Gebiet der Technik
[0001] Die vorliegende Erfindung geht aus von einem Behandlungsverfahren für heißes Walzgut
aus Metall, wobei das Walzgut in mindestens einem Walzgerüst gewalzt und sodann in
einer dem mindestens einen Walzgerüst nachgeordneten Kühlstrecke gekühlt wird.
[0002] Die vorliegende Erfindung geht weiterhin aus von einer Behandlungseinrichtung für
heißes Walzgut aus Metall,
- wobei die Behandlungseinrichtung mindestens ein Walzgerüst aufweist, in dem das Walzgut
gewalzt wird,
- wobei die Behandlungseinrichtung eine dem Walzgerüst nachgeordnete Kühlstrecke aufweist,
in der das Walzgut gekühlt wird.
Stand der Technik
[0003] Derartige Behandlungsverfahren und die zugehörigen Behandlungseinrichtungen sind
allgemein bekannt. Insbesondere sind allgemein Fertigstraßen bekannt, in denen ein
flaches derartiges Walzgut - beispielsweise ein Walzgut aus Stahl oder aus Aluminium
- gewalzt wird, wobei den Fertigstraßen jeweils eine Kühlstrecke nachgeordnet ist,
in welcher die metallurgischen Eigenschaften und damit die mechanischen Eigenschaften
des Walzguts eingestellt werden.
[0004] Im Stand der Technik besteht hierbei das Bestreben, die Kühlstrecke möglichst nahe
hinter dem letzten Walzgerüst der Walzstraße anzuordnen, damit die Kühlung möglichst
schnell beginnen kann. In der Kühlstrecke erfolgt üblicherweise über eine exakt abgestimmte
Beaufschlagung mit Wasser von oben und unten - in Ausnahmefällen nur von oben oder
nur von unten - die Einstellung der mechanischen Eigenschaften des Walzguts. Insbesondere
ist es von Bedeutung, dass das Walzgut mit dem möglichst genau richtigen Temperaturverlauf
(als Funktion der Zeit) abkühlt. Dies beeinflusst insbesondere die Kornstruktur des
Walzguts.
Zusammenfassung der Erfindung
[0005] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, Möglichkeiten zu schaffen,
mittels derer die Kornstruktur des Walzguts zusätzlich beeinflusst werden kann.
[0006] Die Aufgabe wird durch ein Behandlungsverfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1
gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen des Behandlungsverfahrens sind Gegenstand der
abhängigen Ansprüche 2 bis 7.
[0007] Erfindungsgemäß wird ein Behandlungsverfahren der eingangs genannten Art dadurch
ausgestaltet, dass mittels einer Schallgeneratoranordnung generierter Schall mittels
einer Koppeleinrichtung in das Walzgut eingekoppelt wird, so dass sich zumindest in
demjenigen Bereich des Walzguts, der sich in der Nähe der Koppeleinrichtung befindet,
eine stehende Schallwelle ausbildet.
[0008] Die stehende Schallwelle führt an manchen Stellen des Walzguts - nämlich dort, wo
sich die sogenannten Wellenbäuche der Schallwelle befinden - zu (wenn auch nur geringfügigen)
mechanischen Bewegungen des flachen Walzguts mit der Frequenz der Schallwelle. An
anderen Stellen - nämlich dort, wo sich die sogenannten Wellenknoten der stehenden
Schallwelle befinden - erfolgt keine derartige Bewegung des flachen Walzguts. Die
Stellen des Walzguts, an denen sich die Wellenbäuche befinden, führen somit eine Bewegung
relativ zu den Stellen des Walzguts aus, an denen sich die Wellenknoten befinden.
Diese Relativbewegungen beeinflussen das Kornwachstum, und zwar sowohl den Beginn
des Kornwachstums als auch die Geschwindigkeit des Kornwachstums. Der Vorgang ist
ein ähnlicher wie beispielsweise bei Natriumacetat-Trihydrat, das bis weit unter seinen
Schmelzpunkt flüssig bleibt, bis durch einen Schallpuls die Phasenumwandlung in einen
Feststoff ausgelöst werden kann. Durch Wahl einer geeigneten Frequenz und einer geeigneten
Amplitude der stehenden Schallwelle kann somit gezielt auf die Korngröße Einfluss
genommen werden. Die Schallgeneratoranordnung kann nach Bedarf einen einzelnen Schallgenerator
oder mehrere Schallgeneratoren aufweisen. Die Schallgeneratoren können beispielsweise
als sogenannte Transducer ausgebildet sein.
[0009] Vorzugsweise weist der Schall eine Frequenz im MHz-Bereich oder darüber auf. Insbesondere
liegt die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Schalls bei Stahl im Bereich von ca. 5000
m/s, bei Aluminium sogar über 6000 m/s. Bei einer angenommenen Frequenz von 50 MHz
ergibt sich somit in Stahl eine Wellenlänge von ca. 0,1 mm, in Aluminium von ca. 0,08
mm. Bei einer angenommenen Frequenz von 500 MHz ist die Wellenlänge entsprechend kürzer
und beträgt ca. 10 µm bzw. ca. 8 µm. In derartigen Größenordnungen liegen auch die
Korngrößen.
[0010] Es ist möglich, dass die Schallgeneratoranordnung - eventuell mit Ausnahme eines
Schaltsignals zum Einschalten und Ausschalten - ungesteuert ist. Vorzugsweise wird
der Schallgeneratoranordnung jedoch von einer Steuereinrichtung mindestens eine Steuergröße
zugeführt. In diesem Fall stellt die Schallgeneratoranordnung eine charakteristische
Größe des in das Walzgut eingekoppelten Schalls in Abhängigkeit von der Steuergröße
ein. Dadurch ist eine gezielte Einstellung der durch die stehende Schallwelle hervorgerufenen
Wirkung realisierbar.
[0011] Die charakteristische Größe kann insbesondere eine Frequenz und/oder eine Amplitude
des Schalls und/oder - falls die Schallgeneratoranordnung mehrere Schallgeneratoren
aufweist, die jeweils eigenständig ein Schallsignal in das Walzgut einkoppeln - eine
Phasenlage der Schallsignale der Schallgeneratoren relativ zueinander sein.
[0012] Vorzugsweise ermittelt die Steuereinrichtung die mindestens eine Steuergröße in Abhängigkeit
von Isteigenschaften des Walzguts vor der Kühlstrecke und/oder von Solleigenschaften,
die das Walzgut hinter der Kühlstrecke aufweisen soll. Als Isteigenschaften des Walzguts
vor der Kühlstrecke kommen insbesondere die Temperatur und die Dimensionen des Walzguts
(beispielsweise bei flachem Walzgut dessen Breite und dessen Dicke) in Frage. Als
Solleigenschaften kommen insbesondere gewünschte mechanische oder metallurgische bzw.
mikrokristalline Eigenschaften des flachen Walzguts in Frage.
[0013] Theoretisch ist es möglich, den generierten Schall über einen Luftspalt kontaktlos
in das Walzgut einzukoppeln. Eine kontaktbehaftete Einkopplung weist jedoch einen
erheblich besseren Wirkungsgrad auf. Es ist möglich, dass die Koppeleinrichtung eine
Arbeitswalze des letzten Walzgerüsts vor der Kühlstrecke ist. In diesem Fall gestaltet
sich die Implementierung des Behandlungsverfahrens besonders einfach, da keine zusätzliche
Einrichtung erforderlich ist. Alternativ ist es möglich, dass die Koppeleinrichtung
eine zwischen dem letzten Walzgerüst und der Kühlstrecke angeordnete, an das Walzgut
angestellte Rolle ist. Diese Ausgestaltung weist den Vorteil auf, dass die Koppeleinrichtung
speziell auf das Einkoppeln hin des Schalls optimiert werden kann. Auch andere Orte
können zu Einkopplung des Schalls sinnvoll sein, beispielsweise eine Stelle zwischen
dem vorletzten und dem letzten Walzgerüst der Walzstraße, eine Stelle innerhalb der
Kühlstrecke oder eine Stelle hinter der Kühlstrecke, gegebenenfalls vor einem der
Kühlstrecke nachgeordneten Haspel.
[0014] Das Walzgut kann prinzipiell eine beliebige Gestalt aufweisen. In vielen Fällen wird
das Walzgut jedoch ein flaches Walzgut sein, insbesondere ein Band.
[0015] Die Aufgabe wird weiterhin durch eine Behandlungseinrichtung mit den Merkmalen des
Anspruchs 8 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Behandlungseinrichtung sind Gegenstand
der abhängigen Ansprüche 9 bis 14.
[0016] Erfindungsgemäß wird eine Behandlungseinrichtung der eingangs genannten Art dadurch
ausgestaltet,
- dass die Behandlungseinrichtung eine Schallgeneratoranordnung aufweist, mittels derer
Schall generiert wird, und
- dass die Behandlungseinrichtung eine Koppeleinrichtung aufweist, mittels derer der
mittels der Schallgeneratoranordnung generierte Schall in das Walzgut eingekoppelt
wird, so dass sich zumindest in demjenigen Bereich des Walzguts, der sich in der Nähe
der Koppeleinrichtung befindet, eine stehende Schallwelle ausbildet.
[0017] Die dadurch erzielbaren Vorteile korrespondieren mit denen des Behandlungsverfahrens.
[0018] Die vorteilhaften Ausgestaltungen der Behandlungseinrichtung korrespondieren mit
den Ausgestaltungen des Behandlungsverfahrens. Auch die hierbei erzielbaren Vorteile
sind dieselben wie bei den Ausgestaltungen des Behandlungsverfahren.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0019] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele, die in Verbindung
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Hierbei zeigen in schematischer Darstellung:
- FIG 1
- eine Behandlungseinrichtung für ein Walzgut,
- FIG 2
- eine Ausgestaltung der Behandlungseinrichtung von FIG 1,
- FIG 3
- eine weitere Ausgestaltung der Behandlungseinrichtung von FIG 1,
- FIG 4
- einen Abschnitt eines flachen Walzguts und
- FIG 5
- eine Steuereinrichtung und eine Schallgeneratoranordnung.
Beschreibung der Ausführungsformen
[0020] Gemäß FIG 1 wird ein heißes Walzgut 1 aus Metall in einem Walzgerüst 2 gewalzt. Das
heiße Walzgut 1 durchläuft das Walzgerüst 2 in einer Transportrichtung x. Das heiße
Walzgut 1 kann beispielsweise aus Stahl bestehen. In diesem Fall liegt die Temperatur
T des heißen Walzguts 1 beim Austreten aus dem Walzgerüst 2 meist zwischen 750 °C
und 900 °C. Alternativ kann das heiße Walzgut 1 aus Aluminium bestehen. In diesem
Fall liegt die Temperatur T des heißen Walzguts 1 beim Austreten aus dem Walzgerüst
2 in der Regel zwischen 300 °C und 400 °C. Das heiße Walzgut 1 kann auch aus einem
anderen Metall bestehen, beispielsweise Kupfer, wobei das Metall in diesem Fall eine
materialspezifische Temperatur aufweist.
[0021] Oftmals wird das heiße Walzgut 1 vor dem Walzen in dem in FIG 2 dargestellten Walzgerüst
2 in weiteren, dem Walzgerüst 2 vorgeordneten Walzgerüsten gewalzt. Die weiteren Walzgerüste
sind in FIG 1 nicht mit dargestellt.
[0022] Das heiße Walzgut 1 kann prinzipiell einen beliebigen Querschnitt aufweisen. In vielen
Fällen ist das heiße Walzgut 1 ein flaches Walzgut, insbesondere ein Band. Dementsprechend
ist das Walzgerüst 2 als Walzgerüst zum Walzen des flachen Walzguts 1 ausgebildet.
Insbesondere kann das Walzgerüst 2 in diesem Fall zusätzlich zu seinen Arbeitswalzen
3 Stützwalzen 4 aufweisen.
[0023] Nach dem Walzen in dem Walzgerüst 2 wird das Walzgut 1 weiterhin in der Transportrichtung
x gefördert und durchläuft daher eine dem Walzgerüst 2 nachgeordnete Kühlstrecke 5.
Sofern das heiße Walzgut 1 ein flaches Walzgut ist, ist die Kühlstrecke 5 als Kühlstrecke
zum Kühlen des flachen Walzguts 1 ausgebildet. In der Kühlstrecke 5 wird das Walzgut
1 durch Beaufschlagen mit einem flüssigen Kühlmedium 6 (meist Wasser) gekühlt. Das
Beaufschlagen mit dem Kühlmedium 6 erfolgt entsprechend der Darstellung in FIG 1 in
der Regel von mehreren Seiten, beispielsweise bei einem flachen Walzgut sowohl von
oben als auch von unten. Prinzipiell ist aber auch eine Kühlung von nur einer Seite
aus möglich, beispielsweise bei einem flachen Walzgut ausschließlich von oben oder
ausschließlich von unten. Hinter der Kühlstrecke 5 weist das heiße Walzgut 1 eine
deutlich niedrigere Temperatur auf als vor der Kühlstrecke 5. Beispielsweise kann
bei Stahl die Temperatur auf ca. 300 °C abgesenkt werden.
[0024] Der Kühlstrecke 5 können weitere Einrichtungen nachgeordnet sein, beispielsweise
ein Haspel 7, mittels dessen das Walzgut 1, sofern es ein Band ist, aufgehaspelt wird.
[0025] Mittels einer Schallgeneratoranordnung 8 wird Schall generiert. Die Schallgeneratoranordnung
8 weist zu diesem Zweck eine Anzahl von Schallgeneratoren 9 auf, beispielsweise Transducer.
Der Schall wird mittels einer Koppeleinrichtung 10 in das heiße Walzgut 1 eingekoppelt.
Die Koppeleinrichtung 10 kann beispielsweise entsprechend der Darstellung in FIG 2
eine an das heiße Walzgut 1 angestellte Rolle 11 sein, die zwischen dem Walzgerüst
2 und der Kühlstrecke 5 angeordnet ist. Alternativ kann die Koppeleinrichtung 10 entsprechend
der Darstellung in FIG 3 eine Arbeitswalze 3 des letzten Walzgerüsts 2 sein. Weiterhin
ist es ebenso möglich, den Schall an anderen Stellen in das heiße Walzgut 1 einzukoppeln.
Insbesondere ist auch eine ein Kopplung vor dem Walzgerüst 2, in der Kühlstrecke 5
oder hinter der Kühlstrecke 5 möglich.
[0026] Durch den eingekoppelten Schall bildet sich zumindest in demjenigen Bereich des heißen
Walzguts 1, der sich in der Nähe derjenigen Stelle befindet, an welcher der Schall
in das heiße Walzgut 1 eingekoppelt wird, eine stehende Schallwelle aus. FIG 4 zeigt
dies beispielhaft für den Fall eines flachen Walzguts. Die in FIG 4 eingezeichneten
Linien und Kreise sollen diejenigen Stellen andeuten, an denen sich die Wellenknoten
der stehenden Schallwelle befinden, an denen es also durch destruktive Interferenz
im Ergebnis zu einer Auslöschung der Schallwelle kommt. Dazwischen befinden sich die
Stellen, an denen die Schallwellen nicht ausgelöscht ist, insbesondere durch konstruktive
Interferenz stellenweise maximal ist.
[0027] In vielen Fällen wird die Stelle, an welcher der Schall in das heiße Walzgut 1 eingekoppelt
wird, derart gewählt sein, dass sich zumindest zwischen dem Walzgerüst 2 und einem
Eingangsbereich der Kühlstrecke 5 eine stehende Schallwelle ausbildet. In manchen
Fällen können aber auch andere Stellen sinnvoll sein.
[0028] Durch die Schallwelle wird die Gefügeumwandlung des heißen Walzguts 1 beeinflusst.
Insbesondere wird das Gefüge umso feinkörniger, je größer die Frequenz f des eingekoppelten
Schalls und damit auch der stehenden Schallwelle ist. Die Frequenz f des eingekoppelten
Schalls sollte daher im MHz-Bereich oder darüber liegen bzw. hiermit korrespondierend
die Schallgeneratoranordnung 8 entsprechend ausgebildet sein.
[0029] Vorzugsweise ist die Schallgeneratoranordnung 8 als einstellbare Schallgeneratoranordnung
ausgebildet. In diesem Fall kann der Schallgeneratoranordnung 8 entsprechend der Darstellung
in FIG 5 von einer Steuereinrichtung 12 der Behandlungseinrichtung mindestens eine
Steuergröße C zugeführt werden. Die Schallgeneratoranordnung 8 stellt in diesem Fall
eine charakteristische Größe f, A, ϕ des in das heiße Walzgut 1 eingekoppelten Schalls
in Abhängigkeit von der Steuergröße C ein.
[0030] Beispielsweise kann die Steuereinrichtung 12 der Schallgeneratoranordnung 8 entsprechend
der Darstellung in FIG 5 mittels einer Steuergröße C vorgeben, welche Frequenz f der
Schall aufweisen soll. Alternativ oder zusätzlich kann die Steuereinrichtung 12 der
Schallgeneratoranordnung 8 mittels einer anderen Steuergröße C vorgeben, welche Amplitude
A der Schall aufweisen soll. Falls die Schallgeneratoranordnung 8 entsprechend der
Darstellung in FIG 5 mehrere Schallgeneratoren 9 aufweist, die jeweils eigenständig
ein Schallsignal S in das heiße Walzgut 1 einkoppeln, kann gegebenenfalls die Amplitude
A mittels eines jeweiligen Steuersignals C individuell für den jeweiligen Schallgenerator
9 vorgegeben werden. Im Falle mehrerer Schallgeneratoren 9 kann die Steuereinrichtung
12 den Schallgeneratoren 9 der Schallgeneratoranordnung 8 mittels einer jeweiligen
Steuergröße C weiterhin - auch hier wieder alternativ oder zusätzlich zur Beeinflussung
von Frequenz f und/oder Amplitude A - auch eine Phasenlage ϕ der Schallsignale S der
Schallgeneratoren 9 relativ zueinander vorgeben. Die Frequenz f ist hingegen in aller
Regel für alle Schallgeneratoren 9 dieselbe.
[0031] Die mindestens eine Steuergröße C kann von der Steuereinrichtung 12 nach Bedarf ermittelt
werden. Beispielsweise können der Steuereinrichtung 12 Isteigenschaften P des heißen
Walzguts 1 vor der Kühlstrecke 5 vorgegeben werden. Die Isteigenschaften P des heißen
Walzguts 1 vor der Kühlstrecke 5 können beispielsweise dessen Temperatur T und/oder
mindestens eine geometrische Dimension umfassen, insbesondere bei einem flachen Walzgut
dessen Breite b oder dessen Dicke d (siehe auch FIG 1 und 4). Alternativ oder zusätzlich
können der Steuereinrichtung 12 auch Solleigenschaften P* vorgegeben werden, die das
heiße Walzgut 1 hinter der Kühlstrecke 5 aufweisen soll. Die Solleigenschaften P*
können beispielsweise gewünschte mechanische Eigenschaften wie Zugfestigkeit, Dehngrenze,
Bruchgrenze usw. oder mikrokristalline Eigenschaften wie beispielsweise Anteile an
Bainit, Martensit und dergleichen umfassen. Die Steuereinrichtung 12 ermittelt die
Steuergröße C in diesem Fall in Abhängigkeit von den ihr vorgegebenen Eigenschaften
P, P*.
[0032] Die vorliegende Erfindung weist viele Vorteile auf. Insbesondere ist auf einfache
Weise möglich, die Gefügeumwandlung beim Abkühlen des heißen Walzguts 1 unabhängig
von der Kühlung zusätzlich zu beeinflussen. Die Gefügeeigenschaften des Walzguts 1
können verbessert, präziser eingestellt und vor allem vergleichmäßigt werden. Der
Aufbau der Kühlstrecke 5 kann vereinfacht werden. Der Abstand zum letzten Walzgerüst
2 kann problemlos vergrößert werden.
[0033] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Varianten können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0034]
- 1
- Walzgut
- 2
- Walzgerüst
- 3
- Arbeitswalzen
- 4
- Stützwalzen
- 5
- Kühlstrecke
- 6
- Kühlmedium
- 7
- Haspel
- 8
- Schallgeneratoranordnung
- 9
- Schallgeneratoren
- 10
- Koppeleinrichtung
- 11
- Rolle
- 12
- Steuereinrichtung
- A
- Amplituden
- b
- Breite
- C
- Steuergröße
- d
- Dicke
- f
- Frequenz
- P
- Isteigenschaften
- P*
- Solleigenschaften
- S
- Schallsignale
- T
- Temperatur
- x
- Transportrichtung
- ϕ
- Phasenlagen
1. Behandlungsverfahren für heißes Walzgut (1) aus Metall, wobei das Walzgut (1) in mindestens
einem Walzgerüst (2) gewalzt und sodann in einer dem mindestens einen Walzgerüst (2)
nachgeordneten Kühlstrecke (5) gekühlt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass mittels einer Schallgeneratoranordnung (8) generierter Schall mittels einer Koppeleinrichtung
(10) in das Walzgut (1) eingekoppelt wird, so dass sich zumindest in demjenigen Bereich
des Walzguts (1), der sich in der Nähe der Koppeleinrichtung (10) befindet, eine stehende
Schallwelle ausbildet.
2. Behandlungsverfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schall eine Frequenz (f) im MHz-Bereich oder darüber aufweist.
3. Behandlungsverfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Schallgeneratoranordnung (8) von einer Steuereinrichtung (12) mindestens eine
Steuergröße (C) zugeführt wird und dass die Schallgeneratoranordnung (8) eine charakteristische
Größe (f, A, ϕ) des in das Walzgut (1) eingekoppelten Schalls in Abhängigkeit von
der Steuergröße (C) einstellt.
4. Behandlungsverfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die charakteristische Größe (f, A, ϕ) eine Frequenz (f) und/oder eine Amplitude (A)
des Schalls und/oder - falls die Schallgeneratoranordnung (8) mehrere Schallgeneratoren
(9) aufweist, die jeweils eigenständig ein Schallsignal (S) in das Walzgut (1) einkoppeln
- eine Phasenlage (ϕ) der Schallsignale (S) der Schallgeneratoren (9) relativ zueinander
ist.
5. Behandlungsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (12) die mindestens eine Steuergröße (C) in Abhängigkeit von
Isteigenschaften (P) des Walzguts (1) vor der Kühlstrecke (5) und/oder von Solleigenschaften
(P*), die das Walzgut (1) hinter der Kühlstrecke (5) aufweisen soll, ermittelt.
6. Behandlungsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Koppeleinrichtung (10) eine Arbeitswalze (3) des letzten Walzgerüsts (2) vor
der Kühlstrecke (5) oder eine zwischen dem letzten Walzgerüst (2) und der Kühlstrecke
(5) angeordnete, an das Walzgut (1) angestellte Rolle (11) ist.
7. Behandlungsverfahren nach einem der obigen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Walzgut (1) ein flaches Walzgut ist, insbesondere ein Band.
8. Behandlungseinrichtung für heißes Walzgut (1) aus Metall,
- wobei die Behandlungseinrichtung mindestens ein Walzgerüst (2) aufweist, in dem
das Walzgut (1) gewalzt wird,
- wobei die Behandlungseinrichtung eine dem Walzgerüst (2) nachgeordnete Kühlstrecke
(5) aufweist, in der das Walzgut (1) gekühlt wird,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Behandlungseinrichtung eine Schallgeneratoranordnung (8) aufweist, mittels derer
Schall generiert wird, und
- dass die Behandlungseinrichtung eine Koppeleinrichtung (10) aufweist, mittels derer der
mittels der Schallgeneratoranordnung (9) generierte Schall in das Walzgut (1) eingekoppelt
wird, so dass sich zumindest in demjenigen Bereich des Walzguts (1), der sich in der
Nähe der Koppeleinrichtung (10) befindet, eine stehende Schallwelle ausbildet.
9. Behandlungseinrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schallgeneratoranordnung (9) den Schall mit einer Frequenz (f) im MHz-Bereich
oder darüber generiert.
10. Behandlungseinrichtung nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass sie eine Steuereinrichtung (12) aufweist, welche der Schallgeneratoranordnung (8)
mindestens eine Steuergröße (C) zuführt und dass die Schallgeneratoranordnung (8)
als einstellbare Schallgeneratoranordnung ausgebildet ist, so dass sie eine charakteristische
Größe (f, A, ϕ) des in das Walzgut (1) eingekoppelten Schalls in Abhängigkeit von
der Steuergröße (C) einstellt.
11. Behandlungseinrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die charakteristische Größe (f, A, ϕ) eine Frequenz (f) und/oder eine Amplitude (A)
der Schallwelle und/oder - falls die Schallgeneratoranordnung (8) mehrere Schallgeneratoren
(9) aufweist, die jeweils eigenständig ein Schallsignal (S) in das Walzgut (1) einkoppeln
- eine Phasenlage (ϕ) der Schallsignale (S) der Schallgeneratoren (9) relativ zueinander
ist.
12. Behandlungseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinrichtung (12) die mindestens eine Steuergröße (C) in Abhängigkeit von
Isteigenschaften (P) des Walzguts (1) vor der Kühlstrecke (5) und/oder von Solleigenschaften
(P*), die das Walzgut (1) hinter der Kühlstrecke (5) aufweisen soll, ermittelt.
13. Behandlungseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Koppeleinrichtung (10) eine Arbeitswalze (3) des letzten Walzgerüsts (2) vor
der Kühlstrecke (5) oder eine zwischen dem letzten Walzgerüst (2) und der Kühlstrecke
(5) angeordnete, an das Walzgut (1) angestellte Rolle (11) ist.
14. Behandlungseinrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Walzgerüst (2) als Walzgerüst zum Walzen eines flachen Walzguts und die Kühlstrecke
(5) als Kühlstrecke zum Kühlen des flachen Walzguts ausgebildet sind.