[0001] Die Erfindung betrifft ein System zur Bestimmung der Umdrehungszahl einer Walze,
mit einer Walze zur Bearbeitung von Produkten insbesondere aus Metallwerkstoff, wobei
die Walze einen Ballenabschnitt und Lagerzapfen aufweist, über welche die Walze drehbar
gelagert und rotiert werden kann, und mit einem Umdrehungssensor zur Ermittlung einer
Drehbewegung der Walze, wobei die Walze eine Sensoraufnahme zur Aufnahme mindestens
einer Komponente des Umdrehungssensors aufweist.
[0002] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Bestimmung der Umdrehungszahl
von Walzen unter Verwendung des erfindungsgemäßen Systems.
[0003] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung des erfindungsgemäßen
Systems sowie eine Verwendung einer Walze.
[0004] Walzen der hier in Rede stehenden Art sind insbesondere für das Warm- oder Kaltwalzen
von Flachprodukten, Langprodukten oder Profilen aus Metallwerkstoff bestimmt. Bei
Flachprodukten handelt es sich typischerweise um Bänder, Bleche oder Zuschnitte hieraus,
die aus Stahl oder Nichteisenmetall bestehen. Walzen für solche Anwendungen können
Dimensionen mit bis zu 1 m Durchmesser und bis zu 10 m Länge erreichen.
[0005] Zur Herstellung von derartigen Walzen wird zunächst ein aus Gusseisen oder einem
geeigneten Stahl bestehender Walzengrundkörper bereitgestellt, welcher insbesondere
über Gießen oder Schmieden geformt wird. Der Walzengrundkörper weist einen Ballenbereich
auf, welcher für einen Kontakt dem Walzgut beim Walzen bestimmt ist, sowie an den
Ballenbereich angeformte Lagerzapfen, über die die Walze im jeweiligen Walzgerüst
drehbar gelagert und rotiert werden kann.
[0006] Die Umfangsfläche des Ballenbereichs kommt mit dem Walzgut beim Walzen unter hohen
Druck- oder Reibbelastungen und gegebenenfalls hoher Temperatur in Kontakt, wobei
die Umfangsfläche zusätzlich noch Korrosion ausgesetzt sein kann. Durch die entstehende
Abnutzung müssen die Walzen nach bestimmten Laufzeiten erneuert oder völlig ersetzt
werden.
[0007] Beispielsweise wird die Kontaktfläche an der Außenseite des Ballenbereichs von Walzen
mit einer verschleißfesten Schicht wie einem Walzenmantel versehen. Die Ausgestaltung
der verschleißfesten Schicht mit Eigenschaften wie deren Dicke und Material wird bei
vielen Anwendungen anhand der Bedingungen beim Walzen ausgewählt, beispielsweise abhängig
von Material und Dicke des Walzguts, dem einzustellenden Abwalzgrad und der Temperatur
beim Walzen.
[0008] Für bestimmte Walzprozesse ist es daher notwendig, dass die Arbeitswalzen auf die
jeweiligen Produktionsbedingungen abgestimmt und die Arbeitswalzen in einer Walzstraße
ausgetauscht werden, um eine Herstellung spezieller Walzprodukte zu ermöglichen.
[0009] Typischerweise werden zur Erfassung der Abnutzung von Walzen zwar Laufzeiten in den
Walzgerüsten überwacht. Da die Arbeitswalzen in den Walzgerüsten selbst regelmäßig
ausgewechselt werden, um für bestimmte Walzstiche und Materialien des Walzguts die
entsprechend ausgestalteten Walzen bereitzustellen, ist eine zuverlässige Bestimmung
der Laufzeiten einzelner Walzen nicht ohne Weiteres gewährleistet. Beispielsweise
können einzelne Walzen in verschiedenen Walzstraßen und Walzgerüsten zum Einsatz kommen,
so dass es nicht mehr nachvollziehbar ist, welche Laufleistung eine Walze seit einer
vorangehenden Überholung absolviert hat.
[0010] Vor dem Hintergrund des voranstehend erläuterten Standes der Technik hat sich die
Aufgabe ergeben, ein System zu schaffen, das es auf zuverlässige Weise erlaubt, die
Laufzeiten einer Walze zu bestimmen. Insbesondere sollte es die Erfindung ermöglichen,
den Abnutzungsgrad der Walzen auf einfache Weise und unabhängig vom eingesetzten Walzgerüst
zu ermitteln.
[0011] Ebenso sollte ein Verfahren zur Bestimmung der Umdrehungszahl von Walzen angegeben
werden, welche eine Ermittlung der Umdrehungszahl einer Walze auch unabhängig von
der Verwendung der Walze in verschiedenen Walzgerüsten erlaubt.
[0012] Schließlich sollte ein Verfahren zur Herstellung des Systems zur Bestimmung der Umdrehungszahl
von Walzen genannt werden, welches eine Bereitstellung einer Walze ermöglicht, deren
Laufzeit zuverlässig ermittelt werden kann.
[0013] Die Erfindung hat diese Aufgabe in Bezug auf das System durch das in Anspruch 1 angegebene
System gelöst.
[0014] Zur Lösung dieser Aufgabe in Bezug auf das Verfahren zur Bestimmung der Umdrehungszahl
von Walzen schlägt die Erfindung ein Verfahren mit den in Anspruch 6 genannten Merkmalen
vor.
[0015] Zur Lösung dieser Aufgabe in Bezug auf Verfahren zur Herstellung des Systems schlägt
die Erfindung ein Verfahren gemäß den Merkmalen des Anspruchs 9 vor.
[0016] Weiter wird die Aufgabe durch eine Verwendung gemäß Anspruch 12 gelöst.
[0017] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben
und werden nachfolgend im Einzelnen erläutert.
[0018] Das erfindungsgemäße System umfasst eine Walze zur Bearbeitung von Produkten insbesondere
aus Metallwerkstoff, wie beispielsweise Flachprodukte, Langprodukte oder Profile,
wobei die Walze einen Ballenabschnitt und Lagerzapfen aufweist, über welche die Walze
drehbar gelagert und rotiert werden kann, sowie einen Umdrehungssensor zur Ermittlung
einer Drehbewegung der Walze, wobei die Walze eine Sensoraufnahme zur Aufnahme mindestens
einer Komponente des Umdrehungssensors aufweist. Die Walze ist hierbei vorzugsweise
als Arbeitswalze ausgestaltet und dafür bestimmt, mit dem Walzgut in direkten Kontakt
zu kommen.
[0019] Der Umdrehungssensor ist zur Ermittlung einer Drehbewegung der Walze eingerichtet,
insbesondere durch eine Messung des Rotationswinkels oder der Rotationsgeschwindigkeit
der Walze. Der Umdrehungssensor kann ebenso das Durchlaufen einer bestimmten Winkelstellung
durch die Walze detektieren, wobei die Winkelstellung beispielsweise einer vollen
Umdrehung oder eines vorgegebenen Bruchteils einer Umdrehung entspricht. Über die
vom Umdrehungssensor ermittelte Drehbewegung kann somit eine Umdrehungszahlinformation
erhalten werden, welche beispielsweise die Gesamtzahl der Umdrehungen der Walze anzeigt.
Die Gesamtzahl der Umdrehungen kann die Umdrehungen der Walze ausgehend von einer
Referenz bedeuten, beispielsweise seit der Herstellung der Walze oder einer Erneuerung
und Wartung der Walze. Die Umdrehungszahlinformation kann auch weiter indikativ für
Drehgeschwindigkeiten der Walze sein.
[0020] Erfindungsgemäß weist nun der Umdrehungssensor ein Speichermittel zur Speicherung
der Umdrehungszahlinformation des Walzengrundkörpers auf, wobei das Speichermittel
von der Sensoraufnahme aufgenommen ist. Das Speichermittel verarbeitet beispielsweise
die Daten des Umdrehungssensors oder erhält verarbeitete Daten des Umdrehungssensors,
welche als Umdrehungszahlinformation durch das Speichermittel hinterlegt werden. Das
Speichermittel erlaubt ist vorzugsweise gegenständlich (also "berührbar") und erlaubt
ein manuelles Auslesen und/oder ein maschinen- bzw. computergestütztes Auslesen.
[0021] Der besondere Vorteil der Erfindung besteht dabei darin, dass das Speichermittel
von der Sensoraufnahme aufgenommen ist und somit das Speichermittel der entsprechenden
Walze (eindeutig) zugeordnet ist. Die ermittelte Umdrehungszahl wird somit nicht nur
über ein Walzgerüst bzw. über die Steuerung einer Walzstraße hinterlegt, sondern über
das Speichermittel insbesondere unmittelbar an oder in der Walze. Das Speichermittel
kann beispielsweise unlösbar (d.h. nicht ohne eine Zerstörung der Sensoraufnahme lösbar)
mit der Walze verbunden sein. Entsprechend kann die Laufzeit der Walze unabhängig
vom jeweiligen Walzgerüst über die Umdrehungszahlinformation ermittelt werden. Die
Laufzeit der Walze kann somit auch dann zuverlässig ermittelt werden, wenn die Walze
in verschiedenen Walzgerüsten, Walzstraßen oder Produktionsstandorten eingesetzt wird,
da die Umdrehungszahlinformation über das Speichermittel an der Walze selbst unmittelbar
oder mittelbar hinterlegt ist. Folglich ist die Umdrehungszahl der Walze zuverlässig
zu ermitteln.
[0022] Das Auslesen der Umdrehungszahlinformation kann manuell erfolgen, indem beispielsweise
eine Anzeige der Umdrehungszahlinformation an der Walze vorgesehen ist. Vorzugsweise
umfasst der Umdrehungssensor jedoch ein drahtloses Kommunikationsmittel zum Auslesen
der Umdrehungszahlinformation der Walze. Das Kommunikationsmittel ist dazu eingerichtet,
eine Verbindung mit anderen Vorrichtungen über ein (drahtloses) Kommunikationssystem
herzustellen und mit diesen zu kommunizieren. Das Kommunikationsmittel kann hierbei
für eine Kommunikation mittels Radio Frequency Identification (RFID) und/oder Near
Field Communication (NFC) eingerichtet sein, womit ein einfaches und kurzreichweitiges
Auslesen der Umdrehungszahlinformation ermöglicht wird. Das Kommunikationsmittel kann
hierbei aktiv oder passiv sein, wobei ein passives Kommunikationsmittels in der Walze
vorteilhafterweise keine eigene Energieversorgung benötigt. Weitere Beispiele für
ein Kommunikationssystem sind ein lokales Netzwerk (LAN), ein großräumiges Netzwerk
(WAN), ein drahtloses Netzwerk (beispielsweise gemäß dem IEEE-802.11-Standard oder
dem Bluetooth (LE)-Standard) ein Mobilfunknetzwerk, ein Telefonnetzwerk und/oder das
Internet.
[0023] Das Speichermittel kann computerlesbar ausgestaltet sein. Beispielsweise ist das
Speichermittel als flüchtiger oder nicht-flüchtiger Speicher ausgestaltet mit wahlfreiem-Zugriff
(RAM) wie z.B. NOR-Flash-Speicher oder mit sequentiellen-Zugriff wie NAND-Flash-Speicher
und/oder Speicher mit Nur-Lese-Zugriff (ROM) oder Schreib-Lese-Zugriff.
[0024] Zur Bereitstellung von Energie kann der Umdrehungssensor ein Energieversorgungsmittel
umfassen, welches beispielsweise Energie speichert. Hierfür kann ein Akkumulator vorgesehen
sein, welcher insbesondere das Speichermittel und in der Sensoraufnahme aufgenommene
Komponenten des Umdrehungssensors mit elektrischer Energie versorgt. Das Energieversorgungsmittel
kann einen Generator umfassen, welcher beispielsweise über die Drehbewegung der Walze
angetrieben wird, wodurch die Versorgung des Umdrehungssensors mit Energie im Betrieb
der Walze sichergestellt wird. Das Energieversorgungsmittel kann auch zur Bereitstellung
mechanischer Energie dienen und beispielsweise über die Drehbewegung der Walze angetrieben
werden. Insbesondere kann mindestens eine Feder vorgesehen sein, welche über eine
Federspannung mechanische Energie speichert. Hierbei kann die Feder beispielsweise
durch die Drehbewegung der Walze unter Spannung gesetzt werden, so dass das Energieversorgungsmittel
während des Betriebs weiter mechanische Energie speichert.
[0025] Umfasst der Umdrehungssensor ein Gyrometer und/oder Pedometer zur Bestimmung der
Umdrehungszahl des Walzengrundkörpers, kann die Umdrehungszahl über mechanische Mittel
bestimmt werden. Solche mechanischen Mittel können im Vergleich zu elektronischen
Mitteln besonders robust gegen die Einwirkungen auf den Umdrehungssensor beim Walzen
sein, beispielsweise eine Verformung der Walze und hohe Temperaturen. Ein Gyrometer
und/oder ein Pedometer kann somit in die Walze integriert werden, beispielsweise im
Walzengrundkörper und insbesondere im Lagerzapfen oder Ballenbereich. Mit mechanischen
Mitteln im Umdrehungssensor kann hierbei auf eine elektrische Schaltung sowie eine
elektronische Energieversorgung verzichtet werden, was die Zuverlässigkeit des Systems
weiter verbessert.
[0026] Ebenso kann der Umdrehungssensor ein optisches Element sowie ein optisches Sensormittel
umfassen, beispielsweise eine Markierung, welche von einem optischen Sensormittel
etwa auf Basis eines Lasers ausgelesen wird. Eines der Elemente kann sich hierbei
an der Walze befinden und mit der Walze rotieren, während das weitere Element fest
angeordnet ist, beispielsweise am Walzgerüst. Denkbar sind auch ein magnetisches Element
sowie ein magnetisches Sensormittel, beispielsweise ein Hall-Sensor zur Detektion
eines Permanentmagnets oder Elektromagnets.
[0027] Den voranstehenden Erläuterungen entsprechend umfasst das erfindungsgemäße Verfahren
zur Bestimmung der Umdrehungszahl von Walzen unter Verwendung des erfindungsgemäßen
Systems mindestens die Schritte:
- Bereitstellen einer Walze zur Bearbeitung von Produkten insbesondere aus Metallwerkstoff
und Aufnahme der Walze in einem Walzgerüst;
- Bearbeiten von Produkten mittels der Walze über Rotation der Walze und Ausübung von
Druck durch die Walze;
- Erfassen der Rotation der Walze über den Umdrehungssensor;
- Speichern der Umdrehungszahlinformation im Speichermittel; und
- Auslesen der Umdrehungszahlinformation aus dem Speichermittel.
[0028] In einer ersten Ausgestaltung des Verfahrens zur Bestimmung der Umdrehungszahl von
Walzen wird die Umdrehungszahl bei oder nach einem Entnehmen der Walze aus dem Walzgerüst
aus dem Speichermittel ausgelesen. Entsprechend ist es nicht notwendig, dass die Umdrehungszahl
während des laufenden Betriebs ausgelesen oder hinterlegt wird, beispielsweise vom
Walzgerüst oder einer Steuereinrichtung der Walzstraße. Die Walze kann für einen oder
mehrere Produktionsläufe verwendet werden, wobei die Laufzeit der Walze beispielsweise
nach Abschluss der Produktionsläufe ausgelesen wird, beispielsweise wenn die Walze
den Produktionsstandort wechselt oder gewartet wird.
[0029] Alternativ oder zusätzlich kann die Umdrehungszahlinformation jedoch auch während
des Bearbeitens von Produkten mittels der Walze aus dem Speichermittel ausgelesen
werden, beispielsweise über ein drahtloses Kommunikationsmittel.
[0030] In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens zur Bestimmung der Umdrehungszahl
von Walzen wird von einem Energieversorgungsmittel elektrische und/oder mechanische
Energie für den Umdrehungssensor bereitgestellt, wobei das Energieversorgungsmittel
über die Drehbewegung der Walze angetrieben wird. Beispielsweise ist als Energieversorgungsmittel
zur Bereitstellung elektrischer Energie ein Generator vorgesehen. Ebenso kann ein
mechanisches Energieversorgungsmittel vorgesehen, welches beispielsweise auf Federkraft
basiert.
[0031] Zudem umfasst das erfindungsgemäße Verfahren zum Herstellen des erfindungsgemäßen
Systems mindestens die folgenden Arbeitsschritte:
- Bereitstellen eines Walzenrohlings für eine Walze zur Bearbeitung von Produkten insbesondere
aus Metallwerkstoff mit einem Ballenabschnitt und Lagerzapfen;
- Ausbilden einer Walze aus dem Walzenrohling;
- Einbringen einer Sensoraufnahme zur Aufnahme mindestens einer Komponente eines Umdrehungssensors
in den Walzenrohling oder die Walze;
- Bereitstellen eines Umdrehungssensors zur Ermittlung einer Drehbewegung der Walze,
wobei der Umdrehungssensor ein Speichermittel zur Speicherung einer Umdrehungszahlinformation
der Walze aufweist; und
- Aufnehmen des Speichermittels von der Sensoraufnahme.
[0032] Zum Bereitstellen des Walzengrundkörpers kann in der Praxis zum Beispiel ein Rohling
aus Stahlguss oder Gusseisen erzeugt werden. Hierfür geeignete Stähle sind typischerweise
weiche Stähle mit hoher Zähigkeit. Beispiele hierfür sind Werkzeugstähle und Vergütungsstähle.
Im Zuge des weiteren Verfahrens kann aus dem Rohling der Walzengrundkörper der herzustellenden
Walze hergestellt bzw. geformt werden.
[0033] Das Einbringen einer Sensoraufnahme in den Walzengrundkörper oder die Walze umfasst
beispielsweise die Vorbereitung eines Abschnitts des Walzenrohlings oder der Walze
zur Anbringung der jeweiligen Komponente des Umdrehungssensors. Beispielsweise wird
ein Teil der Oberfläche für eine Befestigung der Komponente vorbereitet und/oder ein
Befestigungsmittel für die Komponente angebracht. Ebenso kann die Sensoraufnahme in
das Material des Walzengrundkörpers oder der Walze eingearbeitet werden, beispielsweise
durch eine Entfernung von Material. Die Sensoraufnahme kann etwa durch spanabhebende
Bearbeitungsmethoden eingebracht werden, beispielsweise durch Bohren, Schneiden oder
Fräsen in den Walzenrohling oder in die Walze.
[0034] In einem Ausführungsbeispiel des Verfahrens zum Herstellen des Systems umfasst das
Ausbilden der Walze ein Aufbringen einer verschleißfesten Schicht auf dem Ballenabschnitt
des Walzenrohlings.
[0035] Das Material der verschleißfesten Schicht kann auf den Walzengrundkörper mit verschiedenen
Methoden aufgebracht werden, beispielsweise mittels Auftragsschweißen oder heißisostatischem
Pressen (HIP), wobei Walzengrundkörper und verschleißfeste Schicht fest miteinander
verbunden werden. Beispielsweise wird eine Umformung entsprechend dem in der
EP 3 141 335 A1 genannten Verfahren durchgeführt. Für die verschleißfeste Schicht sind prinzipiell
Stähle mit ausreichender Verschleißbeständigkeit für den angedachten Verwendungszweck
der Walze geeignet.
[0036] Der Rohling kann hierbei bereits vor dem Aufbringen der verschleißfesten Schicht
einen Ballenabschnitt und Lagerzapfen aufweisen. Alternativ können mit dem weiteren
Verfahren beispielsweise Zapfen an die jeweilige Stirnseite des Ballenabschnitts angeschweißt
oder in einer mechanisch wirkenden Verbindung angekoppelt werden.
[0037] Zwischen denen genannten Arbeitsschritten oder nach den genannten Arbeitsschritten
können andere Arbeitsschritte absolviert werden, soweit dies zweckmäßig ist. Dies
schließt beispielsweise die Möglichkeit einer Wärmebehandlung der Walze nach dem Aufbringen
der verschleißfesten Schicht zur Verbesserung der mechanischen Eigenschaften der Walze
im Ganzen oder einzelner seiner Abschnitte ein. So können die Zapfen oder der zwischen
den Zapfen vorhandene Ballenbereich einer Wärmebehandlung unterzogen werden, die ein
Austenitisieren und Anlassen umfasst. Eine Wärmebehandlung wird vorzugsweise vor dem
Aufnehmen des Speichermittels oder anderer Komponenten des Umdrehungssensors in der
Sensoraufnehme durchgeführt, so dass die Komponenten des Umdrehungssensors durch die
Wärmebehandlung nicht beeinträchtigt werden.
[0038] Ebenso möglich ist eine mechanische Behandlung der Walze, beispielsweise eine abschließende
mechanische Behandlung zur Erfüllung der Anforderungen an Oberflächenqualität und
Maßhaltigkeit der Walze. Hierfür können beispielsweise spanabhebende Bearbeitungsverfahren
verwendet werden.
[0039] Weiter wird eine Verwendung einer Walze zur Bearbeitung von Produkten insbesondere
aus Metallwerkstoff in einem zuvor beschriebenen System offenbart, beispielsweise
zur Herstellung von Flachprodukten, Langprodukten und/oder Profilen insbesondere aus
Metallwerkstoff. Insbesondere ist eine Verwendung der Walze zur Bearbeitung von Bändern
und/oder Blechen oder Produkten mit runden Querschnittsformen vorgesehen. Die Walze
kann entsprechend für die Verwendung in dem System vorbereitet werden, beispielweise
über ein Einbringen einer Sensoraufnahme.
[0040] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer Ausführungsbeispiele zeigenden Zeichnung
näher erläutert. Deren Figuren zeigen jeweils schematisch:
- Fig. 1
- einen Rohling für einen Walzengrundkörper in seitlicher Schnittansicht; und
- Fig. 2
- eine Walze mit einem Umdrehungssensor in seitlicher Schnittansicht.
[0041] Fig. 1 zeigt einen Rohling 2 für einen Walzengrundkörper in seitlicher Schnittansicht,
wobei der Walzengrundkörper für die Herstellung einer Walze bestimmt ist. Der Rohling
2 umfasst einen um die Achse A zylindrischen Kernabschnittsrohling 4 aus einem Werkzeugstahl
bzw. Vergütungsstahl sowie Lagerzapfen 6, 6', welche an den Stirnseiten 8, 8' des
Kernabschnittrohlings 4 angeordnet sind. Die Lagerzapfen 6, 6' können einstückig mit
dem Kernabschnittsrohling 4 ausgebildet sein, beispielsweise durch Schmieden, oder
an die Stirnseiten 8, 8' gefügt werden. Die Lagerzapfen 6, 6' sind dafür ausgebildet,
dass die herzustellende Walze hierüber drehbar gelagert und rotiert werden kann.
[0042] Der Rohling weist zudem eine Sensoraufnahme 10 zur Aufnahme mindestens einer Komponente
eines Umdrehungssensors auf, welche durch eine Bohrung im Bereich des Lagerzapfens
6 eingebracht wird.
[0043] Der Kernabschnittsrohling 4 bildet an der Außenumfangsfläche einen Ballenbereich
12, welcher mit einer verschleißfesten Schicht beschichtet werden kann.
[0044] Hierzu zeigt Fig. 2 eine Walze 14, wie diese über den Rohling 2 aus Fig. 1 erhalten
werden kann. Die Walze 14 weist optional an der Außenumfangsfläche 16 eine verschleißfeste
Schicht 18 auf, welche beispielsweise durch ein HIP-Verfahren auf den Kernabschnittsrohling
aufgetragen werden kann, wobei insbesondere eine gemeinsame Umformung zur Bildung
der Walze 14 durchgeführt wird. Nach dem Aufbringen der verschleißfesten Schicht 18
kann eine Wärmebehandlung der Walze 14 vorgenommen werden. Ebenso möglich ist eine
Ausgestaltung der Walze 14 ohne die dargestellte verschleißfeste Schicht 18, wobei
die Außenumfangsfläche 16 aus dem Kernabschnittrohling 4 gebildet wird. Hierbei kann
ebenso eine Wärmebehandlung der Walze 14 vorgenommen werden.
[0045] Ein Umdrehungssensor zur Ermittlung einer Drehbewegung der Walze 14 ist vorgesehen,
welcher ein Gyrometer 20 umfasst. Alternativ zum Gyrometer 20 kann ein Pedometer,
eine Markierung mit einem Lasermessgerät oder ein magnetisches Element mit einem Hallsensor
als Komponenten für den Umdrehungssensor vorgesehen sein. Der Umdrehungssensor umfasst
ein Speichermittel 22, wobei sowohl das Gyrometer 20 als auch das Speichermittel 22
von der Sensoraufnahme 10 aufgenommen sind. Über das Gyrometer 20 wird die räumliche
Lage der Walze 14 und damit der Drehwinkel der Walze 14 in ermittelt, beispielsweise
wenn die Walze 14 in einem Walzgerüst bei der Bearbeitung von Produkten wie Flachprodukten
rotiert wird. Über den Drehwinkel kann eine Umdrehungszahlinformation erhalten werden,
welche beispielsweise die Gesamtzahl der Umdrehungen der Walze oder einen gesamten
Drehwinkel angibt. Das Speichermittel 22 erlaubt eine Speicherung bzw. Hinterlegung
der Umdrehungszahlinformation, so dass beispielsweise im laufenden Betrieb der Walze
die gesamte Umdrehungszahl im Speichermittel 22 gespeichert wird. Das Speichermittel
22 erlaubt ein maschinen- bzw. computergestütztes Auslesen über ein drahtloses Kommunikationsmittel
basierend auf RFID- oder NFC-Technologie.
[0046] Entsprechend kann die Umdrehungszahl der Walze 14 und damit deren Laufzeit unabhängig
vom jeweiligen Einsatzort bzw. von der jeweiligen Walzstraße bestimmt werden. Beispielsweise
wird die Umdrehungszahlinformation erst bei oder nach einem Entnehmen der Walze 14
aus einem Walzgerüst aus dem Speichermittel 22 ausgelesen. Ebenso kann die Umdrehungszahlinformation
während des laufenden Betriebs ausgelesen werden.
[0047] Zur Versorgung des Umdrehungssensors mit elektrischer Energie kann weiter ein Energieversorgungsmittel
wie ein Akkumulator oder ein durch die Drehbewegung der Walze 14 angetriebener Generator
vorgesehen sein. Ebenso kann ein mechanisches Energieversorgungsmittel vorgesehen
sein, beispielsweise eine Feder, welche durch die Drehbewegung der Walze unter Spannung
gesetzt wird.
BEZUGSZEICHEN
[0048]
- 2
- Rohling
- 4
- Kernabschnittsrohling
- 6, 6'
- Lagerzapfen
- 8, 8'
- Stirnseiten
- 10
- Sensoraufnahme
- 12
- Ballenbereich
- 14
- Walze
- 16
- Außenumfangsfläche
- 18
- verschleißfeste Schicht
- 20
- Gyrometer
- 22
- Speichermittel
- A
- Drehachse des Rohlings 2 bzw. der Walze 14
1. System zur Bestimmung der Umdrehungszahl einer Walze (14), mit einer Walze (14) zur
Bearbeitung von Produkten insbesondere aus Metallwerkstoff, wobei die Walze (14) einen
Ballenabschnitt (12) und Lagerzapfen (6, 6') aufweist, über welche die Walze (14)
drehbar gelagert und rotiert werden kann, und mit einem Umdrehungssensor zur Ermittlung
einer Drehbewegung der Walze (14), wobei die Walze eine Sensoraufnahme (10) zur Aufnahme
mindestens einer Komponente des Umdrehungssensors aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Umdrehungssensor ein Speichermittel (22) zur Speicherung einer Umdrehungszahlinformation
der Walze (14) aufweist, wobei das Speichermittel (22) von der Sensoraufnahme (10)
aufgenommen ist.
2. System nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Umdrehungssensor ein drahtloses Kommunikationsmittel zum Auslesen der Umdrehungszahlinformation
der Walze (14) umfasst.
3. System nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Umdrehungssensor ein Energieversorgungsmittel zur Bereitstellung von elektrischer
und/oder mechanischer Energie umfasst.
4. System nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Umdrehungssensor ein Gyrometer (20) und/oder Pedometer zur Ermittlung der Drehbewegung
der Walze (14) umfasst.
5. System nach einem der voranstehenden Ansprüche, d a durch gekennzeichnet, dass der Umdrehungssensor ein optisches Element sowie ein optisches Sensormittel und/oder
ein magnetisches Element sowie ein magnetisches Sensormittel umfasst.
6. Verfahren zur Bestimmung der Umdrehungszahl einer Walze (14) unter Verwendung des
Systems nach einem der Ansprüche 1 bis 5, umfassend mindestens die folgenden Schritte:
- Bereitstellen einer Walze (14) zur Bearbeitung von Produkten insbesondere aus Metallwerkstoff
und Aufnahme der Walze (14) in einem Walzgerüst;
- Bearbeiten von Produkten mittels der Walze (14) über Rotation der Walze (14) und
Ausübung von Druck durch die Walze (14);
- Erfassen der Rotation der Walze (14) über den Umdrehungssensor;
- Speichern der Umdrehungszahlinformation im Speichermittel (22); und
- Auslesen der Umdrehungszahlinformation aus dem Speichermittel (22).
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Umdrehungszahlinformation bei oder nach einem Entnehmen der Walze (14) aus dem
Walzgerüst aus dem Speichermittel (22) ausgelesen wird und/oder die Umdrehungszahlinformation
während des Bearbeitens aus dem Speichermittel (22) ausgelesen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass von einem Energieversorgungsmittel elektrische und/oder mechanische Energie für den
Umdrehungssensor bereitgestellt wird, wobei das Energieversorgungsmittel über die
Drehbewegung der Walze (14) angetrieben wird.
9. Verfahren zur Herstellung des Systems nach einem der Ansprüche 1 bis 5, umfassend
mindestens die folgenden Arbeitsschritte:
- Bereitstellen eines Walzenrohlings (4) für eine Walze (14) zur Bearbeitung von Produkten
insbesondere aus Metallwerkstoff mit einem Ballenabschnitt (12) und Lagerzapfen (6,
6');
- Ausbilden einer Walze (14) aus dem Walzenrohling (4);
- Einbringen einer Sensoraufnahme (10) zur Aufnahme mindestens einer Komponente eines
Umdrehungssensors in den Walzenrohling (4) oder die Walze (14);
- Bereitstellen eines Umdrehungssensors zur Ermittlung einer Drehbewegung der Walze
(14), wobei der Umdrehungssensor ein Speichermittel (22) zur Speicherung einer Umdrehungszahlinformation
der Walze (14) aufweist; und
- Aufnehmen des Speichermittels (22) von der Sensoraufnahme (10).
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausbilden der Walze (14) ein Aufbringen einer verschleißfesten Schicht (18) auf
dem Ballenabschnitt (12) des Walzenrohlings (4) umfasst.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze (14) insbesondere nach dem Aufbringen der verschleißfesten Schicht (18)
wärmebehandelt wird.
12. Verwendung einer Walze (14) zur Bearbeitung von Produkten insbesondere aus Metallwerkstoff
in einem System nach einem der Ansprüche 1 bis 5.