[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein farbabgebendes Produkt, insbesondere zum Färben
von oder Auffrischen von Färbungen in textilen Materialien, insbesondere von Jeans-
bzw. Denim-Materialien, bevorzugt in einer Waschmaschine, umfassend ein flächiges,
tuchartiges Trägermaterial, ein Verfahren zum Färben von oder Auffrischen von Färbungen
in textilen Materialien als auch Verwendungen hierzu.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind textile Produkte in Form von Tüchern bekannt, die
einem Vergrauen von weißer oder heller Wäsche, das heißt textilen, verschmutzten Materialien,
vorbeugen. Derartige textile Produkte weisen beispielsweise kationische Harze oder
ähnlich wirkende Substanzen auf, die im Zusammenspiel mit weiteren Substanzen einem
Vergrauen von Wäsche auch nach mehrmaligen Waschvorgängen vorbeugen.
[0003] Umgekehrt verhält sich die Problematik bei dunklen, insbesondere blauen oder roten
Wäschestücken, insbesondere solchen aus Jeans- bzw. Denim-Materialien. Auch diese
können nach mehrmaligen Waschgängen langsam verblassen. Hier sind sogenannte Schwarzwaschmittel
bekannt, die etwas helfen, dem Verblassen dunkler Wäsche vorzubeugen. Derartige Schwarzwaschmittel
werden wie übliche Flüssigwaschmittel zum Waschen, insbesondere in Waschmaschinen,
eingesetzt. Allerdings ist die Wirkungsweise der auf dem Markt befindlichen bekannten
Schwarzwaschmittel nicht derart, dass dauerhaft ein Verblassen insbesondere dunkler
Wäsche aufgehalten werden kann.
[0004] DE 103 60 842 A1 offenbart ein Waschmittelsystem mit verzögerter Färbemittelwirkung mit Formkörper
enthaltenden Produkten mit verzögerter Freisetzung von Färbemitteln bei der Anwendung,
wobei der Formkörper und/oder dessen äußere Formkörperhülle, der bzw. die sich bei
Einsatz auflösen, wenigstens ein thermoplastisches wasserlösliches Polymer, wenigstens
ein ionisches, das Polymer nicht komplexierendes Salz, wenigstens ein Färbemittel,
wobei das Färbemittel wenigstens zwei ionische Gruppen aufweist, die das wasserlösliche
Polymer reversibel komplexieren, und das Färbemittel eine textilfärbende und/oder
textilfarbauffrischende Wirkung hat, und wenigstens ein Färbemittel absorbierendes
partikuläres Trägermaterial umfasst. Das partikuläre Trägermaterial ist bevorzugt
Zeolith.
[0005] WO 2017/0506446 A1 offenbart ein Verfahren zur Färbung von textilen Flächengebilden oder konfektionierten
Textilien, welches es ermöglicht, Demin-typische Oberflächenmerkmale zu imitieren
auf textile Flächengebilden oder konfektionierte Textilien.
JP H09 132879 A offenbart die Färbung von Textilprodukten aus Polyester mit verdampftem Indigo.
DE 10 2015 218 190 A1 offenbart eine Tensid-haltige Zusammensetzung zur Behandlung von Textilen mit Farbstoff.
JP H06 287870 A beschäftigt sich mit einer Methode für nassen Transferdruck mit einem Harz.
JP 3 11 3218 B2 offenbart einen inneren Behälter und einen äußeren Behälter, umfassend Indigo.
DE 10 2004 051 582 A1 offenbart die Färbung von cellulosehaltigem Textilmaterial durch Indigo in unreduzierter
Form durch Sublimation/Verdampfung.
[0006] Bei Wäschestücken aus Jeans- bzw. Denim-Material stellt sich zudem ein weiteres Problem,
nämlich den Jeans-Charakter zu erhalten. jeans-Materialien weisen oftmals einen eigen-
bzw. einzigartigen Charakter auf, der bei einer Färbung mit einem üblichen, beispielsweise
blauen Färbemittel, verloren gehen würde. Ein entsprechend gefärbtes Jeans-Wäschestück
hätte dann eher den Charakter einer blauen Arbeitshose als einen Jeans-Charakter.
[0007] Es besteht daher ein Bedarf, ein Verblassen von dunkler, insbesondere von Jeans-Wäsche,
aufzuhalten oder aber zumindest das Verblassen in Hinblick auf mehrmalige Waschvorgänge
zu verlangsamen, ohne den Charakter des Wäschestücks zu beeinträchtigen.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Produkt zur Verfügung zu stellen,
welches dem Verblassen dunkler, insbesondere von Jeans-Wäsche, auch bei mehrmaligen
Waschvorgängen vorbeugt.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein farbabgebendes Produkt zum Färben
von oder Auffrischen von Färbungen in textilen Materialien, bevorzugt in einer Waschmaschine,
umfassend ein flächiges, tuchartiges Trägermaterial, mindestens eine auf das Trägermaterial
aufgebrachte Beschichtung sowie mindestens einen von der Beschichtung umfassten indigoiden
Farbstoff in oxidierter Form, wobei die Beschichtung weiterhin umfasst mindestens
ein Bindemittel für den mindestens einen Farbstoff, so dass der mindestens eine Farbstoff
ab einer Temperatur von etwa 20°C in eine wässrige Lösung abgebbar ist, wobei die
Beschichtung zumindest teilweise von dem flächigen Trägermaterial, das dem zu färbenden
oder in der Färbung aufzufrischenden textilen Material zugegeben wird, in einem Waschvorgang
lösbar ist. Soweit in der vorliegenden Erfindung im Folgenden von indigoidem Farbstoff
oder auch nur Farbstoff die Rede ist, ist damit stets ein indigoider Farbstoff in
oxidierter Form gemeint. Selbiges gilt auch in Hinblick darauf, als dass im Folgenden
im Zusammenhang mit der Erfindung lediglich von einem flächigen Trägermaterial oder
nur von einem Trägermaterial die Rede ist, womit stets im Sinne der vorliegenden Erfindung
ein flächiges, tuchartiges Material gemeint ist. Das erfindungsgemäße farbabgebende
Produkt kann zum Färben von textilen Materialien eingesetzt werden, vorzugsweise jedoch
zum Auffrischen von Färbungen in textilen Materialien. Textile Materialien gemäß der
vorliegenden Erfindung sind insbesondere solche, die aus Baumwolle, Naturfasern oder
Polyamid oder Mischungen der vorgenannten Materialien hergestellt sind. Besonders
bevorzugt sind dabei Jeans- bzw. Denim-Materialien. Denim-Materialien zeichnen sich
insbesondere dadurch aus, dass bei diesen entweder nur der Schussfaden oder aber nur
der Kettfaden gefärbt sind. Das erfindungsgemäße farbabgebende Produkt ist bevorzugt
kein Waschmittel in dem Sinne, dass es die Wäsche reinigt. Es fäbt vielmehr die Wäsche
beziehungsweise frischt eine bestehende Färbung von textilen Materialien in der Wäsche
auf.
[0010] Würde man übliche Färbemittel, beispielsweise bei einem blauen Jeans-Wäschestück
ein blaues Färbemittel, zur Auffrischung oder Färbung desselben einsetzen, würde sich
hier ein gleichmäßiges Färberesultat ergeben, so dass der jeans-Charakter verloren
ginge. Ein Auffrischen von Färbungen im Sinne der vorliegenden Erfindung liegt dann
vor, wenn einem Verblassen von dunkler, insbesondere von Jeans-Wäsche, vorgebeugt
wird, das heißt die Verblassen bei einem mehrmaligen Waschen der betreffenden textilen
Materialien sich verlangsamt oder aber gar eine Verblassung gestoppt wird beziehungsweise
verblasste Wäsche wieder farbintensiver wird. Gemäß dem Sinn und Zweck der vorliegenden
Erfindung ist das farbabgebende Produkt frei von Farbfängern, z.B. frei von Polyvinylpyrrolidonen
mit Farbfängerwirkung bzw. -eigenschaften.
[0011] Waschversuche mit dem erfindungsgemäßen Produkt, ausgestattet mit dunklem bzw. blauem
oder rotem indigoiden Farbstoff beziehungsweise Farbstoffmischungen, haben ergeben,
dass auch nach zwanzigmaliger Wäsche von dunklen beziehungsweise Jeans-Textilien die
Verblassung derselben deutlich verringert oder gar gestoppt wird, wohingegen bei einem
Vergleichsversuch nach zwanzigmaliger Wäsche von blauen oder roten jeans-Textilien
ohne Zugabe des farbabgebenden Produktes ein deutliches Verblassen feststellbar war.
[0012] Das erfindungsgemäße Produkt besteht im Wesentlichen aus einem flächigen, tuchartigen
Trägermaterial und einer auf diesem aufgebrachten Beschichtung. In der Beschichtung
liegt dabei vorzugsweise der mindestens eine indigoide Farbstoff in oxidierter Form
vor. Das flächige, tuchartige Trägermaterial kann auch als Färbetuch angesprochen
werden. Die Größe des flächigen Trägermaterials ist frei wählbar und in Abhängigkeit
davon auch die Menge der aufgebrachten Beschichtung einschließlich des mindestens
einen von dieser umfassten Farbstoffes. Beispielsweise sind Größen für das flächige
Trägermaterial von 10 x 10 cm oder 13,5 x 19,5 cm denkbar. Bei Farbtüchern dieser
Größen kann die Beschichtungsmenge in einem Bereich von etwa 200 mg bis etwa 7.000
mg, bevorzugt in einem Bereich von etwa 350 mg bis etwa 2.000 mg, liegen. In der auf
dem flächigen Trägermaterial vorliegenden Beschichtung liegen vorteilhafterweise Mengen
des mindestens einen Farbstoffes vor in einem Bereich von etwa 80 mg, bevorzugt von
etwa 100 mg, bis etwa 1.000 mg, bevorzugt in einem Bereich von etwa 110 mg bis etwa
600 mg. Besonders bevorzugt an dem erfindungsgemäßen Produkt ist, dass dieses vorteilhafterweise
nach Einsatz bei Entnahme beispielsweise aus einer Waschmaschine anstatt einer dunklen,
insbesondere blauen oder roten Färbung sehr hell beziehungsweise weiß, je nach eingesetztem
flächigen Trägermaterial, erscheint, und somit die eigentliche Farbe des flächigen
Trägermateriales deutlich sichtbar ist. Hierdurch hat der Benutzer eine unmittelbare
Rückmeldung über die Wirkung des erfindungsgemäßen Produktes. Dies hat seine Grundlage
darin, dass die auf dem flächigen Trägermaterial aufgebrachte Beschichtung sich bei
Einsatz ablöst und zumindest teilweise den Farbstoff freigibt.
[0013] Erfindungsgemäß umfasst die Beschichtung mindestens ein Bindemittel für den mindestens
einen Farbstoff, so dass der mindestens eine Farbstoff ab einer Temperatur von etwa
20°C in eine wässrige Lösung abgebbar ist. Die Abgabe beziehungsweise Freisetzung
des mindestens einen Farbstoffes erfolgt bevorzugt dadurch, dass sich die Beschichtung
zumindest teilweise von dem flächigen Trägermaterial löst in einem Waschvorgang, so
dass auch das Bindemittel zumindest teilweise vom flächigen Trägermaterial gelöst
wird. Aufgrund der Abgabe beziehungsweise Freisetzung des mindestens einen Farbstoffes
wird nach einem Waschvorgang ein helles, beispielsweise bei Verwendung eines weißfarbigen
flächigen Trägermateriales ein weißes oder nahezu weißes, verbrauchtes Produkt erhalten,
welchem der Nutzer des erfindungsgemäßen farbabgebenden Produktes dessen Funktion
und Wirkung unmittelbar entnehmen kann.
[0014] Bevorzugt wird der mindestens eine Farbstoff in einem Temperaturbereich von etwa
25°C bis etwa 95°C, weiter bevorzugt in einem Temperaturbereich von etwa 30°C bis
etwa 65°C, in eine wässrige Lösung abgegeben. Besonders bevorzugt ist die wässrige
Lösung alkalisch eingestellt. Besonders bevorzugt weist die wässrige Lösung einen
pH-Wert in einem Bereich von etwa 7 bis etwa 14, weiter bevorzugt in einem Bereich
von etwa 7,5 bis etwa 13 auf. Besonders bevorzugt enthält die wässrige Lösung ein
Waschmittel, bevorzugt ein Pulverwaschmittel. Besonders bevorzugt ist die Beschichtung
derart ausgebildet, dass bei Nutzung des erfindungsgemäßen farbabgebenden Produktes
durch den Nutzer dann, wenn dieser das Produkt in die Hand und beispielsweise in eine
Waschmaschine zur Vornahme eines Waschvorganges gibt, die Beschichtung sich von dem
flächigen Trägermaterial nicht ablöst und insbesondere der mindestens eine Farbstoff
nicht auf die Hand des Nutzers übertragen wird. Die Beschichtung auf dem mindestens
einen flächigen Trägermaterial kann ein- oder mehrschichtig, beispielsweise zwei-
oder dreischichtig sein und beispielsweise über Rakel, sprühen oder mit einer Färbemaschine
auf das flächige Material aufgebracht sein. Bei einer mehrfachen Beschichtung kann
die Menge des Farbstoffes auf dem flächigen Trägermaterial erhöht werden, so dass
einfach die Menge desselben auf dem Material in einem Produktionsprozess erhöht werden
kann. Die Beschichtung kann im Übrigen auf einer oder aber auf beiden Seiten des flächigen
Trägermateriales vorgenommen werden. Bevorzugt ist diese jedoch nur auf einer Seite
des flächigen Trägermaterials aufgebracht. Die Beschichtung kann beispielsweise auch
in Form eines Designs, beispielsweise eines Firmenlogos oder ähnlichem, vorgenommen
werden.
[0015] Bevorzugt ist das mindestens eine Bindemittel ausgewählt aus einer Gruppe umfassend
natürliche und/oder synthetische Harze, Gummi Arabicum, Guarkernmehl, Gelatine, Dextrine,
Agar Agar, Alginsäure, Alginate, Carrageen, Eiweiß, Gellan, Johannisbrotkernmehl,
Pektin, modifizierte Zellulose, Stärke, modifizierte Stärke und/oder Xanthan. Besonders
bevorzugt ist das mindestens eine Bindemittel ausgewählt aus der Gruppe der synthetischen
Harze umfassend Polyester, Polyvinylacetate, Polyacrylate, Polyclycole, Polyvinylalkohole
und/oder Polyvinylpyrrolidone (PVP) und/oder Mischungen aus den genannten Polymeren,
wobei die vorgenannten Polymere keine Farbfängerwirkung oder-eigenschaften aufweisen.
Besonders bevorzugt sind die synthetischen Harze nichtionisch oder anionaktiv. Besonders
gut geeignet ist auch Gummi Arabicum als Bindemittel. Ganz besonders bevorzugt ist
das mindestens eine Bindemittel ausgewählt aus einer Gruppe umfassend Polyester und/oder
Polyvinylacetate, die weiter bevorzugt als wässrige Dispersion vorliegen, und noch
weiter bevorzugt nichtionogen sind. Ganz besonders bevorzugt ist das Bindemittel gebildet
aus der Mischung aus einem Polyvinylacetat und einem Polyester.
[0016] Das mindestens eine Bindemittel ist bevorzugt in einer Menge in einem Bereich von
etwa 1 Gew.-% bis etwa 50 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung, in
dieser vorhanden. Insbesondere wenn das mindestens eine Bindemittel ausgewählt ist
aus der Gruppe der Naturstoffe, wie Gummi Arabicum, Gelatine, Gellan etc., ist dieses
in einer Menge in einem Bereich von etwa 1,5 Gew.-% bis etwa 10 Gew.-%, weiter bevorzugt
in einem Bereich von etwa 2,2 Gew.-% bis etwa 6 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
der Beschichtung, in dieser vorhanden. Insbesondere dann, wenn das mindestens eine
Bindemittel ausgewählt ist aus einer Gruppe der natürlichen und/oder synthetischen
Harze, insbesondere ausgewählt aus den synthetischen Harzen, weiter bevorzugt die
vorstehend als bevorzugt, auch in Mischungen, genannt sind, ist das mindestens eine
Bindemittel in einer Menge in einem Bereich von etwa 2,5 Gew.-%, bevorzugt von etwa
4 Gew.-%, bis etwa 49 Gew.-%, weiter bevorzugt in einer Menge in einem Bereich von
etwa 8 Gew.-% bis etwa 40 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung, in
dieser vorhanden. Liegen mindestens zwei Bindemittel in der Beschichtung vor, so ist
ein jedes von diesen in einer Menge in einem Bereich von etwa 2 Gew.-% bis etwa 35
Gew.-%, weiter bevorzugt in einer Menge in einem Bereich bis etwa 29 Gew.-%, bezogen
auf die Gesamtmenge der Beschichtung, in der Beschichtung vorhanden. Werden als Bindemittel
ein Polyester und ein Polyvinylacetat, wie vorstehend als bevorzugt beschrieben, eingesetzt,
ist der Polyester vorzugsweise in einer Menge in einem Bereich von etwa 10 Gew.-%,
bevorzugt von etwa 15 Gew.-%, bis etwa 35 Gew.-%, bevorzugt in einer Menge in einem
Bereich von etwa 12 Gew.-%, bevorzugt von etwa 20 Gew.-%, bis etwa 32 Gew.-%, bezogen
auf die Gesamtmenge der Beschichtung, und das Polyvinylacetat in einer Menge in einem
Bereich von etwa 4 Gew.-% bis etwa 20 Gew.-%, bevorzugt in einer Menge in einem Bereich
von etwa 6 Gew.-% bis etwa 18 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung,
in dieser vorhanden.
[0017] Bevorzugt umfasst die Beschichtung mindestens zwei Bindemittel, insbesondere solche
wie vorstehend beschrieben. Besonders bevorzugt weist ein erstes Bindemittel, welches
bevorzugt ein Polyvinylacetat ist, einen pH-Wert in einem Bereich von etwa 3,5 bis
etwa 5,5 und ein zweites Bindemittel, welches bevorzugt ein Polyester ist, einen pH-Wert
in einem Bereich von etwa 5,6 bis etwa 9 auf. Besonders bevorzugt ist das mindestens
eine Bindemittel nicht ionogen.
[0018] Besonders bevorzugt ist der mindestens eine indiogide Farbstoff in oxidierter Form
ausgewählt aus einer Gruppe umfassend, Indigo, Indigorubin, Indigokarmin, Purpur und
deren Derivate. Beispielhafte Derivate sind Brilliantindigo 4B (Cibablau 2B) oderThioindigo.
Indigo ist besonders bevorzugt. Indigo ist auch bekannt unter der chemischen Bezeichnung
2, 2' Bis(2,3-dihydro-3-oxoindolyliden). Die erfindungsgemäß eingesetzten indigoiden
Farbstoffen in oxidierter Form zeichnen sich dadurch aus, dass diese nur wenig bis
gering löslich in Wasser sind. Sie sind bevorzugt körnig ausgebildet. Sie sind damit
auch als Farbpigmente anzusprechen. Von daher weisen sie pigmentähnliche Eigenschaften
auf. Aus dem Stand der Technik ist bekannt, die genannten Farbstoffe als sogenannte
Küpen-Farbstoffe einzusetzen, wobei diese zunächst reduziert werden und dann auf das
textile Material aufgebracht und schließlich wieder oxidiert werden. Indigo wird dabei
beispielsweise zunächst in das leicht gelbliche Indigoweiß (reduzierte Form) überführt
und nachfolgend wieder oxidiert zu blauem Indigo. Die erfindungsgemäß eingesetzten
indigoiden Farbstoffe in oxidierter Form sind bevorzugt nichtionogen. Besonders bevorzugt
sind diese nicht funktionalisiert, insbesondere nicht mit ionischen Gruppen. Sie weisen
bevorzugt keine ionischen Gruppen auf. Sie reagieren bevorzugt nicht mit sonstigen
Bestandteilen des erfindungsgemäßen farbabgebenden Produktes. Überraschenderweise
hat sich gezeigt, dass bei Einsatz sogleich der oxidierten Form in der Beschichtung
des erfindungsgemäßen farbabgebenden Produktes sehr gute Ergebnisse betreffend die
Auffrischung von Farben bzw. Färbungen von Wäschestücken, insbesondere von Jeans-Wäschestücken
in blauer oder roter Färbung, erhalten werden, wobei diese ihren typischen Jeans-Charakter
beibehalten.
[0019] Erfindungsgemäß liegt der mindestens eine indigoide Farbstoff in oxidierter Form
in einer Menge in einem Bereich von etwa 30 Gew.-%, bevorzugt von etwa 40 Gew.-% bis
etwa 98 Gew.-%, bevorzugt in einem Bereich von etwa 45 Gew.-%, weiter bevorzugt von
etwa 50 Gew.-% bis etwa 97 Gew.-%, weiter bevorzugt bis etwa 70 Gew.-%, jeweils bezogen
auf die Gesamtmenge der Beschichtung, in dieser vor. Soweit als Bindemittel ein natürliches
Bindemittel wie Gummi Arabicum, Gelantine, Gellan oder ähnliches, jedoch kein natürliches
und/oder synthetisches Harz, eingesetzt ist, liegt vorteilhafterweise die Menge des
mindestens einen eingesetzten Farbstoffes in einem Bereich von etwa 70 Gew.-% bis
etwa 98 Gew.-%, weiter bevorzugt in einem Bereich von etwa 78 Gew.-% bis etwa 97,8
Gew.-%, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung. Soweit das mindestens
eine Bindemittel ausgewählt ist aus einer Gruppe umfassend natürliche und/oder synthetische
Harze, bevorzugt synthetische Harze, insbesondere solche, welche weiter vorstehend
als besonders bevorzugt beschrieben sind, auch in Kombination miteinander, liegt der
mindestens Farbstoff in einer Menge in einem Bereich von etwa 30 Gew.%, bevorzugt
von etwa 48 Gew.-%, bis etwa 80 Gew.-%, weiter bevorzugt in einer Menge in einem Bereich
von etwa 52 Gew.-% bis etwa 70 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung,
in dieser vor.
[0020] Besonders bevorzugt weist der mindestens eine indigoide Farbstoff einen pH-Wert in
einem Bereich von etwa 6 bis etwa 11, weiter bevorzugt in einem Bereich von etwa 6,5
bis etwa 8,5, auf. Bevorzugt liegt der mindestens eine indigoide Farbstoff in oxidierter
Form in Pigmentform, also körnig, vor. Weiter bevorzugt weist der mindestens eine
indigoide Farbstoff in oxidierter Form eine Teilchengröße in einem Bereich von ≤ 1,5
µm, weiter bevorzugt eine Teilchengröße in einem Bereich von etwa 0,05 µm bis etwa
1,5 mm, noch weiter bevorzugt bis 1 µm, auf. Bei Vorliegen des indigoiden Farbstoffes
in den vorgenannten Größenordnungen bzw. Bereichen, insbesondere in Mischung mit dem
mindestens einen Bindemittel, insbesondere in Form einer Beschichtung auf einem tuchartigen
Trägermaterial, wird die Färbewirkung bzw. die Auffrischung der Färbung weiter verbessert,
und es können auch geringere Mengen an Farbstoff eingesetzt werden. Bevorzugt liegt
der mindestens eine indigoide Farbstoff in oxidierter Form körnig in dem mindestens
einen Bindemittel vor, insbesondere in Form einer Beschichtung auf einem tuchartigen
Trägermaterial.
[0021] Soweit im Übrigen im Rahmen der vorliegenden Erfindung Werte oder Wertebereiche mit
dem Begriff "etwa" nähergehend charakterisiert sind, so ist darunter ein Toleranzbereich
zu verstehen, den der Fachmann auf diesem Gebiet für üblich erachtet. Insbesondere
ist ein Toleranzbereich in Bezug auf die angegebenen Werte bzw. Wertebereiche von
+- 20 %, bevorzugt +- 10 %, weiter bevorzugt +-5 %, und noch weiter bevorzugt +- 2
%, vorgesehen. Die in der vorliegenden Erfindung angeführten Werte und/oder Wertebereiche
können sich daher um die vorstehend genannten Toleranzbereiche nach oben oder unten
ändern, ohne aus dem Bereich der vorliegenden Erfindung heraus zu führen.
[0022] Besonders bevorzugt sind in der Beschichtung mindestens zwei indigoide Farbstoffe
vorgesehen. Ganz besonders bevorzugt sind in der Beschichtung genau zwei Farbstoffe
vorgesehen. In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist die Beschichtung
einen blauen wie Indigo und einen rötlichen Farbstoff wie Indigokarmin auf. Soweit
mindestens zwei Farbstoffe in der Beschichtung vorgesehen sind, liegen diese jeweils
in einer Menge in einem Bereich von etwa 15 Gew.-% bis etwa 49 Gew.-%, bevorzugt jeweils
in einer Menge in einem Bereich von etwa 25 Gew.-% bis etwa 49 Gew.-%, jeweils bezogen
auf die Gesamtmenge der Beschichtung, in dieser vor. Sind genau zwei Farbstoffe in
der Beschichtung zugegen, können diese besonders bevorzugt in identischen Mengen in
dieser vorhanden sein. Unterschiedliche Mengen mindestens zweier indigoider Farbstoffe
sind insbesondere dann zugegen, wenn das Bindemittel ausgewählt ist aus einer Gruppe
umfassend natürliche und/oder synthetische Harze, insbesondere die vorstehend genannten
bevorzugten Harze bzw. Mischungen derselben. Soweit mindestens ein blauer, bevorzugt
genau ein blauer indigoider Farbstoff, insbesondere Indigo in oxidierter Form, vorgesehen
ist, ist dieser vorzugsweise in der Beschichtung in einer Menge in einem Bereich von
etwa 28 Gew.-% bis etwa 75 Gew.-%, bevorzugt in einem Bereich von etwa 50 Gew.-% bis
etwa 70 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung, von dieser umfasst.
[0023] Die vorstehend definierten Parameter führen vorteilhafterweise dazu, dass auf dem
flächigen, tuchartigen Trägermaterial keine Verstaubung durch die auf diesem aufgebrachten
Beschichtung, insbesondere durch den von dieser umfassten mindestens einen indigoiden
Farbstoff in oxidierter Form, auftritt. Insbesondere bei einem Knicken oder sonstigen
Verformen des flächigen Trägermateriales wird durch die genannten bevorzugten Parameter
betreffend des Farbstoffes, aber auch des Bindemittels eine Verkrümelung der Beschichtung
auf dem flächigen Trägermaterial sicher vermieden. Das Bindemittel dient vorteilhafterweise
dazu, insbesondere in Form der vorstehend dargelegten bevorzugten oder besonders bevorzugten
Bindemittel, eine Verkrümelung des indigoiden Farbstoffes auf dem flächigen Produkt
zu vermeiden. Auch lässt sich hierdurch ein Abfärben auf die Hände des Benutzers vermeiden,
mithin eine hinreichend feste Haftung des indigoiden Farbstoffes auf dem flächigen
Trägermaterial erzielen.
[0024] Das Verhältnis der Menge des mindestens einen Bindemittels zu dem mindestens einen
indigoiden Farbstoff in der Beschichtung auf dem erfindungsgemäßen farbabgebenden
Produkt liegt in einem Bereich von etwa 1:1 bis etwa 1:5, bevorzugt in einem Bereich
von etwa 1:1,25 bis etwa 1:3.
[0025] Das erfindungsgemäße farbgebende Produkt kann darüber hinaus vorteilhafterweise in
der Beschichtung mindestens ein Verdickungsmittel umfassen. Das mindestens eine Verdickungsmittel
dient vorteilhafterweise der Einstellung der Viskosität, je nach Einsatz der eingesetzten
Bindemittel beziehungsweise Farbstoffe. Besonders bevorzugt ist das mindestens eine
Verdickungsmittel ausgewählt aus einer Gruppe umfassend Polyacrylate, insbesondere
solche in einer wässrigen Dispersion. Bevorzugt ist das Polyacrylat anionaktiv. Weiter
bevorzugt ist das Polyacrylat nicht farbfängeraktiv. Vorteilhafterweise liegt der
pH-Wert des mindestens einen Verdickungsmittels in einem Bereich von etwa 1,5 bis
etwa 6, bevorzugt in einem Bereich von etwa 1,8 bis etwa 4,5. Das mindestens eine
Verdickungsmittel wird vorteilhafterweise in einem Bereich von etwa 1 Gew.-% bis etwa
3,5 Gew.-%, bevorzugt bis etwa 2 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung,
eingesetzt.
[0026] In einer weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung umfasst das farbabgebende
Produkt Harnstoff in einer Menge in einem Bereich von etwa 2 Gew.-% bis etwa 30 Gew.-%,
weiter bevorzugt in einer Menge in einem Bereich von etwa 4 Gew.-% bis etwa 27 Gew.-%,
jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung auf dem farbabgebenden Produkt.
Der Harnstoff dient dazu, bei Auftragung der Beschichtung auf einem flächigen Trägermaterial
die Viskosität in etwa konstant zu halten und so insbesondere auch ein Nachdicken
der Beschichtungsmasse nach Aufbringung auf dem Vlies zu verhindern.
[0027] Das erfindungsgemäße farbabgebende Produkt kann darüber hinaus vorteilhafterweise
in der Beschichtung mindestens ein Dispergiermittel, mindestens ein Netzmittel, mindestens
einen Komplexbildner und/oder mindestens ein Antiflockungsmittel umfassen. Die vorgenannten
Mittel sind insbesondere geeignet, in die für die Beschichtung herzustellenden Beschichtungszusammensetzungen,
die im Folgenden beschrieben sind, den mindestens einen indigoiden Farbstoff in oxidierter
Form so zur Verfügung zu stellen, dass optimale Färbeergebnisse erzielt werden, und
insbesondere dieser in einer bevorzugt wässrigen Lösung fein verteilt vorliegt. Hierfür
ist insbesondere das mindestens eine Dispergiermittel sinnvollerweise einzusetzen.
In einer besonderen bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst
jedoch das farbabgebende Produkt in der Beschichtung und auch die weiter unten beschriebene
erfindungsgemäße Beschichtungszusammensetzung keines der vorgenannten Mittel, oder
aber allenfalls mindestens ein Dispergiermittel.
[0028] Das mindestens eine flächige Trägermaterial ist erfindungsgemäß ein Vliesstoff. Bevorzugt
ist das flächige, tuchartige Trägermaterial weiß oder weist eine helle Färbung auf.
[0029] Das flächige, tuchartige Trägermaterial ist vorzugsweise aus Fasern hergestellt,
welche nicht unmittelbar von dem mindestens einen indigoiden Farbstoff angefärbt werden.
Besonders bevorzugt ist das mindestens eine flächige Trägermaterial ein solches, welches
auf diesem applizierte Farbstoffe gut abgibt, das heißt, dass diese sich gut bis sehr
gut von diesem lösen, bevorzugt zumindest teilweise zusammen mit der Beschichtung.
[0030] Bevorzugt werden zur Bildung des Vlieses vorwiegend synthetische Fasern verwendet,
vorzugsweise Polymerfasern und/oder Kombinationen aus natürlichen und synthetischen
Fasern. Das flächige Trägermaterial weist vorzugsweise einen flexiblen Charakter auf,
es hat gute Griffeigenschaften und lässt sich durch die Benutzer gut handhaben. Zur
Herstellung eines bevorzugten Vlieses im Sinne der vorliegenden Erfindung auf Polymerbasis
können jegliche fadenbildenden Polymere, die in ihrer Schmelze oder Lösung Eigenschaften
aufweisen, welche die Bedingungen der Verspinnbarkeit erfüllen, eingesetzt werden.
Beispielsweise sind Polymere aus der Gruppe der Polyolefine als Homopolymere oder
Blends, Polyamide, Polyester, abbaubare Polymere, beispielsweise auf Polymilchsäurebasis
oder Stärkebasis, zur Herstellung dieser Vliese geeignet. Als besonders vorteilhaft
haben sich für das flächige Trägermaterial Vliese auf Polyolefinbasis erwiesen, wobei
besonders bevorzugt das flächige Trägermaterial ein Viskose-Polyester-Vlies ist. Das
flächige Trägermaterial und damit das bevorzugte Vlies können ein- oder mehrlagig
ausgebildet werden. Einlagig ausgebildete Materialien können beispielsweise aus Fasern
und/oder Filamenten, aus Stapel- oder Endlosfäden, die beispielsweise nach einem Spunbondverfahren
oder Meltblown-Verfahren oder Kardierverfahren oder einem Nassspinnverfahren erzeugt
werden zur Herstellung des flächigen Trägermaterials eingesetzt werden. Mehrlagige
Vliese können beispielsweise auf Polymerbasis ausgebildet werden, wobei zudem Zwischenlagen
ausgebildet werden können, die überwiegend oder vollständig aus anderen Fasern als
die Außenlagen gebildet und beispielsweise auch aus natürlichen oder abbaubaren Fasern
gebildet sein können. Alternativ zu den im Sinne der vorliegenden Erfindung bevorzugten
Vliesen als flächige Trägermaterialien können auch poröse Filmschichten eingesetzt
werden. Übliche Flächengewichte der Vliese oder porösen Filmschichten zur Bildung
eines flächigen Trägermateriales liegen zwischen etwa 10 g/m
2 bis etwa 200 g/m
2, bevorzugt in einem Bereich zwischen etwa 25 g/m
2 bis etwa 100 g/m
2. Mehrlagige Gebilde können in separaten Verarbeitungsprozessen oder in einem Verarbeitungsprozess,
beispielsweise inline erzeugt werden. Die Faser- oder Filamentdurchmesser eines erfindungsgemäß
bevorzugt eingesetzten Vlieses können in einem Bereich von weniger als etwa 0,001
mm bis mehr als etwa 0,2 mm liegen, wobei die Faserquerschnitte rund, nichtrund, beispielsweise
elliptisch, rechteckig, vieleckig oder multilobal, vorzugsweise trilobal ausgebildet
werden können. Die Fasern und/oder Filamente können als Monofilamente oder Mehrkomponentenfilamente
ausgebildet werden. Die Bindung der Fasern innerhalb des Vlieses kann durch Thermobonding,
adhäsives Bonding, beispielsweise mittels Schmelzkleber oder Vernadelung, Wasserstrahlverfestigung
oder dergleichen erfolgen.
[0031] Sowohl die Gestaltung der Faserquerschnitte, der Dicke und des Lagenaufbaus des flächigen
Trägermateriales als auch die Kombination von natürlichen und/oder synthetischen Fasern
haben in Bezug auf eine Erhöhung der Farbabgebbarkeit für den mindestens einen Farbstoff
bzw. die mindestens eine Beschichtung des erfindungsgemäßen Produktes Einfluss. Das
flächige Material kann auch aus unterschiedlichen Materialien hergestellt sein und
beispielsweise auch eine Kaschierung auf einer Seite mit einer beispielsweise farbmittelundurchlässigen
Folie oder einen Film aufweisen, so dass die Gefahr von Abfärbungen bei Nutzung durch
den Benutzer verringert ist. Soweit ein Viskose-Polyester-Vlies eingesetzt ist, kann
dieses zu gleichen Anteilen Viskose und Polyester aufweisen. Es kann jedoch auch vorgesehen
sein, dass einer der beiden Bestandteile in einer größeren Menge vorliegt als der
andere.
[0032] Dementsprechend kann in dem besonders bevorzugten Viskose-Polyester-Vlies der Anteil
an Viskose in einem Bereich von etwa 40 Gew.-% bis etwa 50 Gew.-%, der Anteil an Polyester
in einem Bereich von etwa 40 Gew.-% bis etwa 60 Gew.-% liegen, jeweils bezogen auf
die Gesamtmenge des Vlieses. Die Dicke des flächigen Trägermateriales liegt vorzugsweise
in einem Bereich zwischen etwa 0,2 mm und etwa 1,2 mm, bevorzugt in einem Bereich
zwischen etwa 0,35 mm und etwa 0,8 mm. Alternative Vliesmaterialien können beispielsweise
aus Polyethylen oder Polypropylen oder Mischungen dieser bestehen.
[0033] Besonders bevorzugt ist das flächige Trägermaterial nicht von dem mindestens einen
indigoiden Farbstoff anfärbbar. Dies führt bevorzugt zu dem Effekt, dass nach Durchführung
eines Waschvorgangs der Nutzer beispielsweise der Waschmaschine das flächige Trägermaterial
in heller oder weißer Form entnehmen kann, so dass der Benutzer unmittelbar einen
Eindruck von der Wirkung des eingesetzten erfindungsgemäßen Produktes hat.
[0034] Das erfindungsgemäße Tuch weist vorzugsweise eine Beschichtung auf, welche etwa 1
Gew.-% bis etwa 3,5 Gew.-%, bevorzugt etwa 2 Gew.-% bis etwa 3 Gew.-%, Gummi Arabicum
als Bindemittel und etwa 96 Gew.-% bis etwa 98,5 Gew.-% mindestens eines indigoiden
Farbstoffes, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung, aufweist. Eine
weitere bevorzugte Zusammensetzung der Beschichtung auf dem flächigen Trägermaterial
des erfindungsgemäßen Produktes weist etwa 18 Gew.%, bevorzugt etwa 30 Gew.-%, bis
etwa 46 Gew.-% mindestens eines Bindemittels auf, bevorzugt eine Menge in einem Bereich
von etwa 35 Gew.-% bis etwa 44 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung.
Das mindestens eine Bindemittel ist dabei vorzugsweise ausgewählt aus zwei Bindemitteln,
nämlich einmal einem Polyester, einmal einem Polyvinylacetat, wie weiter oben beschrieben.
Ein Polyester als Bindemittel liegt vorzugsweise in einer Menge in einem Bereich von
etwa 12 Gew.%, bevorzugt von etwa 15 Gew.-%, bis etwa 35 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
der Beschichtung, in dieser vor. Ein Polyvinylacetat liegt vorteilhafterweise in einer
Menge in einem Bereich von etwa 8 Gew.-% bis etwa 20 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
der Beschichtung, in dieser vor. In dieser Mischung liegt vorteilhafterweise mindestens
ein indigoider Farbstoff in oxidierter Form in einer Menge in einem Bereich von etwa
30 Gew.%, bevorzugt von etwa 50 Gew.-%, bis etwa 70 Gew.-%, weiter bevorzugt in einer
Menge in einem Bereich von etwa 55 Gew.-% bis etwa 65 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
der Beschichtung, vor. Besonders bevorzugt ist genau ein Farbstoff oder sind genau
zwei Farbstoffe von der Beschichtung umfasst. Darüber hinaus kann die Beschichtung
noch ein Verdickungsmittel umfassen, und zwar bevorzugt in einer Menge in einem Bereich
von etwa 5 Gew.-% bis etwa 30 Gew.%, bevorzugt bis etwa 15 Gew.-%, bezogen auf die
Gesamtmenge der Beschichtung.
[0035] Eine weitere bevorzugte Zusammensetzung der Beschichtung auf dem flächigen Trägermaterial
umfasst etwa 20 Gew.-% bis etwa 45 Gew.-% mindestens eines Bindemittels, bezogen auf
die Gesamtmenge der Beschichtung. Das mindestens eine Bindemittel ist dabei bevorzugt
gebildet aus einem Polyester und einem Polyvinylacetat. Der Polyester ist dabei vorteilhafterweise
in einer Menge in einem Bereich von etwa 10 Gew.%, bevorzugt etwa 12 Gew.-%, bis etwa
35 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung, und das Polyvinylacetat in
einer Menge in einem Bereich von etwa 4 Gew.-%, bevorzugt von etwa 6 Gew.%, bis etwa
20 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung, von dieser umfasst. Eine
derartige Zusammensetzung der Beschichtung umfasst weiterhin vorteilhafterweise mindestens
einen Farbstoff in einer Menge in einem Bereich von etwa 28 Gew.-%, bevorzugt von
etwa 45 Gew.-%, bis etwa 80 Gew.-%, weiter bevorzugt in einer Menge in einem Bereich
von etwa 50 Gew.-% bis etwa 70 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung.
Besonders bevorzugt ist genau ein Farbstoff oder sind genau zwei Farbstoffe von der
Beschichtung umfasst. Auch kann ein Verdickungsmittel in der vorstehend beschriebenen
Menge zugegen sein.
[0036] Die vorgenannten Zusammensetzungen können beispielsweise mit einem Luftrakel auf
das flächige Trägermaterial, bevorzugt ein Viskose-Polyester-Vlies, wie vorstehend
beschrieben, aufgebracht werden, indem entsprechende wässrige Beschichtungszusammensetzungen
auf diesem aufgetragen werden und nachfolgend eine Trocknung bei beispielsweise 100°C
erfolgt.
[0037] Die flüssige Beschichtungszusammensetzung, bevorzugt eine wässrige, für ein flächiges,
tuchartiges Trägermaterial zum Färben von oder Auffrischen von Färbungen in textilen
Materialien umfasst mindestens einen indigoiden Farbstoff in oxidierter Form und mindestens
ein Bindemittel für den mindestens einen indigoiden Farbstoff, so dass der mindestens
eine indigoide Farbstoff ab einer Temperatur von mindestens 20°C, bevorzugt bei einer
Temperatur in einem Bereich von etwa 25°C bis etwa 95°C, weiter bevorzugt bei einer
Temperatur in einem Bereich von etwa 30°C bis etwa 65°C, in eine wässrige Lösung für
das Färben von oder Auffrischen von Färbungen textiler Materialien abgebbar ist. Diesbezüglich
gilt dasjenige bereits vorstehend im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Produkt
Ausgeführte. Die Beschichtungszusammensetzung unterscheidet sich von der Beschichtung
des erfindungsgemäßen Produktes dadurch, dass diese zusätzlich mindestens ein Lösemittel
enthält. Das Lösemittel ist bevorzugt Wasser, kann jedoch auch beispielsweise Ethanol,
Aceton oder ähnliches sein oder Mischungen derselben. Die Beschichtung selbst auf
dem Tuch ist trocken, d.h. weist keine Lösemittel auf. Die trockene Beschichtung wird
durch einen Trocknungsschritt bei der Herstellung des erfindungsgemäßen Produktes
aus der flüssigen, ebenfalls erfindungsgemäßen Beschichtungszusammensetzung erhalten.
[0038] Besonders bevorzugt umfasst die Beschichtungszusammensetzung mindestens einen indigoiden
Farbstoff in einer Menge in einem Bereich von etwa 4 Gew.-% bis etwa 50 Gew.-%, bevorzugt
in einer Menge in einem Bereich von etwa 6 Gew.-% bis etwa 35 Gew.-%, noch weiter
bevorzugt in einem Bereich von etwa 8 Gew.-% bis etwa 20 Gew.-%, jeweils bezogen auf
die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung. Bevorzugt ist das mindestens eine
Bindemittel in der Beschichtungszusammensetzung in einer Menge in einem Bereich von
etwa 0,2 Gew.-% bis etwa 28 Gew.%, weiter bevorzugt bis etwa 20 Gew.-%, und noch weiter
bevorzugt in einer Menge in einem Bereich von etwa 1 Gew.-% bis etwa 12 Gew.-%, jeweils
bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung, umfasst. Wird in der
Beschichtungszusammensetzung Gummi Arabicum eingesetzt, so ist dieses vorteilhafterweise
in einer Menge in einem Bereich von etwa 0,2 Gew.-% bis etwa 2 Gew.-%, bezogen auf
die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung, von dieser umfasst. Ist das mindestens
eine Bindemittel ausgewählt aus der Gruppe der natürlichen und/oder synthetischen
Harze, insbesondere aus den weiter oben im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen
Produkt beschriebenen bevorzugten synthetischen Harzen, bevorzugt ein nichtionisches,
so sind diese in einer Menge in einem Bereich von etwa 1,8 Gew.-%, bevorzugt von etwa
2 Gew.-%, bis etwa 15 Gew.%, bevorzugt bis etwa 12 Gew.-%, weiter bevorzugt in einer
Menge in einem Bereich von etwa 2 Gew.-%, bevorzugt von etwa 2,5 Gew.-%, bis etwa
10 Gew.-%, jeweils bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung, von
dieser umfasst. Ist als synthetisches Harz ein Polyester vorgesehen, ist dieser in
einer Menge in einem Bereich von etwa 2,5 Gew.-% bis etwa 20 Gew.%, bevorzugt bis
etwa 10 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung, von
dieser umfasst. Ist das Bindemittel ein Polyvinylacetat, ist dieses in einer Menge
in einem Bereich von etwa 1 Gew.-% bis etwa 6 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge
der Beschichtungszusammensetzung, von dieser umfasst.
[0039] Weiter bevorzugt kann die Beschichtungszusammensetzung mindestens ein Verdickungsmittel
umfassen. Dieses ist vorteilhafterweise in einer Menge in einem Bereich von etwa 1,5
Gew.-%, bevorzugt von etwa 6 Gew.-%, bis etwa 30 Gew.-%, bevorzugt bis etwa 18 Gew.-%,
bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung, von dieser umfasst.
Besonders bevorzugt ist das mindestens eine Verdickungsmittel ein Acrylharz, bevorzugt
ein solches in wässriger Dispersion, weiter bevorzugt ein solches, das anionaktiv
ist.
[0040] Weiter bevorzugt umfasst die Beschichtungszusammensetzung vorteilhafterweise Wasser
in einer Menge in einem Bereich von etwa 35 Gew.-%, bevorzugt etwa 40 Gew.-%, weiter
bevorzugt etwa 60 Gew.-%, bis etwa 90 Gew.-%, bevorzugt bis etwa 85 Gew.-%, bezogen
auf die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung.
[0041] Weiterhin kann die Beschichtungszusammensetzung Harnstoff umfassen in solchen Mengenanteilen,
wie dies vorstehend im Zusammenhang mit der Beschichtung genannt ist. Der Harnstoff
verbleibt nach Trocknung vollständig in der Beschichtung.
[0042] Daneben kann die Beschichtungszusammensetzung sonstige weitere, dem Fachmann geläufige
Hilfsmittel umfassen. So kann beispielsweise vorgesehen sein, dass die Beschichtungszusammensetzung
Entschäumungsmittel in einer Menge in einem Bereich bevorzugt von etwa 0,1 Gew.-%
bis etwa 1 Gew.-%, weiter bevorzugt von etwa 0,15 Gew.-% bis etwa 0,5 Gew.-%, jeweils
bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung, umfasst.
[0043] Die Beschichtungszusammensetzung wird vorteilhafterweise mittels Luftrakeln, aber
auch jeder anderen geeigneten Methode, auf das flächige Trägermaterial aufgebracht
und anschließend getrocknet. Die Trocknung erfolgt vorzugsweise bei Temperaturen in
einem Bereich von etwa 60°C bis etwa 150°C. Die Viskosität der Beschichtungszusammensetzung
vor Applikation auf dem mindestens einen flächigen Trägermaterial liegt bevorzugt
in einem Bereich von etwa 2.000 mPa·s bis etwa 10.000 mPa·s, gemessen bei 20°C gemäß
DIN 53019-1:2008.
[0044] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Verfahren zum Färben von oder Auffrischen
von Färbungen in Materialien, bevorzugt in einer Waschmaschine, wobei ein erfindungsgemäßes
Produkt, wie vorstehend beschrieben, zu textilen Materialien in einer wässrigen Lösung
bei einer Temperatur von mindestens 20°C, bevorzugt bei einer Temperatur in einem
Bereich von etwa 25°C bis etwa 95°C, noch weiter bevorzugt bei einer Temperatur in
einem Bereich von etwa 30°C bis etwa 65°C, über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten,
bevorzugt über einen Zeitraum von etwa 15 Minuten bis etwa 300 Minuten, noch weiter
bevorzugt über einen Zeitraum von etwa 30 Minuten bis etwa 90 Minuten, gegeben wird.
[0045] Vorzugweise weist die wässrige Lösung zusätzlich ein Waschmittel auf, insbesondere
ein Pulverwaschmittel. Besonders bevorzugt liegt der pH-Wert der wässrigen Lösung
in einem Bereich von etwa 7, bevorzugt etwa 9, bis etwa 13. Bereits ein einmaliger
Waschvorgang mit einem erfindungsgemäßen farbabgebenden Produkt führt zu einer Auffrischung
der Färbung der Textilien.
[0046] Die vorliegende Erfindung betrifft auch eine Verwendung eines erfindungsgemäßen farbabgebenden
Produktes zum Färben von oder Auffrischen von Färbungen in textilen Materialien aus
Baumwolle, Naturfasern und/oder Polyamid, bevorzugt von Jeans- bzw. Denim-Materialien,
wobei dieses dem zu färbenden oder in der Färbung aufzufrischenden textilen Material
zugegeben wird, wobei die Beschichtung zumindest teilweise von dem flächigen Trägermaterial
in einem Waschvorgang gelöst wird. Das flächige Trägermaterial ist vorzugsweise ein
Vlies und bevorzugt ein solches, welches nicht aus den vorgenannten Materialien hergestellt
ist. Es ist vorzugsweise ein Vlies, hergestellt aus Viskose- und/oder Polyesterfasern,
insbesondere ein weißes oder hell gefärbtes. Die Verwendung erfolgt derart, dass genau
ein erfindungsgemäßes farbabgebendes Produkt der zu färbenden oder in der Färbung
aufzufrischenden Mischung textiler Materialien zugegeben wird, bevorzugt in eine handelsübliche
Waschmaschine.
[0047] Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin eine Verwendung mindestens eines indigoiden
Farbstoffes in oxidierter Form in einer Beschichtung eines flächigen, tuchartigen
Trägermateriales, wie vorstehend beschrieben, zum Färben von oder Auffrischen von
Färbungen in der Mischung textiler Materialien, insbesondere in Jeans- bzw. Denim-Materialien,
wobei das flächige, tuchartige Trägermaterial der zu färbenden oder in der Färbung
aufzufrischenden Mischung textiler Materialen zugegeben wird, wobei die Beschichtung
zumindest teilweise von dem flächigen Trägermaterial in einem Waschvorgang gelöst
wird. Betreffend die einsetzbaren indigoiden Farbstoffe, die Zusammensetzung der Beschichtung
als auch das flächige, tuchartige Trägermaterial sei im Übrigen auf die diesbezüglichen
Ausbildungen und Ausführungen, die im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen farbabgebenden
Produkt getroffen worden sind, verwiesen.
[0048] Diese und weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden
Ausführungsbeispiele näher erläutert.
[0049] Es wurde eine erste Beschichtungszusammensetzung hergestellt aus 83,5 Gew.-% Wasser,
16 Gew.-% Indigo (oxidierte Form), und 0,5 Gew.-% Gummi Arabicum. Die Gew.-%-Angaben
beziehen sich dabei auf die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung. Gummi Arabicum
wurde zunächst in etwas Wasser gelöst und dann der Mischung zugegeben. 6 g der vorgenannten
Mischung wurden auf ein Vlies als flächiges Trägermaterial von der Größe 13,5 cm x
19,5 cm mit einem Flächengewicht von 50g/m
2 mittels Luftrakeln aufgegeben und das Tuch anschließend bei 50°C getrocknet. Hierdurch
bildete sich eine Beschichtung auf dem flächigen Material, welche etwa 2,6 Gew.-%
Gummi Arabicum und etwa 97,4 Gew.-% Farbstoff aufwies. Als Vlies wurde ein Viskose-Polyester-Vlies
mit einer Dicke von 0,5 mm eingesetzt. Es wies eine weiße Farbe auf. Bei Zugabe des
gleichermaßen hergestellten Produktes jeweils zu einer Wäsche textiler, blauer Jeans-Hosen
in eine handelsübliche Waschmaschine unter Zusatz üblicher Mengen eines handelsüblichen
Pulverwaschmittels ergab sich auch nach zwanzigmaliger Wäsche so gut wie keine Verblassung
der gewaschenen Jeans-Wäschestücke bei Beibehaltung des typischen Jeans-Charakters.
[0050] Es wurde eine zweite Beschichtungszusammensetzung hergestellt, welche 80 Gew.-% Wasser,
5,5 Gew.-% eines nichtoionogenen Bindemittels auf Polyesterbasis, 2,5 Gew.-% eines
weiteren nichtionogenen Bindemittels auf Basis eines Vinylacetat-Homopolymers, und
12 Gew.-% Indigo (oxidierte Form) umfasste. Die Gew.-%-Angaben beziehen sich dabei
auf die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung. Diese zweite Beschichtungszusammensetzung
wurde per Luftrakel auf ein flächiges, tuchartiges Trägermaterial in Form eines Vlieses
identisch zu demjenigen, welches für die erste Beschichtungszusammensetzung verwendet
wurde, mit den Maßen 13,5 cm x 19,5 cm aufgetragen und anschließend bei 100°C getrocknet.
Die Menge der getrockneten Beschichtung auf dem Vlies betrug etwa 24 g/m
2, entsprechend etwa 0,63 g getrocknete Beschichtung. In der Beschichtung waren etwa
40 Gew.-% der beiden Bindemittel und etwa 60 Gew.-% des Indigos vorhanden. Jeweils
mit einem Produkt wurden 20 Wäschen von blauen Jeans-Hosen durchgeführt und dabei
das Gewicht des Produktes vor und nach der Wäsche gewogen. Dabei ergab sich eine Differenz
von 0,5 g bis 0,6 g, das heißt die Beschichtung hatte sich so gut wie vollständig
von dem flächigen Trägermaterial gelöst. Das erhaltene flächige Trägermaterial in
Form des Vlieses war nahezu weiß. Auch nach 20 Wäschen zeigte die mit diesem Produkt
gewaschene Wäsche keine Anzeichen von Verblassung.
[0051] Entsprechend der zweiten Beschichtungszusammensetzung wurde eine dritte Beschichtungszusammensetzung
hergestellt mit 74,3 Gew.-% Wasser, 7,2 Gew.-% eines ersten Bindemittels auf Basis
eines Polyesters, 2,5 Gew.-% eines zweiten Bindemittels auf Basis eines Vinylacetat-Homopolymers
und 16 Gew.-% des indigoiden Farbstoffes Indigokarmin. Die Gew.-%-Angaben beziehen
sich dabei auf die Gesamtmenge der Beschichtungszusammensetzung. Diese dritte wässrige
Beschichtungszusammensetzung wurde mittels Luftrakel auf ein flächiges Material in
Form eines Vlieses, wie bereits vorstehend im Zusammenhang mit der ersten Beschichtungszusammensetzung
beschrieben, aufgebracht und anschließend bei 100°C getrocknet. Die Beschichtung auf
dem fertigen farbabgebenden Produkt bestand zu etwa 38 Gew.-% aus den beiden Bindemitteln
und etwa 62 Gew.-% aus Indigokarmin. Die Menge der Beschichtung auf dem Trägermaterial
betrug etwa 1g. Mit dem durch die dritte Beschichtungszusammensetzung erhaltenen farbabgebenden
Produkt wurden entsprechend dem Vorstehenden, zur zweiten Beschichtungszusammensetzung
Ausgeführten insgesamt 20 Wäschen mit dunkelroter Wäsche durchgeführt in einer handelsüblichen
Waschmaschine unter Einsatz eines üblichen Pulverwaschmittels. Die Waschung fand,
hier wie auch in den vorgenannten Fällen, bei 40°C mit einem Buntwäscheprogramm statt.
Als Wäsche wurde nun eine dunkelrote Jeans-Hose und ein dunkelrotes T-Shirt eingesetzt.
Das handelsübliche Pulverwaschmittel war beispielsweise das Waschmittel Ariel ® Color
der Firma Procter & Gamble Service GmbH, Schwalbach am Taunus, Deutschland. Auch bei
den in den 20 Wäschen geprüften farbabgebenden Produkten auf Grundlage der dritten
Beschichtungszusammensetzung wurde vor und nach der Wäsche das Gewicht des Vlieses
geprüft und dabei festgestellt, dass dieses nach der Wäsche im Mittel etwa 1g leichter
war, was bedeutet, dass so gut wie die gesamte Beschichtung sich von dem flächigen
Trägermaterial in Form eines Vlieses gelöst hatte. Das Vlies war nahezu weiß. Die
dunkelrote Wäsche zeigte keine Zeichen von Verblassung.
[0052] Mit dem erfindungsgemäßen farbabgebenden Produkt und der Beschichtungszusammensetzung
als auch dem beschriebenen Verfahren und der Verwendung des erfindungsgemäßen Produktes
wird ein einfach für den Endverbraucher handhabbares Produkt zum Färben beziehungsweise
Auffrischen von Färbungen von Wäsche, insbesondere Jeans- bzw. Denim-Materialien,
zur Verfügung gestellt. Dieses zeigt vorteilhafterweise unmittelbar nach Durchführung
der Wäsche für den Endverbraucher einen Hinweis auf die eintretende Wirkung in Form
eines dann ungefärbt vorliegenden Produktes. Insbesondere werden gemäß der Erfindung
dunkelfarbene, bevorzugt blaue oder rote Wäschestücke in ihrer Färbung aufgefrischt
beziehungsweise deren Färbung erhalten, so dass ein Verblassen auch nach einer Vielzahl
von Waschvorgängen der Wäsche nicht festzustellen ist.
1. Farbabgebendes Produkt zum Färben von oder Auffrischen von Färbungen in textilen Materialien,
bevorzugt in einer Waschmaschine, umfassend ein flächiges, tuchartiges Trägermaterial,
mindestens eine auf das Trägermaterial aufgebrachte Beschichtung sowie mindestens
einen von der Beschichtung umfassten indigoiden Farbstoff in seiner oxidierten Form,
wobei die Beschichtung weiterhin umfasst mindestens ein Bindemittel für den mindestens
einen Farbstoff, so dass der mindestens eine Farbstoff ab einer Temperatur von etwa
20° C in eine wässrige Lösung abgebbar ist, wobei die Beschichtung zumindest teilweise
von dem flächigen Trägermaterial, das dem zu färbenden oder in der Färbung aufzufrischenden
textilen Material zugegeben wird, in einem Waschvorgang lösbar ist.
2. Produkt gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Bindemittel ausgewählt ist aus einer Gruppe umfassend natürliche
und/oder synthetische Harze, Gummi Arabicum, Guarkernmehl, Gelatine, Dextrine, Agar
Agar, Alginsäure, Alginate, Carrageen, Eiweiß, Gellan, Johannisbrotkernmehl, Pektin,
modifizierte Zellulose, Stärke, modifizierte Stärke und/oder Xanthan.
3. Produkt gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Bindemittel ausgewählt ist aus der Gruppe der synthetischen Harze
umfassend Polyester, Polyvinylacetate, Polyacrylate, Polyglycole, Polyvinylalkohole
und/oder Polyvinylpyrrolidone und Mischungen aus den genannten Polymeren, wobei die
vorgenannten Polymere keine Farbfängerwirkung oder-eigenschaften aufweisen.
4. Produkt gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Bindemittel in einer Menge in einem Bereich von etwa 1 Gew.-%
bis 50 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung, vorliegt.
5. Produkt gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung mindestens zwei Bindemittel umfasst, wobei ein erstes Bindemittel
einen pH-Wert in einem Bereich von etwa 3,5 bis etwa 5,5 und ein zweites Bindemittel
einen pH-Wert in einem Bereich von etwa 5,6 bis etwa 9 aufweist.
6. Produkt gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Bindemittel nichtionogen ist.
7. Produkt gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine indigoide Farbstoff in oxidierter Form ausgewählt ist aus einer
Gruppe umfassend Indigo, Indigorubin, Indigocarmin, Purpur und deren Derivate.
8. Produkt gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine indigoide Farbstoff in oxidierter Form in einer Menge in einem
Bereich von etwa 30 Gew.-% bis etwa 98 Gew.-%, bezogen auf die Gesamtmenge der Beschichtung,
vorliegt.
9. Produkt gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der mindestens eine indigoide Farbstoff in oxidierter Form eine Teilchengröße in
einem Bereich von ≤ 1,5 µm aufweist.
10. Produkt gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung weiterhin mindestens ein Verdickungsmittel umfasst.
11. Produkt gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das flächige, tuchartige Trägermaterial ein Vliesstoff ist.
12. Produkt gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das flächige, tuchartige Trägermaterial ein Viskose-Polyester-Vlies ist.
13. Produkt gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das flächige, tuchartige Trägermaterial nicht von dem mindestens einen indigoiden
Farbstoff in oxidierter Form anfärbbar ist.
14. Verfahren zum Färben von oder Auffrischen von Färbungen in textilen Materialien, bevorzugt
in einer Waschmaschine, wobei ein Produkt gemäß einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 13 zu textilen Materialien in einer wässrigen Lösung bei einer Temperatur von
mindestens 20° C über einen Zeitraum von mindestens 10 Minuten gegeben wird.
15. Verfahren gemäß Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der pH-Wert der wässrigen Lösung in einem Bereich von etwa 7 bis etwa 1 3 liegt.
16. Verwendung eines Produktes gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13 zum Färben
von oder Auffrischen von Färbungen in textilen Materialien aus Baumwolle, Naturfasern
und/oder Polyamid, wobei dieses dem zu färbenden oder in der Färbung aufzufrischenden
textilen Material zugegeben wird, wobei die Beschichtung zumindest teilweise von dem
flächigen Trägermaterial in einem Waschvorgang gelöst wird.
17. Verwendung mindestens eines indigoiden Farbstoffes in oxidierter Form in einer Beschichtung
eines flächigen, tuchartigen Trägermaterials zum Färben von oder Auffrischen von Färbungen
in textilen Materialien, wobei das flächige, tuchartige Trägermaterial dem zu färbenden
oder in der Färbung aufzufrischenden textilen Material zugegeben wird, wobei die Beschichtung
zumindest teilweise von dem flächigen Trägermaterial in einem Waschvorgang gelöst
wird.
1. Coloring product for dyeing or refreshing dyes in textile materials, preferably in
a washing machine, comprising a flat, clothlike carrier material, at least one coating
applied to the carrier material and at least one indigoid dye in its oxidized form
comprised by the coating, wherein the coating further comprises at least one binding
agent for the at least one dye, so that the at least one dye can be dispensed into
an aqueous solution from a temperature of about 20°C, the coating being at least partially
dissolvable in a washing process from the flat carrier material which is added to
the textile material to be dyed or to be refreshed in the dyeing.
2. Product according to claim 1, characterized in that the at least one binding agent is selected from a group comprising natural and/or
synthetic resins, gum arabic, guar gum, gelatine, dextrins, agar agar, alginic acid,
alginates, carrageenan, albumen, gel-Ian, locust bean gum, pectin, modified cellulose,
starch, modified starch and/or xanthan.
3. Product according to claim 2, characterized in that the at least one binding agent is selected from the group of synthetic resins comprising
polyesters, polyvinyl acetates, polyacrylates, polyglycols, polyvinyl alcohols and/or
polyvinyl pyrrolidones and mixtures of said polymers, wherein the aforementioned polymers
do not have any color scavenging effect or properties.
4. Product according to one or more of the preceding claims, characterized in that the at least one binding agent is present in an amount ranging from about 1% by weight
to 50% by weight, based on the total amount of the coating.
5. Product according to one or more of the preceding claims, characterized in that the coating comprises at least two binding agents, wherein a first binding agent
has a pH in a range from about 3.5 to about 5.5 and a second binding agent has a pH
in a range from about 5.6 to about 9.
6. Product according to one or more of the preceding claims, characterized in that the at least one binding agent is non-ionic.
7. Product according to one or more of the preceding claims, characterized in that the at least one indigoid dye in oxidized form is selected from a group comprising
indigo, indigorubin, indigocarmine, purple and derivatives thereof.
8. Product according to one or more of the preceding claims, characterized in that the at least one indigoid dye is present in oxidized form in an amount ranging from
about 30% by weight to about 98% by weight, based on the total amount of the coating.
9. Product according to one or more of the preceding claims, characterized in that the at least one indigoid dye in oxidized form has a particle size in a range ≤ 1.5
µm.
10. Product according to one or more of the preceding claims, characterized in that the coating further comprises at least one thickening agent.
11. Product according to one or more of the preceding claims, characterized in that the flat, clothlike carrier material is a non-woven fabric.
12. Product according to one or more of the preceding claims, characterized in that the flat, clothlike carrier material is a viscose-polyester nonwoven.
13. Product according to one or more of the preceding claims, characterized in that the flat, clothlike carrier material cannot be dyed by the at least one indigoid
dye in oxidized form.
14. Method for dyeing or refreshing dyes in textile materials, preferably in a washing
machine, wherein a product according to one or more of claims 1 to 13 is added to
textile materials in an aqueous solution at a temperature of at least 20°C over a
period of at least 10 minutes.
15. Method according to claim 14, characterized in that the pH value of the aqueous solution is in a range of about 7 to about 13.
16. Use of a product according to one or more of claims 1 to 13 for dyeing or refreshing
dyeings in textile materials of cotton, natural fibres and/or polyamide, wherein said
product is added to the textile material to be dyed or refreshed in the dyeing, wherein
the coating is at least partially dissolved from the flat carrier material in a washing
process.
17. Use of at least one indigoid dye in oxidized form in a coating of a flat, clothlike
carrier material for dyeing or refreshing dyes in textile materials, the flat, clothlike
carrier material being added to the textile material to be dyed or refreshed in the
dyeing, the coating being at least partially dissolved from the flat carrier material
in a washing process.
1. Produit délivreur de colorants pour la teinture ou le rafraîchissement de colorants
des matières textiles, de préférence en machine à laver, comprenant un matériau support
plat de type tissu, au moins un revêtement appliqué sur ledit matériau de support
et au moins un colorant indigoïde sous forme oxydée, ledit revêtement comprenant en
outre au moins un liant pour ledit au moins un colorant, de sorte que ledit au moins
un colorant peut être libéré dans une solution aqueuse à une température d'environ
20°C, ledit revêtement étant dans un cycle de lavage au moins partiellement soluble
dudit matériau support plat, qui est ajouté à ladite matière textile à teindre ou
à rafraîchir.
2. Produit selon la revendication 1, caractérisé en ce que ledit au moins un liant est choisi dans un groupe comportant résines naturelles et
/ ou synthétiques, gomme arabique, gomme de guar, gélatine, dextrines, agar-agar,
acide alginique, alginates, carraghénane, protéine, gomme gellane, gomme de caroube,
pectine, cellulose modifiée, amidon, amidon modifié et / ou gomme xanthane.
3. Produit selon la revendication 2, caractérisé en ce que ledit au moins un liant est choisi dans le groupe des résines synthétiques comportant
polyesters, poly (acétates de vinyle), polyacrylates, polyglycols, alcools de polyvinyle
et / ou polyvinylpyrrolidones et mélanges de ces polymères, où les polymères susmentionnés
ne présentent pas d'activité ou de propriétés de capture des couleurs.
4. Produit selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit au moins un liant est présent en une quantité comprise dans une plage entre
environ 1% en poids et 50% en poids, par rapport à la quantité totale dudit revêtement.
5. Produit selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit revêtement comporte au moins deux liants, un premier liant ayant un pH compris
dans une plage entre environ 3,5 et environ 5,5 et un second liant ayant un pH compris
dans une plage entre environ 5,6 et environ 9.
6. Produit selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit au moins un liant est non ionique.
7. Produit selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit au moins un colorant indigoïde sous forme oxydée est choisi dans un groupe
comprenant indigo, indigorubine, indigocarmine, pourpre et leurs dérivés.
8. Produit selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit au moins un colorant indigoïde sous forme oxydée est présent dans une quantité
située dans une plage comprise entre environ 30 % et environ 98 % en poids, par rapport
à la quantité totale dudit revêtement.
9. Produit selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit au moins un colorant indigoïde sous forme oxydée a une taille de particule
comprise dans une plage ≤ 1,5 µm.
10. Produit selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit revêtement comporte en outre au moins un agent épaississant.
11. Produit selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit matériau support plat de type tissu est un non-tissé.
12. Produit selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit matériau support plat de type tissu est un viscose/polyester-non-tissé.
13. Produit selon une ou plusieurs des revendications précédentes, caractérisé en ce que ledit matériau support plat de type tissu n'est pas colorable par ledit au moins
un colorant indigoïde sous forme oxydée.
14. Procédé pour la teinture ou le rafraîchissement de colorants des matières textiles,
de préférence en machine à laver, où un produit selon une ou plusieurs des revendications
1 à 13 est ajouté auxdites matières textiles dans une solution aqueuse à une température
d'au moins 20°C sur une durée d'au moins 10 minutes.
15. Procédé selon la revendication 14, caractérisé en ce que le pH de ladite solution aqueuse est compris dans une plage entre environ 9 et environ
13.
16. Utilisation d'un produit selon une ou plusieurs des revendications 1 à 13 pour la
teinture ou le rafraîchissement de colorants des matières textiles en coton, fibres
naturelles et/ou polyamide, où il est ajouté à ladite matière textile à teindre ou
à rafraîchir, où ledit revêtement est au moins partiellement dissous du matériau support
plat dans un cycle de lavage.
17. Utilisation d'au moins un colorant indigoïde sous forme oxydée dans un revêtement
d'un matériau support plat de type tissu pour la teinture ou le rafraîchissement de
colorants dans desdites matières textiles, ledit matériau support plat de type tissu
étant ajouté à ladite matière textile à teindre ou à rafraîchir, ledit revêtement
étant au moins partiellement dissous dudit matériau support plat dans un cycle de
lavage.