[0001] Die Erfindung betrifft ein Tor, insbesondere ein Deckenlauftor, umfassend eine Torführung
mit Führungsschienen, die geradlinige Abschnitte und dazwischen einen gekrümmten Abschnitt
aufweisen, und einen Torflügel mit einer Mehrzahl von miteinander gelenkig verbundenen
Lamellen, wobei eine Mehrzahl der Lamellen mit Haltern für in einer Führungsschiene
geführte Führungselemente versehen ist.
[0002] Rolltore, wie beispielsweise das auf dem Markt erhältliche Garagentor "RollMatic"
von der Hörmann KG Verkaufsgesellschaft, weisen als Torflügel einen Rolltorbehang
oder Rolltorpanzer auf, der aus mehreren miteinander gelenkig verbundenen Lamellen
verbunden ist, welcher zum Öffnen des Rolltores auf eine Wickelwelle aufwickelbar
ist und zum Schließen des Rolltores von der Wickelwelle abwickelbar ist. Derartige
Rolltore haben sich in jüngster Zeit insbesondere auch als Garagentore bewährt und
erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Derartige Rolltore öffnen senkrecht und benötigen
kaum Platz in der Garage. Durch ihre Konstruktionsprinzipien bieten sie maximalen
Platz in und vor der Garage. Die Form der Garagenöffnung spielt beim Einbau keine
Rolle, ob rechteckig, abgeschrägt, mit Segment- oder Rundbogen.
[0003] Bei einem Rolltor bleibt der Deckenbereich frei und kann für Lampen oder als zusätzlicher
Stauraum genutzt werden.
[0004] Der gleiche Rolltorpanzer kann aber auch zum Aufbau eines sogenannten Deckenlauftores
benutzt werden. Hierzu wird dann der Rolltorpanzer nicht auf eine Wickelwelle aufgerollt,
sondern es gibt zusätzlich zu der bei Rolltoren üblichen senkrechten Führungsschiene
noch eine sich in die Garage hinein ersteckende waagrechte Führungsschiene, wobei
ein gebogener Übergangsbereich zwischen diesen Führungsschienenbereichen vorgesehen
ist. Derartige Deckenlauftore, die einen Rolltorpanzer und die zuvor erwähnte Führungsschienenanordnung
benutzen, können z.B. zu Modernisierung bei sehr verengten Platzbereichen eingesetzt
werden. Insbesondere wird im Sturzbereich nicht der Raum für die Wickelwelle benötigt,
so dass auch Tore für Toröffnungen mit nur sehr geringem Sturzbereich ermöglicht sind.
[0005] Wird ein solches Deckenlauftor geöffnet, gleitet der Behang in die waagrechten Führungsschienen,
die hinter dem Sturz angebracht sind. Während der Torbewegung in den geschlossenen
Zustand des Tores gleiten alle Lamellen an der Sturzblende oder der Maueröffnung entlang.
[0006] Allerdings kann in der Schließstellung des Tores ein Spalt zwischen der im oberen,
gekrümmten Bereich befindlichen Lamelle und der Sturzblende entstehen. Dieser Spalt
entsteht, da der Torbehang in der von einem senkrechten Bereich in einen gekrümmten
Bereich übergehenden Führungsschiene geführt wird. Durch die Krümmung entsteht der
Spalt zwischen der Sturzblende und der entsprechenden Lamelle. Dieser Spalt kann in
ungünstigen Fällen zu einem spürbaren Luftzug führen. Eine Lichtquelle, beispielsweise
aus dem Inneren einer Garage, kann zudem vor dem Tor sichtbar werden.
[0007] Eine Möglichkeit zur Behebung des Problems wäre, eine dauerelastische Silikondichtung
oder auch Sturzdichtung auf die Lamellen aufzukleben. Die Sturzdichtung wird dabei
auf diejenige Lamelle angebracht, bei der in der Schließstellung der Spalt erzeugt
wird.
[0008] Die genaue Position zwischen Lamelle und Sturzdichtung variiert jedoch mit der gewählten
Torhöhe bzw. der Länge der senkrechten Führungsschienen. Durch diese Konstellation
entstehen bei unterschiedlichen Torhöhen immer ein anderer Punkt, auf dem die Dichtung
geklebt werden muss, um bündig mit der Sturzblende zu schließen. Um sicher zu stellen,
dass Sturzblende und Silikondichtung passend miteinander abschließen, müsste deshalb
die exakte Montage der Dichtung auf der Baustelle ausgeführt werden. Zudem müsste
die Dichtung sehr gerade entlang der kompletten Torbreite geklebt werden. Dazu könnte
der Behang am Tor montiert und die passende Stelle auf der betroffenen Lamelle markiert
werden. Erst im Anschluss könnte dann die Dichtung geklebt werden.
[0009] In den meisten Montagesituationen ist in der Praxis jedoch keine ausreichende Sturzhöhe
vorhanden, um die Dichtung von oben herab zu kleben. Deshalb müsste in der Praxis
der Behang erneut ausgebaut und im Anschluss daran die Dichtung geklebt werden.
[0010] Auch könnte es vorkommen, dass die Torhöhe so gewählt ist, dass sich die ermittelte
Klebeposition der Sturzdichtung in einem Scharnier und zwischen den Lamellen ergibt.
[0011] Anstatt auf der Lamelle könnte eine Sturzdichtung auch im Sturzbereich auf die Sturzblende
aufgebracht werden. Ist diese Sturzdichtung auf der Sturzblende zu lang, verursacht
sie Schleifspuren auf allen Lamellen bei der Torbewegung. Ist die Sturzdichtung zu
kurz besteht weiterhin der Spalt.
[0012] Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, eine wirkungsvolle Abdichtung des Innenraums
gegenüber dem Außenraum mit einfacher Montage zu schaffen.
[0013] Zum Lösen dieser Aufgabe schafft die Erfindung ein Tor nach Anspruch 1.
[0014] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0015] Die Erfindung schafft gemäß einem ersten Aspekt ein Tor, umfassend eine Torführung
mit Führungsschienen, die geradlinige Abschnitte und dazwischen einen gekrümmten Abschnitt
aufweisen, und einen - insbesondere als Rolltorpanzer geeigneten - Torflügel mit einer
Mehrzahl von miteinander gelenkig verbundenen Lamellen, von denen wenigstens eine
in der Schließstellung des Torflügels in den geradlinigen Abschnitten angeordnete
Lamelle mit einem ersten Halter für in einer Führungsschiene geführte Führungselemente
und wenigstens eine in der Schließstellung des Torflügels im gekrümmten Abschnitt
angeordnete Lamelle mit einem zweiten Halter für in einer Führungsschiene geführte
Führungselemente versehen ist, wobei die wenigstens eine Lamelle mit dem ersten Halter
bei der Torbewegung eine Laufkurve mit einem Krümmungsradius R1 beschreibt und wobei
die wenigstens eine Lamelle mit dem zweiten Halter bei der Torbewegung eine Laufkurve
mit einem Krümmungsradius R2<R1 beschreibt.
[0016] Eine Idee der Erfindung ist es also, den Spalt durch unterschiedliche Laufkurven
der Lamellen zu beseitigen. Die Laufkurve der Lamellen wird im Wesentlichen durch
die an den Lamellen vorgesehenen Halter für in einer Führungsschiene geführte Führungselemente
festgelegt.
[0017] Durch die Wahl zweier unterschiedlicher Halter werden zwei unterschiedliche Laufkurven
definiert. An den in der Schließstellung des Torflügels in dem geradlinigen, d. h.
den senkrechten oder horizontalen, Abschnitten angeordneten Lamellen ist ein erster
Halter vorgesehen, so dass diese Lamellen eine Laufkurve in der Führungsschiene mit
einem Krümmungsradius R1 beschreiben.
[0018] An den in der Schließstellung des Torflügels im gekrümmten Abschnitt angeordneten
Lamellen ist dagegen ein zweiter Halter vorgesehen, so dass diese Lamellen eine Laufkurve
in der Führungsschiene mit einem Krümmungsradius R2 beschreiben, wobei der Radius
R2 kleiner ist als der Radius R1.
[0019] Die Lamellen des gekrümmten Bereichs beschreiben dadurch eine steilere Laufkurve
als die Lamellen des geradlinigen Bereichs. Dies bewirkt, dass die Lamellen des gekrümmten
Bereichs in der Schließstellung an der Sturzblende anliegen. Der Spalt wird somit
beseitigt.
[0020] Es ist bevorzugt, dass zwischen mit Haltern versehenen Lamellen wenigstens eine Lamelle
ohne Halter angeordnet ist.
[0021] Da die Lamellen jeweils miteinander gelenkig verbunden sind, müssen nicht alle Lamellen
mittels der Halter in der Führungsschiene geführt werden. Vielmehr kann zwischen den
Lamellen mit Haltern für in der Führungsschiene geführte Führungselemente wenigstens
eine Lamelle ohne Halter vorgesehen sein.
[0022] Vorzugsweise ist zwischen den Lamellen mit Haltern eine Lamelle ohne Halter vorgesehen.
Da diese eine Lamelle ohne Halter benachbart zu Lamellen mit Haltern angeordnet ist,
wird die Lamelle bei der Torbewegung mitgeführt.
[0023] Es ist bevorzugt, dass ein Abstand L1 einer Führungsfläche der Führungselemente eines
ersten Halters zu einer Außenfläche der wenigstens einen mit einem ersten Halter versehenen
Lamelle kleiner als ein Abstand L2 einer Führungsfläche der Führungselemente eines
zweiten Halters zu einer Außenfläche der wenigstens einen mit einem zweiten Halter
versehenen Lamelle ist.
[0024] Die Führungselemente der Halter werden an einer Führungsfläche entlang der Führungsschiene
geführt. Durch diese Führungsfläche wird ein Abstand zwischen der Führungsfläche und
einer Außenfläche einer Lamelle definiert. Dieser Abstand ist bei einer mit einem
ersten Halter versehenen Lamelle geringer als bei einer mit einem zweiten Halter versehenen
Lamelle.
[0025] Mit anderen Worten ist der Abstand der Führungsfläche zu einer Außenfläche einer
mit einem zweiten Halter versehenen Lamelle größer als der Abstand zwischen der Führungsfläche
der Führungselemente und einer Außenfläche einer mit einem ersten Halter versehenen
Lamelle.
[0026] Demzufolge werden bei dieser bevorzugten Ausgestaltung die Lamellen mit ersten Haltern
versetzt zu den Lamellen mit zweiten Haltern geführt. Die Versetzung bewirkt, dass
der Spalt zwischen der Außenfläche der Lamelle mit zweiten Haltern und der Sturzblende,
welche der Spalt zwischen dem Torbehang und der Sturzblende ist, minimiert bzw. beseitigt
wird.
[0027] Durch den größeren Abstand L2 der mit dem zweiten Halter versehenen Lamelle steht
die Außenfläche der Lamelle weiter vor als die Außenflächen der mit den ersten Haltern
versehenen Lamellen. Die mit den ersten Haltern versehenen Lamellen können sich so
mit größerem Abstand an der Dichtung vorbei bewegen, wenn sie den gekrümmten Führungsschienenbereich
passieren. Erreicht die wenigstens eine Lamelle mit dem zweiten Halter den gekrümmten
Bereich, steht dessen Außenfläche weiter vor und kann sich somit an die Dichtung anlehnen.
Die Dichtung greift somit nur an der Außenfläche der mit dem zweiten Halter versehenen
Lamelle an.
[0028] Es ist bevorzugt, dass die Führungsschiene einen äußeren und einen inneren Führungsbereich
mit einem Abstand D zueinander aufweist, und dass die Führungselemente der ersten
Halter einen Durchmesser haben, der dem Abstand D-A mit 0,001 cm ≤ A ≤ 0,5 cm entspricht,
und dass Führungselemente der zweiten Halter einen Durchmesser haben, der kleiner
als der Abstand D-A ist.
[0029] Aufgrund des größeren Abstandes der Führungsfläche der Führungselemente der zweiten
Halter zu einer Außenfläche der mit den zweiten Haltern versehenen Lamelle wird der
Durchmesser der Führungselemente der zweiten Halter kleiner gewählt als der Durchmesser
der Führungselemente der ersten Halter. Dadurch wird bewirkt, dass beide Arten von
Halter denselben Raum in Anspruch nehmen, und die Lamellen können in der Führungsschiene
geführt werden.
[0030] Es ist bevorzugt, dass die Führungsschiene einen äußeren und einen inneren Führungsbereich
mit einem Abstand D zueinander aufweist, wobei die Führungselemente bei der Torbewegung
im gekrümmten Abschnitt entlang des äußeren Führungsbereichs geführt werden.
[0031] Die Führungsschiene weist vorzugsweise ein Profil mit zwei Schenkeln und einem Steg
in der Mitte auf. Es können Profile zum Bilden der geradlinigen Abschnitte und ein
Profil zum Bilden des gekrümmten Bereichs vorgesehen sein.
[0032] Vorzugsweise weist die Führungsschiene einen vertikalen und einen horizontalen Abschnitt
auf. Zwischen diesen beiden geradlinigen Abschnitten liegt der gekrümmte Bereich.
Die zwei Schenkel der Führungsschiene definieren einen äußeren, d.h. einen zum Außenraum
gerichteten, Führungsbereich und einen inneren, d.h. einen zum Innenraum gerichteten,
Führungsbereich.
[0033] Bei der Torbewegung werden vorzugsweise in den geradlinigen Abschnitten die Führungselemente
entlang des inneren Führungsbereichs geführt und in dem gekrümmten Abschnitt die Führungselemente
entlang des äußeren Führungsbereichs geführt. Dies bewirkt, dass in der Schließstellung
die Lamellen mit zweiten Haltern in Richtung des Außenraums gelenkt werden, und der
Spalt wird beseitigt.
[0034] Es ist bevorzugt, dass die Führungselemente Rollen aufweisen, welche an Befestigungsmitteln
der ersten und zweiten Halter drehbar gelagert sind und in den Führungsschienen geführt
werden.
[0035] Bei dieser bevorzugten Ausgestaltung weisen die Führungselemente Rollen auf, welche
durch die drehbare Lagerung praktisch reibungslos entlang der Führungsschiene gleiten.
[0036] Es ist bevorzugt, dass die Rollen in der Mitte eine Durchgangsöffnung aufweisen.
[0037] Es ist bevorzugt, dass die Befestigungsmittel wenigstens zwei Zungen aufweisen, welche
elastisch zueinander gebogen werden können, wobei die Rollen durch die Durchgangsöffnung
auf die Zungen aufsteckbar und an den Zungen klemmbar ausgebildet sind.
[0038] Besonders bevorzugt ist somit eine Steckverbindung zwischen den Rollen und den Befestigungsmitteln
der Halter, die derart ausgebildet ist, dass die Rollen drehbar gelagert sind. Bei
dieser vorteilhaften Ausgestaltung werden keine Schrauben oder dergleichen benötigt.
[0039] Es ist bevorzugt, dass die Halter spritzgegossene Kunststoffteile sind.
[0040] Kunststoff als Material ist leicht, widerstandsfähig, kostengünstig und kann durch
Spritzgießen leicht in Form gegossen werden. Schweiß-, Löt- oder Schraubverbindungen
werden demnach nicht benötigt. Dies vereinfacht die Herstellung und reduziert Herstellungskosten.
[0041] Es ist bevorzugt, dass die Halter als Endkappe der entsprechenden Lamelle ausgebildet
sind.
[0042] Es ist bevorzugt, dass die Halter Verankerungselemente zur Verankerung mit einer
Lamelle aufweisen.
[0043] Zur Befestigung der Halter an den Lamellen sind also Verankerungselemente vorgesehen.
[0044] Es ist bevorzugt, dass die Lamellen einen Mantel aufweisen, der mit Kunststoffschaum
ausgeschäumt ist.
[0045] Mit anderen Worten ist es gewünscht, dass beim Zufahren alle Lamellen des Behangs
an der Sturzdichtung der Sturzblende vorbeifahren und nur eine Lamelle eine andere
Laufkurve fährt und in Kontakt mit der Dichtungslippe der Sturzdichtung bleibt. Dadurch
wird der Spalt zwischen der Sturzdichtung und der entsprechenden Lamelle beseitigt.
[0046] Ein Aspekt der Erfindung betrifft ein Teil zur Lagerung und Führung der Lamelle,
nämlich den Halter der in einer Führungsschiene geführten Führungselemente. Vorzugsweise
sind diese Führungselemente Rollen.
[0047] Erfindungsgemäß sind nun zwei Arten von Haltern vorgesehen. Die zweiten Halter sind
den ersten Haltern zur Lagerung und Führung des Behangs ähnlich, nur dass die Rollenachse
auf ein bestimmtes Maß bei den zweiten Haltern versetzt ist.
[0048] Eine mit zweiten Haltern versehene Lamelle fährt eine andere Kurve als die Lamelle
mit ersten Haltern und kommt in Kontakt mit der Sturzdichtung, wodurch der Spalt geschlossen
wird.
[0049] Um unterschiedliche Höhenbereiche bei der Bestellung in Serienproduktion zu überbrücken,
wird nicht nur eine Lamelle hochgelagert, sondern zwei oder mehrere.
[0050] Da eine mit einem zweiten Halter hochgelagerte Lamelle mehr Platz braucht als eine
standardgelagerte, d.h. mit einem ersten Halter gelagerte Lamelle, sollte dieser Höhenunterschied
kompensiert werden. Die zweiten Halter werden demnach vorzugsweise mit kleineren Rollen
bestückt und der Höhenunterschied wird ausgeglichen. Die hochgelagerte Lamelle passt
in die senkrechte Führungsschiene.
[0051] Ein Ausführungsbeispiel wird im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen näher
erläutert. Darin zeigt:
- Fig. 1
- eine Darstellung eines Tores gemäß einer Ausführungsform der Erfindung;
- Fig. 2
- eine Seitenansicht einer Führungsschiene des Tores von Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Darstellung eines Torflügels des Tores von Fig. 1;
- Fig. 4
- eine vergrößerte Darstellung eines in Fig. 2 mit einem Kreis gekennzeichneten Sturzbereichs;
- Fig. 5
- ein erster Halter für in der Führungsschiene geführte Führungselemente;
- Fig. 6
- ein zweiter Halter für in der Führungsschiene geführte Führungselemente;
- Fig. 7
- eine Seitenansicht des ersten Halters;
- Fig. 8
- eine Seitenansicht des zweiten Halters.
[0052] Fig. 1 zeigt ein Tor 10, in diesem Fall ein Deckenlauftor für eine Garage 11. Das
Tor 10 hat eine Torführung 12 mit Führungsschienen 14 zu beiden Seiten des Tores 10.
Die Führungsschienen 14 haben einen vertikalen Abschnitt 16 und einen im oberen Bereich
des Innenraums der Garage 11 befindlichen horizontalen Abschnitt 18. Zwischen beiden
Abschnitten 16, 18 ist ein gekrümmter Abschnitt 20 angeordnet.
[0053] Das Tor 10 weist weiter einen Torflügel 22 auf, der in den Führungsschienen 14 geführt
wird. In der Öffnungsstellung des Tores 10 befindet sich der Torflügel 22 im oberen
Bereich des Innenraums der Garage 11.
[0054] Fig. 2 stellt eine Seitenansicht einer Führungsschiene 14 des Tores 10 in einer Schließstellung
dar. Die Führungsschiene 14 weist einen äußeren Führungsbereich 24 und einen inneren
Führungsbereich 26 auf. Der äußere Führungsbereich 24 und der innere Führungsbereich
26 sind in einem Abstand D voneinander angeordnet. An der Sturzblende 28 ist eine
Sturzdichtung 30 befestigt. Die Sturzdichtung 30 erstreckt sich horizontal über die
gesamte Breite der Sturzblende.
[0055] Der Torflügel 22 umfasst gelenkig miteinander verbundene Lamellen 32. Jede zweite
Lamelle ist mit Haltern 34, 36 für in der Führungsschiene 14 geführte Führungselemente
38 versehen. Im vorliegenden Fall weisen die Führungselemente 38 Rollen 40 auf. In
den geradlinigen Bereichen 16, 18 sind die entsprechenden Lamellen 32 mit ersten Haltern
34 versehen. Im gekrümmten Bereich 20 der Führungsschiene dagegen ist wenigstens eine
Lamelle 32, hier zwei Lamellen 32, mit zweiten Haltern 36 versehen.
[0056] Die Führungselemente 38, d.h. in dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel die Rollen
40, der ersten Halter 34 weisen einen Durchmesser d1= D-a mit 0,001 cm ≤ a ≤ 0,5 cm
auf. Der Durchmesser d1 = D-a der Rollen 40 der ersten Halter 34 entspricht somit
im Wesentlichen dem Abstand D.
[0057] Der Durchmesser d2 der Rollen 40 der zweiten Halter 36 ist kleiner als D-a. Somit
ist für die Rollen 40 der zweiten Halter 36 zwischen dem äußeren Führungsbereich 24
und dem inneren Führungsbereich 26 ein Spiel vorhanden.
[0058] Das Tor 10 befindet sich in Fig. 2 in der Schließstellung. Hierbei ist wenigstens
eine Lamelle 32 im horizontalen Abschnitt 18, wenigstens eine Lamelle 32 im gekrümmten
Abschnitt 20 und wenigstens eine Lamelle 32 im vertikalen Abschnitt 16 angeordnet.
[0059] Die Rollen 40 der zweiten Halter 36 mit Durchmesser d2 kleiner als d1 = D-a werden
in der Schließstellung im gekrümmten Abschnitt 20 am äußeren Führungsbereich 24 entlanggeführt.
[0060] Somit liegt die Lamelle 32, welche sich in der Schließstellung des Tores auf Höhe
der Sturzdichtung 30 befindet, an der Sturzdichtung 30 an. Ein Spalt zwischen Sturzdichtung
30 und Lamelle 32 wird geschlossen.
[0061] Bei der Toröffnungsbewegung werden alle Lamellen 32 mit ersten und zweiten Haltern
34, 36 entlang des inneren Führungsbereichs 26 geführt. Die Lamellen 32 des vertikalen
Abschnitts 16 werden durch den gekrümmten Abschnitt 20 in den horizontalen Abschnitt
18 geführt.
[0062] Ein Schleifen der Lamellen 32 entlang der Sturzdichtung 30 wird dadurch vermieden.
[0063] Auch bei der Torschließbewegung können keine Lamellen 32 an der Sturzdichtung 30
schleifen. Die Rollen 40 der ersten Halter 34 haben einen Durchmesser d1 = D-a, der
derart gewählt ist, dass die Lamellen 32 mit ersten Haltern 34 einen Spalt zwischen
der Sturzdichtung 30 und der entsprechenden Lamelle 32 lassen.
[0064] Erreicht das Tor 10 die Schließstellung, so liegt nur diejenige Lamelle 32 an der
Sturzdichtung 30 an, welche mit einem zweiten Halter 36 mit Rollen 40 mit einem Durchmesser
kleiner als D-a versehen ist.
[0065] Die Lamellen 32 mit ersten Haltern 34 beschreiben somit bei der Torbewegung eine
andere Laufkurve als die Lamellen 32 mit zweiten Haltern 36. Die Laufkurve der Lamellen
32 mit ersten Haltern 34 hat einen Krümmungsradius R1.
[0066] Die Laufkurve der Lamellen 32 mit zweiten Haltern 36 hat einen Krümmungsradius R2,
der kleiner ist als R1.
[0067] Im Ergebnis liegen in der Schließstellung die Lamellen mit zweiten Haltern 36 an
der Sturzdichtung 30 an.
[0068] Fig. 3 zeigt den Torflügel 22 des Tores 10. Die Lamellen 32 sind gelenkig miteinander
verbunden. Die Lamellen 32 weisen einen Mantel 42 auf, der mit Kunststoffschaum ausgeschäumt
ist. An jeder zweiten Lamelle 32 ist ein Halter 34, 36 mit Führungselementen 38, hier
zwei Rollen 40, vorgesehen. Der Torflügel 22 ist als Rolltorpanzer ausgebildet und
kann in gleicher Form auch für ein Rolltor benutzt werden. Insbesondere weisen die
Lamellen 32 eine entsprechend geringe Höhe zwischen 3cm und 10cm auf. Vorzugsweise
weisen die Lamellen eine konkave Innenseite und eine konvexe Außenseite auf.
[0069] Die Lamellen 32 des vertikalen Abschnitts 16 und des horizontalen Abschnitts 18 weisen
erste Halter 34 für Rollen mit einem Durchmesser von d1= D-a auf. Die in der Schließstellung
des Torflügels 22 im gekrümmten Abschnitt 20 befindlichen Lamellen 32, hier die dritte
und die fünfte Lamelle 32 von oben, weisen zweite Halter 36 für Rollen mit einem Durchmesser
d2 kleiner als d1 = D-a auf. Die ersten und zweiten Halter 34, 36 sind als Endkappen
43 der Lamellen 32 ausgebildet.
[0070] Fig. 4 ist eine vergrößerte Darstellung eines in Fig. 2 mit einem Kreis gekennzeichneten
Sturzbereichs 44. Wie ersichtlich ist, wird das Führungselement 38 im gekrümmten Abschnitt
20 an dem äußeren Führungsbereich 24 der Führungsschiene 14 geführt. Durch den kleineren
Durchmesser d1 der Rollen 40 an dem zweiten Halter 36 wird die Lamelle 32 mit dem
zweiten Halter 36 versetzt gegenüber den Lamellen 32 mit ersten Haltern 34 geführt.
Somit wird ein Spalt zwischen Sturzdichtung 30 und der entsprechenden Lamelle 32 im
Sturzbereich 44 beseitigt.
[0071] Fig. 5 stellt den ersten Halter 34 dar. Der erste Halter 34 hat einen quaderförmigen
Grundkörper 46 mit abgerundeten Kanten 48. Auf der Rückseite des Grundkörpers 46 befinden
sich Verankerungselemente 48 zur Verankerung mit einer Lamelle 32. Diese sind hier
in Form von drei Stiften 50 mit Profilen 52 ausgebildet.
[0072] Die Verankerungselemente 48 werden in der Lamelle 32 mit Kunststoffschaum umhüllt,
sodass eine feste Verbindung zwischen dem Halter 34 und der Lamelle 32 entsteht.
[0073] Auf der Vorderseite des ersten Halters 34 sind Befestigungsmittel 54 zur Befestigung
der Führungselemente 38, hier der Rollen 40, angeordnet. Bei dieser Ausführungsform
weist der erste Halter 34 an den beiden Enden des Grundkörpers 46 jeweils ein Befestigungsmittel
54 auf.
[0074] Die Befestigungsmittel 54 weisen zwei Zungen 56 auf, welche elastisch zueinander
gebogen werden können. Die Zungen 56 sind zur Aufnahme der Rollen 40 ausgebildet.
Die Zungen 56 sind als Rastzungen mit einem Rastvorsprung ausgebildet.
[0075] Die Rollen 40 weisen in der Mitte eine Durchgangöffnung 58 auf.
[0076] Die Rollen 40 können durch die Durchgangsöffnung 58 auf die Zungen 56 gesteckt und
geklemmt werden.
[0077] Fig. 6 zeigt eine Ausführungsform eines zweiten Halters 36. Im Wesentlichen ist der
zweite Halter 36 wie der erste Halter 34 ausgeführt. Auch der zweite Halter 36 hat
auf der Rückseite Verankerungselemente 48 und auf der Vorderseite Befestigungsmittel
54 in Form von Zungen 56.
[0078] Im Vergleich zu den Befestigungsmitteln 54 des ersten Halters 34 sind die Befestigungsmittel
54 des zweiten Halters 36 versetzt. Die Führungselemente 38 bzw. die Rollen 40 sind
dementsprechend versetzt angeordnet.
[0079] Dies ist auch aus den Figuren 7 und 8 ersichtlich, welche den ersten Halter 34 bzw.
den zweiten Halter 36 in der Seitenansicht darstellen. Durch die Befestigungsmittel
54 für die Rollen 40 wird ein Abstand von einer Führungsfläche der Führungselemente
38 zu einer Außenfläche einer Lamelle 32 definiert. Dieser Abstand ist in Fig. 7 für
den ersten Halter 34 mit L1 gekennzeichnet.
[0080] Für den zweiten Halter 36 ist der Abstand von einer Führungsfläche der Führungselemente
38 zu einer Außenfläche einer Lamelle 32 mit L2 gekennzeichnet. Wie aus den beiden
Darstellungen ersichtlich, ist der Abstand L2 größer als der Abstand L1.
[0081] Der vergrößerte Abstand L2 bewirkt, dass eine mit zweiten Haltern 36 versehene Lamelle
32 im Vergleich zu einer mit ersten Haltern 34 versehenen Lamelle 32 hochgelagert
ist.
[0082] Durch die Hochlagerung benötigt der zweite Halter 36 mehr Platz und passt eventuell
nicht mehr in die Führungsschiene hinein. Um dem entgegenzuwirken, werden bei dem
zweiten Halter 36 Rollen 40 mit einem kleineren Rollendurchmesser verwendet als jene
der ersten Halter.
[0083] Durch die Hochlagerung weist die Lamelle 32 mit zweiten Haltern 36 eine andere Laufkurve
auf als die Lamelle 32 mit ersten Haltern. Die Laufkurve bei den zweiten Haltern hat
einen geringeren Krümmungsradius, ist demnach steiler. Dadurch wird ein Spalt zwischen
Lamelle und Sturzdichtung geschlossen.
Bezugszeichenliste:
[0084]
- 10
- Tor
- 11
- Garage
- 12
- Torführung
- 14
- Führungsschienen
- 16
- vertikaler Abschnitt der Führungsschienen
- 18
- horizontaler Abschnitt der Führungsschienen
- 20
- gekrümmter Abschnitt der Führungsschienen
- 22
- Torflügel
- 24
- äußeren Führungsbereich
- 26
- innerer Führungsbereich
- 28
- Sturzblende
- 30
- Sturzdichtung
- 32
- Lamellen
- 34
- erster Halter
- 36
- zweiter Halter
- 38
- Führungselemente
- 40
- Rollen
- 42
- Mantel
- 43
- Endkappen
- 44
- Sturzbereich
- 46
- Grundkörper
- 48
- Verankerungselemente
- 50
- Stift
- 52
- Profil
- 54
- Befestigungsmittel
- 56
- Zunge
- 58
- Durchgangsöffnung
1. Tor (10), umfassend eine Torführung (12) mit Führungsschienen (14), die geradlinige
Abschnitte (16, 18) und dazwischen einen gekrümmten Abschnitt (20) aufweisen, und
einen Torflügel (22) mit einer Mehrzahl von miteinander gelenkig verbundenen Lamellen
(32), von denen wenigstens eine in der Schließstellung des Torflügels (22) in den
geradlinigen Abschnitten (16, 18) angeordnete Lamelle (32) mit einem ersten Halter
(34) für in einer Führungsschiene (14) geführte Führungselemente (38) und wenigstens
eine in der Schließstellung des Torflügels (22) im gekrümmten Abschnitt (20) angeordnete
Lamelle (32) mit einem zweiten Halter (36) für in einer Führungsschiene (14) geführte
Führungselemente (38) versehen ist, wobei die wenigstens eine Lamelle (32) mit dem
ersten Halter (34) bei der Torbewegung eine Laufkurve mit einem Krümmungsradius R1
beschreibt und wobei die wenigstens eine Lamelle (32) mit dem zweiten Halter (36)
bei der Torbewegung eine Laufkurve mit einem Krümmungsradius R2 kleiner als R1 beschreibt.
2. Tor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen mit Haltern (34, 36) versehenen Lamellen (32) wenigstens eine Lamelle (32)
ohne Halter angeordnet ist.
3. Tor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abstand L1 einer Führungsfläche der Führungselemente (38) eines ersten Halters
(34) zu einer Außenfläche der wenigstens einen mit einem ersten Halter (34) versehenen
Lamelle (32) kleiner als ein Abstand L2 einer Führungsfläche der Führungselemente
eines zweiten Halters (36) zu einer Außenfläche der wenigstens einen mit einem zweiten
Halter (36) versehenen Lamelle (32) ist.
4. Tor nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (14) einen äußeren Führungsbereich (24) und einen inneren Führungsbereich
(26) mit einem Abstand D zueinander aufweist, und dass die Führungselemente (38) der
ersten Halter (34) einen Durchmesser d1 haben, der dem Abstand D minus einer Toleranz
a mit 0,001 ≤ a ≤ 0,5 cm entspricht, und dass Führungselemente (38) der zweiten Halter
(36) einen Durchmesser d2 haben, der kleiner als der Durchmesser d1 D-a ist.
5. Tor nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsschiene (14) einen äußeren Führungsbereich (24) und einen inneren Führungsbereich
(26) mit einem Abstand D zueinander aufweist, wobei die Führungselemente (38) bei
der Torbewegung im gekrümmten Abschnitt (20) entlang des äußeren Führungsbereichs
(24) geführt werden.
6. Tor nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungselemente (38) Rollen (40) aufweisen, welche an Befestigungsmitteln (54)
der ersten und zweiten Halter (34, 36) drehbar gelagert sind und in den Führungsschienen
(14) geführt werden.
7. Tor nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rollen (40) in der Mitte eine Durchgangsöffnung (58) aufweisen.
8. Tor nach den Ansprüchen 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsmittel (54) wenigstens zwei Zungen (56) aufweisen, welche elastisch
zueinander gebogen werden können, wobei die Rollen (40) durch die Durchgangsöffnung
(58) auf die Zungen (56) aufsteckbar und an den Zungen (56) klemmbar ausgebildet sind.
9. Tor nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halter (34, 36) spritzgegossene Kunststoffteile sind.
10. Tor nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halter (34, 36) als Endkappe (43) der entsprechenden Lamelle (32) ausgebildet
sind.
11. Tor nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Halter (34, 36) Verankerungselemente (48) zur Verankerung mit einer Lamelle (32)
aufweisen.
12. Tor nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (32) einen Mantel (42) aufweisen, der mit Kunststoffschaum ausgeschäumt
ist.