[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Personenlift gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1, der erfindungsgemäß als beweglicher manuell angetriebener Personenlift ausgestaltet
ist.
[0002] Bewegliche Personenlifte sind weit verbreitet, u.a. in der Gebäudereinigung, im Bauwesen,
in der Veranstaltungstechnik. Sie dienen dazu, einzelne Personen oder maximal sehr
kleine Gruppen von zwei bis drei Personen für Überkopfarbeiten auf ein Niveau von
höchstens einigen Metern über Bodenniveau senkrecht nach oben zu befördern. Neben
den senkrecht befördernden Personenliften gibt es auch solche, die nach der Art eines
Kranes einen Personenkorb an einem meist teleskopartig ausfahrbaren Arm anheben und
schwenken können. Diese kranartigen Personenlifte sollen jedoch hier außer Betracht
bleiben.
[0003] Für die senkrechte Beförderung der Person oder Personen, die sich auf einer Plattform
mit umlaufender Absturzsicherung wie bspw. eine Reling befinden, ist die Plattform
meist an einem Teleskopmast befestigt und die einzelnen Segmente des Teleskopmastes
werden über Seilzüge, Zahnstangen oder andere geeignete Kraftübertragungssysteme relativ
zueinander bewegt, so dass sich schlussendlich eine Vertikalbewegung der Plattform
ergibt. Für die Bewegung der Mastsegmente und der Plattform gibt es verschiedene Antriebskonzepte.
Es kommen hier sowohl hydraulische als auch elektromotorisch betriebene Aggregate
zum Einsatz.
[0004] Wird auf einen motorischen Antrieb verzichtet, kann die Plattform aber auch manuell
und somit allein mit Muskelkraft der bedienenden Person bewegt werden. Durch die Masse
der aufgrund von Stabilitäts- und Sicherheitsanforderungen recht massiven Konstruktion
des Teleskopmastes, der Plattform und selbstverständlich der zu befördernden Person(en)
selbst geht dies teils mit erheblichem Kraftaufwand einher. Je höher die Traglast
und die maximale Hubhöhe, umso größer wird der hierfür benötigte Kraftaufwand.
[0005] Deshalb sind bereits verschiedene Konstruktionen bekannt geworden, die mittels Federn
oder ähnlichen Vorrichtungen die Aufwärtsbewegung der Plattform unterstützen sollen.
[0006] Eine solche manuell betriebene Vorrichtung wird in der
WO2012/024378 A1 beschrieben. Dort erfolgt die Kraftübertragung von der manuellen Betätigungsvorrichtung
über eine Gewindestange mit Trapezgewinde auf Stirnzahnräder, welche wiederum auf
die Segmente des Mastes wirken. Der manuelle Kraftaufwand soll durch die Verwendung
von Gasdruckfedern verringert werden. Nachteilig hierbei ist, dass es bei derartigen
Systemen verschiedentlich im Allgemeinen im Lauf der Zeit zu Ausfällen gekommen ist,
insbesondere nach längerer Nutzungsdauer.
[0007] Deshalb besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, einen Personenlift
gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 zu schaffen, mit dem durch eine die Muskelkraft
der Bedienperson unterstützende Vorrichtung eine leichte Bedienung des manuell betriebenen
Liftes möglich ist, der Personenlift jedoch über lange Zeit störungssicher und ohne
Sicherheitsbedenken überall schnell und unkompliziert eingesetzt werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen
ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0009] Dies wird erfindungsgemäß durch den Einsatz eines Federspeichers, eines so genannten
Balancers, erreicht. Diese besonderen Federspeicher zeichnen sich durch ein auf eine
konisch geformte mehrgängige Wickelrolle aufgewickeltes Stahlseil aus, wobei sich
der für das sich abwickelnde Stahlseil wirksame Durchmesser mit jeder Windung der
Abwicklung vergrößert, und zwar derart, dass der zunehmende Durchmesser (und damit
der wirksame Hebelarm) die zunehmende Kraft der in dem Federspeicher wirkenden Spiralfeder
kompensiert. Hierdurch wird eine annähernd konstante Zugkraft über die gesamte abwickelbare
Länge des sich abwickelnden Stahlseiles möglich.
[0010] Erfindungsgemäß ist dieser Federspeicher, also der Balancer im Rahmen (der neben
Stützen und den Rädern des Fahrwerks auch das untere Mastsegment des Teleskopmastes
trägt) des beweglichen Personenliftes aufgehängt und das Zugseil des Balancers wird
über eine Umlenkrolle zum Teleskopmast geführt. Das Ende des Balancerzugseiles ist
nach Art eines Flaschenzuges über zwei weitere Umlenkrollen am oberen (beweglichen)
Mastsegment angeschlagen, wodurch sich eine Halbierung des möglichen Hubweges, jedoch
auch eine Verdopplung der Hubkraft ergibt.
[0011] Überraschend ergibt sich durch den Einsatz eines Balancers, im Gegensatz zu Systemen
mit herkömmlichen Federelementen, ein annähernd ideales lineares Verhalten der die
Muskelkraft des Bedieners unterstützenden Kraft, unabhängig von der Höhe des Arbeitsplattform.
Die Unterstützung ist also gleichbleibend über die gesamte Förderhöhe, während bei
Federelementen gemäß dem Stand der Technik die Federkraft bei zunehmender Kompression
(im Falle einer Gasdruckfeder) oder zunehmendem Zug bzw. Druck (im Falle einer Spiralfeder)
ansteigt.
[0012] Vorteilhaft sind darüber hinaus, bedingt durch die vergleichsweise einfache mechanische
Konstruktion, eine ausgezeichnete Langlebigkeit und Störungsfreiheit und im Vergleich
mit Gasdruckfedern, deren Dichtungen verschleißanfällig sind und die bei extremen
Temperaturen gerne versagen, zusätzlich ein uneingeschränkter Betrieb auch in Bereichen
mit großen Temperaturunterschieden sowie überdies auch ohne jegliche Sicherheitsbedenken,
d.h. auch in sensiblen Arbeitsbereichen.
[0013] Die Handbetätigungsvorrichtung, also die Kurbel, ist erfindungsgemäß ortsfest in
der Liftplattform angeordnet, so dass sie durch die Person bedient werden kann, die
mit der Plattform vertikal bewegt werden soll. Über ein Stirnradgetriebe wird die
Drehung der Kurbel auf eine vertikal angeordnete Teleskopstange übertragen, die an
ihrem unteren Ende ein Untersetzungsgetriebe antreibt. Erfindungsgemäß ist dieses
Untersetzungsgetriebe am oberen Mastsegment angeordnet und als Schneckengetriebe ausgebildet,
welches neben der starken Untersetzung der Drehung der Teleskopstange bei ausreichend
geringer Steigung der Schnecke auch eine Selbsthemmung des Getriebes ermöglicht. Dies
ist wichtig, falls das Balancerseil reißt. Ein unkontrolliertes Hinabfahren der Plattform
wird somit verhindert.
[0014] In vorteilhafter Ausgestaltung hat die Handbetätigungsvorrichtung eine Kurbel mit
einer lösbaren und/oder einrastenden Steckverbindung, z.B. mit einem Vierkant- oder
Sechskantanschluß. Die Kurbel kann abgesteckt und durch einen motorischen Antrieb
wie eine Akkuschrauber ersetzt werden.
[0015] Durch Einschalten des Akkuschraubers, den der Handwerker häufig ohnehin mit sich
führt, läßt sich die Liftplattform dann mühelos aufwärtsbewegen, aber bei Bedarf auch
abwärts.
[0016] Besonders günstig ist es, wenn der Balancer in dem Raum zwischen den Rollen oder
etwas oberhalb dieser abgeordnet ist. Hierdurch wird die Standfestigkeit des Personenlifts,
in Hinblick auf das vergleichsweise hohe Gewicht des Balancers verbessert. Leichtere
Elemente können ohne weiteres auch oberhalb dieses Raumes angeordent werden.
[0017] Während das obere (bewegliche) Mastsegment in dem unteren fest am Rahmen des erfindungsgemäßen
Personenliftes angeordneten Mastsegment geführt ist, ist die Liftplattform mit dem
Korb für die Aufnahme der zu befördernden Person(en) wiederum in einem Profil des
oberen Mastsegmentes geführt und somit über entsprechende Rollen dort beweglich gelagert.
[0018] Für die Relativbewegung des oberen bzw. äußeren Mastsegmentes in Bezug auf das untere
bzw. innere Mastsegment sowie der Liftplattform relativ zum oberen Mastsegment ist
ein Zugband bzw. Zahnriemen vorgesehen, welches bzw. welcher über zwei am oberen Mastsegment
in festem Abstand zueinander angeordnete Zahnriemenscheiben läuft. Der Antrieb des
Zugbandes erfolgt über ein entsprechendes Zugbandzahnrad (Zahnriemenscheibe) und über
den Abtrieb des weiter vorn beschriebenen Schneckengetriebes, wobei ein erstes Trum
des Zugbandes mit dem unteren bzw. äußeren Mastsegment verbunden ist. Das gegenüberliegende
und dementsprechend gegenläufige zweite Trum des Zugbandes ist mit der Liftplattform
verbunden, welche über die oben beschriebene Führung entlang des beweglichen oberen
bzw. inneren Mastsegmentes läuft, so dass eine Bewegung des Zugbandes, welche über
die Kurbel, die Teleskopstange und das Schneckengetriebe erfolgt, ein Herausfahren
des oberen bzw. innerern Mastsegmentes aus dem unteren bzw. äußeren Mastsegment sowie
eine am oberen Mastsegment nach oben fahrende Liftplattform bewirkt.
[0019] In vorteilhafter Ausgestaltung beträgt der maximale Hubweg jedes Trums des Zugbandes
zwischen den beiden Umlenkrollen maximal 850mm. Dadurch, dass das eine (fest am unteren
bzw. äußeren Mastsegment angeschlagene) Trum sowie auch das gegenläufige (mit der
Liftplattform verbundene) Trum jeweils synchron maximal 850mm Hubweg zurücklegen können,
ergibt sich eine Gesamthubhöhe der Plattform relativ zum Rahmen bzw. Fahrwerk und
somit zum unteren Mastsegment von insgesamt 1.700mm.
[0020] In vorteilhafter Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass das Getriebe eine Reibungsvorrichtung
aufweist, die bei der Bewegung der Liftplattform nach oben und/oder nach unten mindestens
einen Teil des Gewichts der Liftplattform durch Reibung kompensiert.
[0021] Weiter ist es als vorteilhaft anzusehen,dass das Getriebe ein Untersetzungsgetriebe,
insbesondere ein Schneckengetriebe, ist.
[0022] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass der Balancer
und/oder das Zugelement und/oder das Getriebe ein Schutzelement, insbesondere eine
Fliehkraftbremse, aufweist.
[0023] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist es auch vorgesehen, dass die Handbetätigungsvorrichtung
eine Kurbel mit im Wesentlichen horizontaler Drehachse und ein Umlenkgetriebe aufweist,
dessen Abtriebsrad eine vertikale Achse aufweist und an eine Stange angeschlossen
ist, die auf das Schneckengetriebe wirkt.
[0024] Weiter vorteilhaft ist es, dass die Stange eine Teleskopstange ist.
[0025] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist es ebenfalls vorgesehen, dass das Schneckengetriebe
abtriebsseitig auf ein Zugband als Teil der Hebevorrichtung wirkt.
[0026] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass das Zugband
um oder über eine Umlenkrolle geführt ist, die oben an dem Gestell gelagert ist und
dass ein Trum des Zugbands an das Schneckengetriebe angeschlossen ist, insbesondere
dort aufgewickelbar ist, und das andere Trum des Zugband an der Liftplattform befestigt
ist.
[0027] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist es auch vorgesehen, dass sie die Hebevorrichtung
mindestens zwei Zugelemente, insbesondere zwei Zugbänder, aufweist, von denen jedes
mindestens so belastbar ist, wie es dem Gewicht der Liftplattform und der maximal
zugelassenen Anzahl von Passagieren entspricht. Weiter vorteilhaft ist es, dass der
Balancer ein über mindestens eine Umlenkrolle geführtes Zugseil aufweist, das kontinuierlich
durch den Balancer unter einer Zugkraft von mehr als 1000 Newton steht und das auf
die Liftplattform nach oben ziehend wirkt.
[0028] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist es ebenfalls vorgesehen, dass das Zugseil
des Balancers über eine separate Umlenkrolle oben an dem Gestell umgelenkt ist.
[0029] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung ist es zudem vorgesehen, dass das Zugseil
des Balancers über eine zusätzliche Umlenkrolle nach der Art eines Flaschenzuges geführt
ist, wodurch der daraus resultierende Hubweg halbiert, die durch den Balancer zur
Verfügung gestellte Kraft jedoch verdoppelt wird.
[0030] Weiter vorteilhaft ist es, dass das Zugseil des Balancers in dem Balancer über eine
mehrgängige, konische Wickelrolle aufgewickelt ist.
[0031] In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist es auch vorgesehen, dass der Balancer an
dem Gestell an der der Hebevorrichtung gegenüberliegenden Seite befestigt ist und
auf sein Zugseil horizontal eine Zugkraft ausübt.
[0032] Weitere Vorteile, Einzelheiten und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Zeichnungen.
[0033] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Abbildung des erfindungsgemäßen Personenliftes,
- Fig. 2
- der Personenlift gemäß Fig. 1, mit eingefahrenem Teleskopmast,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht des Personenliftes gemäß Fig. 1,
- Fig. 4
- eine Detaildarstellung des inneren Segmentes des Teleskopmastes,
- Fig. 5
- schematisch die Kraftübertragung von der Liftplattform zum Teles kopmast, und
- Fig. 6
- schematisch den Balancer und die Führung des Zugseils.
[0034] Fig. 1 zeigt den Personenlift 10 mit teilweise ausgefahrenem Teleskopmast 22. Zur
Verbesserung der Standsicherheit sind zwei der vier Räder 18 des Fahrwerks 20 seitlich
ausklappbar, so dass eine möglichst breite Aufstandfläche des Personenliftes 10 gewährleistet
ist. Am oberen Ende des Telekopmastes 22 ist eine Liftplattform 24 angebracht, welche
über eine Handbetätigungsvorrichtung 26, welche in diesem Fall als Kurbel ausgebildet
ist, vertikal bewegt werden kann.
[0035] Aus Fig. 2 ist der Personenlift 10 in Transportstellung mit eingefahrenem Teleskopmast
22 und eingeklappten Rädern 18 ersichtlich. In diesem Zustand ist der Personenlift
10 kompakt und leicht zu transportieren bzw. zu lagern.
[0036] In der Seitenansicht des Personenliftes 10, welcher in der Fig. 3 wieder mit ausgefahrenem
Teleskopmast zu sehen ist, ist das von der Kurbel 26 angetriebene Umlenkgetriebe 30
zu erkennen, welches auf eine Teleskopstange 32 wirkt. Über die Teleskopstange 30
erfolgt die Kraftübertragung über ein Schneckengetriebe 36, welches in Fig. 4 angedeutet
ist. Am Abtrieb des Schneckengetriebes 36 befinden sich zwei untere Zahnriemenscheiben
28, die auf einer gemeinsamen Welle angeordnet sind und auf zwei Zugbänder 38 wirken.
Diese Zugbänder 38 wie auch die zugehörigen Zahnriemenscheiben 28 sind aus Sicherheitsgründen
doppelt und somit redundant vorgesehen.
[0037] Im Fahrwerk 20 ist in Fig. 3 der dort aufgehängte Balancer 34 zu sehen, welcher über
ein Zugseil, das in Fig. 5 deutlicher erkennbar ist, auf die Liftplattform wirkt und
an dieser befestigt ist. Der Balancer 34 kompensiert durch Federkraft einen beträchtlichen
Teil der Kraft, die zum manuellen Anheben der Liftplattform durch die Bedienperson
aufgebracht werden müsste.
[0038] Fig. 4 zeigt das innere Segment 40 des Teleskopmastes. Am oberen Ende des inneren
Teleskopmastsegmentes 40 sind zwei obere Zahnriemenscheiben 42 angebracht, über die
die beiden Zugbänder 38 umgelenkt werden. Eine Befestigungsvorrichtung 42 für die
Liftplattform ist fest mit je einem Trum der beiden Zugbänder 38 verbunden, so dass
eine durch das Schneckengetriebe 36 auf die beiden unteren Zahnriemenscheiben 28 auf
die Zugbänder 38 übertragene Kraft ein Anheben der Liftplattform bewirkt.
[0039] Fig. 5 zeigt schematisch (nicht maßstabsgetreu), wie die Bewegung der Zugbänder 38
zum einen eine Aufwärtsbewegung (die mit dem Pfeil 50 angedeutet ist) der über die
Befestigung 42 mit dem Zugband verbundenen Liftplattform 24 bewirkt, zum anderen über
die diagonal gegenüber liegende feste Verbindung 48 der Zugbänder 38 mit dem äußeren
Segment 46 des Teleskopmastes zusätzlich eine Bewegung (angedeutet mit dem Pfeil 52)
des inneren Segmentes 40 gegenüber dem fest mit dem Fahrwerk 20 verbundenen äußeren
Segmentes 46 ergibt. Durch diese zusätzliche Bewegung ergibt sich eine Verdopplung
der Höhe der Aufwärtsbewegung der Liftplattform 24 relativ zum Fahrwerk 20. Dies ist
möglich, da die Bewegung der Zugbänder um die Höhe "H", die bspw. zwischen der untersten
Position der Befestigung 42 und der obersten Position der Befestigung 42 möglich ist,
sich in gleicher Weise auf die relative Bewegung von innerem Mastsegment 40 zu äußerem
Mastsegment 46 auswirkt. Dadurch ist durch eine Hubbewegung des inneren Mastsegegments
40 relativ zum äußeren Mastsegment 46 beispielsweise um 850mm (dies entspricht dem
Wert "H" aus Fig. 5) eine Gesamthubbewegung der Liftplattform relativ zum Boden bzw.
zum Fahrwerk 20 um 1.700mm möglich.
[0040] In Fig. 6 wird darüber hinaus schematisch gezeigt, wie der Balancer 34 über Umlenkrollen
52, 54 und 56 auf die Liftplattform 24 wirkt. Durch die doppelte Umlenkung des Zugseiles
50 wirkt der Balancer 34 nach der Art eines Flaschenzuges auf die Liftplattform 24,
wodurch eine Verdopplung der vom Balancer 34 bereitgestellten Federkraft erreicht
wird. Die untere Umlenkrolle 52 ist fest mit dem Fahrwerk 20 verbunden. Die obere
Umlenkrolle 54 ist fest mit dem äußeren Mastsegment 46 verbunden. Die mittlere Umlenkrolle
56, welche für die Wirkung als Flaschenzug nötig ist, ist mit dem inneren Mastsegment
40 verbunden, wobei das Ende des Zugseiles 50 fest an der Befestigung 48 angeschlagen
und damit fest mit dem äußeren Mastsegment 46 verbunden ist.
[0041] Durch die bei ausreichend geringer Steigung der Schnecke des Schneckengetriebes 36
vorhandene Selbsthemmung des Schneckengetriebes wird wirksam ein unkontrolliertes
Herabfahren der Lichtplattform 24 verhindert, sollte das Zugseil 52 des Balancers
34 reißen. Aus Sicherheitsgründen ist zusätzlich noch eine (hier nicht dargestellte)
Fliehkraftbremse vorgesehen.
[0042] Durch die konische Seilwickelrolle im Inneren des Balancers 34 wird eine gleichmäßig
auf das Zugseil wirkende Kraft bereitgestellt, unabhängig von der Auszugslänge des
Seiles, da der bei fortschreitender Abwicklung des Zugseiles 52 zunehmende Durchmesser
der konischen Wickelrolle zu ebenfalls stetig zunehmende Federkraft des Balancers
kompensiert.
1. Verfahrbarer Personenlift, mit einer Liftplattform (24), die an einem Gestell vertikal
beweglich geführt ist, mit einer Mehrzahl von Rollen, über welche der Personenlift
(10) verfahrbar ist und welche an dem Gestell gelagert sind, mit einer Handbetätigungsvorrichtung,
über welche die Vertikalbewegung der Liftplattform (24) nach oben und nach unten ausführbar
ist, wobei die Handbetätigungsvorrichtung über ein Getriebe auf eine Hebevorrichtung
wirkt, die insbesondere mindestens ein Zugband aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Balancer (34) an dem Gestell, insbesondere in dem Raum zwischen den Rollen oder
weniger als 20 cm über diesen, angebracht ist, welcher Balancer (34) ein Zugelement
aufweist, das die Hebevorrichtung unterstützt und das Gewicht der Liftplattform (24)
mindestens teilweise, einschließlich der zu befördernden Person(en) kompensiert.
2. Personenlift nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe eine Reibungsvorrichtung aufweist, die bei der Bewegung der Liftplattform
(24) nach oben und/oder nach unten mindestens einen Teil des Gewichts der Liftplattform
(24) durch Reibung kompensiert.
3. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Getriebe ein Untersetzungsgetriebe, insbesondere ein Schneckengetriebe (36),
ist.
4. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Balancer (34) und/oder das Zugelement und/oder das Getriebe ein Schutzelement,
insbesondere eine Fliehkraftbremse, aufweist.
5. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Handbetätigungsvorrichtung eine Kurbel (26) mit im Wesentlichen horizontaler
Drehachse und ein Umlenkgetriebe (30) aufweist, dessen Abtriebsrad eine vertikale
Achse aufweist und an eine Stange angeschlossen ist, die auf das Schneckengetriebe
(36) wirkt.
6. Personenlift nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Stange eine Teleskopstange (32) ist.
7. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Schneckengetriebe (36) abtriebsseitig auf ein Zugband als Teil der Hebevorrichtung
wirkt.
8. Personenlift nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugband um oder über eine Umlenkrolle geführt ist, die oben an dem Gestell gelagert
ist und dass ein Trum des Zugbands an das Schneckengetriebe (36) angeschlossen ist,
insbesondere dort aufgewickelbar ist, und das andere Trum des Zugband an der Liftplattform
(24) befestigt ist.
9. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie die Hebevorrichtung mindestens zwei Zugelemente, insbesondere zwei Zugbänder
(38), aufweist, von denen jedes mindestens so belastbar ist, wie es dem Gewicht der
Liftplattform (24) und der maximal zugelassenen Anzahl von Passagieren entspricht.
10. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Balancer (34) ein über mindestens eine Umlenkrolle geführtes Zugseil aufweist,
das kontinuierlich durch den Balancer (34) unter einer Zugkraft von mehr als 1000
Newton steht und das auf die Liftplattform (24) nach oben ziehend wirkt.
11. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugseil des Balancers (34) über eine separate Umlenkrolle oben an dem Gestell
umgelenkt ist.
12. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugseil des Balancers (34) über eine zusätzliche Umlenkrolle nach der Art eines
Flaschenzuges geführt ist, wodurch der daraus resultierende Hubweg halbiert, die durch
den Balancer (34) zur Verfügung gestellte Kraft jedoch verdoppelt wird.
13. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugseil des Balancers (34) in dem Balancer (34) über eine mehrgängige, konische
Wickelrolle aufgewickelt ist.
14. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Balancer (34) an dem Gestell an der der Hebevorrichtung gegenüberliegenden Seite
befestigt ist und auf sein Zugseil horizontal eine Zugkraft ausübt.
15. Personenlift nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Handbetätigungsvorrichtung eine Kurbel (26) mit einer lösbaren Steckverbindung
aufweist, mit welcher die Kurbel (26) abnehmbar und durch einen motorischen Antrieb
wie einen Akkuschrauber ersetzbar ist.