[0001] Die Erfindung betrifft einen Stuhl, insbesondere Bürostuhl, mit einem Sitzteil und
einem Fußteil, wobei das Fußteil eine Stütze umfasst, die mit dem Sitzteil über eine
Gelenkanordnung, die eine Relativbewegung von Sitzteil zu Fußteil erlaubt, verbunden
ist, wobei die Gelenkanordnung ein Stützenverbindungsteil umfasst, das gegen die Rückstellkraft
eines Federelements relativ zum Sitzteil bewegbar ist, und wobei sowohl das Stützenverbindungsteil
als auch das Federelement in einer Aufnahme angeordnet sind, die durch ein Oberteil
oberseitig und ein Bodenelement unterseitig begrenzt ist.
[0002] Aus der
EP 1 584 266 B1 ist ein Stuhl bekannt, an dem eine Wippmechanik vorgesehen ist, die eine Druckplatte
mit einer ersten Konizität in der Vorne-Hinten-Richtung der Sitzfläche, über welche
der Sitz in der Vorne-Hinten-Richtung geneigt werden kann, und eine zweite Konizität
in der Rechts-Links-Richtung der Sitzfläche, über welche der Sitz in Rechts-Links-Richtung
geneigt werden kann, aufweist. Die Begrenzung der Wippmechanik erfolgt, weil die Druckplatte
gegen eine Unterseite eines Gehäuseteils stößt.
[0003] Häufig sind Bürostühle mit einer Synchronmechanik ausgestattet, die eine Relativbewegung
von Sitzfläche zu Rückenlehne erlaubt. Es ist auch wünschenswert, einem Benutzer zusätzlich
eine Möglichkeit zu geben, geringe Bewegungen mit der Sitzfläche auszuführen, und
dadurch zu einem dynamischen Sitzen zu führen, was ergonomische Vorteile bietet. Allerdings
sollte nach Möglichkeit eine Bewegung der Sitzfläche nach hinten aufgrund der Synchronmechanik
nicht zusätzlich zu einer Bewegung aufgrund einer Gelenkanordnung möglich sein, um
sicherzustellen, dass die Synchronmechanik sofort anspricht, wenn ein Benutzer sich
nach hinten lehnt und die Rückenlehne nach hinten drückt. Anderenfalls müsste zunächst
eine Bewegung der Gelenkanordnung überwunden werden, ehe eine Bewegung der Synchronmechanik
erfolgt.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Stuhl bereitzustellen, der
diesbezüglich Abhilfe schafft.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß durch einen Stuhl, insbesondere Bürostuhl,
mit einem Sitzteil und einem Fußteil, wobei das Fußteil eine Stütze umfasst, die mit
dem Sitzteil über eine Gelenkanordnung, die eine Relativbewegung von Sitzteil zu Fußteil
erlaubt, verbunden ist, wobei die Gelenkanordnung ein Stützenverbindungsteil umfasst,
das gegen die Rückstellkraft eines Federelements relativ zum Sitzteil bewegbar ist,
und wobei sowohl das Stützenverbindungsteil als auch das Federelement zumindest teilweise
in einer Aufnahme angeordnet sind, die durch ein Oberteil oberseitig und ein Bodenelement
unterseitig begrenzt ist, wobei das Stützenverbindungsteil einen Anschlag aufweist,
der mit einem korrespondierenden Anschlag des Oberteils zusammenwirkt, um eine Wippbewegung
des Oberteils nach hinten zu verhindern.
[0006] Die Gelenkanordnung kann somit in ihrer Bewegung in einer Richtung blockiert oder
auf eine minimale Bewegung begrenzt sein, während Bewegungen in nahezu alle anderen
Richtungen in einem größeren Ausmaß zugelassen werden. Ein solcher Stuhl trägt zum
dynamischen Sitzen bei, indem sehr kleine Bewegungen der Sitzfläche aufgrund der Gelenkanordnung
möglich sind. Andererseits wird die Funktion der Synchronmechanik, sollte eine solche
vorgesehen sein, durch die Gelenkanordnung nicht aufgehoben oder überlagert, da der
Anschlag des Stützenverbindungsteils eine Wippbewegung nach hinten verhindert oder
allenfalls in minimalem Umfang erlaubt.
[0007] Dabei ist zu erwähnen, dass an dem Stützenverbindungsteil weitere Anschläge, insbesondere
Seitenflächen, vorgesehen sein können, sodass Bewegungen in andere Richtungen als
nach hinten zwar zugelassen werden, jedoch auch nur so lange, bis das Stützenverbindungsteil
mit einem Anschlag in Anlage an eine Innenwand der Aufnahme gelangt. Insbesondere
können das Oberteil und/oder das Bodenelement sowie das Stützenverbindungsteil geometrisch
so aufeinander abgestimmt sein, dass eine seitliche Bewegung von maximal 3° und eine
Wippbewegung nach vorne von maximal 6° zugelassen wird. Bis auf eine Bewegung nach
hinten können jedoch kontinuierlich in Umfangsrichtung Wippbewegungen in begrenztem
Maße zugelassen werden.
[0008] Eine besonders kompakte Ausgestaltung, d. h. klein bauende Ausgestaltung, ergibt
sich, wenn die Aufnahme an dem Sitzteil ausgebildet ist, also das Sitzteil das Oberteil
darstellt. Somit können das Federelement und das Stützenverbindungsteil in einer als
Ausnehmung ausgebildeten Aufnahme des Sitzteils angeordnet sein. Die Ausnehmung kann
durch das Bodenelement verschlossen sein. Das Bodenelement kann mit dem Sitzteil verbunden,
insbesondere mit diesem verschraubt sein. Somit ist auch eine besonders einfache Montage
möglich. Das Stützenverbindungsteil und das Federelement können in die Ausnehmung
eingelegt werden und anschließend kann die Ausnehmung durch das Bodenelement verschlossen
werden. Dabei kann das Federelement zumindest bereichsweise komprimiert werden, um
eine Vorspannung zu erzeugen.
[0009] Das Oberteil kann jedoch auch ein separates Teil sein, welches mit dem Sitzteil verbindbar
ist. Das Oberteil kann haubenartig ausgebildet sein. Dadurch ergibt sich zwangsläufig
eine Vertiefung, in der das Stützenverbindungsteil und das Federelement zumindest
teilweise angeordnet werden können.
[0010] Das Bodenelement kann mit dem Oberteil verbunden, insbesondere verschraubt sein.
Wenn das Sitzteil als Oberteil ausgebildet ist bzw. selbst eine als Aufnahme dienende
Ausnehmung aufweist, kann das Bodenelement direkt mit dem Sitzteil verbunden werden.
[0011] Das Bodenelement kann eine Durchgangsausnehmung aufweisen, durch die ein Teil des
Stützenverbindungsteils oder ein Abschnitt der Stütze ragt.
[0012] Der Anschlag kann an einem radial von dem Stützenverbindungsteil abstehenden, insbesondere
massiven Vorsprung ausgebildet sein. Dadurch kann die notwendige Stabilität erreicht
werden, um zu verhindern, dass der Anschlag beim Blockieren einer Bewegung nach hinten
beschädigt wird. Der Anschlag selbst kann als Fläche ausgebildet sein. Die Fläche
kann schräg zur Horizontalen ausgerichtet sein. Dadurch kann eine besonders wirksame
Blockierung einer Bewegung nach hinten realisiert werden.
[0013] Der Vorsprung kann an seiner dem Federelement zugewandten Seite eine gekrümmte Fläche
aufweisen. Die Krümmung der Fläche kann dabei insbesondere so gewählt werden, dass
eine Bewegung des Sitzteils nach links und rechts begünstigt wird. Die gekrümmte Fläche
kann dabei insbesondere in Form einer Teilmantelfläche eines Zylinders ausgebildet
sein.
[0014] Das Federelement kann das Stützenverbindungsteil zumindest abschnittsweise umfangsmäßig
umgeben. Vorzugsweise umgibt das Federelement das Stützenverbindungsteil umfangsmäßig
vollständig. Insbesondere kann das Federelement ringartig ausgebildet sein und das
Stützenverbindungsteil umgeben. Vorzugsweise ist das Federelement jedoch quaderförmig
ausgebildet und weist eine Durchgangsöffnung auf, in der das Stützenverbindungsteil
angeordnet werden kann. Wenn das Stützenverbindungsteil umfangsmäßig durch das Federelement
umgeben ist, kann eine Bewegung des Sitzteils zur Stütze stets gegen die Rückstellkraft
des Federelements erfolgen, egal, in welche Richtung das Sitzteil verschwenkt wird.
Andererseits wird dadurch sichergestellt, dass stets eine Rückstellkraft vorhanden
ist, um das Sitzteil nach einem Auslenken relativ zur Stütze in seine Nullstellung,
d. h. in seine unbelastete unverschwenkte Stellung zurückzustellen.
[0015] Besondere Vorteile ergeben sich, wenn das Federelement drehfest auf oder an dem Stützenverbindungsteil
angeordnet ist. Dazu kann das Federelement eine unrunde, insbesondere eine nicht rotationssymmetrische
Durchgangsöffnung aufweisen, in der das Stützenverbindungsteil angeordnet werden kann.
Das Stützenverbindungsteil kann umfangsmäßig entsprechend ausgebildet sein, um eng
anliegend in der Durchgangsöffnung des Federelements angeordnet werden zu können.
Dadurch kann eine drehfeste Verbindung geschaffen werden.
[0016] Insbesondere, wenn das Federelement so gestaltet wird, dass es in Bereichen unterschiedlich
dick ist und/oder unterschiedliche Elastizitäten in unterschiedlichen Bereichen aufweist,
ist es vorteilhaft, wenn das Federelement bezüglich des Stützenverbindungsteils drehfest
angeordnet ist, damit sichergestellt werden kann, dass sich die Zone mit der entsprechenden
gewünschten Elastizität stets in der richtigen Position befindet.
[0017] Das Stützenverbindungsteil kann einen Anschlag, insbesondere einen Bund, aufweisen,
an dem sich das Federelement, insbesondere axial, abstützt. Durch diese Maßnahme kann
sichergestellt werden, dass das Federelement bezüglich des Stützenverbindungsteils
eine definierte Lage einnimmt. Außerdem kann dadurch das Federelement zwischen dem
Bund und dem Bodenelement eingespannt, insbesondere komprimiert werden, um eine Vorspannung
zu erzeugen. Es ist jedoch auch denkbar, das Federelement oberhalb des Anschlags anzuordnen,
also zwischen Anschlag des Stützenverbindungsteils und Oberteil.
[0018] Das Federelement kann drehfest in der Aufnahme angeordnet sein. Insbesondere kann
dazu das Bodenelement eine Vertiefung aufweisen, in der das Federelement angeordnet
ist. Die Vertiefung des Bodenelements kann dabei nicht rotationssymmetrisch ausgebildet
sein, insbesondere unrund ausgebildet sein. Beispielsweise kann die Vertiefung zumindest
eine gerade Seite aufweisen, sodass ein Verdrehen des Federelements relativ zum Bodenelement
und somit relativ zur Aufnahme verhindert wird. Vorzugsweise weist das Bodenelement
drei gerade Seiten in der Vertiefung auf, an denen das Federelement anliegt. Eine
so gestaltete Vertiefung vorzusehen hat weiterhin den Vorteil, dass das Federelement,
wenn dieses komprimiert wird, insbesondere unter Vorspannung gesetzt wird, nicht ausweichen
kann.
[0019] Das Bodenelement kann an seiner Vorderseite weiterhin eine erhöhte Wandung aufweisen,
die zudem verhindert, dass das Federelement unter Kompression ausweicht. Die erhöhte
Wandung kann gekrümmt ausgebildet sein.
[0020] Wie oben bereits erwähnt, kann es vorteilhaft sein, das Federelement mit Zonen unterschiedlicher
Elastizität auszustatten. Dadurch können beispielsweise unterschiedliche Rückstellkräfte
für unterschiedliche Wippbewegungen des Oberteils eingestellt werden. Eine Möglichkeit,
unterschiedliche Zonen mit unterschiedlicher Elastizität vorzusehen, ist es, das Federelement
aus unterschiedlichen Materialien herzustellen.
[0021] Eine weitere Möglichkeit, unterschiedliche Elastizitäten einzustellen, ist es, das
Federelement zumindest in einem Bereich mit einem oder mehreren Schlitzen, insbesondere
Längsschlitzen, zu versehen. Je nach Abstand der Schlitze und Breite der Schlitze
können sich unterschiedliche Elastizitäten ergeben. In diesem Fall ist es nicht unbedingt
notwendig, unterschiedliche Materialien für das Federelement vorzusehen.
[0022] Der oder die Schlitze können am Außenumfang des Federelements angeordnet sein. Vorzugsweise
ist das Federelement dabei nicht über die gesamte Dicke geschlitzt, sondern sind die
Schlitze nutartig ausgebildet, durchragen also nicht vollständig das Federelement.
[0023] Weiterhin ist es denkbar, je nach Gewicht des Benutzers unterschiedliche Federelemente
für den Stuhl vorzusehen, um dadurch die Rückstellkraft einzustellen.
[0024] Das Stützenverbindungsteil kann an seiner Unterseite zumindest abschnittsweise konvex
ausgebildet sein und das Bodenelement kann in korrespondierenden Abschnitten konkav
ausgebildet sein. Dadurch ergeben sich einander gegenüberliegende Gleitflächen, sodass
das Stützenverbindungsteil entlang des Bodenelements gleiten kann.
[0025] Das Stützenverbindungsteil kann sich über ein Gleitelement an dem Oberteil abstützen.
Das Gleitelement kann beispielsweise aus Kunststoff ausgebildet sein. Auch an der
Oberseite kann das Stützenverbindungsteil zumindest abschnittsweise konvex ausgebildet
sein und das Gleitelement, insbesondere dessen Unterseite, kann konkav ausgebildet
sein. Das Gleitelement kann wiederum in dem Oberteil angeordnet sein, insbesondere
kann die Oberseite des Gleitelements konvex ausgebildet sein und eine entsprechende
Unterseite des Oberteils kann konkav ausgebildet sein.
[0026] Um das Gleitlager in seiner Position relativ zum Oberteil festzulegen, kann das Gleitlager
an seiner Oberseite einen Vorsprung, insbesondere einen ringförmigen oder hohlzylinderförmigen
Vorsprung, aufweisen, mit dem es in eine Ausnehmung des Oberteils ragt.
[0027] Weitere Vorteile ergeben sich, wenn das Sitzteil eine Synchronmechanik aufweist.
Dadurch lassen sich zwei Gelenkanordnungen kombinieren, um die Ergonomie eines Stuhls
zu verbessern.
[0028] In den Rahmen der Erfindung fällt außerdem eine Gelenkanordnung für einen Stuhl,
mit einem Oberteil und einem Bodenelement, das mit dem Oberteil verbindbar ist, wobei
das Oberteil und das Bodenelement eine Aufnahme ausbilden, in dem ein Stützenverbindungsteil
und ein Federelement zumindest teilweise angeordnet sind, wobei das Stützenverbindungsteil
sich über das Federelement an einer Innenwand der Aufnahme abstützt und das Federelement
unter Vorspannung in der Aufnahme angeordnet ist.
[0029] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
von Ausführungsbeispielen der Erfindung, anhand der Figuren der Zeichnung, die erfindungswesentliche
Einzelheiten zeigt, sowie aus den Ansprüchen. Die dort gezeigten Merkmale sind nicht
notwendig maßstäblich zu verstehen und derart dargestellt, dass die erfindungsgemäßen
Besonderheiten deutlich sichtbar gemacht werden können. Die verschiedenen Merkmale
können je einzeln für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen bei Varianten
der Erfindung verwirklicht sein.
[0030] In der schematischen Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
[0031] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Abschnitt eines Stuhls in einer Seitenansicht;
- Fig. 2
- eine Schnittdarstellung durch das Sitzteil eines Stuhls;
- Fig. 3
- eine Schnittdarstellung einer Gelenkanordnung;
- Fig. 4
- eine weitere Schnittdarstellung der Gelenkanordnung der Fig. 3;
- Fig. 5a
- eine perspektivische Ansicht eines Stützenverbindungsteils;
- Fig. 5b
- eine Schnittdarstellung des Stützenverbindungsteils;
- Fig. 5c
- eine Ansicht von hinten des Stützenverbindungsteils;
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf ein Federelement;
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht eines Bodenelements;
- Fig. 8
- eine perspektivische Ansicht eines Gleitelements.
[0032] Die Fig. 1 zeigt einen Abschnitt eines Stuhls 1 mit einem Sitzteil 2 und einer damit
verbundenen Stütze 3 eines Fußteils. Die Stütze 3 ist über eine noch näher zu beschreibende
Gelenkanordnung 4 mit dem Sitzteil 2 verbunden. Das Sitzteil 2 umfasst eine Synchronmechanik
5, die eine synchrone Bewegung einer hier nicht dargestellten Sitzfläche zu einer
ebenfalls nicht dargestellten Rückenlehne bewirkt, wenn ein Benutzer sich an die Rückenlehne
anlehnt. Die Stütze 3 kann eine Gasfeder umfassen.
[0033] In der Schnittdarstellung der Fig. 2 ist zu erkennen, dass die Gelenkanordnung 4
ein Oberteil 10 aufweist, welches haubenartig ausgestaltet ist. Das Oberteil 10 ist
mit dem Sitzteil 2 verbunden oder Bestandteil desselben.
[0034] Das Oberteil 10 begrenzt eine Aufnahme 11 nach oben. Unterseits wird die Aufnahme
11 durch ein Bodenelement 12 begrenzt. Das Bodenelement 12 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel
mit dem Oberteil 10 verbunden, insbesondere verschraubt. In der Aufnahme 11 ist ein
Stützenverbindungsteil 13 angeordnet, welches sich über ein Federelement 14 an dem
Bodenelement 12 abstützt. Das Stützenverbindungsteil 13 weist einen Innenkonus 15
auf, der sich nach oben konisch verjüngt. In dem Innenkonus 15 kann die Stütze 3 angeordnet
werden, insbesondere mittels einer Presspassung verbunden werden.
[0035] Das Stützenverbindungsteil 13 weist einen radialen Vorsprung 16 auf, der einen als
schräge Fläche ausgebildeten Anschlag 17 aufweist. Der Anschlag 17 liegt an einem
korrespondierenden Anschlag 18 des Oberteils 10 an. Dadurch wird an dieser Stelle
eine Relativbewegung von Stützenverbindungsteil 13 und Oberteil 10 bzw. Sitzteil 2
verhindert. Insbesondere wird dadurch verhindert, dass das Sitzteil 2 und damit eine
Sitzfläche relativ zur Stütze 3 bzw. zum Stützenverbindungsteil 13 nach hinten verschwenkt
wird. Eine Relativbewegung des Stützenverbindungsteils 13 zum Oberteil 10 in andere
Richtungen ist möglich.
[0036] Das Stützenverbindungsteil 13 weist einen weiteren Anschlag 20 auf, der im vorliegenden
Beispiel als Bund ausgebildet ist. An diesem weiteren Anschlag 20 liegt von unten
das Federelement 14 an.
[0037] In der Fig. 3 ist die Gelenkanordnung 4 in vergrößerter Darstellung gezeigt. Die
vorher beschriebenen Elemente sind entsprechend mit Bezugsziffern versehen. Hier ist
auch zu erkennen, dass zwischen dem Stützenverbindungsteil 13 und dem Oberteil 10
ein Gleitelement 22 angeordnet ist. Das Gleitelement 22 ermöglicht eine reibungsarme
Relativbewegung von Stützenverbindungsteil 13 und Oberteil 10. Durch den Pfeil 24
ist angedeutet, dass parallel zur Zeichenebene lediglich eine Bewegung in Pfeilrichtung
24 des Oberteils 10 relativ zum Stützenverbindungsteil 13 möglich ist. Auf der gegenüberliegenden
Seite ist die Bewegung durch die Anschläge 17, 18 blockiert. Eine Wippbewegung des
Oberteils 10 bzw. des Sitzteils 2 nach hinten ist daher nicht möglich. Eine Bewegung
in Pfeilrichtung 24 kann im vorliegenden Ausführungsbeispiel um 6° erfolgen. Durch
konstruktive Änderungen können auch Bewegungen von mehr oder weniger als 6° zugelassen
werden, z. B. 4° oder 8°.
[0038] Bei einer Bewegung des Oberteils 10 in Pfeilrichtung 24 wird das Federelement 14
an der Stelle 14.1 komprimiert. Damit eine ausreichende Rückstellkraft erzeugt wird,
wird verhindert, dass das Federelement 14 an der Stelle 14.1 seitlich ausweichen kann.
Hierfür ist an dem Bodenelement 12 eine Wandung 26 vorgesehen. Auch an anderen Stellen
ist das Federelement durch entsprechende Wandungen eingefasst, um ein Ausweichen zu
verhindern.
[0039] Damit das Gleitelement 22 in seiner Lage bleibt, wenn das Stützenverbindungsteil
13 und das Oberteil 10 relativ zueinander bewegt werden, weist dieses einen Vorsprung
28 auf, der ringförmig ausgestaltet sein kann, und in eine Öffnung 30 des Oberteils
10 ragt.
[0040] Die Fig. 4 zeigt eine um 90° verdrehte Schnittdarstellung der Gelenkanordnung 4.
Durch den Doppelpfeil 32 ist angedeutet, dass eine Relativbewegung von Oberteil 10
zu Stützenverbindungsteil 13 in Doppelpfeilrichtung 32 möglich ist. Die Doppelpfeilrichtung
32 entspricht dabei einer Bewegung des Sitzteils 2 nach links und rechts. Die Bewegung
in Doppelpfeilrichtung 32 ist so weit möglich, bis das Stützenverbindungsteil 13 an
das Oberteil 10 stößt und eine weitere Bewegung verhindert wird. Insbesondere kann
die Dimensionierung und Relativposition von Stützenverbindungsteil 13 und Oberteil
10 so gewählt werden, dass eine Bewegung aus der gezeigten Stellung nach links und
nach rechts um jeweils 2° oder 3° oder auch mehr oder weniger möglich ist.
[0041] Die Fig. 5a zeigt eine perspektivische Ansicht des Stützenverbindungsteils 13. Die
bisher schon beschriebenen Elemente sind mit denselben Bezugsziffern versehen. Weiterhin
ist zu erkennen, dass am oberen Ende eine, insbesondere im Wesentlichen konvexe, Gleitfläche
34 vorgesehen ist. Auf dieser Gleitfläche 34 liegt das Gleitelement 22 auf. Am unteren
Ende ist ebenfalls eine Gleitfläche 36 vorgesehen, mit der das Stützenverbindungsteil
13 entlang engsprechender Gleitflächen des Bodenelements 12 gleiten kann.
[0042] Weiter ist zu erkennen, dass der Vorsprung 16 keilartig ausgebildet ist.
[0043] Die Gleitflächen 34, 36 sind auch besonders gut in der Schnittdarstellung gemäß Fig.
5b zu erkennen.
[0044] Die Fig. 5c zeigt eine Ansicht auf den Vorsprung 16. Dabei ist zu erkennen, dass
die Unterseite 38 des Vorsprungs 16 leicht gewölbt ausgebildet ist, insbesondere als
gewölbte Fläche ausgebildet ist. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die gewölbte
Fläche 38 nach unten ausgewölbt. Dadurch wird eine Bewegung des Sitzteils nach rechts
und nach links begünstigt bzw. eine Richtung vorgegeben. Die Fläche 38 ist im Ausführungsbeispiel
Teil des Anschlags 20 (Fig. 2) .
[0045] Die Fig. 6 zeigt eine Draufsicht auf das Federelement 14. Es ist zu erkennen, dass
das Federelement 14 eine im Wesentlichen quaderförmige Gestalt hat. Insbesondere weist
es drei gerade Seitenflächen 40, 42, 44 auf. Weiterhin ist zu erkennen, dass das Federelement
14 eine Durchgangsöffnung 46 aufweist, die unrund bzw. nicht rotationssymmetrisch
ausgestaltet ist. Auch hier sind drei Flächen 48, 50, 52 zu erkennen, die in Anlage
an Seitenflächen des Stützenverbindungsteils 13 gelangen, wenn das Federelement 14
auf das Stützenverbindungsteil 13 aufgesetzt ist. Dadurch ergibt sich, dass das Federelement
14 formschlüssig und drehfest an dem Stützenverbindungsteil 13 angeordnet ist.
[0046] Die Fig. 7 zeigt das Bodenelement 12. Dieses weist eine Vertiefung 54 auf, in die
das Federelement 14 eingesetzt werden kann. Die Vertiefung 54 weist zu den Flächen
40, 42, 44 korrespondierende Flächen 56, 58, 60 auf. Die Vertiefung 54 ist demnach
nicht rotationssymmetrisch ausgestaltet. Das Federelement 14 kann drehfest in dem
Bodenelement 12 angeordnet werden. Die Seitenflächen bzw. Wandungen 56, 58, 60 verhindern
außerdem, dass das Federelement 14 seitlich ausweicht, wenn es komprimiert wird. Zu
diesem Zweck ist auch die Wandung 26 vorgesehen, die bereits beschrieben wurde. Die
Wandung 26 steht nach oben über den Hauptteil 62 des Bodenelements 12 über und weist
eine Rundung auf. Es ist zu sehen, dass das Bodenelement 12 eine Durchgangsöffnung
64 aufweist, durch die die Stütze 3 ragen kann. Im Bereich der Durchgangsöffnung 64
ist eine insbesondere im Wesentlichen konkav ausgebildete Gleitfläche 66 zu erkennen,
mit der die Fläche 36 zusammenwirken kann.
[0047] Die Fig. 8 zeigt das Gleitelement 22 in einer perspektivischen Darstellung. Die Fläche
70 ist konvex ausgebildet und korrespondiert zu einer Fläche des Oberteils 10. Hier
ist auch zu erkennen, dass der Vorsprung 28 ringförmig ausgebildet ist.
1. Stuhl (1), insbesondere Bürostuhl, mit einem Sitzteil (2) und einem Fußteil, wobei
das Fußteil eine Stütze (3) umfasst, die mit dem Sitzteil (2) über eine Gelenkanordnung
(4), die eine Relativbewegung von Sitzteil (2) zu Fußteil erlaubt, verbunden ist,
wobei die Gelenkanordnung (4) ein Stützenverbindungsteil (13) umfasst, das gegen die
Rückstellkraft eines Federelements (14) relativ zum Sitzteil (2) bewegbar ist und
sowohl das Stützenverbindungsteil (13) als auch das Federelement (14), zumindest teilweise,
in einer Aufnahme (11) angeordnet sind, die durch ein Oberteil (10) oberseitig und
durch ein Bodenelement (12) unterseitig begrenzt ist, wobei das Stützenverbindungsteil
(13) einen Anschlag (17) aufweist, der mit einem korrespondierenden Anschlag (18)
des Oberteils (10) zusammenwirkt, um eine Wippbewegung des Oberteils (10) nach hinten
zu verhindern.
2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Oberteil (10) haubenartig ausgebildet ist.
3. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bodenelement (12) mit dem Oberteil (10) verbunden ist.
4. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anschlag (17) an einem radial von dem Stützenverbindungsteil abstehenden Vorsprung
(16) ausgebildet ist.
5. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (16) an seiner dem Federelement (14) zugewandten Seite eine gekrümmte
Fläche (38) aufweist.
6. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (14) das Stützenverbindungsteil (13) zumindest abschnittsweise umfangsmäßig
umgibt.
7. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (14) drehfest auf oder an dem Stützenverbindungsteil (13) angeordnet
ist.
8. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützenverbindungsteil (13) einen Anschlag (20), insbesondere einen Bund, aufweist,
an dem sich das Federelement (14), insbesondere axial, abstützt.
9. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (14) drehfest in der Aufnahme angeordnet ist.
10. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (14) Zonen unterschiedlicher Elastizität aufweist.
11. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Federelement (14) zumindest in einem Bereich einen oder mehrere Schlitze, insbesondere
Längsschlitze, aufweist.
12. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Schlitze am Außenumfang des Federelements (14) angeordnet sind.
13. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Stützenverbindungsteil (13) an seiner Unterseite zumindest abschnittsweise konvex
ausgebildet ist und das Bodenelement (12) korrespondierend zumindest abschnittsweise
konkav ausgebildet ist.
14. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich das Stützenverbindungsteil (13) über ein Gleitlager an dem Oberteil abstützt.
15. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gleitelement an seiner Oberseite einen Vorsprung (28), insbesondere einen ringförmigen
oder hohlzylinderförmigen Vorsprung, aufweist, mit dem es in eine Ausnehmung des Oberteils
(10) ragt.
16. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Sitzteil (2) eine Synchronmechanik aufweist.
17. Gelenkanordnung (4) für einen Stuhl, mit einem Oberteil (10) und einem Bodenelement
(12), das mit dem Oberteil (10) verbindbar ist, wobei das Oberteil (10) und das Bodenelement
(12) eine Aufnahme ausbilden, in dem ein Stützenverbindungsteil (13) und ein Federelement
(14) zumindest teilweise angeordnet sind, wobei das Stützenverbindungsteil (13) sich
über das Federelement (14) an einer Innenwand der Aufnahme abstützt und das Federelement
(14) unter Vorspannung in der Aufnahme angeordnet ist.