[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Benutzergerät für zumindest eine Vakuumvorrichtung
sowie eine mit einem solchen Benutzergerät ausgestattete Vakuumanordnung.
[0002] Die Bedienung von Vakuumvorrichtungen erfolgt typischerweise über Benutzergeräte,
die als Anzeige- und Bediengeräte ausgebildet sein können. Derartige Anzeige- und
Bediengeräte sind herkömmlicherweise für den Anschluss nur eines bestimmten Vakuumvorrichtungstyps
ausgelegt. Beispielsweise kann ein solches Anzeige- und Bediengerät für den Anschluss
einer bestimmten Vakuumpumpe oder einer bestimmten Messröhre ausgelegt sein. Zudem
bieten bekannte Anzeige- und Bediengeräte nur eingeschränkte und feste Möglichkeiten
der Darstellung. In Abhängigkeit der jeweils vorliegenden Anlagenkonfiguration kann
sich hierdurch ein hoher Bedienaufwand beziehungsweise auch ein hoher gerätetechnischer
Aufwand ergeben.
[0003] Vor diesem Hintergrund besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, ein
Benutzergerät für zumindest eine Vakuumvorrichtung anzugeben, das eine erhöhte Einsatzflexibilität
beziehungsweise eine Verringerung des gerätetechnischen Aufwands im Betrieb von Vakuumvorrichtungen
gewährleistet. Ebenso besteht die Aufgabe darin, eine Vakuumanordnung mit einem solchen
Benutzergerät anzugeben.
[0004] Im Hinblick auf ein Benutzergerät ist diese Aufgabe mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst worden. Eine erfindungsgemäße Vakuumanordnung ist Gegenstand von Anspruch
15.
[0005] Ein erfindungsgemäßes Benutzergerät ist für den Einsatz mit zumindest einer Vakuumvorrichtung
ausgebildet. Bei einem solchen Benutzergerät kann es sich insbesondere um ein Anzeige-
und/oder Bediengerät handeln. Das Benutzergerät kann somit zur Darstellung vakuumvorrichtungsspezifischer
Inhalte ausgebildet sein und/oder zur benutzerseitigen Bedienung einer mit dem Benutzergerät
in Verbindungen stehenden Vakuumvorrichtung konfiguriert sein.
[0006] Bei einer hier in Rede stehenden Vakuumvorrichtung kann es sich insbesondere um eine
Vakuumpumpe, ein Vakuummessgerät, ein Vakuumanalysegerät, ein Lecksuchgerät und/oder
ein Vakuumventil handeln. Bei einer Vakuumvorrichtung kann es sich ferner auch um
ein Vakuumkammergerät handeln. Eine Vakuumpumpe kann in vorteilhafterweise als Turbomolekularpumpe
ausgebildet sein. Ebenso kann es sich bei einer Vakuumpumpe um eine Vorpumpe handeln,
insbesondere für eine Vakuumpumpenanordnung, die auch eine Turbomolekularpumpe aufweist.
Schließlich soll sich im Sinne der vorliegenden Erfindung die Angabe "Vakuumvorrichtung"
auch auf Pumpen erstrecken, die lediglich zur Förderung inkompressibler Fluide ausgebildet
sind. Die Erfindung betrifft somit auch Benutzergeräte für Pumpen, die nicht zwingend
zur Erzeugung eines Vakuums ausgebildet sein müssen.
[0007] Ein erfindungsgemäßes Benutzergerät weist zumindest eine Zentraleinheit zur Benutzerinteraktion
mit zumindest einer Vakuumvorrichtung und wenigstens eine Schnittstelle zur Herstellung
einer Datenverbindung zwischen der Zentraleinheit und einer Vakuumvorrichtung auf.
Dabei ist die Zentraleinheit mit einer Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung zur Darstellung
zumindest einer Funktionsansicht mit zumindest einem Funktionsobjekt ausgestattet.
Erfindungsgemäß ist die zumindest eine Funktionsansicht programmierfrei konfigurierbar.
[0008] Unter der Angabe "programmierfrei" soll hier verstanden werden, dass etwaige Konfigurationen
frei von Quellcodezugriffen beziehungsweise frei von Quellcodeveränderungen vorgenommen
werden können. Eine gesonderte Programmierung durch Anpassung oder Neuformulierung
von Quellcodes ist somit bei einer programmierfreien Konfigurierbarkeit nicht erforderlich.
[0009] Erfindungsgemäß kann somit durch die programmierfreie Konfigurierbarkeit der zumindest
einen Funktionsansicht die Einsatzflexibilität des Benutzergeräts verbessert werden.
Insbesondere besteht die Möglichkeit, das Benutzergerät für unterschiedliche Anwendungsgegebenheiten
einzusetzen, ohne dass hierzu eine Anpassung durch Programmierung auf Quellcodeebene
erforderlich ist. Der Bedienaufwand beziehungsweise der gerätetechnische Aufwand für
unterschiedliche Einsatzbedingungen kann auf diese Weise verringert werden.
[0010] Gegenüber einer reinen Auswahl vordefinierter Funktionsansichten kann durch die erfindungsgemäß
vorgesehene programmierfreie Konfigurierbarkeit auf besonders einfache Weise eine
Anpassung des Benutzergeräts beziehungsweise eine Vorbereitung des Benutzergeräts
auf die jeweils vorgesehenen Einsatzbedingungen vorgenommen werden. Das Benutzergerät
ist somit vielseitig einsetzbar. Insbesondere werden hierdurch der Einsatzbereich
des Benutzergeräts erweitert und die Benutzerfreundlichkeit verbessert, da eine Beschränkung
auf vordefinierte Funktionsansichten, welche lediglich vom jeweiligen Anwender ausgewählt
werden können, nicht mehr erforderlich ist.
[0011] Bei dem zumindest einen Funktionsobjekt der Funktionsansicht kann es sich um ein
Bedienelement zur Bedienung einer mit der Zentraleinheit in Datenverbindung stehenden
Vakuumvorrichtung handeln. Das Funktionsobjekt kann demgemäß als Eingabefeld beziehungsweise
als Eingabefläche ausgebildet sein. Ein solches Bedienelement kann eine Eingabe durch
unterschiedliche Methoden ermöglichen, beispielsweise durch Drücken, Loslassen und/oder
Wischen durch einen Benutzer.
[0012] Ebenso kann es sich bei dem Funktionsobjekt um eine Grafikanzeige zur Darstellung
beliebiger Inhalte handeln, insbesondere um kontextspezifische Inhalte. Es kann sich
hierbei besonders bevorzugt um vorrichtungsspezifische Inhalte von in Datenverbindung
mit der Zentraleinheit stehenden Vakuumvorrichtungen handeln.
[0013] Über das Funktionsobjekt können in vorteilhafter Weise Dateninhalte dargestellt werden,
die alle möglichen in einer Vakuumvorrichtung vorhandenen Informationen beziehungsweise
Datenquellen betreffen, beispielsweise Metainformationen, insbesondere Hard- und/oder
Softwareversionen und/oder Namen, Prozessinformationen, insbesondere Strom, Spannung,
Leistung, Temperatur, Druck und/oder Drehzahl, und/oder Konfigurationseinstellungen,
insbesondere Betriebsmodi und/oder Zubehör. Die Dateninhalte können auch veränderliche
Datenpunkte und/oder Kommandos zum Einleiten bestimmter Prozessschritte, insbesondere
Datensenken, betreffen, beispielsweise Kommandos zum Ein- und/oder Ausschalten eines
Antriebs, Vorgaben zu Prozessparametern, wie beispielsweise Leistung, Drehzahl, Druck
und/oder Durchfluss, und/oder Konfigurationseinstellungen. Die Dateninhalte können
auch Kombinationen aus Datenquellen und Datensenken betreffen.
[0014] In weiter bevorzugter Weise können die Dateninhalte zum Einen dem Anwender und/oder
dem Benutzergerät, insbesondere der Zentraleinheit, bekannt sein und/oder durch entsprechende
Nomenklatur benannt werden, beispielsweise Prozesswert #1 einer Vakuumpumpe an serieller
Adresse #2 über RS485-Anschluss #3 an optionalem Modul #4. Es können aber auch Informationen
über die in einer angeschlossenen Vakuumvorrichtung vorhandenen Dateninhalte über
eine serielle Schnittstelle eingeholt und zur Auswahl angezeigt werden, insbesondere
sofern die angeschlossene Vakuumvorrichtung dies unterstützt. Die Dateninhalte können
auch durch Metainformationen beschrieben werden, beispielsweise Adressierung des Dateninhalts
(z.B. Parameternummer), Name, physikalische Einheit, Handling-Möglichkeiten (Lesen,
Schreiben, Einschränkungen im Zugriff), Datentyp, Minimal-/Maximalwerte für Eingabe
und/oder Anzeige.
[0015] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist die zumindest eine Funktionsansicht durch
programmierfreie Neuerzeugung konfigurierbar. Es kann also je nach Einsatzbedingungen
eine gewünschte oder erforderliche Funktionsansicht erzeugt werden, wobei eine zu
erzeugende Funktionsansicht erfindungsgemäß programmierfrei konfigurierbar ist. Die
Neuerzeugung der Funktionsansicht kann dementsprechend ohne Zugriff auf den oder Veränderung
des Quellcodes, welcher in einer Speichereinheit der Zentraleinheit hinterlegt sein
kann, erfolgen. Gegenüber der reinen Auswahl einer Ansicht erfolgt bei der Neuerzeugung
somit ein originäres Generieren der Funktionsansicht.
[0016] Ebenso ist es möglich, dass die zumindest eine Funktionsansicht durch programmierfreie
Anpassung einer vorhandenen Funktionsansicht konfigurierbar ist. Es kann also eine
bereits hinterlegte oder vordefinierte Funktionsansicht durch Anpassung konfiguriert
beziehungsweise neu konfiguriert werden. Hierzu können beispielsweise einzelne Funktionselemente
hinzugefügt und/oder entfernt werden. Der nutzerseitige Aufwand zur Einrichtung des
Benutzergeräts für die jeweils gewünschten Einsatzbedingungen kann auf diese Weise
verringert werden.
[0017] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung kann die zumindest eine Funktionsansicht
vollständig und/oder teilweise durch programmierfreie Neuerzeugung konfigurierbar
sein und/oder durch programmierfreie Anpassung einer vorhandenen Funktionsansicht
konfigurierbar sein. Die Konfigurierbarkeit bezieht sich demgemäß auf einen Teil der
Funktionsansicht oder auch auf die gesamte Funktionsansicht. Durch die Möglichkeit
der programmierfreien Konfigurierbarkeit der gesamten Funktionsansicht kann eine besonders
hohe Einsatzflexibilität erzielt werden. Die Möglichkeit einer teilweisen Konfigurierbarkeit
der Funktionsansicht kann den nutzerseitigen Aufwand zur Einrichtung des Benutzergeräts
für den jeweiligen Einsatzzweck verringern beziehungsweise die Entfernung sicherheitsrelevanter
Funktionselemente unterbinden. Insbesondere können Teile der Funktionsansicht unveränderlich
oder fest vorgegeben sein, wodurch beispielsweise Hilfestellungen für einen Nutzer
oder sicherheitsrelevante Funktionselemente ständig bereitgehalten werden können.
[0018] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung kann die Funktionsansicht programmierfrei
durch Erzeugung, Auswahl und/oder Anpassung eines Funktionsobjekts und/oder einer
Mehrzahl von Funktionsobjekten konfigurierbar sein. Ebenso kann die Funktionsansicht
programmierfrei durch Zusammenstellung einer Mehrzahl auswählbarer Funktionsobjekte
konfigurierbar sein. Die Zusammenstellung von Funktionsobjekten kann dabei aus bereits
vorhandenen Funktionsobjekten vorgenommen werden. Beispielsweise besteht die Möglichkeit,
einzelne Funktionsansichten aus unterschiedlichen vordefinierten Funktionsansichten
in einer neu konfigurierten Funktionsansicht zusammenzustellen. Es kann hierdurch
beispielsweise eine Übersicht ausgewählter Funktionselemente in nur einer Funktionsansicht
geschaffen werden. Das Erfordernis des Umschaltens zwischen unterschiedlichen Funktionsansichten
im Betrieb kann hierdurch vermieden oder zumindest verringert werden. Dies gilt insbesondere
für Fallgestaltungen, in denen anwenderseitig ein häufiger Zugriff auf Funktionselemente
unterschiedlicher voreingestellter Funktionsansichten erforderlich ist.
[0019] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist die Art, Position, Form, Größe
und/oder der Darstellungstyp des zumindest einen Funktionsobjekts programmierfrei
auswählbar und/oder anpassbar. Die Konfigurationsflexibilität der zumindest einen
Funktionsansicht kann auf diese Weise weiter verbessert werden.
[0020] Bei der Art des jeweiligen Funktionsobjektes kann es sich beispielsweise um die Ausprägung
als Textanzeige, Grafikanzeige, Indikator, Taste, Regler und/oder Graph handeln. Die
Position, Form beziehungsweise Größe eines Funktionsobjekts kann beispielsweise temporär
verändert werden, insbesondere kann eine temporäre Vergrößerung auf eine Maximaldarstellung
erfolgen, wodurch eine besondere Signalwirkung oder eine besonders gute Leserlichkeit
für einen Anwender erzielt werden kann. Der Darstellungstyp eines Funktionsobjekts
kann eine Textform, eine Symbolform beziehungsweise Ausrichtungen von Text- und Symbolanzeigen
betreffen. Ebenso kann der Darstellungstyp konstante und/oder dynamische Darstellungen
umfassen. Dabei können beispielsweise Vorder- beziehungsweise Hintergrundfarben oder
Farbanpassungen abhängig von vordefinierten Bedingungen, wie zum Beispiel, Parameterschwellenwerten,
vordefiniert sein.
[0021] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn die Funktionsobjekte in der gleichen Weise
wie die Funktionsansichten mit Datenobjekten verknüpft und/oder verknüpfbar sind,
insbesondere fest, automatisch und/oder manuell. Datenobjekte als Datenquellen und/oder
Datensenken können sowohl in angeschlossenen Vakuumvorrichtungen, beispielsweise als
Druckistwert einer Messröhre, und/oder in Teilen des Benutzergerätes, beispielsweise
in oder an einem Digitalausgang in einem Erweiterungsmodul, vorhanden sein. Dabei
können grafische Eigenschaften des Funktionsobjektes wie Größe, Position, Vorder-/Hintergrundfarbe,
Gestalt, Text, Icons, oder dergleichen sowohl statisch festgelegt oder festlegbar
oder durch eine oder mehrere Bedingungen festgelegt oder festlegbar sein. Beispielsweise
kann ein Funktionselement mit dem Ist-Druck einer angeschlossenen Vakuummessröhre
verknüpft werden und die Farbe des Funktionselement abhängig von applikationsspezifischen
Schwellwerten eingefärbt ("Prozessdruck erreicht": grün, "Prozessdruck nicht erreicht":
gelb, "Prozessdruck kritisch": rot) und mit entsprechenden Texten versehen werden.
[0022] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung ist die Zentraleinheit zur automatischen
Erkennung einer Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration eingerichtet. Die Zentraleinheit
kann auf diese Weise selbsttätig, insbesondere ohne weitergehende Eingaben eines Anwenders,
die vorherrschende Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration erkennen und gegebenenfalls
auch den sinnvollerweise zu erwartenden Einsatzzweck der Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration
erkennen. Eine solche Erkennung kann zur Unterstützung der programmierfreien Konfiguration
der zumindest einen Funktionsansicht genutzt werden.
[0023] In besonders bevorzugter Weise kann die Funktionsansicht kontextspezifisch konfigurierbar
sein, insbesondere in Abhängigkeit einer erkannten Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration.
Demgemäß kann durch die Zentraleinheit zunächst ein Erkennungsprozess der jeweils
vorliegenden Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration vorgenommen werden. In Abhängigkeit
der erkannten Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration kann dann eine programmierfreie
Konfiguration zumindest einer Funktionsansicht vorgenommen werden. Sofern die Konfiguration
in Abhängigkeit einer Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration erfolgt, handelt es sich
um eine kontextspezifische Konfiguration.
[0024] Weiter bevorzugt kann die Zentraleinheit zur automatisierten Konfigurierung der zumindest
einen Funktionsansicht eingerichtet sein, insbesondere in Abhängigkeit einer erkannten
Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration. Dementsprechend kann eine jeweils erkannte
Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration automatisch eine Konfigurierung der Funktionsansicht
auslösen. Eine solche Konfigurierung aufgrund einer erkannten Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration
kann insbesondere frei von nutzerseitigen Eingaben erfolgen, so dass der Einrichtungsaufwand
eines solchen Benutzergeräts weiter verringert werden kann.
[0025] Ebenso ist es möglich, dass die Funktionsansicht benutzerseitig nach voreingestellten
Vorgaben oder auch frei von voreingestellten Vorgaben programmierfrei konfigurierbar
ist. Eine Konfigurierung nach voreingestellten Vorgaben oder frei von voreingestellten
Vorgaben kann dabei unabhängig von der jeweils vorliegenden Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration
erfolgen. Die Individualisierbarkeit des Benutzergeräts nach Vorstellungen des jeweiligen
Anwenders kann hierdurch verbessert und somit auch die Einsatzflexibilität weiter
erhöht werden.
[0026] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung kann die Schnittstelle an der Zentraleinheit
oder an einem mit der Zentraleinheit in Verbindung stehenden Erweiterungsmodul vorgesehen
sein. Dabei kann die Schnittstelle für den Anschluss unterschiedlicher Vorrichtungstypen
eingerichtet sein. Ebenso ist es möglich, eine Mehrzahl von Schnittstellen vorzusehen,
die für denselben Vorrichtungstyp oder auch für unterschiedliche Vorrichtungstypen
ausgebildet sein können. Dabei können zwei Schnittstellen identisch und/oder unterschiedlich
ausgebildet sein. Unterschiedlich ausgebildete Schnittstellen können insbesondere
für den Anschluss unterschiedlicher Vorrichtungstypen vorgesehen sein. Ebenso können
an ein und derselben Schnittstelle unterschiedliche Vorrichtungstypen angeschlossen
werden. Schließlich kann eine Mehrzahl von Schnittstellen an der Zentraleinheit vorgesehen
sein, insbesondere unmittelbar an der Zentraleinheit. Ferner können zumindest eine
Schnittstelle an der Zentraleinheit und zumindest eine weitere Schnittstelle an einem
Erweiterungsmodul vorgesehen sein.
[0027] Zumindest eine Schnittstelle der Zentraleinheit kann als sogenannte Default Schnittstelle
ausgebildet sein, über die eine initiale Programmierung beziehungsweise Konfiguration
der Zentraleinheit vorgenommen werden kann, insbesondere durch Anschluss an einen
externen Rechner. Darüber hinaus kann die Zentraleinheit auch eine Schnittstelle oder
eine Mehrzahl von Schnittstellen zur Herstellung einer Datenverbindung mit einer Vakuumvorrichtung
aufweisen.
[0028] In weiter bevorzugter Ausgestaltung kann die Zentraleinheit durch zumindest ein Erweiterungsmodul,
bevorzugt durch eine Mehrzahl von Erweiterungsmodulen, erweiterbar sein. Durch ein
solches Erweiterungsmodul kann die Funktionalität der Zentraleinheit flexibel und
je nach anwenderseitigen Vorstellungen gestaltet werden. Eine jeweilige Gerätekonfiguration
kann durch Anordnen und/oder Weglassen zumindest eines Erweiterungsmoduls festlegbar
sein. Insbesondere kann durch den Typ des Erweiterungsmoduls und/oder durch die Anzahl
von Erweiterungsmodulen eine Gerätekonfiguration festgelegt werden. Die Gerätekonfiguration
betrifft somit die Zusammenstellung der Zentraleinheit und gegebenenfalls vorhandener
Erweiterungsmodule.
[0029] In vorteilhafter Weise kann das zumindest eine Erweiterungsmodul als Schnittstellenmodul
für die Herstellung einer Datenverbindung mit einer Vakuumvorrichtung ausgebildet
sein. Die Schnittstelle des Benutzergeräts kann somit an einem solchen Schnittstellenmodul
vorgesehen sein. Ebenso kann das Benutzergerät eine Mehrzahl von Schnittstellen aufweisen.
Mehrere Schnittstellen können an einem oder an mehreren Schnittstellenmodulen vorgesehen
sein. Es ist auch möglich, dass eine Mehrzahl von Schnittstellenmodulen vorgesehen
ist, die jeweils eine Schnittstelle oder jeweils eine Mehrzahl von Schnittstellen
aufweisen.
[0030] In weiter bevorzugter Weise kann zumindest ein Erweiterungsmodul als Modul zur Eingabe,
Erfassung und/oder Ausgabe digitaler und/oder analoger Signale sein. Ein solches Signalmodul
lässt sich beispielsweise zur Messung von Umgebungsparametern und/oder von technischen
Betriebsparametern, wie zum Beispiel Druck in einem zu fördernden Medium, einsetzen.
[0031] In weiter bevorzugter Weise kann zumindest ein Erweiterungsmodul als Modul zur Kommunikation
mit übergeordneten Steuerungen ausgebildet sein. Bei einem solchen Modul handelt es
sich beispielsweise um ein sogenanntes Ethernetmodul. Anstelle eines Ethernet-Moduls
ist auch jegliche andere Art einer geeigneten Schnittstelle zur Prozesssteuerung denkbar,
beispielsweise DeviceNet, CANopen, Profibus, Ethernet mit weitergehenden Protokollen
und Profilen, insbesondere EtherCAT, Profinet, Ethernet/IP, TCP/IP, UDP, MTTQ, OPC
UA oder dergleichen.
[0032] Durch die Kommunikation mit übergeordneten Steuerungen können beispielsweise Vakuumvorrichtungen
älterer Bauart oder eine Gruppe von Vakuumvorrichtungen mit einer gesonderten Steuerung
angesteuert werden. Dies ist beispielsweise dann von Vorteil, wenn die Vakuumvorrichtungen
nicht direkt von der übergeordneten Steuerung angesprochen werden können, sondern
direkt mit dem Benutzergerät über Schnittstellen und/oder Erweiterungsmodule verbunden
sind und die übergeordnete Steuerung dann über das Benutzergerät darauf Zugriff erlangt.
Auf diese Weise kann ein höheres Maß an Kompatibilität des Benutzergeräts geschaffen
werden.
[0033] In weiter bevorzugter Weise kann zumindest eines der Erweiterungsmodule als Modul
zur Ansteuerung von Speichermedien, insbesondere festen Speichermedien und/oder Wechselspeichermedien,
ausgebildet sein. Ebenso ist es möglich, dass zumindest eines der Erweiterungsmodule
eine Speichereinrichtung enthält. Relevante Betriebsdaten können auf diese Weise sicher
gespeichert oder zur Weiterverwendung bereitgestellt werden, wodurch ein verbesserter
und sicherer Betrieb von Vakuumvorrichtungen gewährleistet werden kann.
[0034] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung kann zumindest ein Erweiterungsmodul
als Netzteilmodul ausgebildet sein, insbesondere zur Strom- und/oder Spannungsversorgung
der Zentraleinheit, einer an die Zentraleinheit angeschlossenen Vakuumvorrichtung
und/oder eines zusätzlich vorgesehenen Erweiterungsmoduls. Ein solches Netzteilmodul
versorgt somit die Zentraleinheit, eine Vakuumvorrichtung und/oder ein weiteres Erweiterungsmodul
mit Strom beziehungsweise Spannung.
[0035] Es ist möglich, dass insgesamt ein Netzteilmodul oder auch eine Mehrzahl von Netzteilmodulen
vorgesehen ist. Bei Anordnung eines einzigen Netzteilmoduls kann dieses zur Strom-
beziehungsweise Spannungsversorgung der Zentraleinheit eingerichtet sein. Ferner kann
das Netzteilmodul indirekt über die Zentraleinheit eine Strom- beziehungsweise Spannungsversorgung
angeschlossener Vakuumvorrichtungen beziehungsweise zusätzlicher Erweiterungsmodule
sicherstellen. Dies gilt insbesondere für den Fall eines nur geringen Strom- beziehungsweise
Spannungsbedarfs angeschlossener Vakuumvorrichtungen beziehungsweise zusätzlicher
Erweiterungsmodule. Ebenso kann eine Mehrzahl von Netzteilmodulen vorgesehen sein,
wobei jedes der Netzteilmodule unterschiedliche Einheiten versorgt. Eines der Netzteilmodule
kann zur Strom- und/oder Spannungsversorgung der Zentraleinheit und ein weiteres Netzteilmodul
zur Strom- und/oder Spannungsversorgung einer angeschlossenen Vakuumvorrichtung vorgesehen
sein. Schließlich besteht auch die Möglichkeit, dass zumindest ein Netzteilmodul extern
angeordnet ist, beispielsweise als Teil einer angeschlossenen Vakuumvorrichtung angeordnet
ist. Ein externes Netzteilmodul kann wiederum zur Strom- beziehungsweise Spannungsversorgung
der Zentraleinheit und/oder eines Erweiterungsmoduls angeordnet sein.
[0036] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung kann die Anlagenkonfiguration durch
Herstellung einer Datenverbindung zwischen der Zentraleinheit und zumindest einer
Vakuumvorrichtung festlegbar sein, insbesondere durch den Typ der Vakuumvorrichtung
und/oder durch die Anzahl an Vakuumvorrichtungen. Somit kann das Benutzergerät über
die Zentraleinheit eine Datenverbindung mit einer Vakuumvorrichtung oder einer Mehrzahl
von Vakuumvorrichtungen aufbauen. Sobald eine entsprechende Datenverbindung aufgebaut
ist, ergibt sich aus der gesamten Anordnung aus Benutzergerät und mit der Zentraleinheit
des Benutzergeräts in Datenverbindung stehenden Vakuumvorrichtungen eine Anlagenkonfiguration.
Eine solche Anlagenkonfiguration kann in Abhängigkeit der jeweils vorliegenden technischen
Erfordernisse ausgewählt und umgesetzt werden. Das Benutzergerät kann dabei für eine
besonders große Vielzahl an unterschiedlichen Anlagenkonfigurationen geeignet sein,
insbesondere aufgrund der programmierfreien Konfigurierbarkeit der zumindest einen
Funktionsansicht. Insbesondere kann die programmierfreie Konfiguration der zumindest
einen Funktionsansicht in Abhängigkeit der jeweils vorherrschenden Anlagenkonfiguration
aus Benutzergerät und jeweils angeschlossener Vakuumvorrichtung vorgenommen werden.
[0037] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn das zumindest eine Funktionsobjekt mit einem
Datenobjekt der Zentraleinheit, eines Erweiterungsmoduls und/oder einer in Datenverbindung
mit der Zentraleinheit stehenden Vakuumvorrichtung verknüpft ist oder zur Verknüpfung
eingerichtet ist. Ein in der Funktionsansicht vorgesehenes Funktionsobjekt kann somit
auf Grundlage von Daten der Zentraleinheit, eines Erweiterungsmoduls und/oder einer
Vakuumvorrichtung erzeugt sein beziehungsweise zur laufenden Aktualisierung in permanenter
Verknüpfung stehen. Hierdurch kann durch einen Anwender ein geeigneter Zugriff auf
Datenobjekte der Zentraleinheit, eines gegebenenfalls vorgesehenen Erweiterungsmoduls
beziehungsweise einer angeschlossenen Vakuumvorrichtung gewährleistet werden.
[0038] Es kann ebenso von Vorteil sein, wenn die Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung der
Zentraleinheit zur Darstellung einer Mehrzahl von Funktionsansichten und/oder von
unterschiedlichen Funktionsansichten eingerichtet ist. Die unterschiedlichen Funktionsansichten
können nach unterschiedlichen Maßgaben programmierfrei konfigurierbar sein. Ebenso
ist es möglich, dass zumindest eine Funktionsansicht und/oder zumindest ein Funktionsobjekt
einer Funktionsansicht vorgegeben beziehungsweise vordefiniert ist.
[0039] Die jeweilige Funktionsansicht beziehungsweise das jeweilige Funktionsobjekt kann
unveränderlich oder auch neu konfigurierbar ausgebildet sein. Durch eine unveränderliche
Ausbildung können beispielsweise sicherheitsrelevante Darstellungen dauerhaft eingeblendet
bleiben, wodurch die Gefahr von Fehlbedienungen verringert oder das Entstehen von
Gefahrensituationen vermieden werden kann. Eine Neukonfigurierbarkeit kann die Anpassung
vordefinierter Ansichten beziehungsweise Funktionsobjekte nach anwenderseitigen Vorstellungen
ermöglichen.
[0040] In weiter bevorzugter Weise kann die Funktionsansicht kontextspezifisch in Abhängigkeit
einer erkannten Pumpstandkonfiguration programmierfrei erzeugbar sein. Dabei kann
die kontextspezifische Funktionsansicht bevorzugt für die erkannte Pumpstandkonfiguration
erforderliche oder geeignete Funktionsobjekte aufweisen. Bei einer erkannten Pumpstandkonfiguration
kann es sich insbesondere um einen Pumpstand mit einer Turbomolekularpumpe und/oder
mit einer Vorpumpe handeln.
[0041] Eine kontextspezifische Erzeugung einer Funktionsansicht in Abhängigkeit einer erkannten
Pumpstandkonfiguration kann in besonders einfacher Weise die Einrichtung eines Benutzergeräts
für einen Pumpstand gewährleisten. Durch Anschluss der jeweiligen Vakuumvorrichtungen
des Pumpstandes an die Zentraleinheit des Benutzergeräts kann eine Erkennung der Pumpstandkonfiguration
erfolgen und in Abhängigkeit der Erkennung eine programmierfreie Konfigurierung der
Funktionsansicht vorgenommen werden. Durch Vorsehen von erforderlichen oder geeigneten
Funktionsobjekten für die jeweilige Pumpstandkonfiguration wird insbesondere der benutzerseitige
Aufwand zur Konfiguration der Zentraleinheit beziehungsweise der jeweiligen Funktionsansicht
verringert.
[0042] In weiter vorteilhafter Weise kann die Zentraleinheit zur Darstellung einer Konfigurationsansicht
eingerichtet sein. Über eine solche Konfigurationsansicht kann der Betriebsmodus der
Zentraleinheit selbst einstellbar sein. Bei einer solchen Konfigurationsansicht kann
es sich demnach um eine temporäre Ansicht handeln, die zur Einstellung beziehungsweise
zur Konfiguration der Zentraleinheit verwendet wird. Durch die Konfigurationsansicht
kann zudem eine Funktionsansicht programmierfrei konfiguriert beziehungsweise erzeugt
werden.
[0043] In bevorzugter Weise kann eine derartige Konfigurationsansicht eine Auflistung von
Funktionsobjekten und/oder von Datenobjekten aufweisen, insbesondere von Datenobjekten
der Zentraleinheit, eines Erweiterungsmoduls und/oder einer in Datenverbindung mit
der Zentraleinheit stehenden Vakuumvorrichtung. Es kann sich ebenfalls um geräte-
und/oder anlagenunabhängige Datenobjekte handeln. Solche Datenobjekte sind dementsprechend
unabhängig von der Ausprägung der Zentraleinheit, etwaig vorgesehener Erweiterungsmodule
und/oder der in Verbindung mit der Zentraleinheit stehenden Vakuumvorrichtung. Bei
derart unabhängigen Datenobjekten kann es sich beispielsweise um Webinhalte oder Hilfeinformationen
handeln.
[0044] Ein weiterer Aspekt der vorliegenden Erfindung betrifft eine Vakuumanordnung mit
einem voranstehend beschriebenen Benutzergerät sowie zumindest einer Vakuumvorrichtung,
die über die Schnittstelle des Benutzergeräts mit der Zentraleinheit des Benutzergeräts
in Datenverbindung steht.
[0045] Eine solche Vakuumanordnung kann auf besonders einfache Weise konfiguriert beziehungsweise
zusammengestellt und das jeweilige Benutzergerät mit nur geringem Aufwand eingerichtet
beziehungsweise an die jeweilige Konfiguration der Vakuumanordnung angepasst werden.
Die Bedienung der Gesamtanwendung wird auf diese Weise vereinfacht. Ein Eingriff auf
den Quellcode der Zentraleinheit des Benutzergeräts ist zur Einrichtung nicht erforderlich.
[0046] Ein voranstehend beschriebenes Benutzergerät kann zum Betrieb mit Vakuumvorrichtungen
und/oder allgemeinen Einrichtungen oder Komponenten der jeweiligen Applikation beziehungsweise
der jeweiligen Vakuumanordnung geeignet sein. Beispielsweise kann über einen Relais-
und/oder Digitalausgang eines Erweiterungsmoduls eine Anzeige, beispielsweise in Form
einer Warnlampe, angesteuert werden.
[0047] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die beigefügte
Zeichnung beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Vakuumanordnung mit einem Benutzergerät gemäß
einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
[0048] Die Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Vakuumanordnung 10. Die Vakuumanordnung
10 weist ein Benutzergerät 12 und zumindest eine Vakuumvorrichtung 14 auf. Im vorliegenden
Beispiel sind insgesamt fünf Vakuumvorrichtungen 14 schematisch angedeutet, wobei
jedoch auch eine andere Anzahl von Vakuumvorrichtungen 14 vorgesehen sein kann.
[0049] Bei den Vakuumvorrichtungen 14 kann es sich beispielsweise um Vakuumpumpen, insbesondere
Turbomolekularpumpen, Vakuummessgeräte, Vakuumanalysegeräte, Lecksuchgeräte und/oder
Vakuumventile handeln. Ebenso kann es sich bei einer Vakuumvorrichtung 14 auch um
ein Vakuumkammergerät handeln.
[0050] Eine Vakuumanordnung 10 kann eine Mehrzahl gleicher Vakuumvorrichtungen 14 oder auch
unterschiedliche Typen von Vakuumvorrichtungen 14 aufweisen. Ebenfalls möglich sind
Vakuumanordnungen 10 mit einer oder mehrerer Vakuumvorrichtungen 14 und einem oder
mehreren Benutzergeräten 12.
[0051] Ein erfindungsgemäßes Benutzergerät 12 für eine Vakuumvorrichtung 14 weist eine Zentraleinheit
16 zur Benutzerinteraktion mit zumindest einer Vakuumvorrichtung 14 und wenigstens
eine Schnittstelle 18 zur Herstellung einer Datenverbindung zwischen der Zentraleinheit
16 und einer Vakuumvorrichtung 14 auf. Die Schnittstelle 18 kann beispielsweise an
der Zentraleinheit 16 vorgesehen sein. Das Benutzergerät 12 kann ferner mit zumindest
einem Erweiterungsmodul 20, insbesondere mit einer Mehrzahl von Erweiterungsmodulen
20 ausgestattet sein. Die Erweiterungsmodule 20 dienen der Funktionserweiterung der
Zentraleinheit 16 und können über eine Busverbindung 22 mit der Zentraleinheit 16
in Verbindung stehen. Hierzu kann die Zentraleinheit 16 mit einer internen Schnittstelle
24 ausgestattet sein. Bei der Busverbindung 22 kann es sich insbesondere um einen
CAN-Bus handeln. Ebenso können auch andere Busverbindungen vorgesehen sein, beispielsweise
I2C, RS485 und/oder LVDS. Die Erweiterungsmodule 20 können unterschiedliche Funktionalitäten
bereitstellen. So können beispielsweise Schnittstellenmodule 26 vorgesehen sein, die
jeweils mit einer Schnittstelle 28 zur Herstellung einer Datenverbindung zwischen
der Zentraleinheit 16 und einer Vakuumvorrichtung 14 ausgestattet sind. Die Schnittstelle
28 kann dabei zusätzlich oder alternativ zu der Schnittstelle 18 vorgesehen sein.
Ferner kann ein Modul 30 zur Eingabe, Erfassung und/oder Ausgabe digitaler und/oder
analoger Signale vorgesehen sein. Schließlich kann ein Modul 32 zur Kommunikation
mit einer übergeordneten Steuerung 34 vorgesehen sein. Eine übergeordnete Steuerung
34 kann wiederum eine Vakuumvorrichtung beziehungsweise eine Mehrzahl von Vakuumvorrichtungen
ansteuern. Schließlich kann auch ein Modul 36 zur Ansteuerung von Speichermedien vorgesehen
sein. Bei dem Modul 36 kann es sich beispielsweise um ein Modul mit einer USB-Schnittstelle
handeln. Ebenso können auch andere Schnittstellen zu Speichermedien vorgesehen sein,
beispielsweise MMC, SD und/oder µSD.
[0052] Die Zentraleinheit 16 kann schließlich mit einer sogenannten Default Schnittstelle
38 ausgestattet sein, über die die Zentraleinheit werksseitig vorkonfiguriert beziehungsweise
eine initiale Konfiguration durch Aufspielen von Software vorgenommen werden kann.
Die Default-Schnittstelle 38 kann aber auch über die Schnittstelle 18 realisiert werden,
sodass im Minimalausbau nur die Schnittstelle 18 für Software-Updates und sonstige
Zugriffe im Zuge der Herstellung verwendet werden kann. Die Schnittstelle 18 kann
also als Default-Schnittstelle verwendet werden.
[0053] Ferner kann zumindest ein Erweiterungsmodul als Netzteilmodul 40 ausgebildet sein.
Das Netzteilmodul 40 dient der Strom- beziehungsweise Spannungsversorgung der Zentraleinheit
16. Dabei kann über die Zentraleinheit 16 auch eine Strom- oder Spannungsversorgung
von Vakuumvorrichtungen 14 erfolgen, insbesondere dann, wenn diese lediglich einen
geringen Strom- oder Spannungsbedarf aufweisen. Demgegenüber kann auch ein weiteres
Netzteilmodul 42 zur direkten Strom- und/oder Spannungsversorgung einer Vakuumvorrichtung
oder mehrerer Vakuumvorrichtungen vorgesehen sein. Es kann aber auch ein einziges
Netzteil 40 oder 42 sowohl die Versorgung der Zentraleinheit 16, der Erweiterungsmodule
20, der an die Zentraleinheit 16 und/oder an die Erweiterungsmodule 20 angeschlossenen
Vakuumvorrichtungen 14 und einer direkt an das Benutzergerät 12 angeschlossenen Vakuumvorrichtung
14 übernehmen. Schließlich können auch einzelne Erweiterungsmodule 20 über das Netzteilmodul
40, indirekt über die Zentraleinheit 16, mit Strom beziehungsweise Spannung versorgt
werden. So kann beispielsweise das Modul 36 zur Ansteuerung von Speichermedien über
das Netzteilmodul 40 mit Strom beziehungsweise Spannung versorgt werden.
[0054] Die Zentraleinheit 16 kann ferner eine interne Speichereinrichtung 44 aufweisen,
auf der Betriebssoftware oder auch anderweitige Daten gespeichert sein können. Bei
einer derartigen Betriebssoftware kann es sich insbesondere um ein Computerprogrammprodukt
handeln.
[0055] Ferner weist die Zentraleinheit 16 eine Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung 46 zur
Darstellung zumindest einer Funktionsansicht 48 auf. Die Funktionsansicht 48 weist
wiederum zumindest ein Funktionsobjekt 50 oder auch eine Mehrzahl von Funktionsobjekten
50 auf.
[0056] Bei den Funktionselementen 50 kann es sich beispielsweise um Grafikanzeigen zur Darstellung
beliebiger Inhalte oder vakuumvorrichtungsspezifischer Inhalte handeln. Ebenso kann
es sich bei den Funktionsobjekten 50 um Eingabefelder handeln, durch die eine flexible
Bedienung einer Vakuumvorrichtung 14 gewährleistet wird. Die Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung
46 kann insbesondere als Touchpanel ausgebildet sein, so dass Grafikanzeigen und Eingabefelder
gemeinsam in einer Darstellung kombiniert werden können.
[0057] Erfindungsgemäß kann nun die zumindest eine Funktionsansicht 48 programmierfrei konfigurierbar
sein. Hierzu können einzelne Funktionsobjekte 50 oder mehrere Funktionsobjekte 50
erzeugt, ausgewählt und/oder angepasst werden. Ebenso ist es möglich, bereits vordefinierte
Funktionsobjekte 50 in einer Funktionsansicht 48 geeignet zusammenzustellen und hierdurch
eine Konfiguration vorzunehmen. Die Funktionsobjekte 50 können beispielsweise aus
einer Mehrzahl unterschiedlicher vorgegebener Ansichten ausgewählt und in einer neu
konfigurierten Ansicht geeignet zusammengestellt werden, wodurch die Nutzererfordernisse
flexibel umgesetzt werden können.
[0058] Die programmierfreie Konfigurierbarkeit gewährleistet insbesondere Anpassungen oder
Neuerzeugungen einer Funktionsansicht frei von Zugriffen auf einen Quellcode. Zur
Anpassung der jeweiligen Funktionsansicht 48 bedarf es somit keinerlei Programmieraufwand
auf Quellcodeebene.
[0059] Die Zentraleinheit 16 kann dazu eingerichtet sein, eine Gerätekonfiguration, bestehend
aus der Zusammenstellung der Zentraleinheit 16 sowie etwaig vorgesehener Erweiterungsmodule
20 zu erkennen. In Abhängigkeit einer solchen Erkennung kann die jeweilige Funktionsansicht
48 konfiguriert beziehungsweise erzeugt werden. Eine solche Erzeugung kann mit oder
ohne Anwendereingaben erfolgen, insbesondere automatisiert.
[0060] Ebenso ist es möglich, dass die Zentraleinheit 16 dazu eingerichtet ist, eine Anlagenkonfiguration,
welche durch das Benutzergerät 12 sowie die mit der Zentraleinheit 16 in Datenverbindung
stehenden Vakuumvorrichtungen 14 gebildet wird, zu erkennen. Wiederum in Abhängigkeit
einer derartigen Erkennung kann eine Funktionsansicht 48 konfiguriert beziehungsweise
erzeugt werden. Die Erkennung der jeweiligen Anlagenkonfiguration kann dabei zur Konfiguration
einer Funktionsansicht 48 führen, welche die für die jeweils vorgesehene Anlagenkonfiguration
sinnvolle Funktionsobjekte 50 enthält.
[0061] Schließlich ist es auch möglich, dass die Funktionsansicht 48 frei von Vorgaben oder
auch durch bestimmte Vorgaben anwenderseitig konfigurierbar ist. Anwenderseitig können
dabei auch Funktionsobjekte 50 vorgesehen werden, die vom Bediengerät 12 oder angeschlossenen
Vakuumvorrichtungen 14 unabhängige Inhalte darstellen oder enthalten.
[0062] Durch die modulare Ausgestaltung des Benutzergeräts 12 beziehungsweise der dadurch
flexiblen Möglichkeit zur Gestaltung verschiedener Vakuumanordnungen 10 entsteht ein
hohes Maß an Flexibilität im Einsatz. Gleichzeitig wird durch die programmierfreie
Konfigurierbarkeit der zumindest einen Funktionsansicht 48 eine gute Anpassbarkeit
des Benutzergeräts 12 an unterschiedliche Gegebenheiten gewährleistet. Die Einrichtung
und Bedienbarkeit eines Vakuumvorrichtungssystems 10 wird dadurch insgesamt erleichtert
und der gerätetechnische Aufwand verringert.
1. Benutzergerät (12) für zumindest eine Vakuumvorrichtung (14), insbesondere für zumindest
eine Vakuumpumpe, ein Vakuummessgerät, ein Vakuumanalysegerät, ein Lecksuchgerät und/oder
ein Vakuumventil, mit einer Zentraleinheit (16) zur Benutzerinteraktion mit zumindest
einer Vakuumvorrichtung (14) und mit wenigstens einer Schnittstelle (18, 28) zur Herstellung
einer Datenverbindung zwischen der Zentraleinheit (16) und einer Vakuumvorrichtung
(14), wobei die Zentraleinheit (16) eine Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung (46)
zur Darstellung zumindest einer Funktionsansicht (48) mit zumindest einem Funktionsobjekt
(50) aufweist und wobei die zumindest eine Funktionsansicht (48) programmierfrei konfigurierbar
ist.
2. Benutzergerät (12) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die zumindest eine Funktionsansicht (48) durch programmierfreie Neuerzeugung konfigurierbar
ist und/oder durch programmierfreie Anpassung einer vorhandenen Funktionsansicht konfigurierbar
ist.
3. Benutzergerät (12) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Funktionsansicht (48) programmierfrei durch Erzeugung, Auswahl und/oder Anpassung
eines Funktionsobjekts (50) und/oder einer Mehrzahl von Funktionsobjekten (50) und/oder
durch Zusammenstellung einer Mehrzahl auswählbarer Funktionsobjekte (50) konfigurierbar
ist und/oder dass die Art, Position, Form, Größe und/oder der Darstellungstyp des
zumindest einen Funktionsobjekts (50) programmierfrei auswählbar und/oder anpassbar
ist, und/oder dass die Funktionsansicht (48) und/oder das Funktionsobjekt (50) zur
konstanten und/oder dynamischen Darstellung eingerichtet ist und/oder mit Datenobjekten
verknüpft oder verknüpfbar ist, insbesondere mit Datenobjekten von zumindest einer
mit der Zentraleinheit (16) in Datenverbindung stehenden Vakuumvorrichtung (14).
4. Benutzergerät (12) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentraleinheit (16) zur automatischen Erkennung einer Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration
eingerichtet ist und/oder dass die Funktionsansicht (48) kontextspezifisch konfigurierbar
ist, insbesondere in Abhängigkeit einer erkannten Geräte- und/oder Anlagenkonfiguration.
5. Benutzergerät (12) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentraleinheit (16) zur automatisierten Konfigurierung der zumindest einen Funktionsansicht
(48) eingerichtet ist, insbesondere in Abhängigkeit einer erkannten Geräte- und/oder
Anlagenkonfiguration, und/oder dass die Funktionsansicht (48) benutzerseitig nach
voreingestellten Vorgaben oder frei von voreingestellten Vorgaben programmierfrei
konfigurierbar ist, insbesondere unabhängig von Geräte- und/oder Anlagenkonfigurationen.
6. Benutzergerät (12) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Schnittstelle (18, 28) an der Zentraleinheit oder an einem als Schnittstellenmodul
(26) ausgebildeten Erweiterungsmodul (20) vorgesehen ist und/oder dass die Schnittstelle
(18, 28) für den Anschluss unterschiedlicher Typen von Vakuumvorrichtungen (14) eingerichtet
und/oder dass eine Mehrzahl von Schnittstellen (18, 28) vorgesehen ist, wobei bevorzugt
zumindest zwei Schnittstellen (18, 28) identisch und/oder unterschiedlich ausgebildet
sind.
7. Benutzergerät (12) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentraleinheit (16) durch zumindest ein Erweiterungsmodul (20), bevorzugt durch
eine Mehrzahl von Erweiterungsmodulen (20), erweiterbar ist und/oder dass die Gerätekonfiguration
durch Anordnen oder Weglassen eines Erweiterungsmoduls (20) festlegbar ist, insbesondere
durch den Typ des Erweiterungsmoduls (20) und/oder durch die Anzahl von Erweiterungsmodulen
(20).
8. Benutzergerät (12) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
das zumindest eine Erweiterungsmodul (20) bevorzugt als Schnittstellenmodul (26) für
die Herstellung einer Datenverbindung mit einer Vakuumvorrichtung (14), als Signalmodul
(30) zur Eingabe, Erfassung und/oder Ausgabe digitaler und/oder analoger Signale,
als Modul (32) zur Kommunikation mit übergeordneten Steuerungen (34) und/oder als
Modul (36) zur Ansteuerung von Speichermedien, insbesondere festen Speichermedien
und/oder Wechselspeichermedien, ausbildet ist.
9. Benutzergerät (12) nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest ein Erweiterungsmodul (20) als Netzteilmodul (40, 42), insbesondere zur
Strom- und/oder Spannungsversorgung der Zentraleinheit (16), einer an die Zentraleinheit
(16) angeschlossenen Vakuumvorrichtung (14) und/oder eines zusätzlich vorgesehenen
Erweiterungsmoduls (20), ausbildet ist.
10. Benutzergerät (12) nach zumindest einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anlagenkonfiguration durch Herstellung einer Datenverbindung zwischen der Zentraleinheit
(16) und zumindest einer Vakuumvorrichtung (14) festlegbar ist, insbesondere durch
den Typ der Vakuumvorrichtung (14) und/oder durch die Anzahl an Vakuumvorrichtungen
(14).
11. Benutzergerät (12) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das zumindest eine Funktionsobjekt (50) mit einem Datenobjekt der Zentraleinheit (16),
eines Erweiterungsmoduls (20) und/oder einer in Datenverbindung mit der Zentraleinheit
(16) stehenden Vakuumvorrichtung (14) verknüpft ist oder zur Verknüpfung eingerichtet
ist.
12. Benutzergerät (12) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung (46) zur Darstellung einer Mehrzahl von Funktionsansichten
(48) und/oder von unterschiedlichen Funktionsansichten (48) eingerichtet ist und/oder
dass zumindest eine Funktionsansicht (48) und/oder zumindest ein Funktionsobjekt (50)
einer Funktionsansicht (48) vorgegeben ist, insbesondere unveränderlich oder neukonfigurierbar
ausgebildet ist.
13. Benutzergerät (12) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Funktionsansicht (48) kontextspezifisch in Abhängigkeit einer erkannten Pumpstandkonfiguration
programmierfrei erzeugbar ist, wobei die kontextspezifische Funktionsansicht (48)
bevorzugt für die erkannte Pumpstandkonfiguration erforderliche oder geeignete Funktionsobjekte
(50) aufweist.
14. Benutzergerät (12) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentraleinheit (16) zur Darstellung einer Konfigurationsansicht eingerichtet ist
und über die Konfigurationsansicht der Betriebsmodus der Zentraleinheit (16) einstellbar
und/oder zumindest eine Funktionsansicht (48) programmierfrei konfigurierbar ist,
wobei die Konfigurationsansicht bevorzugt eine Auflistung von Funktionsobjekten (50)
und/oder von Datenobjekten aufweist, insbesondere Datenobjekte der Zentraleinheit
(16), eines Erweiterungsmoduls (20) und/oder einer in Datenverbindung mit der Zentraleinheit
(16) stehenden Vakuumvorrichtung (14) und/oder Geräte- und/oder Anlagenunabhängige
Datenobjekte.
15. Vakuumanordnung (10) mit einem Benutzergerät (12) nach einem der vorstehenden Ansprüche
und mit zumindest einer Vakuumvorrichtung (14), die über die Schnittstelle (18, 28)
des Benutzergeräts (12) mit der Zentraleinheit (16) des Benutzergeräts (12) in Datenverbindung
steht.