[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum thermischen Aktivieren
einer Reinigungslösung vor einem Waschgang für ein Reinigungsgerät.
[0002] Ein Energie- und Wasserverbrauch von Haushaltsgeräten soll bei guter Waschleistung,
immer weiter gesenkt werden. Der erweiterte Waschkreis nach Sinner enthält die Komponenten
Wasser, Mechanik, Temperatur, Zeit, Chemie und Biologie. Die Waschleistung resultiert
aus dem Zusammenspiel dieser Komponenten. Die Komponenten Chemie und Biologie werden
über das Textilbehandlungsmittel (Waschmittel, Bleiche, Weichspüler, etc.) dem Prozess
zugeführt. Der Waschautomat stellt die Komponenten Wasser, Mechanik, Temperatur und
Zeit für den Prozess bereit. Die Komponenten Wasser (Konzentration) und Temperatur
(Aktivieren von Bleiche und Abtöten von Enzymen) beeinflussen die Komponenten Chemie
und Biologie. Bei den bisherigen Verfahren wird eine große Flüssigkeitsmenge, die
auch als Wärmemenge bezeichnet werden kann, erwärmt, die zum großen Teil aus Wasser
besteht. Dieses Wasser wird am Ende der Hauptwäsche zum Teil ausgeschleudert und abgepumpt,
wodurch diese Energie dem Waschvorgang nicht mehr zur Verfügung steht.
[0003] Der Erfindung stellt sich daher die Aufgabe, ein verbessertes Verfahren sowie eine
verbesserte Vorrichtung zum thermischen Aktivieren einer Reinigungslösung vor einem
Waschgang für ein verbessertes Reinigungsgerät zu schaffen.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren und eine Vorrichtung zum thermischen
Aktivieren einer Reinigungslösung vor einem Waschgang für ein Reinigungsgerät mit
den Merkmalen der Hauptansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen
der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0005] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen neben dem Senken der Wärmekapazität
des Reinigungsguts im Reduzieren des Energieverbrauchs.
[0006] Das hier vorgestellte Verfahren zum thermischen Aktivieren einer Reinigungslösung
vor einem Waschgang für ein Reinigungsgerät umfasst die folgenden Schritte:
Einlesen eines Beladungssignals, das eine in das Reinigungsgerät eingebrachte Menge
eines Reinigungsguts repräsentiert;
Ermitteln einer SOLL-Energiemenge unter Verwendung eines Kennfeldes und des Beladungssignals;
Bereitstellen eines Einlasssignals, um eine Flüssigkeitsmenge auf einen vorgegebenen
Pegel in einem Laugenbehälter des Reinigungsgeräts einzulassen; und
Ausgeben eines Heizsignals, um die eingelassene Flüssigkeitsmenge unter Verwendung
der ermittelten SOLL-Energiemenge zu erhitzen, um die Reinigungslösung thermisch zu
aktivieren.
[0007] Durch das Verfahren kann eine Reinigungslösung in einem Reinigungsgerät gemäß einer
Ausführungsform thermisch aktiviert werden. Das Reinigungsgerät kann beispielsweise
als Waschmaschine ausgeformt sein. Die Reinigungslösung kann dabei beispielsweise
ein Gemisch aus Wasser und einem Reinigungsmittel sein. Dass die Reinigungslösung
thermisch aktiviert werden kann, bedeutet, dass Bestandteile der Reinigungslösung
beispielsweise mittels Erhitzen mit anderen Bestandteilen der Lösung reagieren können.
Gemäß dieser Ausführungsform kann auf diese Weise beispielsweise ein Reinigungsprozess
beschleunigt werden.
[0008] Das Verfahren kann dabei mehrschrittig verlaufen. Im Schritt des Einlesens eines
Beladungssignals kann ein Beladungssignal eingelesen werden. Das bedeutet, dass beispielsweise
eine Steuereinheit eine Information erhalten und lesen kann. Das Beladungssignal repräsentiert
eine Menge eines Reinigungsguts, das beispielsweise in Form von zu reinigenden Textilien
realisiert sein kann. Gemäß einer Ausführungsform kann die Menge des Reinigungsguts
beispielsweise durch sein Gewicht repräsentiert werden. Ist die Menge des Reinigungsguts
bekannt, so kann beispielsweise ein für die Menge des Reinigungsguts abgestimmtes
Waschprogramm empfohlen und/oder ausgewählt werden.
[0009] Im Schritt des Ermittelns kann gemäß einer Ausführungsform eine SOLL-Energiemenge
unter Verwendung eines Kennfeldes und des Beladungssignals ermittelt werden. Die SOLL-Energiemenge
kann als die Energiemenge bezeichnet werden, die benötigt wird, um beispielsweise
eine Flüssigkeit (auf eine bestimmte gewünschte Temperatur) zu erwärmen. Das Kennfeld
kann gemäß einer Ausführungsform als Darstellung mehrerer Kennlinien von veränderlichen
Parametern in einem Diagramm oder einer Tabelle verstanden werden, sodass sich die
Kennlinien maschinell auslesen lassen. Durch das Ermitteln der SOLL-Energiemenge kann
vorteilhafterweise genau die Energiemenge in einem Waschgang ermittelt oder verwendet
werden, die für das Erhitzen benötigt wird, sodass beispielsweise Stromkosten für
das Betreiben eines Heizelementes auf ein Nötigstes reduziert werden können.
[0010] Im Schritt des Bereitstellens eines Einlasssignals kann gemäß einer Ausführungsform
das Einlassignal derart bereitgestellt werden, dass eine Flüssigkeitsmenge in einen
Laugenbehälter auf einen vorgegebenen Pegel eingelassen wird. Die Flüssigkeit kann
dabei beispielsweise Wasser sein. Durch den vorgegebenen Pegel kann beispielsweise
sowohl ein Überlaufen der Flüssigkeit verhindert, als auch eine notwendige Flüssigkeitsmenge
angefordert werden.
[0011] Im Schritt des Ausgebens des Heizsignals kann gemäß einer Ausführungsform die einer
Ansteuerung einer Erhitzung der eingelassenen Flüssigkeitsmenge erreicht werden. Das
Heizsignal kann beispielsweise eine Information von einer Steuereinheit zu einem Heizelement
übermitteln.
[0012] Vor dem Schritt des Einlesens kann gemäß einer Ausführungsform ein Schritt des Messens
erfolgen. Dabei kann im Schritt des Messens die in das Reinigungsgerät eingebrachte
Menge des Reinigungsguts mittels eines Massenträgheitsverfahrens und/oder einer integrierten
Waage gemessen und ein die gemessene Menge des Reinigungsguts repräsentierendes Beladungssignal
bereitgestellt werden. Die in das Reinigungsgerät eingebrachte Menge des Reinigungsguts
kann gemäß einem Ausführungsbeispiel in Form von Textilien realisiert sein. Die Menge
der Textilien kann gemäß einer Ausführungsform mittels eines Massenträgheitsverfahrens
bestimmt werden. Alternativ kann die Menge des Reinigungsguts mittels einer Waage
bestimmt werden. Eine solche Ausführungsform des hier vorgestellten Ansatzes bietet
den Vorteil einer einfachen und schnellen Ermittlung der Menge des Reinigungsguts.
[0013] Im Schritt des Ermittelns wird gemäß einer Ausführungsform ferner die Flüssigkeitsmenge
aus dem Kennfeld bestimmt. Die Flüssigkeitsmenge kann als Parameter dem Kennfeld entnommen
werden. Durch die im Kennfeld vorgegebenen Daten wird es beispielsweise ermöglicht,
nur die zum thermischen Aktivieren der Reinigungslösung notwendige Flüssigkeitsmenge
auszugeben.
[0014] Gemäß einer Ausführungsform wird im Schritt des Bereitstellens das Einlasssignal
derart bereitgestellt, dass die Flüssigkeitsmenge auf den vorgegebenen Pegel eingelassen
wird, der sich zwischen einem Heizelement und einer Wäschetrommel befindet. Das Heizelement
kann beispielsweise als Rohrheizkörper oder als Induktionsheizeinrichtung ausgeformt
sein. Die Wäschetrommel kann dazu ausgebildet sein, Reinigungsgut in ihrem Inneren
zu halten und beispielsweise mittels Drehbewegungen reinigen. Eine solche Ausführungsform
des hier vorgestellten Ansatzes bietet den Vorteil einer sicheren Befüllung des Laugenbehälters,
um Schäden bei der Erhitzung der Flüssigkeitsmenge im Laugenbehälter zu vermeiden.
[0015] Im Schritt des Ausgebens wird das Heizsignal dann ausgegeben, wenn eine Restfeuchte
des Reinigungsguts niedriger als ein vorbestimmter Restfeuchtewert ist. Die Restfeuchte
gibt an, wie viel Prozent Flüssigkeit sich beispielsweise im Reinigungsgut befindet.
Gemäß einer Ausführungsform ist es vorteilhaft, das Heizsignal dann auszugeben, wenn
eine geringe Restfeuchte im Reinigungsgut verblieben ist, da hierdurch ein unnötig
erhöhter Energiebedarf vermieden werden kann.
[0016] Gemäß einer Ausführungsform wird im Schritt des Ausgebens das Heizsignal derart ausgegeben
wird, dass die eingelassene Flüssigkeitsmenge so lange erhitzt, bis eine der ermittelten
SOLL-Energiemenge entsprechende Energiemenge in die Flüssigkeitsmenge eingebracht
ist. Das bedeutet, dass die Flüssigkeitsmenge auf eine der SOLL-Energiemenge entsprechenden
Temperatur erhitzt wird, damit sich beispielsweise Komponenten in der Flüssigkeit
aktivieren lassen. Auf diese Weise kann vorteilhafterweise sichergestellt werden,
dass für das Erhitzen der Flüssigkeitsmenge keine zu große Energiemenge aufgewandt
wird.
[0017] Im Schritt des Ausgebens wird das Heizsignal an ein Heizelement und/oder eine Wärmepumpe
und/oder eine Dampfheizeinrichtung ausgegeben, um die ermittelte SOLL-Energiemenge
in die Flüssigkeitsmenge einzubringen. In der Dampfheizeinrichtung wird eine Flüssigkeit,
wie beispielsweise Wasser, so weit erhitzt, bis sie verdampft. Der auf diese Weise
entstandene Dampf kann daraufhin beispielsweise zu der Flüssigkeitsmenge geleitet
werden, um sie zu erhitzen. Eine solche Ausführungsform bietet den Vorteil, in dem
Reinigungsgerät oftmals bereits verfügbare Komponenten weiter benutzen zu können und
hierdurch einen Mehrwert zu erhalten.
[0018] Das Verfahren weist einen Schritt des Umflutens der Flüssigkeitsmenge auf. Der Schritt
des Umflutens kann ansprechend auf den Schritt des Ausgebens des Heizsignals erfolgen.
Eine solche Ausführungsform des hier vorgestellten Ansatzes bietet den Vorteil einer
schnellen Umverteilung der durch die Erhitzung im Laugenbehälter erwärmten Flüssigkeitsmenge
in andere Bereiche des Reinigungsgerätes.
[0019] Auch wenn der beschriebene Ansatz anhand eines Haushaltgeräts beschrieben wird, kann
die hier beschriebe Vorrichtung oder das hier beschriebene Verfahren entsprechend
im Zusammenhang mit einem gewerblichen oder professionellen Gerät, beispielsweise
einem medizinischen Gerät, wie einem Reinigungs- oder Desinfektionsgerät, einem Kleinsterilisator,
einem Großraumdesinfektor oder einer Container-Waschanlage eingesetzt werden.
[0020] Der hier vorgestellte Ansatz schafft ferner eine Vorrichtung, die ausgebildet ist,
um die Schritte einer Variante eines hier vorgestellten Verfahrens in entsprechenden
Einrichtungen durchzuführen, anzusteuern bzw. umzusetzen. Auch durch diese Ausführungsvariante
der Erfindung in Form einer Vorrichtung kann die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe
schnell und effizient gelöst werden.
[0021] Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um Eingangssignale einzulesen und unter Verwendung
der Eingangssignale Ausgangssignale zu bestimmen und bereitzustellen. Ein Eingangssignal
kann beispielsweise ein über eine Eingangsschnittstelle der Vorrichtung einlesbares
Sensorsignal darstellen. Ein Ausgangssignal kann ein Steuersignal oder ein Datensignal
darstellen, das an einer Ausgangsschnittstelle der Vorrichtung bereitgestellt werden
kann. Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um die Ausgangssignale unter Verwendung
einer in Hardware oder Software umgesetzten Verarbeitungsvorschrift zu bestimmen.
Beispielsweise kann die Vorrichtung dazu eine Logikschaltung, einen integrierten Schaltkreis
oder ein Softwaremodul umfassen und beispielsweise als ein diskretes Bauelement realisiert
sein oder von einem diskreten Bauelement umfasst sein.
[0022] Von Vorteil ist auch ein Computer-Programmprodukt oder Computerprogramm mit Programmcode,
der auf einem maschinenlesbaren Träger oder Speichermedium wie einem Halbleiterspeicher,
einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert sein kann. Wird
das Programmprodukt oder Programm auf einem Computer oder einer Vorrichtung ausgeführt,
so kann das Programmprodukt oder Programm zur Durchführung, Umsetzung und/oder Ansteuerung
der Schritte des Verfahrens nach einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
verwendet werden.
[0023] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Reinigungsgeräts gemäß einem Ausführungsbeispiel;
- Figur 2
- eine schematische Darstellung von Komponenten eines Reinigungsgerätes gemäß einem
Ausführungsbeispiel mit einer Wäschetrommel;
- Figur 3
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel; und
- Figur 4
- eine schematische Darstellung eines Verfahrens gemäß einem Ausführungsbeispiel.
[0024] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines Reinigungsgeräts 100 gemäß einem
Ausführungsbeispiel. Das Reinigungsgerät 100 weist eine Wäschetrommel 105 auf, die
mit Reinigungsgut 110 gefüllt ist, sowie eine Vorrichtung 115 zum thermischen Aktivieren
einer Reinigungslösung. Das Reinigungsgerät 100 ist dabei ausgebildet, um gemäß einem
Ausführungsbeispiel sich in Reinigungsgut 110 befindlichen Schmutz aus dem Reinigungsgut
110 zu entfernen. Die Wäschetrommel 105 ist ausgebildet, um das Reinigungsgut 110
aufzunehmen. Durch das Aufnehmen des Reinigungsguts 110 werden unterschiedliche Funktionen
des Reinigungsgeräts 100, beispielsweise das Reinigen von Reinigungsgut 110, realisiert.
Die Vorrichtung 115 zum thermischen Aktivieren einer Reinigungslösung ist gemäß einem
Ausführungsbeispiel ausgebildet, um unterschiedliche Komponenten eines Verfahrens
anzusteuern.
[0025] Das Reinigungsgerät 100 kann gemäß einem Ausführungsbeispiel als Waschmaschine realisiert
sein. Das bedeutet, dass das Reinigungsgerät 100 in der Regel dem Reinigen oder Waschen
von Reinigungsgut 110 wie Textilien dient. Dabei kann eine Beladeöffnung, über die
das Reinigungsgut 110 in die Wäschetrommel 105 gelangen kann, sowohl an einer Seitenwand,
die senkrecht zu einem Bodenelement ausgerichtet ist, als auch in einem Deckelelement
des Reinigungsgeräts 100, das parallel zum Bodenelement ausgerichtet ist, angebracht
sein.
[0026] Der hier vorgestellte Ansatz ermöglicht, dass die Wärmekapazität der Beladung in
der thermischen Phase deutlich reduziert werden kann. Es wird beispielsweise trockene
oder nur leicht befeuchtete Wäsche (Reinigungsgut) aufgeheizt. Da die spezifische
Wärmekapazität von Wasser (einer Flüssigkeitsmenge) ca. 3,5-mal so groß ist, wie die
spezifische Wärmekapazität der Beladung, wirkt sich die Reduzierung der Wassermenge
in der Heizphase positiv auf den Energieverbrauch aus. Die Beladung wird hierzu beispielsweise
nahezu trocken aufgeheizt und die Temperatur in der Wäsche wird aus einem beispielsweise
in der Steuerung hinterlegten Kennfeld bestimmt.
[0027] Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung von Komponenten eines Reinigungsgerätes
100 gemäß einem Ausführungsbeispiel mit einer Wäschetrommel 105. Die Wäschetrommel
105 entspricht der in Figur 1 gezeigten Wäschetrommel 105. Sie umfasst dabei einen
Laugenbehälter 200, zumindest ein Rohrheizelement 205, eine Pumpe 210, eine Umflutleitung
215 sowie Reinigungsgut 110, das sich im Wäschetrommelinnenraum 220 befindet. Ferner
ist in Figur 2 ein Pegel h1 von mehreren möglichen Flüssigkeitspegeln abgebildet,
bis zu dem eine Flüssigkeitsmenge eingelassen wird.
[0028] Der Laugenbehälter 200 ist ausgebildet, um ein Reinigungsmittel und/oder eine Reinigungslösung
aufzunehmen, bevor es in einem Waschgang zu dem Reinigungsgut 110 gegeben wird. Das
Rohrheizelement 205 ist ausgebildet, um das sich in der Wäschetrommel 105 befindliche
Reinigungsgut 110 und/oder das sich in dem Laugenbehälter 200 befindliche Reinigungsmittel/Reinigungslösung
zu temperieren. Die Pumpe 210 ist ausgebildet, um gemäß einem Ausführungsbeispiel
eine Flüssigkeit aus dem Wäschetrommelinnenraum 220 abzupumpen und/oder gegebenenfalls
über die Umflutleitung 215 erneut in den Wäschetrommelinnenraum 220 einzulassen. Die
Umflutleitung 215 ist ausgebildet, um eine Flüssigkeit, wie beispielsweise eine Reinigungslösung
in den Wäschetrommelinnenraum 220 abzugeben. Die Umflutleitung 215 dient dem Transport
der Flüssigkeit. Das Reinigungsgut 110 kann beispielsweise in Form von Bekleidung,
Textilien sowie beispielsweise in Form von Bettbezügen realisiert sein. Der Wäschetrommelinnenraum
220 ist beispielsweise ausgebildet, um das sich darin befindliche Reinigungsgut 110
aufzunehmen und/oder zu bewegen.
[0029] Sowohl der Laugenbehälter 200 als auch der Wäschetrommelinnenraum 220 sind gemäß
einem Ausführungsbeispiel rund ausgeformt. Der Laugenbehälter 200 umgibt dabei den
Wäschetrommelinnenraum 220. In betriebsbereitem Zustand des Reinigungsgerätes 100
kann gemäß einem Ausführungsbeispiel an der dem Boden näheren Seite das Rohrheizelement
205 am Laugenbehälter 200 angebracht sein, um eine sich im Laugenbehälter 200 befindliche
Reinigungslösung und/oder das Reinigungsgut 110 zu erhitzen. Die Reinigungslösung
ist dabei gemäß einem Ausführungsbeispiel ein Gemisch aus einem Reinigungsmittel und
Wasser.
[0030] Überschüssige Reinigungslösung im Wäschetrommelinnenraum 220 wird beispielsweise
über eine Abführleitung 225 von der Pumpe 210 abgepumpt. Die Pumpe 210 befindet sich
gemäß einem Ausführungsbeispiel zwischen einer Außenfläche des Laugenbehälters 200
und dem Boden. Durch die Positionierung der Pumpe 210 inklusive der Abführleitung
225 an der dem Boden zugewandten Seite kann die Schwerkraft das Abpumpen unterstützen.
[0031] Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung einer Vorrichtung 115 zum thermischen
Aktivieren einer Reinigungslösung gemäß einem Ausführungsbeispiel. Die Vorrichtung
115 umfasst eine Einleseeinheit 305, eine Ermittlungseinheit 310, eine Bereitstelleinheit
315 sowie eine Ausgabeeinheit 320. Die Einleseeinheit 305 ist ausgebildet, um ein
Beladungssignal 325, das eine in das Reinigungsgerät eingebrachte Menge eines Reinigungsguts
repräsentiert, einzulesen. Die Ermittlungseinheit 310 ist ausgebildet, um eine SOLL-Energiemenge
unter Verwendung eines Kennfeldes und des Beladungssignals 325 zu ermitteln. Die Bereitstelleinheit
315 ist ausgebildet, um ein Einlasssignal 330 bereitzustellen, um eine Flüssigkeitsmenge
auf einen vorgegebenen Pegel in einem Laugenbehälter des Reinigungsgeräts einzulassen.
Die Ausgabeeinheit 320 ist ausgebildet, um ein Heizsignal 322 an ein Heizelement 205
auszugeben. Auf diese Weise wird die eingelassene Flüssigkeitsmenge unter Verwendung
der ermittelten SOLL-Energiemenge erhitzt.
[0032] Die Vorrichtung 115 zum thermischen Aktivieren einer Reinigungslösung kann gemäß
einem Ausführungsbeispiel als eine Steuereinrichtung realisiert sein. Die Vorrichtung
115 ist ausgebildet, um das Beladungssignal 325 einzulesen und das Einlasssignal 330
beispielsweise an ein Ventil 335 bereitzustellen, um die Flüssigkeitsmenge in den
Laugenbehälter einzulassen.
[0033] Figur 4 zeigt eine schematische Darstellung eines Verfahrens 400 zum thermischen
Aktivieren einer Reinigungslösung gemäß einem Ausführungsbeispiel. Das Verfahren 400
zum thermischen Aktivieren einer Reinigungslösung bzw. deren Schritte kann/können
von der Vorrichtung 115 gesteuert und/oder ausgeführt werden, die der in Figur 3 beschriebenen
Vorrichtung 115 entspricht.
[0034] Das Verfahren 400 umfasst gemäß einem Ausführungsbeispiel mehrere Schritte. In einem
Schritt 402 des Einlesens wird das Beladungssignal 325 beispielsweise entsprechend
dem Signal 325 aus der Fig. 3 eingelesen, das in das Reinigungsgerät eingebrachte
Menge eines Reinigungsguts repräsentiert. Das Beladungssignal 325 wird beispielsweise
mittels einer integrierten Waage oder eines Erkennungssensors an die Vorrichtung 115
bereitgestellt. Das bedeutet, dass zunächst die Menge des Reinigungsguts ermittelt
oder eingelesen wird.
[0035] Als Nächstes folgt ein Schritt 410 des Ermittelns einer für das Verfahren 400 erforderlichen
SOLL-Energiemenge sowie einer benötigten Flüssigkeitsmenge, wobei diese beiden Größen
unter Verwendung eines Kennfeldes und des Beladungssignals ermittelt werden. Im anschließenden
Schritt 410 des Bereitstellens eines Einlasssignals wird eine Flüssigkeitsmenge auf
einen vordefinierten Pegel in einem Laugenbehälter des Reinigungsgeräts eingelassen.
Dieser Pegel befindet sich gemäß einem Ausführungsbeispiel zwischen einem Heizelement
und einem Wäschetrommelinnenraum, wie er beispielsweise in Figur 2 abgebildet ist.
[0036] In nachfolgenden Schritt 415 des Ausgebens eines Heizsignals wird gemäß einem Ausführungsbeispiel
ein Heizsignal von der Vorrichtung ausgegeben. Das Heizsignal repräsentiert einen
Heizbefehl zum Einschalten eines Heizelementes wie eines Rohrheizkörpers, wobei der
Heizbefehl beispielsweise an diesen integrierten Rohrheizkörper ausgegeben wird. Dabei
wird die zuvor ermittelte SOLL-Energiemenge verwendet, um die Flüssigkeitsmenge auf
eine gewünschte SOLL-Temperatur zu bringen. Dadurch wird gemäß einem Ausführungsbeispiel
eine Reinigungslösung vor einem Waschgang thermisch aktiviert.
[0037] In besonders vorteilhaften Ausführungsbeispielen des hier vorgestellten Ansatzes
können noch ein oder mehrere zusätzliche Schritte des Verfahrens 400, wie es vorstehend
beschrieben wurde, ausgeführt werden, beispielsweise kann vor dem Schritt 402 des
Einlesens ein Schritt 420 des Initiierens eines Messvorgangs (d. h. ein Messen) erfolgen,
in dem die in das Reinigungsgerät eingebrachte Menge des Reinigungsguts gemessen wird,
beispielsweise mittels eines Massenträgheitsverfahrens und/oder einer integrierten
Waage. Das Beladungssignal kann dann auf der Basis der gemessenen Menge des Reinigungsguts
bereitgestellt werden. Auch kann in einem optionalen Zwischenschritt 425 des Überprüfens
gemäß einem Ausführungsbeispiel überprüft werden, ob die IST-Energiemenge kleiner
der SOLL-Energiemenge ist. Fällt die Überprüfung positiv aus, so erfolgt erneut der
Schritt 415 des Ausgebens des Heizsignals, beispielsweise in der Form, dass das Heizelement
weiterhin aktiviert bleibt und Heizenergie an die Flüssigkeitsmenge abgibt. Ist das
Ergebnis der Überprüfung jedoch negativ, so folgt ein Schritt 430 des Umflutens. Im
Schritt 430 des Umflutens wird gemäß einem Ausführungsbeispiel eine sich im Sumpf
der Wäschetrommel befindliche Flüssigkeitsmenge umgeflutet.
[0038] Erst in einem optionalen Schritt 435 des Durchführens einer thermischen Waschphase
wird das sich im Wäschetrommelinnenraum befindliche Reinigungsgut gereinigt.
[0039] In anderen Worten umfasst das Verfahren 400 gemäß einem Ausführungsbeispiel des hier
vorgestellten Ansatzes die folgenden Schritte:
Ermitteln der Beladung, auch Reinigungsgut genannt, über ein Massenträgheitsverfahren
oder eine im Waschautomaten, auch Reinigungsgerät, integrierte Waage, wobei das Beladungssignal
bereitgestellt und eingelesen wird (Schritt 402).
[0040] Ermitteln der erforderlichen Heizenergie als SOLL- Energiemenge (Schritt 405), und
der für das Heizen verwendbaren Flüssigkeitsmenge, die als Wassermenge verwendet werden
kann, aus einem (beispielsweise in der Steuerung, bzw. Vorrichtung, hinterlegten)
Kennfeld.
[0041] Bereitstellen (Schritt 410) eines Einlasssignals um einen Flüssigkeitseinlauf, insbesondere
einen Wassereinlauf auf ein definiertes Niveau (beispielsweise zwischen Rohrheizkörper,
auch Heizelement, und (Wäsche-)Trommel) zu bewirken.
[0042] Ausgeben (Schritt 415) eines Heizsignals, um ein Aufheizen der eingelaufenen Flüssigkeits-
bzw. Wassermenge zu bewirken, beispielsweise bis die ermittelte (SOLL-) Energiemenge
aufgebraucht ist, was im optionalen Schritt 425 überprüft werden kann. Dieses Aufheizen
kann über den vorhandenen Rohrheizkörper oder eine Wärmepumpe mit separatem Umflutkreis
in der Umflutung erfolgen.
[0043] Einbringen (Schritt 430) der erhitzen Flüssigkeits- bzw. Wassermenge aus dem Sumpf
über die Umflutung und reversieren um die gewünschte Temperaturhaltezeit zu erreichen.
[0044] Gemäß einem Ausführungsbeispiel wird durch das Verfahren die Flüssigkeitsmenge in
der Heizphase reduziert und die Reinigungslösung, das auch als Waschmittel bezeichnet
werden kann, aktiviert. Die Reduzierung der Flüssigkeitsmenge führt zu einer Erhöhung
der Reinigungsmittelkonzentration, wodurch die Waschleistung positiv beeinflusst wird.
Um Energie zu sparen, kann über eine Beladungserkennung die Menge des Reinigungsguts
erkannt werden, das auch als Beladung bezeichnet werden kann, und die erforderliche
Heizenergie, beziehungsweise Energiemenge, berechnet werden. Die berechnete Energiemenge
kann anschließend effektiv in die Beladung gebracht werden, wobei eine Restfeuchte
im Heizprozess möglichst gering ist. Auf diese Weise kann ein thermisches Voraktivieren
einer Waschlauge (oder Reinigungslösung) via Dampfheizen und/oder Umfluten ermöglicht
werden.
1. Verfahren (400) zum thermischen Aktivieren einer Reinigungslösung vor einem Waschgang
für ein Reinigungsgerät (100), wobei das Verfahren (400) die folgenden Schritte umfasst:
- Einlesen (402) eines Beladungssignals (325), das eine in das Reinigungsgerät (100)
eingebrachte Menge eines Reinigungsguts (110) repräsentiert;
- Ermitteln (405) einer SOLL-Energiemenge unter Verwendung eines Kennfeldes und des
Beladungssignals (325);
- Bereitstellen (410) eines Einlasssignals (330), um eine Flüssigkeitsmenge auf einen
vorgegebenen Pegel (h1) in einem Laugenbehälter (200) des Reinigungsgeräts (100) einzulassen;
und
- Ausgeben (415) eines Heizsignals (322), um die eingelassene Flüssigkeitsmenge unter
Verwendung der ermittelten SOLL-Energiemenge zu erhitzen, um die Reinigungslösung
thermisch zu aktivieren.
2. Verfahren (400) gemäß Anspruch 1, mit einem vor dem Schritt (402) des Einlesens ausgeführten
Schritt des Messens, wobei im Schritt des Messens die in das Reinigungsgerät (100)
eingebrachte Menge des Reinigungsguts (110) mittels eines Massenträgheitsverfahrens
und/oder einer integrierten Waage gemessen und ein die gemessene Menge des Reinigungsguts
(110) repräsentierendes Beladungssignal (325) bereitgestellt wird.
3. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (405)
des Ermittelns ferner die Flüssigkeitsmenge aus dem Kennfeld bestimmt wird.
4. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (410)
des Bereitstellens das Einlasssignal (330) derart bereitgestellt wird, dass die Flüssigkeitsmenge
auf den vorgegebenen Pegel (h1) eingelassen wird, der sich zwischen einem Heizelement
(205) und einer Wäschetrommel (105) befindet.
5. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (415)
des Ausgebens das Heizsignal (322) dann ausgegeben wird, wenn eine Restfeuchte des
Reinigungsguts (110) niedriger als ein vorbestimmter Restfeuchtewert ist.
6. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, bei dem im Schritt (415)
des Ausgebens das Heizsignal (322) derart ausgegeben wird, dass die eingelassene Flüssigkeitsmenge
so lange erhitzt wird, bis eine der ermittelten SOLL-Energiemenge entsprechende Energiemenge
in die Flüssigkeitsmenge eingebracht ist.
7. Verfahren (400) gemäß Anspruch 6, bei dem im Schritt (415) des Ausgebens das Heizsignal
(322) an ein Heizelement (205) und/oder eine Wärmepumpe und/oder eine Dampfheizeinrichtung
ausgegeben wird, um die ermittelte SOLL-Energiemenge in die Flüssigkeitsmenge einzubringen.
8. Verfahren (400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einem Schritt (430)
des Umflutens der Flüssigkeitsmenge ansprechend auf den Schritt (415) des Ausgebens
des Heizsignals (322).
9. Vorrichtung (105), die ausgebildet ist, um die Schritte (400, 405, 410, 415) des Verfahrens
(400) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche in entsprechenden Einheiten (305,
310, 315, 320) auszuführen.
10. Computer-Programmprodukt mit Programmcode zur Durchführung des Verfahrens (400) nach
einem der vorangegangenen Ansprüche, wenn das Computer-Programmprodukt auf einer Vorrichtung
ausgeführt wird.