[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vakuumvorrichtung, insbesondere eine Vakuumpumpe,
ein Vakuummessgerät, ein Vakuumanalysegerät, ein Lecksuchgerät, ein Vakuumventil,
ein Antriebsgerät und/oder ein Benutzergerät.
[0002] Modular zusammengesetzte Vakuumvorrichtungen können in Abhängigkeit ihrer Konfiguration
eine verhältnismäßig große Anzahl an Funktionalitäten bereitstellen. Insbesondere
kann durch Auswahl unterschiedlicher modularer Konfigurationen eine große Anzahl unterschiedlicher
Funktionalitäten realisiert werden. Gleichzeitig nehmen durch die große Anzahl an
Konfigurationen beziehungsweise Funktionalitäten der Bedienaufwand und damit auch
das Anforderungsprofil an die jeweiligen Bediener derartiger Vorrichtungen zu. Bei
unzureichend geschulten Bedienern kann die Gefahr von Fehlbedienungen entstehen.
[0003] Vor diesem Hintergrund besteht die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, eine
Vakuumvorrichtung anzugeben, durch die bei hoher Einsatzflexibilität gleichzeitig
ein verringerter Bedienaufwand beziehungsweise eine verringerte Gefahr von Fehlbedienungen
gewährleistet wird.
[0004] Diese Aufgabe ist durch eine Vakuumvorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst worden. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche
und werden nachfolgend erörtert.
[0005] Bei einer hier in Rede stehenden Vakuumvorrichtung kann es sich insbesondere um eine
Vakuumpumpe, ein Vakuummessgerät, ein Vakuumanalysegerät, ein Lecksuchgerät, ein Vakuumventil
und/oder ein Vakuumkammergerät handeln. Eine Vakuumpumpe kann in vorteilhafterweise
als Turbomolekularpumpe ausgebildet sein. Ebenso kann es sich bei einer Vakuumpumpe
um eine Vorpumpe handeln, insbesondere für eine Vakuumpumpenanordnung, die auch eine
Turbomolekularpumpe aufweist. Schließlich soll sich im Sinne der vorliegenden Erfindung
die Angabe "Vakuumvorrichtung" auch auf Pumpen erstrecken, die lediglich zur Förderung
inkompressibler Fluide ausgebildet sind. Die Erfindung betrifft somit auch Pumpen,
die nicht zwingend zur Erzeugung eines Vakuums ausgebildet sein müssen.
[0006] Ferner kann es sich bei einer hier in Rede stehenden Vakuumvorrichtung auch um ein
Antriebsgerät und/oder um ein Benutzergerät handeln. Ein solches Antriebs- und/oder
Benutzergerät kann für den Einsatz mit einer weiteren Vakuumvorrichtung ausgebildet
sein, insbesondere für den Einsatz mit einer Vakuumpumpe, einem Vakuummessgerät, einem
Vakuumanalysegerät, einem Lecksuchgerät, einem Vakuumventil und/oder einem Vakuumkammergerät.
Bei einem voranstehend erwähnten Benutzergerät kann es sich insbesondere um ein Anzeige-
und/oder Bediengerät handeln. Das Benutzergerät kann somit zur Darstellung vakuumvorrichtungsspezifischer
Inhalte ausgebildet sein und/oder zur benutzerseitigen Bedienung einer mit dem Benutzergerät
in Verbindung stehenden weiteren Vakuumvorrichtung konfiguriert sein.
[0007] Eine erfindungsgemäße Vakuumvorrichtung ist mit einer aus wenigstens einem Funktionsmodul
bestehenden Modulkonfiguration und mit einer Zentraleinheit zur Erfassung der Modulkonfiguration
ausgestattet. Erfindungsgemäß ist die Zentraleinheit dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit
einer erfassten Modulkonfiguration zumindest eine vordefinierte Aktion auszulösen.
[0008] Durch das Auslösen der zumindest einen vordefinierten Aktion kann in vorteilhafter
Weise eine Bedienerleichterung erzielt werden. Ebenso kann es sich bei der vordefinierten
Aktion um eine sicherheitsspezifische Maßnahme handeln, sodass auch eine verbesserte
Betriebssicherheit erzielt werden kann.
[0009] Die zumindest eine vordefinierte Aktion kann in vorteilhafter Weise selbsttätig beziehungsweise
automatisch ausgelöst werden. Insbesondere kann die vordefinierte Aktion vollständig
oder teilweise selbsttätig beziehungsweise automatisch ausgelöst werden. Beispielsweise
kann bei einer teilweise selbsttätigen oder automatischen Auslösung die vordefinierte
Aktion erst nach benutzerseitiger Bestätigung vollendet werden.
[0010] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist eine Mehrzahl von Funktionsmodulen vorgesehen.
Hierdurch kann die Einsatzflexibilität verbessert beziehungsweise die Anzahl an bereitzustellenden
Funktionalitäten erhöht werden.
[0011] Weiter bevorzugt kann die Zentraleinheit und/oder das Funktionsmodul durch zumindest
ein als Erweiterungsmodul ausgebildetes weiteres Funktionsmodul, bevorzugt durch eine
Mehrzahl von als Erweiterungsmodulen ausgebildeten Funktionsmodulen, erweiterbar sein.
Die modulare Konfigurierbarkeit kann auf diese Weise mit besonders geringem Aufwand
realisiert werden. Die Modulkonfiguration kann somit die Zusammenstellung der Zentraleinheit
und der vorhandenen Erweiterungsmodule betreffen.
[0012] Bevorzugt kann die Modulkonfiguration durch Anordnen oder Weglassen eines als Erweiterungsmoduls
ausgebildeten Funktionsmoduls festlegbar sein, insbesondere durch den Typ des Erweiterungsmoduls
und/oder durch die Anzahl von Erweiterungsmodulen. Es kann hierdurch eine weiter verbesserte
Einsatzflexibilität sichergestellt werden. Neben der Art und Anzahl der Erweiterungsmodule
kann auch deren Position zur Festlegung einer Modulkonfiguration dienen beziehungsweise
von Relevanz für die Erkennung einer typischen Applikation sein. Beispielsweise kann
es einen Unterschied machen, ob ein bestimmtes Modul leicht zugänglich auf der Vorderseite
eines Rack-Gerätes zu finden - und daher ein häufiger manueller Zugriff angenommen
werden kann - oder auf der Rückseite eines verbauten Rack-Gerätes angeordnet ist,
was auf eine einmalige Installation schließen lässt.
[0013] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn die Modulkonfiguration durch Herstellung einer
Datenverbindung zwischen der Zentraleinheit und dem zumindest einen Funktionsmodul
festlegbar ist, insbesondere durch den Typ des Funktionsmoduls und/oder durch die
Anzahl an Funktionsmodulen. Durch Herstellung einer Datenverbindung kann die Zentraleinheit
auf Informationen über das jeweils angeschlossene Funktionsmodul zugreifen und die
Erkennung der Modulkonfiguration kann vereinfacht werden.
[0014] Weiter bevorzugt kann zumindest ein Funktionsmodul als Vakuumgerät, insbesondere
als Vakuumpumpe, Vakuummessgerät, Vakuumanalysegerät, Lecksuchgerät, Vakuumventil,
Antriebsgerät und/oder Benutzergerät, ausgebildet sein. Es können dementsprechend
mehrerer Vakuumgeräte, beispielsweise mehrere Vakuumpumpen und/oder ein angeschlossenes
Antriebsgerät und/oder ein angeschlossenes Benutzergerät, eine Modulkonfiguration
bilden. Die Möglichkeiten der Konfigurierbarkeit werden auf diese Weise weiter erhöht.
[0015] Ebenso ist es möglich, dass zumindest ein Funktionsmodul als Untermodul eines Vakuumgeräts,
insbesondere als Untermodul einer Vakuumpumpe, eines Vakuummessgeräts, eines Vakuumanalysegeräts,
eines Lecksuchgeräts, eines Vakuumventils, eines Antriebsgeräts und/oder eines Benutzergeräts,
ausgebildet ist. Die Konfigurierbarkeit kann also bereits auf der Ebene eines einzelnen
Vakuumgeräts erfolgen, wodurch die Möglichkeiten der Konfigurierbarkeit weiter verbessert
werden.
[0016] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung kann die Modulkonfiguration eingebbar
sein, insbesondere benutzerseitig und/oder herstellerseitig eingebbar sein. Es ist
dabei bevorzugt möglich, dass die Zentraleinheit zum Eingeben der Modulkonfiguration
ausgebildet ist und/oder dass die Zentraleinheit zur Benutzer- und/oder Herstellerinteraktion
ausgebildet ist. Eine derartige Eingebbarkeit ist mit nur geringem Aufwand zu bewerkstelligen.
[0017] Es ist ebenso möglich, dass zum Eingeben der Modulkonfiguration eine mit der Zentraleinheit
in Verbindung stehende Erfassungseinrichtung vorgesehen ist. Eine Eingabe der Modulkonfiguration
kann somit unabhängig von der Zentraleinheit erfolgen.
[0018] Gemäß einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann die Modulkonfiguration selbsttätig
und/oder automatisch erkennbar sein. Dabei kann in vorteilhafter Weise die Zentraleinheit
zur selbsttätigen und/oder automatischen Erkennung der Modulkonfiguration ausgebildet
sein. Der Bedienaufwand und auch die Gefahr von Fehlbedienungen kann hierdurch verringert
werden. Insbesondere kann die Zentraleinheit auf diese Weise ohne weitergehende Eingaben
eines Anwenders, die vorherrschende Modulkonfiguration erkennen und gegebenenfalls
auch den sinnvollerweise zu erwartenden Einsatzzweck der Vakuumvorrichtung und/oder
der Modulkonfiguration erkennen. Eine solche Erkennung kann zur weiteren benutzerseitigen
Unterstützung eingesetzt werden.
[0019] Es ist ebenso möglich, dass zur selbsttätigen Erkennung der Modulkonfiguration eine
mit der Zentraleinheit in Verbindung stehende Erkennungseinrichtung vorgesehen ist.
Die Erkennung kann somit unabhängig von der Zentraleinheit erfolgen.
[0020] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn die Zentraleinheit zum Vergleichen der Modulkonfiguration
mit einer Sollkonfiguration eingerichtet ist und/oder dass die Zentraleinheit dazu
eingerichtet ist, in Abhängigkeit eines Vergleichsergebnisses zwischen der Modulkonfiguration
und einer Sollkonfiguration eine vordefinierte Aktion auszulösen. Das Auslösen einer
Aktion auf Grundlage eines solchen Vergleichsergebnisses kann insbesondere zur Verbesserung
der Betriebssicherheit dienen, insbesondere bei der Erkennung sicherheitsrelevanter
Abweichungen zwischen der Modulkonfiguration und einer Sollkonfiguration.
[0021] Eine Sollkonfiguration kann beispielsweise in der Zentraleinheit hinterlegt sein.
Es ist ebenso möglich, dass die Zentraleinheit mit einer Vergleichseinrichtung zum
Vergleichen der Modulkonfiguration mit einer Sollkonfiguration verbunden ist. Die
Sollkonfiguration kann dann beispielsweise auch in der Vergleichseinrichtung hinterlegt
sein. Die Vergleichsoperation kann folglich durch die Zentraleinheit oder durch eine
gegebenenfalls vorhandene Vergleichseinrichtung erfolgen.
[0022] In vorteilhafter Weise kann die vordefinierte Aktion ein Unterbinden und/oder ein
Freigeben einer Vorrichtungsfunktionalität umfassen. Es kann dabei bevorzugt die Zentraleinrichtung
dazu eingerichtet sein, in Abhängigkeit eines Vergleichsergebnisses zwischen der Modulkonfiguration
und einer Sollkonfiguration Vorrichtungsfunktionalitäten ganz oder teilweise zu unterbinden
und/oder freizugeben.
[0023] Ein solches Unterbinden und/oder Freigeben kann aus mehreren Gründen vorteilhaft
sein. Es kann beispielsweise für einen Benutzer unzulässig sein, eine Vakuumvorrichtung
beziehungsweise ein Funktionsmodul zum Zwecke des Umbaus zu öffnen, da anschließend
durch den Hersteller die korrekte Funktion nicht mehr sichergestellt werden kann oder
der nicht entsprechend geschulte Benutzer, beispielsweise durch hohe Spannungen oder
Temperaturen in der Vakuumvorrichtung, einem Risiko ausgesetzt wird.
[0024] Des Weiteren kann beispielsweise der Betrieb einer Kombination an Funktionsmodulen
verhindert werden. Dies gilt beispielsweise für eine Kombination von Funktionsmodulen,
die einen nicht vorgesehenen Betriebszustand der Vakuumvorrichtung oder eines einzelnen
Funktionsmoduls hervorrufen würde, wie beispielsweise eine zu hohe Stromaufnahme durch
die gegebene Anzahl oder Kombination an Funktionsmodulen.
[0025] Ebenso kann das Fehlen beziehungsweise Nicht-Vorhandensein bestimmter Funktionen
explizit erwünscht sein, beispielsweise die Möglichkeit, Betriebsdaten auf einen mobilen
Datenträger zu kopieren, insbesondere das Kopieren auf einen USB-Stick oder eine SD-Karte.
Eine solche Funktionalität kann gegebenenfalls erst durch nachträglichen Einbau eines
entsprechenden Funktionsmoduls in die Vakuumvorrichtung möglich sein. Aufgrund eines
solchen Einbaus kann eine Vorrichtungsfunktionalität unterbunden werden. Ebenso kann
das Fehlen eines entsprechend nachträglich eingebauten Funktionsmoduls eine Vorrichtungsfunktionalität
freigeben.
[0026] Weiter bevorzugt kann die Zentraleinheit eine Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung
zur Darstellung zumindest einer Funktionsansicht mit zumindest einem Funktionsobjekt
aufweisen. Die benutzerseitige Bedienung kann hierdurch vereinfacht werden.
[0027] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn zumindest eine Funktionsansicht der Zentraleinheit
programmierfrei konfigurierbar ist, insbesondere durch die zumindest eine vordefinierte
Aktion programmierfrei und/oder selbsttätig konfigurierbar ist.
[0028] Unter der Angabe "programmierfrei" soll hier verstanden werden, dass etwaige Konfigurationen
frei von Quellcodezugriffen beziehungsweise frei von Quellcodeveränderungen vorgenommen
werden können. Eine gesonderte Programmierung durch Anpassung oder Neuformulierung
von Quellcodes ist somit bei einer programmierfreien Konfigurierbarkeit nicht erforderlich.
[0029] In vorteilhafter Weise kann somit durch die programmierfreie Konfigurierbarkeit der
zumindest einen Funktionsansicht die Einsatzflexibilität verbessert werden. Insbesondere
besteht die Möglichkeit, die Vakuumvorrichtung für eine größere Anzahl an Anwendungsgegebenheiten
einzusetzen, ohne dass hierzu eine Anpassung der Funktionsansicht durch Programmierung
auf Quellcodeebene erforderlich ist. Der Bedienaufwand beziehungsweise der gerätetechnische
Aufwand für unterschiedliche Einsatzbedingungen kann auf diese Weise verringert werden.
[0030] Gegenüber einer reinen Auswahl vordefinierter Funktionsansichten kann durch eine
programmierfreie Konfigurierbarkeit auf besonders einfache Weise eine Anpassung der
Vakuumvorrichtung, insbesondere eines Benutzergeräts, beziehungsweise eine Vorbereitung
der Vakuumvorrichtung auf die jeweils vorgesehenen Einsatzbedingungen vorgenommen
werden. Die Vakuumvorrichtung ist somit vielseitig einsetzbar. Insbesondere wird hierdurch
der Einsatzbereich erweitert und die Benutzerfreundlichkeit verbessert, da eine Beschränkung
auf vordefinierte Funktionsansichten, welche lediglich vom jeweiligen Anwender ausgewählt
werden können, nicht mehr erforderlich ist.
[0031] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung ist die zumindest eine Funktionsansicht durch
programmierfreie Neuerzeugung konfigurierbar. Es kann also je nach Einsatzbedingung
eine gewünschte oder erforderliche Funktionsansicht erzeugt werden, wobei eine zu
erzeugende Funktionsansicht erfindungsgemäß programmierfrei konfigurierbar ist. Die
Neuerzeugung der Funktionsansicht kann dementsprechend ohne Zugriff auf den oder Veränderung
des Quellcodes, welcher in einer Speichereinheit der Zentraleinheit hinterlegt sein
kann, erfolgen. Gegenüber der reinen Auswahl einer Ansicht erfolgt bei der Neuerzeugung
somit ein originäres Generieren der Funktionsansicht.
[0032] Ebenso ist es möglich, dass die zumindest eine Funktionsansicht durch programmierfreie
Anpassung einer vorhandenen Funktionsansicht konfigurierbar ist. Es kann also eine
bereits hinterlegte oder vordefinierte Funktionsansicht durch Anpassung konfiguriert
beziehungsweise neu konfiguriert werden. Hierzu können beispielsweise einzelne Funktionselemente
hinzugefügt und/oder entfernt werden. Der nutzerseitige Aufwand zur Einrichtung des
Benutzergeräts für die jeweils gewünschten Einsatzbedingungen kann auf diese Weise
verringert werden.
[0033] Gemäß eine weiter bevorzugten Ausgestaltung kann die zumindest eine Funktionsansicht
vollständig und/oder teilweise durch programmierfreie Neuerzeugung konfigurierbar
sein und/oder durch programmierfreie Anpassung einer vorhandenen Funktionsansicht
konfigurierbar sein. Die Konfigurierbarkeit bezieht sich demgemäß auf einen Teil der
Funktionsansicht oder auch auf die gesamte Funktionsansicht.
[0034] Durch die Möglichkeit der programmierfreien Konfigurierbarkeit der gesamten Funktionsansicht
kann eine besonders hohe Einsatzflexibilität erzielt werden. Die Möglichkeit einer
teilweisen Konfigurierbarkeit der Funktionsansicht kann den nutzerseitigen Aufwand
zur Einrichtung des Benutzergeräts für den jeweiligen Einsatzzweck verringern beziehungsweise
die Entfernung sicherheitsrelevanter Funktionselemente unterbinden. Insbesondere können
Teile der Funktionsansicht unveränderlich oder fest vorgegeben sein, wodurch beispielsweise
Hilfestellungen für einen Nutzer oder sicherheitsrelevante Funktionselemente ständig
breitgehalten werden können.
[0035] Bei dem zumindest einen Funktionsobjekt der Funktionsansicht kann es sich um ein
Bedienelement zur Bedienung eines mit der Zentraleinheit in Datenverbindung stehenden
Funktionsmoduls handeln. Das Funktionsobjekt kann demgemäß als Eingabefeld beziehungsweise
als Eingabefläche ausgebildet sein. Ein solches Bedienelement kann eine Eingabe durch
unterschiedliche Methoden ermöglichen, beispielsweise durch Drücken, Loslassen und/oder
Wischen durch einen Benutzer. Ebenso kann es sich bei dem Funktionsobjekt um eine
Grafikanzeige zur Darstellung beliebiger Inhalte handeln, insbesondere um kontextspezifische
Inhalte. Es kann sich hierbei besonders bevorzugt um vorrichtungsspezifische Inhalte
von in Datenverbindung mit der Zentraleinheit stehenden Funktionsmodulen handeln.
[0036] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung kann die Funktionsansicht programmierfrei
durch Erzeugung, Auswahl, Anpassung, Ausrichtung und/oder Orientierung eines Funktionsobjekts
und/oder einer Mehrzahl von Funktionsobjekten konfigurierbar sein. Ebenso kann die
Funktionsansicht programmierfrei durch Zusammenstellung einer Mehrzahl auswählbarer
Funktionsobjektive konfigurierbar sein. Die Zusammenstellung von Funktionsobjekten
kann dabei aus bereits vorhandenen Funktionsobjekten vorgenommen werden.
[0037] Beispielsweise besteht die Möglichkeit, einzelne Funktionsansichten aus unterschiedlichen
vordefinierten Funktionsansichten in einer neu konfigurierten Funktionsansicht zusammenzustellen.
Es kann hierdurch beispielsweise eine Übersicht ausgewählter Funktionselemente in
nur einer Funktionsansicht geschaffen werden. Das Erfordernis des Umschaltens zwischen
unterschiedlichen Funktionsansichten im Betrieb kann hierdurch vermieden oder zumindest
verringert werden. Dies gilt insbesondere für Fallgestaltungen, in denen anwenderseitig
ein häufiger Zugriff auf Funktionselemente unterschiedlicher voreingestellter Funktionsansichten
erforderlich ist.
[0038] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung ist die Art, Position, Form, Größe,
Ausrichtung, Orientierung und/oder der Darstellungstyp des zumindest einen Funktionsobjekts
programmierfrei auswählbar und/oder anpassbar. Die Konfigurationsflexibilität der
zumindest einen Funktionsansicht kann auf diese Weise weiter verbessert werden.
[0039] Bei der Art des jeweiligen Funktionsobjektes kann es sich beispielsweise um die Ausprägung
als Textanzeige, Grafikanzeige, Indikator, Taste, Regler und/oder Graph handeln. Die
Position, Form beziehungsweise Größe eines Funktionsobjekts kann beispielsweise temporär
verändert werden, insbesondere kann eine temporäre Vergrößerung auf eine Maximaldarstellung
erfolgen, wodurch eine besondere Signalwirkung oder eine besonders gute Leserlichkeit
für einen Anwender erzielt werden kann. Der Darstellungstyp eines Funktionsobjekts
kann eine Textform, eine Symbolform beziehungsweise Ausrichtungen von Text- und Symbolanzeigen
betreffen. Ebenso kann der Darstellungstyp konstante und/oder dynamische Darstellungen
umfassen. Dabei können beispielsweise Vorder- beziehungsweise Hintergrundfarben oder
Farbanpassungen abhängig von vordefinierten Bedingungen, wie zum Beispiel, Parameterschwellenwerten,
vordefiniert sein.
[0040] Wie voranstehend bereits erwähnt, kann die zumindest eine Funktionsansicht der Zentraleinheit
durch die zumindest eine vordefinierte Aktion programmierfrei und/oder selbsttätig
konfigurierbar sein. Dies gilt in Bezug auf sämtliche voranstehend und/oder nachstehend
beschriebene Möglichkeiten zur Konfigurierung der zumindest einen Funktionsansicht.
[0041] Es kann ferner von Vorteil sein, wenn die Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung zur
Darstellung einer Mehrzahl von Funktionsansichten und/oder von unterschiedlichen Funktionsansichten
eingerichtet ist. Die unterschiedlichen Funktionsansichten können nach unterschiedlichen
Maßgaben programmierfrei konfigurierbar sein. Ebenso ist es möglich, dass zumindest
eine Funktionsansicht und/oder zumindest ein Funktionsobjekt einer Funktionsansicht
vorgegeben beziehungsweise vordefiniert ist.
[0042] Die jeweilige Funktionsansicht beziehungsweise das jeweilige Funktionsobjekt kann
unveränderlich oder auch neu konfigurierbar ausgebildet sein. Durch eine unveränderliche
Ausbildung können beispielsweise sicherheitsrelevante Darstellungen dauerhaft eingeblendet
bleiben, wodurch die Gefahr von Fehlbedienungen verringert oder das Entstehen von
Gefahrensituationen vermieden werden kann. Eine Neukonfigurierbarkeit kann die Anpassung
vordefinierter Ansichten beziehungsweise Funktionsobjekten nach anwenderseitigen Vorstellungen
ermöglichen.
[0043] Weiter bevorzugt kann die Zentraleinheit zur automatisierten Konfigurierung der zumindest
einen Funktionsansicht eingerichtet sein, insbesondere in Abhängigkeit einer erfassten,
bevorzugt einer eingegebenen oder erkannten, Modulkonfiguration. Dementsprechend kann
eine jeweils erfasste Modulkonfiguration automatisch eine Konfigurierung der Funktionsansicht
auslösen. Eine solche Konfigurierung aufgrund einer erfassten Modulkonfiguration kann
insbesondere frei von nutzerseitigen Eingaben erfolgen, so dass der Einrichtungsaufwand
einer solchen Vakuumvorrichtung weiter verringert werden kann.
[0044] Ebenso ist es möglich, dass die Funktionsansicht benutzerseitig nach voreingestellten
Vorgaben oder auch frei von voreingestellten Vorgaben programmierfrei konfigurierbar
ist. Eine Konfigurierung nach voreingestellten Vorgaben oder frei von voreingestellten
Vorgaben kann dabei unabhängig von der jeweils vorliegenden Modulkonfiguration und/oder
unabhängig von einer hinterlegten Sollkonfiguration erfolgen. Die Individualisierbarkeit
nach Vorstellungen des jeweiligen Anwenders kann hierdurch verbessert und somit auch
die Einsatzflexibilität weiter erhöht werden.
[0045] In weiter bevorzugter Weise kann die zumindest eine vordefinierte Aktion die Neuerzeugung
einer Funktionsansicht und/oder Anpassung einer vorhandenen Funktionsansicht betreffen,
insbesondere einer an der Zentraleinheit dargestellten und/oder kontextspezifischen
Funktionsansicht. Eine kontextspezifische Funktionsansicht kann besonders bevorzugt
im Hinblick auf die vorliegende Modulkonfiguration oder im Hinblick auf eine Sollkonfiguration
erzeugt oder angepasst werden. Sofern die Konfiguration einer Funktionsansicht in
Abhängigkeit einer Modulkonfiguration erfolgt, kann es sich es sich um eine kontextspezifische
Ansichtskonfiguration handeln.
[0046] Beispielsweise können Funktionsansichten, insbesondere in Form von Bedienebenen,
Funktionsobjekte, insbesondere in Form von Grafiken und/oder Textobjekten, an die
aufgrund einer Modulkonfiguration tatsächlich durchführbaren Aktionen und Informationen
erzeugt oder angepasst werden. Beispielsweise kann bei Vorhandensein eines Funktionsmoduls
zur Datenspeicherung auf internen oder externen Datenträgern entsprechende Funktionen
zur Konfiguration entsprechender Speichervorgänge oder zur Sichtung der auf entsprechenden
Datenträgern vorhandenen Aufzeichnungen dargestellt werden. Sofern solche Funktionen
ohne Vorhandensein eines tatsächlich dafür erforderlichen Funktionsmoduls sichtbar
sind, so könnte ein Anwender vergeblich versuchen, derartige Aktionen auszuführen.
Dementsprechend kann auf diese Weise eine knappe beziehungsweise übersichtliche Bediendarstellung
gewährleistet werden.
[0047] In weiter bevorzugter Weise kann die Zentraleinheit dazu eingerichtet sein, in Abhängigkeit
eines Vergleichsergebnisses zwischen der Modulkonfiguration und einer Sollkonfiguration
als vordefinierte Aktion eine Funktionsansicht zu konfigurieren, insbesondere als
vordefinierte Aktion eine Neuerzeugung und/oder Anpassung einer vorhandenen Funktionsansicht
auszulösen. Es kann hierdurch eine sicherheitsspezifische Darstellung konfiguriert
werden, wodurch insgesamt ein hohes Maß an Betriebssicherheit gewährleistet werden
kann.
[0048] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn die Zentraleinheit dazu eingerichtet ist, in
Abhängigkeit einer erfassten Modulkonfiguration die Einbaulage zumindest eines Funktionsmoduls
zu ermitteln und die vordefinierte Aktion in Abhängigkeit der ermittelten Einbaulage
auszulösen. Dabei kann die zumindest eine vordefinierte Aktion die Ausrichtung und/oder
Orientierung einer Funktionsansicht und/oder eines Funktionsobjekts einer Funktionsansicht
betreffen. Eine solche vordefinierte Aktion kann ebenfalls selbsttätig erfolgen oder
durch einen Anwender freizugeben sein.
[0049] Auf dieses Weise kann durch die Bekanntheit der Modulkonfiguration sowie der allgemeinen
mechanischen Gegebenheiten des zumindest einen Funktionsmoduls auf verschiedene Einbaulagen
reagiert werden. Beispielsweise kann als vordefinierte Aktion die Ausrichtung einer
Funktionsansicht in Form einer Displaydarstellung im Hinblick auf unterschiedliche
Gehäuseformen und daraus resultierenden Montagearten erfolgen. Es kann insbesondere
eine korrekte Anpassung der Funktionsansicht im Hinblick auf Modulkomponenten, wie
Rack, Hutschiene oder Handheld, und/oder einer Darstellungsart, wie Landschafts- oder
Portraitdarstellungen erfolgen.
[0050] Ein Funktionsmodul oder eine Zentraleinheit für den Einbau in ein 19"-Rack bietet
dann beispielsweise nur eine bestimmte Orientierung der Funktionsansicht an, die der
bestimmungsgemäßen Einbaulage entspricht. Diese Einbaulage kann beispielsweise aufgrund
einer Konvektionskühlung vorgeschrieben oder vorteilhaft sein. Wird ein solches Gerät
auf dem Kopf montiert kann die Ausrichtung der Funktionsansicht in dieser Variante
nicht angepasst oder unterbunden werden.
[0051] Demgegenüber können Modulvarianten ohne solche Einschränkungen, beispielsweise aufgrund
gewollter Abgangsrichtungen von Anschlusskabeln, auf verschiedene Weisen montiert
werden. In diesem Fall kann das jeweilige Funktionsmodul, beispielsweise durch Selbsterkennung,
dem Anwender die dafür passende Ausrichtung einer Funktionsansicht und/oder eines
Funktionsobjekts anbieten. Es kann dann eine benutzerseitige, insbesondere manuelle,
Auswahl erfolgen. Ebenso kann die aktuelle Ausrichtung mittels geeigneter Sensorik
detektierbar sein.
[0052] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsform kann die zumindest eine vordefinierte
Aktion die Neuerzeugung und/oder die Anpassung einer Funktionsansicht betreffen, durch
die zumindest ein Funktionsmodul oder eine Mehrzahl von Funktionsmodulen dargestellt
wird und/oder durch die eine modulspezifische Bedienungsanweisung oder eine Mehrzahl
modulspezifischer Bedienungsanweisung dargestellt wird. Es kann sich hierbei um eine
realitätsnahe oder um eine schematische Darstellung handeln.
[0053] Beispielsweise kann in vorteilhafter Weise eine Vorder- und/oder Rückseite eines
Funktionsmoduls oder mehrerer Funktionsmodule in tatsächlich vorzufindender Weise
abgebildet werden, um zumindest eine Auswahl zur weiteren Konfiguration intuitiv vornehmen
zu können. Auf diese Weise kann ein Anwender intuitiv per sogenanntem "What-You-See-Is-What-You-Get"-
Verfahren zur Konfiguration der von ihm gewünschten Funktionen, Baugruppen und/oder
Funktionsmodulen angeleitet werden.
[0054] Ebenso kann eine entsprechende Darstellung die Auswahl und/oder den Anschluss weiterer
Komponenten und/oder Zubehörmodule vereinfacht werden. Hierzu können dem Anwender
erforderliche Informationen dargestellt werden, beispielsweise auszuwählende Steckverbinder
und/oder Belegkonfigurationen, wie zum Beispiel Belegungen einzelner Pins, die für
eine bestimmte Funktion mit einer externen Vorrichtung und/oder zur Kommunikation
mit weiteren Funktionsmodulen vorzunehmen sind.
[0055] In weiter vorteilhafter Weise kann die zumindest eine vordefinierte Aktion die Zuordnung
der erfassten Modulkonfiguration zu einer Vorrichtungsanwendung betreffen. Es kann
sich um einen typischen Anwendungsfall für die erkannte Modulkonfiguration handeln.
Durch eine solche Zuordnung kann eine entsprechende Vorrichtungsanwendung festgelegt
werden. Die Festlegung kann insbesondere automatisiert und/oder selbsttätig erfolgen
oder nach benutzerseitiger Bestätigung. Ferner kann als weitere vordefinierte Aktion
auf Grundlage der festgelegten Vorrichtungsanwendung eine anwendungsspezifische Konfiguration
der Funktionsansicht ausgelöst werden.
[0056] Vorzugsweise kann in Abhängigkeit einer festgelegten Vorrichtungsanwendung eine erforderliche
Anzahl und/oder Art an Funktionsobjekten zusammengestellt werden, um dem Anwender
die am wahrscheinlichsten benötigten Informationen zur Verfügung zu stellen.
[0057] Beispielsweise kann bei Vorhandensein von Anschlüssen und/oder Anschlussmodulen für
Turbomolekularpumpen, Wälzkolbenpumpen, Messröhren und/oder Ventilen als wahrscheinliche
Anwendung ein Pumpstand identifiziert und festgelegt werden. Entsprechende Funktionsobjekte
und/oder Informationsfelder können dargestellt werden.
[0058] Weiter kann bei Erfassung von mehreren Anschlüssen und/oder Anschlussmodulen für
Messröhren als wahrscheinliche Anwendung eine Anzeigefunktion für Messröhren identifiziert
und festgelegt werden. Entsprechende Funktionsobjekte und/oder Informationsfelder
können dargestellt werden.
[0059] Schließlich kann bei Erfassung von Kommunikationsanschlüssen und/oder Kommunikationsmodulen
für Vakuumgeräte und/oder Funktionsmodulen für industrielle Kommunikation als wahrscheinliche
Anwendung eine Datenkonverter-Funktion identifiziert und festgelegt werden. Die jeweilige
Vakuumvorrichtung kann insbesondere als Datenkonverter einer Mehrzahl an Pumpen auf
eine übergeordnete Steuerung und/oder als Condition Monitoring System (CMS) eingesetzt
werden. Entsprechende Funktionsobjekte und/oder Informationsfelder können dargestellt
werden.
[0060] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung kann an der Zentraleinheit und/oder
an einem mit der Zentraleinheit in Verbindung stehenden Funktionsmodul, insbesondere
einem Erweiterungsmodul, eine Schnittstelle vorgesehen sein. Dabei kann die Schnittstelle
für den Anschluss unterschiedlicher Vorrichtungstypen und/oder Funktionsmodultypen
eingerichtet sein. Es kann sich um eine Schnittstelle für die vorrichtungsinterne
oder vorrichtungsexterne Kommunikation handeln.
[0061] Ebenso ist es möglich, eine Mehrzahl von Schnittstellen vorzusehen, die für denselben
Vorrichtungstyp und/oder Funktionsmodultyp oder auch für unterschiedliche Vorrichtungstypen
und/oder Funktionsmodultypen ausgebildet sein können. Dabei können zwei Schnittstellen
identisch und/oder unterschiedlich ausgebildet sein. Unterschiedlich ausgebildete
Schnittstellen können insbesondere für den Anschluss unterschiedlicher Vorrichtungstypen
und/oder Funktionsmodultypen vorgesehen sein. Ebenso können an ein und derselben Schnittstelle
unterschiedliche Vorrichtungstypen und/oder Funktionsmodultypen angeschlossen werden.
[0062] Schließlich kann eine Mehrzahl von Schnittstellen an der Zentraleinheit vorgesehen
sein, insbesondere unmittelbar an der Zentraleinheit. Ferner können zumindest eine
Schnittstelle an der Zentraleinheit und zumindest eine weitere Schnittstelle an einem
mit der Zentraleinheit in Verbindung stehenden Funktionsmodul, insbesondere Erweiterungsmodul,
vorgesehen sein.
[0063] Zumindest eine Schnittstelle der Zentraleinheit kann als sogenannte Default Schnittstelle
ausgebildet sein, über die eine initiale Programmierung beziehungsweise Konfiguration
der Zentraleinheit vorgenommen werden kann, insbesondere durch Anschluss an einen
externen Rechner. Darüber hinaus kann die Zentraleinheit auch eine Schnittstelle oder
eine Mehrzahl von Schnittstellen zur Herstellung einer Datenverbindung mit einer externen
Vorrichtung aufweisen, insbesondere einer externen Vakuumvorrichtung oder einem externen
Vakuumgerät.
[0064] In vorteilhafter Weise kann das zumindest eine Erweiterungsmodul als Schnittstellenmodul
für die Herstellung einer Datenverbindung mit einem internen Funktionsmodul und/oder
einer externen Vakuumvorrichtung ausgebildet sein. Mehrere Schnittstellen können an
einem oder an mehreren Schnittstellenmodulen vorgesehen sein. Es ist auch möglich,
dass eine Mehrzahl von Schnittstellenmodulen vorgesehen ist, die jeweils eine Schnittstelle
oder jeweils eine Mehrzahl von Schnittstellen aufweisen.
[0065] In weiter bevorzugter Weise kann zumindest ein Erweiterungsmodul als Modul zur Eingabe,
Erfassung und/oder Ausgabe digitaler und/oder analoger Signale sein. Ein solches Signalmodul
lässt sich beispielsweise zur Messung von Umgebungsparametern und/oder von technischen
Betriebsparametern, wie zum Beispiel Druck in einem zu fördernden Medium, einsetzen.
[0066] In weiter bevorzugter Weise kann zumindest ein Erweiterungsmodul als Modul zur Kommunikation
mit übergeordneten Steuerungen ausgebildet sein. Bei einem solchen Modul handelt es
sich beispielsweise um ein sogenanntes Ethernetmodul. Anstelle eines Ethernet-Moduls
kann auch jegliche andere Art einer geeigneten Schnittstelle zur Prozesssteuerung
vorgesehen sein, beispielsweise DeviceNet, CANopen, Profibus, Ethernet mit weitergehenden
Protokollen und Profilen, insbesondere EtherCAT, Profinet, Ethernet/IP, TCP/IP, UDP,
MTTQ, OPC UA oder dergleichen. Durch die Kommunikation mit übergeordneten Steuerungen
können beispielsweise Funktionsmodule, Vakuumvorrichtungen und/oder Vakuumgeräte älterer
Bauart oder eine Gruppe von Funktionsmodulen, Vakuumvorrichtungen und/oder Vakuumgeräten
mit einer gesonderten Steuerung angesteuert werden. Dies ist insbesondere dann von
Vorteil, wenn die Vakuumvorrichtungen nicht direkt von der übergeordneten Steuerung
angesprochen werden können, sondern direkt mit dem Benutzergerät über Schnittstellen
und/oder Erweiterungsmodule verbunden sind und die übergeordnete Steuerung dann über
das Benutzergerät darauf Zugriff hat.. Auf diese Weise kann ein höheres Maß an Kompatibilität
geschaffen werden.
[0067] In weiter bevorzugter Weise kann zumindest eines der Erweiterungsmodule als Modul
zur Ansteuerung von Speichermedien, insbesondere festen Speichermedien und/oder Wechselspeichermedien,
ausgebildet sein. Ebenso ist es möglich, dass zumindest eines der Erweiterungsmodule
eine Speichereinrichtung enthält. Relevante Betriebsdaten können auf diese Weise sicher
gespeichert oder zur Weiterverwendung bereitgestellt werden, wodurch ein verbesserter
und sicherer Betrieb der Vakuumvorrichtung gewährleistet werden kann.
[0068] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung kann zumindest ein Erweiterungsmodul
als Netzteilmodul ausgebildet sein, insbesondere zur Strom- und/oder Spannungsversorgung
der Zentraleinheit und/oder eines Funktionsmoduls. Ein solches Netzteilmodul versorgt
somit die Zentraleinheit und/oder ein Funktionsmodul mit Strom beziehungsweise Spannung.
[0069] Es ist möglich, dass insgesamt ein Netzteilmodul oder auch eine Mehrzahl von Netzteilmodulen
vorgesehen ist. Bei Anordnung eines einzigen Netzteilmoduls kann dieses zur Strom-
beziehungsweise Spannungsversorgung der Zentraleinheit eingerichtet sein. Ferner kann
das Netzteilmodul indirekt über die Zentraleinheit eine Strom- beziehungsweise Spannungsversorgung
angeschlossener Funktionsmodule beziehungsweise externer Vorrichtungen sicherstellen.
Dies gilt insbesondere für den Fall eines nur geringen Strom- beziehungsweise Spannungsbedarfs
angeschlossener Funktionsmodule.
[0070] Ebenso kann eine Mehrzahl von Netzteilmodulen vorgesehen sein, wobei jedes der Netzteilmodule
unterschiedliche Einheiten versorgt. Eines der Netzteilmodule kann zur Strom- und/oder
Spannungsversorgung der Zentraleinheit und ein weiteres Netzteilmodul zur Strom- und/oder
Spannungsversorgung eines angeschlossenen Funktionsmoduls vorgesehen sein. Schließlich
besteht auch die Möglichkeit, dass zumindest ein Netzteilmodul extern angeordnet ist,
beispielsweise als Teil einer externen Vakuumvorrichtung angeordnet ist. Ein externes
Netzteilmodul kann wiederum zur Strom- beziehungsweise Spannungsversorgung der Zentraleinheit
und/oder eines Funktionsmoduls angeordnet sein.
[0071] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung kann die Modulkonfiguration durch Herstellung
einer Datenverbindung zwischen der Zentraleinheit und zumindest einem Funktionsmodul
festlegbar sein, insbesondere durch den Typ des Funktionsmoduls und/oder durch die
Anzahl des Funktionsmoduls. Somit kann die Zentraleinheit eine Datenverbindung mit
einem Funktionsmodul oder einer Mehrzahl von Funktionsmodulen aufbauen. Sobald eine
entsprechende Datenverbindung aufgebaut ist, ergibt sich aus der gesamten Anordnung
eine Modulkonfiguration. Eine solche Modulkonfiguration kann in Abhängigkeit der jeweils
vorliegenden technischen Erfordernisse ausgewählt und umgesetzt werden. Die erfindungsgemäße
Vakuumvorrichtung kann dabei für eine besonders große Vielzahl an unterschiedlichen
Modulkonfigurationen geeignet sein. Dies gilt insbesondere im Fall einer programmierfreien
Konfigurierbarkeit der zumindest einen Funktionsansicht. Insbesondere kann die programmierfreie
Konfiguration der zumindest einen Funktionsansicht in Abhängigkeit der jeweils vorherrschenden
Modulkonfiguration vorgenommen werden.
[0072] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn zumindest ein Funktionsobjekt mit einem Datenobjekt
der Zentraleinheit, eines Funktionsmoduls und/oder einer in Datenverbindung mit der
Zentraleinheit stehenden externen Vakuumvorrichtung verknüpft ist oder zur Verknüpfung
eingerichtet ist. Ein in der Funktionsansicht vorgesehenes Funktionsobjekt kann somit
auf Grundlage von Daten der Zentraleinheit, eines Funktionsmoduls und/oder einer externen
Vakuumvorrichtung erzeugt sein beziehungsweise zur laufenden Aktualisierung in permanenter
Verknüpfung stehen. Hierdurch kann durch einen Anwender ein geeigneter Zugriff auf
Datenobjekte der Zentraleinheit, eines Funktionsmoduls beziehungsweise einer angeschlossenen
externen Vakuumvorrichtung gewährleistet werden.
[0073] In weiter bevorzugter Weise kann die Funktionsansicht kontextspezifisch in Abhängigkeit
einer erkannten Pumpstandkonfiguration programmierfrei erzeugbar sein. Dabei kann
die kontextspezifische Funktionsansicht bevorzugt für die erkannte Pumpstandkonfiguration
erforderliche oder geeignete Funktionsobjekte aufweisen. Bei einer erkannten Pumpstandkonfiguration
kann es sich insbesondere um einen Pumpstand mit einer Turbomolekularpumpe und/oder
mit einer Vorpumpe handeln.
[0074] Eine kontextspezifische Erzeugung einer Funktionsansicht in Abhängigkeit einer erkannten
Pumpstandkonfiguration kann in besonders einfacher Weise die Einrichtung eines Benutzergeräts
für einen Pumpstand gewährleisten. Durch Anschluss der jeweiligen Funktionsmodule
des Pumpstandes an die Zentraleinheit, insbesondere an die Zentraleinheit eines Benutzergeräts,
kann eine Erkennung der Pumpstandkonfiguration erfolgen und in Abhängigkeit der Erkennung
eine programmierfreie Konfigurierung der Funktionsansicht vorgenommen werden. Durch
Vorsehen von erforderlichen oder geeigneten Funktionsobjekten für die jeweilige Pumpstandkonfiguration
wird insbesondere der benutzerseitige Aufwand zur Konfiguration der Zentraleinheit
beziehungsweise der jeweiligen Funktionsansicht verringert.
[0075] In weiter vorteilhafter Weise kann die Zentraleinheit zur Darstellung einer Konfigurationsansicht
eingerichtet sein. Über eine solche Konfigurationsansicht kann der Betriebsmodus der
Zentraleinheit selbst einstellbar sein. Bei einer solchen Konfigurationsansicht kann
es sich demnach um eine temporäre Ansicht handeln, die zur Einstellung beziehungsweise
zur Konfiguration der Zentraleinheit verwendet wird. Durch die Konfigurationsansicht
kann zudem eine Funktionsansicht programmierfrei konfiguriert beziehungsweise erzeugt
werden.
[0076] In bevorzugter Weise kann eine derartige Konfigurationsansicht eine Auflistung von
Funktionsobjekten und/oder von Datenobjekten aufweisen, insbesondere von Datenobjekten
der Zentraleinheit, eines Funktionsmoduls und/oder einer in Datenverbindung mit der
Zentraleinheit stehenden externen Vakuumvorrichtung. Es kann sich ebenfalls um geräte-
und/oder anlagenunabhängige Datenobjekte handeln. Solche Datenobjekte sind dementsprechend
unabhängig von der Ausprägung der Zentraleinheit, etwaig vorgesehener Funktionsmodule
und/oder einer in Verbindung mit der Zentraleinheit stehenden externen Vakuumvorrichtung.
Bei derart unabhängigen Datenobjekten kann es sich beispielsweise um Webinhalte oder
Hilfeinformationen handeln.
[0077] Die Erfindung wird im Folgenden beispielhaft unter Bezugnahme auf die beigefügte
Zeichnung beschrieben. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer Vakuumvorrichtung gemäß einer Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 2a-2b
- schematische Darstellungen eines Benutzergeräts einer Vakuumvorrichtung gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 3a-3c
- schematische Darstellungen eines Benutzergeräts einer Vakuumvorrichtung gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Benutzergeräts einer Vakuumvorrichtung gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 5a-5b
- schematische Darstellungen eines Benutzergeräts einer Vakuumvorrichtung gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 6a-6b
- schematische Darstellungen eines Benutzergeräts einer Vakuumvorrichtung gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung,
- Fig. 7a-7b
- schematische Darstellungen eines Benutzergeräts einer Vakuumvorrichtung gemäß einer
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
[0078] Die Fig. 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Vakuumvorrichtung 10. Die Vakuumvorrichtung
10 weist ein Benutzergerät 12 und zumindest ein Funktionsmodul 14 auf. Im vorliegenden
Beispiel sind insgesamt fünf Funktionsmodule 14 schematisch angedeutet, wobei jedoch
auch eine andere Anzahl von Funktionsmodulen 14 vorgesehen sein kann.
[0079] Bei den Funktionsmodulen 14 kann es sich beispielsweise um Vakuumpumpen, insbesondere
Turbomolekularpumpen, Vakuummessgeräte, Vakuumanalysegeräte, Lecksuchgeräte und/oder
Vakuumventile handeln. Ebenso kann es sich bei einem Funktionsmodul 14 auch um ein
Vakuumkammergerät handeln.
[0080] Eine Vakuumvorrichtung 10 kann eine Mehrzahl gleicher Funktionsmodule 14 oder auch
unterschiedliche Typen von Funktionsmodulen 14 aufweisen. Schließlich kann auch das
Benutzergerät 12 ein Funktionsmodul bilden. Ebenfalls möglich ist eine Vakuumvorrichtung
10 mit einem oder mehreren Funktionsmodulen 14 und einem oder mehreren Benutzergeräten
12.
[0081] Ein erfindungsgemäßes Benutzergerät 12 weist eine Zentraleinheit 16 zur Benutzerinteraktion
mit zumindest einem Funktionsmodul 14 und wenigstens eine Schnittstelle 18 zur Herstellung
einer Datenverbindung zwischen der Zentraleinheit 16 und einem Funktionsmodul 14 auf.
Die Schnittstelle 18 kann beispielsweise an der Zentraleinheit 16 vorgesehen sein.
[0082] Das Benutzergerät 12 kann ferner mit zumindest einem als Erweiterungsmodul 20 ausgebildeten
Funktionsmodul ausgestattet sein, insbesondere mit einer Mehrzahl von Erweiterungsmodulen
20. Die Erweiterungsmodule 20 bilden dementsprechend Untermodule des als Benutzergeräts
12 ausgebildeten Funktionsmoduls.
[0083] Die Erweiterungsmodule 20 dienen der Funktionserweiterung der Zentraleinheit 16 und
können über eine Busverbindung 22 mit der Zentraleinheit 16 in Verbindung stehen.
Hierzu kann die Zentraleinheit 16 mit einer internen Schnittstelle 24 ausgestattet
sein. Bei der Busverbindung 22 kann es sich insbesondere um einen CAN-Bus handeln.
Ebenso können auch andere Busverbindungen vorgesehen sein, beispielsweise I2C, RS485
und/oder LVDS.
[0084] Die Erweiterungsmodule 20 können unterschiedliche Funktionalitäten bereitstellen.
So können beispielsweise Schnittstellenmodule 26 vorgesehen sein, die jeweils mit
einer Schnittstelle 28 zur Herstellung einer Datenverbindung zwischen der Zentraleinheit
16 und einem Funktionsmodul 14 ausgestattet sind. Die Schnittstelle 28 kann dabei
zusätzlich oder alternativ zu der Schnittstelle 18 vorgesehen sein. Ferner kann ein
Funktionsmodul 30 zur Eingabe, Erfassung und/oder Ausgabe digitaler und/oder analoger
Signale vorgesehen sein. Schließlich kann ein Funktionsmodul 32 zur Kommunikation
mit einer übergeordneten Steuerung 34 vorgesehen sein. Eine übergeordnete Steuerung
34 kann wiederum eine externe Vakuumvorrichtung beziehungsweise eine Mehrzahl von
externen Vakuumvorrichtungen ansteuern. Die übergeordnete Steuerung 34 kann auch weitere
interne Funktionsmodule ansteuern, die hier nicht näher dargestellt sind. Schließlich
kann auch ein Funktionsmodul 36 zur Ansteuerung von Speichermedien vorgesehen sein.
Bei dem Funktionsmodul 36 kann es sich beispielsweise um ein Funktionsmodul mit einer
USB-Schnittstelle handeln.
[0085] Die Zentraleinheit 16 kann schließlich mit einer sogenannten Default Schnittstelle
38 ausgestattet sein, über die die Zentraleinheit werksseitig vorkonfiguriert beziehungsweise
eine initiale Konfiguration durch Aufspielen von Software vorgenommen werden kann.
Die Default-Schnittstelle 38 kann aber auch über die Schnittstelle 18 realisiert werden,
sodass im Minimalausbau nur die Schnittstelle 18 für Software-Updates und sonstige
Zugriffe im Zuge der Herstellung verwendet werden kann. Die Schnittstelle 18 kann
also als Default-Schnittstelle verwendet werden.
[0086] Ferner kann zumindest ein Erweiterungsmodul als Netzteilmodul 40 ausgebildet sein.
Das Netzteilmodul 40 dient der Strom- beziehungsweise Spannungsversorgung der Zentraleinheit
16. Dabei kann über die Zentraleinheit 16 auch eine Strom- oder Spannungsversorgung
von Funktionsmodulen 14 erfolgen, insbesondere dann, wenn diese lediglich einen geringen
Strom- oder Spannungsbedarf aufweisen. Demgegenüber kann auch ein weiteres Netzteilmodul
42 zur direkten Strom- und/oder Spannungsversorgung eines Funktionsmoduls oder mehrerer
Funktionsmoduls vorgesehen sein. Es kann aber auch ein einziges Netzteil 40 oder 42
sowohl die Versorgung der Zentraleinheit 16, der Erweiterungsmodule 20, der an die
Zentraleinheit 16 und/oder an die Erweiterungsmodule 20 angeschlossene Funktionsmodule
14 und eines direkt an das Benutzergerät 12 angeschlossenen Funktionsmoduls 14 übernehmen.
Schließlich können auch einzelne Erweiterungsmodule 20 über das Netzteilmodul 40,
indirekt über die Zentraleinheit 16, mit Strom beziehungsweise Spannung versorgt werden.
So kann beispielsweise das Funktionsmodul 36 zur Ansteuerung von Speichermedien über
das Netzteilmodul 40 mit Strom beziehungsweise Spannung versorgt werden.
[0087] Die Zentraleinheit 16 kann ferner eine interne Speichereinrichtung 44 aufweisen,
auf der Betriebssoftware oder auch anderweitige Daten gespeichert sein können. Bei
einer derartigen Betriebssoftware kann es sich insbesondere um ein Computerprogrammprodukt
handeln.
[0088] Ferner weist die Zentraleinheit 16 eine Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung 46 zur
Darstellung zumindest einer Funktionsansicht 48 auf. Die Funktionsansicht 48 weist
wiederum zumindest ein Funktionsobjekt 50 oder auch eine Mehrzahl von Funktionsobjekten
50 auf.
[0089] Bei den Funktionselementen 50 kann es sich beispielsweise um Grafikanzeigen zur Darstellung
beliebiger Inhalte oder vakuumvorrichtungsspezifischer Inhalte handeln. Ebenso kann
es sich bei den Funktionsobjekten 50 um Eingabefelder handeln, durch die eine flexible
Bedienung einer Vakuumvorrichtung 14 gewährleistet wird. Die Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung
46 kann insbesondere als Touchpanel ausgebildet sein, so dass Grafikanzeigen und Eingabefelder
gemeinsam in einer Darstellung kombiniert werden können.
[0090] Die zumindest eine Funktionsansicht 48 kann programmierfrei konfigurierbar sein.
Hierzu können einzelne Funktionsobjekte 50 oder mehrere Funktionsobjekte 50 erzeugt,
ausgewählt und/oder angepasst werden. Ebenso ist es möglich, bereits vordefinierte
Funktionsobjekte 50 in einer Funktionsansicht 48 geeignet zusammenzustellen und hierdurch
eine Konfiguration vorzunehmen. Die Funktionsobjekte 50 können beispielsweise aus
einer Mehrzahl unterschiedlicher vorgegebener Ansichten ausgewählt und in einer neu
konfigurierten Ansicht geeignet zusammengestellt werden, wodurch die Nutzererfordernisse
flexibel umgesetzt werden können.
[0091] Die programmierfreie Konfigurierbarkeit gewährleistet insbesondere Anpassungen oder
Neuerzeugungen einer Funktionsansicht frei von Zugriffen auf einen Quellcode. Zur
Anpassung der jeweiligen Funktionsansicht 48 bedarf es somit keinerlei Programmieraufwand
auf Quellcodeebene.
[0092] Die Zentraleinheit 16 ist erfindungsgemäß dazu eingerichtet sein, eine Modulkonfiguration
zu erfassen und in Abhängigkeit der erfassten Modulkonfiguration eine vordefinierte
Aktion auszulösen. Die Modulkonfiguration kann die Zusammenstellung sämtlicher Funktionsmodule
betreffen. In Abhängigkeit einer solchen Erfassung kann beispielsweise die jeweilige
Funktionsansicht 48 konfiguriert beziehungsweise erzeugt werden. Eine solche Erzeugung
kann mit oder ohne Anwendereingaben erfolgen, insbesondere automatisiert.
[0093] Ebenso kann in Abhängigkeit einer solchen Erfassung der Modulkonfiguration, insbesondere
eines Vergleichsergebnisses zwischen einer erfassten Modulkonfiguration und einer
Sollkonfiguration von Funktionsmodulen, eine Vorrichtungsfunktion freigegeben oder
unterbunden werden.
[0094] Ferner ist es möglich, dass die Zentraleinheit 16 dazu eingerichtet ist, eine Modulkonfiguration
selbsttätig zu erkennen oder durch benutzerseitige Eingabe zu erfassen. Wiederum in
Abhängigkeit einer derartigen Erfassung kann eine Funktionsansicht 48 konfiguriert
beziehungsweise erzeugt werden. Die Erfassung der jeweiligen Anlagenkonfiguration
kann dabei zur Konfiguration einer Funktionsansicht 48 führen, welche die für die
jeweils erfasste Anlagenkonfiguration sinnvolle Funktionsobjekte 50 enthält.
[0095] Schließlich ist es auch möglich, dass die Funktionsansicht 48 frei von Vorgaben oder
auch durch bestimmte Vorgaben anwenderseitig konfigurierbar ist. Anwenderseitig können
dabei auch Funktionsobjekte 50 vorgesehen werden, die vom Bediengerät 12 oder angeschlossenen
Funktionsmodule 14 unabhängige Inhalte darstellen oder enthalten.
[0096] Durch die modulare Ausgestaltung des Benutzergeräts 12 beziehungsweise der dadurch
flexiblen Möglichkeit zur Gestaltung verschiedener Modulkonfiguration entsteht ein
hohes Maß an Flexibilität im Einsatz. Gleichzeitig wird durch die programmierfreie
Konfigurierbarkeit der zumindest einen Funktionsansicht 48 eine gute Anpassbarkeit
des Benutzergeräts 12 an unterschiedliche Gegebenheiten gewährleistet. Die Einrichtung
und Bedienbarkeit einer Vakuumvorrichtung 10 wird dadurch insgesamt erleichtert und
der gerätetechnische Aufwand verringert.
[0097] Die Fig. 2a und 2b zeigen ein Benutzergerät 12 einer Vakuumvorrichtung gemäß einer
weiteren Ausführungsform. Es ist zu erkennen, dass die Funktionsansicht 48 eine Orientierung
aufweist. Auch nach einer Drehung des Benutzergeräts 12, wie in Fig. 2b gezeigt, bleibt
die Orientierung der Funktionsansicht 48 erhalten. Eine Anpassung der Orientierung
der Funktionsansicht 48 an die jeweilige Orientierung des Benutzergeräts 12 wird unterbunden.
Eine solche Unterbindung kann in Abhängigkeit der erfassten Modulkonfiguration erfolgen,
insbesondere als vordefinierte Aktion.
[0098] Die Fig. 3a, 3b und 3c zeigen ein Benutzergerät 12 einer Vakuumvorrichtung gemäß
einer weiteren Ausführungsform. Es ist zu erkennen, dass die Funktionsansicht 48 eine
Orientierung aufweist. Nach einer Drehung des Benutzergeräts 12, wie in Fig. 3b gezeigt,
bleibt die Orientierung der Funktionsansicht 48 zunächst erhalten. Wie in Fig. 3c
zu erkennen ist, kann sich die Orientierung der Funktionsansicht 48 aber an die geänderte
Orientierung des Benutzergeräts 12 anpassen. Eine solche Anpassbarkeit kann in Abhängigkeit
der erfassten Modulkonfiguration freigegeben werden, insbesondere als vordefinierte
Aktion. Dabei kann eine Anpassung der Orientierung des Benutzergeräts beispielsweise
im Hinblick auf eine nutzerseitig gewünschte Kabelführung vorgenommen werden, was
in den Fig. 3a bis 3c schematisch angedeutet ist.
[0099] Die Fig. 4 zeigt ein Benutzergerät 12 einer Vakuumvorrichtung gemäß einer weiteren
Ausführungsform. Es ist zu erkennen, dass die Funktionsansicht 48 das Benutzergerät
12 selbst darstellt. Die Darstellung des Benutzergeräts 12 selbst auf der Funktionsansicht
48 des Benutzergeräts 12 dient der benutzerseitigen Auswahl weiterer Funktionen. Beispielsweise
kann die Darstellung eines Schnittstellenmoduls 26 des Benutzergeräts 12 angewählt
werden, um weitergehende Darstellungen, Funktionen und/oder Konfigurationen zu erzeugen.
Die Darstellung des Benutzergeräts 12 selbst auf der Funktionsansicht 48 des Benutzergeräts
12 kann wiederum in Abhängigkeit einer erfassten Modulkonfiguration vorgenommen werden,
insbesondere als vordefinierte Aktion.
[0100] Die Fig. 5a und 5b zeigen ein Benutzergerät 12 einer Vakuumvorrichtung gemäß einer
weiteren Ausführungsform. Die Fig. 5a zeigt eine Vorderansicht und die Fig. 5b zeigt
eine Rückseitenansicht des Benutzergeräts 12. Es ist zu erkennen, dass die Funktionsansicht
48 auf der Vorderseite das Benutzergerät 12 eine Darstellung der Rückseite des Benutzergeräts
12 enthält. Die Darstellung der Rückseite des Benutzergeräts 12 auf der Funktionsansicht
48 des Benutzergeräts 12 dient der benutzerseitigen Auswahl weiterer Funktionen. Beispielsweise
kann die Darstellung eines Schnittstellenmoduls 26 an der Rückseite des Benutzergeräts
12 angewählt werden, um weitergehende Darstellungen, Funktionen und/oder Konfigurationen
zu erzeugen. Die Darstellung der Rückseite des Benutzergeräts 12 auf der Funktionsansicht
48 des Benutzergeräts 12 kann wiederum in Abhängigkeit einer erfassten Modulkonfiguration
vorgenommen werden, insbesondere als vordefinierte Aktion.
[0101] Die Fig. 6a und 6b zeigen ein Benutzergerät 12 einer Vakuumvorrichtung gemäß einer
weiteren Ausführungsform. Die Fig. 6a zeigt eine Vorderansicht und die Fig. 6b zeigt
eine Rückseitenansicht des Benutzergeräts 12. Das Benutzergerät 12 weist auf der Vorderseite
ein Schnittstellenmodul 26 und auf der Rückseite zwei weitere Schnittstellenmodule
26 auf. Die Schnittstellenmodule 26 können beispielsweise Anschlüsse und/oder Eingänge
für Messröhren aufweisen. Aufgrund der Modulkonfiguration mit den Schnittstellenmodulen
26 wird durch eine hier nicht gezeigte Zentraleinheit eine wahrscheinliche Anwendung
des Benutzergeräts 12 als Druckmessröhrencontroller erkannt und/oder festgelegt. Dieser
wahrscheinlichen Anwendung kann als vordefinierte Aktion die Erzeugung und/oder Anpassung
einer bestimmten Funktionsansicht 48 zugeordnet sein. Die hier gezeigte Funktionsansicht
48 kann insbesondere spezifisch sein für den Anwendungsfall eines Druckmessröhrencontrollers.
Die gezeigte Funktionsansicht 48 kann bevorzugt selbsttätig erzeugt werden.
[0102] Die Fig. 7a und 7b zeigen ein Benutzergerät 12 einer Vakuumvorrichtung gemäß einer
weiteren Ausführungsform. Die Fig. 7a zeigt eine Vorderansicht und die Fig. 7b zeigt
eine Rückseitenansicht des Benutzergeräts 12. Das Benutzergerät 12 weist auf der Vorderseite
ein Funktionsmodul 32 zur Kommunikation mit einer übergeordneten Steuerung oder ein
Funktionsmodul zur Industriekommunikation auf. Auf der Rückseite sind zahlreiche weitere
Schnittstellenmodule 26 für den Anschluss von Vakuumgeräten, insbesondere Vakuumpumpen,
vorgesehen. Aufgrund der Modulkonfiguration wird durch eine hier nicht gezeigte Zentraleinheit
eine wahrscheinliche Anwendung des Benutzergeräts 12 als Datenkonverter für ein Content-Management-System
(CMS-System) erkannt und/oder festgelegt. Dieser wahrscheinlichen Anwendung kann als
vordefinierte Aktion die Erzeugung und/oder Anpassung einer bestimmten Funktionsansicht
48 zugeordnet sein. Die hier gezeigte Funktionsansicht 48 kann insbesondere spezifisch
sein für den Anwendungsfall eines Datenkonverters. Die gezeigte Funktionsansicht 48
kann bevorzugt selbsttätig erzeugt werden.
1. Vakuumvorrichtung (10), insbesondere Vakuumpumpe, Vakuummessgerät, Vakuumanalysegerät,
Lecksuchgerät, Vakuumventil, Antriebsgerät und/oder Benutzergerät, mit einer aus wenigstens
einem Funktionsmodul (12, 14) bestehenden Modulkonfiguration und mit einer Zentraleinheit
(16) zur Erfassung der Modulkonfiguration, wobei die Zentraleinheit (16) dazu eingerichtet
ist, in Abhängigkeit einer erfassten Modulkonfiguration zumindest eine vordefinierte
Aktion auszulösen.
2. Vakuumvorrichtung (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine Mehrzahl von Funktionsmodulen vorgesehen ist und/oder dass die Zentraleinheit
(16) und/oder das zumindest eine Funktionsmodul durch zumindest ein als Erweiterungsmodul
(20) ausgebildetes Funktionsmodul, bevorzugt durch eine Mehrzahl von Erweiterungsmodulen
(20), erweiterbar ist und/oder dass die Modulkonfiguration durch Anordnen oder Weglassen
eines als Erweiterungsmoduls (20) ausgebildeten Funktionsmoduls festlegbar ist, insbesondere
durch den Typ des Erweiterungsmoduls (20) und/oder durch die Anzahl von Erweiterungsmodulen
(20).
3. Vakuumvorrichtung (10) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Modulkonfiguration eingebbar ist, insbesondere benutzerseitig und/oder herstellerseitig
eingebbar ist, und/oder dass die Zentraleinheit (16) zum Eingeben der Modulkonfiguration
ausgebildet ist und/oder dass die Zentraleinheit (16) zur Benutzer- und/oder Herstellerinteraktion
ausgebildet ist.
4. Vakuumvorrichtung (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Modulkonfiguration selbsttätig und/oder automatisch erkennbar ist und/oder dass
die Zentraleinheit (16) zur selbsttätigen und/oder automatischen Erkennung der Modulkonfiguration
ausgebildet ist, und/oder dass die Modulkonfiguration durch Anordnen oder Weglassen
eines als Erweiterungsmoduls ausgebildeten Funktionsmoduls erkennbar oder festlegbar
ist, insbesondere durch den Typ des Erweiterungsmoduls und/oder durch die Anzahl von
Erweiterungsmodulen, und/oder dass die Modulkonfiguration durch die Position eines
als Erweiterungsmodul ausgebildeten Funktionsmoduls erkennbar oder festlegbar ist.
5. Vakuumvorrichtung (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentraleinheit (16) zum Vergleichen der Modulkonfiguration mit einer Sollkonfiguration
eingerichtet ist und/oder dass die Zentraleinheit (16) dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit
eines Vergleichsergebnisses zwischen der Modulkonfiguration und einer Sollkonfiguration
eine vordefinierte Aktion auszulösen.
6. Vakuumvorrichtung (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die vordefinierte Aktion ein Unterbinden und/oder ein Freigeben einer Vorrichtungsfunktionalität
umfasst und/oder dass die Zentraleinrichtung (16) dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit
eines Vergleichsergebnisses zwischen der Modulkonfiguration und einer Sollkonfiguration
Vorrichtungsfunktionalitäten ganz oder teilweise zu unterbinden und/oder freizugeben.
7. Vakuumvorrichtung (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentraleinheit (16) eine Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung (46) zur Darstellung
zumindest einer Funktionsansicht (48) mit zumindest einem Funktionsobjekt (50) aufweist
und/oder dass zumindest eine Funktionsansicht (48) der Zentraleinheit (16) programmierfrei
konfigurierbar ist, insbesondere durch die zumindest eine vordefinierte Aktion programmierfrei
und/oder selbsttätig konfigurierbar ist.
8. Vakuumvorrichtung (10) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Funktionsansicht (48) programmierfrei durch Erzeugung, Auswahl und/oder Anpassung
eines Funktionsobjekts (50) und/oder einer Mehrzahl von Funktionsobjekten (50) und/oder
durch Zusammenstellung einer Mehrzahl auswählbarer Funktionsobjekte (50) konfigurierbar
ist und/oder dass die Art, Position, Form, Größe, Ausrichtung, Orientierung und/oder
der Darstellungstyp des zumindest einen Funktionsobjekts (50) programmierfrei auswählbar
und/oder anpassbar ist.
9. Vakuumvorrichtung (10) nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Anzeige- und/oder Eingabeeinrichtung (46) zur Darstellung einer Mehrzahl von Funktionsansichten
(48) und/oder von unterschiedlichen Funktionsansichten (48) eingerichtet ist und/oder
dass zumindest eine Funktionsansicht (48) und/oder zumindest ein Funktionsobjekt (50)
einer Funktionsansicht (48) vorgegeben ist, insbesondere unveränderlich oder neukonfigurierbar
ausgebildet ist.
10. Vakuumvorrichtung (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentraleinheit (16) zur automatisierten Konfigurierung zumindest einer Funktionsansicht
(48) eingerichtet ist, insbesondere in Abhängigkeit einer erkannten Modulkonfiguration,
und/oder dass die zumindest eine vordefinierte Aktion die Konfigurierung zumindest
einer Funktionsansicht (48) betrifft.
11. Vakuumvorrichtung (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
zumindest eine Funktionsansicht (48) der Zentraleinheit (16) benutzerseitig nach voreingestellten
Vorgaben oder frei von voreingestellten Vorgaben programmierfrei konfigurierbar ist,
insbesondere unabhängig von einer Modulkonfiguration oder einer Sollkonfiguration.
12. Vakuumvorrichtung (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die zumindest eine vordefinierte Aktion die Neuerzeugung einer Funktionsansicht (48)
und/oder Anpassung einer vorhandenen Funktionsansicht (48) betrifft, insbesondere
einer an der Zentraleinheit (16) dargestellten und/oder kontextspezifischen Funktionsansicht
(48).
13. Vakuumvorrichtung (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentraleinheit (16) dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit eines Vergleichsergebnisses
zwischen der Modulkonfiguration und einer Sollkonfiguration als vordefinierte Aktion
eine Funktionsansicht (48) zu konfigurieren, insbesondere als vordefinierte Aktion
eine Neuerzeugung und/oder Anpassung einer vorhandenen Funktionsansicht (48) auszulösen.
14. Vakuumvorrichtung (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Zentraleinheit (16) dazu eingerichtet ist, in Abhängigkeit einer erfassten Modulkonfiguration
die Einbaulage zumindest eines Funktionsmoduls zu ermitteln und die vordefinierte
Aktion in Abhängigkeit der ermittelten Einbaulage auszulösen und/oder dass die zumindest
eine vordefinierte Aktion die Ausrichtung und/oder Orientierung einer Funktionsansicht
(48) und/oder eines Funktionsobjekts einer Funktionsansicht (48) betrifft.
15. Vakuumvorrichtung (10) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die zumindest eine vordefinierte Aktion die Neuerzeugung und/oder Anpassung einer
Funktionsansicht (48) betrifft, durch die zumindest ein Funktionsmodul oder eine Mehrzahl
von Funktionsmodulen und/oder eine modulspezifische Bedienungsanweisung dargestellt
wird.