[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Temperaturbehandlung von Schmelzen aus
Nichteisenmetallen und eine Verwendung eines Wärmetauschers.
[0002] Schmelzen von Nichteisenmetallen werden üblicherweise in beheizten Behältern mit
Tiegeln aufgenommen, wobei die Beheizung indirekt, z.B. mit einer elektrischen oder
Gas-Heizvorrichtung über die Tiegelwand, oder direkt, z.B. über Tauchheizstäbe, die
in die Schmelze eingebracht werden, vorgenommen wird (z.B.
US 2004/0107799 A1).
[0003] Das Aufschmelzen von Nichteisenmetallen, insbesondere Magnesiumlegierungen, wird
in der Praxis in Öfen mit offener Badoberfläche durchgeführt und kann in zwei Phasen
unterteilt werden. Das Nichteisenmetall wird beispielsweise in Form von vorgewärmten
Masseln, Band, Stab oder Stückgut in den Ofen direkt in die Schmelze eingebracht und
das Material wird bis zur Verflüssigung, bei der der Soliduspunkt der Legierung erreicht
wird, aufgeheizt. Die erforderliche Energie zum Aufschmelzen des Materials kommt hauptsächlich
aus der flüssigen Schmelze aus der direkten Umgebung des Materials. Dadurch kühlt
sich die Schmelze in der Umgebung entsprechend ab. Die zweite Phase ist die Überhitzung
des abgekühlten Materials auf die erforderliche Soll-Temperatur. Für diese Erhitzung
auf Prozesstemperatur muss Energie zugeführt werden, um das ursprüngliche Temperaturniveau
wieder herzustellen.
[0004] Die Energiezufuhr wird, wie erwähnt, in der Regel bei dem Ofen über die beheizte
Tiegelwand, über in die Schmelze eingetauschte Heizelemente oder über Strahlung, die
auf die Badoberfläche wirkt, realisiert. Für den Wärmeaustausch ist die wärmeübertragende
Fläche größenbestimmend, um bei realistischen Randbedingungen den erforderlichen Wärmestrom
zu erreichen.
[0005] Mit der Größe der beheizten Tiegelfläche vergrößert sich auch die Bad- bzw. Schmelzeoberfläche
und das Tiegelvolumen. Bei Schmelzesystemen verursachen Badoberflächen viele Probleme.
Eine größere Badoberfläche bedeutet:
- Verstärkte Oxidbildung
- Größerer Schutzgasbedarf
- Erhöhte Wärmeabstrahlung durch schlechtere Isolierung
- Erhöhter Reinigungsaufwand.
[0006] Grundsätzlich steigt das Gefahrenpotential mit größeren Mengen Flüssigmaterial und
größeren Badoberflächen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung zur Temperaturbehandlung
von Schmelzen aus Nichteisenmetallen zu schaffen, die ein Heizen oder Kühlen der Schmelzen
auch bei kleineren Schmelzeoberflächen zu gestatten.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Durch die in den Unteransprüchen angegebenen Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen
und Verbesserungen möglich.
[0010] Erfindungsgemäß umfasst die Vorrichtung zur Temperaturbehandlung von Schmelzen aus
Nichteisenmetallen einen die Schmelze des Nichteisenmetalls aufnehmenden Behälter,
eine Fördervorrichtung mit Überführungsleitung und mindestens einen Wärmetauscher,
wobei die Fördervorrichtung mit Überführungsleitung und der Wärmetauscher ausgebildet
sind, Schmelze aus dem Behälter in und durch den mindestens einen Wärmetauscher zu
ihrer Aufheizung oder Abkühlung und aus dem Wärmetauscher in den Behälter zurück oder
in einen weiteren Behälter zu fördern. Dadurch, dass ein Wärmetauscher verwendet wird,
dem die Schmelze über die Überführungsleitung aus dem Behälter zugeführt wird, kann
die Schmelze ohne zusätzlich Badoberfläche und ohne Oxidbildung in relativ kurzer
Zeit aufgeheizt, aber auch abgekühlt werden und kann aus dem Wärmetauscher in den
Behälter zurück oder in einen anderen Behälter geleitet werden. Dabei kann der Behälter
kleine Abmessungen mit kleinem Volumen, kleiner Badoberfläche, geringer Schutzbegasung
bei kleinerem Gefahrenpotential aufweisen. Die Schmelzleistung wird hauptsächlich
durch die Größe des Wärmetauschers bestimmt und ist damit unabhängig von der Behältergröße
(Tiegelgröße). Durch den Wärmetauscher können vorhandenen Systeme auf eine größere
Schmelzleistung nachgerüstet werden.
[0011] In einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel kann der Behälter oder der weitere Behälter
als Schmelz- und Warmhalteofen ausgebildet sein, wobei durch Vorsehen des Wärmetauschers
der Tiegel des Ofens so klein wie möglich gehalten werden kann, da die gewünschte
Temperatur der Schmelze über den Wärmetauscher erreicht wird. Außerdem wird das Gefahrenpotential
eines Brandes verringert. Weiterhin ist es möglich, in Gebrauch befindliche Schmelz-
und Warmhalteöfen ohne größeren Aufwand nachzurüsten.
[0012] Die Fördereinrichtung weist eine Pumpe auf, die in die Schmelze hineinragt, wodurch
die Schmelze über die Überführungsleitung aus dem Behälter durch den Wärmetauscher
und in den Behälter zurück oder einen weiteren Behälter transportiert werden kann.
Dabei kann der weitere Behälter in verschiedenster Weise ausgebildet sein. Beispielsweise
kann unter den Begriff zweiter Behälter auch ein Rohrleitungssystem zum Transport
der Schmelze fallen. Es kann auch ein weiterer Ofen sein, in dem gefiltert, legiert
oder gereinigt wird. Auch kann die Schmelze in ein Überlaufsystem gefördert werden,
in dem z.B. ein Niveau konstant gehalten wird und der Überlauf wieder zurück in den
Behälter geführt wird.
[0013] Gemäß der Erfindung bilden der Behälter bzw. der weitere Behälter, die Überführungsleitung
mit in die Schmelze eintauchendem Eintrittsende und in die Schmelze eintauchendem
Austrittsende und der Wärmetauscher ein geschlossenes Rohrsystem, so dass eine Erwärmung
der Schmelze ohne Kontakt zur Atmosphäre durchgeführt werden kann und damit die Bildung
zusätzlicher Oxide vermieden wird. Außerdem kann die Schmelze in dem geschlossenen
Rohrsystem nicht brennen. Weiterhin ist keine Schutzbegasung in dem geschlossenen
Rohrsystem erforderlich. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann somit auch zur Überhitzung
von Schmelze genutzt werden, die in einem Prozessschritt auf eine höhere Verarbeitungstemperatur
im geschlossenen Rohrsystem angehoben werden soll.
[0014] Vorteilhafterweise kann der Wärmetauscher als Rohrbündelwärmetauscher ausgebildet
sein, bei dem auf der Innenseite der Rohre die Schmelze geführt wird und auf der Rohraußenseite
Energie zugeführt wird, wodurch ein hoher Wärmeübertragungswirkungsgrad erreicht wird.
Selbstverständlich sind andere Wärmetauschertypen verwendbar, wie Plattenwärmetauscher,
Spiral- oder U-Rohrwärmetauscher, Mantelrohrwärmetauscher und andere.
[0015] Gemäß der Erfindung weist der Wärmetauscher eine Heizvorrichtung auf, die mindestens
einen Brenner und/oder elektrische Heizelemente oder einen Induktor umfasst.
[0016] Zusätzlich kann der Wärmetauscher eine Kühlvorrichtung umfassen, die die Schmelze
schnell abkühlen kann, was insbesondere bei einer Magnesiumschmelze von Bedeutung
ist, um bei einer Überhitzung das Gefahrenpotential Brand zu reduzieren und die Schmelze
schnell in den sicheren Temperaturbereich zu bringen.
[0017] Gas- und ölbeheizte Brennersysteme können zumindest teilweise zur Kühlung dienen.
Dazu werden der oder die Brenner ausgeschaltet und es wird nur über das Brennluftgebläse
Luft durch den oder die Brenner geblasen, wodurch die Schmelze in dem Wärmetauscher
mit Luft gekühlt wird.
[0018] Gemäß einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel können mehrere Wärmetauscher in einer
Modulbauweise nacheinander in Reihe oder parallel zwischen die Überführungsleitung
geschaltet werden, wodurch eine flexible Leistungserhöhung erreicht wird.
[0019] Gemäß der Erfindung wird die Verwendung eines Wärmetauschers für die Aufheizung und/oder
Kühlung von Schmelzen aus Nichteisenmetallen vorgesehen, wodurch eine vielfältige
Anwendung in Zusammenhang mit der Verarbeitung großer Schmelzleistungen bei kleinen
Tiegelvolumen mit keiner Badoberfläche und geringem Schutzgasaufwand möglich wird.
[0020] Die Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird in der nachfolgenden Beschreibung
näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Temperaturbehandlung
von Schmelzen,
- Fig. 2
- ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Temperaturbehandlung
von Schmelzen aus Nichteisenmetallen in einer teilweise geschnittenen perspektivischen
Ansicht,
- Fig. 3
- a) eine teilweise geschnittene perspektivische Ansicht des in Fig. 1 verwendeten Wärmetauschers,
b) eine Schnittansicht durch den Wärmetauscher, und
- Fig. 4
- ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer teilweise
geschnittenen perspektivischen Ansicht.
[0021] Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung zur Temperaturbehandlung von Schmelzen aus
Nichteisenmetallen weist einen Behälter 1 auf der eine Schmelze aufnimmt. Dem Behälter
1 ist eine Fördereinrichtung zugeordnet, die mindestens eine Pumpe 10, die in das
Bad der Schmelze eintaucht, und eine Überführungsleitung 3 umfasst. Ein Wärmetauscher
2 ist über die Überführungsleitung 3 mit dem Behälter 1 derart verbunden, dass alle
zusammen ein geschlossenes Rohrsystem bilden. Gestrichelt dargestellt ist ein weiterer
Behälter 200, der mit dem Ausgang des Wärmetauschers 2 über die Überführungsleitung
3 verbunden ist. Auch in dieser Ausführungsform bilden Behälter 1, Überführungsleitung
3, Wärmetauscher 2, Überführungsleitung 3 und weiterer Behälter 200 ein geschlossenes
Rohrsystem.
[0022] Die Schmelze wird von der Pumpe 10 aus dem Behälter 1 über die Überführungsleitung
3 in den und durch den Wärmetauscher 2 gepumpt, dort wird die Temperatur der Schmelze
durch Aufheizung oder Kühlung verändert, und die temperaturveränderte Schmelze wird
von der Pumpe 10 wieder über die Überführungsleitung 3 in den Behälter 1 zurück transportiert
oder in den weiteren Behälter 200 geleitet.
[0023] In Fig. 2 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
dargestellt, die als eine Vorrichtung zum Schmelzen und Warmhalten von Nichteisenmetallen,
die beispielsweise Magnesium, Zink, Blei u.a. enthalten können, ausgebildet ist. Sie
weist als Behälter einen Schmelz- und Warmhalteofen 1 und einen Wärmetauscher 2 auf,
wobei der Wärmetauscher 2 über die Überführungsleitung 3 mit dem Inneren des Ofens
1 verbunden ist. Der Ofen umfasst einen Tiegel 4, in dem die Schmelze aufgenommen
ist, wobei an den Ofenwänden Heizvorrichtungen 5 angebracht sind, die die Schmelze
im Tiegel 4 abhängig von ihrer Heizleistung auf eine Temperatur bringen, die die Schmelze
im flüssigen Zustand hält. Der Tiegel 4 wird durch einen Deckel 6 abgeschlossen, in
dem mindestens eine Öffnung 7 (hier offen gezeigt) für das Einbringen von zu schmelzendem
festem Metallmaterial, beispielsweise in Form von Masseln, angeordnet ist.
[0024] Die Überführungsleitung 3 umfasst eine Zulaufleitung 8 und eine Rücklaufleitung 9,
die jeweils durch den Deckel 6 des Tiegels 4 geführt sind und in die Schmelze hineinragen
und mit dem Wärmetauscher 2 verbunden sind. Die Rohrenden liegen unter der Badoberfläche.
Die Überführungsleitungen sind durch eine Begleitheizung beheizt. Jedes Rohr hat einen
Klemmenkasten mit Stecker für den Elektroanschluss.
[0025] Weiterhin ist die Pumpe 10 vorgesehen, die ebenfalls durch den Deckel 6 hindurch
ragt und mit ihrem Saugende 11 mit dem Ende der Zulaufleitung 8 verbunden ist.
[0026] Der in Fig. 2 dargestellte Wärmetauscher 2 ist mit einer Aufheizvorrichtung versehen,
die im Ausführungsbeispiel als Gasbrenner 12 ausgebildet ist.
[0027] In Fig. 3a, b ist der Wärmetauscher 2 genauer dargestellt und als RohrbündelWärmetauscher
ausgebildet. Mittig ist ein Flammrohr 13 vorgesehen, das mit dem Brenner 12 verbunden
ist, wobei die Flammen des Brenners in das Flammrohr 13 gerichtet sind. Um das Flammrohr
13 herum ist ein Rohrbündel 14 spiralförmig gewickelt, das jeweils mit der Zulaufleitung
8 und der Rücklaufleitung 9 verbunden ist und Schmelze von der Zulaufleitung 8 zur
Rücklaufleitung 9 führt. Eine Trennwand 19 teilt das Rohrbündel 14 in einen ersten
rohrbündelbereich 0 und einen zweiten Rohrbündelbereich 21.
[0028] Um das Rohrbündel 14 herum sind eine wärmeisolierende zylinderförmige Wand 15 und
ein entsprechender Boden 16 und Deckel 17 vorgesehen, wobei der Brenner 12 den Deckel
17 durchgreift. Schließlich ist noch ein Abgasstutzen 18 mit dem Inneren des Wärmetauschers
verbunden, über das die von dem Brennvorgang erzeugten Abgase abgeleitet werden.
[0029] Die dargestellte Form ist ähnlich der einer Ölheizung. In dem Rohrbündel 14 steht
ein großes Innenrohr aus hitzebeständigem Material mit einem feuerfest ausgekleideten
Boden. Die Flamme brennt gegen den Boden, die Gase kommen an der Rohrwand nach oben
zurück, strömen über die obere Kante zurück in den ersten Rohrbündelbereich 20. In
dem Rohrbündel 14 nach unten umströmen die Gase die Unterkante der Trennwand 19 in
dem zweiten Bündelbereich 21 und hier von unten nach oben zum seitlichen Abgasaustritt.
Diese Abgase können noch durch den Ofen geführt werden. Das Temperaturniveau ist so
hoch, dass die Heizleistung ausreicht, um die Temperaturverluste im Tiegelofen auszugleichen.
[0030] In Fig. 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel in ähnlicher Ansicht wie in Fig. 1
dargestellt, wobei sich dieses Ausführungsbeispiel zu dem Ausführungsbeispiel nach
Fig. 1 darin unterscheidet, dass der Wärmetauscher als Induktionswärmetauscher ausgebildet
ist Die Rohrleitung wird dabei durch einen Induktor geführt und die Schmelze wird
durch das magnetische Wechselfeld erwärmt.
[0031] Bei dem Aufheizen der Schmelze werden bei den beschriebenen Öfen vorgewärmte Masseln,
die beispielsweise aus einer Magnesiumlegierung bestehen, durch die Öffnung 7 in den
Tiegel 4 eingeführt, wobei diese Masseln direkt in der Schmelze aufgeheizt und verflüssigt
werden. Durch diesen Vorgang wird die Schmelze, insbesondere in der Umgebung der Masseln
abgekühlt. Daher wird, sobald Masseln geschmolzen werden sollen, die Pumpe 10 aktiviert,
die Schmelze wird mit einer ersten Temperatur T1 ansaugt und über die Zulaufleitung
8 in den Wärmetauscher 2 gefördert, in dem die Temperatur der Schmelze erhöht wird.
Nach Verlassen des Wärmetauschers 2 wird die Schmelze mit der höheren zweiten Temperatur
T2 über die Rücklaufleitung 9 wieder in den Tiegel 4 rückgeführt.
[0032] Dieser Vorgang des Förderns der Schmelze in den Wärmetauscher 2, die Erwärmung im
Wärmtauscher 2 und ihrer Rückführung in den Tiegel 4 kann temperatur-, prozess- oder
manuell gesteuert werden. Vorteilhaft ist, wenn die Position der aufzuschmelzenden
Masseln zwischen der Auslassöffnung der Rücklaufleitung 9 und der Ansaugstelle der
Pumpe angeordnet ist.
[0033] Zum Zwangskühlen der Schmelze wird die Schmelze in den Wärmetauscher 2 gefördert,
im Wärmetauscher abgekühlt und in den Tiegel 4 zurückgeführt. In diesem Fall ist die
Ansaugtemperatur T1 höher als die Temperatur T2 der Auslassöffnung der Rücklaufleitung
9. Der Vorgang wird automatisch oder manuell gestartet. Zum Kühlen kann bei gas- oder
öl-beheizten Wärmetauschern das Brennluftgebläse eingesetzt werden. Es kann aber auch
über ein zusätzliches Gebläse Kühlluft durch den Wärmetauscher 2 geführt werden, mit
dem die Schmelze abgekühlt wird. Mit diesem Prozess kann Wärmeenergie der Schmelze
entzogen werden. Bei Schnellabschaltungen aus dem Schmelzprozess oder bei schnellen
Temperaturabsenkungen der Schmelze ist es vorteilhaft, Wärmeenergie schnell aus dem
System abzuführen. Bei Schnellabschaltungen kann es durch Nachdrücken der überhitzten
Ofenausmauerung zu Temperaturüberschwinger der Schmelze sowie zu kritischen Übertemperaturen
kommen, bei der die Wirksamkeit der Schutzbegasung nachlässt und das Gefahrenpotential
deutlich steigt. Mit dem kühlenden Wärmetauscher können diese Situationen durch Zwangskühlung
der Schmelze vermieden werden. Der Abkühlprozess bis zur Erstarrung der Schmelze dauert
bei großen Schmelzemengen bei gut isolierten Öfen lange. Bei einigen Legierungen durchläuft
die Schmelze in dieser Zeit Mischkristallphasen, die Ausseigerungen zur Folge hat,
wodurch die Qualität der Schmelze beeinträchtigt wird und später einen erhöhten Pflegeaufwand
nach sich zieht. Mit dem kühlenden Wärmetauscher können diese Zeiten reduziert werden
und die oben beschriebenen Nebenwirkungen können deutlich reduziert werden.
[0034] Es ist möglich, im Gebrauch stehende Anlagen mit der Pumpe 10, der Überführungsleitung
2 und dem Wärmetauscher 3 nachzurüsten, so dass diese schon im Gebrauch befindlichen
Anlagen auf eine höhere Schmelzleistung gebracht werden können.
1. Vorrichtung zur Temperaturbehandlung von Schmelzen aus Nichteisenmetallen mit einem
die Schmelze des Nichteisenmetalls aufnehmenden Behälter (1), einer Fördervorrichtung
(10) mit Überführungsleitung (3) und mindestens einem Wärmetauscher (2), wobei die
Fördervorrichtung (10) mit Überführungsleitung (3) und der Wärmetauscher ausgebildet
sind, Schmelze aus dem Behälter (1) in und durch den mindestens einen Wärmetauscher
(2) zu ihrer Aufheizung oder Abkühlung und aus dem Wärmetauscher (2) in den Behälter
(1) zurück oder in einen weiteren Behälter (200) zu fördern.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1) ein Schmelz- und Warmhalteofen (100) ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördervorrichtung eine Pumpe (10) zum Pumpen der Schmelze durch den Wärmetauscher
(2) über die Überführungsleitung (3) aus dem Behälter (1) und in den Behälter (1)
zurück oder in den weiteren Behälter (200) aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Überführungsleitung (3) mit in die Schmelze eintauchendem Eintrittsende und in
die Schmelze eintauchendem Austrittsende und der Wärmetauscher (2) ein geschlossenes
Rohrsystem bilden.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher (2) als Rohrbündelwärmetauscher ausgebildet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher (2) eine Heizvorrichtung aufweist, die mindestens einen Brenner
(12), elektrische Heizelemente und/oder einen Induktor umfasst.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher (2) einen Abgasauslass (18) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmelz- und Warmhalteofen eine Zuführöffnung (7) zum Zuführen von zu schmelzendem
festen Nichteisenmetallteilen, wie Masseln, aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Wärmetauscher (2) eine Kühlvorrichtung aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühlvorrichtung als Gas- oder Luftkühlung ausgebildet ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Wärmetauscher (2) nacheinander in Reihe oder parallel zueinander zwischen
die Überführungsleitung (3) geschaltet sind.
12. Verwendung eines Wärmetauschers für die Aufheizung und/oder Kühlung von Schmelzen
aus Nichteisenmetallen.