[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Betreiben einer Waschmaschine
und eine Waschmaschine.
[0002] Um eine Waschmaschine energieschonend zu betreiben, ist es möglich, Wasser für einen
Waschvorgang über einen Kontakt mit der Umgebung vorzuwärmen. Eine Waschmaschine kann
dazu im Anschluss an einen Frischwasserzulauf einen Tank aufweisen, in dem sich Wasser
aufwärmen kann.
[0003] Der Erfindung stellt sich die Aufgabe, ein verbessertes Verfahren zum Betreiben einer
Waschmaschine, eine verbesserte Vorrichtung zum Betreiben einer Waschmaschine und
eine verbesserte Waschmaschine zu schaffen.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine,
eine Vorrichtung zum Betreiben einer Waschmaschine und eine Waschmaschine mit den
Schritten bzw. Merkmalen der Hauptansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0005] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen darin, dass Waschflotte aus
einem Waschvorgang in einem Tank zwischengespeichert werden kann, um die zwischengespeicherte
Waschflotte für einen nachfolgenden Waschvorgang einzusetzen. Je nach einer Verweildauer
der Waschflotte in dem Tank kann die Waschflotte entweder in dem nachfolgenden Waschvorgang
verwendet oder verworfen werden. Vorteilhafterweise können somit durch die Verwendung
der in dem Tank zwischengespeicherten Waschflotte in dem nachfolgenden Waschvorgang
Wasser und thermische Energie eingespart werden. Da die zwischengespeicherte Waschflotte
je nach Verweildauer in dem Tank verworfen wird, kann vorteilhafterweise einer Verkeimung
der Waschflotte in dem Tank vorgebeugt werden. Das in dem Tank zwischengespeicherte
Wasser kann entsprechend auf hygienisch unbedenkliche Weise eingesetzt werden.
[0006] Auch wenn der beschriebene Ansatz anhand eines Haushaltgeräts beschrieben wird, kann
die hier beschriebene Vorrichtung oder das hier beschriebene Verfahren entsprechend
im Zusammenhang mit einem gewerblichen oder professionellen Gerät, beispielsweise
einem medizinischen Gerät, wie einem Reinigungs- oder Desinfektionsgerät, einem Kleinsterilisator,
einem Großraumdesinfektor oder einer Container-Waschanlage eingesetzt werden.
[0007] Es wird ein Verfahren zum Betreiben einer Waschmaschine vorgestellt. Die Waschmaschine
weist einen Laugenbehälter, ein Ventil, einen Tank zum Zwischenspeichern von Waschflotte
bei einem Abpumpen der Waschflotte und eine Laugenpumpe zum Abpumpen von Waschflotte
aus dem Laugenbehälter über den Tank in Richtung eines Wasserablaufs auf. Das Ventil
ist ausgebildet, um einen Rückfluss von in dem Tank befindlicher Waschflotte in den
Laugenbehälter zu blockieren. Das Verfahren weist einen Schritt des Förderns und entweder
einen Schritt des Zurückleitens oder einen Schritt des Verwerfens auf. Im Schritt
des Förderns wird an einem Ende eines Waschvorgangs mittels der Laugenpumpe Waschflotte
aus dem Laugenbehälter über den Tank in Richtung des Wasserablaufs gefördert. Nach
einem Ausschalten der Laugenpumpe verbleibt eine Menge an Waschflotte in dem Tank.
Im Schritt des Zurückleitens wird die in dem Tank verbliebene Waschflotte abhängig
von einer Verweildauer der Waschflotte in dem Tank zur Verwendung in einem nachfolgenden
Waschvorgang in den Laugenbehälter zurückgeleitet. Alternativ dazu wird im Schritt
des Verwerfens die in dem Tank verbliebene Waschflotte abhängig von der Verweildauer
der Waschflotte in dem Tank über den Wasserablauf verworfen.
[0008] Bei der Waschmaschine kann es sich beispielsweise um einen Waschautomaten oder um
ein kombiniertes Waschtrockengerät handeln. Der Laugenbehälter kann beispielsweise
aus Edelstahl oder Kunststoff gefertigt sein. In dem Laugenbehälter kann eine Waschtrommel
drehbar angeordnet sein. Bei dem Ventil kann es sich um ein Rückschlagventil handeln,
beispielsweise um ein Kugelventil. Der Tank kann belüftet sein und fluidisch mit dem
Laugenbehälter und dem Wasserablauf verbindbar oder verbunden sein. Bei dem Waschvorgang
kann es sich beispielsweise um ein vordefiniertes Waschprogramm der Waschmaschine
handeln. Der nachfolgende Waschvorgang kann an den Waschvorgang anschließend ausgeführt
werden, oder nachdem die Waschmaschine für einen Zeitraum von beispielsweise mehreren
Stunden oder Tagen nicht betrieben wurde. Unter der Waschflotte kann die Menge an
Flüssigkeit verstanden werden, die während des Waschvorgangs verwendet wird. Die Waschflotte
kann beispielsweise aus Leitungswasser mit oder ohne Waschmittel bestehen. Es kann
beispielsweise eine maximale Verweildauer vordefiniert sein. Nach Ablauf der maximalen
Verweildauer kann der Schritt des Verwerfens ausgeführt werden. Die maximale Verweildauer
kann beispielsweise einen Zeitraum von mehreren Stunden umfassen, oder einen Zeitraum
von beispielsweise einem oder zwei Tagen nach dem Befüllen des Tanks mit der Waschflotte.
[0009] Gemäß einer Ausführungsform kann das Verfahren auch einen Schritt des Durchführens
einer Schwellwertentscheidung umfassen. Im Schritt des Durchführens wird die Schwellwertentscheidung
bezüglich der Verweildauer der Waschflotte in dem Tank mit einem einstellbaren Schwellenwert
durchgeführt. Abhängig von einem Ergebnis der Schwellwertentscheidung wird entweder
der Schritt des Zurückleitens oder der Schritt des Verwerfens ausgeführt. Dazu kann
der Schwellenwert beispielsweise mittels einer Eingabeeinrichtung einstellbar sein,
oder der Schwellenwert kann abhängig von einer Temperatur der Waschflotte in dem Tank
einstellbar sein. Vorteilhafterweise kann durch das Durchführen der Schwellwertentscheidung
bezüglich der Verweildauer eine Verkeimung der Waschmaschine vermieden werden. Zudem
kann in dem nachfolgenden Waschvorgang ein Waschvorgang mit hygienisch unbedenklicher
Waschflotte aus dem Tank erfolgen.
[0010] Das Verfahren kann gemäß einer Ausführungsform auch einen Schritt des Erfassens der
Verweildauer der Waschflotte in dem Tank mittels einer Zeitspannenmesseinrichtung
umfassen. Dazu kann beispielsweise mittels einer in der Waschmaschine integrierten
Uhr, beispielsweise einer Uhr eines Steuergeräts der Waschmaschine, die Verweildauer
der Waschflotte in dem Tank erfasst werden. Vorteilhafterweise kann die Verweildauer
auf diese Weise kostensparend erfasst werden. Das Verwerfen der Waschflotte in dem
Tank kann auch automatisch nach Ablauf einer der maximalen Verweildauer entsprechenden
Zeitdauer zeitgesteuert erfolgen.
[0011] Im Schritt des Zurückleitens kann gemäß einer Ausführungsform die in dem Tank verbliebene
Waschflotte mittels einer Umfluteinrichtung in eine in dem Laugenbehälter angeordnete
Waschtrommel zurückgeleitet werden. Die Umfluteinrichtung kann beispielsweise eine
Umflutpumpe und eine Umflutleitung zum Leiten der Waschflotte von dem Tank in die
Waschtrommel umfassen. Vorteilhafterweise kann die in dem Tank zwischengespeicherte
Waschflotte somit der Waschtrommel zugeleitet werden.
[0012] Zudem kann im Schritt des Verwerfens gemäß einer Ausführungsform die in dem Tank
verbliebene Waschflotte durch ein Einleiten von Frischwasser in den Laugenbehälter
und ein Fördern des eingeleiteten Frischwassers aus dem Laugenbehälter über den Tank
in Richtung des Wasserablaufs mittels der Laugenpumpe aus dem Tank ausgespült werden.
Vorteilhafterweise kann das in dem Tank zwischengespeicherte Wasser auf diese Weise
effizient und schnell verworfen werden. Zudem kann dabei der Tank mit frischem Wasser
ausgespült werden, was einer Verkeimung des Tanks vorbeugt.
[0013] Der hier vorgestellte Ansatz schafft ferner eine Vorrichtung, die ausgebildet ist,
um die Schritte einer Variante eines hier vorgestellten Verfahrens in entsprechenden
Einrichtungen durchzuführen, anzusteuern bzw. umzusetzen. Auch durch diese Ausführungsvariante
der Erfindung in Form einer Vorrichtung kann die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe
schnell und effizient gelöst werden.
[0014] Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um Eingangssignale einzulesen und unter Verwendung
der Eingangssignale Ausgangssignale zu bestimmen und bereitzustellen. Ein Eingangssignal
kann beispielsweise ein über eine Eingangsschnittstelle der Vorrichtung einlesbares
Sensorsignal darstellen. Ein Ausgangssignal kann ein Steuersignal oder ein Datensignal
darstellen, das an einer Ausgangsschnittstelle der Vorrichtung bereitgestellt werden
kann. Die Vorrichtung kann ausgebildet sein, um die Ausgangssignale unter Verwendung
einer in Hardware oder Software umgesetzten Verarbeitungsvorschrift zu bestimmen.
Beispielsweise kann die Vorrichtung dazu eine Logikschaltung, einen integrierten Schaltkreis
oder ein Softwaremodul umfassen und beispielsweise als ein diskretes Bauelement realisiert
sein oder von einem diskreten Bauelement umfasst sein.
[0015] Es wird zudem eine Waschmaschine vorgestellt. Die Waschmaschine umfasst einen Laugenbehälter,
ein Ventil, einen Tank zum Zwischenspeichern von Waschflotte bei einem Abpumpen der
Waschflotte, eine Laugenpumpe zum Abpumpen von Waschflotte aus dem Laugenbehälter
über den Tank in Richtung eines Wasserablaufs und eine Ausführungsform der vorstehend
genannten Vorrichtung. Das Ventil ist ausgebildet, um einen Rückfluss von in dem Tank
befindlicher Waschflotte in den Laugenbehälter zu blockieren. Die Vorrichtung ist
zumindest mit der Laugenpumpe signalübertragungsfähig verbunden.
[0016] Von Vorteil ist auch ein Computer-Programmprodukt oder Computerprogramm mit Programmcode,
der auf einem maschinenlesbaren Träger oder Speichermedium wie einem Halbleiterspeicher,
einem Festplattenspeicher oder einem optischen Speicher gespeichert sein kann. Wird
das Programmprodukt oder Programm auf einem Computer oder einer Vorrichtung ausgeführt,
so kann das Programmprodukt oder Programm zur Durchführung, Umsetzung und/oder Ansteuerung
der Schritte des Verfahrens nach einer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen
verwendet werden.
[0017] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Waschmaschine mit einer Vorrichtung zum Betreiben
der Waschmaschine gemäß einem Ausführungsbeispiel; und
- Figur 2
- ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens zum Betreiben einer Waschmaschine gemäß einem
Ausführungsbeispiel.
[0018] In der nachfolgenden Beschreibung günstiger Ausführungsbeispiele des vorliegenden
Ansatzes werden für die in den verschiedenen Figuren dargestellten und ähnlich wirkenden
Elemente gleiche oder ähnliche Bezugszeichen verwendet, wobei auf eine wiederholte
Beschreibung dieser Elemente verzichtet wird.
[0019] Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Waschmaschine 100 mit einer Vorrichtung
105 zum Betreiben der Waschmaschine 100 gemäß einem Ausführungsbeispiel. Die Waschmaschine
100 umfasst einen Laugenbehälter 110, ein Ventil 115, einen Tank 120 zum Zwischenspeichern
von Waschflotte bei einem Abpumpen der Waschflotte und eine Laugenpumpe 125 zum Abpumpen
von Waschflotte aus dem Laugenbehälter 110 über den Tank 120 in Richtung eines Wasserablaufs
130. Das Ventil 115 ist ausgebildet, um einen Rückfluss von in dem Tank 120 befindlicher
Waschflotte in den Laugenbehälter 110 zu blockieren. Die Vorrichtung 105 ist zumindest
mit der Laugenpumpe 125 signalübertragungsfähig verbunden.
[0020] Die Vorrichtung 105 ist dazu ausgebildet, an einem Ende eines Waschvorgangs mittels
der Laugenpumpe 125 Waschflotte aus dem Laugenbehälter 110 über den Tank 120 in Richtung
des Wasserablaufs 130 zu fördern. Nach einem Ausschalten der Laugenpumpe 125 verbleibt
eine Menge an Waschflotte in dem Tank 120. Zudem ist die Vorrichtung 105 dazu ausgebildet,
abhängig von einer Verweildauer der Waschflotte in dem Tank 120 entweder die in dem
Tank 120 verbliebene Waschflotte zur Verwendung in einem nachfolgenden Waschvorgang
in den Laugenbehälter 110 zurückzuleiten oder die in dem Tank 120 verbliebene Waschflotte
über den Wasserablauf 130 zu verwerfen.
[0021] Gemäß einem Ausführungsbeispiel ist die Vorrichtung 105 zudem dazu ausgebildet, mit
einem einstellbaren Schwellenwert eine Schwellwertentscheidung bezüglich der Verweildauer
der Waschflotte in dem Tank 120 durchzuführen. Abhängig von einem Ergebnis der Schwellwertentscheidung
wird die in dem Tank 120 verbliebene Waschflotte dann entweder zur Verwendung in dem
nachfolgenden Waschvorgang in den Laugenbehälter 110 zurückgeleitet oder über den
Wasserablauf 130 verworfen. Optional wird die Verweildauer der Waschflotte in dem
Tank 120 dazu mittels einer Zeitspannenmesseinrichtung der Waschmaschine 100 erfasst.
[0022] Die Waschmaschine 100 umfasst gemäß dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel auch eine
Umfluteinrichtung. Die Umfluteinrichtung weist eine Umflutpumpe 135 und eine Umflutleitung
140 auf. Die Vorrichtung 105 ist gemäß einem Ausführungsbeispiel dazu ausgebildet,
die in dem Tank 120 verbliebene Waschflotte mittels der Umfluteinrichtung in eine
in dem Laugenbehälter 110 angeordnete Waschtrommel 145 zurückzuleiten. Dazu ist die
Vorrichtung 105 signalübertragungsfähig mit der Umflutpumpe 135 verbunden, und die
Umflutpumpe 135 ist dazu ausgebildet, ansprechend auf ein Steuersignal der Vorrichtung
105 die in dem Tank 120 verbliebene Waschflotte über die Umflutleitung 140 in die
Waschtrommel 145 zurückzuleiten.
[0023] Außerdem ist die Vorrichtung 105 gemäß einem Ausführungsbeispiel dazu ausgebildet,
die in dem Tank 120 verbliebene Waschflotte mittels der Laugenpumpe 125 aus dem Tank
120 auszuspülen, indem bewirkt wird, dass Frischwasser in den Laugenbehälter 110 eingeleitet
wird und das eingeleitete Frischwasser aus dem Laugenbehälter 110 über den Tank 120
in Richtung des Wasserablaufs 130 gefördert wird.
[0024] Bei einer Verwendung der hier gezeigten Waschmaschine 100 in Verbindung mit der Vorrichtung
105 ist ein Energie- und Wasserverbrauch der Waschmaschine 100 bei guter Waschleistung
gegenüber einer handelsüblichen Waschmaschine gering. Die Waschleistung der Waschmaschine
100 ergibt sich nach dem erweiterten Waschkreis nach Sinner aus dem Zusammenspiel
der Komponenten Wasser, Mechanik, Temperatur, Zeit, Chemie und Biologie. Die Komponenten
Chemie und Biologie können bei einem Waschvorgang über ein Textilbehandlungsmittel
wie Waschmittel, Bleiche oder Weichspüler zugeführt werden. Mittels der Ausführung
der Waschmaschine 100 werden die Komponenten Wasser, Mechanik, Temperatur und Zeit
eingestellt, wobei die Komponenten Wasser und Temperatur die Komponenten Chemie und
Biologie beeinflussen, beispielsweise über eine Konzentration des Textilbehandlungsmittels
oder über ein Aktivieren von Bleiche und Abtöten von Enzymen. Wenn Abwasser eines
Waschvorgangs in dem Tank 120 gespeichert wird, so könnte es potentiell zu einer Verkeimung
der Waschmaschine 100 kommen. Dies wird durch das Verwerfen der in dem Tank 120 befindlichen
Waschflotte abhängig von der Verweildauer verhindert. Vorteilhafterweise wird somit
eine Nutzung des Wassers und thermischer Energie des vorhergehenden Waschvorgangs
ermöglicht, ohne dass die Waschmaschine 100 verkeimt.
[0025] Bei der hier gezeigten Waschmaschine 100 wird mit einer Rücklaufsicherung der Saughebereffekt
unterbunden. Die Rücklaufsicherung wird mittels des Tanks 120 mit einer Belüftung
realisiert. Der Tank 120 ist dazu der Laugenpumpe 125 nachgeordnet angeordnet. Die
Laugenpumpe 125 kann auch als Ablaufpumpe bezeichnet werden. Die Rücklaufsicherung
besteht hier aus zwei Komponenten: dem Tank 120 und dem Ventil 115. Das Ventil 115
ist hier beispielhaft als Kugelventil 115 ausgeführt. Wenn die Waschmaschine 100 wie
in dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel eine Umfluteinrichtung aufweist, ist die
Rücklaufsicherung kleiner als ohne Umfluteinrichtung, da es nicht erforderlich ist,
dass das Kugelventil 115 des Laugenbehälters 110 vom Wasser der Rücklaufsicherung
verschlossen wird, damit das Wasser nicht zu weit in den Laugenbehälter 110 zurückläuft.
Mittels des hier gezeigten Tanks 120 in Verbindung mit dem Kugelventil 115 ist es
möglich, einen Teil oder die gesamte Waschflotte des Waschvorgangs zu speichern und
über den Kontakt mit der Umgebung aufzuwärmen. Sobald die Ablaufpumpe 125 läuft, wird
dazu der Tank 120 der Rücklaufsicherung mit der Waschflotte des Waschvorgangs gefüllt.
Wird die Laugenpumpe 125 ausgeschaltet, strömt die Waschflotte zurück und verschließt
das Kugelventil 115 zum Laugenbehälter 110. Auf diese Weise wird eine definierte Wassermenge
gespeichert. Zum Zurückleiten der gespeicherten Waschflotte in den Laugenbehälter
110 für den nachfolgenden Waschvorgang wird gemäß dem hier gezeigten Ausführungsbeispiel
die Umflutpumpe 135 eingeschaltet und das erwärmte Wasser wird in die Beladung, also
in die in der Trommel 145 aufgenommene Wäsche, eingebracht. Vorteilhafterweise ist
dies energie- und wassersparend, insbesondere beim Verwenden der in dem Tank 120 gespeicherten
Waschflotte für eine Hauptwäsche in dem nachfolgenden Waschvorgang.
[0026] Um zu vermeiden, dass die in dem Tank 120 befindliche Waschflotte verkeimt, wird
gemäß einem Ausführungsbeispiel mit einer in der Waschmaschine 100, beispielsweise
in einem Steuergerät, integrierten Uhr die Verweildauer bzw. Speicherzeit der Waschflotte
in der Rücklaufsicherung erfasst. Überschreitet die Speicherzeit eine Grenze, so wird
die Waschflotte aus der Rücklaufsicherung verworfen. Hierzu erfolgt ein Wasserzulauf
in den Laugenbehälter 110, die Ablaufpumpe 125 wird eingeschaltet und das frische
Wasser aus dem Laugenbehälter 110 verdrängt die potentiell verkeimte Waschflotte in
der Rücklaufsicherung. Der nachfolgende Waschvorgang erfolgt entsprechend mit unbelastetem
Wasser. Vorteilhafterweise werden dabei Wasser und Energie eingespart und es werden
keine zusätzlichen Aktoren benötigt. Die Laugenpumpe 125 und die Umflutpumpe 135 werden
in Verbindung mit dem Kugelventil 115 zum Wassermanagement verwendet. Die Überwachung
der Speicherzeit ist eine effektive Methode, um ein Verkeimen von in dem Tank 120
gespeicherter Waschflotte zu vermeiden. Das Fördern der Waschflotte in den Tank 120
und das Zurückleiten oder Verwerfen der gespeicherten Waschflotte sind mittels des
Tanks 120, als einem belüfteten Speicher im Abwasserstrang, der stromabwärts einer
Pumprichtung der Laugenpumpe 125 angeordnet ist, mit einem Kugelventil 115 und einer
Umflutpumpe 135 realisierbar. Zudem erfolgt optional die Überwachung der Speicherzeit
der Waschflotte und es ist möglich, die Waschflotte abhängig von der Verweildauer
in dem Tank 120 zu verwerfen.
[0027] Figur 2 zeigt ein Ablaufdiagramm eines Verfahrens 200 zum Betreiben einer Waschmaschine
gemäß einem Ausführungsbeispiel. Die Waschmaschine umfasst einen Laugenbehälter, ein
Ventil, einen Tank zum Zwischenspeichern von Waschflotte bei einem Abpumpen der Waschflotte
und eine Laugenpumpe zum Abpumpen von Waschflotte aus dem Laugenbehälter über den
Tank in Richtung eines Wasserablaufs. Das Ventil ist dazu ausgebildet, einen Rückfluss
von in dem Tank befindlicher Waschflotte in den Laugenbehälter zu blockieren. Das
Verfahren 200 weist einen Schritt 205 des Förderns und entweder einen Schritt 210
des Zurückleitens oder einen Schritt 215 des Verwerfens auf. Im Schritt 205 des Förderns
wird an einem Ende eines Waschvorgangs mittels der Laugenpumpe Waschflotte aus dem
Laugenbehälter über den Tank in Richtung des Wasserablaufs gefördert. Dabei verbleibt
nach einem Ausschalten der Laugenpumpe eine Menge an Waschflotte in dem Tank verbleibt.
Abhängig von einer Verweildauer der Waschflotte in dem Tank wird nachfolgend entweder
der Schritt 210 des Zurückleitens oder der Schritt 215 des Verwerfens ausgeführt.
Im Schritt 210 des Zurückleitens wird die in dem Tank verbliebene Waschflotte abhängig
von einer Verweildauer der Waschflotte in dem Tank zur Verwendung in einem nachfolgenden
Waschvorgang in den Laugenbehälter zurückgeleitet. Im Schritt 215 des Verwerfens wird
die in dem Tank verbliebene Waschflotte abhängig von der Verweildauer der Waschflotte
in dem Tank über den Wasserablauf verworfen.
[0028] Gemäß einem Ausführungsbeispiel weist das Verfahren 200 zudem einen Schritt 220 des
Durchführens einer Schwellwertentscheidung bezüglich der Verweildauer der Waschflotte
in dem Tank mit einem einstellbaren Schwellenwert auf. Abhängig von einem Ergebnis
der Schwellwertentscheidung wird nach dem Schritt 220 des Durchführens entweder der
Schritt 210 des Zurückleitens oder der Schritt 215 des Verwerfens ausgeführt.
[0029] Das Verfahren weist gemäß einem Ausführungsbeispiel zudem einen Schritt 225 des Erfassens
der Verweildauer der Waschflotte in dem Tank mittels einer Zeitspannenmesseinrichtung
auf. Der Schritt 225 wird vor dem Schritt 210 des Zurückleitens oder dem Schritt 215
des Verwerfens ausgeführt. Wenn der Schritt 220 des Durchführens ausgeführt wird,
wird der Schritt 225 des Erfassens optional vor dem Schritt 220 des Durchführens ausgeführt.
[0030] Umfasst ein Ausführungsbeispiel eine "und/oder"-Verknüpfung zwischen einem ersten
Merkmal und einem zweiten Merkmal, so ist dies so zu lesen, dass das Ausführungsbeispiel
gemäß einer Ausführungsform sowohl das erste Merkmal als auch das zweite Merkmal und
gemäß einer weiteren Ausführungsform entweder nur das erste Merkmal oder nur das zweite
Merkmal aufweist.
1. Verfahren (200) zum Betreiben einer Waschmaschine (100), wobei die Waschmaschine (100)
einen Laugenbehälter (110), ein Ventil (115), einen Tank (120) zum Zwischenspeichern
von Waschflotte bei einem Abpumpen der Waschflotte und eine Laugenpumpe (125) zum
Abpumpen von Waschflotte aus dem Laugenbehälter (110) über den Tank (120) in Richtung
eines Wasserablaufs (130) aufweist, wobei das Ventil (115) ausgebildet ist, um einen
Rückfluss von in dem Tank (120) befindlicher Waschflotte in den Laugenbehälter (110)
zu blockieren, wobei das Verfahren (200) folgende Schritte aufweist:
Fördern (205) von Waschflotte aus dem Laugenbehälter (110) über den Tank (120) in
Richtung des Wasserablaufs (130) mittels der Laugenpumpe (125) an einem Ende eines
Waschvorgangs, wobei nach einem Ausschalten der Laugenpumpe (125) eine Menge an Waschflotte
in dem Tank (120) verbleibt; und
entweder
Zurückleiten (210) der in dem Tank (120) verbliebenen Waschflotte in den Laugenbehälter
(110) zur Verwendung in einem nachfolgenden Waschvorgang abhängig von einer Verweildauer
der Waschflotte in dem Tank (120);
oder
Verwerfen (215) der in dem Tank (120) verbliebenen Waschflotte über den Wasserablauf
(130) abhängig von der Verweildauer der Waschflotte in dem Tank (120).
2. Verfahren (200) gemäß Anspruch 1, mit einem Schritt (220) des Durchführens einer Schwellwertentscheidung
bezüglich der Verweildauer der Waschflotte in dem Tank (120) mit einem einstellbaren
Schwellenwert, wobei abhängig von einem Ergebnis der Schwellwertentscheidung entweder
der Schritt (210) des Zurückleitens oder der Schritt (215) des Verwerfens ausgeführt
wird.
3. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, mit einem Schritt (225)
des Erfassens der Verweildauer der Waschflotte in dem Tank (120) mittels einer Zeitspannenmesseinrichtung.
4. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei im Schritt (210)
des Zurückleitens die in dem Tank (120) verbliebene Waschflotte mittels einer Umfluteinrichtung
(135, 140) in eine in dem Laugenbehälter (110) angeordnete Waschtrommel (145) zurückgeleitet
wird.
5. Verfahren (200) gemäß einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei im Schritt (215)
des Verwerfens die in dem Tank (120) verbliebene Waschflotte durch ein Einleiten von
Frischwasser in den Laugenbehälter (110) und ein Fördern des eingeleiteten Frischwassers
aus dem Laugenbehälter (110) über den Tank (120) in Richtung des Wasserablaufs (130)
mittels der Laugenpumpe (125) aus dem Tank (120) ausgespült wird.
6. Vorrichtung (105), die ausgebildet ist, um die Schritte des Verfahrens (200) gemäß
einem der vorangegangenen Ansprüche in entsprechenden Einheiten auszuführen und/oder
anzusteuern.
7. Waschmaschine (100) mit einem Laugenbehälter (110), einem Ventil (115), einem Tank
(120) zum Zwischenspeichern von Waschflotte bei einem Abpumpen der Waschflotte, einer
Laugenpumpe (125) zum Abpumpen von Waschflotte aus dem Laugenbehälter (110) über den
Tank (120) in Richtung eines Wasserablaufs (130), wobei das Ventil (115) ausgebildet
ist, um einen Rückfluss von in dem Tank (120) befindlicher Waschflotte in den Laugenbehälter
(110) zu blockieren, und mit einer Vorrichtung (105) gemäß Anspruch 6, wobei die Vorrichtung
(105) zumindest mit der Laugenpumpe (125) signalübertragungsfähig verbunden ist.
8. Computer-Programmprodukt mit Programmcode zur Durchführung des Verfahrens (200) nach
einem der vorangegangenen Ansprüche 1 bis 6, wenn das Computer-Programmprodukt auf
einer Vorrichtung (105) ausgeführt wird.