[0001] Die Erfindung betrifft eine Patchantenne nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Patchantennen ermöglichen mit einem relativ einfachen mechanischen Aufbau hohe Richtwirkungen
und einen großen Antennengewinn zu erzielen. Nachteilig ist, dass Patchantennen mit
Luft als Dielektrikum zwischen dem Strahler und der Massefläche vergleichsweise viel
Bauraum benötigen. Ein alternatives Dielektrikum mit einer höheren Dielektrizitätskonstante
bringt in der Regel höhere elektrische Verluste mit sich oder besteht aus sehr viel
teurerem HF-Material.
[0003] Aus der
DE 10 2012 101 443 B4 ist eine planare Antennenanordnung bekannt, die einen Massenflächenträger und einen
Sendeflächenträger umfasst. Der Sendeflächenträger wie auch der Massenflächenträger
sind als Leiterplatten ausgebildet. Auf dem Sendeflächenträger befindet sich eine
ebene elektrisch leitfähige Sendefläche und mit einem Spaltabstand zum Rand der Sendefläche
sind mehrere elektrisch leitende Koppelelemente angeordnet, über die die Sendefläche
kapazitiv an die Massenfläche angekoppelt ist. Zwischen den Koppelelementen und der
Massenfläche auf dem Massenflächenträger sind elektrisch leitende Abstandshalter angeordnet.
[0004] Die bekannte planare Antennenanordnung benötigt einen Sendeflächenträger, der größer
als die Sendefläche selbst ist, da zusätzlich Platz für den Spalt am Rand der Sendefläche
und die Koppelelemente benötigt wird.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Patchantenne anzugeben, die bei gleicher
Resonanzfrequenz mit einer geringeren Fläche des Sendeflächenträgers auskommt und
außerdem im mechanischen Aufbau einfacher und billiger.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einer Patchantenne nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 durch
die Merkmale dieses Anspruchs gelöst.
[0007] Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Bei der erfindungsgemäßen Ausgestaltung wird die Fläche des Sendeflächenträgers auf
die Fläche der Strahlerfläche beschränkt. Die gesamte verfügbare Fläche stellt dann
den Strahler dar. Bei gleicher Fläche ergibt sich ein höherer Gewinn und eine höhere
Güte. Hingegen wird die kapazitive Kopplung gegenüber der Massefläche auf den Masseflächenträger
verlagert. Statt einer Leiterplatte, die zur Bildung eines isolierenden Spalts zwischen
der Strahlerfläche und der für die kapazitive Kopplung zusätzlich beanspruchten Fläche
benötigt wird, kommt diese Lösung mit einem rein metallischen Element ohne Isolierschicht
oder kapazitiver Fläche aus.
[0009] Bei einer ersten Variante besteht der Masseflächenträger aus einem Platinenisoliermaterial,
insbesondere FR4. Dabei sind das wenigstens eine Masseplättchen und die Massefläche
auf derselben Seite des Platinenisoliermaterials angeordnet und das wenigstens eine
Masseplättchen ist durch einen umlaufenden elektrisch nicht leitfähigen Spalt galvanisch
von der Massefläche getrennt.
[0010] Die Beschichtung des Platinenisoliermaterials kann so auf eine Seite beschränkt werden.
Weiterhin ist die Kapazität zwischen dem wenigstens einen Masseplättchen und der Massefläche
klein, da sich die Flächen nicht gegenüberstehen und daraus resultierend dielektrische
Verluste durch das Platinenisoliermaterials gering sind.
[0011] Bei einer zweiten Variante besteht der Masseflächenträger ebenfalls aus einem Platinenisoliermaterial,
z. B. FR4. Dabei sind das wenigstens eine Masseplättchen und die Massefläche auf unterschiedlichen
Seiten des Platinenisoliermaterials angeordnet. Galvanisch getrennt vom wenigstens
einen Masseplättchen ist wenigstens eine Kontaktfläche auf derselben Seite wie das
wenigstens eine Masseplättchen auf dem Platinenisoliermaterial angeordnet und die
Kontaktfläche ist galvanisch durchkontaktiert und so mit der Massefläche auf der anderen
Seite des Platinenisoliermaterials verbunden.
[0012] Bei dieser Ausführung wird die Massefläche nicht durch den Platz reduziert, den das
Masseplätzchen einnimmt, sondern sogar durch die Kontaktfläche vergrößert.
[0013] Vorzugsweise ist die Fläche des wenigstens einen Masseplättchens mindestens um den
Faktor 25 kleiner als die Fläche der Massefläche.
[0014] Dadurch wird nur ein kleiner Teil der Fläche in Anspruch genommen, die insgesamt
für das Masseplättchen und die Massefläche zur Verfügung steht. Außerdem kann die
Kapazität zwischen dem Masseplättchen und der Massefläche in einem großen Bereich
variiert und angepasst werden.
[0015] Die kapazitive Kopplung zwischen dem wenigstens einen Masseplättchen und der Massefläche
kann durch einen diskreten Kondensator dargestellt sein.
[0016] Dadurch wird für den Kondensator weder ein Flächenanteil zur Bildung der Kondensatorplatten
noch das Platinenisoliermaterial zur Bildung eines Dielektrikums benötigt. Der Strahler
und die Massefläche können daher die mechanisch zur Verfügung stehende Fläche voll
ausnutzen.
[0017] Der diskrete Kondensator kann ein analog oder digital einstellbarer Kondensator (DTC)
sein.
[0018] Dadurch besteht die Möglichkeit einer Anpassung unterschiedlicher Antennenparameter
der Patchantenne.
[0019] Alternativ kann die kapazitive Kopplung zwischen dem wenigstens einen Masseplättchen
und der Massefläche durch auf unterschiedlichen Seiten des Platinenisoliermaterials
gegenüberliegenden Massebereichen dargestellt sein.
[0020] Diese Lösung eignet sich für kleine, nicht variable Kapazitäten. Sie ist billiger,
da keine zusätzlichen Bauteile benötigt werden.
[0021] Der Strahler kann als flächiges Vieleck ausgestaltet und über wenigstens drei Abstandshalter
mit jeweils einem Masseplättchen pro Abstandshalter verbunden sein.
[0022] Der Strahler ist somit statisch bestimmt und stabil am Masseflächenträger befestigt.
Jeder Abstandshalter ist kapazitiv mit der Massefläche gekoppelt und durch Variieren
der Kopplung lassen sich unterschiedliche Antennenparameter verändern, wie z. B. Anpassungen
an unterschiedliche Betriebsfrequenzen und Umgebungen, Veränderungen der Polarisation
(linear, zirkular rechts, zirkular links), Veränderungen der Hauptkeule, Veränderungen
der Anpassung und gegebenenfalls bewusste Fehlanpassung.
[0023] Durch unterschiedliche Einstellungen der diskreten Kondensatoren kann die Polarisation
der Patchantenne verändert werden. Dadurch ist es möglich, die Polarisationsebene
unter Beibehaltung derselben Einspeisung zu variieren.
[0024] Der Strahler kann aus einem ebenen Blech bestehen, von dem Abstandshalter senkrecht
abgewinkelt sein und leitend mit den Masseplättchen durch Löten, Schweißen, Krimpen,
Rasten, Klemmen oder Verschrauben verbunden sein.
[0025] Hierdurch kann der Strahler unter geringem Materialeinsatz und Montageaufwand realisiert
werden.
[0026] Der Masseflächenträger kann gleichzeitig eine gedruckte elektronische Schaltung tragen.
[0027] Durch die doppelte Nutzung des Masseflächenträgers kann die Patchantenne mit einer
elektronischen Schaltung, zum Beispiel einem Transceiver oder einem kompletten Lesegerät,
vereint sein und so eine insgesamt kompakte Bauform erzielt werden.
[0028] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, das in
der Zeichnung dargestellt ist. Darin zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer Patchantenne nach der Erfindung,
- Fig. 2
- eine erste Variante der Erfindung mit einer variablen Koppelkapazität,
- Fig. 3
- eine zweite Variante der Erfindung mit einer variablen Koppelkapazität und
- Fig.4
- eine dritte Variante der Erfindung mit einer variablen Koppelkapazität.
[0029] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Patchantenne nach der Erfindung.
Auf einem Masseflächenträger 40 aus einem elektrisch nicht leitfähigen Substrat, z.
B. einem Platinenisoliermaterial FR4, sind auf dessen Unterseite eine Massefläche
50 und auf dessen Oberseite Masseplättchen 30 angeordnet. Die Masseplättchen 30 tragen
metallische Abstandshalter 20, die ihrerseits einen metallischen Strahler 10 auf dem
Masseflächenträger 40 abstützen. Durch die metallischen Abstandshalter 20 ist der
metallische Strahler 10 galvanisch mit den Masseplättchen 30 verbunden. Die Masseplättchen
30 ihrerseits bilden in Verbindung mit dem Dielektrikum des Substrats 40 und der Massefläche
50 Koppelkapazitäten. Bei dieser Ausführung sind somit die Koppelkapazitäten von der
Ebene des Strahlers 10 auf die des Masseflächenträgers 40 verlagert worden. Dadurch
beschränkt sich die vom metallischen Strahler 10 eingenommene Fläche ausschließlich
auf die durch die mechanischen Abmessungen bestimmte elektromagnetische Resonanzfläche.
[0030] Fig. 2 zeigt als Detail aus Fig. 1 eine vergrößerte Darstellung eines Bereichs, in
der einer der Abstandshalter 20 auf einem Masseplättchen 30 angeordnet ist. Dieses
Masseplättchen 30 ist außerdem über einen digital einstellbaren Kondensator 60 mit
einer Kontaktfläche 51 verbunden und die Kontaktfläche 51 ist über eine Durchkontaktierung
52 mit der Massefläche 50 auf der gegenüberliegenden Seite des Masseflächenträgers
40 verbunden. Durch die konzentrierte Kapazität des digital einstellbaren Kondensators
60 ist eine stärkere kapazitive Kopplung zwischen dem Masseplättchen 30 und der Massefläche
50 ohne zusätzlichen Flächenbedarf das Masseplättchens 30 möglich. Außerdem kann die
Kopplung variiert werden. Ein Nebenschluss des digital einstellbaren Kondensators
60 ist zwar durch das der Massefläche 50 gegenüberstehende Masseplättchen 30 weiterhin
vorhanden, jedoch ist dieser Anteil und auch der dielektrische Verlust des Substrats
nur von untergeordneter Bedeutung.
[0031] Fig. 3 zeigt als Detail im Querschnitt eine zweite Variante der kapazitiven Kopplung
des Strahlers 10 mit einer der Masseflächen 31 und 50. In diesem Fall stellt der metallische
Abstandshalter 20 eine galvanische Verbindung zwischen dem Strahler 10 und einem Masseplättchen
30 auf der dem Strahler 10 abgewandten Seite des Masseflächenträgers 40 dar. Ein digital
einstellbarer Kondensator 60 befindet sich zwischen dem Masseplättchen 30 und einer
Massefläche 50. Ähnlich wie in Fig. 2 ist auch hier mittels des digital einstellbaren
Kondensators 60 eine variable kapazitive Kopplung zwischen dem Strahler 10 und der
Massefläche 50 möglich. Bei dieser Ausführung befindet sich auf der dem Strahler 10
zugewandt Seite des Masseflächenträgers 40 eine weitere Massefläche 31. Am Ort des
Abstandshalters 20 ist diese Massefläche unterbrochen. Ansonsten ist aber die Massefläche
31 kapazitiv mit der Massefläche 50 gekoppelt und vergrößert somit deren Kapazität.
[0032] Fig. 4 zeigt als Detail im Querschnitt eine dritte Variante der kapazitiven Kopplung
des Strahlers 10 mit der Massefläche 31. Der metallische Abstandshalter 20 stellt
eine galvanische Verbindung zwischen dem Strahler 10 und einem Masseplättchen 30 auf
der dem Strahler 10 zugewandten Seite des Masseflächenträgers 40 dar. Ein digital
einstellbarer Kondensator 60 befindet sich zwischen dem Masseplättchen 30 und einer
Massefläche 31. Ähnlich wie in Fig. 2 ist auch hier mittels des digital einstellbaren
Kondensators 60 eine variable kapazitive Kopplung zwischen dem Strahler 10 und der
Massefläche 31 möglich. Bei dieser Ausführung ist auf der dem Strahler 10 zugewandt
Seite des Masseflächenträgers 40 die Massefläche 31 am Ort des Abstandshalters 20
durch einen umlaufenden Spalt unterbrochen und bildet das Massenplättchen 30.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 10
- Strahler
- 20
- Abstandshalter
- 30
- Masseplättchen
- 31
- Massefläche
- 40
- Masseflächenträger
- 50
- Massefläche
- 51
- Kontaktfläche
- 52
- Durchkontaktierung
- 60
- digital einstellbarer Kondensator
1. Patchantenne einer RFID-Lesestation mit einem Masseflächenträger (40), auf dem wenigstens
eine ebene elektrisch leitfähige Massefläche (31) angeordnet ist, und einem Strahlerflächenträger
mit einer ebenen elektrisch leitfähigen Strahlerfläche, wobei der Strahlerflächenträger
mittels wenigstens eines Abstandshalters parallel und mit Abstand vom Masseflächenträger
(40) getragen ist, und mit einem Koppelelement, über das die Strahlerfläche kapazitiv
an die Massefläche (31) angekoppelt ist, wobei ein Strahler (10) mit seiner Strahlerfläche
aus dem gesamten Strahlerflächenträger selbst besteht und mittels wenigstens eines
elektrisch leitfähigen Abstandshalters (20) mit wenigstens einem auf dem Masseflächenträger
(40) angeordneten Masseplättchen (30) galvanisch verbunden ist und das wenigstens
eine Masseplättchen (30) kapazitiv mit der elektrisch leitfähigen Massefläche (31)
auf dem Masseflächenträger (40) gekoppelt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Masseflächenträger (40) aus einem Platinenisoliermaterial, insbesondere FR4,
besteht, dass das wenigstens eine Masseplättchen (30) und die Massefläche (31) entweder
auf derselben Seite des Platinenisoliermaterials angeordnet sind und das wenigstens
eine Masseplättchen (30) durch einen umlaufenden elektrisch nicht leitfähigen Spalt
galvanisch von der Massefläche (31) getrennt ist oder
auf unterschiedlichen Seiten des Platinenisoliermaterials angeordnet sind und dass
galvanisch getrennt vom wenigstens einen Masseplättchen (30) wenigstens eine Kontaktfläche
(51) auf derselben Seite wie das wenigstens eine Masseplättchen (30) auf dem Platinenisoliermaterial
angeordnet ist und die Kontaktfläche (51 galvanisch durchkontaktiert (52) mit der
Massefläche (50) auf der anderen Seite des Platinenisoliermaterials verbunden ist.
2. Patchantenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fläche des wenigstens einen Masseplättchens (30) mindestens um den Faktor 25
kleiner als die Fläche der Massefläche (31) ist.
3. Patchantenne nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die kapazitive Kopplung zwischen dem wenigstens einen Masseplättchen (30) und der
Massefläche (31) durch einen diskreten Kondensator dargestellt ist.
4. Patchantenne nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der diskrete Kondensator ein analog oder digital einstellbarer Kondensator (DTC)
(60) ist.
5. Patchantenne nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die kapazitive Kopplung zwischen dem wenigstens einen Masseplättchen (30) und der
Massefläche (31) durch auf unterschiedlichen Seiten des Platinenisoliermaterials gegenüberliegenden
Massebereichen dargestellt ist.
6. Patchantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Strahler (10) als flächiges Vieleck ausgestaltet ist und über wenigstens drei
Abstandshalter (20) mit jeweils einem Masseplättchen (30) pro Abstandshalter (20)
verbunden ist.
7. Patchantenne nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass durch unterschiedliche Einstellungen der diskreten Kondensatoren die Polarisation
veränderbar ist.
8. Patchantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Strahler (10) aus einem ebenen Blech besteht, von dem Abstandshalter (20) senkrecht
abgewinkelt sind und leitend mit den Masseplättchen (30) durch Löten, Schweißen, Krimpen,
Rasten, Klemmen oder Verschrauben verbunden sind.
9. Patchantenne nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Masseflächenträger (40) gleichzeitig eine gedruckte elektronische Schaltung trägt.