[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Verifizieren eines
elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals in einem Wert- oder Sicherheitsdokument.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Im Bereich der Wert- und Sicherheitsdokumente kommen elektrolumineszierende Sicherheitsmerkmale
zum Einsatz. Hierbei werden beispielsweise Druckfarben und Zubereitungen mit elektrolumineszierenden
Pigmenten verwendet, welche bei einer Anregung in einem statischen oder dynamischen
elektrischen Feld eine Lumineszenz im sichtbaren und/oder nicht-sichtbaren Spektralbereich
zeigen.
[0004] Die
DE102011002181 (A1) beschreibt ein Verfahren zur Überprüfung eines bei einer Anregung elektrolumineszierenden
Sicherheitsmerkmals in Sicherheitsdokumenten oder-materialien. Dazu wird zunächst
die Elektrolumineszenz des Sicherheitsmerkmals mit Hilfe eines Anregers angeregt.
Anschließend wird der Abstand zwischen Anreger und elektrolumineszierendem Sicherheitsmerkmal
sowie die Intensität der durch die Elektrolumineszenz bewirkten Emission genmessen.
Abschließend wird die gemessene Intensität in Abhängigkeit vom gemessenen Abstand
korrigiert, um einen auf einen vorgegebenen Basisabstand normierten, abstandskorrigierten
Intensitätswert zu bilden.
[0005] Die
WO2005036481 beschreibt eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Verifizieren wertvoller Dokumente
mit lumineszierenden Merkmalssubstanzen. Eine besonders einfache Erfassung und Differenzierung
auch schwach leuchtender Merkmalssubstanzen wird dadurch ermöglicht, dass die Auswertung
der detektierten Lumineszenzstrahlung auf Basis einer integrierten Lumineszenzmessung
erfolgt, die durch Integration der gemessenen Lumineszenzstrahlung, die entlang einer
Spur quer über das wertvolle Dokument erfasst wird.
[0006] Erfolgt eine dynamische Anregung eines solchen elektrolumineszierenden Pigments,
beispielsweise mittels eines durch eine harmonische Anregung modulierten elektrischen
Feldes, so zeigt das elektrolumineszierende Pigment eine charakteristische Lumineszenzantwort.
Nur in den wenigsten Fällen handelt es sich bei einer solchen Lumineszenzantwort jedoch
um ein Signal, welches sich allein als eine harmonische Welle beschreiben lässt. Vielmehr
haben Analysen der nach dem Beginn einer Anregung ansteigenden Lumineszenzantwort
gezeigt, dass eine exponentielle Abhängigkeit des Spitzenwertes der Lumineszenz zur
elektrischen Feldkomponente vorliegt (
D. Curie, Sur le mécanisme de l'électroluminescence - II. Applications aux faits experimentaux,
J. Phys. Radium, 1953, 14 (12), pp- 672-686). In der Literatur ist für den Anstieg eine Exponentialfunktion aufgestellt. Die
nach dem Abschalten der Anregung abfallende Lumineszenzantwort ist hingegen meist
nur qualitativ, beispielsweise als hyperbolisch, beschrieben. In der Regel weist diese
sehr starke nichtlineare Verläufe mit Nebenmaxima auf.
[0007] Die Auswertung einer solchen Lumineszenzantwort, also der Intensität einer Lumineszenz
über die Zeit, findet im Stand der Technik über ein zeitliches Erfassen der Lumineszenz
und eine spektrale Zerlegung der Lumineszenzantwort im Frequenzraum statt. Anschließend
wird genau die harmonische Komponente ausgewertet, die üblicherweise der exponentiellen
Abhängigkeit des Anstieges und des z.B. hyperbolischen Abklingens wegen die Lumineszenzantwort
am meisten charakterisiert. Hierdurch entsteht eine bedingte Verknüpfung mit den Eigenschaften
der Farbe des verwendeten elektrolumineszierenden Pigments, was dazu ausgenutzt werden
kann, um das verwendete elektrolumineszierende Pigment zu identifizieren und auf diese
Weise die Echtheit eines mit diesem elektrolumineszierenden Pigment versehenden Sicherheitsmerkmals
zu verifizieren.
[0008] Die Erkennung der Eigenschaften der Lumineszenzantwort und damit des elektrolumineszierenden
Pigments sind hierbei jedoch sehr ungenau, da mehrere Einflussfaktoren die Komponenten
des Frequenzspektrums verändern können, ohne die Grundeigenschaft des elektrolumineszierenden
Pigments hierbei zu modifizieren. Wenn sich äußere Bedingungen ändern, kann dieses
zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Verifizierung des Sicherheitsmerkmals führen.
Verifizieren soll hierbei ein Überprüfen der Echtheit eines solchen Sicherheitsmerkmals
bedeuten.
[0009] Die Reproduzierbarkeit von Messungen an demselben Pigment ist eingeschränkt.
[0010] So kann es auch zu einer unsicheren Erkennung von echten gegenüber gefälschten (nicht-echten)
elektrolumineszierenden Pigmenten kommen. Bei der Erkennung von echten Pigmenten kann
es beispielsweise zu einer Fehlinterpretation kommen, das heißt ein echtes Pigment
wird fälschlicherweise als nicht echt klassifiziert ("false reject"). Außerdem ist
eine Selektivität eingeschränkt, so dass eine Unterscheidung und Erkennung von weiteren
in ihren Eigenschaften sehr ähnlichen elektrolumineszierenden Pigmenten mit der herkömmlichen
Methode sehr schwierig oder nahezu unmöglich sind.
Aufgabe der Erfindung
[0011] Der Erfindung liegt das technische Problem zu Grunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Verifizieren eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals in einem Wert-
oder Sicherheitsdokument zu schaffen, bei der das Überprüfen der Echtheit des elektrolumineszierenden
Sicherheitsmerkmals verbessert ist.
[0012] Die technische Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen
des Patentanspruchs 1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 15
Z gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0013] Ein Wert- oder Sicherheitsdokument soll im Folgenden ein Dokument mit mindestens
einem Sicherheitsmerkmal bezeichnen. Dieses Sicherheitsmerkmal sorgt dafür, dass eine
Fälschung oder Nachahmung des Wert- oder Sicherheitsdokuments erschwert oder unmöglich
gemacht wird. Insbesondere soll ein solches Wert- oder Sicherheitsdokument ein elektrolumineszierendes
Sicherheitsmerkmal aufweisen. Ein solches Wert- oder Sicherheitsdokument kann beispielsweise
eine Banknote, ein Wertpapier, eine Wertmarke, ein Ticket, ein Fahrschein, ein Zertifikat,
ein Siegel, ein Identifikationsdokument, wie beispielsweise ein Reisepass, eine Ausweiskarte,
ein Führerschein oder ein sonstiges zur individuellen Identifikation ausgebildetes
Dokument, sein. Neben dem elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmal kann das Wert-
oder Sicherheitsdokument zusätzlich weitere Sicherheitsmerkmale aufweisen.
[0014] Ein Symbol soll im Folgenden eine einzelne Zeicheneinheit zur Übertragung eines Informationsgehaltes
bezeichnen. Ein Symbol weist eine bestimmte Symbolform auf. Insbesondere soll ein
Symbol hier im Sinne der Nachrichtentechnik verstanden werden, wobei eine Übertragungseinheit
zum Übermitteln von Daten Symbole mit einer bekannten Symbolübertragungsrate über
einen Übertragungskanal schickt und eine Empfangseinheit diese Symbole erkennt und
die übertragenen Daten rekonstruiert.
Kernidee der Erfindung
[0015] Die Kernidee der Erfindung ist, das elektrolumineszierende Pigment des Sicherheitsmerkmals
nachrichtentechnisch zu beschreiben. Eine nachrichtentechnische Beschreibung soll
bedeuten, dass die Lumineszenzantwort bzw. das gemessene Lumineszenzsignal als eine
Signalkette aus einzelnen mittels nachrichtentechnischer Modellierungsmethoden beschriebenen
Gliedern aufgefasst wird. Die Messkette besteht hierbei aus den Gliedern Anregung,
einem das Verhalten des elektrolumineszierenden Pigments beschreibenden Element und
einem Übertragungskanal. Der Übertragungskanal bildet die Störeinflüsse in der Messkette
ab. Der Übertragungskanal umfasst dabei sämtliche Einflüsse der Übertragungsstrecke
des Signals. Dies können beispielsweise Störungen sein, welche durch eine Abtastfrequenz,
eine A/D-Wandlung oder eines verwendeten Lichtdetektors hervorgerufen werden.
[0016] Das gemessene Lumineszenzsignal wird dann als Faltung einer bereitgestellten charakteristischen
Funktion des elektrolumineszierenden Pigments mit einer Anregung und mit einem Übertragungskanal
modelliert. Die Anregung beschreibt das tatsächliche elektrische Feld, welches zur
Anregung des elektrolumineszierenden Pigments verwendet wird. Die bereitgestellte
charakteristische Funktion beschreibt das Verhalten des elektrolumineszierenden Pigments
nach oder während einer bestimmten Anregung und kann hierbei beispielsweise einer
klassischen Impulsantwort, einer Sprungantwort oder einer Sinuskuppenantwort entsprechen.
Als Sinuskuppe wird eine Signalform angesehen, die im Zeitverlauf mit einem Nullsignal
beginnt, an das sich eine Sinushalbwelle anschließt und nachfolgend wieder aus einem
Nullsignal besteht.
[0017] Die bereitgestellte charakteristische Funktion wird hierzu mittels numerischer Verfahren
ermittelt. Ist die bereitgestellte charakteristische Funktion bekannt, kann im Anschluss
an die Anregung eine Demodulation des Lumineszenzsignals mittels bekannter nachrichtentechnischer
Methoden durchgeführt werden, beispielsweise unter Verwendung eines Optimalfilters
(engl. Matched filter), in welches die bei der Anregung verwendete Symbolform einfließt.
[0018] Nachrichtentechnisch lässt sich das Verifizieren des elektrolumineszierenden Pigments
bzw. des Sicherheitsmerkmal somit auffassen als eine Messkette, bestehend aus den
einzelnen Schritten: Anregung des elektrolumineszierenden Pigments durch eine bestimmte
Symbolfolge, Veränderung des Anregungssignals durch das elektrolumineszierende Pigment
gemäß der charakteristischen Funktion, Übertragung über einen Übertragungskanal, welcher
sämtliche Störeinflüsse abbildet, Demodulieren der erfassten Lumineszenzantwort durch
Transformieren mittels einer für ein Referenzpigment bekannten charakteristischen
Funktion, Überprüfen des demodulierten Ergebnisses mit der Symbolfolge der Anregung.
Das Verifizieren findet beispielsweise derart statt, dass das gemessene Lumineszenzsignal
mit der bereitgestellten charakteristischen Funktion für das echte elektrolumineszierende
Referenzpigment bzw. dessen invertierter Fouriertransformierten entfaltet wird, das
Ergebnis demoduliert wird und das demodulierte Ergebnis bewertet wird. Anhand des
Bewertungsergebnisses wird die Echtheit des Sicherheitsmerkmals festgestellt.
[0019] Auf Grund der nachrichtentechnischen Beschreibung ist es beispielsweise möglich,
ein optimales Signal-zu-Rausch-Verhältnis und eine hohe Störsicherheit zu erlangen,
so dass mit optimaler Sicherheit beim Verifizieren festgestellt werden kann, ob ein
bestimmtes elektrolumineszierendes Pigment vorliegt oder nicht - und somit, ob das
Sicherheitsmerkmal echt ist oder nicht.
Besondere Ausführungsformen
[0020] Insbesondere wird ein Verfahren zum Verifizieren eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals
in einem Wert- oder Sicherheitsdokument zur Verfügung gestellt, umfassend die folgenden
Schritte: Anregen des elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals durch ein vorgegebenes
Eingangssignal mittels eines elektrischen Feldes durch eine Anregungseinrichtung,
Erfassen einer von dem elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmal emittierten Lumineszenz
und Wandeln der erfassten Lumineszenz in ein Ausgangssignal durch eine Erfassungseinrichtung,
Transformieren des Ausgangssignals mittels einer bereitgestellten charakteristischen
Funktion durch eine Auswerteeinrichtung, Auswerten des transformierten Ausgangssignals
unter Berücksichtigung zumindest einer Eingangssignalinformation des Eingangssignals
zum Ableiten einer Verifikationsentscheidung durch die Auswerteeinrichtung, Ausgeben
der Verifikationsentscheidung durch die Auswerteeinrichtung. Die Eingangssignalinformation
kann die Symbolform oder das Symbol selber sein.
[0021] Ferner wird eine Vorrichtung zum Verifizieren eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals
in einem Wert- oder Sicherheitsdokument geschaffen, umfassend eine Anregungseinrichtung
zum Anregen des elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals mittels eines elektrischen
Feldes durch ein vorgegebenes Eingangssignal, eine Erfassungseinrichtung, welche derartig
ausgebildet ist, eine von dem elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmal emittierte
Lumineszenz zu erfassen und daraus ein Ausgangssignal zu bilden, eine Auswerteeinrichtung,
welche derartig ausgebildet ist, das Ausgangssignal mittels einer bereitgestellten
charakteristischen Funktion zu transformieren, das transformierte Ausgangssignal unter
Berücksichtigung zumindest einer Eingangssignalinformation des Eingangssignals auszuwerten,
daraus eine Verifikationsentscheidung abzuleiten und die abgeleitete Verifikationsentscheidung
auszugeben.
[0022] Über die Auswerteeinrichtung können beispielsweise Zugangssperren, wie ein Schloss,
eine Schranke usw., oder Sortiermaschine, in der Banknoten für eine Vernichtung selektiert
werden, gesteuert werden.
[0023] Zum Kodieren des Eingangssignals kann beispielsweise ein Rechteckpuls als Symbolform
verwendet werden, das mit einem sinusförmigen Träger multipliziert wird. Ebenfalls
möglich ist eine Halbwelle einer Sinusfunktion. Das Eingangssignal kann also auch
nur aus der Symbolform bestehen.
[0024] Die Eingangssignalinformation Z ist eine Symbolform ist, welche zum Kodieren einer
Information im Eingangssignal verwendet wird. Die Kenntnis der Symbolform erlaubt
dann eine Demodulation des transformierten Ausgangssignals und eine Rekonstruktion
der kodierten Information.
[0025] Wichtig ist anzumerken, dass die mit dem oder den übertragenden Symbolen kodierte
Information nicht notwendigerweise ermittelt und ausgewertet werden muss. In einigen
Ausführungsformen reicht es, eine Kenntnis der Symbolform zu nutzen, um festzustellen,
dass die Symbolübertragung durch das vermessene Pigment der Übertragung durch ein
echtes Referenzpigment entspricht.
[0026] Beispielsweise kann über eine Bestimmung des Signal-zu-Rausch-Verhältnisses im transformierten
Ausgangssignal dann eine Verifikationsentscheidung abgeleitet werden. So wird das
Sicherheitsmerkmal beispielsweise für echt befunden, wenn ein bestimmter Schwellwert
des Signal-zu-Rauschverhältnisses erreicht oder überschritten ist.
[0027] Ein weiteres alternatives Verfahren zur Demodulation ist beispielsweise die Verwendung
eines "Integrate and Dump"-Filters. Hierbei wird ein diskretes Eingangssignal für
eine bestimmte Anzahl von Abtastwerten bzw. für ein vorgegebenes Zeitfenster für jeden
Schritt kumulativ aufsummiert ("Integrate"). Nach Ablauf der bestimmten Anzahl von
Abtastwerten wird die Summe wieder auf Null gesetzt ("Dump") und erneut mit dem kumulativen
Aufsummieren begonnen. Anschließend kann beispielsweise mittels einer Schwellwerterkennung
die in der Anregung kodierte Information zurückgewonnen werden. Dieses Verfahren kann
in der Regel verwendet werden, wenn eine Symbolform der Anregung eine einfache Rechteckpulsform
aufweist.
[0028] Ein weiteres alternatives Verfahren nutzt ein Kalman-Filter, das zu jedem Zeitpunkt
des abgetasteten Lumineszenzsignals die Systemantwort ermittelt und dann trotz Rauschen
die Systemantwort ermittelt. Vorzugsweise wird ein sogenanntes Extended Kalman-Filter
genutzt, d.h. ein nicht lineares Kalman-Filter. Hier ist es sehr wichtig, die oben
genannte Messkette vollständig zu erfassen, da die tatsächliche Eingangsfunktion des
Kalman-Filters, das Anregungssignal des Lumineszenzstoffes ist. Nur bei korrekter
Kenntnis des Anregungssignals ist die Systemantwort zu erfassen.
[0029] Es kann daher vorgesehen sein, das durch das Eingangssignal vorgegebene tatsächliche
Anregungssignal mittels einer Probe zu vermessen. Mit einer solchen Probe, die möglichst
unter den Umgebungsbedingungen misst, unter denen die Lumineszenzpigmente in einem
echten Sicherheitsdokument integriert sind, kann eine sogenannte Feedback-Schaltung
realisiert werden, die das Eingangssignal anpasst, so dass die tatsächliche Anregung
der gewünschten Anregung (einer gewünschten Symbolform oder dem gewünschten Symbol
des Eingangssignals) entspricht.
[0030] Der Vorteil des Verfahrens und der Vorrichtung ist, dass kleine Nichtlinearitäten
aufgrund der Integration und zeitlich längeren Erfassung, insbesondere beim Einsatz
des Kalman-Filters, die Auswertung kaum beeinflussen und spektrale Verschiebungen
im Frequenzbereich des Ausgangssignals im Gegensatz zum Stand der Technik nicht mehr
zu einem großen Fehler beim Auswerten und Verifizieren führen. Ferner muss auch der
Gleichanteil des Ausgangssignals nicht gesondert betrachtet werden. Ein weiterer Vorteil
ist, dass die Phasenlage nicht mehr notwendigerweise erkannt werden muss (ein sogenanntes
phase recovery ist nicht notwendig) und das maximal mögliche Signal-zu-Rausch-Verhältnis
erreicht wird.
[0031] Insbesondere ist in einer besonders vorteilhaften Ausführungsform vorgesehen, dass
der lumineszierende Effekt des Sicherheitsmerkmals als für kurze Zeit lineares zeitinvariantes
System (engl. linear time-invariant, LTI) modelliert wird. Das heißt, es wird in erster
Näherung angenommen, dass das Verhalten des elektrolumineszierenden Effekts sowohl
die Eigenschaft der Linearität aufweist als auch unabhängig von zeitlichen Verschiebungen
ist. Dies vereinfacht die Transformationsgleichungen und ermöglicht somit eine besonders
effiziente Weiterverarbeitung des Ausgangssignals.
[0032] Insbesondere ist in einer vorteilhaften Ausführungsform vorgesehen, dass beim Auswerten
zum Ableiten der Verifikationsentscheidung in der Auswerteeinrichtung eine Korrelation
des transformierten Ausgangssignals mit zumindest einem Teil des Eingangssignals durchgeführt
wird, wobei das elektrolumineszierende Sicherheitsmerkmal für echt befunden wird,
wenn eine Korrelationsfunktion zu einem vorgegebenen Zeitpunkt oder in einem vorgegebenen
Zeitbereich einen vorgegebenen Schwellwert erreicht oder überschreitet. Es wird somit
eine Kreuzkorrelation des transformierten Ausgangssignals mit zumindest einem Teil
des Eingangssignals durchgeführt. Dieser Teil des Eingangssignals kann insbesondere
eine in dem Eingangssignal verwendete Symbolform sein.
[0033] Ferner kann auch vorgesehen sein, dass der Schwellwert für mehrere vorgegebene Zeitpunkte
oder mehrere vorgegebene Zeitbereiche überschritten sein muss, damit das Sicherheitsmerkmal
für echt befunden wird. Ist der vorgegebene Schwellwert oder sind die vorgegebenen
Schwellwerte hingegen nicht überschritten, wird das Sicherheitsmerkmal für nicht echt
befunden.
[0034] Die charakteristische Funktion kann insbesondere aus einem Referenzsicherheitsmerkmal,
welches als echt bekannt ist, abgeleitet sein. Deshalb ist in einer besonders vorteilhaften
Ausführungsform vorgesehen, dass die charakteristische Funktion mittels einer Kalibrierungsmessung
bestimmt wird, wobei ein elektrolumineszierendes Referenzsicherheitsmerkmal angeregt
wird und dessen Lumineszenz als Referenzausgangssignal erfasst und auswertet wird.
Um die charakteristische Funktion abzuleiten wird somit eine Kalibrierungsmessung
durchgeführt, welche (wie das Verifikationsverfahren selber) ein Anregen des Referenzsicherheitsmerkmals
durch ein vorgegebenes Eingangssignal mittels eines elektrischen Feldes durch eine
Anregungseinrichtung, ein Erfassen einer von dem Referenzsicherheitsmerkmal emittierten
Lumineszenz und ein Wandeln der erfassten Lumineszenz in ein Referenzausgangssignal
durch eine Erfassungseinrichtung umfasst. Aus dem Referenzausgangssignal und dem vorgegebenen
Eingangssignal wird dann die charakteristische Funktion abgeleitet.
[0035] Insbesondere ist hierzu in einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform vorgesehen,
dass die charakteristische Funktion die Inverse einer Übertragungsfunktion des elektrolumineszierenden
Referenzsicherheitsmerkmals ist, wobei der elektrolumineszierende Effekt des Sicherheitsmerkmals
und des Referenzsicherheitsmerkmals als lineares zeitinvariantes System aufgefasst
wird.
[0036] In der Regel kann die Inverse der Übertragungsfunktionen nicht analytisch bestimmt
werden. In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist deshalb vorgesehen, dass
die Inverse der Übertragungsfunktion mittels numerischer Verfahren berechnet wird.
Dies kann beispielsweise mittels der Matlab-Funktion "fmincon()" (z.B. in
Matlab® Version 2016a, einer Software der Firma
The MathWorks,
Inc. in Natick, Massachusetts, USA) durchgeführt werden.
[0037] Beim Durchführen des Verfahrens kann es vorkommen, dass die experimentellen Bedingungen
an oder in der Vorrichtung über die Zeit nicht konstant sind und somit von Messung
zu Messung variieren. Ebenfalls kann eine nicht-optimale oder zwischen einzelnen Messungen
abweichende Bedienung durch einen Benutzer zu einer Varianz der Bedingungen an der
Vorrichtung führen. Es hat sich deshalb als vorteilhaft erwiesen, wenn Änderungen
der Bedingungen an oder in der Vorrichtung beim Auswerten berücksichtigt werden. In
einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist deshalb vorgesehen, dass das Transformieren
des Ausgangssignals eine Entfaltung mit einer Anpassungsfunktion umfasst. Die Anpassungsfunktion
bildet die Einflüsse der Vorrichtung und die Bedingungen während einer Messung (Anregen
und Erfassen der Elektrolumineszenz) ab. Insbesondere können diese Bedingungen beispielsweise
eine für die Anregung der Elektrolumineszenz verwendete tatsächlich anliegende Spannung
oder ein tatsächlicher Abstand der Elektroden der Anregungseinrichtung sein.
[0038] In manchen Situationen handelt es sich hierbei insbesondere um parametrierbare Abweichungen,
welche schätzbar und/oder messbar sind. In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform
ist vorgesehen, dass die Anpassungsfunktion auf Grundlage von messbaren Parametern
von einer Schätzeinrichtung geschätzt wird. So kann beispielsweise eine tatsächlich
an Elektroden (Kondensatorplatten) der Anregungseinrichtung vorliegende elektrische
Spannung bestimmt werden. Ein tatsächlich vorliegender Abstand der Elektroden der
Anregungseinrichtung kann ebenfalls durch geeignete Mittel bestimmt werden. Auf diese
Weise kann beispielsweise eine durch Vibration der Vorrichtung hervorgerufene Oberwelle
der Anregung, welche durch eine der Vibration folgende Veränderung des Plattenabstands
in dem elektrischen Feld hervorgerufen wird, berücksichtigt werden. Aus den messbaren
oder bestimmbaren Parametern wird dann die Anpassungsfunktion von der Schätzeinrichtung
geschätzt, beispielsweise indem eine durch eine Vibration hervorgerufene Oberwelle
im elektrischen Feld geschätzt wird. Ferner kann auch ein mechanischer Plattenabstand
bei verschiedenen gleichartigen Vorrichtungen unterschiedlich sein und die vorliegende
elektrische Spannung kann von der Nominalspannung abweichen, so dass für jede Vorrichtung
die Anpassungsfunktion individuell bestimmt oder geschätzt werden muss. Auch eine
Temperatur und allgemeine Umgebungsbedingungen können beim Schätzen berücksichtigt
werden.
[0039] Bei einer Ausführungsform ist vorgesehen, dass das die Entfaltung mittels eines Kalman-Filters
vorgenommen wird. Hierbei kann beispielsweise eine sogenannte Verstärkermatrix berechnet
werden.
[0040] Insbesondere kann in einer vorteilhaften Ausführungsform vorgesehen sein, dass ein
Ausgangssignal durch mindestens eine weitere charakteristische Funktion transformiert
und anschließend ausgewertet wird. Bei mehreren Sicherheitsmerkmalen mit jeweils unterschiedlichen
elektrolumineszierenden Pigmenten ist es auf diese Weise möglich, neben dem reinen
Verifizieren eines erwarteten Sicherheitsmerkmals auch festzustellen, welches Sicherheitsmerkmal
bzw. welches elektrolumineszierende Pigment vorhanden ist. Auf dieses Weise können
Sicherheitsmerkmale auf das Vorhandensein und die Echtheit bestimmter elektrolumineszierender
Pigmente geprüft werden. Insbesondere kann vorgesehen sein, dass ein Sicherheitsmerkmal
mit einer Vielzahl von charakteristischen Funktionen geprüft wird. Die charakteristischen
Funktionen können beispielsweise in einem Speicher vorgehalten werden und bei Bedarf
von diesem jeweils einzeln bereitgestellt werden. Die zu verwendende charakteristische
Funktion wird dann entweder automatisch, beispielsweise durch die Auswerteeinrichtung
oder manuell durch einen Benutzer der Vorrichtung ausgewählt. Bei der automatischen
Auswahl kann beispielsweise vor der Verifikation des Sicherheitsmerkmals ein Typ eines
Sicherheitsdokuments oder eines Sicherheitsmerkmals erfasst und erkannt werden, beispielsweise
mittels einer zusätzlichen optischen Erfassungseinrichtung etc., so dass die Auswerteeinrichtung
anschließend auf Grundlage des erkannten Typs des Sicherheitsdokuments bzw. Sicherheitsmerkmals
eine zugehörige charakteristische Funktion aus dem Speicher auswählen kann. Ferner
können auch sämtliche in dem Speicher hinterlegten charakteristischen Funktionen nacheinander
durchgeprüft werden. Ferner ist es möglich, unterschiedliche Anregungen beim Verifizieren
des Sicherheitsmerkmals zu verwenden. Der prinzipielle Ablauf des Verfahrens bleibt
hierbei gleich, lediglich das vorgegebene Eingangssignal wird verändert. Es ist hierbei
zu beachten, dass für das Transformieren eine charakteristische Funktion verwendet
wird, welche ihrer Art nach optimal für das gewählte Eingangssignal ist.
[0041] Insbesondere ist in einer weiteren Ausführungsform vorgesehen, dass das Eingangssignal
sich aus einer Folge von Symbolen zusammensetzt. Eine solche Folge kann beispielsweise
aus Symbolen bestehen, welche einen Rechteckpuls als Symbolform aufweisen. Weiterhin
sind aber auch eine Halbschwingung (Halbwelle) einer Sinusfunktion oder auch ganz
anders ausgebildete Symbole als Symbolform möglich.
[0042] Ferner kann in einer weiteren Ausführungsform vorgesehen sein, dass die Folge sich
zumindest teilweise aus mindestens einer Folge identischer Symbole zusammensetzt.
[0043] In einer weiteren Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Folge sich zumindest teilweise
aus unterschiedlichen Symbolen zusammensetzt.
[0044] In einer vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass das Ausgangssignal vor
und/oder nach dem Transformieren gefiltert wird. Dies ermöglicht beispielsweise eine
Rauschunterdrückung und/oder eine Zeitersparnis bei einer numerischen Berechnung,
da nur ein kleinerer Frequenzbereich verarbeitet werden muss. Geeignete Filter zu
diesem Zweck können beispielsweise ein Bandpass, ein Tiefpass oder ein Hochpassfilter
sein, wobei das Filter idealerweise auf ein Frequenzspektrum der Anregung bzw. der
einzelnen Symbolform angepasst wird. Enthält beispielsweise ein zur Kodierung und
Anregung verwendetes Symbol nur bestimmte Anteile des Frequenzspektrums, so wird das
Filter derart gewählt, dass die nicht in dem Symbol bzw. der Symbolform vorhandenen
Frequenzanteile herausgefiltert werden. Auf diese Weise lassen sich Störeinflüsse
(Rauschen) in diesen Frequenzbereichen im Gesamtsignal unterdrücken, ohne dass der
Anteil des Frequenzspektrums, der zum Ausbilden des Symbols notwendig ist, beeinträchtigt
wird. Eine Eingrenzung auf ein Frequenzband mit dem Ziel einer Rauschunterdrückung
beschränkt natürlich auch die Elektrolumineszenz-Antwort auf diesen Frequenzbereich.
Hochfrequentes Rauschen kann so gefiltert werden, indem nur ein Frequenzbereich ausgewertet
wird. Für einen Vergleich der Elektrolumineszenzantwort mit Literaturwerten oder anderen
Messverfahren ist eine Berücksichtigung dieser Einschränkung jedoch notwendig.
[0045] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist vorgesehen, dass beim Auswerten
in der Auswerteeinrichtung eine Synchrondemodulation zur Wiedergewinnung der Phase
des Eingangssignals durchgeführt wird. Dies hat den Vorteil, dass eine Demodulation
zuverlässiger durchgeführt werden kann.
[0046] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Verfahren zum Verifizieren mehrmals durchgeführt
wird und eine Echtheit des Sicherheitsmerkmals nur festgestellt wird, wenn sämtliche
Verifizierungsentscheidungen das Sicherheitsmerkmal als echt beurteilen.
[0047] Ferner kann in einer Ausführungsform vorgesehen sein, dass das vorgegebene Eingangssignal
auf Grundlage eines anderen in, an oder auf dem Sicherheitsdokument ausgebildeten
Sicherheitsmerkmal bereitgestellt oder ausgewählt wird. Auf diese Weise ist es beispielsweise
möglich, dass vor einem Verifizieren gemäß des beschriebenen Verfahrens ein anderes
Sicherheitsmerkmal überprüft wird und auf Grundlage des Überprüfungsergebnisses des
anderen Sicherheitsmerkmals oder einer in dem anderen Sicherheitsmerkmal ausgebildeten
Information eine Auswahl des vorbestimmten Eingangssignals getroffen wird. Dies hat
den Vorteil, dass die Sicherheit des Sicherheitsmerkmals weiter erhöht werden kann,
indem eine Verschränkung und/oder Plausibilisierung des Sicherheitsmerkmals mit dem
anderen Sicherheitsmerkmal stattfindet. Ferner kann auch vorgesehen sein, dass auf
Grundlage des anderen in, an oder auf dem Sicherheitsdokument ausgebildeten Sicherheitsmerkmals
eine charakteristische Funktion für das Transformieren ausgewählt wird.
[0048] Teile der Vorrichtung können auch einzeln oder zusammengefasst als eine Kombination
von Hardware und Software ausgebildet sein, beispielsweise als Programmcode, der auf
einem Mikrocontroller oder Mikroprozessor ausgeführt wird.
[0049] Allgemein bleibt festzustellen, dass eine Herausforderung bei der Analyse von Lumineszenzsignalen
darin besteht, dass einerseits für eine ausreichende Leistung der Lumineszenzsignale
eine harmonische oder wiederholt gepulste Anregung sehr vorteilhaft sind, andererseits
die Impuls-, Sprung-, oder Sinuskuppenantwort zeitlich deutlich länger dauert als
ein Anregungszyklus. Somit entsteht im Lumineszenzsignal in der Sprache der Nachrichtentechnik
eine sogenannte Intersymbolinterferenz, die das Lumineszenzsignal deutlich unterschiedlich
zu einer Impulsantwort eines Symbols aussehen lässt. Die charakteristische tatsächliche
Entropie des Pigments, insbesondere bei Vergleichsmessungen und Vergleichen mit anderen
Pigmenten oder der Literatur muss aber wieder auf eine Standardantwort oder Standardreaktion
auf eine Anregung zurückzuführen sein, wie die Impuls- oder Sprungantwort oder Sinuskuppenantwort.
Ausgehend von dieser Überlegung wurde die hier beschriebene Lösung aufgefunden.
[0050] Nachfolgend wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele unter Bezugnahme
auf die Figuren näher erläutert. Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der Vorrichtung zum Verifizieren
eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals in einem Wert- oder Sicherheitsdokument;
- Fig. 2
- eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform der Vorrichtung zum Verifizieren
eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals in einem Wert- oder Sicherheitsdokument
unter Verwendung einer Anpassungsfunktion;
- Fig. 3
- ein schematisches Ablaufdiagramm einer Ausführungsform des Verfahrens zum Verifizieren
eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals in einem Wert- oder Sicherheitsdokument;
- Fig. 4
- ein schematisches Übersichtsdiagramm einer Kalibrierungsmessung;
- Fig. 5
- ein schematisches Übersichtsdiagramm einer Ausführungsform des Verfahrens zum Verifizieren
eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals in einem Wert- oder Sicherheitsdokument.
[0051] In Fig. 1 ist eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der Vorrichtung
1 zum Verifizieren eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals 2 in einem Wert-
oder Sicherheitsdokument 3 gezeigt. Die Vorrichtung 1 umfasst eine Anregungseinrichtung
4, eine Erfassungseinrichtung 5 und eine Auswerteeinrichtung 6.
[0052] Das Wert- oder Sicherheitsdokument 3 ist zwischen zwei Elektroden 7 der Anregungseinrichtung
4 positioniert. Das sich auf dem Wert- oder Sicherheitsdokument 3 befindende elektrolumineszierende
Sicherheitsmerkmal 2 wird mittels eines elektrischen Feldes durch ein vorgegebenes
Eingangssignal 8 zur Lumineszenz 9 angeregt. Das vorgegebene Eingangssignal 8 wird
beispielsweise von einer Modulationseinrichtung 10 an den Elektroden 7 bereitgestellt.
[0053] Die von dem angeregten elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmal 2 emittierte Lumineszenz
9 wird von der Erfassungseinrichtung 5 erfasst. Die Erfassungseinrichtung 5 kann beispielsweise
ein Spektrometer mit einer nachgeschalteten CCD-Zeile sein, welche ein zeitaufgelöstes
Erfassen für einen entsprechenden Teil des elektromagnetischen Spektrums erlaubt.
Ebenfalls möglich ist es, die Lumineszenz mittels einer Photodiode zeitaufgelöst zu
erfassen. Die Erfassungseinrichtung 5 leitet aus der erfassten Lumineszenz ein Ausgangssignal
11 ab und leitet dieses an die Auswerteeinrichtung 6 weiter. Ferner kann auch ein
anderer zeitaufgelöst messender Detektor verwendet werden.
[0054] Insbesondere kann nach dem Erfassen eine Analog-Digital-Wandlung vorgesehen sein,
so dass das Ausgangssignal in digitaler Form bereitgestellt werden kann, beispielsweise
als Datenstrom oder Datensatz.
[0055] Die Auswerteeinrichtung 6 transformiert das Ausgangssignal 11 in einem Transformationsmodul
13 mittels einer charakteristischen Funktion 12. Eine solche Transformation kann insbesondere
eine Entfaltung des Ausgangssignals 11 mit der charakteristischen Funktion 12 sein.
[0056] Das transformierte Ausgangssignal 14 wird an ein Demodulatormodul 15 weitergeleitet
und dort demoduliert. Hierbei wird eine Eingangssignalinformation 16 des Eingangssignals
8 berücksichtigt. Eine solche Eingangssignalinformation ist beispielsweise eine Symbolform
von Symbolen, welche zur Erzeugung des Eingangssignals 8 verwendet werden. Die Demodulation
kann beispielsweise unter Verwendung eines Optimalfilters (Matched filter), welcher
auf die Symbolform abgestimmt ist, durchgeführt werden.
[0057] Anschließend wird in einem Verifizierungsmodul 17 eine Verifikationsentscheidung
18 abgeleitet, welche dann ausgegeben wird. Die Verifikationsentscheidung kann beispielsweise
anhand eines vorgegebenen Signal-zu-Rausch-Verhältnisses getroffen werden. Überschreitet
das Signal-zu-Rausch-Verhältnis einen bestimmten Schwellwert, so wird das Sicherheitsmerkmal
2 für echt befunden, ist der Schwellwert hingegen nicht überschritten, so wird das
Sicherheitsmerkmal 2 für nicht echt befunden.
[0058] Es kann vorgesehen sein, dass vor einer Überprüfung des Wert- oder Sicherheitsdokuments
3 eine charakteristische Funktion 12 zu einem Sicherheitsmerkmal 2 ausgewählt werden
muss. Hierbei ist es sowohl möglich, dass die Auswahl manuell durch einen Bediener
getroffen wird, als auch, dass die Auswahl automatisch anhand anderer Kriterien getroffen
wird, beispielsweise weil der Typ des Wert- oder Sicherheitsdokuments 3 bekannt ist
und zu diesem Typ eine korrespondierende charakteristische Funktion 12 gehört. Andererseits
ist es auch möglich, nacheinander mehrere unterschiedliche charakteristische Funktionen
12 beim Verifizieren des Sicherheitsmerkmals 2 zu verwenden. So lassen sich sowohl
ein Typ von Sicherheitsmerkmal 2 bzw. ein Typ von Wert- oder Sicherheitsdokument 3,
beispielsweise Banknoten unterschiedlicher Denomination, identifizieren als auch deren
Echtheit feststellen.
[0059] Mit einem Signal, in dem die Verifikationsentscheidung kodiert ist, können andere
Einrichtungen, z.B. eine Sortiermaschine oder Zugangssperren, wie Schlösser, Schranken,
Sicherheitsschleusen etc., angesteuert werden.
[0060] In Fig. 2 ist eine weitere Ausführungsform der Vorrichtung 1 gezeigt. Die Vorrichtung
1 entspricht dabei der in der Fig. 1 gezeigten Vorrichtung 1, wobei gleiche Bezugszeichen
auch gleiche Merkmale bezeichnen. Zusätzlich weist die Auswerteeinrichtung 6 in dieser
Ausführungsform ein Entfaltungsmodul 20 auf, welches das transformierte Ausgangssignal
14 mittels einer Anpassungsfunktion 21 entfaltet. Diese Anpassungsfunktion 21 kann
beispielsweise aus messbaren oder bestimmbaren Parametern 22 von einer Schätzeinrichtung
23 geschätzt und bereitgestellt werden. Die Anpassungsfunktion 21 bildet hierbei die
konkreten Bedingungen ab, unter denen die Lumineszenz angeregt und erfasst wird. Diese
Bedingungen können von Messung zu Messung unterschiedlich sein und können sowohl von
einem aktuellen Zustand (z.B. Temperatur, Vibration etc.) der Vorrichtung 1 als auch
von einer Varianz in der Bedienung durch unterschiedliche oder denselben Bediener
abhängen. Nach dem Entfalten mittels der Anpassungsfunktion 21 wird das entfaltete
transformierte Ausgangssignal 24 an das Demodulationsmodul 15 weitergeleitet und,
wie bereits oben (siehe Fig. 1) beschrieben, ausgewertet.
[0061] In Fig. 3 ist ein schematisches Ablaufdiagramm einer Ausführungsform des Verfahrens
zum Verifizieren eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals in einem Wert-
oder Sicherheitsdokument gezeigt. Das Verfahren wird beispielsweise von einem Bediener,
einer automatischen Einrichtung oder einem bereitgestellten Startsignal gestartet.
Nach dem Start 100 des Verfahrens wird das Wert- oder Sicherheitsdokument mit dem
elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmal zwischen die Elektroden der Vorrichtung
gelegt (siehe schematische Darstellung in Fig. 1).
[0062] In einem ersten Verfahrensschritt 101 wird das elektrolumineszierende Sicherheitsmerkmal
dann mittels eines elektrischen Feldes durch eine Anregungseinrichtung angeregt. Hierbei
wird das elektrische Feld durch ein vorgegebenes Eingangssignal moduliert. Durch die
Anregung wird das elektrolumineszierende Sicherheitsmerkmal in einen angeregten Zustand
versetzt. Beim Relaxieren aus diesem angeregten Zustand emittiert das elektrolumineszierende
Sicherheitsmerkmal elektromagnetische Strahlung (Lumineszenz).
[0063] Im nächsten Verfahrensschritt 102 wird die emittierte Lumineszenz zeitaufgelöst von
einer Erfassungseinrichtung erfasst. Die Erfassungseinrichtung kann beispielsweise
einen Photodetektor mit einem oder ohne einen davor geschalteten Monochromator aufweisen.
Ebenfalls kann auch eine Photodiode oder ein Charged Coupled Devide (CCD) als lichtempfindliches
Element verwendet werden. Die erfasste Lumineszenz wird anschließend in der Erfassungseinrichtung
in ein Ausgangssignal gewandelt 103. Insbesondere kann hierbei eine Analog/Digital-Wandlung
vorgesehen sein, so dass nach der Wandlung ein digitales Signal in Form eines Datenstromes
oder Datensatzes als Ausgangssignal zur Verfügung steht.
[0064] Bei einigen Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass das Ausgangssignal in einem
zusätzlichen Verfahrensschritt 104 gefiltert wird. Hier kann beispielsweise ein Tiefpass
oder ein Bandpass dafür sorgen, dass ein Rauschanteil reduziert wird oder nicht relevante
Frequenzbereiche entfernt werden, um beispielsweise zusätzlich einen numerischen Rechenaufwand
zu reduzieren. Das Filtern ist hierbei ferner sowohl vor wie auch nach einer A/D-Wandlung
möglich. Ein Filter ist dann entsprechend analog oder digital ausgebildet.
[0065] Das Ausgangssignal wird im Verfahrensschritt 105 mittels einer charakteristischen
Funktion transformiert. Die charakteristische Funktion ist insbesondere eine Inverse
der Übertragungsfunktion eines Referenzsicherheitsmerkmals, von dem bekannt ist, dass
es echt ist. Die Übertragungsfunktion bzw. die Inverse der Übertragungsfunktion ist
zuvor mittels einer Kalibrierungsmessung und numerischer Verfahren bestimmt worden.
[0066] Insbesondere kann vorgesehen sein, dass das Transformieren des Ausgangssignals numerisch
mittels entsprechender Rechenoperationen erfolgt, beispielsweise durch Ausführen eines
entsprechenden Programmcodes auf einem hierfür ausgebildeten Mikrocontroller oder
Mikroprozessor. Auch sämtliche nachfolgende Verfahrensschritte, bei denen das Ausgangssignal
weiterverarbeitet wird, können insbesondere numerisch durchgeführt werden.
[0067] In einigen Ausführungsformen des Verfahrens kann vorgesehen sein, dass das Transformieren
des Ausgangssignals ein Entfalten des Ausgangssignals bzw. des mit der charakteristischen
Funktion transformierten Ausgangssignals mit einer Anpassungsfunktion umfasst. Idealerweise
wird die Anpassungsfunktion hierbei aus messbaren Parametern der Vorrichtung bestimmt
bzw. berechnet. Diese messbaren Parameter können beispielsweise eine Temperatur, eine
elektrische Spannung zwischen den Elektroden der Anregungseinrichtung oder ein Abstand
der Elektroden der Anregungseinrichtung sein. Durch Entfaltung mit der Anpassungsfunktion
können äußere Einflüsse, welche durch die Messbedingungen an, in der Nähe von oder
in der Vorrichtung hervorgerufen werden, in dem Ausgangssignal beseitigt oder zumindest
vermindert werden.
[0068] Das transformierte Ausgangssignal wird im nächsten Verfahrensschritt 107 ausgewertet.
Insbesondere erfolgt dabei eine Demodulation. Hierbei wird auch eine Eingangssignalinformation
berücksichtigt. Eine solche Eingangssignalinformation kann beispielsweise eine bei
der Kodierung des Eingangssignals verwendete Symbolform sein. Das Auswerten kann zusätzlich
ein weiteres Filtern umfassen, beispielsweise mittels eines Optimalfilters (Matched
Filter), welches auf das Eingangssignal bzw. die in dem Eingangssignal verwendete
Symbolform abgestimmt ist.
[0069] Beim Auswerten können gängige Verfahren der Demodulation zum Einsatz kommen, beispielsweise
eine Kreuzkorrelation, "Integrate and Dump" oder "Sample and Hold" etc.
[0070] Beim "Integrate and Dump"-Filter wird ein diskretes Eingangssignal für eine bestimmte
Anzahl von Abtastwerten bzw. für ein vorgegebenes Zeitfenster für jeden Schritt kumulativ
aufsummiert ("Integrate"). Nach Ablauf der bestimmten Anzahl von Samples wird die
Summe wieder auf Null gesetzt ("Dump") und erneut mit dem kumulativen Aufsummieren
begonnen. Anschließend kann beispielsweise mittels einer Schwellwerterkennung die
in der Anregung kodierte Information zurückgewonnen werden.
[0071] In einem letzten Verfahrensschritt 108 wird aus dem demodulierten Ausgangssignal
eine Verifikationsentscheidung abgeleitet. Hierbei kann beispielsweise ein Signal-zu-Rausch-Verhältnis
bestimmt und ausgewertet werden, wobei das Signal-zu-Rauschverhältnis einen bestimmten
Schwellwert überschreiten muss, damit das zu verifizierende Sicherheitsmerkmal für
echt befunden wird.
[0072] Ferner kann das demodulierte Ausgangssignal mit dem Eingangssignal verglichen werden.
Hierbei können Korrelationen mit dem Eingangssignal oder einem Teil des Eingangssignals
durchgeführt werden, wobei das Korrelationsergebnis (Korrelationsfaktor) einen bestimmten
Schwellwert überschreiten muss, damit das Sicherheitsmerkmal für echt befunden wird.
[0073] Die abgeleitete Verifikationsentscheidung wird anschließend als analoges oder digitales
Signal ausgegeben, beispielsweise an einer hierfür ausgebildeten Schnittstelle oder
an einer hierfür ausgebildeten Anzeigeeinrichtung. Ein auf Grundlage der abgeleiteten
Verifikationsentscheidung erzeugtes Signal kann beispielsweise dazu verwendet werden,
eine weitere Einrichtung zu steuern, beispielsweise eine Sortiermaschine oder Zugangssperren,
wie Schlösser, Schranken, Sicherheitsschleusen etc.
[0074] Anschließend ist das Verfahren beendet 109.
[0075] In Weiterbildungen des Verfahrens kann darüber hinaus vorgesehen sein, dass die zu
verwendende charakteristische Funktion ausgewählt werden muss. Die Auswahl kann hierbei
sowohl manuell als auch automatisch erfolgen, beispielsweise auf Grundlage eines Typs
des Sicherheitsmerkmals bzw. des Wert- oder Sicherheitsdokuments. Je nach Typ des
Sicherheitsmerkmals wird dann eine zugehörige charakteristische Funktion verwendet.
Die verschiedenen charakteristischen Funktionen für unterschiedliche Sicherheitsmerkmale
können hierbei beispielsweise in einem Speicher hinterlegt sein und bei Bedarf aus
diesem abgerufen und bereitgestellt werden.
[0076] In Fig. 4 ist ein schematisches Übersichtsdiagramm einer Kalibrierungsmessung 40
gezeigt. Bei der Kalibrierungsmessung 40 wird ein Referenzsicherheitsmerkmal 42 mittels
eines bekannten Eingangssignals 41 angeregt. Von dem Referenzsicherheitsmerkmal 42
ist bekannt, dass es echt ist. Seine Übertragungsfunktion 43 ist hingegen nicht bekannt,
es wird jedoch angenommen, dass das elektrolumineszierende Pigment des Referenzsicherheitsmerkmals
42 sich als ein linear zeitinvariantes System (engl. linear time invariant, LTI) verhält
und beschreiben lässt. Somit wird die Übertragungsfunktion 43 des Referenzsicherheitsmerkmals
42 ebenfalls als linear angenommen.
[0077] Die von dem Referenzsicherheitsmerkmal 42 emittierte Lumineszenz wird erfasst und
in ein digitales Referenzausgangssignal 44 gewandelt.
[0078] Aus dem bekannten Eingangssignal 41 der Anregung und dem bekannten (gemessenen) Referenzausgangssignal
44 kann die Übertragungsfunktion 43 numerisch berechnet werden. Aus der berechneten
Übertragungsfunktion 43 kann anschließend die Inverse 45 der Übertragungsfunktion
43 berechnet werden, welche nachfolgend im Verfahren zum Verifizieren als charakteristische
Funktion 12 beim Transformieren verwendet wird. Das numerische Berechnen kann beispielsweise
mittels der Matlab-Funktion "fmincon()" (z.B. in Matlab
® Version 2016a, einer Software der Firma
The MathWorks, Inc. in Natick, Massachusetts, USA) durchgeführt werden. Die Berechnung der charakteristischen
Funktion 12 für das Referenzsicherheitsmerkmal 42 kann zusätzlich unter Berücksichtigung
einer Anpassungsfunktion 21 erfolgen, welche auf Grundlage von messbaren Parametern
der Vorrichtung und/oder der Umgebung der Vorrichtung geschätzt wird.
[0079] Fig. 5 zeigt ein schematisches Übersichtsdiagramm einer Ausführungsform des Verfahrens
zum Verifizieren 50 eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals 2 in einem Wert-
oder Sicherheitsdokument. Nach dem Anregen mit einem bekannten Eingangssignal 51 wird
die von dem elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmal 2 emittierte Lumineszenz erfasst
und in ein Ausgangssignal 54 gewandelt. Ferner wird auf Grundlage von messbaren Parametern
eine Anpassungsfunktion 21 für die Vorrichtung geschätzt.
[0080] Das Ausgangssignal 54 wird anschließend mit der in der Kalibrierung (siehe Fig. 4)
bestimmten charakteristischen Funktion 12 transformiert. Die Transformation kann beispielsweise
eine Entfaltung 25, 26 des Ausgangssignals 54 umfassen. Dabei wird das Ausgangssignal
54 beispielsweise mit der Übertragungsfunktion 43 des Referenzsicherheitsmerkmals
entfaltet. Ebenfalls kann das Transformieren zusätzlich eine Entfaltung 26 des Ausgangssignals
54 mit der geschätzten Anpassungsfunktion 21 umfassen.
[0081] Das transformierte Ausgangssignal wird anschließend ausgewertet. Dies kann insbesondere
eine Demodulation mit gängigen Verfahren umfassen, so dass ein demoduliertes Signal
55 zur weiteren Auswertung zur Verfügung steht. Dabei wird insbesondere auch eine
Eingangssignalinformation, beispielsweise eine Symbolform der zur Kodierung verwendeten
Symbole, berücksichtigt.
[0082] Aus dem demodulierten Signal 55 wird eine Verifikationsentscheidung 18 abgeleitet,
beispielsweise durch Auswerten eines Signal-zu-Rausch-Verhältnisses, eines Korrelationsfaktors
oder eines Wertes des demodulierten Signals zu einem bestimmten Zeitpunkt. Überschreiten
diese einen vorgegebenen Schwellwert, so ist das elektrolumineszierende Sicherheitsmerkmal
2 echt, wird der Schwellwert hingegen nicht überschritten, wird das elektrolumineszierende
Sicherheitsmerkmal 2 für nicht echt befunden.
Bezugszeichenliste
[0083]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- elektrolumineszierendes Sicherheitsmerkmal
- 3
- Wert- oder Sicherheitsdokument
- 4
- Anregungseinrichtung
- 5
- Erfassungseinrichtung
- 6
- Auswerteeinrichtung
- 7
- Elektrode
- 8
- Eingangssignal
- 9
- Lumineszenz
- 10
- Modulationseinrichtung
- 11
- Ausgangssignal
- 12
- charakteristische Funktion
- 13
- Transformationsmodul
- 14
- transformiertes Ausgangssignal
- 15
- Demodulatormodul
- 16
- Eingangssignalinformation
- 17
- Verifizierungsmodul
- 18
- Verifikationsentscheidung
- 20
- Entfaltungsmodul
- 21
- Anpassungsfunktion
- 22
- messbare Parameter
- 23
- Schätzeinrichtung
- 24
- entfaltetes transformiertes Ausgangssignal
- 25
- Entfaltung
- 26
- Entfaltung
- 40
- Kalibrierungsmessung
- 41
- bekanntes Eingangssignal
- 42
- Referenzsicherheitsmerkmal
- 43
- Übertragungsfunktion
- 44
- Referenzausgangssignal
- 45
- Inverse der Übertragungsfunktion
- 50
- Verifizieren
- 51
- bekanntes Eingangssignal
- 54
- bekanntes Ausgangssignal
- 55
- demoduliertes Signal
- 100-109
- Verfahrensschritte
1. Verfahren zum Verifizieren eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals (2) in
einem Wert- oder Sicherheitsdokument (3), umfassend die folgenden Schritte:
Anregen des elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals (2) durch ein vorgegebenes
Eingangssignal (8) mittels eines elektrischen Feldes durch eine Anregungseinrichtung
(4), wobei das Eingangssignal (8) sich aus einer Folge von Symbolen zusammensetzt,
Erfassen einer von dem elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmal (2) emittierten
Lumineszenz (9) und
Wandeln der erfassten Lumineszenz (9) in ein Ausgangssignal (11) durch eine Erfassungseinrichtung
(5),
Transformieren des Ausgangssignals (11) mittels einer bereitgestellten charakteristischen
Funktion (12) durch eine Auswerteeinrichtung (6), wobei die charakteristische Funktion
das Verhalten eines elektrolumineszierenden Referenzenzpigments für das zu verifizierende
elektrolumineszierende Sicherheitsmerkmal nach oder während einer bestimmten Anregung
beschreibt, Auswerten des transformierten Ausgangssignals (14) unter Berücksichtigung
zumindest einer Eingangssignalinformation (16) des Eingangssignals (8) zum Ableiten
einer Verifikationsentscheidung (18) durch die Auswerteeinrichtung (6), Ausgeben der
Verifikationsentscheidung (18) durch die Auswerteeinrichtung (6), wobei die zumindest
eine Eingangssignalinformation eine Information über eine bei einer Kodierung des
Eingangssignals verwendete Symbolform ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beim Auswerten zum Ableiten der Verifikationsentscheidung (18) in der Auswerteeinrichtung
(6) eine Korrelation des transformierten Ausgangssignals (14) mit zumindest einem
Teil des Eingangssignals (8) durchgeführt wird, wobei das elektrolumineszierende Sicherheitsmerkmal
(2) für echt befunden wird, wenn eine Korrelationsfunktion zu einem vorgegebenen Zeitpunkt
oder in einem vorgegebenen Zeitbereich einen vorgegebenen Schwellwert erreicht oder
überschreitet.
3. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die charakteristische Funktion (12) mittels einer Kalibrierungsmessung (40) bestimmt
wird, wobei ein elektrolumineszierendes Referenzsicherheitsmerkmal (42) angeregt wird
und dessen Lumineszenz als Referenzausgangssignal (44) erfasst und auswertet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die charakteristische Funktion (12) die Inverse (45) einer Übertragungsfunktion (43)
des elektrolumineszierenden Referenzsicherheitsmerkmals (42) ist, wobei der elektrolumineszierende
Effekt des Sicherheitsmerkmals und des Referenzsicherheitsmerkmals (42) als lineares
zeitinvariantes System aufgefasst wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Inverse (45) der Übertragungsfunktion (43) mittels numerischer Verfahren berechnet
wird.
6. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Transformieren des Ausgangssignals (11) eine Entfaltung mit einer Anpassungsfunktion
(21) umfasst.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Entfaltung mittels eines Kalman-Filters vorgenommen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Anpassungsfunktion (21) auf Grundlage von messbaren Parametern (22) von einer
Schätzeinrichtung (23) geschätzt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folge sich zumindest teilweise aus mindestens einer Folge identischer Symbole
zusammensetzt.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Folge sich zumindest teilweise aus unterschiedlichen Symbolen zusammensetzt.
11. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgangssignal (11) vor und/oder nach dem Transformieren gefiltert wird.
12. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beim Auswerten in der Auswerteeinrichtung (6) eine Synchrondemodulation zur Wiedergewinnung
der Phase des Eingangssignals (8) durchgeführt wird.
13. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine charakteristische Funktionen (12) bereitgestellt wird, wobei die
zum Transformieren verwendete charakteristische Funktion (12) durch einen Benutzer
oder auf Grundlage vorgegebener Kriterien automatisch vor dem Verifizieren ausgewählt
wird.
14. Verfahren nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Transformieren ein Entfalten des Ausgangssignals (11) mit der bereitgestellten
charakteristischen Funktion (12) umfasst.
15. Vorrichtung zum Verifizieren eines elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals (2)
in einem Wert- oder Sicherheitsdokument (3), umfassend:
eine Anregungseinrichtung (4) zum Anregen des elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmals
(2) mittels eines elektrischen Feldes durch ein vorgegebenes Eingangssignal (8), wobei
das Eingangssignal (8) sich aus einer Folge von Symbolen zusammensetzt,
eine Erfassungseinrichtung (5), welche derartig ausgebildet ist, eine von dem elektrolumineszierenden
Sicherheitsmerkmal (2) emittierte Lumineszenz (9) zu erfassen und daraus ein Ausgangssignal
(11) zu bilden,
eine Auswerteeinrichtung (6), welche derartig ausgebildet ist, das Ausgangssignal
(11) mittels einer bereitgestellten charakteristischen Funktion (12) zu transformieren,
wobei die charakteristische Funktion das Verhalten eines elektrolumineszierenden Referenzenzpigments
für das zu verifizierende elektrolumineszierende Sicherheitsmerkmal nach oder während
einer bestimmten Anregung beschreibt, das transformierte Ausgangssignal (14) unter
Berücksichtigung zumindest einer Eingangssignalinformation (16) des Eingangssignals
(8) auszuwerten, daraus eine Verifikationsentscheidung (18) abzuleiten und die abgeleitete
Verifikationsentscheidung (18) auszugeben, wobei die zumindest Eingangssignalinformation
eine Information über eine bei einer Kodierung des Eingangssignals verwendete Symbolform
ist.
1. A method for verifying an electroluminescent security feature (2) in a valuable or
security document (3), comprising the following steps:
excitation of the electroluminescent security feature (2) by a predetermined input
signal (8) by means of an electric field by an excitation device (4), the input signal
(8) being composed of a sequence of symbols,
detection of a luminescence (9) emitted by the electroluminescent security feature
(2) and
conversion of the detected luminescence (9) into an output signal (11) by a detection
device (5), transformation of the output signal (11) by means of a characteristic
function (12) made available by an evaluation unit (6), the characteristic function
describing the behavior of an electroluminescent reference pigment for the electroluminescent
security feature that is to be verified after or during a certain excitation, evaluation
of the transformed output signal (14) in consideration of at least one input signal
information item (16) of the input signal (8) for derivation by the evaluation unit
(6) of a verification decision (18), outputting of the verification decision (18)
by the evaluation unit (6), the at least one input signal information item being information
about a symbol shape used in encoding the input signal.
2. The method as set forth in claim 1, characterized in that, during the evaluation for deriving the verification decision (18) in the evaluation
unit (6), a correlation of the transformed output signal (14) with at least a portion
of the input signal (8) is carried out, the electroluminescent security feature (2)
being found to be genuine if a correlation function reaches or exceeds a specified
threshold value at a specified point in time or in a specified time range.
3. The method as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the characteristic function (12) is determined by means of a calibration measurement
(40), an electroluminescent reference security feature (42) being excited and its
luminescence being detected and evaluated as a reference output signal (44).
4. The method as set forth in claim 3, characterized in that the characteristic function (12) is the inverse (45) of a transfer function (43)
of the electroluminescent reference security feature (42), the electroluminescent
effect of the security feature and the reference security feature (42) being understood
as a linear time-invariant system.
5. The method as set forth in claim 4, characterized in that the inverse (45) of the transfer function (43) is calculated by means of numerical
methods.
6. The method as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the transformation of the output signal (11) comprises a deconvolution with an adaptation
function (21).
7. The method as set forth in claim 6, characterized in that the deconvolution is performed by means of a Kalman filter.
8. The method as set forth in claim 6 or 7, characterized in that the adaptation function (21) is estimated on the basis of measurable parameters (22)
by an estimation device (23).
9. The method as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the sequence is at least partially composed of at least one sequence of identical
symbols.
10. The method as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the sequence is at least partially composed of different symbols.
11. The method as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the output signal (11) is filtered before and/or after the transformation.
12. The method as set forth in one of the preceding claims, characterized in that, during the evaluation, a synchronous demodulation is carried out in the evaluation
unit (6) in order to recover the phase of the input signal (8).
13. The method as set forth in one of the preceding claims, characterized in that at least one characteristic function (12) is made available, the characteristic function
(12) that is used for transformation being selected by a user or automatically on
the basis of predetermined criteria prior to verification.
14. The method as set forth in one of the preceding claims, characterized in that the transformation comprises a deconvolution of the output signal (11) with the provided
characteristic function (12).
15. A device for verifying an electroluminescent security feature (2) in a valuable or
security document (3), comprising:
an excitation device (4) for exciting the electroluminescent security feature (2)
by means of an electric field by a predetermined input signal (8), the input signal
(8) being composed of a sequence of symbols,
a detection device (5) which is designed to detect a luminescence (9) emitted by the
electroluminescent security feature (2) and to form an output signal (11) therefrom,
an evaluation unit (6) which is designed to transform the output signal (11) by means
of a characteristic function (12) that is made available, the characteristic function
describing the behavior of an electroluminescent reference pigment for the electroluminescent
security feature that is to be verified after or during a specific excitation, to
evaluate the formed output signal (14) in consideration of at least one input signal
information item (16) of the input signal (8), to derive a verification decision (18)
therefrom and output the derived verification decision (18), the at least one input
signal information item being information about a symbol shape used during encoding
of the input signal.
1. Procédé de vérification d'un attribut de sécurité électroluminescent (2) dans un document
de valeur ou de sécurité (3), ledit procédé comprenant les étapes suivantes :
exciter l'attribut de sécurité électroluminescent (2) par le biais d'un signal d'entrée
spécifié (8) au moyen d'un champ électrique à l'aide d'un moyen d'excitation (4),
le signal d'entrée (8) se composant d'une séquence de symboles,
détecter une luminescence (9) émise par l'attribut de sécurité électroluminescent
(2) et
convertir la luminescence détectée (9) en un signal de sortie (11) par le biais d'un
moyen de détection (5),
transformer le signal de sortie (11) au moyen d'une fonction caractéristique fournie
(12) par le biais d'un moyen d'évaluation (6), la fonction caractéristique décrivant
le comportement d'un pigment de référence électroluminescent pour l'attribut de sécurité
électroluminescent à vérifier après ou pendant une excitation déterminée,
évaluer le signal de sortie transformé (14) avec prise en compte d'au moins une information
(16) du signal d'entrée (8) pour déduire une décision de vérification (18) par le
biais du moyen d'évaluation (6), délivrer la décision de vérification (18) par le
biais du moyen d'évaluation (6), l'au moins un élément d'information de signal d'entrée
étant une information concernant une forme de symbole utilisée dans le codage du signal
d'entrée.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une corrélation du signal de sortie transformé (14) avec au moins une partie du signal
d'entrée (8) est effectuée lors de l'évaluation pour déduire la décision de vérification
(18) dans le moyen d'évaluation (6), l'attribut de sécurité électroluminescent (2)
s'avérant authentique si une fonction de corrélation atteint ou dépasse une valeur
seuil spécifiée à un instant spécifié ou dans une plage de temps spécifiée.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la fonction caractéristique (12) est déterminée au moyen d'une mesure d'étalonnage
(40), un attribut de sécurité de référence électroluminescent (42) étant excité et
sa luminescence étant détectée et évaluée comme signal de sortie de référence (44).
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que la fonction caractéristique (12) est l'inverse (45) d'une fonction de transfert (43)
de l'attribut de sécurité de référence électroluminescent (42), l'effet électroluminescent
de l'attribut de sécurité et de l'attribut de sécurité de référence (42) étant compris
comme un système linéaire temporellement invariant.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que l'inverse (45) de la fonction de transfert (43) est calculé au moyen de procédés
numériques.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la transformation du signal de sortie (11) comprend une déconvolution avec une fonction
d'adaptation (21).
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce que la déconvolution est réalisée au moyen d'un filtre de Kalman.
8. Procédé selon la revendication 6 ou 7, caractérisé en ce que la fonction d'adaptation (21) est estimée par un moyen d'estimation (23) à partir
de paramètres mesurables (22).
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la séquence se compose au moins partiellement d'au moins une séquence de symboles
identiques.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la séquence se compose au moins partiellement de symboles différents.
11. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le signal de sortie (11) est filtré avant et/ou après la transformation.
12. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, lors de l'évaluation dans le moyen d'évaluation (6), une démodulation synchrone
est effectuée pour récupérer la phase du signal d'entrée (8).
13. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'au moins une fonction caractéristique (12) est fournie, la fonction caractéristique
(12) utilisée pour la transformation étant sélectionnée avant la vérification par
un utilisateur ou automatiquement sur la base de critères spécifiés.
14. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la transformation comprend une déconvolution du signal de sortie (11) avec la fonction
caractéristique fournie (12).
15. Dispositif de vérification d'un attribut de sécurité électroluminescent (2) dans un
document de valeur ou de sécurité (3), ledit dispositif comprenant :
un moyen d'excitation (4) destiné à exciter l'attribut de sécurité électroluminescent
(2) au moyen d'un champ électrique par le biais d'un signal d'entrée spécifié (8),
le signal d'entrée (8) se composant d'une séquence de symboles,
un moyen de détection (5) qui est conçu de manière à détecter une luminescence (9)
émise par l'attribut de sécurité électroluminescent (2) et, à partir de celle-ci,
former un signal de sortie (11),
un moyen d'évaluation (6) qui est conçu de manière à transformer le signal de sortie
(11) au moyen d'une fonction caractéristique fournie (12), la fonction caractéristique
décrivant le comportement d'un pigment de référence électroluminescent pour l'attribut
de sécurité électroluminescent à vérifier après ou pendant une excitation déterminée,
évaluer le signal de sortie transformé (14) avec prise en compte d'au moins une information
(16) du signal d'entrée (8), déduire à partir de celle-ci une décision de vérification
(18) et délivrer la décision de vérification déduite (18), l'au moins une information
de signal d'entrée étant une information concernant une forme de symbole utilisée
dans le codage du signal d'entrée.