[0001] Die Erfindung betrifft ein Zugangssteuerungssystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1.
[0002] Zugangssteuerungssysteme sind im gewerblichen Bereich üblich, um nur autorisierten
Personen den Zugang zu Geschäftsräumen, Büros und Lagern zu ermöglichen und anderen
den Zugang zu verwehren. Dabei werden elektronische Ausweise in RFID-Technik von zugangsbegehrenden
Personen vor ein Lesegerät gehalten und sobald sich der elektronische Ausweis im Lesefeld
befindet, erfolgt ein Autorisierungsdialog zwischen dem elektronischen Ausweis und
dem Lesegerät. Im Falle der Berechtigung wird dann ein Zugang freigegeben.
[0003] Bei Pflegeeinrichtungen mit desorientierten Bewohnern würde jedoch eine Anwendung
der bekannten Zugangssteuerungssysteme scheitern, wenn Bewohner die Handhabung der
elektronischen Ausweise nicht beherrschen.
[0004] Bei Kraftfahrzeugen mit schlüssellosem Zugang ist zwar eine Identifikation eines
Berechtigten ohne Vorhalten eines elektronischen Ausweises vor ein Lesegerät bekannt,
es werden aber besondere Maßnahmen getroffen, um einen Missbrauch durch ein Datenrelais
zu verhindern. So findet ein Datenaustausch erst dann statt, wenn sich eine zugangsbegehrende
Person mit der Hand einem der mehrfach vorhandenen Türgriffe nähert und ferner durch
eine Peilung die Position des mitgeführten elektronischen Ausweises bestätigt wird.
Dies geschieht mit einem kapazitiven Näherungssensor an jedem Türgriff und einer Auswertung
der Richtungen mehrerer LF-Sender. Die Zeit für einen Datenaustausch ist dann allerdings
so gering, dass sich die Tür nicht immer beim ersten Versuch, am Türgriff zu ziehen,
öffnen lässt.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Zugangssteuerungssystem zu schaffen,
das auch bei Einschränkungen der geistigen und körperlichen Fähigkeiten der Benutzer
eine zuverlässige Funktion gewährleistet.
[0006] Diese Aufgabe wird bei einem Zugangssteuerungssystem nach dem Oberbegriff des Anspruchs
1 durch die Merkmale dieses Anspruchs gelöst.
[0007] Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Im Gegensatz zu üblichen Zugangssteuerungssystemen mit Datenübertragungen in nur
einem Frequenzbereich nutzt die Erfindung Datenübertragungen sowohl im UHF-Bereich,
nämlich 868 MHz, als auch eine Weckfunktion und Ortsinformationen im LF-Bereich, nämlich
125 kHz. Im UHF Bereich lassen sich hohe Datenraten erzielen, so dass die Verarbeitung
umfangreicher Datenmengen sehr schnell erfolgen kann. Außerdem ist eine hohe Reichweite
über mehrere Meter möglich. Allerdings lässt sich die genaue Reichweite der kommunizierenden
UHF-Transceiver nur sehr schwer vorhersagen, da die Ausbreitung durch Personen oder
Gegenstände in der Nähe beeinflusst werden kann. Eine zuverlässige Selektion unterschiedlicher
Paarungen von elektronischen Ausweisen und stationären Erfassungsgeräten allein über
die Reichweite ist daher nicht möglich.
[0009] Im LF Bereich hingegen wird die Ausbreitung der elektromagnetischen Wellen nur sehr
wenig von Gegenständen beeinträchtigt und wenn, auch nur von großen ferromagnetischen
Massen. Die Ausbreitung des Feldes ist daher weitgehend konstant und es lässt sich
mit hoher Genauigkeit bestimmen, innerhalb welchen Radius der LF-Empfänger das Sendesignal
empfangen und auswerten kann. Da im LF Bereich allerdings nur geringe Datenraten möglich
sind, würde ein Autorisierungsdialog lange dauern und könnte abbrechen, wenn der elektronische
Ausweis das elektromagnetische Feld verlässt. Daher wird das LF-Signal nur dazu verwendet,
den UHF-Transceiver im elektronischen Ausweis zu wecken und eine Ortskennung des LF-Senders
zu übermitteln, die beim Dialog der UHF-Transceiver rückübermittelt wird. Die UHF-Transceiver
der elektronischen Ausweise und der stationären Erfassungsgeräte werden somit nur
für den Autorisierungsdialog eingeschaltet, der allerdings viel Energie benötigt,
und bleiben in der übrigen Zeit im Ruhezustand, in der sie nur sehr wenig Energie
benötigt wird.
[0010] Der LF-Empfänger im elektronischen Ausweis ist zwar dauerhaft aktiv, verbraucht aber
wenig Energie. Daher lässt sich der elektronische Ausweis über lange Zeit mit Energie
aus einer Batterie versorgen und erfordert nur eine geringe Baugröße, die es ermöglicht,
den elektronischen Ausweis in der Kleidung oder am Körper, zum Beispiel am Handgelenk
als Uhr oder Uhr-Attrappe, zu tragen.
[0011] Auch der LF-Sender ist auf einen geringen Energieverbrauch ausgerichtet, da er gemeinsam
mit einer Batterie im Türbeschlag angeordnet ist und diese Batterie zur Energieversorgung
ausreichen muss. Stationäre Erfassungsvorrichtungen können so ohne bauliche Veränderungen
der Elektroinstallation eingerichtet oder ergänzt werden. Lösungen aus dem Kraftfahrzeugbereich
sind nicht direkt übertragbar, da dort eine wesentlich größere Batteriekapazität zur
Verfügung steht.
[0012] Ein PIR-Sensor sorgt dafür, dass der LF Sender nur dann aktiviert wird, wenn sich
das Wärmebild durch eine der Tür nähernde Person ändert. Der PIR-Sensor verbraucht
extrem wenig Energie und hat eine wesentlich größere Reichweite als ein kapazitiver
Sensor. Damit bleibt ausreichend Zeit, den LF Sender zu aktivieren und den Datenaustausch
zur Identifikation abzuschließen, ehe die sich der Tür nähernde Person mit der Hand
den Türgriff erreicht hat.
[0013] Dadurch, dass der LF-Sender der Erfassungsvorrichtung durch den PIR Sensor nur in
Zeitabständen aktiviert wird, verbraucht die Erfassungsvorrichtung ebenfalls nur wenig
Energie. Fehlaktivierungen treten zwar auf, wenn andere Personen den Erfassungsbereich
des PIR-Sensors betreten, dies ist aber wesentlich seltener als ein Dauerbetrieb.
[0014] Weiterhin sorgt eine Weckinformation am Anfang der LF-Sendung dafür, dass der LF-Empfänger
des elektronischen Ausweises nicht bereits durch Störfelder anderer Sender veranlasst
wird, seinen eigenen UHF-Transceiver zu starten.
[0015] Die Sendeleistung des LF-Senders in Verbindung mit dessen Antennengewinn und die
Eingangsempfindlichkeit des LF-Empfängers in Verbindung mit dessen Antennengewinn
sollte so bemessen sein, dass die Reichweite der LF-Übertragungsstrecke zwischen 40
cm und 2 m beträgt.
[0016] Es ist bei dieser Reichweite zu erwarten, dass eine Erfassung auch dann stattfinden
kann, wenn der elektronische Ausweis sich gerade an der der Erfassungsvorrichtung
abgewandten Seite des Körpers des Benutzers befindet. Weiterhin wird verhindert, dass
die UHF-Transceiver von elektronischen Ausweisen und Erfassungsvorrichtungen unnötig
aktiviert werden, wenn Bewohner oder Personal ohne Zutrittswunsch lediglich Flure
entlang gehen.
[0017] Vorzugsweise ist die Reichweite des PIR-Sensors so groß wie die Reichweite der LF-Übertragungsstrecke.
[0018] Dadurch wird gewährleistet, dass bei Eintritt in den Erfassungsbereich des PIR-Sensors
auch das Signal des LF-Senders vom LF-Empfänger des elektronischen Ausweises empfangen
und ausgewertet werden kann.
[0019] Weiter vorzugsweise weist das vom LF-Sender erzeugte elektromagnetische Feld eine
Kugelcharakteristik auf und die Antennenanordnung des LF Empfängers weist ebenfalls
eine Kugelcharakteristik auf.
[0020] Es lässt sich dann einfach ein Radius um den Ort der Erfassungsvorrichtung angeben
innerhalb dessen der Eintritt eines elektronischen Ausweises erkannt und ausgewertet
wird. Dies vereinfacht die Bemessung und Justierung der Erfassungsbereiche benachbarter
Erfassungsvorrichtungen, so dass diese eindeutig sind und sich nicht überlappen oder
stören.
[0021] Gemäß einer Weiterbildung kann die Reichweite durch Variation der Sendeleistung in
Grenzen einstellbar sein.
[0022] Dadurch ist es möglich, die Funktion und damit auch den Energieverbrauch insbesondere
der Erfassungsvorrichtungen an die örtlichen Gegebenheiten und an Gewohnheiten der
Bewohner anzupassen.
[0023] Eine Weiterbildung sieht vor, dass den elektronischen Ausweisen unterschiedliche
Berechtigungsstufen zugewiesen sind, dass in einer eingeschränkten Berechtigungsstufe
den elektronischen Ausweisen nur wenige individuelle Berechtigungen erteilt sind,
die auf nur automatisch ausführbare Aktionen beschränkt sind und dass in erweiterten
Berechtigungsstufen den elektronischen Ausweisen weitere individuelle Berechtigungen
erteilt sind, aufgrund der weitere Aktionen automatisch und/oder individuell über
eine Eingabevorrichtung ausführbar sind.
[0024] Bei desorientierten Bewohnern kann somit der elektronische Ausweis am Handgelenk
getragen werden und wenn der Bewohner sich seiner Zimmertür nähert und in den Weckradius
der Erfassungsvorrichtung gelangt, wird das von der Erfassungsvorrichtung ausgesandte
LF-Signal mit der Ortskennung vom LF-Empfänger des elektronischen Ausweises empfangen
und nach Einschalten des UHF-Transceivers der Autorisierungsdialog mit dem UHF-Transceiver
der Erfassungsvorrichtung ausgeführt. Bei Berechtigung wird dann ein Aktor einer Freigabevorrichtung
aktiviert, die den Türdrücker über einen Druckermechanismus mit der Falle koppelt
und durch Drücken des Türdrückers das Öffnen der Tür ermöglicht. Das Aktivieren der
Freigabevorrichtung erfolgt somit automatisch. Bei anderen Türen, zu denen der Bewohner
keinen Zutritt hat, bleibt die Tür jedoch auch bei Drücken des Türdrückers geschlossen.
Neben der Freigabe von Türen können Bereiche auch lediglich überwacht werden und Alarmmeldungen
abgesetzt werden.
[0025] Bewohner ohne Einschränkungen können elektronische Ausweise mit sich führen, die
erweiterte Berechtigungen umfassen, zum Beispiel auch das Verlassen der Pflegeeinrichtung.
Pflegepersonal und andere Beschäftigte können darüber hinaus zusätzliche Berechtigungen
erhalten, wobei die Möglichkeit besteht, auch durch eine Tastatur wahlweise Aktionen
auszuführen, wie individuelles Öffnen weiterer Türen oder Aufzüge.
[0026] Weitere Ausführungen von stationären Erfassungsvorrichtungen können an Ein- oder
Ausgängen eines zu überwachenden Bereichs angeordnet sein und mit Türsteuerungen und/oder
mit einer Registrierungs- und/oder Alarmierungsvorrichtung gekoppelt sein.
[0027] Hierbei kann es sich um Gemeinschaftsräume oder Bereiche außerhalb des Gebäudes handeln,
die ebenfalls über Türen zugänglich sind oder auch solche Bereiche, die nur darauf
überwacht werden, ob Bewohner sich unbeaufsichtigt entfernen wollen.
[0028] Zusätzliche Erfassungsvorrichtungen können drahtgebunden, mittels LAN oder mittels
UHF- oder WLAN-Transceivern über ein Netzwerk mit einer Registrierungs- und/oder Alarmzentrale
verbunden sein. Dabei ist es auch möglich, die gleiche UHF-Funkstrecke zu nutzen,
wie sie die Erfassungsvorrichtungen beim Autorisierungsdialog mit den elektronischen
Ausweisen verwenden.
[0029] Dadurch ist es auch möglich, die Funktion autarker stationärer Erfassungsvorrichtungen
oder auch elektronischer Ausweise zu überwachen, um zum Beispiel gescheiterte Zugangsversuche
zu registrieren.
[0030] Vorzugsweise verfügen die Transceiver der stationären Erfassungsvorrichtungen über
eine Kollisionsauflösungsroutine.
[0031] Dadurch ist es möglich, Zugangswünsche oder andere Vorgänge auch dann zu erfassen,
wenn sich eine Mehrzahl von Bewohnern gerade in einem Überwachungsbereich aufhält
und Autorisierungsdialoge gleichzeitig angestoßen werden.
[0032] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert, das in
der Zeichnung dargestellt und anschließend beschrieben ist.
- Fig. 1
- zeigt ein Blockschaltbild eines Zugangssteuerungssystem nach der Erfindung,
- Fig. 2
- zeigt einen Türbeschlag zur Aufnahme einer Erfassungsvorrichtung,
- Fig. 3 und 4
- zeigen Varianten von elektronischen Ausweisen,
- Fig. 5
- zeigt einen schematischen Grundriss einer Pflegeeinrichtung mit Anordnungen von Erfassungsvorrichtungen.
[0033] Die Zeichnung zeigt Darstellungen eines Zugangssteuerungssystems, welches besonders
für Pflegeeinrichtungen mit desorientierten Bewohnern geeignet ist. Es gewährt den
Bewohnern einen einfachen Zugang zu ihren eigenen Zimmern, verhindert aber den Zugang
zu fremden Zimmern. Dem Pflegepersonal hingegen wird der Zugang zu allen Zimmern und
weiteren Räumen und Bereichen ermöglicht, die desorientierte Bewohner nicht betreten
sollen. Auch orientierten Bewohnern stehen Räume und Bereiche zum Betreten zur Verfügung,
die für desorientierte Bewohner unzugänglich bleiben sollen.
[0034] In Fig. 1 ist ein Zugangssteuerungssystem als Blockschaltbild dargestellt, in dessen
oberem Teil eine Erfassungsvorrichtung 10 und in dessen unterem Teil ein elektronischer
Ausweis 12 angeordnet sind. Die Erfassungsvorrichtung 10 umfasst einen LF-Sender 14,
einen UHF-Transceiver 16, eine Steuerung 18, einen Aktor 20 als motorischen Antrieb
und einen PIR-Sensor 22. Der elektronische Ausweis umfasst einen LF-Empfänger 24,
einen UHF Transceiver 26, eine Steuerung 28 und optional eine Tastatur 30.
[0035] Bewohner und Personal führen elektronische Ausweise 12 mit sich, während stationäre
Erfassungsvorrichtungen 10 an den Zimmertüren der Bewohner sowie an weiteren Türen
oder Türsteuerungen angeordnet sind. Im Normalfall befinden sich die elektronischen
Ausweise und Erfassungsvorrichtungen in einem Ruhezustand, in welchem der größte Teil
der elektronischen Schaltungen ausgeschaltet ist und somit der Gesamtenergiebedarf
sehr gering ist. Lediglich der PIR Sensor 22 jeder Erfassungsvorrichtung und der LF-Empfänger
24 jedes elektronischen Ausweises sind aktiv.
[0036] Nähert sich eine Person mit einem elektronischen Ausweis 12 einer Erfassungsvorrichtung
10, wird eine Änderung des Wärmebildes vom PIR-Sensor 22 der betreffenden Erfassungsvorrichtung
10 erkannt und über die Steuerung 18 der LF-Sender 14 veranlasst, wiederholt eine
Ortskennung zu senden und den UHF-Transceiver 16 in einen Betriebszustand zu versetzen.
Die Reichweite des LF-Signals ist etwa gleich groß wie der Erfassungsbereiche des
PIR-Sensors 22, so dass ein von der Person mitgeführter elektronischer Ausweis 12
gleichzeitig ins Lesefeld der Erfassungsvorrichtung 10 gelangt, wenn die Ortskennung
gesendet wird. Der LF-Empfänger 24 des elektronischen Ausweises 12 empfängt dann die
Ortskennung, woraufhin die Steuerung 28 den UHF-Transceiver 26 in einen Betriebszustand
versetzt und die empfangene Ortskennung an den UHF-Transceiver 26 zur Rückübermittlung
weiterleitet. Der UHF-Transceiver 26 des elektronischen Ausweises 12 und der UHF-Transceiver
16 der Erfassungsvorrichtung 10 führen nun einen Autorisierungsdialog aus, in dem
die Ortskennung in Verbindung mit einer Benutzerkennung der Person, der der elektronische
Ausweis12 zugeordnet ist, an die Erfassungsvorrichtung 10 übertragen wird. Von der
Steuervorrichtung 18 wird das Ergebnis ausgewertet. Steht der Bewohner vor seiner
eigenen Zimmertür, wird eine Berechtigung erkannt und durch die Steuerung 18 ein Aktor
20 in Form eines Antriebsmotors betätigt, der einen Türdrücker mit einer Drückermechanik
einkoppelt. Der Bewohner kann dann durch Drücken des Türdrückers die Tür zu seinem
Zimmer öffnen. Steht der Bewohner hingegen vor einer fremden Zimmertür oder einer
anderen Tür, zu der er keinen Zutritt hat, wird das Zugangsbegehren abgewiesen, in
dem der Aktor 20 nicht durch die Steuerung 18 betätigt wird.
[0037] Durch die Aufteilung in eine LF-Funkstrecke im Frequenzbereich 125 kHz und in eine
UHF-Funkstrecke im Frequenzbereich von 868 MHz erfolgt das Aktivieren des elektronischen
Ausweises, also das Einschalten dessen UHF-Transceivers 26 nur in einem Radius zwischen
40 cm und 2 m um die Erfassungsvorrichtung. Im LF-Bereich wird nämlich die Ausbreitung
durch Gegenstände im Lesefeld nur wenig verändert, so dass die Geometrie des Lesefeldes
sehr genau festgelegt werden kann. Die Antennen der LF-Sender der Erfassungsvorrichtungen
haben Kugelcharakteristik und können so justiert werden, dass sich keine Überlappungen
mit Erfassungsvorrichtungen benachbarter Zimmer ergeben. Auch die Antennen der LF
Empfänger der elektronischen Ausweise haben Kugelcharakteristik und empfangen das
Lesefeld mit gleicher Feldstärke unabhängig von ihrer Ausrichtung im Raum. Aufgrund
der bei niedrigen Frequenzen ebenfalls niedrigen Datenrate findet nur eine Übermittlung
in einer Richtung von der Erfassungsvorrichtung zum elektronischen Ausweis statt.
Dabei wird lediglich die Ortskennung der Erfassungsvorrichtung übertragen. Da diese
Übertragung wiederholt wird, kann auf einen Dialog verzichtet werden und es wird davon
ausgegangen, dass bei mehreren Übertragungen zumindest einmal die Ortskennung richtig
empfangen und ausgewertet werden kann.
[0038] Die UHF-Funkstrecke ermöglicht hingegen eine höhere Datenrate und eignet sich somit
für einen Dialog, bei dem auch umfangreichere Daten übermittelt werden können. Auch
wird eine höhere Reichweite erzielt, die allerdings aufgrund von Reflexionen und Dämpfungen
stark variieren kann. Die UHF-Transceiver benötigen mehr Energie als ein LF Empfänger
oder ein getakteter LF-Sender und werden daher nur eingeschaltet, wenn die Annäherung
eines elektronischen Ausweises an eine Erfassungsvorrichtung erkannt wird. Wenn bei
einer Erfassungsvorrichtung auf den optionalen PIR-Sensor verzichtet wird, kann der
Energiebedarf auch durch Reduzierung der Taktfolge verringert werden, mit dem der
LF-Sender veranlasst wird, die Ortskennung zu senden. Allerdings darf diese Taktfolge
nicht so weit reduziert werden, dass die Person nach Eintritt in das Lesefeld bereits
den Türdrücker betätigt hat, ehe ein erster Autorisierungsdialog überhaupt stattgefunden
hat.
[0039] Während ein desorientierter Bewohner nur eine eingeschränkte Berechtigungsstufe hat,
also zum Beispiel nur seine eigene Zimmertür öffnen darf, können nicht desorientierte
Bewohner und besonders das Personal weitergehende individuelle Berechtigungen erhalten.
Bei desorientierten Bewohnern kann das Steuern des Aktors 20 automatisch ohne weitere
Eingriffsmöglichkeit erfolgen, während Personen mit weitergehenden Berechtigungen
zusätzlich oder alternativ auch manuelle Aktionen ausführen können, wozu auf deren
elektronischen Ausweis 12 eine Eingabevorrichtung 30, zum Beispiel in Form einer Tastatur,
vorgesehen ist.
[0040] Fig. 2 zeigt einen Türbeschlag 32 zur Aufnahme einer Erfassungsvorrichtung 34. Der
Türbeschlag 32 umfasst einen Türdrücker 40, der bei fehlender Berechtigung nur leer
gedrückt werden kann, ohne dass die Tür geöffnet werden kann, bei Berechtigung aber
mit einem Drückermechanismus gekoppelt wird und dann bei Betätigung ein Rückziehen
der Falle ermöglicht. Im oberen Teil des Schließblechs befindet sich eine für hochfrequente
Felder durchlässige Abdeckung 36, hinter der die Erfassungsvorrichtung mit den Antennen
des UHF-Transceivers 16 und des LF-Senders 14 angeordnet ist. Die Abdeckung 36 weist
außerdem eine Öffnung 38 für den PIR-Sensor auf.
[0041] Fig. 3 zeigt als Ausführung eines elektronischen Ausweises 12 für eine desorientierte
Person eine am Handgelenk zu tragende Uhr 42, die auch als Attrappe ausgebildet sein
kann, und keine Bedienungselemente aufweist.
[0042] Fig. 4 zeigt als Ausführung eines elektronischen Ausweises 12 einen Anhänger 44,
der am Schlüsselbund, an einem Halsband oder auch so in einer Tasche der Kleidung
getragen werden kann. Dieser elektronische Ausweis 12 kann weitere Berechtigungsstufen
haben und verfügt zur Aktivierung weiterer Aktionen über eine Tastatur 46.
[0043] Fig. 5 zeigt einen schematischen Grundriss einer Pflegeeinrichtung mit Anordnungen
von Erfassungsvorrichtungen. Von einem Flur 64 aus sind zwei Zimmer 60 und 62 über
Türen zugänglich. Türbeschläge 32 und 32' sind jeweils mit Erfassungsvorrichtungen
10 ausgestattet. Eine weitere Erfassungsvorrichtung 48 befindet sich an der Türsteuerung
einer Automatiktür am Ende des Flurs und ebenfalls eine weitere Erfassungsvorrichtung
54 befindet sich an einer Automatiktür an einem Ausgang zum Außenbereich 66. Schließlich
befindet sich noch eine Erfassungsvorrichtung 52 am Grundstückseingang. Die Erfassungsvorrichtungen
52 steuert über ihren Aktor allerdings keine Türen, sondern eine Alarmanlage.
[0044] Die Erfassungsvorrichtungen 48 und 54 in den Türsteuerungen der Automatiktüren werden
vorzugsweise mit Energie aus dem Hausnetz versorgt. Hier kann auf PIR-Sensoren verzichtet
werden und der LF-Sender in Zeitabständen wiederholt senden. Da die Erfassungsvorrichtung
52 nicht in einem Türbeschlag untergebracht werden muss, kann auch sie mit einer dann
etwas größeren Batterie für den erweiterten Erfassungsbereich betrieben werden. Ein
PIR-Sensor ist dann zweckmäßig. Möglich ist jedoch auch ein Betrieb aus dem Hausnetz
ohne PIR-Sensor.
[0045] Bei allen Erfassungsvorrichtungen ist durch einen gestrichelten Kreis das Lesefeld
gezeigt, indem Personen mit elektronischen Ausweisen erkannt und erfasst werden. Durch
verändern der Sendeleistung der LF-Sender der Erfassungsvorrichtungen kann die Größe
dieser Lesefelder angepasst werden. Bei größeren Lesefeldern, zum Beispiel am Ausgang
zum Außenbereich, kann es vorkommen, dass sich dort mehrere Personen gleichzeitig
aufhalten. Durch Antikollisionsroutinen der Steuerungen der Erfassungsvorrichtungen
können Störungen bei der Erfassung durch gleichzeitiges Senden beseitigt werden.
[0046] Die Erfassungsvorrichtungen können aufgrund ihres geringen Energiebedarfs autark
betrieben werden und benötigen daher keine Integration in die Elektroinstallation.
Es besteht die Möglichkeit, sie drahtlos in ein Netzwerk einzubinden, zum Beispiel
durch die vorhandenen UHF-Funkstrecken und zusätzliche UHF-Transceiver und/oder durch
zusätzliche WLAN-Transceiver und WLAN-Hotspots. Zur Weiterleitung an eine zentrale
Registriervorrichtung 58 sind daher im Innen- und Außenbereich WLAN-Hotspots 50 und
56 angeordnet.
[0047] Die Erfassungsvorrichtungen können auch so ausgebildet sein, dass sie in Zeitabständen
von etwa 1 Stunde Beacon-Kennungen aussenden mittels der die Registriervorrichtung
58 deren Anwesenheit und Funktionsfähigkeit überprüft. Derartige Aussendungen im HF-Bereich
ermöglichen so die Überwachung der Erfassungsvorrichtungen, ohne deren Energiebedarf
wesentlich zu erhöhen.
Bezugszeichenliste
| 10 |
Erfassungsvorrichtung |
50 |
WLAN-Hotspot |
| 12 |
elektronische Ausweis |
52 |
Erfassungsvorrichtung |
| 14 |
LF-Sender |
54 |
Erfassungsvorrichtung |
| 16 |
UHF-Transceiver |
56 |
WLAN-Hotspot |
| 18 |
Steuerung |
58 |
Registrier-, Alarmierungsvorrichtung |
| 20 |
Aktor |
60 |
Zimmer |
| 22 |
PIR-Sensor |
62 |
Zimmer |
| 24 |
LF-Empfänger |
64 |
Flur |
| 26 |
UHF-Transceiver |
66 |
Außenbereich |
| 28 |
Steuerung |
|
|
| 30 |
Eingabevorrichtung, Tastatur |
|
|
| 32 |
Türbeschlag |
|
|
| 34 |
Erfassungsvorrichtung |
|
|
| 36 |
Abdeckung |
|
|
| 38 |
Öffnung |
|
|
| 40 |
Türdrücker |
|
|
| 42 |
Uhr |
|
|
| 44 |
Anhänger |
|
|
| 46 |
Tastatur |
|
|
| 48 |
Erfassungsvorrichtung |
|
|
1. Zugangssteuerungssystem, bestehend aus von Personen mitgeführten elektronischen Ausweisen
(12) und stationären Erfassungsvorrichtungen (10), wobei bei Annäherung einer Person
an eine stationäre Erfassungsvorrichtung (10) ein Autorisierungsdialog stattfindet
und bei Autorisierung eine Freigabevorrichtung aktivierbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass jeder elektronische Ausweis (12) einen UHF-Transceiver (26), einen LF-Empfänger (24)
und eine Steuerung (28) enthält und jede Erfassungsvorrichtung (10) einen UHF-Transceiver
(16), einen LF-Sender (14), eine Steuerung (18) und einen Aktor (20) zur Türfreigabe
enthält, dass Erfassungsvorrichtungen (10) autark in Türbeschläge (32) integriert
sind, über eine jeweils in den Türbeschlag (32) größenmäßig passende, dort eingebaute
Batterie mit Energie versorgt werden, und einen PIR-Sensor (22) umfassen, mittels
dem bei Veränderung eines Wärmebildes über die Steuerung (28) der Erfassungsvorrichtung
(10) deren LF-Sender (14) aktiviert wird und eine Weckinformation gefolgt von einer
eigenen Ortsinformation gesendet wird, dass vorübergehend der UHF-Transceiver (26)
der stationären Erfassungsvorrichtung (10) von einem Ruhezustand in einen Betriebszustand
versetzt wird, bei Empfang der Ortsinformation durch einen LF-Empfänger (24) eines
elektronischen Ausweises (12) mittels dessen Steuerung (18) der UHF-Transceiver (16)
des elektronischen Ausweises von einem Ruhezustand in einen Betriebszustand versetzt
wird und mit dem dann ebenfalls im Betriebszustand befindlichen UHF-Transceiver (16)
der stationären Erfassungsvorrichtung (10) ein Autorisierungsdialog durch Austausch
und Prüfung der Identitätsnummer des elektronischen Ausweises (12) in Verbindung mit
der rückgesendeten Ortsinformation durchführt und bei Berechtigung mittels der Steuerung
(18) der Aktor (20) der Türfreigabevorrichtung aktiviert wird.
2. Zugangssteuerungssystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sendeleistung des LF-Senders (14) in Verbindung mit dessen Antennengewinn und
die Eingangsempfindlichkeit des LF-Empfängers (24) in Verbindung mit dessen Antennengewinn
so bemessen sind, dass die Reichweite der LF-Übertragungsstrecke zwischen 40 cm und
2 m beträgt.
3. Zugangssteuerungssystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Reichweite des PIR-Sensors (22) so groß wie die Reichweite der LF-Übertragungsstrecke
ist.
4. Zugangssteuerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das vom LF-Sender (14) erzeugte elektromagnetische Feld eine Kugelcharakteristik
aufweist und dass die Antennenanordnung des LF Empfängers (24) ebenfalls eine Kugelcharakteristik
aufweist.
5. Zugangssteuerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Reichweite durch Variation der Sendeleistung in Grenzen einstellbar ist.
6. Zugangssteuerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass den elektronischen Ausweisen (12) unterschiedliche Berechtigungsstufen zugewiesen
sind, dass in einer eingeschränkten Berechtigungsstufe den elektronischen Ausweisen
(12) nur wenige individuelle Berechtigungen erteilt sind, die auf nur automatisch
ausführbare Aktionen beschränkt sind und dass in erweiterten Berechtigungsstufen den
elektronischen Ausweisen (12) weitere individuelle Berechtigungen erteilt sind, aufgrund
der weitere Aktionen automatisch und/oder individuell über eine Eingabevorrichtung
(30) ausführbar sind.
7. Zugangssteuerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Anzahl von stationären Erfassungsvorrichtungen (34, 48, 52, 54) an Ein-
oder Ausgängen eines zu überwachenden Bereichs (66) angeordnet sind und mit einer
Registrierung- und/oder Alarmierungsvorrichtung (58) gekoppelt sind.
8. Zugangssteuerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass stationäre Erfassungsvorrichtungen (34, 48, 52, 54) mittels UHF-Funkstrecken und/oder
WLAN- Transceivern (50, 56) über ein Netzwerk mit einer Registrierungszentrale (58)
verbunden sind.
9. Zugangssteuerungssystem nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Transceiver (26) der stationären Erfassungsvorrichtungen (34, 48, 52, 54) über
eine Kollisionsauflösungsroutine verfügen.