[0001] Die Erfindung betrifft eine Vakuumpumpe, insbesondere eine Turbomolekularpumpe, mit
einem Vakuumraum, der durch eine Platine vakuumdicht von einem Druckraum abgetrennt
ist, sowie ein Verfahren zur Herstellung einer Vakuumpumpe.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind Vakuumpumpen bekannt, die eine Glasdurchführung mit
isolierten Lötverbindungen für die Durchführung von Signalen aus einem Vakuumraum
in einen Druckraum aufweisen. Bei einer Vielzahl an durchzuführenden Signalen ist
jedoch eine Platine als Vakuumdurchführung wesentlich günstiger. Eine Vakuumpumpe
mit einer solchen Platine ist ebenfalls bekannt, kann beim Pumpen von Korrosivgasen
jedoch nicht eingesetzt werden, da korrosives Prozessgas die Platine beschädigen könnte.
Für derartige Anwendungen, wie sie z.B. in der Halbleiterindustrie relevant sind,
muss daher auf eine aufwändigere Glasdurchführung mit Lötverbindungen zurückgegriffen
werden.
[0003] Ausgehend von diesem Stand der Technik ist es eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung,
eine Vakuumpumpe bereitzustellen, die wirtschaftlicher herstellbar sowie flexibler
einsetzbar ist.
[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Vakuumpumpe mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 und ein Verfahren zur Herstellung einer Vakuumpumpe mit den Merkmalen
des Anspruchs 13.
[0005] Eine erfindungsgemäße Vakuumpumpe, insbesondere Turbomolekularpumpe, umfasst einen
durch ein Pumpengehäuse begrenzten Vakuumraum sowie eine Platine, wobei das Pumpengehäuse
eine Anschlussöffnung aufweist, die durch die Platine vakuumdicht verschlossen ist,
sodass die Platine den Vakuumraum von einem Druckraum trennt, wobei der Platine vakuumseitig
eine zu der Platine beabstandete Gassperre vorgelagert ist.
[0006] Der Erfindung liegt der allgemeine Gedanke zugrunde, das Prozessgas von der Platine
fernzuhalten. Dies hat den Vorteil, dass korrosives Prozessgas gepumpt werden kann,
ohne dass es in Kontakt mit der Platine kommt und diese beschädigt. Dadurch weist
die erfindungsgemäße Vakuumpumpe flexiblere Einsatzmöglichkeiten auf. In der erfindungsgemäßen
Vakuumpumpe kann auch beim Pumpen von korrosiven Prozessgasen die Platine als Vakuumdurchführung
eingesetzt werden, was eine einfachere und günstigere Lösung ist als eine Glasdurchführung
mit Lötverbindungen. Somit ist die erfindungsgemäße Vakuumpumpe wirtschaftlicher herstellbar.
[0007] Die Gassperre ist zumindest annähernd gasdicht und verhindert zumindest im Wesentlichen
das Hindurchtreten des gepumpten Gases. Sie ist in dem Vakuumraum der Vakuumpumpe
so angeordnet, dass das Prozessgas von der Platine ferngehalten wird. Damit die Platine
und gegebenenfalls deren elektrische Anschlussverbindungen nicht durch die Gassperre
beeinträchtigt werden, steht die Gassperre nicht in direktem Kontakt mit der Platine
und/oder den Anschlussverbindungen. Dies hat zudem den Vorteil, dass Platine und Anschlussverbindungen
auch in Gegenwart der Gassperre für Wartung, Modifikation und/oder Reparatur zugänglich
sind, sodass beispielsweise die Platine einfach ausgetauscht werden kann.
[0008] Während in dem Vakuumraum im Betriebszustand der Vakuumpumpe ein durch mindestens
eine Pumpstufe erzeugter Unterdruck vorliegen kann, trennt die Platine als Vakuumdurchführung
den Vakuumraum von einem Druckraum ab, in dem beispielsweise Atmosphärendruck herrschen
kann. Eine Leckrate der Platine als Vakuumdurchführung kann zumindest im Wesentlichen
vernachlässigbar sein.
[0009] Vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung sind den Unteransprüchen, der Beschreibung
und der Zeichnung zu entnehmen.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform weist die Gassperre der Vakuumpumpe eine Vergussmasse
auf. Diese kann vorteilhaft zum Vergießen zumindest eines Abschnitts des Vakuumraums
mit beliebiger Geometrie und mit gegebenenfalls darin umfassten Bauteilen verwendet
werden. Eine Vergussmasse als Gassperre kann den Vakuumraum oder einen Abschnitt davon
ohne den Einsatz zusätzlicher Dichtmittel zumindest annähernd gasdicht ausfüllen.
[0011] Das Ausbilden der Gassperre kann materialabhängig auf verschiedene Arten erfolgen.
Beispielsweise kann eine Vergussmasse in einem fließfähigen Zustand in einen zur Aufnahme
der Gassperre vorgesehenen Bereich des Vakuumraums eingegossen werden, wo die Vergussmasse
anschließend aushärtet. Anders ausgebildete Gassperren können auf jeweils geeignete
Weise in den Vakuumraum der Vakuumpumpe eingebracht werden. Beispielsweise kann die
Gassperre der Vakuumpumpe eine selbstexpandierende Materialeigenschaft aufweisen.
Weiterhin kann die Gassperre als Festkörper in einen Abschnitt des Vakuumraums eingebracht
und dort expandiert werden. Dabei kann sowohl der Festkörper Formgedächtniseigenschaften
aufweisen und zum Einbringen in den Vakuumraum komprimiert werden, um eine spätere
eigenständige, passive Expansion zu ermöglichen, als auch ein Hilfsmittel oder -stoff
eingesetzt werden, um eine erzwungene Expansion auszuführen.
[0012] Bevorzugt weist die Vakuumpumpe zumindest einen Anschlussleiter auf, der sich durch
die Gassperre erstreckt und der mit der Platine verbunden ist, insbesondere mit einer
der Gassperre zugewandten Seite der Platine. Das andere Ende des elektrischen Anschlussleiters
kann an einen Motor, eine Aktorik und/oder eine Sensorik der Vakuumpumpe angeschlossen
sein, sodass Signale durch die Gassperre zwischen der Platine und dem Motor, der Aktorik
und/oder der Sensorik der Vakuumpumpe übermittelt werden können.
[0013] Vorteilhafterweise ist die Verbindung des Anschlussleiters mit der Platine eine Steckverbindung.
Dies ist, insbesondere bei einer Vielzahl von Anschlussleitern, günstig und zugleich
komfortabler in der Handhabung als Lötverbindungen. Zudem sind Steckverbindungen vorteilhaft
in Hinblick auf Montage, Reparatur und/oder Wartung der Vakuumpumpe, da sie zerstörungsfrei
lösbar und wieder verbindbar sein können. Alternativ kann der Anschlussleiter auch
unlösbar an der Platine angebracht sein, insbesondere kann er angelötet sein.
[0014] Der Anschlussleiter kann im Bereich der Gassperre zumindest abschnittsweise, insbesondere
in einem Endbereich der Gassperre, eine zumindest annähernd gasdichte Umhüllung aufweisen.
Insbesondere kann der Anschlussleiter bereichsweise entlang seines Umfangs von einem
Material umgeben sein, das ein Eindringen von Gas in die Isolierung des Anschlussleiters
oder ins Innere des Anschlussleiters verhindert. Dadurch kann ein Gasaustausch durch
die Gassperre hindurch über die Oberfläche des Anschlussleiters bzw. gegebenenfalls
über die Innen- oder Außenseite der Isolierung des Anschlussleiters noch wirksamer
verhindert werden. Geeignet sind als Umhüllung beispielsweise Schrumpfschläuche, insbesondere
mit Innenkleber oder auch andere Dichtmittel. Diese können insbesondere in einem Endbereich
der Gassperre eingesetzt werden, d. h. in den Bereichen der Gassperre, die direkt
mit dem platinenseitigen oder pumpbereichseitigen Bereich des Vakuumraums und gegebenenfalls
den darin befindlichen Gasen in Kontakt stehen.
[0015] Die Gassperre ist gemäß einer Ausführungsform in einem ersten Pumpenteil der Pumpe
angeordnet und steht nicht in Kontakt zu einem zweiten Pumpenteil der Pumpe, welcher
einen Pumpbereich des Vakuumraums definiert. Insbesondere berührt die Gassperre gemäß
dieser Ausführungsform nicht einen Teil des Pumpengehäuses des zweiten Pumpenteils.
Die Pumpenteile können hierbei insbesondere separate Bauteile der Vakuumpumpe sein,
die in der montierten Vakuumpumpe miteinander verbunden, beispielsweise verschraubt,
sind. Der erste Pumpenteil kann beispielsweise ein Pumpenunterteil sein, der zweite
Pumpenteil ein Pumpenoberteil. Der Pumpbereich des Vakuumraums kann eine oder mehrere
Pumpstufen der Vakuumpumpe beinhalten, sowie auch einen Motor, eine Aktorik und/oder
eine Sensorik der Vakuumpumpe zumindest teilweise umfassen.
[0016] Ist die Gassperre nur in dem ersten Pumpenteil angeordnet, ohne in Kontakt mit dem
zweiten Pumpenteil zu stehen, kann das einerseits das Einbringen der Gassperre erleichtern,
andererseits auch die Montage und/oder Demontage der Vakuumpumpe und somit Wartung,
Modifikation und/oder Reparatur der Pumpe erleichtern, da eine separate Handhabung
der Pumpenteile sowie ein vereinfachter Austausch defekter Baugruppen erfolgen kann.
[0017] Gemäß einer Ausführungsform ist die Gassperre in einem Kanal angeordnet, der in dem
Pumpengehäuse ausgebildet ist und mit dem Vakuumraum kommuniziert. Insbesondere kann
der Kanal sich von der Anschlussöffnung bis zu einem Pumpbereich der Vakuumpumpe durch
das Pumpengehäuse erstrecken. Der Kanal kann so bemessen sein, dass er zusätzlich
zu der Gassperre einen oder mehrere Anschlussleiter zur Verbindung der Platine mit
einem Motor, einer Aktorik und/oder einer Sensorik aufnehmen kann. Der Kanal kann
Abmessungen aufweisen, die auch ein Durchführen eines Steckverbinders eines Anschlussleiters
zur Verbindung mit der Platine erlauben. Insbesondere kann der Kanal so weit sein,
dass die Diagonalmaße der größten benötigten Platinen-Gegenstecker durchführbar sind.
[0018] Der Kanal kann einen abgewinkelten oder gekrümmten Bereich aufweisen, der durch die
Gassperre ausgefüllt ist. Eine derartige Kanalanordnung ist vorteilhaft, um die Gassperre
von der Platine und/oder den Anschlussverbindungen fernzuhalten. Der abgewinkelte
oder gekrümmte Bereich des Kanals kann siphonartig wirken, indem die Gassperre nur
den gekrümmten oder abgewinkelten Bereich ausfüllt, während die an die Gassperre angrenzenden
Bereiche des Kanals bzw. des Vakuumraums frei von dem Material der Gassperre bleiben.
Beispielsweise kann ein Kanal einen V-förmigen oder U-förmigen Abschnitt aufweisen,
der mit der Gassperre bis zu einem bestimmten Niveau aufgefüllt ist, wobei die Bereiche
des Kanals vor und/oder hinter der Gassperre frei bleiben. Insbesondere wenn eine
Vergussmasse zum Einsatz kommt, kann für den Arbeitsgang des Vergießens der Pumpenteil,
der den Kanal umfasst, so in einer Vergießausrichtung orientiert werden, dass die
Vergussmasse ausschließlich in den siphonartig abgewinkelten oder gekrümmten Bereich
gelangt, bis der Kanal vollumfänglich mit der Gassperre ausgefüllt ist. Nach dem Aushärten
der Vergussmasse kann der Pumpenteil mit der Gassperre im Betriebszustand der Pumpe
beliebig positioniert werden.
[0019] Gemäß einer Ausführungsform ist der abgewinkelte Bereich des Kanals durch zumindest
zwei sich kreuzende Bohrungen, insbesondere Sackbohrungen, und/oder Fräsungen in mindestens
einem Teil der Pumpe gebildet. Auf diese Art kann der abgewinkelte Kanal auf einfache
Weise in einem Pumpenteil ausgebildet werden. Die unterschiedlichen Bohrungen, Sackbohrungen
und/oder Fräsungen können von derselben Oberfläche oder von verschiedenen Oberflächen
des Pumpenteils ausgehen, wobei sich der resultierende Kanal von der an den Druckraum
angrenzenden Anschlussöffnung zu einem Pumpbereich der Vakuumpumpe erstrecken kann.
Zusätzliche Bohrungen, Sackbohrungen und/oder Fräsungen können den Verlauf des Kanals
vorteilhaft ergänzen, sodass Anschlussleiter und/oder Steckverbinder in dem Kanal
aufgenommen werden können. Alternativ oder zusätzlich kann der Kanal durch das Einbringen
von separaten Bauelementen ausgeformt werden, beispielsweise mittels Winkelstücken
oder anderen Elementen. Der abgewinkelte Bereich des Kanals kann labyrinthartig mehrfach
abgewinkelt sein. Insbesondere kann der Kanal derart verlaufen, dass bei einem gedachten
Durchschreiten mehrfach die Richtung wesentlich geändert werden muss. Dabei können
beispielsweise die Richtungen in jeweils rechten Winkeln zueinander stehen, wobei
andere Winkel im Rahmen der konstruktiven Gegebenheiten möglich sind. Dadurch kann
der Kanal wiederum bereichsweise wannenartig bzw. siphonartig ausgebildet sein, was
das Durchführen des Anschlussleiters von der Platine zum Pumpbereich der Vakuumpumpe
und ein gasdichtes Ausfüllen des Kanals oder eines Kanalabschnitts mit einer Gassperre
erlaubt.
[0020] Der abgewinkelte Bereich des Kanals kann durch eine Oberfläche des Pumpengehäuses
und ein an dem Pumpengehäuse befestigtes Winkelstück definiert sein. Insbesondere
kann das Winkelstück ein separates Bauteil sein, das an dem Pumpengehäuse angebracht
ist und das zumindest zwei Abschnitte aufweist, deren Oberflächen sich winklig zueinander
erstrecken. Insbesondere können die Oberflächen einen rechten Winkel miteinander einschließen,
wobei auch andere Winkel möglich sind.
[0021] Beispielsweise kann ein offener Kanal in dem Pumpengehäuse angeordnet sein, der durch
die Montage eines separaten Bauteils, insbesondere eines Winkelstücks, zu einem Kanal
mit abgewinkelter Geometrie weitergebildet ist. Zur Aufnahme einer abgewinkelten Oberfläche
des Winkelstücks können zusätzlich zu dem offenen Kanal weitere Bohrungen, Sackbohrungen
und/oder Fräsungen in dem Pumpengehäuse angeordnet sein. Dadurch kann vorteilhaft
ein kompakterer Kanal Anwendung finden, da nur die Abmessungen des offenen Kanals
gegebenenfalls groß genug zum Durchführen eines Steckverbinders eines Anschlussleiters
sein müssen, während der abgewinkelte Bereich des Kanals nur den Anschlussleiter selbst,
nicht aber den Stecker aufnehmen muss. Ein offener Kanal bietet zudem einfachen Zugang
zu allen Kanten, die bei der Herstellung innerhalb des Kanals entstehen, sodass diese
leicht entgratet und/oder abgerundet werden können. Dadurch kann vorteilhaft eine
Beschädigung des Anschlussleiters bzw. dessen Isolierung vermieden werden.
[0022] Vorteilhafterweise ist ein Dichtelement zwischen dem Winkelstück und dem Pumpengehäuse
angeordnet. Das Dichtelement kann beispielsweise ein O-Ring oder eine Dichtschnur
sein. Hierdurch kann der abgewinkelte Kanal auch im Bereich des separat angebrachten
Winkelstücks abgedichtet werden, sodass insbesondere bei Anwendung einer Vergussmasse
als Gassperre ein Ausdringen der Vergussmasse während des Vergießens verhindert wird.
Das Dichtelement kann bei Verwendung andersartiger Gassperren oder bei Verwendung
hoch viskoser Vergussmasse weggelassen werden.
[0023] Ein zwischen Gassperre und Platine verbleibendes Raumvolumen des Vakuumbereichs kann
beispielsweise zumindest annähernd weder mit einem Pumpbereich des Vakuumraums noch
mit dem Druckraum gasführend verbunden sein und wird daher im Folgenden auch als Totraum
bezeichnet. Ein Druckunterschied zwischen dem Totraum und dem durch die Gassperre
getrennten, daran angrenzenden Pumpbereich des Vakuumraums und/oder ein Druckunterschied
zwischen dem Totraum und dem durch die Platine getrennten, daran angrenzenden Druckraum
führt entsprechend zu keiner unmittelbaren Druckangleichung zwischen dem Totraum und
dem Pumpbereich des Vakuumraums und/oder dem Druckraum. Unter Umständen kann ein verbleibender
Leckgasstrom, der auf Basis einer Leckrate zwischen dem Pumpbereich des Vakuumraums
und dem Totraum bzw. zwischen dem Druckraum und dem Totraum bestimmbar ist, zu einem
schleichenden Druckausgleich führen, der jedoch bei niedrigen Leckraten beispielsweise
über mehrere Stunden oder auch mehrere Monate hinweg erfolgen kann.
[0024] Gemäß einer Ausführungsform ist ein durch die Gassperre und die Platine begrenzter
Bereich des Vakuumraums an eine sekundäre Gasquelle angeschlossen. Vorteilhafterweise
stellt die sekundäre Gasquelle beispielsweise Sperrgas, Schutzgas, Inertgas oder Flutgas
bereit, um eine definierte Atmosphäre innerhalb des Totraums zu schaffen, die frei
von korrosiven Bestandteilen ist. Mittels einer solchen Schutzgasatmosphäre kann unerwünschte
Gasdiffusion aus dem Pumpbereich des Vakuumraums durch die Gassperre hindurch in den
Totraum wirksam verhindert werden, selbst wenn die Gassperre eine nicht vernachlässigbare
Leckrate aufweisen sollte.
[0025] In diesem Fall könnte sich der Druck in dem Totraum während des Betriebs der Vakuumpumpe
dem des Pumpbereichs des Vakuumraums angleichen, wobei beispielsweise ein in dem Totraum
unter einem höheren Druck stehendes Gas langsam in den Pumpbereich des Vakuumraums
diffundieren kann. Bei einer anschließenden Abschaltung der Vakuumpumpe und einem
Fluten des Pumpbereichs des Vakuumraums kann beispielsweise erneut Gas entsprechend
der Leckrate der Gassperre zurück aus dem Pumpbereich des Vakuumraums in den Totraum
diffundieren. Falls das in den Totraum diffundierende Gas noch Spuren von korrosiven
Prozessgasen enthält, könnten diese eine Beschädigung der Platine als Vakuumdurchführung
verursachen. Eine mittels einer sekundären Gasquelle erzeugte Schutzgasatmosphäre
kann dies vorteilhafterweise verhindern.
[0026] Ohne Gassperre würden entlang der Kabelverbindungen große Mengen Schutzgas kontinuierlich
während und nach dem Betrieb der Vakuumpumpe in Richtung des Pumpbereichs des Vakuumraums
strömen müssen, um einen ausreichenden Schutz der Platine zu gewährleisten. In Kombination
mit der zumindest annähernd gasdichten Gassperre beläuft sich der Mehrverbrauch des
Schutzgases für die Herstellung einer definierten Atmosphäre in dem Totraum auf sehr
geringe bis vernachlässigbare Mengen.
[0027] Die sekundäre Gasquelle kann auf verschiedene Arten an den Totraum angeschlossen
sein, beispielsweise durch eine Querverbindung in Form einer Bohrung oder eines abgedeckten
Kanals zu einem anderen, bereits in der Vakuumpumpe existierenden Gaseinlass einer
sekundären Gasquelle und/oder durch eine Querverbindung zu einem anderen durch eine
sekundäre Gasquelle flutbaren Bereich und/oder durch einen separaten Anschluss des
Totraums an die sekundäre Gasquelle.
[0028] Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung einer Vakuumpumpe.
Dieses sieht vor, einen durch ein Pumpengehäuse begrenzten Vakuumraum sowie eine Platine
bereitzustellen, eine Anschlussöffnung in dem Pumpengehäuse auszubilden, die Anschlussöffnung
durch die Platine vakuumdicht zu verschließen, sodass die Platine den Vakuumraum von
einem Druckraum trennt, und eine der Platine vakuumseitig vorgelagerte Gassperre auszubilden,
die zu der Platine beabstandet ist. Durch die so hergestellte Vakuumpumpe lassen sich
die voranstehend genannten Vorteile entsprechend erreichen.
[0029] Gemäß einer Ausführungsform kann ein Kanal mit einem abgewinkelten oder gekrümmten
Bereich in dem Pumpengehäuse ausgebildet werden, zumindest ein Anschlussleiter durch
den Kanal hindurch verlegt werden, eine Gassperre in dem abgewinkelten oder gekrümmten
Bereich des Kanals ausgebildet werden, der Anschlussleiter mit der Platine verbunden
werden, und die Platine vakuumdicht an dem Pumpengehäuse angebracht werden.
[0030] Dabei kann der Kanal einteilig durch das Pumpengehäuse oder mehrteilig durch das
Pumpengehäuse und/oder zusätzliche Bauelemente, beispielsweise Winkelstücke, Hülsenelemente,
oder ähnliches, ausgebildet werden.
[0031] Je nach konkreter Ausgestaltung des Kanals und der anderen Komponenten kann die Reihenfolge
der Verfahrensschritte variiert werden. Bei Verwendung eines offenen Kanals mit Winkelstück
kann beispielsweise erst der Anschlussleiter durch den offenen Kanal verlegt werden,
bevor durch die Montage des Winkelstücks ein abgewinkelter Kanal ausgebildet wird.
Entsprechendes gilt für alternativ oder zusätzlich für die anderen Verfahrensschritte.
[0032] Nachfolgend wird die Erfindung beispielhaft anhand vorteilhafter Ausführungsformen
unter Bezugnahme auf die beigefügten Figuren beschrieben. Die Zeichnungen, die Zeichnungsbeschreibung
und die Ansprüche zeigen zahlreiche Merkmale in Kombination. Der Fachmann wird die
Merkmale zweckmäßigerweise auch einzeln betrachten und zu sinnvollen weiteren Kombinationen
zusammenfassen. Es zeigen, jeweils schematisch:
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht einer Turbomolekularpumpe;
- Fig. 2
- eine Ansicht der Unterseite der Turbomolekularpumpe von Fig. 1;
- Fig. 3
- einen Querschnitt der Turbomolekularpumpe längs der in Fig. 2 gezeigten Schnittlinie
A-A;
- Fig. 4
- eine Querschnittsansicht der Turbomolekularpumpe längs der in Fig. 2 gezeigten Schnittlinie
B-B;
- Fig. 5
- eine Querschnittsansicht der Turbomolekularpumpe längs der in Fig. 2 gezeigten Schnittlinie
C-C;
- Fig. 6
- eine Querschnittsansicht eines Pumpenunterteils mit einem abgewinkelten Kanal, einer
Gassperre sowie einer Platine als Vakuumdurchführung gemäß einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 7A
- eine Fertigungsskizze zur Herstellung des Kanals von Fig. 6;
- Fig. 7B
- eine Querschnittsansicht des abgewinkelten Kanals von Fig. 6;
- Fig. 7C
- eine Querschnittsansicht des Pumpenunterteils von Fig. 6 in einer Vergießausrichtung;
- Fig. 8
- eine Querschnittsansicht eines Pumpenunterteils mit einem abgewinkelten Kanal, einer
Gassperre sowie einer Platine als Vakuumdurchführung gemäß einer zweiten Ausführungsform;
- Fig. 9A
- eine Fertigungsskizze zur Herstellung des Kanals von Fig. 8;
- Fig. 9B
- eine Querschnittsansicht des abgewinkelten Kanals von Fig. 8;
- Fig. 9C
- eine Querschnittsansicht des Pumpenunterteils von Fig. 8 in einer Vergießausrichtung;
- Fig. 10
- eine Querschnittsansicht eines Pumpenunterteils mit einem abgewinkelten Kanal mit
einem Winkelstück, einer Gassperre sowie einer Platine als Vakuumdurchführung gemäß
einer dritten Ausführungsform;
- Fig. 11A
- eine Draufsicht auf das Pumpenunterteil und das Winkelstück aus Fig. 10;
- Fig. 11
- B eine Fertigungsskizze zur Herstellung des offenen Kanals von Fig. 10;
- Fig. 11C
- eine Querschnittsansicht des abgewinkelten Kanals mit Winkelstück von Fig. 10;
- Fig. 11D
- eine Querschnittsansicht des Pumpenunterteils von Fig. 10 in einer Vergießausrichtung;
- Fig. 12
- eine Querschnittsansicht einer Vakuumpumpe mit einem Pumpenunterteil der dritten Ausführungsform.
[0033] Die in Fig. 1 gezeigte Turbomolekularpumpe 111 umfasst einen von einem Einlassflansch
113 umgebenen Pumpeneinlass 115, an welchen in an sich bekannter Weise ein nicht dargestellter
Rezipient angeschlossen werden kann. Das Gas aus dem Rezipienten kann über den Pumpeneinlass
115 aus dem Rezipienten gesaugt und durch die Pumpe hindurch zu einem Pumpenauslass
117 gefördert werden, an den eine Vorvakuumpumpe, wie etwa eine Drehschieberpumpe,
angeschlossen sein kann.
[0034] Der Einlassflansch 113 bildet bei der Ausrichtung der Vakuumpumpe gemäß Fig. 1 das
obere Ende des Pumpengehäuses 119 der Vakuumpumpe 111. Das Pumpengehäuse 119 umfasst
ein Pumpenunterteil 121, an welchem seitlich ein Elektronikgehäuse 123 angeordnet
ist. In dem Elektronikgehäuse 123 sind elektrische und/oder elektronische Komponenten
der Vakuumpumpe 111 untergebracht, z.B. zum Betreiben eines in der Vakuumpumpe angeordneten
Elektromotors 125. Am Elektronikgehäuse 123 sind mehrere Anschlüsse 127 für Zubehör
vorgesehen. Außerdem sind eine Datenschnittstelle 129, z.B. gemäß dem RS485-Standard,
und ein Stromversorgungsanschluss 131 am Elektronikgehäuse 123 angeordnet.
[0035] Am Pumpengehäuse 119 der Turbomolekularpumpe 111 ist ein Fluteinlass 133, insbesondere
in Form eines Flutventils, vorgesehen, über den die Vakuumpumpe 111 geflutet werden
kann. Im Bereich des Pumpenunterteils 121 ist ferner noch ein Sperrgasanschluss 135,
der auch als Spülgasanschluss bezeichnet wird, angeordnet, über welchen Spülgas zum
Schutz des Elektromotors 125 (siehe z.B. Fig. 3) vor dem von der Pumpe geförderten
Gas in den Motorraum 137, in welchem der Elektromotor 125 in der Vakuumpumpe 111 untergebracht
ist, gebracht werden kann. Im Pumpenunterteil 121 sind ferner noch zwei Kühlmittelanschlüsse
139 angeordnet, wobei einer der Kühlmittelanschlüsse als Einlass und der andere Kühlmittelanschluss
als Auslass für Kühlmittel vorgesehen ist, das zu Kühlzwecken in die Vakuumpumpe geleitet
werden kann.
[0036] Die untere Seite 141 der Vakuumpumpe kann als Standfläche dienen, sodass die Vakuumpumpe
111 auf der Unterseite 141 stehend betrieben werden kann. Die Vakuumpumpe 111 kann
aber auch über den Einlassflansch 113 an einem Rezipienten befestigt werden und somit
gewissermaßen hängend betrieben werden. Außerdem kann die Vakuumpumpe 111 so gestaltet
sein, dass sie auch in Betrieb genommen werden kann, wenn sie auf andere Weise ausgerichtet
ist als in Fig. 1 gezeigt ist. Es lassen sich auch Ausführungsformen der Vakuumpumpe
realisieren, bei der die Unterseite 141 nicht nach unten, sondern zur Seite gewandt
oder nach oben gerichtet angeordnet werden kann.
[0037] An der Unterseite 141, die in Fig. 2 dargestellt ist, sind noch diverse Schrauben
143 angeordnet, mittels denen hier nicht weiter spezifizierte Bauteile der Vakuumpumpe
aneinander befestigt sind. Beispielsweise ist ein Lagerdeckel 145 an der Unterseite
141 befestigt.
[0038] An der Unterseite 141 sind außerdem Befestigungsbohrungen 147 angeordnet, über welche
die Pumpe 111 beispielsweise an einer Auflagefläche befestigt werden kann.
[0039] In den Figuren 2 bis 5 ist eine Kühlmittelleitung 148 dargestellt, in welcher das
über die Kühlmittelanschlüsse 139 ein- und ausgeleitete Kühlmittel zirkulieren kann.
[0040] Wie die Schnittdarstellungen der Figuren 3 bis 5 zeigen, umfasst die Vakuumpumpe
mehrere Prozessgaspumpstufen zur Förderung des an dem Pumpeneinlass 115 anstehenden
Prozessgases zu dem Pumpenauslass 117.
[0041] In dem Pumpengehäuse 119 ist ein Rotor 149 angeordnet, der eine um eine Rotationsachse
151 drehbare Rotorwelle 153 aufweist.
[0042] Die Turbomolekularpumpe 111 umfasst mehrere pumpwirksam miteinander in Serie geschaltete
turbomolekulare Pumpstufen mit mehreren an der Rotorwelle 153 befestigten radialen
Rotorscheiben 155 und zwischen den Rotorscheiben 155 angeordneten und in dem Pumpengehäuse
119 festgelegten Statorscheiben 157. Dabei bilden eine Rotorscheibe 155 und eine benachbarte
Statorscheibe 157 jeweils eine turbomolekulare Pumpstufe. Die Statorscheiben 157 sind
durch Abstandsringe 159 in einem gewünschten axialen Abstand zueinander gehalten.
[0043] Die Vakuumpumpe umfasst außerdem in radialer Richtung ineinander angeordnete und
pumpwirksam miteinander in Serie geschaltete Holweck-Pumpstufen. Der Rotor der Holweck-Pumpstufen
umfasst eine an der Rotorwelle 153 angeordnete Rotornabe 161 und zwei an der Rotornabe
161 befestigte und von dieser getragene zylindermantelförmige Holweck-Rotorhülsen
163, 165, die koaxial zur Rotationsachse 151 orientiert und in radialer Richtung ineinander
geschachtelt sind. Ferner sind zwei zylindermantelförmige Holweck-Statorhülsen 167,
169 vorgesehen, die ebenfalls koaxial zu der Rotationsachse 151 orientiert und in
radialer Richtung gesehen ineinander geschachtelt sind.
[0044] Die pumpaktiven Oberflächen der Holweck-Pumpstufen sind durch die Mantelflächen,
also durch die radialen Innen- und/oder Außenflächen, der Holweck-Rotorhülsen 163,
165 und der Holweck-Statorhülsen 167, 169 gebildet. Die radiale Innenfläche der äußeren
Holweck-Statorhülse 167 liegt der radialen Außenfläche der äußeren Holweck-Rotorhülse
163 unter Ausbildung eines radialen Holweck-Spalts 171 gegenüber und bildet mit dieser
die der Turbomolekularpumpen nachfolgende erste Holweck-Pumpstufe. Die radiale Innenfläche
der äußeren Holweck-Rotorhülse 163 steht der radialen Außenfläche der inneren Holweck-Statorhülse
169 unter Ausbildung eines radialen Holweck-Spalts 173 gegenüber und bildet mit dieser
eine zweite Holweck-Pumpstufe. Die radiale Innenfläche der inneren Holweck-Statorhülse
169 liegt der radialen Außenfläche der inneren Holweck-Rotorhülse 165 unter Ausbildung
eines radialen Holweck-Spalts 175 gegenüber und bildet mit dieser die dritte Holweck-Pumpstufe.
[0045] Am unteren Ende der Holweck-Rotorhülse 163 kann ein radial verlaufender Kanal vorgesehen
sein, über den der radial außenliegende Holweck-Spalt 171 mit dem mittleren Holweck-Spalt
173 verbunden ist. Außerdem kann am oberen Ende der inneren Holweck-Statorhülse 169
ein radial verlaufender Kanal vorgesehen sein, über den der mittlere Holweck-Spalt
173 mit dem radial innenliegenden Holweck-Spalt 175 verbunden ist. Dadurch werden
die ineinander geschachtelten Holweck-Pumpstufen in Serie miteinander geschaltet.
Am unteren Ende der radial innenliegenden Holweck-Rotorhülse 165 kann ferner ein Verbindungskanal
179 zum Auslass 117 vorgesehen sein.
[0046] Die vorstehend genannten pumpaktiven Oberflächen der Holweck-Statorhülsen 163, 165
weisen jeweils mehrere spiralförmig um die Rotationsachse 151 herum in axialer Richtung
verlaufende Holweck-Nuten auf, während die gegenüberliegenden Mantelflächen der Holweck-Rotorhülsen
163, 165 glatt ausgebildet sind und das Gas zum Betrieb der Vakuumpumpe 111 in den
Holweck-Nuten vorantreiben.
[0047] Zur drehbaren Lagerung der Rotorwelle 153 sind ein Wälzlager 181 im Bereich des Pumpenauslasses
117 und ein Permanentmagnetlager 183 im Bereich des Pumpeneinlasses 115 vorgesehen.
[0048] Im Bereich des Wälzlagers 181 ist an der Rotorwelle 153 eine konische Spritzmutter
185 mit einem zu dem Wälzlager 181 hin zunehmenden Außendurchmesser vorgesehen. Die
Spritzmutter 185 steht mit mindestens einem Abstreifer eines Betriebsmittelspeichers
in gleitendem Kontakt. Der Betriebsmittelspeicher umfasst mehrere aufeinander gestapelte
saugfähige Scheiben 187, die mit einem Betriebsmittel für das Wälzlager 181, z.B.
mit einem Schmiermittel, getränkt sind.
[0049] Im Betrieb der Vakuumpumpe 111 wird das Betriebsmittel durch kapillare Wirkung von
dem Betriebsmittelspeicher über den Abstreifer auf die rotierende Spritzmutter 185
übertragen und in Folge der Zentrifugalkraft entlang der Spritzmutter 185 in Richtung
des größer werdenden Außendurchmessers der Spritzmutter 185 zu dem Wälzlager 181 hin
gefördert, wo es z.B. eine schmierende Funktion erfüllt. Das Wälzlager 181 und der
Betriebsmittelspeicher sind durch einen wannenförmigen Einsatz 189 und den Lagerdeckel
145 in der Vakuumpumpe eingefasst.
[0050] Das Permanentmagnetlager 183 umfasst eine rotorseitige Lagerhälfte 191 und eine statorseitige
Lagerhälfte 193, welche jeweils einen Ringstapel aus mehreren in axialer Richtung
aufeinander gestapelten permanentmagnetischen Ringen 195, 197 umfassen. Die Ringmagnete
195, 197 liegen einander unter Ausbildung eines radialen Lagerspalts 199 gegenüber,
wobei die rotorseitigen Ringmagnete 195 radial außen und die statorseitigen Ringmagnete
197 radial innen angeordnet sind. Das in dem Lagerspalt 199 vorhandene magnetische
Feld ruft magnetische Abstoßungskräfte zwischen den Ringmagneten 195, 197 hervor,
welche eine radiale Lagerung der Rotorwelle 153 bewirken. Die rotorseitigen Ringmagnete
195 sind von einem Trägerabschnitt 201 der Rotorwelle 153 getragen, welcher die Ringmagnete
195 radial außenseitig umgibt. Die statorseitigen Ringmagnete 197 sind von einem statorseitigen
Trägerabschnitt 203 getragen, welcher sich durch die Ringmagnete 197 hindurch erstreckt
und an radialen Streben 205 des Pumpengehäuses 119 aufgehängt ist. Parallel zu der
Rotationsachse 151 sind die rotorseitigen Ringmagnete 195 durch ein mit dem Trägerabschnitt
203 gekoppeltes Deckelelement 207 festgelegt. Die statorseitigen Ringmagnete 197 sind
parallel zu der Rotationsachse 151 in der einen Richtung durch einen mit dem Trägerabschnitt
203 verbundenen Befestigungsring 209 sowie einen mit dem Trägerabschnitt 203 verbundenen
Befestigungsring 211 festgelegt. Zwischen dem Befestigungsring 211 und den Ringmagneten
197 kann außerdem eine Tellerfeder 213 vorgesehen sein.
[0051] Innerhalb des Magnetlagers ist ein Not- bzw. Fanglager 215 vorgesehen, welches im
normalen Betrieb der Vakuumpumpe 111 ohne Berührung leer läuft und erst bei einer
übermäßigen radialen Auslenkung des Rotors 149 relativ zu dem Stator in Eingriff gelangt,
um einen radialen Anschlag für den Rotor 149 zu bilden, da eine Kollision der rotorseitigen
Strukturen mit den statorseitigen Strukturen verhindert wird. Das Fanglager 215 ist
als ungeschmiertes Wälzlager ausgebildet und bildet mit dem Rotor 149 und/oder dem
Stator einen radialen Spalt, welcher bewirkt, dass das Fanglager 215 im normalen Pumpbetrieb
außer Eingriff ist. Die radiale Auslenkung, bei der das Fanglager 215 in Eingriff
gelangt, ist groß genug bemessen, sodass das Fanglager 215 im normalen Betrieb der
Vakuumpumpe nicht in Eingriff gelangt, und gleichzeitig klein genug, sodass eine Kollision
der rotorseitigen Strukturen mit den statorseitigen Strukturen unter allen Umständen
verhindert wird.
[0052] Die Vakuumpumpe 111 umfasst den Elektromotor 125 zum drehenden Antreiben des Rotors
149. Der Anker des Elektromotors 125 ist durch den Rotor 149 gebildet, dessen Rotorwelle
153 sich durch den Motorstator 217 hindurch erstreckt. Auf den sich durch den Motorstator
217 hindurch erstreckenden Abschnitt der Rotorwelle 153 kann radial außenseitig oder
eingebettet eine Permanentmagnetanordnung angeordnet sein. Zwischen dem Motorstator
217 und dem sich durch den Motorstator 217 hindurch erstreckenden Abschnitt des Rotors
149 ist ein Zwischenraum 219 angeordnet, welcher einen radialen Motorspalt umfasst,
über den sich der Motorstator 217 und die Permanentmagnetanordnung zur Übertragung
des Antriebsmoments magnetisch beeinflussen können.
[0053] Der Motorstator 217 ist in dem Pumpengehäuse innerhalb des für den Elektromotor 125
vorgesehenen Motorraums 137 festgelegt. Über den Sperrgasanschluss 135 kann ein Sperrgas,
das auch als Spülgas bezeichnet wird, und bei dem es sich beispielsweise um Luft oder
um Stickstoff handeln kann, in den Motorraum 137 gelangen. Über das Sperrgas kann
der Elektromotor 125 vor Prozessgas, z.B. vor korrosiv wirkenden Anteilen des Prozessgases,
geschützt werden. Der Motorraum 137 kann auch über den Pumpenauslass 117 evakuiert
werden, d.h. im Motorraum 137 herrscht zumindest annäherungsweise der von der am Pumpenauslass
117 angeschlossenen Vorvakuumpumpe bewirkte Vakuumdruck.
[0054] Zwischen der Rotornabe 161 und einer den Motorraum 137 begrenzenden Wandung 221 kann
außerdem eine sog. und an sich bekannte Labyrinthdichtung 223 vorgesehen sein, insbesondere
um eine bessere Abdichtung des Motorraums 217 gegenüber den radial außerhalb liegenden
Holweck-Pumpstufen zu erreichen.
[0055] Fig. 6 zeigt eine erste Ausführungsform eines Pumpenunterteils 121 der Turbomolekularpumpe
111 in einem montierten Betriebszustand. Die Turbomolekularpumpe 111 weist einen durch
das Pumpengehäuse 119 begrenzten Vakuumraum V auf, der mittels einer Platine 241 als
Vakuumdurchführung von einem Druckraum D getrennt ist. Die Platine 241 ist im Bereich
einer Anschlussöffnung 225 unter Verwendung eines O-Rings 243 vakuumdicht an dem Pumpengehäuse
119 angebracht.
[0056] Der Vakuumraum V umfasst einen abgewinkelten Kanal 224, in dem eine Gassperre 231
angeordnet ist, die der Platine 241 vakuumseitig vorgelagert ist und das Prozessgas
von der Platine 241 und den Anschlussverbindungen der Platine 241 fernhält. Im gezeigten
Ausführungsbeispiel ist die Gassperre 231 eine Vergussmasse, die einen siphonartig
abgewinkelten Bereich 229 (Fig. 7B) des Kanals 224 gasdicht ausfüllt.
[0057] Die Platine 241 ist mit Anschlussleitern 233 verbunden, die sich durch die Gassperre
231 hindurch bis zu einer Öffnung 239 zu einem Pumpbereich 240 (Fig. 8) der Turbomolekularpumpe
111 erstrecken. Die Anschlussleiter 233 weisen Steckverbinder 235 auf, die mit der
Platine 241 verbunden sind. Die Steckverbinder 235 und die daran anschließenden Abschnitte
der Anschlussleiter 233 sind in einem Aufnahmeraum 226 des abgewinkelten Kanals 224
aufgenommen. An ihrem dem Pumpbereich 240 zugewandten Ende können die Anschlussleiter
233 mit einem Motor, einer Aktorik und/oder einer Sensorik der Turbomolekularpumpe
111 verbunden sein.
[0058] Die Vergussmasse 231 steht nicht in Kontakt mit der Platine 241 oder den Steckverbindern
235, sodass keine Beeinträchtigung der Kontakte durch die Gassperre 231, insbesondere
durch die Vergussmasse, entstehen kann. Die Gassperre 231 und die Platine 241 definieren
somit einen als Totraum T bezeichneten Bereich des Vakuumraums V, der zumindest im
Wesentlichen nicht gasführend mit dem Pumpbereich 240 und dem Druckraum D verbunden
ist. An den Totraum T kann eine sekundäre Gasquelle (nicht gezeigt) angeschlossen
werden, die ein Fluten des Totraums T mit einem Schutzgas ermöglichen kann, um korrosives
Prozessgas noch wirksamer von der Platine 241 fernzuhalten. Das Pumpenunterteil 121
ist im Betriebszustand bedarfsgemäß ausgerichtet bzw. kann bedarfsgemäß in beliebiger
Orientierung angeordnet werden, da die ausgehärtete Vergussmasse 231 als Gassperre
unter allen Orientierungen wirksam bleibt.
[0059] Die Vergussmasse 231 ist in der gezeigten Ausführungsform ausschließlich im Pumpenunterteil
121 angeordnet und steht nicht in Kontakt mit einem Pumpenoberteil 249 (Fig. 8), das
den Pumpbereich 240 des Vakuumraums definiert. Daher kann das Pumpenunterteil 121
vorteilhaft zu Service-, Wartungs- und Reparaturzwecken unkompliziert demontiert und
separat gehandhabt werden. Zusätzliche Flexibilität bei der Montage und Demontage
der Turbomolekularpumpe 111 ergibt sich dadurch, dass die Anschlussverbindungen der
Platine 241 steckbar ausgeführt sind, was beispielsweise ein einfaches Austauschen
der Platine 241 ermöglicht.
[0060] Fig. 7A bis 7C skizzieren die Fertigung der ersten Ausführungsform des Pumpenunterteils
121 aus Fig. 6. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind andere im Pumpenunterteil 121
angeordnete Komponenten der Turbomolekularpumpe 111 nicht gezeigt.
[0061] Fig. 7A zeigt, dass der zur Aufnahme der Gassperre 231 vorgesehene Abschnitt des
Kanals 224 aus zwei sich kreuzenden Sackbohrungen 227a und 227b gefertigt ist, die
von gegenüberliegenden Seiten des Pumpenunterteils 121 ausgehen und sich im gezeigten
Ausführungsbeispiel unter einem Winkel von 90° schneiden. Es versteht sich, dass je
nach den konstruktiven Randbedingungen grundsätzlich auch andere Winkel in Betracht
kommen. Eine erste Sackbohrung 227a geht im Pumpengehäuse 119 von der Seite des designierten
Druckraums D aus und definiert die Anschlussöffnung 225. Eine zweite Sackbohrung 227b
definiert die Öffnung 239 zu dem Pumpbereich 240 der Turbomolekularpumpe 111. Das
Pumpengehäuse 119 weist im Bereich der Anschlussöffnung 225 eine dritte Sackbohrung
227c auf, die den Kanal 224 um einen Aufnahmeraum 226 zur Aufnahme von elektrischen
oder elektronischen Anschlusskomponenten erweitert. Im gezeigten Ausführungsbeispiel
schneiden sich die dritte und erste Sackbohrung 227c, 227a unter einem Winkel von
45°, wobei auch hier andere Winkel möglich sind.
[0062] Fig. 7B zeigt den Gesamtquerschnitt des resultierenden Kanals 224. Im Bereich der
sich kreuzenden ersten und zweiten Sackbohrung 227a, 227b weist der Kanal 224 einen
Bereich mit abgewinkelter Kontur 229 auf, der in der gezeigten Orientierung des Pumpenunterteils
121 nach rechts orientiert ist.
[0063] Die Fig. 7C zeigt das Pumpenunterteil 121 während des Einbringens der Gassperre 231
in einer Vergießausrichtung, welche im gezeigten Ausführungsbeispiel einer Drehung
des Pumpenunterteils 121 im Vergleich zum Betriebszustand aus Fig. 6 um 90° nach rechts
entspricht. Durch den Kanal 224 hindurch werden zuerst Anschlussleiter 233 verlegt,
die seitens der Anschlussöffnung 225 Steckverbinder 235 zum Anschließen an die Platine
241 aufweisen. Die Abmessung des Kanals 224 ist hierbei so gewählt, dass die Anschlussleiter
233 und die Steckverbinder 235 durchgeführt werden können. Eine Dichtungsnut 237 ist
zur Aufnahme des O-Rings 243 zur vakuumdichten Montage der Platine 241 vorgesehen.
[0064] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Gassperre 231 als Vergussmasse ausgebildet,
die vorerst ausreichend fließfähig ist, um durch Vergießen in den Kanal 224 eingebracht
zu werden, und die anschließend dort aushärtet. Zum Vergießen wird das Pumpenunterteil
121 wie gezeigt derart positioniert, dass der abgewinkelte Bereich 229 nach Art eines
Siphons den tiefsten Punkt des Kanals 224 bildet. Durch die Anschlussöffnung 225 und/oder
die Öffnung 239 zum Pumpbereich 240 wird die Vergussmasse 231 in den siphonartigen
Bereich 229 des Kanals 224 eingebracht, bis der Kanal 224 gasdicht verschlossen ist.
Dabei werden die Anschlussleiter 233 in der Vergussmasse 231 eingegossen. Die Bereiche
vor und hinter der Vergussmasse bleiben frei von der Gassperre 231, sodass die Vergussmasse
nicht in Kontakt mit der Platine 241 oder deren Anschlussverbindungen kommt. Bis zum
Aushärten der Vergussmasse 231 verbleibt das Pumpenunterteil 121 in der gezeigten
Orientierung.
[0065] Fig. 8 zeigt eine zweite Ausführungsform eines Pumpenunterteils 121 einer Turbomolekularpumpe
111 in einem montierten Betriebszustand und Fig. 9A bis 9C skizzieren die Fertigung
der zweiten Ausführungsform. Die zweite Ausführungsform ist der in Fig. 6 gezeigten
ersten Ausführungsform weitgehend ähnlich, weshalb im Folgenden insbesondere auf die
Unterschiede zwischen den Ausführungsformen eingegangen wird.
[0066] Fig. 8 zeigt das Pumpenunterteil 121, das eine Platine 241 als Vakuumdurchführung
und einen abgewinkelten Kanal 224 aufweist, in dem eine Gassperre 231 angeordnet ist.
Ein weiterer Pumpenteil, hier ein Pumpenoberteil 249, das den Pumpbereich 240 der
Turbomolekularpumpe 111 definiert, ist auf dem Pumpenunterteil 121 montiert und mit
einem in einer Dichtungsnut 247 angeordneten O-Ring abgedichtet.
[0067] Wie Fig. 9A zeigt, ist der Kanal 224 aus zwei Sackbohrungen 227a und 227b gefertigt,
die sich unter einem Winkel von 90° schneiden, wobei unter Berücksichtigung der konstruktiven
Gegebenheiten auch andere Winkel gewählt werden können. Beide Sackbohrungen 227a,
227b sind von derselben Seite des Pumpenunterteils 121 her ausgeführt, hier von der
Seite des Pumpbereichs 240 her, sodass die Bohrungen eine Öffnung 239 zum Pumpbereich
240 sowie eine weitere Bohröffnung 251 im Pumpengehäuse 119 definieren. Eine Fräsung
245 an der gegenüberliegenden Seite des Pumpenunterteils 121 vervollständigt die Durchführung
des abgewinkelten Kanals 224 zur Seite der Anschlussöffnung 225. Im Vergleich zum
Kanal 224 von Fig. 6 kann hier die Anschlussöffnung 225 für die Platine 241 als Vakuumdurchführung
kleiner ausgeführt werden, da die Fräsung 245 in einem rechten Winkel zu der Oberfläche
des Pumpengehäuses 119 steht.
[0068] Fig. 9B zeigt den Gesamtquerschnitt des resultierenden Kanals 224. Die sich kreuzenden
Sackbohrungen 227a und 227b bilden einen siphonartig gewinkelten Bereich 229 des Kanals
224 aus.
[0069] Fig. 9C zeigt das Pumpenunterteil 121 in einer Orientierung während des Einbringens
einer Vergussmasse als Gassperre 231 in einer Vergießausrichtung. Da beide Sackbohrungen
227a, 227b in Fig. 9A von derselben Seite des Pumpengehäuses 119 her ausgeführt sind,
muss das Pumpenoberteil 249 bereits beim Vergießen montiert sein, um die Bohröffnung
251 mit der Vergussmasse 231 abzudichten. Die Öffnung 239 stellt die Kommunikation
des Kanals 224 mit dem Pumpbereich 240 der Turbomolekularpumpe 111 her.
[0070] Zum Vergießen des Kanals 224 mit einer Gassperre 231 werden das Pumpenunterteil 121
und das Pumpenoberteil 249 mit den durchgeführten Anschlussleitern 233 derart platziert,
dass der siphonartig abgewinkelte Bereich 229 von der Anschlussöffnung 225 her mit
Vergussmasse 231 befüllt werden kann. Dabei wird die Bohröffnung 251 ebenfalls mit
der Vergussmasse 231 aufgefüllt und durch den Kontakt mit dem Pumpenoberteil 249 abgedichtet.
[0071] Nach dem Aushärten der Vergussmasse 231 kann die Platine 241 mit den Steckverbindern
235 der Anschlussleiter 233 verbunden werden und vakuumdicht über der Anschlussöffnung
225 des Pumpenunterteils 121 montiert werden, sodass die Platine den Vakuumraum V
von dem Druckraum D trennt. Das Pumpenunterteil 121 und das Pumpenoberteil 249 können
dann für den Betrieb der Turbomolekularpumpe 111 bestimmungsgemäß ausgerichtet werden,
insbesondere kann das Pumpenunterteil 121 nach unten und das Pumpenoberteil 249 nach
oben ausgerichtet sein (Fig. 8).
[0072] Eine dritte Ausführungsform eines Pumpenunterteils 121 ist in Fig. 10 im Querschnitt
gezeigt, die Schritte zur Fertigung eines derartigen Pumpenunterteils 121 sind in
Fig. 11A bis 11C skizziert. Die gezeigte Ausführungsform weist einen Kanal 224 auf,
der labyrinthartig mehrfach abgewinkelt ist. Der abgewinkelte Bereich wird dabei bereichsweise
durch die Oberfläche des Pumpengehäuses 119 begrenzt, bereichsweise durch ein an dem
Pumpengehäuse 119 befestigtes Winkelstück 259.
[0073] Fig. 11A zeigt das Pumpenunterteil 121 in Draufsicht vonseiten des Pumpbereichs 240
der Turbomolekularpumpe 111 her betrachtet sowie das Winkelstück 259 vor der Montage.
Das Pumpenunterteil 121 ist mit einem offenen Kanal 253 durchbohrt und weist daran
angrenzend zusätzlich eine erste Aussparung 255a und eine zweite Aussparung 255b zur
Aufnahme von Anschlussleitern 233 auf. Zur Montage des Winkelstücks 259 am Pumpenunterteil
121 ist ein Befestigungsbereich 260 vorgesehen. Eine Dichtungsnut 257 umgibt den offenen
Kanal 253 und die Aussparungen 255a, 255b, sodass ein Dichtelement 261 zwischen dem
Winkelstück 259 und dem Pumpengehäuse 119 angeordnet werden kann.
[0074] Fig. 11B zeigt einen Querschnitt durch das Pumpenunterteil 121 mit dem offenen Kanal
253 und den Aussparungen 255a, 255b. Durch die offene Bauweise sind alle Kanten 262
gut zugänglich für eine Bearbeitung. Insbesondere können sie entgratet oder abgerundet
werden, sodass die Anschlussleiter 233 bzw. deren Isolierung nicht beschädigt werden.
[0075] Wie in Fig. 11C gezeigt, bilden der offene Kanal 253 sowie die Aussparungen 255a,
255b und das montierte Winkelstück 259 einen labyrinthartigen Kanal 224 aus, dessen
Wandungen durch das Pumpengehäuse 119 und das daran befestigte Winkelstück 259 gebildet
werden. Der Kanal 224 weist einen abgewinkelten Bereich 229 auf, der dazu vorgesehen
ist, eine Gassperre 231, beispielsweise eine Vergussmasse, aufzunehmen. Im Vergleich
zu der in Fig. 6 bzw. Fig. 8 gezeigten ersten und zweiten Ausführungsform des Kanals
224 muss der offen ausgestaltete Kanal 253 nicht über seine Gesamterstreckung hinweg
eine Abmessung aufweisen, die das Durchführen der Steckverbinder 235 erlaubt. Vielmehr
muss der abgewinkelte Bereich 229 lediglich Platz für die Anschlussleiter 233 bieten,
was eine kompakte Abmessung des Kanals erlaubt. Eine in der Dichtungsnut 257 zwischen
Winkelstück 259 und Pumpengehäuse 119 geführte Dichtschnur 261 dichtet den Kanal 224
ab.
[0076] Zum Vergießen mit einer Vergussmasse als Gassperre 231 wird das Pumpenunterteil 121
nach Durchführen der Anschlussleiter 233 durch den offenen Kanal 253 und Montage des
Winkelstücks 259 zur Ausbildung des labyrinthartigen Kanals 224 in einer Vergießausrichtung
positioniert, sodass ein Vergießen des abgewinkelten Bereichs 229 von der Anschlussöffnung
225 her erfolgen kann (Fig. 11D). Die Dichtschnur 261 dichtet den Bereich 229 bei
Verwendung einer geringer viskosen Vergussmasse ab, kann für eine höher viskose Vergussmasse
aber weggelassen werden.
[0077] Nach dem Aushärten der Vergussmasse 231 können die Anschlussleiter 233 mittels der
Steckverbinder 235 mit der Platine 241 verbunden werden, die Platine 241 kann vakuumdicht
an dem Pumpengehäuse 119 über der Anschlussöffnung 225 montiert werden und das Pumpenunterteil
121 kann für den Betrieb der Turbomolekularpumpe 111 bestimmungsgemäß ausgerichtet
werden und mit einem Pumpenoberteil 249 der Pumpe verbunden werden.
[0078] Um einen Gasaustausch über die innere und/oder äußere Oberfläche der Isolierung der
Anschlussleiter 233 durch die Vergussmasse 231 hindurch zwischen dem Pumpbereich 240
der Turbomolekularpumpe 111 und der Platine 241 zu vermeiden, weisen die Anschlussleiter
233 in Fig. 12 im Bereich der Gassperre 231 zumindest abschnittsweise eine zumindest
annähernd gasdichte Umhüllung 265 auf. Insbesondere in den Endbereichen der Gassperre
231, die in direktem Kontakt mit dem Vakuumbereich V aufseiten des Pumpbereichs 240
oder aufseiten der Platine 241 stehen, verhindert eine gasdichte Umhüllung 265 einen
Gaseintritt in die Oberfläche bzw. Isolierung der Anschlussleiter 233 und damit einen
möglichen Gasdurchtritt durch die Vergussmasse 231 entlang der Anschlussleiter 233.
Wie hier gezeigt, kann eine gasdichte Umhüllung 265 durch Schrumpfschläuche, insbesondere
Schrumpfschläuche mit Innenkleber erzielt werden.
[0079] Um einen Gasaustausch über das Innere der Anschlussleiter 233 zu verhindern, können
an dem der Platine 241 abgewandten Ende der Anschlussleiter 233 die Verbindungsstellen
267 zu einem Motor, einer Aktorik und/oder einer Sensorik der Turbomolekularpumpe
111 ebenfalls in eine Vergussmasse 269 eingebettet werden, wie in Fig. 12 gezeigt
ist.
Bezugszeichenliste
[0080]
- 111
- Turbomolekularpumpe
- 113
- Einlassflansch
- 115
- Pumpeneinlass
- 117
- Pumpenauslass
- 119
- Pumpengehäuse
- 121
- Pumpenunterteil
- 123
- Elektronikgehäuse
- 125
- Elektromotor
- 127
- Zubehöranschluss
- 129
- Datenschnittstelle
- 131
- Stromversorgungsanschluss
- 133
- Fluteinlass
- 135
- Sperrgasanschluss
- 137
- Motorraum
- 139
- Kühlmittelanschluss
- 141
- Unterseite
- 143
- Schraube
- 145
- Lagerdeckel
- 147
- Befestigungsbohrung
- 148
- Kühlmittelleitung
- 149
- Rotor
- 151
- Rotationsachse
- 153
- Rotorwelle
- 155
- Rotorscheibe
- 157
- Statorscheibe
- 159
- Abstandsring
- 161
- Rotornabe
- 163
- Holweck-Rotorhülse
- 165
- Holweck-Rotorhülse
- 167
- Holweck-Statorhülse
- 169
- Holweck-Statorhülse
- 171
- Holweck-Spalt
- 173
- Holweck-Spalt
- 175
- Holweck-Spalt
- 179
- Verbindungskanal
- 181
- Wälzlager
- 183
- Permanentmagnetlager
- 185
- Spritzmutter
- 187
- Scheibe
- 189
- Einsatz
- 191
- rotorseitige Lagerhälfte
- 193
- statorseitige Lagerhälfte
- 195
- Ringmagnet
- 197
- Ringmagnet
- 199
- Lagerspalt
- 201
- Trägerabschnitt
- 203
- Trägerabschnitt
- 205
- radiale Strebe
- 207
- Deckelelement
- 209
- Stützring
- 211
- Befestigungsring
- 213
- Tellerfeder
- 215
- Not- bzw. Fanglager
- 217
- Motorstator
- 219
- Zwischenraum
- 221
- Wandung
- 223
- Labyrinthdichtung
- 224
- Kanal
- 225
- Anschlussöffnung
- 226
- Aufnahmeraum
- 227a
- erste Sackbohrung
- 227b
- zweite Sackbohrung
- 227c
- dritte Sackbohrung
- 229
- siphonartig abgewinkelter Bereich
- 231
- Gassperre
- 233
- Anschlussleiter
- 235
- Steckverbinder
- 237
- Dichtungsnut für Platine
- 239
- Öffnung zum Pumpbereich
- 240
- Pumpbereich
- 241
- Platine
- 243
- O-Ring
- 245
- Fräsung
- 247
- Dichtungsnut für das Pumpenoberteil
- 249
- Pumpenoberteil
- 251
- Bohröffnung
- 253
- offener Kanal
- 255a
- erste Aussparung
- 255b
- zweite Aussparung
- 257
- Dichtungsnut für Winkelstück
- 259
- Winkelstück
- 260
- Befestigungsbereich
- 261
- Dichtschnur
- 262
- Kanten
- 265
- gasdichte Umhüllung
- 267
- Verbindungsstellen mit Motor, Aktorik und/oder Sensorik
- 269
- Vergussmasse der Verbindungsstellen
- V
- Vakuumraum
- D
- Druckraum
- T
- Totraum
1. Vakuumpumpe, insbesondere Turbomolekularpumpe (111), umfassend
einen durch ein Pumpengehäuse (119) begrenzten Vakuumraum (V) sowie
eine Platine (241),
wobei das Pumpengehäuse (119) eine Anschlussöffnung (225) aufweist, die durch die
Platine (241) vakuumdicht verschlossen ist, sodass die Platine (241) den Vakuumraum
(V) von einem Druckraum (D) trennt,
wobei der Platine (241) vakuumseitig eine zu der Platine (241) beabstandete Gassperre
(231) vorgelagert ist.
2. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gassperre (231) eine Vergussmasse aufweist.
3. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
sich zumindest ein Anschlussleiter (233) durch die Gassperre (231) erstreckt und mit
der Platine (241) verbunden ist.
4. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verbindung des Anschlussleiters (233) mit der Platine (241) eine Steckverbindung
ist.
5. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 3 oder 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Anschlussleiter (233) im Bereich der Gassperre (231) zumindest abschnittsweise,
insbesondere in einem Endbereich der Gassperre (231), eine zumindest annähernd gasdichte
Umhüllung (265) aufweist.
6. Vakuumpumpe (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gassperre (231) in einem ersten Pumpenteil (121) der Vakuumpumpe (111) angeordnet
ist und nicht in Kontakt mit einem zweiten Pumpenteil (249) der Vakuumpumpe (111)
steht, welcher einen Pumpbereich (240) des Vakuumraums (V) definiert.
7. Vakuumpumpe (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gassperre (231) in einem Kanal (224) angeordnet ist, der in dem Pumpengehäuse
(119) ausgebildet ist und mit dem Vakuumraum (V) kommuniziert.
8. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Kanal (224) einen abgewinkelten oder gekrümmten Bereich (229) aufweist, der durch
die Gassperre (231) ausgefüllt ist.
9. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
der abgewinkelte Bereich (229) des Kanals (224) durch zumindest zwei sich kreuzende
Bohrungen, insbesondere Sackbohrungen (227a, 227b, 227c), und/oder Fräsungen (245)
gebildet ist.
10. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 8 oder 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
der abgewinkelte Bereich (229) des Kanals (224) labyrinthartig mehrfach abgewinkelt
ist.
11. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
der abgewinkelte Bereich (229) des Kanals (224) durch eine Oberfläche des Pumpengehäuses
(119) und ein an dem Pumpengehäuse (119) befestigtes Winkelstück (259) definiert ist.
12. Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Dichtelement (261) zwischen dem Winkelstück (259) und dem Pumpengehäuse (119)
angeordnet ist.
13. Vakuumpumpe (111) nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein durch die Gassperre (231) und die Platine (241) begrenzter Bereich des Vakuumraums
(V) an eine sekundäre Gasquelle angeschlossen ist.
14. Verfahren zur Herstellung einer Vakuumpumpe (111), bei dem
ein durch ein Pumpengehäuse (119) begrenzter Vakuumraum (V) sowie eine Platine (241)
bereitgestellt werden,
eine Anschlussöffnung (225) in dem Pumpengehäuse (119) ausgebildet wird,
die Anschlussöffnung (225) durch die Platine (241) vakuumdicht verschlossen wird,
sodass die Platine (241) den Vakuumraum (V) von einem Druckraum (D) trennt, und
eine der Platine (241) vakuumseitig vorgelagerte Gassperre (231) ausgebildet wird,
die zu der Platine (241) beabstandet ist.
15. Verfahren zur Herstellung einer Vakuumpumpe (111) nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Kanal (224) mit einem abgewinkelten oder gekrümmten Bereich (249) in dem Pumpengehäuse
(119) ausgebildet wird,
zumindest ein Anschlussleiter (233) durch den Kanal (224) hindurch verlegt wird,
eine Gassperre (231) in dem abgewinkelten oder gekrümmten Bereich (229) des Kanals
(224) ausgebildet wird,
der Anschlussleiter (233) mit einer Platine (241) verbunden wird, und die Platine
(241) vakuumdicht an dem Pumpengehäuse (119) angebracht wird.