[0001] Die Erfindung betrifft einen Leitungsabschnitt zum Durchleiten von einem Fluid, insbesondere
von Wasser. Darüber hinaus betrifft die Erfindung eine Kokilleneinrichtung in einer
Stranggießanlage zum Gießen von flüssigem Metall mit dem erfindungsgemäßen Leitungsabschnitt
sowie ein Verfahren zum Umbauen einer Kokilleneinrichtung von einer bisherigen auf
eine andere Gießbreite.
[0002] Leitungsabschnitte zum Durchleiten eines Fluids auch mit mehreren Freiheitsgraden
sind im Stand der Technik, z. B. aus der
DE 10 2006 057 242 B4 grundsätzlich bekannt. Diese Patentschrift offenbart insbesondere ein Kugelgelenk
für eine sanitäre Auslaufarmatur.
[0003] Die Erfindung betrifft als besonderen Anwendungsfall das Gebiet der Stranggußtechnik
und insbesondere eine Stranggießkokille zum Gießen von flüssigem Metall zu einem Gießstrang,
wie sie beispielsweise in Figur 3 dargestellt ist. Konkret zeigt Figur 3 eine aus
dem Stand der Technik bekannte Kokilleneinrichtung 400 mit zwei gegenüberliegenden
Kokillenbreitseitenplatten 410 und zwei gegenüberliegenden Breitseitenwasserkästen
420, jeweils zum Tragen der Kokillenbreitseitenplatten 410. Zumindest einer der Breitseitenwasserkästen
ist über einen Leitungsabschnitt 100 an eine Wasserversorgungseinrichtung angeschlossen
(nicht gezeigt). Der andere Breitseitenwasserkasten wird entweder über einen analogen
Leitungsabschnitt ebenfalls mit der Wasserversorgungseinrichtung verbunden oder er
ist fluidleitend mit dem einen Breitseitenwasserkasten verbunden.
[0004] Die in Figur 3 gezeigte Kokilleneinrichtung kann auf unterschiedliche Gießformate,
d. h. auf unterschiedliche Querschnitte des von den Kokillenbreitseitenplatten 410
und den Kokillenschmalseitenplatten gebildeten Gießhohlraums 440 eingestellt werden.
Zur Veränderung der Gießdicke d1 werden traditionell die Breitenseitenwasserkästen
in Gießdickenrichtung D zunächst auseinandergefahren. Sodann werden die Schmalseitenträgereinrichtungen
432, vorzugsweise mit den daran anmontierten Kokillenschmalseitenplatten 410 gegen
andere Schmalseitenträgereinrichtungen mit einer eine andere Gießdicke d2 definierenden
Kokillenschmalseitenplatten ausgetauscht. Anschließend werden die Breitseitenwasserkästen
420 auf die Schmalseitenträgereinrichtungen 432 mit der jetzt geänderten Gießdicke
d2 zugefahren; auf diese Weise entsteht ein neuer Gießhohlraum 440 mit einer veränderten
Gießdicke.
[0005] Das besagte Auf- und Zuverfahren der Breitseitenwasserkästen in Gießdickenrichtung
D beim Umrüsten der Kokilleneinrichtung 400 auf eine andere Gießdicke geht mit einem
Lateralversatz (seitlichen Versatz) des zulaufseitigen und des verbraucherseitigen
Endes des Leitungsabschnittes zur Versorgung der Breitseitenwasserkästen mit Wasser
aus der Wasserversorgungseinrichtung einher.
[0006] Traditionelle Leitungsabschnitte und insbesondere traditionelle Anschlüsse zwischen
dem Leitungsabschnitt und den Breitseitenwasserkästen konnten diese auftretenden Lateralversätze
nicht bzw. zumindest nicht in ausreichendem Maße kompensieren. Traditionell handelte
es sich bei diesen Leitungsabschnitten um starre Rohrverbindungen mit O-Ringen, welche
zwar kleinere Winkelauslenkungen aufnehmen und auch kleinere Verschiebungen in Axialrichtungen
bei auftretendem Lateralversatz kompensieren konnten, aber zum Kompensieren der in
der Realität tatsächlich auftretenden größeren Lateralversätze sind die traditionell
verwendeten Rohrverbindungen und Kompensatoren nicht geeignet bzw. nicht ausreichend.
Es müssen deshalb traditionell Adapterstücke montiert oder mehrere formatabhängige
Teile eingebaut werden. Das gesamte Verfahren der Gießdickenumrüstung kostet traditionell
viel Geld und Zeit (Rüstzeit) für den Betreiber, denn er muss entsprechend viel Werkstattpersonal
und eine entsprechende Ausrüstung bereitstellen.
[0007] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
einen bekannten Leitungsabschnitt, eine bekannte Kokilleneinrichtung sowie ein bekanntes
Verfahren zum Umbauen der Kokilleneinrichtung von einer bisherigen auf eine andere
Gießbreite dahingehend weiterzubilden, dass der Leitungsabschnitt ausgebildet ist,
auch größere Lateralversätze zu kompensieren und dadurch das Umrüsten der Kokilleneinrichtung
auf eine andere Gießbreite deutlich zu vereinfachen und kostengünstiger zu gestalten.
[0008] Diese Aufgabe wird bezüglich des erfindungsgemäßen Leitungsabschnittes durch den
Gegenstand des Patentanspruchs 1 gelöst. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass auch
an dem verbraucherseitigen Ende des Leitungselementes ein verbraucherseitiges Kugelgelenk
mit einem Durchsatzkanal angeordnet ist zum gelenkigen und fluidleitenden Verbinden
des verbraucherseitigen Endes des Leitungselementes mit einem Verbraucher.
[0009] Gemäß dem Anspruch 1 sind damit an beiden Enden des Leitungselementes entsprechende
Kugelgelenke mit jeweils einem Durchgangskanal angeordnet. Diese beiden Kugelgelenke
ermöglichen grundsätzlich ein Umlenken des Fluids innerhalb des Leitungsabschnittes
in eine nahezu beliebige Richtung, auch bei einem Lateralversatz des Verbrauchers
relativ zu einer Zulaufeinrichtung. Dies gilt zumindest dann, wenn die Zulaufeinrichtung
und der Verbraucher bei einem Lateralversatz in ihrem Abstand zueinander variabel
sind.
[0010] Gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel ist der erfindungsgemäße Leitungsabschnitt
gekennzeichnet durch ein das zulaufseitige Ende des Leitungselementes mit der Zulaufeinrichtung
fluidleitend verbindendes zulaufseitiges Verschieberohr, in welchem das zulaufseitige
Kugellager axial verschiebbar gelagert ist. Zusätzlich oder alternativ kann auch ein
verbraucherseitiges Verschieberohr vorgesehen sein, welches das verbraucherseitige
Ende des Leitungselementes mit dem Verbraucher fluidleitend verbindet und in welchem
das verbraucherseitige Kugellager axial verschiebbar gelagert ist. Das Vorsehen eines
solchen Verschieberohres an dem zulaufseitigen oder dem verbraucherseitigen Ende des
Leitungsabschnittes ermöglicht vorteilhafterweise eine hinreichende Kompensationsfähigkeit
des Leitungsabschnittes auch dann, wenn sich in Folge eines Lateralversatzes zwischen
der Zulaufeinrichtung und dem Verbraucher der direkte Abstand zwischen der Zulaufeinrichtung
und dem Verbraucher verändert.
[0011] Zur Erläuterung: Bei einer reinen Schwenkbewegung des Leitungselementes gegenüber
der Zulaufeinrichtung mit Hilfe des dazwischen befindlichen Kugelelementes bewegt
sich das gegenüberliegende verbraucherseitige Ende des Leitungselementes mit dem daran
angeordneten verbraucherseitigen Kugelgelenk auf einer Kreisbahn. Dabei bewegt sich
das verbraucherseitige Ende immer weiter von dem Verbraucher fort. Die dadurch zu
dem Verbraucher entstehende sich ändernde Distanz wird durch das zusätzlich beanspruchte
Verschieberohr kompensiert.
[0012] Für die besagte Kompensation genügt es typischerweise, wenn ein solches Verschieberohr
entweder an dem zulaufseitigen oder dem verbraucherseitigen Ende des Leitungselementes
vorgesehen ist. Lediglich in besonderen Einzelfällen, beispielsweise wenn besonders
große Abstände zu überbrücken sind, kann es sinnvoll sein, ein solches Verschieberohr
an beiden Enden des Leitungselementes vorzusehen.
[0013] Zum Abdichten der Kugellager gegenüber den Verschieberohren sind vorteilhafterweise
ringförmige Dichtelemente vorzusehen.
[0014] Eine Schutzvorrichtung beispielsweise in Form einer Manschette oder in Form eines
Gummibalks kann über die Kugelgelenke gestülpt sein zum Schutz derselben vor äußeren
Einflüssen, insbesondere Staub oder Schmutz, um deren Funktionsfähigkeit zu erhalten.
[0015] Die oben genannte Aufgabe der Erfindung wird weiterhin durch eine Kokilleneinrichtung
gemäß Anspruch 13 gelöst. Die Kokilleneinrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass
der Leitungsabschnitt ausgebildet ist nach einem der vorangegangenen Ansprüche, wobei
die Wasserversorgungseinrichtung der Zulaufeinrichtung und die Breitseitenwasserkästen
dem Verbraucher entsprechen.
[0016] Die oben genannte Aufgabe wird weiterhin durch das Verfahren gemäß Patentanspruch
14 gelöst. Dieses Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Kokilleneinrichtung
ausgebildet ist nach Anspruch 13 und dass der Leitungsabschnitt, welcher mindestens
einen der Breitseitenwasserkästen mit der Wasserversorgungseinrichtung verbindet,
während aller Verfahrensschritte nach Anspruch 14 fluidleitend mit dem mindestens
einen Breitenseitenwasserkasten und vorzugsweise auch mit der Wasserversorgungseinrichtung
verbunden bleibt. Durch die beanspruchte Ausgestaltung der Kokilleneinrichtung mit
dem erfindungsgemäßen Leitungsabschnitt können vorteilhafterweise die Montage- und
Rüstzeiten bei der Umrüstung der Kokilleneinrichtung auf ein anderes Gießformat deutlich
verkürzt werden. Insbesondere müssen deshalb nicht mehr Leitungsanschlüsse umgebaut
oder mit Hilfe von Kompensatoren versetzt werden; die damit bisher verbundenen Montagearbeiten
können eingespart werden. Außerdem können vorteilhafterweise unerwünschte Rückstellkräfte
bzw. aus elastischen Verformungen, wie sie z. B. bei Edelstahllateralkompensatoren
auftreten, vorteilhafterweise vermieden werden. Mit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung
der Kokilleneinrichtung kann deren Umrüstung auf neue Gießdicken stufenlos erfolgen,
ohne dass dafür die Fluidverbindung zwischen dem Wasserkasten und dem Leitungsabschnitt
bzw. dem Leitungsabschnitt und dem Verbraucher geöffnet werden müsste und ohne dass
eventuelle Schraubverbindungen gelöst werden müssten. Mit dem erfindungsgemäßen Leitungsabschnitt
und dessen Einbau zwischen eine Wasserversorgungseinrichtung und eine Kokilleneinrichtung
können laterale Versätze von beispielsweise bis zu 450 mm in kurzer Zeit überbrückt
werden.
[0017] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Leitungsabschnittes, insbesondere
der Kugelgelenke, sowie des beanspruchten erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche.
[0018] Der Beschreibung sind insgesamt 3 Figuren beigefügt, wobei
- Figur 1a
- den erfindungsgemäßen Leitungsabschnitt in einer Seitenansicht;
- Figur 1b
- den erfindungsgemäßen Leitungsabschnitt in einer Draufsicht;
- Figur 2a
- die erfindungsgemäße Kokilleneinrichtung in einer perspektivischen Ansicht mit einer
schmalen Schmalseite für eine kleine Gießdicke;
- Figur 2b
- die Kokilleneinrichtung mit einer breiteren Schmalseite für eine größere Gießdicke;
und
- Figur 3
- die Kokilleneinrichtung gemäß dem Stand der Technik in einer perspektivischen Ansicht
zeigt.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die genannten Figuren 1 und 2
in Form von Ausführungsbeispielen detailliert beschrieben. In allen Figuren sind gleiche
technische Elemente mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet.
[0020] Figur 1a zeigt den erfindungsgemäßen Leitungsabschnitt 100 zum Durchleiten von einem
Fluid, insbesondere von Wasser, weiter insbesondere von Kühlwasser in einer Seitenansicht.
Er umfasst ein Leitungselement 110 mit einem zulaufseitigen Ende 112 und einem verbraucherseitigen
Ende 114. An dem zulaufseitigen Ende 112 des Leitungselementes 110 ist ein zulaufseitiges
Kugelgelenk 120 angeordnet mit einem Durchgangskanal zum gelenkigen und fluidleitenden
Verbinden des zulaufseitigen Endes des Leitungselements mit einer Zulaufeinrichtung
130, in Figur 1a beispielsweise ausgebildet als α = 90°-Krümmer. An dem verbraucherseitigen
Ende 114 des Leitungselementes 110 ist erfindungsgemäß ebenfalls ein Kugelgelenk 140,
auch als verbraucherseitiges Kugelgelenk bezeichnet, angeordnet. Es ist ebenfalls
mit einem Durchgangskanal ausgestattet zum gelenkigen und fluidleitenden Verbinden
des verbraucherseitigen Endes des Fluidleitungselementes 110 mit einem Verbraucher
200 (in Figur 1 nicht gezeigt).
[0021] Gemäß Figur 1b weisen sowohl das zulaufseitige wie auch das verbraucherseitige Kugelgelenk
120, 140 jeweils eine ringförmige Kalotte 122 mit einer kugelförmigen Außenkontur
auf. Die Kalotte ist drehbar eingebettet in einen kugelförmigen Hohlraum, der von
zwei gegeneinander verspannbaren ringförmigen Lagerhalbschalen 126, 126' aufgespannt
wird. Die Außenseite der Kalotte 122 ist mit Hilfe von (weiteren) Dichtelementen 128
gegenüber vorzugsweise jeder der beiden Lagerhalbschalen 126, 126' abgedichtet.
[0022] In Figur 1b sind die Kalotten 122 beispielhaft auf das zulaufseitige Ende 112 und
auf das verbraucherseitige Ende 114 des Leitungselementes 110 aufgeschoben und vorzugsweise
fest mit dem Leitungselement verbunden. Die Kalotten führen deshalb eine Dreh- oder
Schwenkbewegung des Leitungselementes relativ zu den Hohlräumen, in denen sie gelagert
sind, mit aus. Die die Hohlräume aufspannenden Lagerhalbschalen 126, 126' sind demgegenüber
drehfest - aber nicht notwendigerweise translatorisch festgelegt - an dem Krümmer
oder an dem Verbraucher bzw. einem Rohr oder an einem Verschiebeelement, welches in
einem Verschieberohr verschiebbar gelagert ist, angebracht. Die Lagerhalbschalen können
auch selber als das Verschiebeelement ausgebildet sind. Alternativ könnten die Kalotten
122 auch an dem Krümmer oder an dem Verschiebeelement innerhalb des Verschieberohres
angeordnet sein; die zugehörigen Lagerhalbschalen müssten dann jedoch an dem Leitungselement
angeschlossen sein.
[0023] Bei dem in Figur 1 gezeigten Ausführungsbeispiel, bei welchem die Kalotten 122 auf
die Enden des Leitungselementes aufgesetzt sind, ist die zulaufseitige Lagerschale
126 drehfest an die Zulaufeinrichtung 130, hier nur beispielhaft ausgebildet mit dem
90°-Krümmer, angeschraubt. Konkret ist eine erste Hälfte der Lagerhalbschale 126 der
gesamten Lagerschale an den Krümmer angeschraubt, während die zugehörige zweite Lagerhalbschale
126' von dem Leitungselement 110 aus nach außen gegen die erste Lagerhalbschale 126
verschoben wird bzw. ist und mit dieser verspannt bzw. verschraubt ist. Analog ist
eine erste Lagerhalbschale 126 für die Kalotte 122 an der Verbraucherseite des Leitungselementes
110 als Verschiebeelement zum Verschieben innerhalb des Verschieberohres ausgebildet
und angeordnet. Eine zweite Lagerhalbschale 126' der gesamten Lagerschale wird von
Seiten des Leitungselementes her gegen die erste Lagerhalbschale 126 geschoben und
mit dieser verspannt bzw. verschraubt zum Aufspannen eines Hohlraums zur drehbaren
gelenkigen Aufnahme der verbraucherseitigen Kalotte 122.
[0024] Die inneren bzw. leitungselementseitigen Lagerhalbschalen 126' haben jeweils einen
Ringdurchmesser, welcher kleiner ist als der Außendurchmesser der Kalotten 122. Deswegen
können diese zweiten Lagerhalbschalen nach Montage der Kalotten nicht mehr in den
Bereich des Leitungselementes zwischen den beiden Kalotten aufgeschoben werden. Diese
beiden zweiten bzw. inneren Lagerhalbschalen 126' müssten deshalb bereits vor Montage
der Letzten der beiden Kalotten 122 auf das Leitungselemente 110 aufgeschoben werden
oder sie müssten jeweils mehrteilig, z. B. zweiteilig ausgebildet sein. In letzterem
Fall bestehen die zweiten Lagerhalbschalen dann jeweils aus zwei Ringsegmenten. Die
besagten Kugelgelenke sind vorzugsweise jeweils durch eine Schutzvorrichtung 170 gegen
Verschmutzung geschützt. Bei der Schutzvorrichtung 170 kann es sich beispielsweise
um eine Manschette oder einen Gummibalk handeln, welche bzw. welcher über die Kugelgelenke
übergestülpt ist und beidseitig dieser Gelenke beispielsweise mit Schellen befestigt
ist.
[0025] Bei dem Leitungselement 110 handelt es sich typischerweise um ein Rohrstück. Der
erfindungsgemäße Leitungsabschnitt 100 dient insbesondere zum Überführen eines Fluids,
beispielsweise Wasser, von einer Wasserversorgungseinrichtung (nicht gezeigt) an einen
Verbraucher 200.
[0026] Die Figuren 2a und 2b zeigen einen besonderen Anwendungsfall, bei welchem der erfindungsgemäße
Leitungsabschnitt 100 eingesetzt wird zur Wasserversorgung einer Kokilleneinrichtung
400 in einer Stranggießanlage zum Gießen von flüssigem Metall zu einem Gießstrang.
Die eine Zulaufeinrichtung 130, welche an der Zulaufseite des Leitungsabschnittes
100 angeordnet ist, kann in Form eines Rohrstückes ausgebildet sein, welches beispielsweise
zu einer Wasserversorgungseinrichtung führt. Bei dem mit dem verbraucherseitigen Ende
114 des Leitungsabschnittes 100 verbundenen Verbraucher 200 handelt es sich dann um
mindestens einen Breitseitenwasserkasten 420 zum Kühlen der Kokille.
[0027] Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Leitungsabschnittes 100 ermöglicht vorteilhafterweise
einen seitlichen Versatz zwischen der Zulaufeinrichtung 130 und einem Verbraucher
200 in Form des mindestens einen Breitseitenwasserkastens. Dies ist besonders vorteilhaft
beim Umrüsten der Kokille auf eine geänderte Gießbreite gemäß dem nachfolgend beschriebenen
Verfahren:
Demnach erfordert der Umbau der Kokilleneinrichtung von einer bisherigen d1 auf eine
andere Gießbreite d2 folgende Schritte:
- a) Auffahren der Breitseitenwasserkästen 420 in Gießdickenrichtung D;
- b) Ausbauen der bisherigen Schmalseitenträgereinrichtung 432 mit den die bisherige
Gießdicke d1 definierenden bisherigen Kokillenschmalseitenplatten 430;
- c) Einbauen von Schmalseitenträgereinrichtungen 432 mit einer die andere Gießdicke
d2 definierenden Kokillenschmalseitenplatten 430; und
- d) Zufahren der Breitseitenwasserkästen 420 in entgegengesetzter Gießdickenrichtung
D auf die andere Gießbreite d2.
[0028] Wenn die Breitseitenwasserkästen 420 der Kokilleneinrichtung 400 über den erfindungsgemäßen
Leitungsabschnitt 100 mit der Wasserversorgungseinrichtung (nicht gezeigt) verbunden
sind, dann ermöglicht die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Leitungsabschnittes,
dass während der Durchführung der genannten Schritte a) bis d) zum Umbauen der Kokilleneinrichtung
auf eine andere Gießbreite die Wasserkästen 420 vorteilhafterweise fluidleitend mit
der Wasserversorgungseinrichtung verbunden bleiben können. Das erspart dem Betreiber
der Kokilleneinrichtung sowohl viel Zeit wie auch viel Geld im Unterschied zu einer
traditionellen Umrüstung der Kokilleneinrichtung, weil mit der erfindungsgemäßen Ausgestaltung
des Leitungsabschnittes viele ansonsten notwendige Arbeitsschritte und Rohrkomponenten
eingespart werden können.
[0029] Bei der Durchführung des Verfahrensschrittes a) zur Umrüstung der Kokille kommt es
zu einer seitlichen bzw. lateralen Verschiebung der Breitseitenwasserkästen 420 in
Bezug auf die Zuleitungseinrichtung 130 unter Beibehaltung von deren lotrechtem Abstand
zueinander. Der erfindungsgemäß ausgebildete Leitungsabschnitt ermöglicht eine Kompensation
dieser besagten Lateralverschiebung, so dass eine Demontage des Leitungsabschnittes
100 von den Breitseitenwasserkästen 420 und/oder von der Zulaufeinrichtung 130 entbehrlich
wird. Ermöglicht wird dies einerseits dadurch, dass die erfindungsgemäß vorgesehenen
Kugelgelenke 120, 140 eine Schwenkung des Leitungselementes 110 um einen Winkel β
gegenüber einer Ausgangsrichtung R zulassen bzw. ermöglichen. Darüber hinaus ermöglicht
das Verschieberohr 150 eine Kompensation des durch die Lateralverschiebung größer
werdenden direkten Abstandes zwischen dem mindestens einen Breitseitenwasserkasten
420 und der Zuleitungseinrichtung 130, indem eine axiale Verschiebung des verbraucherseitigen
Endes des Leitungselementes um einen Weg x in dem Verschieberohr 150 zugelassen wird;
siehe Figur 1b.
[0030] In dem Verfahrensschritt d) werden die gemäß Verfahrensschritt a) zunächst aufgefahrenen
Breitseitenwasserkästen 420 wieder in entgegengesetzter Gießdickenrichtung D auf die
jetzt geänderte Gießbreite zugefahren bzw. zusammengeschoben. Weil die Gießdicke d2
nun anders ist, d. h. sie kann größer oder auch kleiner sein als die vorherige Gießdicke
d1, werden die Breitseitenwasserkästen 420 in Schritt d) jedenfalls nicht mehr auf
die ursprüngliche Gießdicke d1 zusammengefahren. Vielmehr wird das Leitungselement
110 nunmehr während des Verfahrensschritte d) mit Hilfe der Kugelgelenke 120, 140
um einen von dem Winkel β abweichenden Winkel wieder in Richtung der Ausgangsrichtung
zurückgeschwenkt und um einen von dem Weg x abweichenden Weg in dem Verschieberohr
wieder zurückgeschoben. In dem Fall, dass die bisherige Gießdicke d1 kleiner war als
die neue geänderte Gießdicke d2, ist der abweichende Winkel kleiner als der Winkel
β und der abweichende Weg kleiner als der Weg x gemäß Verfahrensschritt a). Für den
Fall, dass die neue Gießdicke d2 größer sein sollte als die bisherige Dicke d1, ist
der abweichende Winkel größer als der Winkel β und der abweichende Weg x in dem Verschieberohr
150 größer als der Weg x.
Bezugszeichenliste
[0031]
- 100
- Leitungsabschnitt
- 110
- Leitungselement
- 112
- zulaufseitiges Ende des Leitungselementes
- 114
- verbraucherseitiges Ende des Leitungselementes
- 120
- zulaufseitiges Kugelgelenkt
- 122
- ringförmige Kalotte
- 125
- ringförmiges Dichtelement
- 126, 126'
- ringförmige Lagerhalbschalen
- 128
- weiteres Dichtelement
- 130
- Zulaufeinrichtung
- 140
- verbraucherseitiges Kugelgelenk
- 160
- verbraucherseitiges Verschieberohr
- 170
- Schutzvorrichtung
- 200
- Verbraucher
- 400
- Kokilleneinrichtung
- 410
- Kokillenbreitseitenplatten
- 420
- Breitseitenwasserkästen
- 430
- Kokillenschmalseitenplatten
- 432
- Schmalseitenträgereinrichtung
- 440
- Gießhohlraum
- D
- Gießdickenrichtung
- R
- Ausgangsrichtung
- β
- Winkel
- x
- Verschiebewegstrecke
1. Leitungsabschnitt (100) zum Durchleiten von einem Fluid, aufweisend:
ein Leitungselement (110) mit einem zulaufseitigen Ende (112) und einem verbraucherseitigen
Ende (114);
eine Zulaufeinrichtung (130) für das Fluid;
ein an dem zulaufseitigen Ende (112) des Leitungselementes (110) angeordnetes zulaufseitiges
Kugelgelenk (120) mit einem Durchgangskanal zum gelenkigen und fluidleitenden Verbinden
des zulaufseitigen Endes des Leitungselementes mit der Zulaufeinrichtung (130) für
das Fluid;
gekennzeichnet durch
ein an dem verbraucherseitigen Ende (114) des Leitungselementes (110) angeordnetes
verbraucherseitiges Kugelgelenk (140) mit einem Durchgangskanal zum gelenkigen und
fluidleitenden Verbinden des verbraucherseitigen Endes des Leitungselementes mit einem
Verbraucher (200).
2. Leitungsabschnitt (100) nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
ein das zulaufseitige Ende (112) des Leitungselementes (110) mit der Zulaufeinrichtung
(130) fluidleitend verbindendes zulaufseitiges Verschieberohr, in welchem das zulaufseitige
Kugellager (120) axial verschiebbar gelagert ist; und/oder
ein verbraucherseitiges Verschieberohr (160), in welchem das verbraucherseitige Kugellager
(140) axial verschiebbar gelagert ist.
3. Leitungsabschnitt (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
gekennzeichnet durch
mindestens ein ringförmiges Dichtelement (125) zum Abdichten von dem zulaufseitigen
Kugellager (120) gegenüber dem zulaufseitigen Verschieberohr (150); und/oder
mindestens ein ringförmiges Dichtelement zum Abdichten von dem verbraucherseitigen
Kugellager gegenüber dem verbraucherseitigen Verschieberohr.
4. Leitungsabschnitt (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zulaufseitige und/oder das verbraucherseitige Kugelgelenk (120, 140) jeweils
aufweisen:
eine ringförmige Kalotte (122) mit kugelförmiger Außenkontur; und
zwei gegeneinander verspannbare ringförmige Lagerhalbschalen (126, 126'), welche zusammen
einen Hohlraum aufspannen zur gelenkigen Aufnahme der Kalotte (122).
5. Leitungsabschnitt (100) nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein weiteres Dichtelement (128) vorgesehen ist zum Abdichten der Kalotte
(122) gegenüber vorzugsweise jeder der beiden Lagerhalbschalen (126, 126').
6. Leitungsabschnitt (100) nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ringförmige Kalotte (122) des zulaufseitigen Kugelgelenkes (120) an dem zulaufseitigen
Ende (112) des Leitungselementes (110) oder an der Zulaufeinrichtung (130) angebracht
ist;
dass eine der Lagerhalbschalen (126) des zulaufseitigen Kugelgelenks (120) vorzugsweise
lösbar an das zulaufseitige Ende (112) des Leitungselementes (110) oder an die Zulaufeinrichtung
(130) angeschlossen ist; und
dass die andere der beiden Lagerhalbschalen (126') des zulaufseitigen Kugelgelenks (120)
gegen die angeschlossene Lagerhalbschale (126) verspannt ist unter Einschluss der
Kalotte (122) in dem Hohlraum.
7. Leitungsabschnitt (100) nach einem der Ansprüche 4 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass die ringförmige Kalotte (122) des verbraucherseitigen Kugelgelenkes (140) an dem
verbraucherseitigen Ende (114) des Leitungselementes (110) oder an dem Verbraucher
(200) angebracht ist;
dass eine der beiden Lagerhalbschalen des verbraucherseitigen Kugelgelenks (140) vorzugsweise
lösbar an das verbraucherseitige Ende (114) des Leitungselementes (110) oder an den
Verbraucher (200) angeschlossen ist; und
dass die andere der beiden Lagerhalbschalen des verbraucherseitigen Kugelgelenks (140)
gegen die angeschlossene Lagerhalbschale verspannt ist unter Einschluss der Kalotte
(122) in dem Hohlraum.
8. Leitungsabschnitt (100) nach einem der Ansprüche 4 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens eine der Lagerhalbschalen (126, 126') in Form von mindestens zwei Ringsegmenten
ausgebildet ist.
9. Leitungsabschnitt (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Schutzvorrichtung (170) beispielsweise in Form einer Manschette oder einem Gummibalk
vorgesehen ist zum Überstülpen über zumindest eines der Kugelgelenke (120, 140).
10. Leitungsabschnitt (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass es sich bei dem Fluid um Wasser handelt;
dass es sich bei der Zulaufeinrichtung (130) um ein Rohrstück, beispielsweise das zulaufseitige
Verschieberohr, handelt, welches an seinem dem Leitungsabschnitt (110) abgewandten
Ende direkt oder indirekt an eine Wasserversorgungseinrichtung angeschlossen ist;
und
dass es sich bei dem Verbraucher (200) um einen Wasserkasten einer Kokilleneinrichtung
(400) einer Stranggießanlage handelt.
11. Leitungsabschnitt (100) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Rohrstück in Form eines Krümmers ausgebildet ist zum Umlenken des Wassers von
der Wasserversorgungseinrichtung um einen Winkel α, beispielsweise α = 90°, in das
Leitungselement (110).
12. Leitungsabschnitt (100) nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Leitungselement (110) als ein Rohrstück ausgebildet ist.
13. Kokilleneinrichtung (400) in einer Stranggießanlage zum Gießen von flüssigem Metall
zu einem Gießstrang; aufweisend:
zwei gegenüberliegende Kokillenbreitseitenplatten (410);
zwei gegenüberliegende Breitseitenwasserkästen (420) jeweils zum Tragen einer der
Kokillenbreitseitenplatten (410), wobei mindestens einer der Breitseitenwasserkästen
über einen Leitungsabschnitt (100) an eine Wasserversorgungseinrichtung angeschlossen
ist;
zwei zwischen den Kokillenbreitseiten (410) und einander gegenüberliegend angeordnete
Kokillenschmalseitenplatten (430); und
zwei Schmalseitenträgereinrichtungen (432) zum Tragen der Kokillenschmalseitenplatten
(430);
dadurch gekennzeichnet,
dass der Leitungsabschnitt (100) ausgebildet ist nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
wobei die Zulaufeinrichtung (130) einem Rohrstück entspricht, welches zu der Wasserversorgungseinrichtung
führt und der Verbraucher (200) mindestens einem der Breitseitenwasserkästen (420)
entspricht.
14. Verfahren zum Umbauen einer Kokilleneinrichtung (400) von einer bisherigen auf eine
andere Gießbreite; aufweisend folgende Schritte:
a) Auffahren der Breitseitenwasserkästen (420) in Gießdickenrichtung (D);
b) Ausbauen der bisherigen Schmalseitenträgereinrichtungen (432) mit den die bisherige
Gießdicke (d1) definierenden bisherigen Kokillenschmalseitenplatten (430);
c) Einbauen von Schmalseitenträgereinrichtungen (432) mit die andere Gießdicke (d2)
definierenden Kokillenschmalseitenplatten (410); und
d) Zufahren der Breitseitenwasserkästen (420) in entgegengesetzter Gießdickenrichtung
(D) auf die andere Gießbreite (d2);
dadurch gekennzeichnet,
dass die Kokilleneinrichtung (400) ausgebildet ist nach Anspruch 13; und dass der Leitungsabschnitt
(100), welcher mindestens einen der Breitseitenwasserkästen (420) mit der Wasserversorgungseinrichtung
verbindet, während aller Schritte a) bis d) fluidleitend mit dem mindestens einen
Breitseitenwasserkasten (420) und vorzugsweise auch mit der Wasserversorgungseinrichtung
verbunden bleibt.
15. Verfahren nach Anspruch 14;
dadurch gekennzeichnet,
dass das Leitungselement (110) während des Verfahrensschrittes a) mit Hilfe der Kugelgelenke
(120, 140) um einen Winkel ß gegenüber einer Ausgangsrichtung (R) geschwenkt und in
dem Verschieberohr (150) um einen Weg x verschoben wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Leitungselement (110) während des Verfahrensschrittes d) mit Hilfe der Kugelgelenke
(120, 140) um einen von dem Winkel ß abweichenden Winkel wieder in Richtung der Ausgangsrichtung
(R) zurückgeschwenkt und um einen von dem Weg x abweichenden Weg in dem Verschieberohr
(150) wieder zurückgeschoben wird.