[0001] Die Erfindung betrifft einen Grundkörper für eine Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, eine Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 10, eine Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 11, eine Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 12, ein Spritzpistolen-Set gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 15, ein Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 16 und ein Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole,
insbesondere Farbspritzpistole, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 19.
[0002] Gemäß dem Stand der Technik weist eine Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
insbesondere druckluftzerstäubende Farbspritzpistole, an ihrem Kopf eine Farbdüse
auf, welche in den Pistolenkörper eingeschraubt wird. Die Farbdüse weist an ihrem
vorderen Ende häufig ein hohlzylindrisches Zäpfchen auf, aus deren vorderer Mündung
beim Betrieb der Spritzpistole das zu verspritzende Material austritt. Die Farbdüse
kann in ihrem vorderen Bereich jedoch auch konisch ausgestaltet sein. Der Pistolenkopf
weist in der Regel ein Außengewinde auf, über das ein Luftdüsenring mit einer darin
angeordneten Luftkappe am Pistolenkopf angeschraubt wird. Die Luftkappe weist eine
zentrale Öffnung auf, deren Durchmesser größer ist als der Außendurchmesser des Farbdüsenzäpfchens
bzw. der Außendurchmesser des vorderen Ende einer konischen Farbdüse. Die zentrale
Öffnung der Luftkappe und das Zäpfchen bzw. das vordere Ende der Farbdüse bilden zusammen
einen Ringspalt. Aus diesem Ringspalt tritt die sogenannte Zerstäuberluft aus, welche
in der oben beschriebenen Düsenanordnung ein Vakuum an der Stirnfläche der Farbdüse
erzeugt, wodurch das zu verspritzende Material aus der Farbdüse herausgesaugt wird.
Die Zerstäuberluft trifft auf den Farbstrahl, wodurch der Farbstrahl in Fäden und
Bänder zerrissen wird. Diese Fäden und Bänder zerfallen aufgrund ihrer hydrodynamischen
Instabilität, der Wechselwirkung zwischen der schnell strömenden Druckluft und der
Umgebungsluft sowie aufgrund von aerodynamischen Störungen zu Tröpfchen, welche durch
die Zerstäuberluft von der Düse weg geblasen werden.
[0003] Die Luftkappe weist häufig ferner zwei Hörner auf, welche einander diametral gegenüberstehen
und in Ausströmrichtung über den genannten Ringspalt und die Materialauslassöffnung
hinausstehen. Von der Rückseite der Luftkappe verlaufen zwei Versorgungsbohrungen,
d.h. Hornluftzuführkanäle, zu Hornluftbohrungen in den Hörnern. In der Regel weist
jedes Horn zumindest eine Hornluftbohrung auf, bevorzugt weist jedes Horn jedoch zumindest
zwei Hornluftbohrungen auf, aus welchen die Hornluft austritt. Die Hornluftbohrungen
sind in der Regel so orientiert, dass sie auf die Düsenlängsachse in Austrittsrichtung
nach dem Ringspalt zeigen, sodass die aus den Hornluftbohrungen austretende sogenannte
Hornluft die bereits aus dem Ringspalt ausgetretene Luft bzw. den Farbstrahl oder
den bereits zumindest teilweise entstandenen Farbnebel beeinflussen können. Dadurch
wird der Farbstrahl oder auch Spritzstrahl mit ursprünglich kreisrundem Querschnitt
(Rundstrahl) an seinen den Hörnern zugewandten Seiten zusammengedrückt und in senkrecht
dazu stehender Richtung verlängert. Dadurch entsteht ein sogenannter Breitstrahl,
welcher eine größere Flächenlackiergeschwindigkeit erlaubt. Neben der Verformung des
Spritzstrahls bezweckt die Hornluft eine weitere Zerstäubung des Spritzstrahls.
[0004] In den Pistolenkörper, d.h. den Grundkörper der Spritzpistole, sind in der Regel
Luftkanäle eingebracht, wobei Luft aus einem der Kanäle, wie oben beschrieben, zur
Verwendung als Zerstäuberluft zum genannten Ringspalt geleitet wird, und Luft aus
einem anderen Kanal, wie oben beschrieben, zur Verwendung als Hornluft zu den genannten
Hornluftöffnungen geleitet wird. Hierzu münden die Luftkanäle in einer Stirnfläche
des Kopfs des Pistolenkörpers und werden über eine Luftverteiler-Anordnung zum Ringspalt
bzw. zu den Hornluftbohrungen geleitet. Die Luftverteiler-Anordnung umfasst häufig
einen Luftverteiler-Ring, der den Zerstäuberluftbereich und den Hornluftbereich voneinander
trennt. Eine derartige Düsenanordnung bzw. Luftverteiler-Anordnung ist beispielsweise
in der
DE 20 2010 012 449 U1 und in den chinesischen Gebrauchsmusterschriften ZL
2014 2 0431026.7 und ZL
2016 2 0911120.1 offenbart.
[0005] Nachteilhaft am oben beschriebenen Stand der Technik, nämlich der Luftverteiler-Anordnung
aufweisend einen Luftverteiler-Ring, ist, dass der Luftverteiler-Ring vom Hersteller
der Spritzpistole als separates Bauteil hergestellt und vom Hersteller bzw. vom Benutzer
der Spritzpistole montiert werden muss. Der Benutzer muss das separate Bauteil reinigen
und wechseln. Ferner besteht das Risiko eines Verlusts des Luftverteiler-Rings, wodurch
die Spritzpistole unbrauchbar wird bis der Benutzer Ersatz beschafft hat. Um eine
einfache Abdichtung zwischen Zerstäuberluftbereich und Hornluftbereich zu erreichen,
ist der Luftverteiler-Ring aus Kunststoff hergestellt. Dadurch ist er jedoch anfällig
für Beschädigungen. Ferner sind die Luftverteiler-Ringe gemäß dem Stand der Technik
relativ komplex ausgestaltet.
[0006] Die
US 2007/0262169 A1 zitiert die taiwanesische Gebrauchsmusterschrift
TW 510253, die eine Pistolenkopfstruktur offenbart, wobei der Pistolenkopf zwei ringförmige
Nuten offenbart, die durch drei umlaufende Wandungen am Pistolenkopf begrenzt werden.
Die beschriebene Düsenstruktur umfasst eine Dichtscheibe b, ein Anschlussteil c, eine
Düse d, einen Sprühkopf d und eine Schraubenmutter f.
[0007] Sowohl die Pistolenkopfstruktur gemäß dem in der US-Schrift zitierten Stand der Technik,
wie auch die in der genannten US-Schrift selbst beschriebene Anordnung umfasst eine
Vielzahl an Einzelteilen mit den oben beschriebenen Nachteilen. Die einzelnen Komponenten
sind teilweise relativ filigran ausgestaltet. Bei einer Beschädigung von einer der
Komponenten besteht das Risiko, dass eine Abdichtung zwischen Zerstäuberluftbereich
und Hornluftbereich bereits nicht mehr gegeben ist, was einen negativen Einfluss auf
den Spritzstrahl hat. Ferner ist der Pistolenkopf aufgrund der Vielzahl an aufeinandergesetzten
Komponenten relativ lang.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Grundkörper für eine Spritzpistole,
insbesondere Farbspritzpistole, und eine Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
bereitzustellen, welche weniger anfällig für Beschädigungen und funktionssicher sind.
[0009] Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Spritzpistolen-Set bereitzustellen,
das es dem Benutzer ermöglicht, eine Spritzpistole für unterschiedliche Einsatzzwecke
zu schaffen.
[0010] Eine weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Verfahren zum Umrüsten einer
Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole, bereitzustellen, mittels derer eine
Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole, mit einem ersten Düseninnendruck einfach
zu einer Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole, mit einem zweiten Düseninnendruck
und zurück umgerüstet werden kann.
[0011] Die erste Aufgabe wird durch einen Grundkörper für eine Spritzpistole, insbesondere
Farbspritzpistole, gelöst, welcher zumindest einen Kopfbereich zur Anbringung einer
Düsenanordnung aufweist, wobei der Kopfbereich zumindest eine innere Wandung, eine
äußere Wandung und eine dazwischen angeordnete mittlere Wandung aufweist, wobei die
Wandungen umlaufend und einstückig mit dem Grundkörper ausgebildet sind und wobei
das vordere Ende der mittleren Wandung entlang einer Achse gegenüber dem vorderen
Ende der äußeren Wandung zurückgesetzt ist. Vorzugsweise ist das vordere Ende der
mittleren Wandung entlang einer Achse um 2 mm bis 4 mm gegenüber dem vorderen Ende
der äußeren Wandung zurückgesetzt.
[0012] Die am Kopfbereich anbringbare Düsenanordnung kann beispielsweise eine Materialdüse,
welche häufig auch als Farbdüse bezeichnet wird, und zumindest dem Auslass des zu
verspritzenden Materials dient, eine Luftkappe zum Auslass von Luft und einen Luftdüsenring
zum Verbinden der Luftkappe mit dem Grundkörper umfassen.
[0013] Als Wandung kann vorliegend insbesondere ein Steg oder eine Trennwand mit einer Dicke
von einigen Millimetern verstanden werden, die sich im Wesentlichen parallel zur Zentral-
bzw. Längsachse des Kopfbereichs des Grundkörpers bzw. zur Zentral- bzw. Längsachse
der in oder am Grundkörper anordenbaren Materialdüse erstreckt. Es kann sich dabei
auch um eine Zentral- bzw. Längsachse eines oberen Teils des Grundkörpers und/oder
um die Zentral- bzw. Längsachse einer Aufnahmeöffnung zur Aufnahme einer Materialmengenreguliereinrichtung
handeln. Die Wandung steht vorzugsweise im Wesentlichen senkrecht auf einer Fläche,
beispielsweise einer Frontfläche des Kopfes des Grundkörpers, welche im Wesentlichen
senkrecht zu der bzw. den oben genannten Zentral- bzw. Längsachsen verläuft. Die Bezeichnungen
"innere", "mittlere" und "äußere" Wandung sind derart zu verstehen, dass in der Ansicht
von vorne auf den Pistolenkopf die innere Wandung in radialer Richtung dem Mittelpunkt
des Pistolenkopfes näher ist als die mittlere Wandung, welche dem Mittelpunkt des
Pistolenkopfes wiederum näher ist als die äußere Wandung.
[0014] Die Wandungen müssen dabei nicht kreisrund ausgestaltet sein und sie müssen keine
konstante Dicke aufweisen. Vielmehr können Sie auch elliptisch oder anderweitig oval
oder auch eckig, beispielsweise quadratisch oder rechteckig, sein und an zumindest
einer Stelle dicker oder dünner sein als an zumindest einer anderen Stelle. Vorzugsweise
sind die Wandungen jedoch kreisrund ausgestaltet und haben eine konstante Dicke.
[0015] Die Bezeichnung "einstückig" mit dem Grundkörper ausgebildet bedeutet vorliegend,
dass die Wandungen und der restliche Grundkörper aus einem Stück gefertigt wurden,
beispielsweise mittels Guss, spanender Bearbeitung, 3D-Druck oder sonstigen Verfahren.
D.h. die Wandungen und der Grundkörper müssen nicht getrennt voneinander gefertigt
und anschließend miteinander verbunden werden. Dadurch kann die Anzahl der Einzelteile
reduziert werden. Besonders bevorzugt wird der Grundkörper zunächst aus einem gebogenen
Vollmaterialstab geschmiedet und anschließend mittels Bohrer, Fräser oder einer Kombination
aus diesen bearbeitet.
[0016] Unter "entlang einer Achse" ist vorliegend entlang der Zentral- bzw. Längsachse des
Kopfbereichs des Grundkörpers bzw. der Zentral- bzw. Längsachse des in oder am Grundkörper
anordenbaren Materialdüse zu verstehen. Als "vorne" wird dabei die Spritzrichtung
bzw. die Seite des Grundkörpers angesehen an dem die Materialdüse angeordnet oder
anordenbar ist, als "hinten" die Gegenseite bzw. Gegenrichtung, an der beispielsweise
eine Materialmengenreguliereinrichtung angeordnet bzw. anordenbar ist. Dass das vordere
Ende der mittleren Wandung entlang einer Achse gegenüber dem vorderen Ende der äußeren
Wandung "zurückgesetzt" ist, bedeutet, dass das vordere Ende der äußeren Wandung weiter
vorne ist als das vordere Ende der mittleren Wandung. Ein Vorteil hierbei ist, dass
die zurückgesetzte mittlere Wandung besser vor Beschädigungen geschützt ist als eine
die äußere Wandung überragende oder eine mit der äußeren Wandung fluchtende mittlere
Wandung. Die mittlere Wandung, insbesondere deren vorderes Ende, d.h. die vordere
Kante bzw. der vordere Kantenbereich, ist im vorliegenden Fall kritischer für die
Funktionsfähigkeit des Grundkörpers bzw. der Spritzpistole als die äußere Wandung,
insbesondere deren vorderes Ende, d.h. die vordere Kante bzw. der vordere Kantenbereich.
[0017] Vorzugsweise ist das vordere Ende der mittleren Wandung entlang einer Achse um 2
mm bis 4 mm gegenüber dem vorderen Ende der äußeren Wandung zurückgesetzt. In diesem
Fall bietet der erfindungsgemäße Grundkörper, wie unten näher beschrieben, ausreichend
Platz für eine robuste, funktionssichere Düse bzw. Teile hiervon.
[0018] Dass das vordere Ende der mittleren Wandung entlang einer Achse gegenüber dem vorderen
Ende der äußeren Wandung zurückgesetzt ist, bedeutet, dass die vordere Kante der mittleren
Wandung entlang einer Achse zumindest bereichsweise gegenüber der vorderen Kante der
äußeren Wandung zurückgesetzt ist. Die vordere Kante der äußeren Wandung muss sich
nicht über ihren gesamten Verlauf vor der vorderen Kante der mittleren Wandung befinden.
Vielmehr kann sich die vordere Kante der äußeren Wandung bereichsweise auch hinter
der vorderen Kante der mittleren Wandung befinden. Dies bedeutet auch, dass die Wandungen
nicht über ihren gesamten Verlauf eine konstante Höhe haben müssen. Vielmehr können
die Wandungen Stufen, Absätze, Rampen oder ähnliches aufweisen. Vorzugsweise haben
die Wandungen jedoch über ihren Verlauf eine konstante Höhe und die vordere Kante
der mittleren Wandung ist über ihren gesamten Verlauf entlang einer Achse gegenüber
dem vorderen Ende der äußeren Wandung zurückgesetzt.
[0019] Die Aufgabe wird ferner durch eine Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
gelöst, die einen oben und weiter unten beschriebenen Grundkörper umfasst.
[0020] Außerdem wird die Aufgabe durch eine Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
gelöst, die zumindest einen Grundkörper, insbesondere einen oben und weiter unten
beschriebenen Grundkörper, eine Düse mit zumindest einer Materialdüse, eine Luftkappe,
einen ersten luftführenden Bereich und einen zweiten luftführenden Bereich aufweist,
wobei der erste luftführende Bereich Luft führt, die zur Zerstäubung von zu verspritzendem
Material verwendet wird, und der zweite luftführende Bereich Luft führt, die zur Beeinflussung
eines Spritzstrahls verwendet wird, wobei der erste luftführende Bereich und der zweite
luftführende Bereich zumindest bereichsweise durch eine mittlere Wandung des Grundkörpers,
ein an der Materialdüse einstückig angeordnetes Scheibenelement, zumindest eine an
der Materialdüse angeordnete, insbesondere unverlierbar angeordnete, Prallscheibe
und durch zumindest einen Teil der Luftkappe voneinander separiert sind, wobei die
mittlere Wandung des Grundkörpers umlaufend ausgestaltet ist. Durch die beschriebene
Ausgestaltung ist eine Trennung bzw. Abdichtung zwischen dem ersten und dem zweiten
luftführenden Bereich nur mit bereits vorhandenen Teilen, d.h. Teilen, die auch eine
andere Funktion als die Trennung der beiden Bereiche erfüllen, möglich. Es ist kein
zusätzliches Dichtelement nötig, wodurch die Anzahl der Einzelteile niedrig gehalten
werden kann, um die oben genannten Nachteile zu überwinden bzw. die oben genannten
Vorteile zu realisieren. Die Luft, die zur Zerstäubung von zu verspritzendem Material
verwendet und von dem ersten luftführenden Bereich geführt wird, wird häufig als Zerstäuberluft
bezeichnet. Die Luft, die zur Beeinflussung eines Spritzstrahls verwendet und von
dem zweiten luftführenden Bereich geführt wird, wird häufig als Hornluft bezeichnet.
Die Bereiche werden häufig als Zerstäuberluftbereich bzw. Hornluftbereich bezeichnet.
Das Scheibenelement kann als Teil der Materialdüse angesehen werden, sodass eine eigentlich
am Scheibenelement angeordnete Prallscheibe auch als an der Materialdüse angeordnet
angesehen werden kann. Dass die Prallscheibe "unverlierbar" an der Materialdüse angeordnet
ist, bedeutet vorliegend, dass die Prallscheibe nicht oder nicht ohne größere Anstrengung
von der Materialdüse entfernt werden kann und das Entfernen nicht vorgesehen ist.
Beispielsweise kann die Prallscheibe mit der Materialdüse verpresst, verklebt, vernietet
oder verschweißt sein. Auch eine starke Schnappverbindung oder ein starkes Verschrauben
kann die Prallscheibe "unverlierbar" machen.
[0021] Die Aufgabe wird ferner durch eine Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
gelöst, die zumindest einen Grundkörper, insbesondere einen oben und weiter unten
beschriebenen Grundkörper, mit einer äußeren Wandung und einer mittleren Wandung,
eine Düse mit zumindest einer Materialdüse mit einem hohlen Abschnitt zur Durchleitung
des zu verspritzenden Materials und einer Materialauslassöffnung und ein am äußeren
Umfang des hohlen Abschnitts angeordnetes Scheibenelement umfasst, wobei die Düse
ferner zumindest eine Prallscheibe aufweist, welche an der der Materialauslassöffnung
abgewandten Seite des Scheibenelements angeordnet ist und welche einen inneren und
einen äußeren Umfang aufweist, wobei die Düse derart in oder an dem Grundkörper angeordnet
ist, dass zwischen der äußeren Wandung und der zumindest einen Prallscheibe ein erster
Spalt, insbesondere ein erster Ringspalt, ausbildet ist.
[0022] Für die genannte mittlere Wandung der erfindungsgemäßen Spritzpistolen können die
obigen Ausführungen bezüglich der mittleren Wandung des erfindungsgemäßen Grundkörpers
entsprechend gelten. Auch für die Einstückigkeit von Materialdüse und Scheibenelement
gilt oben bezüglich der Einstückigkeit von Grundkörper und Wandung beschriebenes analog,
d.h. sie werden aus einem Stück gefertigt, beispielsweise mittels Guss, spanender
Bearbeitung, 3D-Druck oder sonstigen Verfahren, wodurch die bereits genannten Vorteile
erzielt werden können. Weder das Scheibenelement noch die Prallscheibe müssen zylindrisch
ausgestaltet sein, noch eine kreisrunde Grundfläche aufweisen. Vielmehr ist ihre Breite
und Länge lediglich um ein Mehrfaches höher als ihre Dicke. Ansonsten kann sowohl
bei dem Scheibenelement wie auch bei der Prallscheibe die Unterseite jeweils eine
andere Form aufweisen als die Oberseite, sie können an verschiedenen Stellen unterschiedliche
Dicken aufweisen, sie können Verengungen oder Erweiterungen aufweisen, eine elliptische
oder sonstig oval geformte Ober- oder Unterseite haben, oder auch eckig als Plättchen
ausgestaltet sein. Ferner können sie mit Öffnungen oder Nuten versehen oder mit weiteren
Komponenten ausgestattet bzw. verbunden sein. Bevorzugt ist das Scheibenelement jedoch
als Scheibe bzw. Ring mit kreisrunder Grundfläche ausgestaltet, der bzw. die konzentrisch
um die Materialdüse herum angeordnet ist. Dadurch ist eine einfache Herstellung der
Materialdüsen-Scheibenelement-Einheit mittels Drehen möglich. Gleiches gilt für die
Prallscheibe. Sowohl das Scheibenelement wie auch die Prallscheibe können als Drosseln
wirken, die beispielsweise den Strömungsbereich von Luft einschränken. Beide Komponenten
können alternativ oder zusätzlich als Luftumlenkelement oder Luftleitelement wirken.
Sie können insbesondere zur Homogenisierung eines Luftstroms oder mehrerer Luftströme
verwendet werden. Sie können dazu dienen, einen Luftstrom oder mehrere Luftströme,
die aus einer Luftauslassöffnung oder aus mehreren Luftauslassöffnungen austreten,
über einen größeren Bereich zu verteilen, sodass die Luftströmung weniger punktuell
sondern flächiger vorliegt. Ausgestaltungsbeispiele für die Komponenten und ihre Funktion
werden weiter unten näher erläutert.
[0023] Die weitere Aufgabe wird durch ein Spritzpistolen-Set umfassend zumindest einen Grundkörper,
insbesondere einen oben und weiter unten beschriebenen Grundkörper, eine erste Düsenanordnung
mit einer ersten Düse und eine zweite Düsenanordnung mit einer zweiten Düse gelöst,
wobei es sich bei der ersten Düsenanordnung und/oder der ersten Düse um eine Niederdruck-Düsenanordnung
und/oder eine Niederdruck-Düse handelt und/oder dass es sich bei der zweiten Düsenanordnung
und/oder der zweiten Düse um eine Hochdruck-Düsenanordnung und/oder eine Hochdruck-Düse
handelt. Die erste Düsenanordnung bzw. die erste Düse und die zweite Düsenanordnung
bzw. die zweite Düse können jeweils auswechselbar am Grundkörper anbringbar sein.
Je nachdem, ob der Benutzer für seine Beschichtungsaufgabe eine Niederdruck-Spritzpistole
oder eine Hochdruck-Spritzpistole benötigt, kann der Benutzer entweder die Niederdruck-Düsenanordnung
bzw. die Niederdruck-Düse oder die Hochdruck-Düsenanordnung bzw. die Hochdruck-Düse
in oder an dem Grundkörper anordnen, um so eine Niederdruck-Spritzpistole oder eine
Hochdruck-Spritzpistole zu schaffen. Die Unterschiede zwischen Niederdruck-Düsenanordnung
bzw. Niederdruck-Düse und Hochdruck-Düsenanordnung bzw. Hochdruck-Düse werden weiter
unten näher erläutert.
[0024] Die oben letztgenannte Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole,
insbesondere Farbspritzpistole, mit einem ersten Düseninnendruck zu einer Spritzpistole,
insbesondere Farbspritzpistole, mit einem zweiten Düseninnendruck, gelöst, wobei der
erste Düseninnendruck größer ist als der zweite Düseninnendruck, wobei das Verfahren
insbesondere als einen Schritt das Entfernen einer Hochdruck-Düsenanordnung von oder
aus einem Grundkörper der Spritzpistole umfasst, wobei die Hochdruck-Düsenanordnung
zumindest eine Düse mit einer Materialdüse mit einem hohlen Abschnitt zur Durchleitung
des zu verspritzenden Materials und einer Materialauslassöffnung aufweist, und wobei
das Verfahren als einen weiteren Schritt das Anordnen einer Niederdruck-Düsenanordnung
in oder an dem Grundkörper der Spritzpistole umfasst, wobei die Niederdruck-Düsenanordnung
zumindest eine Düse mit einer Materialdüse mit einem hohlen Abschnitt zur Durchleitung
des zu verspritzenden Materials und einer Materialauslassöffnung aufweist.
[0025] Die Aufgabe wird ferner durch ein Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole, insbesondere
Farbspritzpistole, mit einem ersten Düseninnendruck zu einer Spritzpistole, insbesondere
Farbspritzpistole, mit einem zweiten Düseninnendruck gelöst, wobei der erste Düseninnendruck
kleiner ist als der zweite Düseninnendruck, wobei das Verfahren insbesondere als einen
Schritt das Entfernen einer Niederdruck-Düsenanordnung von oder aus einem Grundkörper
der Spritzpistole umfasst, wobei die Niederdruck-Düsenanordnung zumindest eine Düse
mit einer Materialdüse mit einem hohlen Abschnitt zur Durchleitung des zu verspritzenden
Materials und einer Materialauslassöffnung aufweist, und wobei das Verfahren als einen
weiteren Schritt das Anordnen einer Hochdruck-Düsenanordnung in oder an dem Grundkörper
der Spritzpistole umfasst, wobei die Hochdruck-Düsenanordnung zumindest eine Düse
mit einer Materialdüse mit einem hohlen Abschnitt zur Durchleitung des zu verspritzenden
Materials und einer Materialauslassöffnung aufweist.
[0026] Spritzpistolen, insbesondere Farbspritzpistolen, arbeiten mit verschiedenen Druckverfahren.
Konventionelle Spritzpistolen arbeiten mit relativ hohen Spritzdrücken von mehreren
Bar. Bei sogenannten HVLP-Pistolen liegt der Düseninnendruck bei maximal 10 psi oder
0,7 bar, wodurch Übertragungsraten von weit mehr als 65 % erreicht werden. Compliant-Spritzpistolen
wiederum haben einen Düseninnenruck von mehr als 10 psi oder 0,7 bar, erreichen jedoch
ebenfalls eine Übertragungsrate von mehr als 65 %.
[0027] Gemäß dem Stand der Technik unterscheiden sich HVLP-Spritzpistolen strukturell insbesondere
dadurch von Compliant-Spritzpistolen, dass in den Luftkanalmündungen im Kopf des Grundkörpers
von HVLP-Spritzpistolen zusätzliche Drossel-Röhrchen eingesetzt sind. Dies macht zusätzliche
Herstellungsschritte erforderlich und eine einmal als HVLP-Spritzpistole ausgestaltete
Spritzpistole bzw. ein zur Verwendung für eine HVLP-Spritzpistole ausgestalteter Grundkörper
kann nicht oder nur schwer zu einer Compliant-Spritzpistole bzw. zu einem Compliant-Spritzpistolen-Grundkörper
umgerüstet werden, da die Drossel-Röhrchen fest in die Luftkanalmündungen eingebracht,
beispielsweise eingepresst werden müssen, damit ein unbeabsichtigtes Lösen vermieden
wird.
[0028] Der Vorteil des ersten erfindungsgemäßen Verfahrens zum Umrüsten einer Spritzpistole,
insbesondere Farbspritzpistole, mit einem ersten Düseninnendruck zu einer Spritzpistole,
insbesondere Farbspritzpistole, mit einem zweiten Düseninnendruck, wobei der erste
Düseninnendruck größer ist als der zweite Düseninnendruck, liegt darin, dass der Grundkörper
der Spritzpistole unverändert bleiben kann, wenn beispielsweise eine Compliant-Spritzpistole
zu einer HVLP-Spritzpistole umgerüstet werden soll. Die Spritzpistole kann einfach
durch Austausch der Düse zu einer Spritzpistole mit geringerem Düseninnendruck umgerüstet
werden. Auf die Herstellung separater Drossel-Röhrchen und deren Einbringen in den
Grundkörper der Spritzpistole kann verzichtet werden.
[0029] Der Vorteil des zweiten erfindungsgemäßen Verfahrens zum Umrüsten einer Spritzpistole,
insbesondere Farbspritzpistole, mit einem ersten Düseninnendruck zu einer Spritzpistole,
insbesondere Farbspritzpistole, mit einem zweiten Düseninnendruck, wobei der erste
Düseninnendruck kleiner ist als der zweite Düseninnendruck, liegt ebenso darin, dass
der Grundkörper der Spritzpistole unverändert bleiben kann, wenn beispielsweise eine
HVLP-Spritzpistole zu einer Compliant-Spritzpistole umgerüstet werden soll. Die Spritzpistole
kann einfach durch Austausch der Düse zu einer Spritzpistole mit höherem Düseninnendruck
umgerüstet werden. Auf das schwierige Entfernen der in den Grundkörper der Spritzpistole
eingebrachten Drossel-Röhrchen kann verzichtet werden.
[0030] Bei beiden erfindungsgemäßen Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole, insbesondere
Farbspritzpistole, liegt ein weiterer Vorteil darin, dass das Umrüsten auch nach Auslieferung
der Spritzpistole zum Kunden noch einfach möglich ist.
[0031] Unter dem Düseninnendruck der Spritzpistole wird der Druck verstanden, welcher in
der Luftkappe der Spritzpistole herrscht. Häufig ist dabei der Zerstäuberluftbereich
vom Hornluftbereich separiert und im Zerstäuberluftbereich kann ein anderer Druck
herrschen als im Hornluftbereich. Die Drücke im Zerstäuberluftbereich und im Hornluftbereich
können jedoch auch gleich sein. Der Düseninnendruck kann beispielsweise mit Hilfe
einer sogenannten Prüfluftkappe gemessen werden. Dabei handelt es sich um eine spezielle
Luftkappe, welche anstelle der üblichen Luftkappe an der Spritzpistole angeordnet
wird. Die Prüfluftkappe weist in der Regel zwei Manometer auf, wobei eines davon über
eine Bohrung in der Prüfluftkappe mit dem Zerstäuberluftbereich und das andere über
eine weitere Bohrung in der Prüfluftkappe mit dem Hornluftbereich verbunden ist.
[0032] Die Bezeichnungen Niederdruck-Düsenanordnung und Hochdruck-Düsenanordnung sollen
vorliegend nicht bedeuten, dass die jeweilige Düsenanordnung nur in klassischen Niederdruck-
bzw. Hochdruck-Spritzpistolen Anwendung findet bzw. dass durch den Einsatz der jeweiligen
Düsenanordnung die Spritzpistole zu einer klassischen Niederdruck-, insbesondere HVLP-Spritzpistole
bzw. zu einer klassischen Hochdruck-Pistole wird. Vielmehr ist darunter nur zu verstehen,
dass die Spritzpistole, wenn sie mit der Hochdruck-Düsenanordnung ausgestattet ist,
einen höheren Düseninnendruck aufweist als wenn sie mit der Niederdruck-Düsenanordnung
ausgestattet ist. Vorzugsweise erfüllt die mit der Niederdruck-Düsenanordnung ausgestattete
Spritzpistole bzw. der mit der Niederdruck-Düsenanordnung ausgestattete Grundkörper
die Kriterien einer HVLP-Spritzpistole und die mit der Hochdruck-Düsenanordnung ausgestattete
Spritzpistole bzw. der mit der Hochdruck-Düsenanordnung ausgestattete Grundkörper
die Kriterien einer Compliant- Spritzpistole.
[0033] Die Düsenanordnung kann neben einer Düse umfassend zumindest eine Materialdüse mit
ggf. daran angeordneten anderen Komponenten auch eine Luftkappe und einen Luftdüsenring
aufweisen. Alle diese Komponenten können bei der Niederdruck-Düsenanordnung anders
ausgestaltet sein als bei der Hochdruck-Düsenanordnung, die Unterschiede können sich
jedoch auch auf eine oder einige der Komponenten beschränken, während die anderen
Komponenten bei der Niederdruck-Düsenanordnung und bei der Hochdruck-Düsenanordnung
gleich sind. Bevorzugt liegen die Unterschiede in der Materialdüse bzw. den daran
angeordneten Komponenten und in der Luftkappe. Die Unterschiede in der Düse, der Materialdüse
bzw. den daran angeordneten Komponenten können insbesondere darin liegen, dass die
Düse der Niederdruck-Düsenanordnung im Vergleich zur Düse der Hochdruck-Düsenanordnung
eine zusätzliche Prallscheibe aufweist und dass die erste Prallscheibe der Düse der
Niederdruck-Düsenanordnung einen kleineren äußeren Umfang aufweist als die erste Prallscheibe
der Düse der Hochdruck -Düsenanordnung. Die zusätzliche Prallscheibe kann dabei als
zusätzliche Drossel wirken, die den Strömungsbereich von Luft einschränkt. Die zusätzliche
Prallscheibe kann jedoch auch alternativ oder zusätzlich die oben beschriebenen Funktionen
der ersten Prallscheibe wie Luftleitung, Luftumlenkung, Homogenisierung und/oder Luftverteilung
innehaben. Ferner können zwar sowohl das Scheibenelement der Düse der Niederdruck-Düsenanordnung
wie auch das Scheibenelement der Düse der Hochdruck-Düsenanordnung Durchgangsöffnungen,
insbesondere Durchgangsbohrungen, für Luft aufweisen, welche jedoch bei der Düse der
Hochdruck-Düsenanordnung anders ausgestaltet sein können oder in anderer Anzahl vorliegen
können als bei der Düse der Niederdruck-Düsenanordnung. Gleiches gilt für die Prallscheiben.
Die Unterschiede in der Luftkappe liegen vorzugsweise darin, dass die zentrale Öffnung
der Luftkappe der Niederdruck-Düsenanordnung einen größeren Durchmesser aufweist als
die zentrale Öffnung der Luftkappe der Hochdruck-Düsenanordnung. Dadurch ist - bei
im Wesentlichen gleichbleibendem Außendurchmesser des vorderen Endes der Materialdüse
- der Ringspalt, der durch die Außenfläche des vorderen Bereichs der Materialdüse
und durch die Wand, die die zentrale Öffnung in der Luftkappe begrenzt, gebildet wird,
und aus dem die Zerstäuberluft austritt, bei der Niederdruck-Düsenanordnung größer
als bei der Hochdruck-Düsenanordnung.
[0034] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0035] Vorzugsweise grenzen die innere Wandung und die mittlere Wandung des erfindungsgemäßen
Grundkörpers eine erste Luftverteilerkammer ab und die mittlere Wandung und die äußere
Wandung grenzen eine zweite Luftverteilerkammer ab. Das bedeutet, sie definieren,
vorzugsweise mit anderen Wandungen oder Flächen des Grundkörpers oder Wandungen oder
Flächen anderer Komponenten, derartige Luftverteilerkammern. Die Luftverteilerkammern
sind vorzugsweise nicht abgeschlossen, sondern weisen Ein-, Aus- und/oder Durchlässe
auf. Vorzugsweise sind die Luftverteilerkammern im Wesentlichen ringförmig ausgestaltet,
können jedoch auch andere Formen aufweisen, wenn dies vorteilhaft erscheint. Bevorzugt
sind die Kammern umlaufend, d.h. erstrecken sich über 360°, sie können jedoch auch
auf einen kleineren Bereich begrenzt sein. Der Zweck der Luftverteilerkammern kann
sein, Luft, welche aus zumindest einer Öffnung in die Luftverteilerkammer strömt,
über einen größeren Bereich zu verteilen, vorzugsweise über 360°. Die Luftverteilerkammer
zwischen innerer und mittlerer Wandung kann als "innere Luftverteilerkammer", die
Luftverteilerkammer zwischen mittlerer und äußerer Wandung als "äußere Luftverteilerkammer"
bezeichnet werden. Bei der inneren Luftverteilerkammer kann es sich um die Luftverteilerkammer
für Zerstäuberluft und bei der äußeren Luftverteilerkammer um die Luftverteilerkammer
für Hornluft handeln.
[0036] Zwischen der inneren Wandung und der mittleren Wandung ist bevorzugt eine erste Frontfläche
und zwischen der mittleren Wandung und der äußeren Wandung eine zweite Frontfläche
angeordnet, wobei die erste Frontfläche entlang einer Achse zum vorderen Ende der
äußeren Wandung zumindest bereichsweise einen ersten Abstand aufweist, wobei die zweite
Frontfläche entlang einer Achse zum vorderen Ende der äußeren Wandung zumindest bereichsweise
einen zweiten Abstand aufweist, und wobei der erste Abstand größer ist als der zweite
Abstand. Bei der genannten Achse handelt es sich vorliegend wieder um die Zentral-
bzw. Längsachse des Kopfbereichs des Grundkörpers bzw. um die Zentral- bzw. Längsachse
der in oder am Grundkörper anordenbaren Materialdüse. Die Bezeichnung "Frontfläche"
soll vorliegend ausdrücken, dass die Fläche der obigen Definition "nach vorne", insbesondere
in Spritzrichtung zeigt. Sie stehen damit im Wesentlichen senkrecht zur oben genannten
Zentral- bzw. Längsachse und senkrecht zu den Wandungen zwischen denen sie angeordnet
sind. Die Frontflächen können eine Art Grundfläche der oben genannten Luftverteilerkammern
bilden und sind vorzugsweise Flächen des Grundkörpers. Die erste Frontfläche ist zumindest
bereichsweise entlang der genannten Achse vom vorderen Ende der äußeren Wandung weiter
entfernt als die zweite Frontfläche. Die Abstände müssen jedoch nicht über den gesamten
Verlauf der Frontfläche konstant sein. Vielmehr können die Frontflächen auch Schrägen,
Stufen, Vertiefungen, Absätze oder ähnliches aufweisen.
[0037] Vorzugsweise beträgt der erste Abstand, d.h. der Abstand der Frontfläche zwischen
innerer und mittlerer Wandung zum vorderen Ende der äußeren Wandung entlang der Achse
9 mm bis 11 mm und der zweite Abstand, d.h. der Abstand der Frontfläche zwischen mittlerer
und äußerer Wandung zum vorderen Ende der äußeren Wandung entlang der Achse 4 mm bis
6 mm. Durch die unterschiedlichen Abstände kann die innere Luftverteilerkammer eine
größere Tiefe und somit, trotz einer geringeren Grundfläche, ein größeres Volumen
aufweisen als die äußere Luftverteilerkammer. Würden die Luftverteilerkammern jeweils
als abgeschlossene Kammern angesehen werden, wobei die Abgrenzung jeweils von der
Grundfläche, den beiden benachbarten Wandungen und durch eine imaginäre Deckelfläche,
welche parallel zu der Grundfläche auf der niedrigeren der beiden Wandungen angeordnet
ist, erfolgen würde, so würde besonders bevorzugt das Volumen der inneren Luftverteilerkammer
zwischen 1.000 mm
3 und 1.500 mm
3 und das Volumen der äußeren Luftverteilerkammer zwischen 400 mm
3 und 900 mm
3 betragen.
[0038] Bevorzugt weisen zumindest die erste Frontfläche und/oder die zweite Frontfläche
zumindest bereichsweise eine Nut auf; besonders bevorzugt weist zumindest die zweite
Frontfläche zumindest bereichsweise eine Nut mit einer Bodenfläche auf, wobei die
Bodenfläche der Nut entlang einer Achse, insbesondere der oben genannten Zentral-
bzw. Längsachse des Kopfbereichs des Grundkörpers bzw. der Zentral- bzw. Längsachse
der in oder am Grundkörper anordenbaren Materialdüse, zum vorderen Ende der äußeren
Wandung einen dritten Abstand aufweist, und wobei der dritte Abstand kleiner ist als
der erste Abstand der ersten Frontfläche zum vorderen Ende der äußeren Wandung. Die
Bodenfläche der Nut liegt also entlang der Achse zwischen der ersten Frontfläche und
der zweiten Frontfläche. Der genannte dritte Abstand setzt sich zusammen aus dem Abstand
der zweiten Frontfläche zum vorderen Ende der äußeren Wandung plus den Abstand zwischen
Bodenfläche der Nut und zweiter Frontfläche, d.h. der Tiefe der Nut.
[0039] Die Breite der Nut in der ersten bzw. in der zweiten Frontfläche entspricht bevorzugt
im Wesentlichen der Breite der ersten Frontfläche bzw. der zweiten Frontfläche. Die
Nut in der ersten Frontfläche weist besonders bevorzugt im Wesentlichen die gleiche
Breite auf wie die erste Frontfläche, die Nut in der zweiten Frontfläche weist besonders
bevorzugt im Wesentlichen die gleiche Breite auf wie die zweite Frontfläche. Unter
der Breite der Nut bzw. der Frontfläche ist dabei jeweils die Ausdehnung in radialer
Richtung des Kopfbereichs des Grundkörpers zu verstehen oder auch der Abstand zwischen
innerer und mittlerer bzw. zwischen mittlerer und äußerer Wandung in radialer Richtung.
[0040] Besonders bevorzugt erstreckt sich die Nut in Umfangsrichtung über 25 % bis 75 %,
insbesondere über 45 % bis 55 %, des Umfangs der ersten Frontfläche bzw. der zweiten
Frontfläche. Die erste Frontfläche weist vorzugsweise zumindest eine innere Luftauslassöffnung,
insbesondere zwei innere Luftauslassöffnungen, auf und die zweite Frontfläche weist
zumindest eine äußere Luftauslassöffnung, insbesondere zwei äußere Luftauslassöffnungen,
auf. Zumindest eine Luftauslassöffnung, insbesondere eine äußere Luftauslassöffnung,
liegt besonders bevorzugt innerhalb der Nut in der Frontfläche. Dadurch und insbesondere
durch die Erstreckung der Nut über 25 % bis 75 %, insbesondere über 45 % bis 55 %,
des Umfangs der jeweiligen Frontfläche, ist eine noch bessere Verteilung der aus der
zumindest einen Luftauslassöffnung ausströmenden Luft über den Umfang der Luftverteilerkammer
gegeben. Verläuft die entsprechende Frontfläche über 360°, so erstreckt sich die Nut
vorzugsweise über 90° bis 270°, insbesondere über 162° bis 198°. Die Bezeichnungen
"innere" und "äußere" Luftauslassöffnung dienen lediglich der Unterscheidung zwischen
den Luftauslassöffnungen. Bevorzugt liegt die zumindest eine "innere" Luftauslassöffnung
in radialer Richtung weiter innen, d.h. näher an der Zentral- bzw. Längsachse des
Kopfbereichs des Grundkörpers, als die zumindest eine "äußere" Luftauslassöffnung,
sie können jedoch auch den gleichen Abstand zur Zentral- bzw. Längsachse des Kopfbereichs
des Grundkörpers haben.
[0041] Besonders bevorzugt weist die erste Frontfläche zwei innere Luftauslassöffnungen
und die zweite Frontfläche zwei äußere Luftauslassöffnungen auf, wobei die äußeren
Luftauslassöffnungen in der zweiten Frontfläche innerhalb einer Nut liegen, und wobei
sich die Nut über rund 50 % des Umfangs der zweiten Frontfläche erstreckt.
[0042] Die zumindest eine innere Luftauslassöffnung der ersten Frontfläche erstreckt sich
vorzugsweise zumindest bereichsweise über zumindest 85 % der Breite der ersten Frontfläche
und die zumindest eine äußere Luftauslassöffnung der zweiten Frontfläche erstreckt
sich vorzugsweise zumindest bereichsweise über zumindest 85 % der Breite der zweiten
Frontfläche.
[0043] Besonders bevorzugt befinden sich, wie oben bereits erwähnt, jeweils zwei Luftauslassöffnungen
in der ersten Frontfläche und in der zweiten Frontfläche. Es handelt sich bei den
Luftauslassöffnungen insbesondere um Bohrungen, wobei es vorteilhaft ist, dass der
Bohrungsdurchmesser möglichst groß ist, um eine größtmögliche Luftmenge zu erreichen.
Der Platz für die Bohrungen ist durch die Wandungen beschränkt, weshalb sich die Bohrungen
bzw. allgemein die Luftauslassöffnungen möglichst weit über die Breite der Frontflächen
erstrecken sollten.
[0044] Bevorzugt weist der Grundkörper zumindest zwei Zerstäuberluftkanäle auf, welche sich
von der ersten Frontfläche in eine Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer erstrecken
und/oder der Grundkörper weist zumindest zwei Hornluftkanäle auf, welche sich von
der zweiten Frontfläche in eine Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer erstrecken, wobei
die Zerstäuberluftkanäle im Bereich der ersten Frontfläche voneinander beabstandet
sind und sich im Bereich der Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer zumindest teilweise
überschneiden, und/oder wobei die Hornluftkanäle im Bereich der zweiten Frontfläche
voneinander beabstandet sind und sich im Bereich der Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer
zumindest teilweise überschneiden. Anders ausgedrückt weist die erste Frontfläche
zwei voneinander beabstandete Zerstäuberluftkanal-Mündungen auf und die zweite Frontfläche
weist zwei voneinander beabstandete Hornluftkanal-Mündungen auf. Die Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer
weist nur noch eine Zerstäuberluftkanal-Mündung und eine HornluftkanalMündung auf.
Die Außenkontur der Mündungen kann jeweils die Außenkontur einer "8" aufweisen. Daraus
ergibt sich, dass sich die Gesamtquerschnittsfläche der beiden Luftkanäle jeweils
von der Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer zu den Frontflächen vergrößert.
[0045] In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Grundkörpers ist das
vordere Ende der inneren Wandung entlang einer Achse, insbesondere der Zentral- bzw.
Längsachse des Kopfbereichs des Grundkörpers bzw. der Zentral- bzw. Längsachse der
in oder am Grundkörper anordenbaren Materialdüse, gegenüber dem vorderen Ende der
mittleren Wandung zurückgesetzt. Besonders bevorzugt ist das vordere Ende der inneren
Wandung entlang der Achse um 0,4 mm bis 0,6 mm gegenüber dem vorderen Ende der mittleren
Wandung zurückgesetzt.
[0046] Dass das vordere Ende der inneren Wandung entlang einer Achse gegenüber dem vorderen
Ende der mittleren Wandung zurückgesetzt ist, bedeutet, dass die vordere Kante der
inneren Wandung entlang der Achse zumindest bereichsweise gegenüber der vorderen Kante
der mittleren Wandung zurückgesetzt ist. Die vordere Kante der mittleren Wandung muss
sich nicht über ihren gesamten Verlauf vor der vorderen Kante der inneren Wandung
befinden. Vielmehr kann sich die vordere Kante der mittleren Wandung bereichsweise
auch hinter der vorderen Kante der inneren Wandung befinden. Dies bedeutet auch, dass
die Wandungen nicht über ihren gesamten Verlauf eine konstante Höhe haben müssen.
Vielmehr können die Wandungen Stufen, Absätze, Rampen oder ähnliches aufweisen. Vorzugsweise
haben die Wandungen jedoch über ihren Verlauf eine konstante Höhe und die vordere
Kante der inneren Wandung ist über ihren gesamten Verlauf entlang der Achse gegenüber
dem vorderen Ende der mittleren Wandung zurückgesetzt.
[0047] Besonders bevorzugt sind die Wandungen, d.h. die innere, mittlere und äußere Wandung,
jeweils kreisrund ausgestaltet und konzentrisch zueinander angeordnet. Dadurch kann
die Form einfacher hergestellt werden, weil sie relativ einfach und schnell durch
Drehen oder durch ein rotationssymmetrisches Werkzeug realisiert werden kann. Vorzugsweise
kann dies in einem einzigen Schritt erfolgen, wenn die Kontur des Werkzeugs der Kontur
des vorderen Kopfbereichs des Grundkörpers entspricht bzw. ein Negativ der Kontur
darstellt. Auch die im oder am Kopfbereich anordenbare Düse oder Düsenanordnung kann
so zumindest teilweise rotationssymmetrisch ausgestaltet sein.
[0048] Bevorzugt weist die innere Wandung einen Außendurchmesser von 13 mm bis 15 mm, die
mittlere Wandung einen Außendurchmesser von 22 mm bis 24 mm, und die äußere Wandung
einen Außendurchmesser von 33 mm bis 35 mm auf.
[0049] Die innere Wandung kann einen Innendurchmesser von 11 mm bis 13 mm, die mittlere
Wandung einen Innendurchmesser von 20 mm bis 22 mm, und die äußere Wandung einen Innendurchmesser
von 31 mm bis 33 mm aufweisen.
[0050] Bevorzugt weist die innere Wandung zumindest bereichsweise ein Innengewinde und die
äußere Wandung zumindest bereichsweise ein Außengewinde auf. In das Innengewinde der
inneren Wandung kann beispielsweise eine Düse, insbesondere eine Materialdüse, ggf.
mit daran angeordneten weiteren Komponenten, einschraubbar sein. Auf das Außengewinde
der äußeren Wandung kann zum Beispiel ein Luftdüsenring aufschraubbar sein. Die Gewinde
können beispielsweise metrische Gewinde, Trapezgewinde oder sonstige Gewinde sein.
Das Innengewinde der inneren Wandung soll einen festen Sitz der Düse im Grundkörper
und ggf. eine Abdichtung zwischen material- und luftführendem Bereich gewährleisten.
Das Außengewinde der äußeren Wandung soll vor allem eine schnelle Anbringung und ein
schnelles Entfernen des Luftdüsenrings am bzw. vom Grundkörper, aber auch eine Abdichtung
des luftführenden Bereichs gegenüber der Umwelt ermöglichen. Vorzugsweise ist das
Innengewinde der inneren Wandung ein Spitzgewinde und das Außengewinde der äußeren
Wandung ein Schnellgewinde, insbesondere ein Trapezgewinde.
[0051] Vorzugsweise ist die Düse der erfindungsgemäßen Spritzpistole derart in oder an dem
Grundkörper angeordnet, dass zwischen der inneren Wandung und der zumindest einen
Prallscheibe ein zweiter Spalt, insbesondere ein zweiter Ringspalt, ausbildet ist.
Bei der Prallscheibe, die mit der inneren Wandung des Grundkörpers den zweiten Spalt
ausbildet, kann es sich um eine andere Prallscheibe handeln als bei der, die wie oben
beschrieben mit der äußeren Wandung des Grundkörpers einen ersten Spalt ausbildet.
Die beiden Prallscheiben können einstückig miteinander verbunden sein. Die beiden
Prallscheiben können auch als eine Prallscheibe mit verschiedenen Abschnitten angesehen
werden. Der erste Spalt und der zweiten Spalt können jedoch auch von derselben Prallscheibe
ausgebildet werden.
[0052] Die zumindest eine Prallscheibe der erfindungsgemäßen Spritzpistole weist vorzugsweise
zumindest eine Dichtfläche auf, welche an einer Gegendichtfläche an der mittleren
Wandung des Grundkörpers, insbesondere an einem vorderen Ende der mittleren Wandung
des Grundkörpers, dichtend anliegt. Diese Anordnung trägt insbesondere zur Abdichtung,
d.h. Separierung zwischen einem ersten luftführenden Bereich und einem zweiten luftführenden
Bereich, insbesondere zwischen einem zerstäuberluftführenden Bereich und einem hornluftführenden
Bereich, bei. Die Prallscheibe und die Wandung, die vor allem die oben beschriebenen
Funktionen erfüllen, tragen so auch zur Abdichtung der Bereiche bei, wodurch kein
separates Dichtmittel bzw. Dichtelement benötigt wird.
[0053] Vorzugsweise ist die zumindest eine Prallscheibe der erfindungsgemäßen Spritzpistole
aus einem ersten Abschnitt und einem zweiten Abschnitt gebildet, welche miteinander
eine Stufe ausbilden, wobei der Außendurchmesser der Stufe im Wesentlichen dem Innendurchmesser
der mittleren Wandung des Grundkörpers entspricht. Der Außendurchmesser der Stufe
liegt damit an der Innenseite der mittleren Wandung an, was zur oben beschriebenen
Abdichtung beitragen kann. Ferner entsteht kein Totraum zwischen der Prallscheibe
und der mittleren Wandung, der sich möglicherweise negativ auf die Luftströmung auswirken
könnte. Der erste und zweite Abschnitt der Prallscheibe können auch als zwei unterschiedliche
Prallscheiben angesehen werden, welche einstückig miteinander verbunden sein können.
[0054] Bevorzugt weist die Düse der Hochdruck-Düsenanordnung, welche im Rahmen des erfindungsgemäßen
Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole, mit einem
ersten Düseninnendruck zu einer Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole, mit
einem zweiten Düseninnendruck, wobei der erste Düseninnendruck größer ist als der
zweite Düseninnendruck, von oder aus dem Grundkörper der Spritzpistole entfernt wird,
ferner ein am äußeren Umfang des hohlen Abschnitts angeordnetes Scheibenelement und
zumindest eine erste Prallscheibe auf, wobei die erste Prallscheibe an der der Materialauslassöffnung
abgewandten Seite des Scheibenelements angeordnet ist und einen inneren und einen
äußeren Umfang aufweist, und die Düse der Niederdruck-Düsenanordnung, welche im Rahmen
dieses erfindungsgemäßen Verfahren in oder an dem Grundkörper der Spritzpistole angeordnet
wird, weist bevorzugt ferner ein am äußeren Umfang des hohlen Abschnitts angeordnetes
Scheibenelement und zumindest eine erste Prallscheibe auf, wobei die erste Prallscheibe
an der der Materialauslassöffnung abgewandten Seite des Scheibenelements angeordnet
ist, einen inneren und einen äußeren Umfang aufweist, und eine sich an der der Materialauslassöffnung
abgewandten Seite der ersten Prallscheibe angeordnete zweite Prallscheibe aufweist,
wobei der äußere Umfang der ersten Prallscheibe der Düse der Niederdruck-Düsenanordnung
kleiner ist als der äußere Umfang der ersten Prallscheibe der Düse der Hochdruck-Düsenanordnung.
[0055] Das ebengenannte erfindungsgemäße Verfahren umfasst vorzugsweise als einen Schritt
das Entfernen einer über einen Luftdüsenring am Grundkörper angeordneten Hochdruck-Luftkappe,
wobei die Hochdruck-Luftkappe zumindest eine zentrale Öffnung mit einem ersten Durchmesser
aufweist, und als einen weiteren Schritt das Anordnen einer über einen Luftdüsenring
am Grundkörper anordenbaren Niederdruck-Luftkappe, wobei die Niederdruck-Luftkappe
zumindest eine zentrale Öffnung mit einem zweiten Durchmesser aufweist und wobei der
zweite Durchmesser größer ist als der erste Durchmesser der Hochdruck-Luftkappe. Da
die zentrale Öffnung der Luftkappe der Niederdruck-Düsenanordnung einen größeren Durchmesser
aufweist als die zentrale Öffnung der Luftkappe der Hochdruck-Düsenanordnung ist -
bei im Wesentlichen gleichbleibendem Außendurchmesser des vorderen Endes der Materialdüse
- der Ringspalt zwischen Materialdüse und Luftkappe, aus dem die Zerstäuberluft austritt,
bei der Niederdruck-Düsenanordnung größer als bei der Hochdruck-Düsenanordnung. Auch
deshalb ist der Druck in der Luftkappe in der Niederdruck-Düsenanordnung geringer
und der Volumenstrom der ausströmenden Luft größer als bei der Hochdruck-Düsenanordnung.
[0056] Bevorzugt weist die Düse der Niederdruck-Düsenanordnung, welche im Rahmen des erfindungsgemäßen
Verfahrens zum Umrüsten einer Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole, mit einem
ersten Düseninnendruck zu einer Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole, mit
einem zweiten Düseninnendruck, wobei der erste Düseninnendruck kleiner ist als der
zweite Düseninnendruck, von oder aus dem Grundkörper der Spritzpistole entfernt wird,
ferner ein am äußeren Umfang des hohlen Abschnitts angeordnetes Scheibenelement und
zumindest eine erste Prallscheibe auf, wobei die erste Prallscheibe an der der Materialauslassöffnung
abgewandten Seite des Scheibenelements angeordnet ist, einen inneren und einen äußeren
Umfang aufweist, und eine sich an der der Materialauslassöffnung abgewandten Seite
der ersten Prallscheibe angeordnete zweite Prallscheibe aufweist, und die Düse der
Hochdruck-Düsenanordnung, welche im Rahmen dieses erfindungsgemäßen Verfahren in oder
an dem Grundkörper der Spritzpistole angeordnet wird, weist bevorzugt ferner ein am
äußeren Umfang des hohlen Abschnitts angeordnetes Scheibenelement und zumindest eine
erste Prallscheibe auf, wobei die erste Prallscheibe an der der Materialauslassöffnung
abgewandten Seite des Scheibenelements angeordnet ist und einen inneren und einen
äußeren Umfang aufweist, wobei der äußere Umfang der ersten Prallscheibe der Düse
der Hochdruck-Düsenanordnung größer ist als der äußere Umfang der ersten Prallscheibe
der Düse der Niederdruck-Düsenanordnung.
[0057] Das ebengenannte erfindungsgemäße Verfahren umfasst vorzugsweise als einen Schritt
das Entfernen einer über einen Luftdüsenring am Grundkörper angeordneten Niederdruck-Luftkappe,
wobei die Niederdruck-Luftkappe zumindest eine zentrale Öffnung mit einem ersten Durchmesser
aufweist, und als einen weiteren Schritt das Anordnen einer über einen Luftdüsenring
am Grundkörper anordenbaren Hochdruck-Luftkappe, wobei die Hochdruck-Luftkappe zumindest
eine zentrale Öffnung mit einem zweiten Durchmesser aufweist und wobei der zweite
Durchmesser kleiner ist als der erste Durchmesser der Niederdruck-Luftkappe.
[0058] Das erfindungsgemäße Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole,
kann auch als Verfahren zum Umrüsten eines Grundkörpers einer Spritzpistole, insbesondere
Farbspritzpistole, angesehen werden, insbesondere als Verfahren zum Umrüsten des oben
und weiter unten beschriebenen erfindungsgemäßen Grundkörpers.
[0059] Sowohl das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung eines Grundkörpers, wie auch
die erfindungsgemäßen Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole können als weiteren
Schritt das Ausliefern des Grundkörpers bzw. der Spritzpistole an einen Kunden und/oder
das Benutzen des Grundkörpers bzw. der Spritzpistole umfassen.
[0060] Die Ausführungen zum erfindungsgemäßen Grundkörper, zur erfindungsgemäßen Spritzpistole,
zum erfindungsgemäßen Verfahren zur Herstellung eines Grundkörpers und zu den erfindungsgemäßen
Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole, insbesondere die Ausführungen zu den Komponenten,
können übergreifend gelten, d.h. die Ausführungen zum erfindungsgemäßen Grundkörper
können auch für die erfindungsgemäße Spritzpistole oder für die erfindungsgemäßen
Verfahren gelten usw.
[0061] Mit der erfindungsgemäßen Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole, kann nicht
nur Farbe sondern auch Klebstoff oder Lack, insbesondere Basis- und Klarlack, sowohl
auf Lösemittelbasis als auch auf Wasserbasis, verspritzt werden, ebenso Flüssigkeiten
für die Nahrungsmittelindustrie, Holzschutzmittel oder andere Flüssigkeiten. Bei der
erfindungsgemäßen Spritzpistole kann es sich insbesondere um eine Handspritzpistole
oder um eine Automatik- bzw. Roboterpistole handeln. Handspritzpistolen werden vor
allem von Handwerkern, insbesondere von Malern, Schreinern und Lackierern verwendet.
Automatik- und Roboterpistolen werden in der Regel in Verbindung mit einem Lackierroboter
oder einer Lackiermaschine für industrielle Anwendungen genutzt. Allerdings ist es
durchaus denkbar, auch eine Handspritzpistole in einen Lackierroboter oder in eine
Lackiermaschine zu integrieren.
[0062] Der erfindungsgemäße Grundkörper, die erfindungsgemäße Spritzpistole und die erfindungsgemäßen
Verfahren können für alle Arten von Spritzpistolen Anwendung finden, insbesondere
jedoch für luftzerstäubende, insbesondere für druckluftzerstäubende, Spritzpistolen.
[0063] Der erfindungsgemäße Grundkörper und die erfindungsgemäße Spritzpistole können insbesondere
die folgenden weiteren Komponenten aufweisen bzw. damit ausstattbar sein: Griff, oberer
Pistolenkörper, Druckluftanschluss, Farbnadel, Abzugsbügel zum Öffnen eines Luftventils
und zum Herausbewegen der Farbnadel aus der Materialauslassöffnung der Materialdüse,
Rund-Breitstrahlregulierungseinrichtung zum Einstellen des Verhältnisses aus Zerstäuberluft
und Hornluft zur Formung des Farbstrahls, Luftmikrometer zum Einstellen des Spritzdrucks,
Materialmengenreguliereinrichtung zum Einstellen des maximalen Materialvolumenstroms,
Materialanschluss, Farbkanäle zum Leiten des zu verspritzenden Materials von einem
Materialeinlass zur Materialauslassöffnung, Aufhängehaken und/oder analoge oder digitale
Druckmesseinrichtung. Sie kann jedoch auch weitere Komponenten aus dem Stand der Technik
aufweisen. Die Farbspritzpistole kann als Fließbecherpistole mit oberhalb des Pistolenkörpers
angeordnetem Farbbecher, aus dem das zu verspritzende Material im Wesentlichen durch
Gravitation und durch Unterdruck am vorderen Ende der Materialdüse in und durch die
Farbkanäle fließt, ausgestaltet sein. Bei der Spritzpistole kann es sich jedoch auch
um eine Seitenbecherpistole handeln, bei der der Farbbecher seitlich am Pistolenkörper
angeordnet ist, und bei der das Material ebenfalls durch Gravitation und durch Unterdruck
am vorderen Ende der Materialdüse der Pistole zugeführt wird. Die Spritzpistole kann
jedoch auch als Saug- bzw. Hängebecherpistole mit unterhalb des Pistolenkörpers angeordnetem
Farbbecher, aus dem das zu verspritzende Material im Wesentlichen durch Unterdruck,
insbesondere durch Ausnutzung des Venturi-Effekts, aus dem Becher gesaugt wird. Ferner
kann sie als Druckbecherpistole ausgestaltet sein, bei der der Becher unterhalb, oberhalb
oder seitlich am Pistolenkörper angeordnet ist und mit Druck beaufschlagt wird, woraufhin
das zu verspritzende Material aus dem Becher herausgedrückt wird. Weiterhin kann es
sich um eine Kesselpistole handeln, bei der das zu verspritzende Material mittels
eines Schlauchs aus einem Farbbehälter oder über eine Pumpe der Spritzpistole zugeführt
wird.
[0064] Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand von 18 Figuren näher erläutert.
Dabei zeigen:
- Fig. 1
- einen teilweise in Explosionsansicht gezeigten Teil einer Spritzpistole mit Luftverteiler-Ring
gemäß dem in der chinesischen Gebrauchsmusterschrift ZL 2014 2 0431026.7 offenbarten
Stand der Technik;
- Fig. 2
- eine Draufsicht auf einen Kopfbereich eines Grundkörpers einer Spritzpistole gemäß
dem in der genannten chinesischen Gebrauchsmusterschrift offenbarten Stand der Technik;
- Fig. 3
- eine Schnittansicht eines Kopfbereichs einer Spritzpistole gemäß dem in der chinesischen
Gebrauchsmusterschrift ZL 2016 2 0911120.1 offenbarten Stand der Technik;
- Fig. 4
- eine Explosionsansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Spritzpistole;
- Fig. 5
- eine Schnittansicht eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Grundkörpers
für eine Spritzpistole;
- Fig. 6
- eine Schnittansicht des Kopfbereichs eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Grundkörpers für eine Spritzpistole;
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht auf den Kopfbereich eines Ausführungsbeispiels eines
erfindungsgemäßen Grundkörpers für eine Spritzpistole;
- Fig. 8
- eine perspektivische Ansicht auf ein Ausführungsbeispiel einer Düse zur Verwendung
in einem Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Spritzpistole oder mit einem
Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Grundkörpers für eine Spritzpistole;
- Fig. 9
- eine perspektivische Ansicht auf das Ausführungsbeispiel einer Düse aus Fig. 8 von
einer anderen Seite;
- Fig. 10
- eine Ansicht von hinten auf das Ausführungsbeispiel einer Düse aus Fig. 8;
- Fig. 11
- eine Schnittansicht des Ausführungsbeispiels einer Düse aus Fig. 8;
- Fig. 12
- eine Schnittansicht des Kopfbereichs eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Spritzpistole bzw. eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Grundkörpers
mit dem Ausführungsbeispiel einer Düse aus Fig. 8;
- Fig. 13
- eine perspektivische Ansicht auf ein zweites Ausführungsbeispiel einer Düse zur Verwendung
in einem Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Spritzpistole oder mit einem
Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Grundkörpers für eine Spritzpistole;
- Fig. 14
- eine perspektivische Ansicht auf das Ausführungsbeispiel einer Düse aus Fig. 13 von
einer anderen Seite;
- Fig. 15
- eine Ansicht von hinten auf das Ausführungsbeispiel einer Düse aus Fig. 13;
- Fig. 16
- eine Schnittansicht des Ausführungsbeispiels einer Düse aus Fig. 13;
- Fig. 17
- eine Schnittansicht des Kopfbereichs eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Spritzpistole bzw. eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Grundkörpers
mit dem Ausführungsbeispiel einer Düse aus Fig. 13; und
- Fig. 18
- eine perspektivische Ansicht auf einen Teil eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Grundkörpers.
[0065] Der in Fig. 1 gezeigte Teil einer Spritzpistole 100, insbesondere Farbspritzpistole,
gemäß dem Stand der Technik weist einen Grundkörper 102 mit verschiedenen Anbauteilen
auf. Gezeigt ist ein Luftverteiler-Ring 104, der am Kopfbereich 103 des Grundkörpers
102 anordenbar ist. Hierzu weist der Luftverteiler-Ring 104 zumindest einen, im vorliegenden
Beispiel zwei, Haltepins 106a und 106b auf, die in zwei mit den Haltepins 106a und
106b korrespondierende Sacklöcher 108a und 108b, die in Fig. 2 dargestellt sind, gesteckt
werden, um den Luftverteiler-Ring 104 derart am Pistolenkopf bzw. am Kopfbereich 103
des Grundkörpers 102 zu befestigen, dass die Wandung 107 des Luftverteiler-Rings 104
an der Frontfläche 110 des Kopfbereichs 103 des Grundkörpers 102 dichtend anliegt,
was in Fig. 3 gezeigt ist. Der in Fig. 3 gezeigte Kopfbereich 103 ist in der chinesischen
Gebrauchsmusterschrift ZL 2016 2 0911120.1 offenbart. Eine Zerstäuberluft-Auslassöffnung
114 in der Frontfläche 110 des Kopfbereichs 103 des Grundkörpers 102 liegt dabei innerhalb
der Wandung 107 des Luftverteiler-Rings 104. Aus der Zerstäuberluft-Auslassöffnung
114 strömt Zerstäuberluft in eine innere Luftverteilerkammer 116, die durch den Luftverteiler-Ring
104 und den Grundkörper 102 gebildet wird. Eine Hornluft-Auslassöffnung 112 in der
Frontfläche 110 des Kopfbereichs 103 des Grundkörpers 102 liegt außerhalb der Wandung
107 des Luftverteiler-Rings 104. Aus der Hornluft-Auslassöffnung 112 strömt Hornluft
in eine äußere Luftverteilerkammer 118 des Luftverteiler-Rings 104.
[0066] Auf einer Fläche innerhalb der Wandung 107 weist der Luftverteiler-Ring 104 über
seinen Umfang verteilt mehrere Durchlässe 120 auf, durch die die Zerstäuberluft aus
der inneren Luftverteilerkammer 116 strömt. Von den Durchlässen 120 strömt die Zerstäuberluft
zu einem an der Farbdüse 122 einstückig angeordneten Teller 124, der dichtend auf
einer Wandung 109 des Luftverteiler-Rings 104 anliegt, wobei die Wandung 109 auf der
der Frontfläche 110 des Kopfbereichs 103 des Grundkörpers 102 abgewandten Seite des
Luftverteiler-Rings 104 angeordneten ist. Der Teller 124 weist über seinen Umfang
verteilt eine Mehrzahl an Durchgangsbohrungen 126 auf. Die die Durchgangsbohrungen
126 durchströmte Luft strömt anschließend durch einen Ringspalt 130 zwischen der zentralen
Öffnung der Luftkappe 132 und dem vorderen Ende der Farbdüse 122, das in Form eines
Zäpfchens ausgestaltet sein kann.
[0067] Die äußere Luftverteilerkammer 118 des Luftverteiler-Rings 104 bildet zusammen mit
einer äußeren Wandung 134 am Kopfbereich 103 des Grundkörpers 102 einen Spalt, durch
den die Hornluft aus der äußeren Luftverteilerkammer 118 strömt. Von dort aus strömt
die Luft in die Hornluftzuführkanäle in der Luftkappe 132 und anschließend in die
Hornluftbohrungen 136, aus deren Öffnungen die Luft austritt.
[0068] Fig. 4 zeigt eine Explosionsansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Spritzpistole 1, bzw. eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen Grundkörpers
2 mit Anbauteilen. Die Spritzpistole 1 kann einen Becher 3 zur Aufnahme und Abgabe
des zu verspritzenden Materials aufweisen, wobei der Becher einen Deckel 3b mit einem
Ventilstopfen 3a, einen Becherkörper 3c und einen Stecksieb 3d umfasst. Ferner kann
die Spritzpistole 1 eine Materialmengenreguliereinrichtung 11, ein Luftmikrometer
13, eine Rund-Breitstrahlregulierungseinrichtung 9, ein Abzugsbügelsystem 7 bestehend
aus Abzugsbügel und Befestigungsmitteln, und einen Luftanschluss, der als Standard-Anschluss
4a oder als Drehgelenk-Anschluss 4b ausgestaltet sein kann, umfassen. Am Kopfbereich
6 des Grundkörpers 2 ist eine Düsenanordnung bestehend aus einer Düse 24, die eine
Materialdüse 40 umfassen kann, anordenbar. Die Düsenanordnung kann außerdem eine Luftkappe
76 umfassen, die über einen Luftdüsenring 74 am Kopfbereich 6 befestigbar, insbesondere
anschraubbar, ist. Der Kopfbereich 6, die Düse 24, und die Luftkappe 76 mit Luftdüsenring
74 sind vorliegend koaxial entlang einer Achse Z angeordnet bzw. anordenbar, welche
vorliegend die oben genannte Zentral- bzw. Längsachse des Kopfbereichs 6 des Grundkörpers
2, die Zentral- bzw. Längsachse der Materialdüse 40, die Zentral- bzw. Längsachse
des oberen Teils des Grundkörpers 2 und die Zentral- bzw. Längsachse einer Aufnahmeöffnung
zur Aufnahme der Materialmengenreguliereinrichtung 11 darstellt.
[0069] In Fig. 5 ist eine Schnittansicht des Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Grundkörpers 2 für eine Spritzpistole aus Fig. 4 dargestellt, wobei der Schnitt von
oben nach unten durch die Achse Z aus Fig. 4 erfolgte. Der Grundkörper 2 weist eine
Vielzahl an Bohrungen auf; im oberen Teil des Grundkörpers 2 insbesondere eine Mehrzahl
an Bohrungen entlang einer Achse Z, welche vorliegend die oben genannte Zentral- bzw.
Längsachse des Kopfbereichs 6 des Grundkörpers 2 darstellt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
ist diese Achse gleich der Zentral- bzw. Längsachse der in oder am Grundkörper 2 anordenbaren
Materialdüse 40 aus Fig. 4 und gleich der Zentral- bzw. Längsachse des oberen Teils
des Grundkörpers 2 und gleich der Zentral- bzw. Längsachse einer Aufnahmeöffnung 82
zur Aufnahme einer in Fig. 4 beispielhaft gezeigten Materialmengenreguliereinrichtung
11.
[0070] Wenn oben beschrieben ist, dass das vordere Ende einer Wandung entlang einer Achse
gegenüber dem vorderen Ende einer anderen Wandung zurückgesetzt ist, so ist entlang
einer Achse die Achse Z gemeint. Wie in Fig. 5 erkennbar, ist die mittlere Wandung
12 deutlich gegenüber der äußeren Wandung 14 zurückgesetzt. Als "vorne" wird dabei
die Spritzrichtung bzw. die Seite des Grundkörpers 2 angesehen an dem die Materialdüse
40 aus Fig. 4 anordenbar ist, als "hinten" die Gegenseite bzw. Gegenrichtung, hier
die Seite mit der Aufnahmeöffnung 82. Dass das vordere Ende der mittleren Wandung
12 entlang einer Achse Z gegenüber dem vorderen Ende der äußeren Wandung 14 "zurückgesetzt"
ist, bedeutet, dass das vordere Ende der äußeren Wandung 14 weiter vorne ist als das
vordere Ende der mittleren Wandung 12.
[0071] Die innere Wandung 10 ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel nur leicht gegenüber
der mittleren Wandung 12 zurückgesetzt.
[0072] In der Fig. 5 ist lediglich ein einziger Zerstäuberluftkanal 64 zu sehen und ein
Hornluftkanal 66 erkennbar, der sich mit einem zweiten Hornluftkanal schneidet. Die
Schnittansicht zeigt außerdem einen Teil einer Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer
68.
[0073] Fig. 6 zeigt eine Schnittansicht eines Teils des Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Grundkörpers 2 für eine Spritzpistole 1, welches in Fig. 5 in einer anderen Schnittansicht
gezeigt ist. Der in Fig. 6 gezeigte Schnitt erfolgte erneut durch die Achse Z aus
Fig. 4, jedoch entlang einer Schnittebene, welche zu der in Fig. 5 angewandten Schnittebene
senkrecht steht. In der vorliegenden Fig. 6 ist zu erkennen, dass die innere Wandung
10 des Kopfbereichs 6 des Grundkörpers 2 der Spritzpistole 1 gegenüber der mittleren
Wandung 12 entlang der Achse Z um einen Abstand d4 zurückgesetzt ist. Die mittleren
Wandung 12 wiederum ist entlang der Achse Z um einen Abstand d3 gegenüber der äußeren
Wandung 14 zurückgesetzt. Anders ausgedrückt überragt die äußere Wandung 14 die mittleren
Wandung 12, welche wiederum die innere Wandung 10 überragt. Die innere Wandung 10
und die äußere Wandung 12 grenzen eine erste Luftverteilerkammer 60 ab, die mittlere
Wandung 12 und die äußere Wandung 14 grenzen eine zweite Luftverteilerkammer 62 ab.
Nach vorne hin, d.h. in Spritzrichtung, sind die Luftverteilerkammern 60 und 62 offen,
nach hinten hin sind sie zumindest bereichsweise durch eine erste Frontfläche 16 bzw.
eine zweite Frontfläche 18 begrenzt. In die zweite Frontfläche 18 ist im vorliegenden
Ausführungsbeispiel eine Nut 19 eingebracht, deren Bodenfläche die Luftverteilerkammer
62 anstelle der zweite Frontfläche 18 bereichsweise nach hinten begrenzt. Die Luftverteilerkammer
62 wird nach hinten hin also bereichsweis durch die zweite Frontfläche 18 und bereichsweise
durch die Bodenfläche der Nut 19 begrenzt. Der Abstand d5, d.h. die Tiefe der Nut
19, d.h. der Abstand zwischen zweiter Frontfläche 18 und der Bodenfläche der Nut 19
kann beispielsweise ca. 1,5 mm bis 3,0 mm betragen. Der Abstand d1 zwischen erster
Frontfläche 16 und vorderem Ende der äußeren Wandung 14 beträgt vorzugsweise zwischen
8 mm und 12 mm, besonders bevorzugt zwischen 9 mm und 11 mm. Der Abstand d2 zwischen
zweiter Frontfläche 18 und vorderem Ende der äußeren Wandung 14 beträgt vorzugsweise
zwischen 4 mm und 6 mm. Die mittlere Wandung 12 ist vorliegend gegenüber der äußeren
Wandung 14 entlang der Achse Z um einen Abstand d3, der vorzugsweise ca. 2 mm bis
4 mm beträgt, zurückgesetzt. Die innere Wandung 10 ist bevorzugt nur um 0,1 mm bis
1,0 mm gegenüber der mittleren Wandung 12 zurückgesetzt. Dabei handelt es sich um
den Abstand d4. Das in Fig. 6 gezeigte Ausführungsbeispiel eines Kopfbereichs 6 eines
erfindungsgemäßen Grundkörpers weist eine Gegendichtfläche 84 für eine in Fig. 6 nicht
gezeigte Düsendichtung auf. Der Abstand d6 dieser Gegendichtfläche 84 zur ersten Frontfläche
16 beträgt vorzugsweise etwa 1,5 mm bis 3,0 mm. Die erste Frontfläche 16 ist gegenüber
der zweiten Frontfläche 18 entlang der Achse Z zurückgesetzt. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
beträgt der Abstand d7, um den die Frontfläche 16 gegenüber der zweiten Frontfläche
18 zurückgesetzt ist, ca. 4 mm bis 6 mm. Die genannten Maße bzw. Maßkombinationen
haben sich in Spritzversuchen als vorteilhaft für eine gute Zerstäubungsqualität erwiesen.
[0074] In Fig. 7 ist eine perspektivische Ansicht eines Teiles des Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Grundkörpers 2 aus Fig. 5 und Fig. 6 gezeigt. Insbesondere
die Nut 19 in der zweiten Frontfläche 18 ist hier gut zu erkennen. Die Breite der
Nut 19 weist ungefähr die gleiche Breite auf wie die zweite Frontfläche 18. Unter
der Breite der Nut 19 bzw. der zweiten Frontfläche 18 ist dabei jeweils die Ausdehnung
in radialer Richtung des Kopfbereichs 6 des Grundkörpers 2 zu verstehen oder auch
der Abstand zwischen mittlerer Wandung 12 und äußerer Wandung 14 in radialer Richtung.
In Umfangsrichtung erstreckt sich die Nut 19 über rund 50 % des Umfangs der zweiten
Frontfläche 18, d.h. vorliegend über rund 180 %. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel
sind die innere Wandung 10, die mittlere Wandung 12 und die äußere Wandung 14 jeweils
kreisrund ausgestaltet und konzentrisch zueinander und koaxial zur Achse Z aus den
vorherigen Zeichnungen angeordnet. Die Achse Z verläuft durch die Rotationsachse der
Wandungen, die Wandungen verlaufen parallel zur Achse Z.
[0075] Die innere Wandung 10 weist vorliegend ein Innengewinde 70 auf, in das eine in Fig.
7 nicht gezeigte Düse, insbesondere eine Materialdüse, die häufig auch als Farbdüse
bezeichnet wird, eingeschraubt werden kann. Die äußere Wandung 14 weist vorliegend
ein Außengewinde 72 auf, über das ein in Fig. 7 nicht gezeigter Luftdüsenring mit
Luftkappe am Kopfbereich 6 des Grundkörpers 2 aufgeschraubt werden kann. Die mittlere
Wandung 12 weist vorliegend kein Gewinde auf. Es ist jedoch denkbar, dass auch die
mittlere Wandung 12 ein Innen- oder Außengewinde aufweisen kann. Ferner ist es denkbar,
dass die äußere Wandung 14 ein Innengewinde zum Einschrauben einer Komponente, insbesondere
einer Luftkappe, und die innere Wandung 10 ein Außengewinde zum Aufschrauben einer
Komponente, insbesondere einer Düse, aufweist.
[0076] Die erste Frontfläche 16 weist vorliegend zwei innere Luftauslassöffnungen 20a und
20b auf, die zweite Frontfläche 18 weist vorliegend zwei äußere Luftauslassöffnungen
22a und 22b auf. Der Durchmesser der Luftauslassöffnungen 20a, 20b, 22a und 22b entspricht
nahezu der Breite der Frontflächen 16, 18 bzw. der Nut 19 in die sie eingebracht sind.
Damit kann der zur Verfügung stehende Platz für einen maximalen Luftdurchsatz ausgenutzt
werden.
[0077] Fig. 8 zeigt eine perspektivische Ansicht auf ein Ausführungsbeispiel einer Düse
24 zur Verwendung in einem Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Spritzpistole
oder mit einem Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Grundkörpers für eine Spritzpistole
oder auch zur Verwendung in einem erfindungsgemäßen Verfahren. Die Düse 24 kann zumindest
eine Materialdüse 40 mit einer Materialauslassöffnung 28 und einem Abschnitt zum Anlegen
eines Werkzeugs, vorliegend ein Außensechskantprofil 41, sowie ein Scheibenelement
32 mit einer Frontfläche 34 und einer Konusfläche 35 aufweisen. Die Frontfläche 34
weist vorliegend mehrere, vorzugsweise 7 bis 9, über den Umfang verteilte Durchgangsöffnungen
36 auf. Materialdüse 40 und Scheibenelement 32 sind bevorzugt einstückig ausgestaltet.
Daran angeordnet, vorzugsweise unverlierbar angeordnet, besonders bevorzugt aufgepresst,
ist eine erste Prallscheibe 30. An dieser wiederum angeordnet, vorzugsweise einstückig
angeordnet, ist eine in Fig. 9 erkennbare zweite Prallscheibe 42. Diese ist an der
der Materialauslassöffnung 28 abgewandten Seite der ersten Prallscheibe 30 angeordnet.
Wie die erste Prallscheibe 30 ist auch die zweite Prallscheibe 42 ringförmig mit einem
inneren und einem äußeren Umfang ausgestaltet. In radialer Richtung reicht der Innenumfang
der zweiten Prallscheibe 42 nicht bis zum Außengewinde 46 der Materialdüse 40, sodass
ein Spalt zwischen dem Innenumfang der zweiten Prallscheibe 42 und dem Außengewinde
46 der Materialdüse 40 besteht. Entlang einer Achse, d.h. entlang der Zentral- bzw.
Längsachse der Düse 24, ist die zweite Prallscheibe 42 von den Durchgangsöffnungen
36 beabstandet. In radialer Richtung überdeckt die zweite Prallscheibe 42 die Durchgangsöffnungen
36 fast vollständig, wie in Fig. 10 gut erkennbar ist. In Fig. 10 außerdem erkennbar
sind die Materialauslassöffnung 28 und die Prallfläche 30a der ersten Prallscheibe
30. Bevorzugt weist das Scheibenelement 32 auf seiner der Materialauslassöffnung 28
abgewandten Seite einen Einstich bzw. eine Nut auf, in der die Durchgangsöffnungen
36 angeordnet sind. Dadurch steigt der Abstand zwischen der der Materialauslassöffnung
28 abgewandten Seite des Scheibenelements 32 und der dieser Seite zugewandten Seite
der zweiten Prallscheibe 42 und die Luft die in diesen Bereich strömt hat mehr Volumen
zur Verfügung, um sich zu verteilen.
[0078] Fig. 11 zeigt den Aufbau der Düse 24 in einer Schnittansicht. Es ist erkennbar, dass
die Materialdüse 40 mit ihrer Materialauslassöffnung 28 und das Scheibenelement 32
einstückig ausgestaltet sind. An seiner der Materialauslassöffnung 28 abgewandten
Seite weist das Scheibenelement 32 eine umlaufende Nut 33 auf, die das Aufpressen
der ersten Prallscheibe 30 auf das Scheibenelement 32 ermöglicht bzw. erleichtert.
Die erste Prallscheibe 30 weist einen inneren Umfang und einen äußeren Umfang auf,
wobei der äußere Umfang der ersten Prallscheibe 30 größer ist als der äußere Umfang
des Scheibenelements 32. Der innere Umfang der ersten Prallscheibe 30 reicht in etwa
bis zu den Durchgangsöffnungen 36 des Scheibenelements 32. An der ersten Prallscheibe
30 einstückig angeordnet ist die zweite Prallscheibe 42. Dazwischen kann ein Kragen
43 angeordnet sein. Die erste Prallscheibe 30, die zweite Prallscheibe 42 und ggf.
der Kragen 43 bilden vorliegend eine Z-Form. Die erste Prallscheibe 30 kann auf ihrer
der Materialauslassöffnung 28 zugewandten Seite, insbesondere im Bereich des inneren
Umfangs, eine Aussparung aufweisen, so dass eine Stufenform ausgebildet ist, die den
Kontaktbereich zwischen erster Prallscheibe 30 und Scheibenelement 32 bilden kann.
Das Scheibenelement 32 weist vorliegend an seiner der Materialauslassöffnung 28 abgewandten
Seite, insbesondere im Bereich des äußeren Umfangs, ebenfalls eine Stufe auf, welche
den Kontaktbereich zwischen erster Prallscheibe 30 und Scheibenelement 32 bildet.
[0079] Die Materialdüse 40 ist vorliegend mit einer Luftleitscheibe 38 ausgestattet, welche
ebenfalls unverlierbar mit der Materialdüse 40 verbunden, insbesondere aufgepresst
sein kann. Außerdem weist die vorliegende Düse 24 eine Düsendichtung 44 auf, deren
Zweck weiter unten erläutert wird. Die Düsendichtung 44 besteht bevorzugt aus Kunststoff
und ist vorzugsweise auswechselbar mit der Materialdüse 40 verbunden. In Fig. 11 ist
ferner das Außengewinde 46 der Materialdüse 40 angedeutet.
[0080] Fig. 12 zeigt eine Schnittansicht des Kopfbereichs 6 eines Ausführungsbeispiels einer
erfindungsgemäßen Spritzpistole bzw. eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Grundkörpers mit dem Ausführungsbeispiel einer Düse 24 aus Fig. 8 bis Fig. 11 im Zusammenbauzustand.
Die Düse 24, die vorliegend als Einheit aus Materialdüse 40 mit Scheibenelement 32,
erster Prallscheibe 30, zweiter Prallscheibe 42, Luftleitscheibe 38 und Düsendichtung
44 vorliegt, wird über die oben beschriebenen Gewinde in den Grundkörper bzw. in dessen
Kopfbereich eingeschraubt. Der Anschlag wird dabei durch die erste Prallscheibe 30,
insbesondere deren Prallfläche 30a, und die mittlere Wandung 12 des Kopfbereichs 6
des Grundkörpers gebildet. Die Prallfläche 30a der ersten Prallscheibe 30 wirkt dabei
als Dichtfläche und die mittlere Wandung 12, insbesondere das vordere Ende der mittleren
Wandung 12, als Gegendichtfläche an der die Prallfläche 30a dichtend anliegt. Alternativ
oder zusätzlich kann auch die Außenfläche der zweiten Prallscheibe 42 bzw. die Außenfläche
des Kragens 43 zwischen erster Prallscheibe 30 und zweiter Prallscheibe 42 an einer
inneren Fläche der mittleren Wandung 12 dichtend anliegen.
[0081] Die Düsendichtung 44 ist bei eingeschraubter Düse 24 gegen eine Gegendichtfläche
84, die in Fig. 6 gezeigt ist, gepresst und dichtet den materialführenden Bereich
der Spritzpistole, insbesondere den Übergangsbereich zwischen Farbkanal im Grundköper
und hohlem Abschnitt der Materialdüse 40 zur Durchleitung des zu verspritzenden Materials,
gegenüber dem luftführenden Bereich der Spritzpistole ab.
[0082] Im Einbauzustand bildet die erste Prallscheibe 30 mit der äußeren Wandung 14 eine
Spalt 86, der bevorzugt einen Ringspalt mit im Wesentlichen konstanter Breite darstellt.
Die zweite Prallscheibe 42 bildet mit der inneren Wandung 10 einen weiteren Spalt
88, welcher ebenfalls bevorzugt einen Ringspalt mit im Wesentlichen konstanter Breite
darstellt.
[0083] Über die oben bereits erwähnten Gewinde ist der Luftdüsenring 74 am Kopfbereich 6
des Grundkörpers anordenbar. Im Luftdüsenring 74 ist die Luftkappe 78 angeordnet,
wobei die Luftkappe 78 in einer ersten Richtung mittels eines Flanschs 90, der an
einem Vorsprung an der Innenfläche des Luftdüsenrings 74 anliegt, fixiert wird. In
die Gegenrichtung wird die Luftkappe 78 über einen Sicherungsring 89, der in einer
Nut 91 in der Luftkappe 78 und in einer Aussparung in der Innenfläche des Luftdüsenrings
74 liegt, begrenzt. Lediglich zur besseren Erkennbarkeit ist der Sicherungsring 89
in der vorliegenden Fig. 12 außerhalb der Nut 91 dargestellt, wobei sich der Sicherungsring
89 auch nicht vollständig in der Nut 91 befinden muss. Beispielsweise kann der Sicherungsring
89 mehreckig ausgestaltet sein, so dass er nur bereichsweise in der kreisförmigen
Nut 91 liegt.
[0084] Wie in Fig. 7 erkennbar, weisen die erste Frontfläche 16 zwischen innerer Wandung
10 und mittlerer Wandung 12 und die zweite Frontfläche 18 zwischen mittlerer Wandung
12 und äußerer Wandung 14 im vorliegenden Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen
Grundkörpers jeweils zwei Luftauslassöffnungen 20a und 20b bzw. 22a und 22b auf. Wieder
bezugnehmend auf Fig. 12 ist ersichtlich, dass die aus den beiden inneren Luftauslassöffnungen
20a und 20b zwischen innerer Wandung 10 und mittlerer Wandung 12 ausströmende Luft
zunächst auf die zweite Prallscheibe 42 trifft. Aufgrund der Engstelle in Form des
Spalts 88 verteilt sich die Luft über den Umfang der Luftverteilerkammer zwischen
innerer Wandung 10 und mittlerer Wandung 12. Die Luft strömt durch den Spalt 88 und
wird dadurch gedrosselt, bevor sie durch die Durchgangsöffnungen 36 des Scheibenelements
32 strömt. Die in gewisser Weise "punktuell" aus den Durchgangsöffnungen 36 austretende
Luft trifft auf das Luftleitelement 38, wodurch die Luft flächiger verteilt, homogenisiert
und durch die leichte Verengung zwischen Luftleitelement 38 und Innenfläche der Luftkappe
78 erneut leicht gedrosselt wird. Aus der Luftkappen-Kammer 80 zwischen Luftkappe
78 und Materialdüse 40 strömt die Luft sodann durch einen Spalt, insbesondere Ringspalt,
der dadurch entsteht, dass das vordere Ende der Materialdüse 40 von innen in die zentrale
Öffnung 79 in der Luftkappe 78 hineinragt. Das aus einer Materialzuführeinrichtung
durch den Farbkanal im Grundkörper der Spritzpistole und den hohlen Abschnitt der
Materialdüse 40 strömende zu verspritzende Material wird von der aus dem Spalt strömenden
Luft zerstäubt, wodurch der sogenannte Spritzstrahl gebildet wird. Die Luft mit dem
eben beschriebenen Verlauf wird daher als Zerstäuberluft bezeichnet. Die beiden inneren
Luftauslassöffnungen 20a und 20b zwischen innerer Wandung 10 und mittlerer Wandung
12 können als Zerstäuberluft-Auslassöffnungen, die dahinterliegenden Luftkanäle als
Zerstäuberluftkanäle und die Luftverteilerkammer die durch die innere Wandung 10 und
die mittlere Wandung 12 begrenzt kann als Zerstäuberluftverteilerkammer bezeichnet
werden. Der von der Zerstäuberluft durchströmte Bereich kann als Zerstäuberluftbereich
bezeichnet werden.
[0085] Die aus den beiden äußeren Luftauslassöffnungen 22a und 22b, die in dem in Fig. 12
gezeigten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Grundkörpers zwar vorhanden, aber
in Fig. 7 besonders gut zu sehen sind, ausströmende Luft trifft zunächst auf die erste
Prallscheibe 30. Aufgrund der Engstelle in Form des Spalts 86 verteilt sich die Luft
über den Umfang der Luftverteilerkammer zwischen mittlerer Wandung 12 und äußerer
Wandung 14. Die Luft strömt durch den Spalt 86 und wird dadurch gedrosselt. Vorteilhafterweise
strömt die Luft anschließend in eine Zwischenkammer 92 und in die Hornluftzuführkanäle
78a in den Hörnern der Luftkappe 78. Von hier aus strömt die Luft aus den Hornluftbohrungen
78b und trifft auf den oben genannten Spritzstrahl und verformt diesen. Insbesondere
drückt die aus den Hornluftbohrungen 78b in den sich diametral gegenüberliegenden
Hörnern der Luftkappe 78 ausströmende sogenannte Hornluft den Spritzstrahl, der ursprünglich
einen kreisrunden Querschnitt besitzt, an zwei sich gegenüberliegenden Seiten zusammen,
wodurch ein sogenannter Breitstrahl entsteht. Die Menge der aus den Hornluftbohrungen
78b ausströmende Hornluft, bzw. bereits die Menge der aus den äußeren Luftauslassöffnungen
22a und 22b, welche als Hornluft-Auslassöffnungen bezeichnet werden können, ausströmende
Luft, kann über eine beispielhaft in Fig. 4 gezeigte Rund-Breitstrahlregulierungseinrichtung
9 eingestellt werden. Wird die Hornluft auf null oder nahezu null reduziert, erzeugt
die Spritzpistole einen sogenannten Rundstrahl mit kreisrundem Querschnitt. Die Luftkanäle
hinter den sogenannten Hornluft-Auslassöffnungen können als Hornluftkanäle, die Luftverteilerkammer
die durch die die mittlere Wandung 12 und die äußere Wandung 14 begrenzt wird als
Hornluftverteilerkammer und der von der Hornluft durchströmte Bereich als Hornluftbereich
bezeichnet werden. Zur Abdichtung des Hornluftbereichs gegenüber der Umwelt kann ein
Dichtelement 87 zwischen Luftdüsenring 74 und Kopfbereich 6 vorgesehen sein.
[0086] In die vordere Fläche der Luftkappe 78, radial außerhalb von der zentralen Öffnung
79, können sogenannte Steueröffnungen 79a eingebracht sein. Die aus den Steueröffnungen
79a austretende Luft beeinflusst die Hornluft, insbesondere schwächt sie den Aufprall
der Hornluft auf den Spritzstrahl ab. Ferner schützt die sogenannte Steuerluft die
Luftkappe 78 vor Verschmutzung, indem sie Farbtröpfchen von der Luftkappe 78 wegträgt.
Außerdem trägt sie zur weiteren Zerstäubung des Spritzstrahls bei. Die Steuerluft
wirkt auch auf den Rundstrahl und bewirkt eine leichte Vorverformung sowie auch hier
eine zusätzliche Zerstäubung.
[0087] Wie in Fig. 12 gut erkennbar, erfolgt die Separierung, insbesondere die Abdichtung,
zwischen Zerstäuberluftbereich und Hornluftbereich durch die mittlere Wandung 12,
die erste Prallscheibe 30, das Scheibenelement 32 und durch die Luftkappe 78, insbesondere
durch einen vorzugsweise umlaufenden Steg 78c der Luftkappe 78. Der Steg 78c weist
vorliegend einen konischen Bereich auf, der an der Konusfläche 35 des Scheibenelements
32 anliegt. Dadurch erfolgt auch eine Zentrierung der Luftkappe 78, wodurch gewährleistet
ist, dass die Luftkappe 78 und die Materialdüse 40 konzentrisch zueinander angeordnet
sind und der oben genannte Spalt, insbesondere Ringspalt, zwischen dem vorderen Ende
der Materialdüse 40 und der Luftkappe 78 zum Auslass der Zerstäuberluft eine konstante
Breite aufweist.
[0088] Es wird deutlich, dass aufgrund der besonderen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Grundkörpers und der erfindungsgemäßen Spritzpistole kein zusätzliches Dichtelement
zur Abdichtung zwischen Zerstäuberluftbereich und Hornluftbereich notwendig ist. Aufgrund
des gegenüber dem vorderen Ende der äußeren Wandung 14 zurückgesetzten vorderen Endes
der mittleren Wandung 12 ist die für die Abdichtung zwischen Zerstäuberluftbereich
und Hornluftbereich bedeutsame mittlere Wandung 12 des erfindungsgemäßen Grundkörpers
auch bei abgeschraubter Düse 24 gut vor Beschädigungen geschützt. Ferner bietet der
Kopfbereich 6 des erfindungsgemäßen Grundkörpers durch diese Ausgestaltung Platz für
die erste Prallscheibe 30, die dadurch nicht über die äußere Wandung 14 hervorragt.
Der Pistolenkopf kann dadurch sehr kompakt ausgestaltet werden.
[0089] Bei der in den Figs. 8 bis 12 gezeigten Düse 24 handelt es sich bevorzugt um eine
Niederdruck- bzw. HVLP-Düse, bzw. eine Düse zur Verwendung in einer Niederdruck- bzw.
HVLP-Düsenanordnung, insbesondere zur Verwendung in einem erfindungsgemäßen Verfahren
zum Umrüsten einer Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole.
[0090] Fig. 13 zeigt eine perspektivische Ansicht auf ein zweites Ausführungsbeispiel einer
Düse zur Verwendung in einem Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Spritzpistole
oder mit einem Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Grundkörpers für eine Spritzpistole
oder auch zur Verwendung in einem erfindungsgemäßen Verfahren. Im Vergleich zu dem
in den Figs. 8 bis 12 gezeigten ersten Ausführungsbeispiel besitzt die vorliegende
Düse 50 keine Luftleitscheibe und das Scheibenelement 32 weist eine größere Anzahl
an Durchgangsöffnungen 36 in der Frontfläche 34 auf. Ansonsten weist die Düse 50 auch
eine Materialdüse 40 mit einer Materialauslassöffnung 28 auf und das Scheibenelement
32 besitzt eine Konusfläche 35. Bevorzugt weist das Scheibenelement 32 auf seiner
der Materialauslassöffnung 28 abgewandten Seite einen Einstich bzw. eine Nut auf,
in der die Durchgangsöffnungen 36 angeordnet sind. Dadurch steigt im Einbauzustand
der Düse 50 der Abstand zwischen der der Materialauslassöffnung 28 abgewandten Seite
des Scheibenelements 32 und der ersten Frontfläche 16 des Kopfbereichs 6 des Grundkörpers
2 und die Luft die in diesen Bereich strömt hat mehr Volumen zur Verfügung, um sich
zu verteilen.
[0091] Erst in Fig. 14 ist erkennbar, dass die erste Prallscheibe 31 der Düse 50 anders
ausgestaltet ist als die erste Prallscheibe 30 der vorher beschriebenen Düse 24. Die
Düse 50 weist keine zweite Prallscheibe auf, dafür einen inneren Kragen 52 und einen
äußeren Kragen 53 mit einer dazwischenliegenden Prallfläche 31a.
[0092] In Fig. 15, die eine Ansicht von hinten auf die Düse 50 zeigt, wird deutlich, dass
die Durchgangsöffnungen 36 völlig frei liegen, d.h. nicht von anderen Komponenten
der Düse 50 verdeckt bzw. überragt werden. Das Scheibenelement 32 der Düse 50 weist
bevorzugt eine höhere Anzahl an Durchgangsöffnungen 36 auf, insbesondere zwischen
10 und 14.
[0093] Die freiliegenden Durchgangsöffnungen 36 sind auch in Fig. 16 ersichtlich, bei der
es sich um eine Schnittansicht der Düse 50 handelt. Die Materialdüse 40 mit einstückig
angeordnetem Scheibenelement 32 und vorzugsweise auswechselbar angeordneter Düsendichtung
44 ist im Wesentlichen identisch mit der Materialdüse 40 mit einstückig angeordnetem
Scheibenelement 32 und vorzugsweise auswechselbar angeordneter Düsendichtung 44 der
zuvor beschriebenen Düse 24. Die obigen Ausführungen bezüglich dieser Komponenten
gelten für die Düse 50 entsprechend. Die erste Prallscheibe 31 mit innerem Kragen
52, äußerem Kragen 53 und dazwischenliegender Prallfläche 31a unterscheidet sich von
der ersten Prallscheibe 30 der vorher beschriebenen Düse 24.
[0094] Fig. 17 zeigt eine Schnittansicht des Kopfbereichs 6 eines Ausführungsbeispiels einer
erfindungsgemäßen Spritzpistole bzw. eines Ausführungsbeispiels eines erfindungsgemäßen
Grundkörpers mit dem Ausführungsbeispiel einer Düse 50 aus den Figs. 13 bis 16. Bei
dem Grundkörper handelt es sich um das in Fig. 12 gezeigte Ausführungsbeispiel. Insbesondere
der Kopfbereich 6 ist gleich ausgestaltet, weshalb auf die obigen Ausführungen hierzu
verweisen werden können. Es ist erkennbar, dass der Spalt 86 zwischen äußerer Wandung
14 und erster Prallscheibe 31 schmaler ist als der Spalt 86 aus Fig. 12, die den mit
der zuvor beschriebenen Düse 24 ausgestatteten Kopfbereich 6 des Grundkörpers zeigt.
Da es sich um den gleiche Grundkörper mit gleichen Abmessungen, insbesondere mit gleichem
Innendurchmesser der äußeren Wandung 14 handelt, wird deutlich, dass die erste Prallscheibe
31 der Düse 50 einen größeren Außendurchmesser aufweist als die erste Prallscheibe
30 der Düse 24. Die übrigen Ausführungen bezüglich der in Fig. 12 gezeigten Anordnung
können auch für die in Fig. 17 gezeigte Anordnung gelten.
[0095] Durch die bei der Düse 50 im Vergleich zur Düse 24 fehlende zweite Prallscheibe und
fehlende Luftleitscheibe wird die Zerstäuberluft in der in Fig. 17 gezeigten Anordnung,
d.h. bei Verwendung der Düse 50, weniger stark gedrosselt als bei der in Fig. 12 gezeigten
Anordnung, d.h. bei Verwendung der Düse 24. Dadurch ist der Düseninnendruck, d.h.
insbesondere der Druck in der Luftkappen-Kammer 81 zwischen Luftkappe 78 und Materialdüse
40 bei Verwendung der Düse 50 größer als der Düseninnendruck, d.h. insbesondere der
Druck in der in Fig. 12 gezeigten Luftkappen-Kammer 80 zwischen Luftkappe 78 und Materialdüse
40 bei Verwendung der Düse 24.
[0096] Bei der in den Figs. 13 bis 17 gezeigten Düse 50 handelt es sich bevorzugt um eine
Hochdruck- bzw. Compliant-Düse, bzw. eine Düse zur Verwendung in einer Hochdruck-
bzw. Compliant-Düsenanordnung, insbesondere zur Verwendung in einem erfindungsgemäßen
Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole, mit einem
ersten Düseninnendruck zu einer Spritzpistole, insbesondere Farbspritzpistole, mit
einem zweiten Düseninnendruck.
[0097] Fig. 18 ist eine perspektivische Ansicht auf einen Teil eines Ausführungsbeispiels
eines erfindungsgemäßen Grundkörpers, nämlich auf den Bereich, in dem eine in Fig.
4 beispielhaft gezeigte Rund-Breitstrahlregulierungseinrichtung 9 angeordnet werden
kann. Insbesondere ist in Fig. 18 das Innere der Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer
68 zumindest teilweise erkennbar. Wie oben beschrieben, kann der erfindungsgemäße
Grundkörper 2, wie in Fig. 7 ersichtlich, am Kopfbereich 6 jeweils zwei Zerstäuberluft-Auslassöffnungen
20a, 20b und zwei Hornluft-Auslassöffnungen 22a, 22b aufweisen. Im Kopfbereich 6 sind
die beiden Zerstäuberluft-Auslassöffnungen 20a, 20b voneinander beabstandet, ebenso
die beiden Hornluft-Auslassöffnungen 22a, 22b. Die hinter den beiden Zerstäuberluft-Auslassöffnungen
20a, 20b liegenden Zerstäuberluftkanäle, d.h. die Luftkanäle die in Form der Zerstäuberluft-Auslassöffnungen
20a, 20b enden, erstrecken sich bis in die Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer 68,
laufen auf ihrem Weg in die Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer 68 zusammen und treffen
sich spätestens am Schnittpunkt mit einer Wandung der Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer
68. Die Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer 68 weist also nur eine einzige Zerstäuberluftkanalmündung
20c auf. Auch die hinter den beiden Hornluft-Auslassöffnungen 22a, 22b liegenden Hornluftkanäle,
d.h. die Luftkanäle die in Form der Hornluft-Auslassöffnungen 22a, 22b enden, erstrecken
sich bis in die Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer 68, laufen auf ihrem Weg in die
Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer 68 zusammen und treffen sich spätestens am Schnittpunkt
mit einer Wandung der Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer 68. Die Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer
68 weist also auch nur eine einzige Hornluftkanalmündung 22c auf.
[0098] Die Außenkonturen der Zerstäuberluftkanalmündung 20c und der Hornluftkanalmündung
22c in der Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer 68 können die Außenkontur einer liegenden
"8" aufweisen. Wenn sich die beiden Zerstäuberluftkanäle und die beiden Hornluftkanäle
beim Eintritt in die Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer 68 jeweils vollständig überlappen,
hat die Zerstäuberluftkanalmündung 20c im Wesentlichen die gleiche Querschnittsform
wie zumindest eine der Zerstäuberluft-Auslassöffnungen 20a und 20b und die Hornluftkanalmündung
22c hat im Wesentlichen die gleiche Querschnittsform wie eine der Hornluft-Auslassöffnungen
22a, 22b.
[0099] Im Stand der Technik sind verschiedene Rund-Breitstrahlregulierungseinrichtungen
bekannt, beispielsweise aus der
EP 0 706 832 B1 oder der
EP 2 451 586 B1. Für den vorliegenden erfindungsgemäßen Grundkörper kann jede Art von Rund-Breitstrahlregulierungseinrichtungen
zum Einsatz kommen. Vorzugsweise jedoch weist die Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer
68 jedoch einen ersten Kammerabschnitt und einen zweiten Kammerabschnitt auf, wobei
der zweite Kammerabschnitt einen größeren Durchmesser aufweist als der erste Kammerabschnitt.
In den ersten Kammerabschnitt münden die Hornluftkanäle des Grundkörpers 2, d.h. die
Hornluftkanalmündung 22c liegt in dem ersten Kammerabschnitt. In den zweiten Kammerabschnitt
münden die Zerstäuberluftkanäle des Grundkörpers 2, d.h. die Zerstäuberluftkanalmündung
20c liegt in dem zweiten Kammerabschnitt. Die Abschnitte bilden eine Stufe auf die
sich ein Teller einer Rund-Breitstrahlregulierungseinrichtung legen kann, um den ersten
Kammerabschnitt zu verschließen und so die Luftzufuhr in die Hornluftkanalmündung
22c und somit in die Hornluftkanäle zu unterbinden. In diesem Fall werden beim Betrieb
der Spritzpistole lediglich die Zerstäuberluftkanalmündung 20c und damit die Zerstäuberluftkanäle
mit Luft versorgt. Die Spritzpistole erzeugt einen Rundstrahl mit im Wesentlichen
kreisrundem Querschnitt, da keine Hornluft seitlich auf den Spritzstrahl einwirkt.
Beispielsweise mittels eines Drehmechanismus kann der Teller der Rund-Breitstrahlregulierungseinrichtung
vorzugsweise stufenlos von der Stufe zwischen erstem und zweitem Kammerabschnitt der
Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer 68 wegbewegbar sein, so dass der Teller die Luftzufuhr
zum ersten Kammerabschnitt und somit zur Hornluftkanalmündung 22c und zu den Hornluftkanälen
im Grundkörper 2 freigibt. Je weiter der Teller von der Stufe wegbewegt wird, desto
mehr Luft kann durch die Hornluftkanäle und damit aus den Hornluftbohrungen strömen
und desto mehr wird der Spritzstrahl seitlich zusammengedrückt, wodurch ein immer
schmalerer Breitstrahl erzeugt wird.
[0100] Es sei abschließend darauf hingewiesen, dass die beschriebenen Ausführungsbeispiele
nur eine beschränkte Auswahl an Ausführungsmöglichkeiten beschreiben und somit keine
Einschränkung der vorliegenden Erfindung darstellen.
1. Grundkörper (2) für eine Spritzpistole (1), insbesondere Farbspritzpistole, aufweisend
zumindest einen Kopfbereich (6) zur Anbringung einer Düsenanordnung, wobei der Kopfbereich
(6) zumindest eine innere Wandung (10), eine äußere Wandung (14) und eine dazwischen
angeordnete mittlere Wandung (12) aufweist, wobei die Wandungen (10, 12, 14) umlaufend
und einstückig mit dem Grundkörper (2) ausgebildet sind, dadurch gekennzeichnet, dass das vordere Ende der mittleren Wandung (12) entlang einer Achse (Z) gegenüber dem
vorderen Ende der äußeren Wandung (14) zurückgesetzt ist, insbesondere dass das vordere
Ende der mittleren Wandung (12) entlang einer Achse (Z) um 2 mm bis 4 mm gegenüber
dem vorderen Ende der äußeren Wandung (14) zurückgesetzt ist.
2. Grundkörper (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Wandung (10) und die mittlere Wandung (12) eine erste Luftverteilerkammer
(60) abgrenzen und die mittlere Wandung (12) und die äußere Wandung (14) eine zweite
Luftverteilerkammer (62) abgrenzen.
3. Grundkörper (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der inneren Wandung (10) und der mittleren Wandung (12) eine erste Frontfläche
(16) und zwischen der mittleren Wandung (12) und der äußeren Wandung (14) eine zweite
Frontfläche (18) angeordnet ist, dass die erste Frontfläche (16) entlang einer Achse
(Z) zum vorderen Ende der äußeren Wandung (14) zumindest bereichsweise einen ersten
Abstand (d1) aufweist, dass die zweite Frontfläche (18) entlang einer Achse (Z) zum
vorderen Ende der äußeren Wandung (14) zumindest bereichsweise einen zweiten Abstand
(d2) aufweist, und dass der erste Abstand (d1) größer ist als der zweite Abstand (d2),
insbesondere dass der erste Abstand (d1) 9 mm bis 11 mm und der zweite Abstand (d2)
4 mm bis 6 mm beträgt.
4. Grundkörper (2) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest die erste Frontfläche (16) und/oder die zweite Frontfläche (18) zumindest
bereichsweise eine Nut (19) aufweisen, deren Breite vorzugsweise im Wesentlichen der
Breite der ersten Frontfläche (16) bzw. der zweiten Frontfläche (18) entspricht und/oder
welche vorzugsweise in Umfangsrichtung über 25 % bis 75 %, insbesondere über 45 %
bis 55 %, des Umfangs der ersten Frontfläche (16) bzw. der zweiten Frontfläche (18)
erstreckt.
5. Grundkörper (2) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Frontfläche (18) zumindest bereichsweise eine Nut (19) mit einer Bodenfläche
aufweist, wobei die Bodenfläche der Nut (19) entlang einer Achse (Z) zum vorderen
Ende der äußeren Wandung (14) einen dritten Abstand aufweist, und dass der dritte
Abstand kleiner ist als der erste Abstand (d1) der ersten Frontfläche (16) zum vorderen
Ende der äußeren Wandung (14).
6. Grundkörper (2) nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Frontfläche (16) zumindest eine innere Luftauslassöffnung (20a, 20b), insbesondere
zwei innere Luftauslassöffnungen (20a, 20b), aufweist und dass die zweite Frontfläche
(18) zumindest eine äußere Luftauslassöffnung (22a, 22b), insbesondere zwei äußere
Luftauslassöffnungen (22a, 22b), aufweist, wobei vorzugsweise sich die zumindest eine
innere Luftauslassöffnung (20a, 20b) der ersten Frontfläche (16) zumindest bereichsweise
über zumindest 85 % der Breite der ersten Frontfläche (16) erstreckt und sich die
zumindest eine äußere Luftauslassöffnung (22a, 22b) der zweiten Frontfläche (18) zumindest
bereichsweise über zumindest 85 % der Breite der zweiten Frontfläche (18) erstreckt.
7. Grundkörper (2) nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (2) zumindest zwei Zerstäuberluftkanäle (64) aufweist, welche sich
von der ersten Frontfläche (16) in eine Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer (68)
erstrecken und/oder dass der Grundkörper (2) zumindest zwei Hornluftkanäle (66) aufweist,
welche sich von der zweiten Frontfläche (18) in eine Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer
(68) erstrecken, wobei die Zerstäuberluftkanäle (64) im Bereich der ersten Frontfläche
(16) voneinander beabstandet sind und sich im Bereich der Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer
(68) zumindest teilweise überschneiden, und/oder wobei die Hornluftkanäle (66) im
Bereich der zweiten Frontfläche (18) voneinander beabstandet sind und sich im Bereich
der Rund-Breitstrahl-Luftverteilerkammer (68) zumindest teilweise überschneiden.
8. Grundkörper (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das vordere Ende der inneren Wandung (10) entlang einer Achse (Z) gegenüber dem vorderen
Ende der mittleren Wandung (12) zurückgesetzt ist, insbesondere dass das vordere Ende
der inneren Wandung (10) entlang einer Achse (Z) um 0,4 mm bis 0,6 mm gegenüber dem
vorderen Ende der mittleren Wandung (12) zurückgesetzt ist.
9. Grundkörper (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die innere Wandung (10), die mittlere Wandung (12) und die äußere Wandung (14) jeweils
kreisrund ausgestaltet und konzentrisch zueinander angeordnet sind, wobei vorzugsweise
die innere Wandung (10) einen Außendurchmesser von 13 mm bis 15 mm und/oder einen
Innendurchmesser von 11 mm bis 13 mm, die mittlere Wandung (12) einen Außendurchmesser
von 22 mm bis 24 mm und/oder einen Innendurchmesser von 20 mm bis 22 mm, und die äußere
Wandung (14) einen Außendurchmesser von 33 mm bis 35 mm und/oder einen Innendurchmesser
von 31 mm bis 33 mm aufweist.
10. Spritzpistole (1), insbesondere Farbspritzpistole, dadurch gekennzeichnet, dass sie zumindest einen Grundkörper (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 9 aufweist.
11. Spritzpistole (1), insbesondere Farbspritzpistole, umfassend zumindest einen Grundkörper
(2), insbesondere einen Grundkörper (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, eine Düse
(24, 50) mit zumindest einer Materialdüse (40), eine Luftkappe (76, 78), einen ersten
luftführenden Bereich und einen zweiten luftführenden Bereich, wobei der erste luftführende
Bereich Luft führt, die zur Zerstäubung von zu verspritzendem Material verwendet wird,
und der zweite luftführende Bereich Luft führt, die zur Beeinflussung eines Spritzstrahls
verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass der erste luftführende Bereich und der zweite luftführende Bereich zumindest bereichsweise
durch eine mittlere Wandung (12) des Grundkörpers (2), ein an der Materialdüse (40)
einstückig angeordnetes Scheibenelement (32), zumindest eine an der Materialdüse (40)
angeordnete, insbesondere unverlierbar angeordnete, Prallscheibe (30, 31, 42) und
durch zumindest einen Teil der Luftkappe (76, 78) voneinander separiert sind, wobei
die mittlere Wandung (12) des Grundkörpers (2) umlaufend ausgestaltet ist.
12. Spritzpistole (1), insbesondere Farbspritzpistole, umfassend zumindest einen Grundkörper
(2), insbesondere einen Grundkörper (2) nach einem der Ansprüche 1 9, mit einer äußeren
Wandung (14) und einer mittleren Wandung (12), eine Düse (24, 50) mit zumindest einer
Materialdüse (40) mit einem hohlen Abschnitt zur Durchleitung des zu verspritzenden
Materials und einer Materialauslassöffnung (28) und ein am äußeren Umfang des hohlen
Abschnitts angeordnetes Scheibenelement (32), dadurch gekennzeichnet, dass die Düse (24, 50) ferner zumindest eine Prallscheibe (30, 31, 42) aufweist, welche
an der der Materialauslassöffnung (28) abgewandten Seite des Scheibenelements (32)
angeordnet ist und welche einen inneren und einen äußeren Umfang aufweist, wobei die
Düse (24, 50) derart in oder an dem Grundkörper (2) angeordnet ist, dass zwischen
der äußeren Wandung (14) und der zumindest einen Prallscheibe (30, 31, 42) ein erster
Spalt (86), insbesondere ein erster Ringspalt, ausbildet ist.
13. Spritzpistole (1) nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper (2) ferner eine innere Wandung (10) aufweist und dass die Düse (24,
50) derart in oder an dem Grundkörper (2) angeordnet ist, dass zwischen der inneren
Wandung (10) und der zumindest einen Prallscheibe (30, 31, 42) ein zweiter Spalt (88),
insbesondere ein zweiter Ringspalt, ausgebildet ist.
14. Spritzpistole (1) nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Prallscheibe (30, 31, 42) zumindest eine Dichtfläche aufweist,
welche an einer Gegendichtfläche an der mittleren Wandung (12) des Grundkörpers (2),
insbesondere an einem vorderen Ende der mittleren Wandung (12) des Grundkörpers (2),
dichtend anliegt und/oder dass die zumindest eine Prallscheibe (30, 31, 42) aus einem
ersten Abschnitt und einem zweiten Abschnitt gebildet ist, welche miteinander eine
Stufe ausbilden, und dass der Außendurchmesser der Stufe im Wesentlichen dem Innendurchmesser
der mittleren Wandung (12) des Grundkörpers (2) entspricht.
15. Spritzpistolen-Set umfassend zumindest einen Grundkörper (1), insbesondere einen Grundkörper
(2) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, eine erste Düsenanordnung mit einer ersten Düse
(24) und eine zweite Düsenanordnung mit einer zweiten Düse (50), dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der ersten Düsenanordnung und/oder der ersten Düse (24) um eine Niederdruck-Düsenanordnung
und/oder eine Niederdruck-Düse handelt und/oder dass es sich bei der zweiten Düsenanordnung
und/oder der zweiten Düse (50) um eine Hochdruck-Düsenanordnung und/oder eine Hochdruck-Düse
handelt.
16. Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole (1), insbesondere Farbspritzpistole, mit
einem ersten Düseninnendruck zu einer Spritzpistole (1), insbesondere Farbspritzpistole,
mit einem zweiten Düseninnendruck, wobei der erste Düseninnendruck größer ist als
der zweite Düseninnendruck,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren zumindest die folgenden Schritte umfasst:
a. Entfernen einer Hochdruck-Düsenanordnung von oder aus einem Grundkörper (2) der
Spritzpistole (1), wobei die Hochdruck-Düsenanordnung zumindest eine Düse (50) mit
einer Materialdüse (40) mit einem hohlen Abschnitt zur Durchleitung des zu verspritzenden
Materials und einer Materialauslassöffnung (28) aufweist;
b. Anordnen einer Niederdruck-Düsenanordnung in oder an dem Grundkörper (2) der Spritzpistole
(1), wobei die Niederdruck-Düsenanordnung zumindest eine Düse (24) mit einer Materialdüse
(40) mit einem hohlen Abschnitt zur Durchleitung des zu verspritzenden Materials und
einer Materialauslassöffnung (28) aufweist.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse (50) der Hochdruck-Düsenanordnung, welche von oder aus dem Grundkörper (2)
der Spritzpistole (1) entfernt wird, ferner ein am äußeren Umfang des hohlen Abschnitts
angeordnetes Scheibenelement (32) und zumindest eine erste Prallscheibe (31) aufweist,
wobei die erste Prallscheibe (31) an der der Materialauslassöffnung (28) abgewandten
Seite des Scheibenelements (32) angeordnet ist und einen inneren und einen äußeren
Umfang aufweist, und dass die Düse (24) der Niederdruck-Düsenanordnung, welche in
oder an dem Grundkörper (2) der Spritzpistole angeordnet wird, ferner ein am äußeren
Umfang des hohlen Abschnitts angeordnetes Scheibenelement (32) und zumindest eine
erste Prallscheibe (30) aufweist, wobei die erste Prallscheibe (30) an der der Materialauslassöffnung
(28) abgewandten Seite des Scheibenelements (32) angeordnet ist, einen inneren und
einen äußeren Umfang aufweist, und eine sich an der der Materialauslassöffnung (28)
abgewandten Seite der ersten Prallscheibe (30) angeordnete zweite Prallscheibe (42)
aufweist, wobei der äußere Umfang der ersten Prallscheibe (30) der Düse (24) der Niederdruck-Düsenanordnung
kleiner ist als der äußere Umfang der ersten Prallscheibe (31) der Düse (50) der Hochdruck-Düsenanordnung.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren zumindest die folgenden weiteren Schritte umfasst:
a. Entfernen einer über einen Luftdüsenring (74) am Grundkörper (2) angeordneten Hochdruck-Luftkappe
(76), wobei die Hochdruck-Luftkappe (76) zumindest eine zentrale Öffnung (77) mit
einem ersten Durchmesser aufweist;
b. Anordnen einer über einen Luftdüsenring (74) am Grundkörper (2) anordenbaren Niederdruck-Luftkappe
(78), wobei die Niederdruck-Luftkappe (78) zumindest eine zentrale Öffnung (79) mit
einem zweiten Durchmesser aufweist und wobei der zweite Durchmesser größer ist als
der erste Durchmesser der Hochdruck-Luftkappe (76).
19. Verfahren zum Umrüsten einer Spritzpistole (1), insbesondere Farbspritzpistole, mit
einem ersten Düseninnendruck zu einer Spritzpistole (1), insbesondere Farbspritzpistole,
mit einem zweiten Düseninnendruck, wobei der erste Düseninnendruck kleiner ist als
der zweite Düseninnendruck,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren zumindest die folgenden Schritte umfasst:
a. Entfernen einer Niederdruck-Düsenanordnung von oder aus einem Grundkörper (2) der
Spritzpistole (1), wobei die Niederdruck-Düsenanordnung zumindest eine Düse (24) mit
einer Materialdüse (40) mit einem hohlen Abschnitt zur Durchleitung des zu verspritzenden
Materials und einer Materialauslassöffnung (28) aufweist;
b. Anordnen einer Hochdruck-Düsenanordnung in oder an dem Grundkörper (2) der Spritzpistole
(1), wobei die Hochdruck-Düsenanordnung zumindest eine Düse (50) mit einer Materialdüse
(40) mit einem hohlen Abschnitt zur Durchleitung des zu verspritzenden Materials und
einer Materialauslassöffnung (28) aufweist.
20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Düse (24) der Niederdruck-Düsenanordnung, welche von oder aus dem Grundkörper
(2) der Spritzpistole (1) entfernt wird, ferner ein am äußeren Umfang des hohlen Abschnitts
angeordnetes Scheibenelement (32) und zumindest eine erste Prallscheibe (30) aufweist,
wobei die erste Prallscheibe an der der Materialauslassöffnung (28) abgewandten Seite
des Scheibenelements (32) angeordnet ist, einen inneren und einen äußeren Umfang aufweist,
und eine sich an der der Materialauslassöffnung (28) abgewandten Seite der ersten
Prallscheibe (30) angeordnete zweite Prallscheibe (42) aufweist, und dass die Düse
(50) der Hochdruck-Düsenanordnung, welche in oder an dem Grundkörper (2) der Spritzpistole
angeordnet wird, ferner ein am äußeren Umfang des hohlen Abschnitts angeordnetes Scheibenelement
(32) und zumindest eine erste Prallscheibe (31) aufweist, wobei die erste Prallscheibe
(31) an der der Materialauslassöffnung (28) abgewandten Seite des Scheibenelements
(32) angeordnet ist und einen inneren und einen äußeren Umfang aufweist, wobei der
äußere Umfang der ersten Prallscheibe (31) der Düse (50) der Hochdruck-Düsenanordnung
größer ist als der äußere Umfang der ersten Prallscheibe (30) der Düse (24) der Niederdruck-Düsenanordnung.
21. Verfahren nach Anspruch 19 oder 20,
dadurch gekennzeichnet, dass das Verfahren zumindest die folgenden weiteren Schritte umfasst:
a. Entfernen einer über einen Luftdüsenring (74) am Grundkörper (2) angeordneten Niederdruck-Luftkappe
(78), wobei die Niederdruck-Luftkappe (78) zumindest eine zentrale Öffnung (79) mit
einem ersten Durchmesser aufweist;
b. Anordnen einer über einen Luftdüsenring (74) am Grundkörper (2) anordenbaren Hochdruck-Luftkappe
(76), wobei die Hochdruck-Luftkappe (76) zumindest eine zentrale Öffnung (77) mit
einem zweiten Durchmesser aufweist und wobei der zweite Durchmesser kleiner ist als
der erste Durchmesser der Niederdruck-Luftkappe (78).