulverform
vorliegt.
10. Brennerelektrode nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Ausgangsmaterial der Legierung in massiver Form und ein Teil in Pulverform
vorliegt.
11. Brennerelektrode nach einem der vorstehenden Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens 80 Vol.% des Pulvers eine Korngröße im Bereich zwischen1 und 10 µm haben.
12. Brennerelektrode nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zentrale Abschnitt des Mittelteils (2) sowohl gegenüber dem Schaftteil (1) als
auch gegenüber der Elektrodenspitze (3) abgewinkelt ist.
13. Brennerelektrode nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Mittelteil (2) am Übergang zu dem Schaftteil (1) mechanisch verstärkt ist und
dort eine auf den Bruttoquerschnitt bezogene größere Stromtragfähigkeit hat als in
dem Hohlräume aufweisenden Abschnitt (2b).
14. Brennerelektrode nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaftteil in einer Keramikhülse (4) gehaltert ist.