[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Montagesystem für Wände, insbesondere Brandschutzwände,
insbesondere im Schiffbau. Die Erfindung betrifft auch eine Wand, insbesondere Brandschutzwand,
und ein Gebäude oder Fahrzeug mit einer solchen Wand, und ein Verfahren zum Montieren
einer Tür in einer Wandöffnung.
[0002] Brandschutzwände sind insbesondere im Schiffbau, wo sie als Schotte bezeichnet werden,
wohlbekannt. Derartige Brandschutzwände können aus massivem Stahl bestehen oder einen
Komposit- oder Sandwich-Aufbau mit wenigstens zwei flächigen, meist vergleichsweise
dünnen, unbrennbaren oder schwer brennbaren Deckschichten und einer Füllung aus Mineralwolle,
Steinwolle o. dgl. aufweisen.
[0003] Für Stahlschotten sind eine Vielzahl von Türmontagesystemen bekannt und ausgereift.
Beispiele hierfür sind in der
KR 10-2012-0010772 A, der
KR 10-0485363 B1, und in der
US 2018/0148142 A1 zu finden. Gemeinsam ist diesen Montagesystemen, dass sie an Stahlschotten oder Stahlwänden
ansetzen, die von Natur aus eine hohe Tragfähigkeit aufweisen.
[0004] Besonders im Yachtbau werden zunehmend Trennwände aus einem Komposit- oder Sandwich-Material
eingesetzt, die wenigstens zwei flächige, meist vergleichsweise dünne, unbrennbare
oder schwer brennbare Deckschichten und eine Füllung aus Mineralwolle, Steinwolle
o. dgl. aufweisen. Bei solchen Wänden liegen andere Voraussetzungen vor als bei Stahlwänden.
Beispielsweise ist es dort schwierig, ein umgreifendes Zargenprofil an Wandflächen
beidseits der Laibung zu verklemmen, wie es etwa bei massiven Wänden denkbar ist,
da die Deckschichten den auftretenden Klemmkräften auf Dauer zur Füllung hin nachgeben
können und die Wand die Tür nicht sicher halten kann. Daher kann die Zarge keine Schubkräfte
von der Wand aufnehmen, und die Wand kann durch die Wandöffnung beträchtlich geschwächt
sein. Umgekehrt können über die Zarge keine Kräfte als Schubkräfte in die Wand eingeleitet
werden. Insbesondere können wandflächennormale Kräfte nicht als Schubkräfte abgebaut
werden, sodass die Wand mit der Zarge auf derartige Normalkräfte hin beträchtlich
nachfedern oder sogar brechen kann. Es ist daher schwierig, ein Montagesystem für
derartige Wände zu entwickeln, das eine Tür zuverlässig halten, einen zuverlässigen
Verbund zwischen Wand und Zarge herstellen und auftretende Kräfte zuverlässig über
die Wand in Boden und Decke leiten kann. Ähnliche Probleme und Anforderungen können
an vielen Stellen auftreten, nicht nur im Schiffbau, sondern auch bei schwimmenden
Gebäuden wie etwa Bohrplattformen, sonstigen Gebäuden, insbesondere öffentlich zugänglichen
Gebäuden, großräumigen Fahrzeugen wie etwa Flugzeugen, Zügen, etc. Um diese Probleme
zu lösen, werden bei solchen Wänden bisher massive Stahlrahmen verwendet, die auch
im Bereich des Bodens umlaufen und im Boden verankert sind, um eine ausreichende Eigenstabilität
sicherzustellen.
[0005] Aus der
CN 2014-19786 Y ist ein Montagesystem für eine maritime, in Komposit- bzw. Sandwich-Bauweise mit
einer Füllung aus Steinwolle zwischen zwei Platten ausgeführte Brandschutzwand 1901
bekannt (Fig. 19). Ein U-Profil 1902 aus Gummi schließt die offene Kante der Wand
ab und bildet die Laibung der Wand 1901. Ein L-Profil 1902 und ein Z-Profil 1903 bilden
ein Montagesystem in der Art einer Zarge, indem das L-Profil 1902 mit einem Schenkel
am Rand auf einer Seite der Wand 1901 und mit dem anderen Schenkel an der Laibung
anliegt und das Z-Profil 1903 mit einem freien Schenkel am Rand auf der anderen, gegenüberliegenden
Seite der Wand 1901 und mit dem Mittelsteg an der Laibung anliegt, während sich der
andere freie Schenkel in die Wandöffnung erstreckt und einen Anschlag für die Tür
1906 bildet. Die an der Laibung anliegenden Abschnitte des L-Profils 1902 und des
Z-Profils 1903 überdecken einander teilweise und sind durch Schrauben 1908, die in
die Laibung geschraubt sind, miteinander und an der Wand 1901 befestigt. Mit anderen
Worten, das Montagesystem ist als zweiteilige Zarge ausgebildet, umfasst die Laibung
der Wandöffnung und ist von der Laibung her in der Wand 1901 verschraubt. Die an der
Wandfläche anliegenden Schenkel der beiden Profile 1902, 1903 sind 180° zur Wand hin
kurz umgebogen, sodass die umgebogenen Enden an der Wandfläche anliegen und die Ecken
freiliegen. Wenn die Profile daher über die Laibung zusammengedrückt werden, kann
eine elastische Klemmwirkung erhalten werden, wenn die Profile 1902, 1903 in dieser
Position verschraubt werden.
[0006] Bei der in der
CN 2014-19786 Y offenbarten Befestigungsart ist eine Krafteinleitung in die Wand schwierig, da die
die Laibung umgreifenden Schenkel nur an der Wand anliegen und die Füllung, in welche
die Schrauben 1908 geschraubt werden, keine Kräfte aufnehmen kann. Lediglich über
das Gummiprofil 1902, durch welches die Schrauben 1908 geschraubt werden, können nennenswerte
Kräfte in die Platten der Wand 1901 eingeleitet werden. Die Kraftübertragung vom Gummiprofil
1908 in die Platten ist aber nur über Reibschluss gegeben und auch nur dann, wenn
die Klemmwirkung der Profile 1902, 1903 eine ausreichende Gegenkraft ausübt. Dieser
Reibschluss kann unzureichend sein. Insbesondere kann die Klemmwirkung auch nachlassen,
wenn durch den Gebrauch der Tür oder Verzug der Wand 1901 die Profile 1902, 1903 über
die Laibung miteinander scheren. Dadurch kann auch die Stabilität und Funktionsfähigkeit
des Türsystems insgesamt wie auch der gesamten Wandkonstruktion mit der Wandöffnung
beeinträchtigt werden. Die Montage selbst kann schwierig sein, da die Profile einerseits
zusammengedrückt, in diesem Zustand gehalten und gleichzeitig verschraubt werden müssen.
Zur Erzielung einer gewissen Mindesttragfähigkeit ist eine große Anzahl an Schrauben
1908 erforderlich. In dem Zusammenhang ist auch zu beachten, dass die Wand selbst
durch die Wandöffnung eine Schwächung aufweist, was durch den Sandwichaufbau besonders
ausgeprägt ist. Das Gummiprofil verschließt den Laibungsbereich zwar so, dass die
Füllung der Tür zwischen den Deckschichten bleibt, trägt aber kaum zur Versteifung
der Wand in diesem Bereich bei. Aus diesem Grund weisen Wandöffnungen in Sandwich-Wänden
von Wasserfahrzeugen oft eine Schwelle auf, sodass die Wand auch im Türbereich eine
Verbindung mit dem Boden aufweist und die Schwächung der Wand begrenzt bleibt. Eine
solche Schwelle kann aus ästhetischen und praktischen Gründen (Stolperfalle) unerwünscht
sein.
[0007] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Montagesystem zur
Montage einer Tür in einer Wandöffnung sowie eine mit dem Montagesystem ausgestattete
Wand und ein mit der Wand oder dem Montagesystem ausgestattetes Gebäude oder Fahrzeug
zu schaffen. Die Verbesserungen sollen insbesondere die Festigkeit, Zuverlässigkeit,
Krafteinleitung in die Wand, die Stabilität des Türsystems und der angrenzenden Wand
und die Montagefreundlichkeit betreffen und sollen insbesondere ihre Wirkung an Brandschutzwänden,
besonders im maritimen Bereich, und insbesondere an solchen, die in Sandwich-Bauweise
mit zwei Deckschichten und einer dazwischen aufgenommenen Füllung ausgeführt sind,
entfalten.
[0008] Die Erfindung wird durch die Merkmale der unabhängigen Patentansprüche gelöst. Bevorzugte
Ausführungsformen und vorteilhafte Weiterbildungen bilden den Gegenstand der Unteransprüche.
[0009] Ein Gesichtspunkt der Erfindung betrifft ein Montagesystem für Wände, vorzugsweise
Brandschutzwände, insbesondere im Schiffbau, ausgebildet zur Montage einer Tür in
einer Wandöffnung einer vorzugsweise in Sandwich-Bauweise mit zwei Deckschichten und
einer dazwischen aufgenommenen Füllung ausgeführten Wand. Das Montagesystem weist
ein im Querschnitt ein- oder mehrteiliges Zargenträgerprofil auf, welches zur Anbringung
einer Zarge daran ausgebildet ist und welches zum im Querschnitt U-förmigen Umgreifen
einer Laibung der Wandöffnung und daran anschließender Wandflächenabschnitte derart
ausgebildet ist, dass ein brettartiges Stirnelement des Zargenträgerprofils entlang
der Laibung verläuft und zwei von dem Stirnelement stegartig abragende Seitenelemente
des Zargenträgerprofils entlang gegenüberliegender Wandflächen der Wand verlaufen,
wobei die Seitenelemente über die Wandflächen mit der Wand verschraubbar oder verschraubt
sind. Als brettartig oder stegartig sind Bauelemente von rechteckigem oder im Wesentlichen
rechteckigem Querschnitt mit einer Längserstreckung orthogonal zu der Querschnittsebene
zu verstehen, mit zwei Breitseiten und zwei Schmalseiten, die sich in Längsrichtung
erstrecken, und zwei Stirnseiten, welche das Bauelement an den Längsenden abschließen.
Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass die Breitseiten eine größere Oberfläche als
die Schmalseiten aufweisen und die Schmalseiten eine viel größere Oberfläche als die
Stirnseiten aufweisen.
[0010] Das Zargenträgerprofil ist geeignet, von der Zarge aus eingeleitete Kräfte sicher
und über die Länge der Wandöffnung verteilt in die Wand einzuleiten. Da das Zargenträgerprofil
durch die stegartigen, sich über die gesamte Länge oder im Wesentlichen über die gesamte
Länge des Zargenträgerprofils erstreckenden Seitenelemente über die Wandflächen mit
der Wand verschraubt wird, greift die Verschraubung auch bei einer Sandwich-Wand direkt
in die lastaufnahmefähigen Deckschichten. So können die Kräfte schließlich sicher
in Decke, Boden und Seitenwände geleitet werden, wo die Wand angelenkt ist. Das Zargenträgerprofil
kann auch die Wandöffnung stabilisieren, da es über die stegartigen, sich über die
gesamte Länge oder im Wesentlichen über die gesamte Länge des Zargenträgerprofils
erstreckenden über eine Vielzahl von Schraubpunkten mit der Wand verbunden werden
kann. Die stegartigen Seitenelemente liegen somit flächig oder im Wesentlichen flächig
an der jeweiligen Deckschicht der Wand an. Dies bewirkt einen Reibschluss, so dass
die zu übertragenden Kräfte flächig auf die Wand eingebracht werden. Daher kann eine
Zarge zuverlässig an einer wenig Eigenstabilität aufweisende Leichtbauwand in Sandwich-Bauweise
montiert werden. Hierdurch kann auch eine flächige oder quasi-flächige Pressung zwischen
der Wand (Deckschicht) und den Seitenelementen sichergestellt werden. Die Zarge selbst
kann unabhängig von dem Montagesystem montiert und demontiert werden. D.h., auch bei
demontierter Zarge kann das Zargenträgerprofil an der Wandöffnung montiert verbleiben
und deren Form weiter stabilisieren. Je nach Gestaltung der Verschraubung kann auch
eine Verklemmung der Wand zwischen den Seitenelementen bewirkt werden.
[0011] In Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass wenigstens eines der zwei Seitenelemente
einstückig mit dem Stirnelement ausgebildet ist. Ebenso kann vorgesehen sein, dass
wenigstens eines der zwei Seitenelemente separat von dem Stirnelement hergestellt
ist und mit dem Stirnelement verbindbar oder verbunden ist, vorzugsweise durch Verschrauben
und/oder Verleimen bzw. Verkleben. Demnach kann das Zargenträgerprofil als ein einziges,
zusammenhängendes Profil mit U-förmigem Querschnitt, oder mit einem L-förmigen Profil
und einem separat hergestellten Steg, oder mit drei separat hergestellten, brett-
bzw. stegförmigen Profilen ausgebildet sein.
[0012] In Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass das Stirnelement wenigstens eine
laibungsseitig in Längsrichtung verlaufende Nut aufweist und wenigstens eines der
Seitenelement einen in die Nut einführbaren oder eingeführten Falz aufweist. Mit anderen
Worten, Nut und Falz sind aufeinander abgestimmt, um eine Nut- und Falzverbindung
bereitzustellen. Eine solche Nut- und Falz-Verbindung kann den Verbund der Elemente
des Zargenträgerprofils weiter stabilisieren. Insbesondere können sich die Seitenelemente
gegen das Stirnelement in seitlicher, laibungsparalleler Richtung abstützen.
[0013] Bevorzugt kann vorgesehen sein, dass der Falz auf der zur Wand weisenden Seite des
jeweiligen Seitenelements ausgebildet ist. Die Abstützung der Seitenelemente erfolgt
daher wandnah und besonders stabil.
[0014] In Weiterbildungen kann vorgesehen sein, dass der Falz wenigstens an einer Flanke
eine Gratung aufweist und die zugehörige Nut an der entsprechenden Flanke einen zu
der Gratung passenden Hinterschnitt aufweist. Diese Weiterbildungen können auf verschiedene
Weisen umgesetzt sein. Wenn die Gratung/Hinterschneidung zweiseitig ausgebildet, kann
eine axiale Schwalbenschwanzverbindung zwischen einem Seitenelement mit dem Stirnelement
hergestellt werden. Damit ist eine Vorfertigung eines äußerst stabilen L-Profils aus
zwei Teilen oder U-Profils aus drei Teilen möglich, die keine weiteren Verbindungselemente
benötigt. Wenn die Gratung/Hinterschneidung einseitig ausgebildet ist, ist eine stirnseitige
Einführung des Falzes in die Nut möglich, wobei Gratung und Hinterschneidung als Scharnier
und Abstützung wirken, sodass eine Verschraubung der Abschnitte miteinander verzichtbar
sein kann. In diesem Fall, in dem die Gratung an genau einer Flanke des Falzes vorgesehen
ist, kann vorgesehen sein, dass der Falz an der anderen Flanke eine Fase oder Abrundung
aufweist, welche das Einführen des Falzes in die Nut erleichtern kann.
[0015] In Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass das Stirnelement für wenigstens eines
der zwei Seitenelemente wenigstens zwei parallele Nuten aufweist. Somit kann ein Seitenteil
an verschiedenen Positionen in seitlicher Richtung des Stirnelements angebracht werden,
was auch eine Anpassung an unterschiedliche Wandstärken der Wand ermöglicht.
[0016] In Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass das Stirnelement und die Seitenelemente
Schraubvorbereitungen aufweisen, wobei die Schraubvorbereitungen auf einer Einführungsseite
von Schrauben Durchgangsbohrungen von in etwa oder geringfügig mehr als Schrauben-Nenndurchmesser
und auf einer Einschraubseite durchgehende oder sackartige Vorbohrungen von höchstens
Schrauben-Kerndurchmesser aufweisen. Dabei können die Durchgangsbohrungen vorzugsweise
Senkungen zur Aufnahme eines Schraubenkopfes aufweisen. Alternativ können die Vorbohrungen
auch geringfügig weiter als Schrauben-Kerndurchmesser sein, sofern eine ausreichende
Einschraubfestigkeit gewährleistet ist. Durch die Schraubvorbereitungen kann der Schraubmontagevorgang
erleichtert werden. Die Vorbohrungen verringern das Einschraubmoment und können auch
die Gefahr eines Aufsprengens des Materials der Elementen aufgrund einer Verdrängungswirkung
des Schraubenkerns verringern. Die Durchgangsbohrungen ermöglichen ein leichtes Vorpositionieren
der Schrauben, bevor sie endgültig angezogen werden. Insbesondere wenn auch Vorbohrungen
vorgesehen sind, kann durch die vorpositionierten und geringfügig vorstehenden Schrauben
in dem einen Element eine Ausrichtung desselben anhand der Vorbohrungen des anderen
Elements ermöglicht werden. Senkungen ermöglichen ein Verschwinden des Schraubenkopfes
im Werkstoff der Elemente. Sofern Schrauben mit Senkkopf verwendet werden, sind die
Senkungen bevorzugt konisch. Falls Schrauben mit Flachkopf, Zylinderkopf oder dergleichen
verwendet werden, sind die Senkungen bevorzugt zylindrisch. In dem Fall kann auch
die Verwendung von Scheiben unter den Schraubenköpfen sinnvoll sein, besonders wenn
das Stirnelement und die Seitenelemente gegenüber dem Schraubenwerkstoff weich sind.
[0017] In Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass ein elastischer Stopfen vorgesehen
ist, welcher zwischen der Laibung und dem Stirnelement einsetzbar oder eingesetzt
ist. Dieser Stopfen kann den Raum zwischen Laibung und Stirnelement ausfüllen und
ein sattes und klapperfreies bzw. vibrationsdämpfendes Anliegen an der Laibung ermöglichen.
[0018] In Ausführungsformen kann ein Ankerblech vorgesehen sein, welches einerseits an der
Zarge und andererseits an einer zur Wandöffnung weisenden Seite des Stirnelements
anbringbar oder angebracht ist. Dadurch kann auch eine stabile Befestigung der Zarge
an dem Stirnelement ermöglicht werden.
[0019] In Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass das Stirnelement und die zwei Seitenelemente
aus Holz oder Holzwerkstoff hergestellt sind. Diese Werkstoffe sind besonders gut
und leicht bearbeitbar, leicht verschraubbar und robust. Auch andere Werkstoffe können
je nach Anforderungen geeignet sein wie etwa Kunststoffe, Verbundstoffe, Sinterstoffe,
auch Metalle, gegebenenfalls als Hohlprofil hergestellt, etwa durch Strangguss oder
Blechbiegen.
[0020] Wenn das Montagesystem in allen Bestandteilen die Anforderungen der Brandwiderstandsklasse
B15 oder vergleichbare Brandschutzforderungen einhält, kann das Montagesystem auch
an Brandschutzwänden eingesetzt werden.
[0021] Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung betrifft eine Wand, insbesondere Brandschutzwand,
mit einer Wandöffnung. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Wand an der Wandöffnung
mit dem vorstehend beschriebenen Montagesystem ausgerüstet ist. Da die Wand mit dem
erfindungsgemäßen Montagesystem ausgerüstet ist, verwirklicht sie auch alle diesem
innewohnenden Eigenschaften und Vorteil.
[0022] Die Erfindung kommt besonders gut zum Tragen, wenn die Wand einen Sandwichaufbau
aufweist mit zwei Deckschichten und einer zwischen den zwei Deckschichten aufgenommenen
Füllung. Dabei kann vorgesehen sein, dass die Füllung aus Mineral- oder Steinwolle
oder einem Wabenverbund hergestellt ist, und die Deckschichten aus Holz oder Holzwerkstoff
oder Metall, insbesondere Stahl, Aluminium oder einer Legierung damit, oder dergleichen
hergestellt sind.
[0023] In Ausführungsformen kann vorgesehen sein, dass die Wand als Bandschutzwand ausgebildet
ist, welche die Anforderungen der Brandwiderstandsklasse B15 oder vergleichbare Brandschutzforderungen
einhält.
[0024] Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung betrifft ein Gebäude oder ein Fahrzeug,
insbesondere Wasserfahrzeug, mit einer Wand, insbesondere Brandschutzwand, oder einem
Montagesystem gemäß vorstehender Beschreibung.
[0025] Ein weiterer Gesichtspunkt der Erfindung betrifft ein Verfahren zur Montage einer
Tür in einer Wandöffnung einer vorzugsweise in Sandwich-Bauweise mit zwei Deckschichten
und einer dazwischen aufgenommenen Füllung ausgeführten Wand, vorzugsweise Brandschutzwand,
insbesondere im Schiffbau, mit den Schritten:
Anbringen des Montagesystems dem Zargenträgerprofil an der Wandöffnung; und
Anbringen einer Zarge an dem Zargenträgerprofil oder Vorbereiten des Zargenträgerprofils
zur Anbringung einer Zarge daran,
wobei das Anbringen des Montagesystems vorzugsweise aufweist:
Anordnen des Zargenträgerprofils an der Wandöffnung derart, dass das Zargenträgerprofil
eine Laibung der Wandöffnung und daran anschließende Wandflächenabschnitte im Querschnitt
U-förmig umgreift, indem das Stirnelement des Zargenträgerprofils entlang der Laibung
verläuft und die Seitenelemente des Zargenträgerprofils stegartig entlang gegenüberliegender
Wandflächen der Wand verlaufen, und
Verschrauben der Seitenelemente über die Wandflächen mit der Wand.
[0026] Das Verfahren kann ferner wenigstens einen der Schritte aufweisen:
Aufbringen eines Klebstoffs auf wenigstens eine Fläche, die ausgewählt ist unter an
die Laibung anschließenden Wandflächenabschnitte der Wandflächen, welche den Seitenelementen
entsprechen, einer Fläche der Laibung, und der Wand zugewandte Abschnitte des Zargenträgerprofils,
Anordnen eines elastischen Stopfens zwischen der Laibung und dem Stirnelement, Anbringen
eines Ankerblechs an dem Stirnelement, insbesondere durch Verschrauben, wobei das
Ankerblech die Zarge trägt oder die Zarge nach dem Anbringen des Ankerblechs an dem
Ankerblech angebracht wird.
[0027] In Ausführungsformen kann das das Anordnen des Zargenträgerprofils aufweisen: Bereitstellen
eines ersten Profilteils, welches das Stirnelement und ein erstes Seitenelement der
zwei Seitenelemente daran angebracht oder damit einstückig verbunden aufweist, Anordnen
des ersten Profilteils an der Wand derart, dass das Stirnelement entlang der Laibung
verläuft und das erste Seitenelement entlang einer ersten Wandfläche der gegenüberliegender
Wandflächen verläuft,
Verschrauben des ersten Profilteils über das erste Seitenelement mit der ersten Wandfläche,
Anordnen und Befestigen, insbesondere durch Verkleben und/oder Verschrauben, eines
zweiten Seitenelements der zwei Seitenelemente an dem Stirnelement derart, dass das
zweite Seitenelement entlang einer zweiten Wandfläche der gegenüberliegender Wandflächen
verläuft, und
Verschrauben des zweiten Seitenelements mit der zweiten Wandfläche.
[0028] Das Bereitstellen des ersten Profilteils kann ein einstückiges Herstellen des Stirnelements
mit dem stegartig davon abragenden ersten Seitenelement aufweisen, oder es kann die
Schritte aufweisen:
Anordnen des ersten Seitenelement an dem Stirnelement derart, dass das erste Seitenelement
stegartig von dem Stirnelement abragt, und
Verbinden des Stirnelements mit dem stegartig davon abragenden ersten Seitenelement
durch Verkleben und/oder Verschrauben.
[0029] Dabei kann das Anordnen des ersten Seitenelements ein Einsetzen eines sich von einer
Schmalseite des ersten Seitenelements erhebenden Falzes in eine in einer Breitseite
des Stirnelements ausgebildeten Nut aufweisen. Gleichermaßen kann das Anordnen des
zweiten Seitenelements ein Einsetzen eines sich von einer Schmalseite des zweiten
Seitenelements erhebenden Falzes in eine in der gleichen Breitseite des Stirnelements
ausgebildeten Nut aufweisen. Die Nuten und Falze sind jeweils im Querschnitt aufeinander
abgestimmt, um eine Nut-und-Falz-Verbindung zu ermöglichen. Für eines oder beide der
zwei Seitenelemente können eine oder mehrere parallel ausgebildete Nuten vorgesehen
sein, sodass das jeweilige Seitenelement mit seinem Falz wahlweise in eine der Nuten
eingesetzt werden kann, um eine Anzahl von festgelegten Wandstärken der Wand mit ein
und demselben Zargenträgerprofil abdecken zu können.
[0030] Die Erfindung wird durch Ausführungsbeispiele veranschaulicht, die in den beigefügten
Figuren schematisch dargestellt sind.
Figur 1 zeigt eine Wand nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung im Vertikalquerschnitt;
Figur 2 zeigt eine Wand nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung in Frontalsicht;
Figur 3 zeigt eine Wand nach einem Ausführungsbeispiel der Erfindung in Frontalsicht;
Figur 4 zeigt einen Wandabschnitt mit einer Zarge und einem Montagesystem nach einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung im Querschnitt;
Figur 5 zeigt einen Wandabschnitt mit einer Zarge und einem Montagesystem nach einem
Ausführungsbeispiel der Erfindung in einer geschnittenen Explosionsansicht;
Figuren 6A bis 6B zeigen Momentanzustände bei der Montage des Montagesystems nach
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung im Querschnitt;
Figuren 7 bis 17 zeigen abgewandelte Ausführungsbeispiele des Montagesystems im Querschnitt;
Figur 18 zeigt eine Wand mit Montagesystem und Zarge nach einem Ausführungsbeispiel
der Erfindung im dreidimensionalen Modell; und
Figur 19 zeigt eine Wand mit Montagesystem/Zarge und Tür nach dem Stand der Technik.
[0031] Alle Figuren sind schematische Darstellungen, die zur Verdeutlichung der Zusammenhänge
insbesondere in Bezug auf die vorliegende Erfindung gedacht sind. Größenverhältnisse
können bei Bedarf verzerrt dargestellt sein.
[0032] Nachstehend werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung nebst Abwandlungen
und Varianten anhand der beigefügten Figuren genauer beschrieben.
[0033] In einem Ausführungsbeispiel ist eine Wand 1 zwischen einer Rohdecke 2 und einem
Rohboden 3 eingezogen (Fig. 1). Die Wand 1 ist in Sandwich-Bauweise mit zwei Deckschichten
4 und einer dazwischen angeordneten Füllung 5 ausgebildet und kann aus einzelnen Paneelen
zusammengesetzt sein. Zwei Halteprofile 6 sind mittels nicht näher dargestellter Befestigungsmittel
an der Rohdecke 2 und dem Rohboden 3 befestigt. Die Wand 1 bzw. die einzelnen Paneele
sind in den Halteprofilen 6 aufgenommen. Die Halteprofile 6 weisen eine Reihe von
Bohrungen 8 auf, welche mit Bohrungen 9 in den Deckschichten 4 der Wand 1 bzw. der
einzelnen Paneele fluchten. Mittels Nieten 7 (Blindnieten), die durch die fluchtenden
Bohrungen 8, 9 verlaufen, wird die Wand 1 an den Halteprofilen 6 gehalten. Die Bohrungen
9 der Deckschichten 4 der Wand 1 können wahlweise vorgebohrt sein oder anhand der
Bohrungen 8 der Halteprofile 6 als Maske erst nach grober Ausrichtung der Wand 1 bzw.
der einzelnen Paneele in die Deckschichten 4 eingebracht werden. Auch ist es denkbar,
die Bohrungen 8, 9 gemeinsam zu bohren. Optional kann die Wand 1 bzw. können die Paneele
mittels eines Klebstoffs 10 zusätzlich an den Halteprofilen 6 gesichert sein. Der
Klebstoff 10 kann auch als Abdichtung der Wand 1 gegenüber der Rohdecke 2 und dem
Rohboden 3 dienen. Zur Unterscheidung im weiteren Verlauf der Beschreibung werden
Wandflächen 11, 12 der Wand 1 als innere Wandfläche 11 und als äußere Wandfläche 12
bezeichnet, wobei diese Unterscheidung nach Bedarf vom Standort des Betrachters abhängig
definierbar ist.
[0034] Die Wand 1 weist eine Wandöffnung 20 auf (Fig. 2), die ein Ausschnitt aus der Wand
1 ist. Stirnflächen der Wand 1, welche die Wandöffnung 20 begrenzen, werden als Laibungen
21 bezeichnet. Es sind im dargestellten Ausführungsbeispiel drei Laibungen 21 vorgesehen,
nämlich zwei senkrechte und eine waagerechte, deckenseitige. In Ausführungsvarianten
kann der die Wandöffnung bildende Wandausschnitt so gestaltet sein, dass bodenseitig
ein Wandabschnitt als Schwelle verbleibt. In diesem Fall wäre eine vierte, waagerechte,
bodenseite Laibung vorhanden. Die Laibungen 21 können durch eine offene Kante der
Wand 1 (also mit offenliegender Füllung 5), durch umgebogene Abschnitte der Deckschichten
4 oder durch ein Abschlussprofil oder dergleichen gebildet werden.
[0035] Die Wand 1 nach dem Ausführungsbeispiel weist ein Montagesystem 30 auf (Fig. 3).
Das Montagesystem 30 weist ein Zargenträgerprofil 31, welches die Laibung 21 und daran
anschließende Wandabschnitte der Wandfläche 11, 12 U-förmig umfasst (s. auch Fig.
4), und ein an dem Zargenträgerprofil 31 befestigtes Ankerblech 32 auf. Eine Zarge
33 ist an dem Ankerblech 32 befestigt. Die Zarge 33 trägt ein Türblatt 34 mittels
Scharnieren 35 und schafft auch einen Anschlag für das geschlossene Türblatt 34.
[0036] Das Zargenträgerprofil 31 weist in einem Ausführungsbeispiel ein brettartiges Stirnelement
40, ein erstes Seitenelement 41 und ein zweites Seitenelement 42 auf (Fig. 4). Das
Stirnelement 40 verläuft mit einer seiner Flachseiten entlang der Laibung 21 der Wandöffnung
20. Das erste Seitenelement 41 und das zweite Seitenelement 42 sind mit dem Stirnelement
40 verbunden und ragen von diesem stegartig in einer von der Wandöffnung 20 weg weisenden
Richtung senkrecht ab, sodass sie entlang den Wandflächen 11, 12 der Wand 1 verlaufen.
Somit umgreifen das erste Seitenelement 41, das Stirnelement 40 und das zweite Seitenelement
42 die Laibung 21 und angrenzende Wandabschnitte der Wand 1 im Querschnitt U-förmig.
Die Seitenelemente 41, 42 können mit dem Stirnelement 40 mittels Profilverbindungsschrauben
45 verschraubt sein und können zusätzlich oder alternativ dazu mit diesem verklebt
sein.
[0037] Ferner weist das Stirnelement 40 zwei Nuten 50 auf, welche mit Falzen 51, die an
den Seitenelementen 41, 42 wandseitig ausgebildet sind, zusammenpassen (Fig. 5). Im
montierten Zustand greifen die Falze 51 in die Nuten 50 und verankern die Seitenelemente
41, 42 gegenüber dem Stirnelement 40 gegen eine Verschiebung in seitlicher, laibungsparalleler
Richtung. Ein Streifen 52 ist in einer Flachnut 53, die in dem Stirnelement 40 auf
der zur Wandöffnung 20 hin weisenden Seite ausgebildet ist, eingesetzt und is somit
zwischen dem Stirnelement 40 und dem Ankerblech 32 angeordnet.
[0038] Zwischen dem Stirnelement 40 und der Laibung 21 der Wand 1 ist ein Stopfen 43 angeordnet
(Fig. 4). Ein Klebstoff 44 kann an den Wandflächen 11, 12 und an der Laibung 21 im
Bereich des Zargenträgerprofils 31 angeordnet sein. Eine Wandbefestigungsschraube
46 greift von der Seite des ersten Seitenelements 41 durch die Deckschicht 4 der inneren
Wandfläche 11 der Wand 1 und mündet in der Füllung 5. Eine Wanddurchbefestigungsschraube
47 greift von der Seite des zweiten Seitenelements 42 durch die Deckschicht 4 der
äußeren Wandfläche 12 der Wand 1, die Füllung 5 und die Deckschicht 4 der inneren
Wandfläche 11 der Wand 1 und mündet in dem ersten Seitenelement 41. Über die Wandbefestigungsschrauben
46 und die Wanddurchbefestigungsschrauben 47 ist eine sichere Krafteinleitung von
dem Zargenträgerprofil 31 in die Wand 1 sichergestellt und kann zusätzlich auch eine
Klemmung der Wand 1 zwischen den Seitenelemente 41 bewirkt werden. Die Nuten 50 und
Falze 51 bewirken dabei auch eine Abstützung der Seitenelemente 41 gegenüber dem Stirnelement
40 in seitlicher Richtung, sodass eine Klemmung im Hinblick auf die Festigkeit der
Deckschichten 4 und der Füllung 5 der Wand 1 begrenzt bzw. genau dosiert werden kann,
denn eine übermäßige Klemmung kann durch ein Klaffen der Spalte zwischen den Seitenelementen
41, 42 und dem Stirnelement 40 zuverlässig erkannt werden. Der Klebstoff 44 kann zusätzlichen
Halt geben oder nur als Montagehilfe dienen. Ferner kann der Klebstoff 44 als Abdichtung
und Rauchsperre dienen.
[0039] Das Ankerblech 32 ist mittels Blechverbindungsschrauben 48 an dem Stirnelement 40
angeschraubt. Die Zarge 33 ist durch geeignete Mittel an dem Ankerblech 32 befestigt,
wie später noch genauer erläutert werden wird.
[0040] Eine dekorative Wandverkleidung 49 kann sich an dem Montagesystem 30 abstützen. Zu
diesem Zweck kann das Stirnelement 40 einen seitlich über die Seitenelemente 41, 42
hinausragenden Überstand aufweisen, um den für den Innenausbau geforderten Wandabstand
der Verkleidung 49 herzustellen.
[0041] In diesem Ausführungsbeispiel sind die Elemente 40, 41, 42 des Zargenträgerprofils
31 aus Holz oder Holzwerkstoff hergestellt. Das Ankerblech 32 ist aus Stahl hergestellt.
Die Zarge 33 ist aus Holz hergestellt. Das gesamte Montagesystem 30 wie auch die Zarge
33 kann nach Feuerwiderstandsklasse B15 brandhemmend ausgebildet sein, um die Anforderungen
an eine Brandschutzwand zu genügen.
[0042] Die Schrauben 45-48 können als Holzschrauben (insbesondere für Vollholz) oder Spanplattenschrauben
(insbesondere für Holzwerkstoff) mit Senkkopf ausgeführt sein. Die Wandbefestigungsschrauben
46 und Wanddurchgangsbefestigungsschrauben 47 können, je nach dem Werkstoff der Deckschichten
4 der Wand 1, auch als Blechschrauben oder Schnellbauschrauben ausgeführt sein. Für
ihren zweckmäßigen, positionsrichtigen und funktionssicheren Einsatz sind die Elemente
40, 41, 42 mit Schraubvorbereitungen ausgestattet. D.h., wo die Schrauben in den Elementen
eingeschraubt werden sollen, insbesondere die Profilverbindungsschrauben 45 in dem
zweiten und/oder ersten Seitenelement 42, 41, die Wanddurchbefestigungsschrauben 47
in dem ersten Seitenelement 41 und/oder die Blechbefestigungsschrauben 48 in dem Stirnelement
40, können bei Bedarf Vorbohrungen in Form von Sack- oder Durchgangslöchern vorgesehen
sein, deren Durchmesser an den Kerndurchmesser der jeweiligen Schrauben und den jeweiligen
Werkstoff angepasst ist. Ferner sind dort, wo die Schrauben durch die Elemente 40,
41, 42 nur hindurchgeführt werden, ohne in ihnen zu fassen, insbesondere die Profilbefestigungsschrauben
45 auf der Seite des Stirnelements 40, die Wandbefestigungsschraube 46 auf der Seite
des ersten Seitenelements 41 und die Wanddurchbefestigungsschraube 47 auf der Seite
des zweiten Seitenelements 42, Durchgangsbohrungen vorgesehen, deren Durchmesser in
etwa gleich oder geringfügig größer als der Nenndurchmesser der jeweiligen Schraube
ist. Alternativ können diese Durchgangsbohrungen ebenfalls an den Kerndurchmesser
der jeweiligen Schrauben angepasst sein, wenn Schrauben verwendet werden, die nur
im Bereich der Spitze mit einem Gewinde versehen sind und im Schaftbereich auf einer
Länge, die der Dicke des jeweiligen Elements 40, 41, 42 entspricht, nur den Kerndurchmesser
aufweisen. Dies kann bei der Herstellung der Elemente 40, 41, 42 zu einer Vereinfachung
derart führen, dass nur Bohrungen eines einzigen Durchmessers durchgeführt werden
müssen. Ferner können Senkungen zur Aufnahme der Schraubenköpfe vorgesehen sein. Für
die Dimensionierung von Vorbohrungen, Durchgangsbohrungen und Senkungen stehen gängige
Normen und Fachregeln zur Verfügung.
[0043] Es ist zu verstehen, dass das Zargenträgerprofil 31 drei länglich ausgebildete Profilabschnitte
aufweist, von denen zwei jeweils entlang einer der beiden senkrechten Laibungen 21
und einer entlang der deckenseitigen, waagerechten Laibung 21 der Wandöffnung 20 verläuft.
Entsprechend weist auch die Zarge 33 drei länglich ausgebildete Zargenabschnitte auf,
die an den jeweiligen Profilabschnitten des Zargenträgerprofils 31 befestigt sind.
In Fällen, in denen die Wandöffnung 20 eine bodenseitige Laibung (Schwelle) aufweist,
kann auch bodenseitig ein waagerecht verlaufender Profilabschnitt verlaufen und ggf.
einen Zargenabschnitt tragen. Soweit vorstehend oder nachstehend von der Zarge 33
oder dem Zargenträgerprofil 31 bzw. einem seiner Elemente 40, 41, 42 die Rede ist,
bezieht sich das stets einzeln auf jeden Zargenabschnitt bzw. Profilabschnitt.
[0044] Zur Montage des Montagesystems 30 wird zunächst ein L-förmiges Profil 60 bereitgestellt,
das durch das Stirnelement 40 und das erste Seitenelement 41 gebildet wird (Fig. 6A).
Hierzu können das Stirnelement 40 und das erste Seitenelement 41 nur gesteckt und/oder
verschraubt und/oder verklebt werden. Dieses L-förmige Profil 60 wird in die Wandöffnung
20 eingeschoben und lot- und senkrecht ausgerichtet. Von der Einschubseite her, also
durch das erste Seitenelement 41 hindurch, wird das L-förmige Profil 60 mit der Wand
1 mittels der Wandbefestigungsschraube 46 verschraubt. Optional wird vorher der Klebstoff
44 aufgebracht. Es ist zu bemerken, dass in diesem Schritt alle Profilabschnitte entsprechend
den zu versorgenden senkrechten und waagerechten Laibungen bereits zu einem Rahmen
zusammengesetzt sein können. Die einzelnen Abschnitte können aber auch einzeln angebracht
werden.
[0045] In einem nächsten Schritt wird der Stopfen 43 in die Einbaufuge 61, die nach dem
vorherigen Schritt zwischen dem Stirnelement 40 und der Laibung 21 verblieben ist,
eingebracht (Fig. 6B).
[0046] In einem nächsten Schritt wird das zweite Seitenelement 42 auf das Stirnelement 40
gesteckt und optional mit Klebstoff 62 fixiert (Fig. 6C). Sodann werden das zweite
Seitenelement 42 und das Stirnelement 40 mittels der Profilverbindungsschrauben 45
verschraubt und dann das zweite Seitenelement 42 mittels der Wanddurchverbindungsschrauben
47 mit der Wand 1 und dem ersten Seitenelement 41 verschraubt.
[0047] Im einem weiteren Schritt wird die Zarge 33 positioniert, lot- und senkrecht ausgerichtet
und über das Ankerblech 32 mittels der Blechbefesigungsschrauben 48 an dem Stirnelement
40 befestigt (Fig. 6D). Genauer gesagt wird zunächst das Ankerblech 32 mittels nicht
näher dargestellter Schrauben von der Blechseite her mit der Zarge 33 verschraubt
und wird dann das Ankerblech 32 mit darauf befestigter Zarge 33 an dem Stirnelement
40 angeschraubt. Falls das Ankerblech 32 nicht durchgehend, sondern nur als vereinzelte
Platten vorgesehen ist (vgl. etwa Fig. 18), wird eine dazwischen frei gebliebene Montagefuge
63 beidseitig dauerelastisch abgedichtet.
[0048] Wie in dem vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel in Fign. 4 bis 6D gezeigt,
weist das Stirnelement 40 einen über die Kontur des zweiten Seitenelements 42 hinaus
ragenden Überstand auf, und ist das Ankerblech 32 in etwa mittig in Bezug auf eine
seitliche Ausdehnung des Stirnelements 40 angeordnet.
[0049] In einer Abwandlung kann das Ankerblech 32 mit der Zarge 33 zum Ende des Überstands
70 (Fig. 7) hin verschoben sein. Dadurch kommt auch die Zarge 33 näher an den Rand
des Montagesystems 30, was aus ästhetischen Gründen gewünscht sein kann.
[0050] In einer weiteren Abwandlung kann der Überstand 70 auch auf der Seite des ersten
Seitenelements 41 vorgesehen sein (Fig. 8). Die Dimensionierung und Lage des Überstands
70 kann in Abhängigkeit von dem gewünschten Wandabstand der Verkleidung 49 (vgl. Fig.
4) gewählt werden. Um die Zarge 33 noch näher an den Rand des Montagesystems 30 zu
bringen, kann das Ankerblech 32 im Querschnitt L-förmig mit einem langen Schenkel
81 und einem kurzen Schenkel 82 abgewinkelt sein, sodass der lange Schenkel 81 auf
der Flachseite des Stirnelements 40 aufliegt und der kurze Schenkel 82 auf der Kantenfläche
des Stirnelements aufliegt und von dort aus verschraubt werden kann. Die Zarge 33
kann daher quasi bündig mit der seitlichen Kontur des Montagesystems 33 abschließen.
[0051] Wenn das Stirnelement 40 zusätzlich noch um etwa die Stärke des Ankerblechs 32 hinter
die Kontur des zweiten Seitenelements 42 zurückweicht (nicht näher dargestellt), kann
das der kurze Schenkel 82 versenkt angeordnet werden, sodass insgesamt eine bündige
Kontur von zweitem Seitenelement 42, kurzem Schenkel 82 des Ankerblechs 32 und Zarge
33 erzielt werden.
[0052] In einer weiteren Abwandlung kann das Stirnelement 40 auf beiden Seiten einen Überstand
70 aufweisen, was noch größere Freiheit in der Montageposition des Ankerblechs 32
und damit in der Lage der Zarge 33 ermöglicht (Fig. 9).
[0053] In einer weiteren Abwandlung kann die Wanddurchverbindungsschraube 47 (vgl. Fign.
4, 6D) durch eine weitere Wandverbindungsschraube 46 ersetzt sein, die nur in die
Wand 1 hinein, aber nicht durch diese hindurch verläuft (Fig. 10). Damit kann jede
Quetschung der Wand 1, die durch eine Klemmwirkung der Wanddurchverbindungsschraube
47 bewirkt werden könnte, vermieden werden. Die Zarge 33 kann eine Nutdichtung 1000
als Anlage für das Türblatt 34 aufweisen.
[0054] In einer weiteren Abwandlung kann das Zargenträgerprofil 31 ein einstückig ausgebildetes
L-Profil 1100, welches das Stirnelement 40 und das erste Seitenelement 41 als Schenkel
aufweist, sowie das zweite Seitenelement 42 als separates Element aufweisen (Fig.
11). Das Zusammensetzen des Stirnelements 40 und des ersten Seitenelements 41, das
im Zusammenhang mit dem Montageverfahren beschrieben wurde (vgl. Fig. 6A), entfällt
dann.
[0055] In einer weiteren Abwandlung kann das Zargenträgerprofil 31 insgesamt einstückig
ausgebildet sein (Fig. 12). Bei dieser Abwandlung können die senkrechten und waagerechten
Profilabschnitte nicht vor der Montage zu einem Rahmen verbunden sein. Dies erfordert
besondere Maßnahmen bei der Auslegung und Gestaltung. Wenn die Profilabschnitte auf
Gehrung zueinander geschnitten sind, muss die Einbaufuge 61 (vgl. Fig. 6A) so bemessen
sein, dass die Profilabschnitte einzeln schräg eingesetzt werden können. Gleichzeitig
muss die Überdeckung der Seitenelemente 41, 42 über den Wandflächen 11, 12 noch ausreichend
für die Verschraubung sein. Alternativ können Profilecken vorgesehen sein, welche
an den Ecken der Wandöffnung einzusetzen sind und an welche die Profilabschnitte dann
anschließen.
[0056] In einer weiteren Abwandlung weist das Stirnelement 40 eine weitere Nut 1300 auf,
die zwischen den Nuten 50 zur Aufnahme der Falze 51 der Seitenelemente 41, 42 ausgebildet
ist (Fig. 13). Die weitere Nut 1300 ist zur Aufnahme des Stopfens 43 ausgebildet und
kann zu diesem Zweck schräg hinterschnittene Flanken 1301 aufweisen, um die Flanken
des Stopfens 43 zu klemmen. Der Stopfen 43 wird in dieser Abwandlung vor Montage des
Montagesystems 30 an der Wandöffnung in Einsetzrichtung (Pfeil) 1302 in die Nut 1300
gedrückt. Der Stopfen 43 kann als längliches Profil ausgeführt sein und kann einen
zu der Nut 1300 passenden Falz 1303 aufweisen. Der Falz 1303 kann ebenfalls gegratet
sein. Zur leichteren Einführung kann der gegratete Falz 1303 einen endseitigen Längsschlitz
1304 aufweisen, sodass das Einführungsende des Stopfens 43 beim Einführen in die Nut
1300 zusammengedrückt werden kann.
[0057] In einer weiteren Abwandlung weist das Stirnelement 40 für das zweite Seitenelement
42 nicht nur eine, sondern mehrere, beispielsweise drei, parallel verlaufende Nuten
50 auf, die zu dem Falz 51 des zweiten Seitenelements 42 passen (Fig. 14). Hierdurch
ist eine Anpassung an verschiedene Wandstärken möglich. In dieser Abwandlung ist für
das erste Seitenelement 41 nur eine einzige Nut 50 vorgesehen. Dies ist aber nicht
zwingend. Die Abwandlung mit mehreren Nuten 50 ist zusätzlich oder alternativ auch
für das erste Seitenelement 41 möglich, was die Flexibilität weiter erhöht. Die Anzahl
der Nuten ist dabei grundsätzlich beliebig.
[0058] In einer weiteren Abwandlung sind die Nuten 50 des Stirnelements 40 schräg hinterschnitten
und sind die Falze 51 der Seitenelemente 41, 42 dazu passend gegratet (Fig. 15). Bei
dieser Abwandlung sind beide Seitenelemente 41, 42 vor der Montage an der Wandöffnung
mit ihren Falzen (Graten) 51 in Längsrichtung in die Nuten 50 des Stirnelements 40
zu schieben. Auf diese Weise wird eine formschlüssige Verbindung zwischen den Elemente
40, 41, 42 ohne das Erfordernis weiterer Verbindungsmittel hergestellt. Da hierdurch
ein quasi einteiliger Verbund wie bei der in Fig. 12 gezeigten Abwandlung hergestellt
wird, gilt das zu jener Abwandlung hinsichtlich der Montage Gesagte entsprechend.
[0059] In einer weiteren Abwandlung weist nur der Falz 51 des ersten Seitenelements 41 eine
Gratung auf und weist nur die entsprechende der Nuten 50 des Stirnelements 40 einen
hierzu passend schrägen Hinterschnitt auf, und diese Formgebung ist in dieser Abwandlung
auch nur einseitig vorgesehen, und zwar auf der zur Wand weisenden Seite (Fig. 16).
Auf der davon abgewandten Seite weist der Falz 51 ein Fase 1600 auf. Die einseitige
Gratung reicht aus, um die Handhabung insbesondere in dem in Fig. 6A gezeigten Schritt
zu erleichtern und ein Auseinanderfallen der Elemente 40, 41 zu verhindern, wenn diese
nicht verklebt sind. Die Fase 1600 erleichtert das Zusammenstecken der Elemente 40,
41 durch einfaches Ankippen des ersten Seitenelements 41 zu dem Stirnelement 40 hin
(Pfeil 1601 im Uhrzeigersinn), Einführen der gegrateten Flanke des Falzes 51 in die
Nut 50 und in den Hinterschnitt, und Zurückkippen des ersten Seitenelements 41 (Pfeil
1601 im Gegenuhrzeigersinn) unter Verwendung der eingehakten Gratung als Scharnier,
wodurch die wandferne Flanke des Falzes 51 in die Nut 50 gedrückt wird. Der Falz 51
des zweiten Seitenelements 42 und die entsprechende Nut 50 des Stirnelements 40 sind
in dieser Abwandlung von rechteckigem Querschnitt.
[0060] In einer nicht näher dargestellten Variante der zuvor beschriebenen Abwandlung kann
auch das zweite Seitenelement 42 einen einseitig gegrateten Falz 51 aufweisen. In
diesem Fall kann der Falz 51 der von der Wand abgewandten Seite des zweiten Seitenelements
42 ausgebildet sein, und auch die Gratung kann auf der von der Wand abgewandten Flanke
des Falzes 51 ausgebildet sein. Wenn das aus dem Stirnelement 40 und dem ersten Seitenelement
41 gebildete L-Profil 60 (vgl. Fig. 6A) in die Wandöffnung 20 eingesetzt ist, kann
dann das zweite Seitenelement 42 mit dem Falz 51 in gleicher Weise wie zuvor für das
erste Seitenelement 41 beschrieben in die zugehörige Nut 50 eingesetzt werden und
mit der eingehakten Gratung als Scharnier in Richtung der Wand 1 gekippt und dort
verschraubt werden.
[0061] In einer weiteren Abwandlung ist das Ankerblech 32 nicht über die gesamte Länge der
Zarge vorgesehen, sondern kann durch eine Anzahl von Einzelplatten, die in diskreten
Abständen angeordnet sind, verwirklicht sein (Fig. 18). Dies kann Material und Gewicht
einsparen.
[0062] Unabhängig von dem genauen Aufbau des Zargenträgerprofils 31 liegen die Seitenelemente
41, 42, die von dem Stirnelement 40 stegartig abragen, über die gesamte oder im Wesentlichen
die gesamte Länge des Zargenträgerprofils 31 an den Deckseiten 4 der Wand 1 an und
sorgen mit ihrer Vielzahl von Verschraubungspunkten (Wandverbindungsschrauben 46 und/oder
Wanddurchverbindungsschrauben 47) für eine durchgehend flächige Pressung (Fig. 18).
[0063] In einer weiteren, nicht näher dargestellten Abwandlung kann auf das Ankerblech 32
ganz verzichtet werden und kann die Zarge 33 direkt an das Stirnelement 40 geschraubt
werden. Bei Einsatz von Zierschrauben kann dies auch eine besondere ästhetische Wirkung
erzielen.
[0064] Für die Anwendung an Brandschutzwänden ist eine brandhemmende Auslegung der Wand
1, des Türblatts 34, der Zarge 33 und des Montagesystems 30 sowie aller einzelnen
Bestandteile vorteilhaft, etwa nach der Feuerwiderstandsklasse B15 oder anderer geeigneter
Klassifikation. Die Feuerwiderstandsklasse B15 ist insbesondere für maritime Anwendungen
verbreitet und beispielsweise in Resolution A.754(18), adopted on 4 November 1993
(Agenda item 11), RECOMMENDATION ON FIRE RESISTANCE TESTS FOR "A"; "B" AND "F" CLASS
DIVISIONS der Assembly ofthe International Maritime Organization, insbesondere Kapitel
9.1.2, beschrieben.
[0065] In den vorstehenden Ausführungsbeispielen und Abwandlungen sind die Elemente 40,
41, 42 des Montagesystems 30 aus Holz oder Holzwerkstoff hergestellt. Diese Werkstoffe
sind leicht, gut bearbeitbar und schraubbar. In weiteren Abwandlungen können auch
andere Werkstoffe mit ähnlichen Eigenschaften verwendet werden. Beispielsweise können
bestimmte Kunststoffe, Verbundstoffe, Sinterstoffe oder dergleichen geeignete Werkstoffe
sein. Unter Umständen können auch gebogene Blechprofile, beispielsweise aus Stahl
oder anderen biegbaren Metallen, welche die Querschnittsumrisse der hier vorgestellten
Elemente 40, 41, 42 in etwa nachbilden oder zumindest gleichwirkend ausgebildet sind,
verwendet werden (Fig. 17). Alternativ könnten auch ein stranggegossene Metall- oder
Kunststoffprofile verwendet werden.
[0066] Für den Aufbau der Wand 1 sind unterschiedliche Konzepte bekannt. Als Brandschutzwand
kann folgender Aufbau vorteilhaft sein: Außenseitig ist ein- oder beidseitig eine
Trägerplatte aus Blech oder anderem unbrennbaren Plattenmaterial als Deckschicht 4
angeordnet. Die Füllung 5 besteht aus Mineral- oder Steinwolle, welche mit der Trägerplatte
verbunden ist. In Abwandlungen könnte die Füllung 5 auch eine Wabenstruktur aus Metall
oder einem imprägnierten Zellstoffmaterial aufweisen. Die Gesamtstärke der Wand 1
kann vorzugsweise ab ca. 25 mm betragen.
[0067] In einem praktischen Beispiel kann eine 25 mm starke Füllung 5 aus Steinwolle von
zwei Deckschichten 4 von 1 mm Stärke aus Stahlblech eingefasst sein, sodass sich eine
Gesamtstärke der Wand 1 von 27 mm ergibt. Stirnseitig kann ein U-Profil aus Aluminium
von ebenfalls 1 mm Wandstärke als Laibung 21 vorgesehen sein (vgl. Fig. 10). Für die
Elemente 40, 41, 42 des Zargenträgerprofils 30 können Bretter oder Leisten aus Holz
oder Holzwerkstoff von ca. 24 mm Stärke verwendet werden. Die Seitenelemente 41, 42
können eine Breite von 50mm (ohne Falze 51) aufweisen, das Stirnelement 50 von 115
mm. Das Ankerblech 32 aus Stahl kann beispielsweise in einer Stärke von 4 mm ausgeführt
sein. Die Zarge 33 aus Eichenholz kann eine Gesamtstärke von 59 mm und eine Gesamtbreite
von 70 mm aufweisen. Die genannten Abmessungen und Werkstoffe sind als Beispiel für
eine gebrauchsfähige Ausführung der Erfindung gewählt. Sie schränken die Erfindung
nicht ein und können nach Bedarf beliebig verändert werden.
[0068] Das hier vorgestellte Montagesystem 30 ist außerordentlich flexibel anwendbar, da
das Stirnelement 40 in der Breite angepasst werden kann. Es kann außerdem als Unterkonstruktion
für die dekorative Wandverkleidung 49 dienen und die vergleichsweise leichte Schott-Trennwand
1 stabilisieren. Das Montagesystem 30 ist für Fahrzeuge, insbesondere Wasserfahrzeuge,
wie auch für Gebäude, wie etwa Bohrplattformen, aber auch andere Fahrzeuge und Gebäude
mit Zwischenwänden, insbesondere Brandschutzwänden, anwendbar.
[0069] Wände 1 mit einer Wandöffnung 20, die mit dem Montagesystem 30 nach einem der vorstehend
beschriebenen Ausführungsbeispielen, oder einer der beschriebenen Abwandlungen oder
Varianten ausgerüstet sind, bilden weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung.
[0070] Ferner bilden alle Fahrzeuge und Gebäude mit einer solchen Wand 1 oder einem solchen
Montagesystem 30 weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung.
[0071] Zweifellos wird der Fachmann noch viele weitere Anwendungen, Abwandlungen, Erweiterungen
und Ergänzungen ersinnen können, die gleichwohl in den Schutzumfang der Erfindung
fallen, wie er durch die Ansprüche einschließlich aller äquivalenten Formen definiert
ist. Eine Tür kann im Sinne der Anwendung und des Schutzbereichs dieser Erfindung
auch eine Luke oder ein Fenster oder ein sonstiges Verschlusselement sein.
[0072] Es versteht sich, dass einzelne Merkmale eines Ausführungsbeispiels, einer Abwandlung
oder Variante auch in anderen Ausführungsbeispiele, Abwandlungen oder Varianten vorteilhaft
eingesetzt werden können, sofern es sich nicht ersichtlich verbietet. Auch können
Einzelmerkmale, die vorstehend beschrieben sind, von dem Erfindungsgegenstand weggelassen
werden, sofern die Wirkungen der Erfindung, die in den Ansprüchen in der jeweils geltenden
Fassung definiert ist, auch ohne diese Einzelmerkmale erzielt werden.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Wand |
50 |
Nut |
| 2 |
Rohdecke |
51 |
Falz |
| 3 |
Rohboden |
52 |
Streifen |
| 4 |
Deckschicht |
53 |
Flachnut |
| 5 |
Füllung |
60 |
L-Profil |
| 6 |
Halteprofil |
61 |
Einbaufuge |
| 7 |
Niet |
62 |
Klebstoff |
| 8 |
Klebstoff |
63 |
Montagefuge |
| 11, 12 |
Wandfläche |
70 |
Überstand |
| 20 |
Wandöffnung |
81 |
langer Schenkel |
| 21 |
Laibung |
82 |
kurzer Schenkel |
| 30 |
Montagesystem |
1000 |
Nutdichtung |
| 31 |
Zargenträgerprofil |
1100 |
L-Profil |
| 32 |
Ankerblech |
1300 |
Klemmnut |
| 33 |
Zarge |
1301 |
Flanke |
| 34 |
Türblatt |
1302 |
Einsetzrichtung |
| 35 |
Scharnier |
1303 |
Falz |
| 40 |
Stirnelement |
1304 |
Längsschlitz |
| 41 |
erstes Seitenelement |
1600 |
Fase |
| 42 |
zweites Seitenelement |
1901 |
Wand |
| 43 |
Stopfen |
1902 |
Gummiprofil |
| 44 |
Klebstoff |
1903 |
erstes Winkelblech |
| 45 |
Profilverbinderschraube |
1904 |
zweites Winkelblech |
| 46 |
Wandbefestigungsschraube |
1905 |
Rauchsperre |
| 47 |
Wanddurchbefestigungsschraube |
1906 |
Tür |
| 48 |
Blechverbindungsschraube |
1907 |
Schließer |
| 49 |
Wandverkleidung |
1908 |
Schraube |
[0073] Die vorstehende Liste ist integraler Bestandteil der Beschreibung
1. Montagesystem (30) für Wände (1), vorzugsweise Brandschutzwände, insbesondere im Schiffbau,
ausgebildet zur Montage einer Tür in einer Wandöffnung (20) einer vorzugsweise in
Sandwich-Bauweise mit zwei Deckschichten (4) und einer dazwischen aufgenommenen Füllung
(5) ausgeführten Wand (1),
dadurch gekennzeichnet,
dass das Montagesystem (30) ein im Querschnitt ein- oder mehrteiliges Zargenträgerprofil
(31) aufweist, welches zur Anbringung einer Zarge (33) daran ausgebildet ist und welches
zum im Querschnitt U-förmigen Umgreifen einer Laibung (21) der Wandöffnung (20) und
daran anschließender Wandflächenabschnitte derart ausgebildet ist, dass ein brettartiges
Stirnelement (40) des Zargenträgerprofils (31) entlang der Laibung (21) verläuft und
zwei von dem Stirnelement (40) stegartig abragende Seitenelemente (41, 42) des Zargenträgerprofils
(31) entlang gegenüberliegender Wandflächen (11, 12) der Wand (1) verlaufen, wobei
die Seitenelemente (41, 42) über die Wandflächen (11, 12) mit der Wand (1) verschraubbar
oder verschraubt sind.
2. Montagesystem (30) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eines der zwei Seitenelemente (41, 42) einstückig mit dem Stirnelement
(40) ausgebildet ist.
3. Montagesystem (30) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens eines der zwei Seitenelemente (41, 42) separat von dem Stirnelement (40)
hergestellt ist und mit dem Stirnelement (40) verbindbar oder verbunden ist, vorzugsweise
durch Verschrauben und/oder Verleimen.
4. Montagesystem (30) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stirnelement (40) wenigstens eine laibungsseitig in Längsrichtung verlaufende
Nut (50) aufweist und wenigstens eines der Seitenelemente (41, 42) einen in die Nut
(50) einführbaren oder eingeführten Falz (51) aufweist, wobei der Falz (51) vorzugsweise
auf der zur Wand (1) weisenden Seite des jeweiligen Seitenelements (41, 42) ausgebildet
ist.
5. Montagesystem (30) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Falz (51) wenigstens an einer Flanke eine Gratung aufweist und die zugehörige
Nut (50) an der entsprechenden Flanke einen zu der Gratung passenden Hinterschnitt
aufweist, wobei die Gratung an genau einer Flanke des Falzes (51) vorgesehen ist und
der Falz (51) an der anderen Flanke eine Fase (1600) oder Abrundung aufweist.
6. Montagesystem (30) nach einem der Ansprüche 4-8,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Stirnelement (40) für wenigstens eines der zwei Seitenelemente (41, 42) wenigstens
zwei parallele Nuten (50) aufweist.
7. Montagesystem (30) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein elastischer Stopfen (43) vorgesehen ist, welcher zwischen der Laibung (21) und
dem Stirnelement (40) einsetzbar oder eingesetzt ist.
8. Montagesystem (30) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Ankerblech (32) vorgesehen ist, welches einerseits an der Zarge (33) und andererseits
an einer zur Wandöffnung (20) weisenden Seite des Stirnelements (40) anbringbar oder
angebracht ist.
9. Montagesystem (30) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Stirnelement (40) und die zwei Seitenelemente (41, 42) aus Holz oder Holzwerkstoff
hergestellt sind.
10. Montagesystem (30) nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Montagesystem (30) in allen Bestandteilen die Anforderungen der Brandwiderstandsklasse
B15 oder vergleichbare Brandschutzforderungen einhält.
11. Wand (1), insbesondere Brandschutzwand, wobei die Wand (1) vorzugsweise die Anforderungen
der Brandwiderstandsklasse B15 oder vergleichbare Brandschutzforderungen einhält,
mit einer Wandöffnung (20),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wand (1) an der Wandöffnung (20) mit einem Montagesystem (30) nach einem der
vorstehenden Ansprüche ausgerüstet ist.
12. Wand (1) nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Wand (1) einen Sandwichaufbau aufweist mit zwei Deckschichten (4) und einer zwischen
den zwei Deckschichten (4) aufgenommenen Füllung (5), wobei die Füllung (5) vorzugsweise
aus Mineral- oder Steinwolle oder einem Wabenverbund oder dergleichen hergestellt
ist, und wobei die Deckschichten (4) vorzugsweise aus Holz oder Holzwerkstoff oder
Metall, insbesondere Stahl, Aluminium oder einer Legierung damit, oder dergleichen
hergestellt sind.
13. Gebäude oder Fahrzeug, insbesondere Wasserfahrzeug, mit einer Wand (1), insbesondere
Brandschutzwand, nach Anspruch 11 oder 12 oder einem Montagesystem (30) nach einem
der Ansprüche 1-10.
14. Verfahren zur Montage einer Tür in einer Wandöffnung (20) einer vorzugsweise in Sandwich-Bauweise
mit zwei Deckschichten (4) und einer dazwischen aufgenommenen Füllung (5) ausgeführten
Wand (1), vorzugsweise Brandschutzwand, insbesondere im Schiffbau, mit den Schritten:
- Anbringen eines Montagesystems (30) gemäß einem der Ansprüche 1-13 mit einem Zargenträgerprofil
(31) an der Wandöffnung (20); und
- Anbringen einer Zarge an dem Zargenträgerprofil (31) oder Vorbereiten des Zargenträgerprofils
zur Anbringung einer Zarge daran,
- wobei das Anbringen des Montagesystems (30) aufweist:
- Anordnen des Zargenträgerprofils (31) an der Wandöffnung (20) derart, dass das Zargenträgerprofil
(31) eine Laibung (21) der Wandöffnung (20) und daran anschließende Wandflächenabschnitte
im Querschnitt U-förmig umgreift, indem das Stirnelement (40) des Zargenträgerprofils
(31) entlang der Laibung (21) verläuft und die Seitenelemente (41, 42) des Zargenträgerprofils
(31) entlang gegenüberliegender Wandflächen (11, 12) der Wand (1) verlaufen, und
- Verschrauben der Seitenelemente (41, 42) über die Wandflächen (11, 12) mit der Wand
(1),
- und wobei das Verfahren ferner vorzugsweise wenigstens einen der Schritte aufweist:
- Aufbringen eines Klebstoffs auf wenigstens eine Fläche, die ausgewählt ist unter
an die Laibung (21) anschließenden Wandflächenabschnitte der Wandflächen (11, 12),
welche den Seitenelementen (41, 42) entsprechen, einer Fläche der Laibung (21), und
der Wand zugewandte Abschnitte des Zargenträgerprofils,
- Anordnen eines elastischen Stopfens zwischen der Laibung (21) und dem Stirnelement,
- Anbringen eines Ankerblechs (32) an dem Stirnelement (40), insbesondere durch Verschrauben,
wobei das Ankerblech (32) die Zarge (33) trägt oder die Zarge (33) nach dem Anbringen
des Ankerblechs (32) an dem Ankerblech (32) angebracht wird.
15. Verfahren gemäß Anspruch 14, wobei das Anordnen des Zargenträgerprofils (31) aufweist:
- Bereitstellen eines ersten Profilteils (60), welches das Stirnelement (40) und ein
erstes Seitenelement (41) der zwei Seitenelemente (41, 42) daran angebracht oder damit
einstückig verbunden aufweist,
- Anordnen des ersten Profilteils (60) an der Wand (2) derart, dass das Stirnelement
(40) entlang der Laibung (21) verläuft und das erste Seitenelement (41) entlang einer
ersten Wandfläche (11) der gegenüberliegender Wandflächen (11, 12) verläuft,
- Verschrauben des ersten Profilteils (60) über das erste Seitenelement (41) mit der
ersten Wandfläche (11),
- Anordnen und Befestigen, insbesondere durch Verkleben und/oder Verschrauben, eines
zweiten Seitenelements (42) der zwei Seitenelemente (41, 42) an dem Stirnelement (40)
derart, dass das zweite Seitenelement (42) entlang einer zweiten Wandfläche (12) der
gegenüberliegender Wandflächen (11, 12) verläuft, und
- Verschrauben des zweiten Seitenelements (42) mit der zweiten Wandfläche (12.