[0001] Die Erfindung betrifft eine Versorgungseinheit für eine über mindestens einen flexiblen
Schlauch anschließbare Reinigungsmaschine gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1, sowie
eine Reinigungseinrichtung mit einer solchen Versorgungseinheit.
[0002] Es ist bereits bekannt zum Reinigen von Flächen, beispielsweise von Kaugummi-Verschmutzungen,
Trockendampf (Heißdampf) und/oder Heißwasser zu verwenden, wobei eine Versorgungseinheit
Dampf bzw. das aufgeheizte Wasser bereitstellt, welches anschließend über einen flexiblen
Schlauch der eigentlichen, meist handgeführten, Reinigungsmaschine zuführbar ist.
[0003] Bei einer Versorgungseinheit gemäß der
WO 2007/117095 A1 ist neben dem Bereitstellen von Dampf und/oder Heißwasser auch ein Absaugen von Schmutzwasser
vorgesehen, wobei alle Komponenten zu einer kompakten Baueinheit zusammengebaut sein
können. Das erlaubt einen autonomen Betrieb. Diese Versorgungseinheit arbeitet elektrisch,
wobei die Energiequelle eine aufladbare Batterie und die Motoren Elektromotoren sind.
[0004] Zur Verbesserung eines autonomen Betriebes und zur Bereitstellung kraftvoller Komponenten
ist erfindungsgemäß eine Versorgungseinheit mit den Merkmalen des Anspruchs 1 vorgesehen.
[0005] Bei den anzutreibenden Komponenten kann es sich nicht nur um die Komponenten der
Versorgungseinheit selbst handeln, beispielsweise einer Wasserpumpe zum Fördern von
Wasser aus dem Wassertank zur Heizeinrichtung oder dem Antrieb der Saugturbine der
Saugeinrichtung, sondern vielmehr auch um Komponenten einer daran anschließbaren Reinigungsmaschine.
Mit anderen Worten wird bei dieser Variante der sonst autonome Antrieb von der Reinigungsmaschine(insbesondere
vollständig) in die Versorgungseinheit verlegt. Damit kann die Reinigungsmaschine
selbst ohne Energiequelle, beispielsweise einen Kraftstofftank oder eine Batterie)
auskommen und dennoch können dort bewegliche Komponenten wie beispielsweise Antriebsräder
oder Bürsten angetrieben werden.
[0006] Besonders bevorzugt ist weiters eine Ausführungsform, bei der die Antriebe (vorzugsweise
alle Antriebe) im Wesentlichen hydraulisch erfolgen. Dazu ist ein (zentraler) Antriebsmotor,
insbesondere ein Dieselverbrennungsmotor vorgesehen, dessen Kraftstofftank in der
Versorgungseinheit angeordnet ist. Dieser Verbrennungsmotor treibt dann eine oder
mehrere Hydraulikpumpen an, das unter Druck stehende Hydraulikfluid kann dann vielfach
verwendet werden, beispielsweise zum Antrieb des Fahrantriebs der Versorgungseinheit,
zum Antrieb der Wasserpumpe, der Saugturbine, des Lüfters der Heizeinrichtung oder
zum Fördern von Kraftstoff aus dem Kraftstofftank in den Brenner der Heizeinrichtung.
[0007] Ebenso kann das unter Druck stehende Hydraulikfluid dazu verwendet werden, über eine
flexible Hydraulikleitung auch bewegbare Komponenten der über eine flexible Schlauchleitung
angeordneten Reinigungsmaschine anzutreiben.
[0008] Bei einer besonderen Ausführungsform führen dann also im Wesentlichen drei Typen
von Leitungen zur Reinigungsmaschine.
- eine Hydraulikleitung zum Antrieb bewegbarer Komponenten
- eine Heißdampf (Trockendampf)/Heißwasserleitung zur Reinigungsmaschine hin und
- eine Saugleitung zum Absaugen von Schmutzwasser von der Reinigungsmaschine weg zur
Versorgungseinheit zurück.
[0009] Die Erfindung ist nicht auf einen Verbrennungsmotor als zentrale Antriebsquelle beschränkt.
Es sind auch andere Antriebe durchaus denkbar und möglich. Besonders bevorzugt sind
allerdings Ausführungsformen, bei denen die Versorgungseinheit autonom arbeitet, also
von außen keine weitere Energiezufuhr benötigt, sondern umgekehrt ihre Energie den
Reinigungsmaschinen zur Verfügung stellt.
[0010] Entsprechend weit ist der Begriff "flexibler Schlauch" oder "Leitung" zu sehen. Diese
Bauteile dienen nicht nur dazu, Fluide zu transportieren, wie beispielsweise Heißwasser,
Dampf oder unterdruckstehendes Hydraulikfluid sowie Schmutzwasser, vielmehr ist der
Begriff "flexibler Schlauch" oder "Leitung" auch so zu sehen, dass er einen Mehrfachschlauch
umfasst, beispielsweise zum Zuführen von Hydraulikfluid zur
[0011] Reinigungsmaschine und zum Abführen von Hydraulikfluid von der Reinigungsmaschine.
Der Begriff "flexibler Schlauch" oder "Leitung" ist weiters so zu sehen, dass auch
elektrische Leitungen unter diesen Begriff fallen sollen.
[0012] Antriebe mit Dampf sind auch möglich.
[0013] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der nachfolgenden Figurenbeschreibung
näher erläutert.
[0014] Die Figur 1 zeigt in einer schematischen Darstellung ein Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Versorgungseinheit.
[0015] Die Figur 1a zeigt ein erstes Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Reinigungsmaschine.
[0016] Die Figur 1b zeigt ein zweites Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Reinigungsmaschine.
(Insgesamt zeigen die Figuren 1, 1a und 1b ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Reinigungseinrichtung)
[0017] Die Figur 2 zeigt in einem schematischen Schema ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen
Versorgungseinheit.
[0018] Die Figur 3 zeigt in einer schematischen Darstellung ein Ausführungsbeispiel einer
erfindungsgemäßen Reinigungsmaschine ähnlich der der Figur 1a.
[0019] Die in Figur 1 gezeigte Versorgungseinheit 1 dient zum Versorgen von Reinigungsmaschinen
R1, R2, wie sie in den Figuren 1a und 1b als Alternativen dargestellt sind. Der Anschluss
erfolgt über flexible Schläuche 12, die im Folgenden noch näher beschrieben werden.
[0020] Die Versorgungseinheit selbst weist erfindungsgemäß einen Wassertank 2 für Frischwasser
auf. Der Tank ist platzgünstig im Wesentlichen quaderförmig ausgebildet und weist
einen Einfüllstutzen 2a sowie Füllstandssensoren 2b auf.
[0021] Vom Wassertank 2 führt eine Leitung 3 zum "Power-Modul 4", das im Folgenden anhand
der Figur 2 noch näher erläutert werden wird.
[0022] In die Leitung 3 kann ein Wasserfilter 4 eingebaut sein. Über eine Zusatzleitung
5 kann Entkalkungsmittel oder auch Reinigungsmittel oder andere Zusatzstoffe zudosiert
werden.
[0023] Weiters zeigt die Figur 1 einen Kraftstofftank zur Aufnahme von fossilem Kraftstoff,
insbesondere Diesel. Dieser Kraftstofftank 6 weist einen Einfüllstutzen 6a auf. Er
ist ebenfalls platzsparend quaderförmig ausgebildet.
[0024] Darüber hinaus gibt es noch einen Schmutzwassertank 7 mit einem Ablauf 7a, der über
ein nicht gezeigtes Ventil öffenbar ist. Der Schmutzwassertank 7 weist einen Füllstandssensor
7b auf.
[0025] Die gesamte Versorgungseinheit ist selbstfahrend ausgebildet. Sie weist dazu Räder
8 auf, wobei das hintere Räderpaar 8 über einen Hydraulikmotor antreibbar ist.
[0026] Die Vorderräder sind lenkbar ausgebildet, wobei der Lenkeinschlag über eine Deichsel
10 festlegbar ist. An der Deichsel 10 ist eine Bedienkonsole 11 angeordnet, über die
sich die wesentlichen Komponenten der Versorgungseinheit steuern lassen.
[0027] Die wesentlichen Komponenten der Versorgungseinheit (bis auf die Tanks) sind zu einer
Baueinheit zusammengefasst, wobei der Tragrahmen aus mehreren Trägern aufgebaut ist,
die einen Innenraum umgeben.
[0028] Die Träger können aus Profilen, vorzugsweise Hohlprofilen mit rechteckigem Querschnitt
ausgebildet sein. Insgesamt erstrecken sich die Träger des Tragrahmens 4a günstigerweise
entlang des Seiten eines gedachten Quaders. Der gesamte Tragrahmen 4a samt den darin
enthaltenen Komponenten bildet das sogenannte "Power-Modul", das auch gesondert von
den Tanks 2, 6 und 7 für Montage- oder Servicezwecke bewegbar ist.
[0029] Im Übrigen weisen gegebenenfalls auch die Reinigungsmaschinen der Figuren 1a und
1b solche Bedienkonsolen auf, um Funktionen steuern zu können. Die Datenübertragung
kann entweder per Funk oder über nicht dargestellte Leitungen erfolgen.
[0030] Die in Figur 1a dargestellte Reinigungsmaschine wird später anhand der Figur 3 noch
näher erläutert. Für die Übersichtsdarstellugn der Figur 1, 1a, 1b sei folgendes erwähnt:
Die Reinigungsmaschine gemäß der Figur 1a wird von der Versorgungseinheit gemäß der
Figur 1 über flexible Schläuche 12 mit verschiedensten Fluiden versorgt.
[0031] Zunächst ist ein flexibler Schlauch 13 vorgesehen, der als Hydraulikdoppelschlauch
ausgebildet ist und über Anschlüsse 14 (Steckkupplungen) lösbar mit der Versorgungseinheit
1 bzw. der Reinigungsmaschine gemäß der Figur 1 verbindbar ist. Das darin geführte
unter Druck stehende Hydraulikfluid dient zum Antrieb von bewegbaren Komponenten,
insbesondere von Bürsten, wie diese anhand der Figur 3 später noch genauer beschrieben
werden wird.
[0032] Weiters ist ein flexibler Schlauch 15 vorgesehen, der zur Zufuhr von Heißwasser oder
Dampf von der Versorgungseinheit zur Reinigungsmaschine gemäß der Figur 1a dient.
Die Anschlüsse können ebenfalls über lösbare Steckkupplungen 16 erfolgen.
[0033] Schließlich gibt es noch einen Schmutzwasserschlauch 17, der über Steckkupplungen
18 lösbar anschließbar ist. Er dient zur Abfuhr von Schmutzwasser zur Versorgungseinheit
hin.
[0034] An die mobile Versorgungseinheit gemäß Figur 1 kann aber nicht nur eine Type von
Reinigungsmaschine angeschlossen werden. Es sind auch andere Typen anschließbar, beispielsweise
jene der Figur 1b, die konkret zur Unkrautvernichtung dient und einfacher ausgebildet
ist als jene Reinigungsmaschine der Figur 1a. Sie weist nämlich keine hydraulisch
angetriebenen Komponenten und auch keine Schmutzwasserabfuhr auf, sondern lediglich
eine Zufuhrleitung 15' für Heißdampf/Trockendampf.
[0035] Die Figur 2 zeigt die Versorgungseinheit 1 anhand eines Ausführungsbeispiels im größeren
Detail, wobei vor allem der sogenannte "Power-Modul 4" mit seinem inneren Aufbau schematisch
detaillierter dargestellt ist. Ansonsten tragen die gleichen Teile die gleichen Bezugsziffern
wie in Figur 1.
[0036] Die Versorgungseinheit 1 weist erfindungsgemäß einen Wassertank 2 sowie eine Heizeinrichtung
19 zum Aufheizen von Wasser aus dem Wassertank 2 auf. Eine Wasserpumpe 20 in der Wasserleitung
30 dient zum Fördern von Wasser aus dem Wassertank 2 zur Heizeinrichtung 19.
[0037] Der Ausgang der Heizeinrichtung 19 steht mit einem Heißwasser- und/oder Dampfanschluss
16 in Verbindung. Neben Heißwasser mit knapp 100°C kann auch überhitzter Dampf mit
höheren Temperaturen (z.B. zwischen 130°C und 180°C) bereitgestellt werden.
[0038] Weiters ist ein Schmutzwassertank 7 vorgesehen. Dieser Schmutzwassertank steht über
eine Schmutzwasserleitung 21 mit einer Saugeinrichtung 22 in Verbindung, die dazu
dient, über einen flexiblen Schlauch, der an den Schmutzwasseranschluss 18 anschließbar
ist, Schmutzwasser von einer Reinigungsmaschine abzusaugen und letztlich in den Schmutzwassertank
7 zu bringen.
[0039] Zum Antrieb der verschiedenen Komponenten der Versorgungseinheit 1 und/oder der anschließbaren
Reinigungsmaschine gemäß der Figur 1a, ist ein (zentraler) Antrieb vorgesehen, der
im Wesentlichen einen Dieselverbrennungsmotor M sowie - beim dargestellten Beispiel
- drei Hydraulikpumpen 23, 24 und 25 aufweist.
[0040] Der Kraftstofftank 6 für den Verbrennungsmotor M ist Teil der Versorgungseinheit,
womit diese autonom arbeiten kann. Das heißt, sie braucht von außen keine weitere
Energiezufuhr, beispielsweise über ein Starkstromkabel. Umgekehrt kann die Versorgungseinheit,
die letztlich aus dem Kraftstoff entnommene Energie dazu verwendet werden, Heißwasser
oder Dampf zu bilden, Komponenten anzutreiben, sei es in der Versorgungseinheit selbst
oder in der daran angeschlossenen Reinigungsmaschine (wie beispielsweise der Bürsten
gemäß der Reinigungsmaschine der Figur 1a bzw. 3).
[0041] Wie schon die Figur 1 gezeigt hat, sind die Tanks quaderförmig ausgebildet und nur
zur besseren Darstellung in Figur 2 separiert dargestellt. In Wirklichkeit sind sie
so wie in Figur 1 nahe Wand an Wand aneinander gereiht, knapp neben dem sogenannten
"Power-Modul 4".
[0042] Die Versorgungseinheit 1 weist Räder 8 auf, von denen die Hinterräder über einen
Hydraulikmotor H angetrieben sind. Zum Antrieb der Hinterräder über den Hydraulikmotor
H ist die Hydraulikpumpe 25 vorgesehen, von der eine Leitung über ein Regelventil
26 zum Hydraulikmotor führt.
[0043] Die Steuerleitungen für das Regelventil 26 und auch die anderen Ventile sind der
Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt. Es ist eine elektronische Steuereinheit
vorgesehen (ebenfalls nicht dargestellt), die entweder in der Versorgungseinheit oder
extern angeordnet sein kann. Letztlich geht es darum, über elektrische Steuersignale
die Ventile zu steuern. Grundsätzlich ist auch eine Handsteuerung der Ventile denkbar
und möglich.
[0044] Der Antrieb ist übrigens so ausgebildet, dass bei geschlossenem Ventil 26 eine Bremsfunktion
im Sinne einer Handbremse erzielt wird. Das heißt, auch bei abschüssigen Stellen wird
die Versorgungseinheit gehalten, ohne dass es einer zusätzlichen Bremse bedarf.
[0045] Während die in den Figuren 1 und 2 dargestellte Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Versorgungseinheit selbstfahrend ausgebildet ist, ist auch eine nicht-selbstfahrende
Konstruktion denkbar und möglich. Sie wird dann als Baueinheit auf die Ladefläche
oder das Fahrgestell des Fahrzeugs insbesondere eines Lastkraftwagens für Kommunalzwecke
aufgeladen.
[0046] Der Dieselmotor M weist einen Nichtdargestellten elektrischen Anlasser auf und erhält
über die Dieselleitung 26 den Kraftstoff. Er kann in seiner Motorleistung über eine
nichtdargestellte Regeleinrichtung geregelt sein.
[0047] Neben der bereits beschriebenen Hydraulikpumpe 25 für den Fahrantrieb der Versorgungseinheit
treibt der Dieselmotor M noch zwei weitere Hydraulikpumpen 23 und 24 an, die auf einer
gemeinsamen Welle sitzen können.
[0048] Die Hydraulikpumpe 23 dient über ein Steuerventil 27 zum Antrieb des hydraulischen
Lüftermotors H1 der Saugeinrichtung 22.
[0049] Die Hydraulikpumpe 24 dient zur Versorgung der externen Reinigungsmaschine über den
Hydraulikanschluss 14. Eine Regelung kann über das Ventil 28 erfolgen. An dieser Stelle
sei erwähnt, dass das Ölreservoir aus Übersichtlichkeitsgründen nicht dargestellt
ist. Es ist schematisch durch ein liegendes U mit der Bezugsziffer 29 angedeutet.
[0050] Die Hydraulikpumpe 25 dient nicht nur zum Antrieb der Räder 8, sondern auch für drei
weitere "Verbraucher". Diese sind die folgenden:
- eine Wasserpumpe 20 mit einem Hydraulikmotor, die über ein Ventil 30 ansteuerbar ist.
- Weiters ist ein Lüfter L der Heizeinrichtung 19 über ein Ventil 31 ansteuerbar. Auch
dieser Lüfter L ist hydraulisch angetrieben.
- Schließlich ist noch eine Pumpe P2 vorgesehen, die über ein Ventil 32 angetrieben
ist. Diese Pumpe P2 dient zum Fördern von Kraftstoff aus dem Kraftstofftank 6 zum
nicht näher dargestellten Brenner der Heizeinrichtung 19.
[0051] Aus dem Vorstehenden ist zu sehen, dass der Begriff "Hydraulikmotor" sehr breit zu
sehen ist. Er umfasst auch Pumpen, die mit Hydraulikfluid angetrieben werden.
[0052] Gegenüber einem auch denkbaren elektrischen Antrieb hat der hydraulische Antrieb
den Vorteil geringer Baugröße und eines geringeren Gewichts. Auch sehr kräftige Komponenten
mit hoher Leistung lassen sich einfach steuern.
[0053] Die Figur 3 zeigt ein Ausführungsbeispiel einer handgeführten Reinigungsmaschine
R1 wie sie ähnlich auch in Figur 1a dargestellt ist.
[0054] Die handgeführte Reinigungsmaschine R1 weist einen Handgriff 33 mit allfälligen nicht
dargestellten Bedienelementen sowie eine Haupträderpaar 34 und Stützräder 35 auf.
[0055] Weiters weist die handgeführte Reinigungsmaschine gemäß Figur 3 einen Anschluss 14
auf, über den eine flexible Hydraulikleitung anschließbar ist. Über diese Hydraulikleitung
kann der Hydraulikmotor H2 angetrieben werden, der seinerseits eine Reinigungsbürste
36 oder mehrere gekoppelte Bürsten antreibt.
[0056] Die Drehrichtung der Reinigungsbürste 36 bzw. bei mehreren Pumpen die Drehrichtung
einer, mehrerer oder aller Bürsten kann von der Bedienperson geändert werden. Es ist
auch möglich, dass eine elektronische Steuereinheit die Drehrichtung der Bürsten automatisch
in vorgegebenen Zeitabständen verändert.
[0057] Zur Umkehr der Drehrichtung kann bei einem Hydraulikmotor eine geeignete Ventilkombination
vorgesehen sein, die den Hydraulikmotor bei umgekehrter Drehrichtung einfach auf unterschiedlichen
Leitungen und mit unter Druck stehenden Hydrauliköl beaufschlagt.
[0058] Die Drehzahl der Bürsten bewegt sich vorzugsweise zwischen 50 und 90 Umdrehungen
pro Minute, ganz bevorzugt in der Größenordnung von 70 Umdrehungen pro Minute. Es
hat sich gezeigt, dass in diesem Drehzahlbereich vor allem im Außenbereich auf Straßen
oder Gehsteigen eine hervorragende Entfernung von auf dem Boden klebenden Verunreinigungen,
insbesondere von Kaugummiresten, möglich ist.
[0059] Der Dampf bzw. das Heißwasser kann dann an einer geeigneten Stelle auf die zu reinigende
Fläche aufgebracht werden. Der Dampf aus dem Kessel, dessen Kesseltemperatur beispielsweise
170°C beträgt, entspannt sich im Bereich des Arbeitsgerätes vor dem Auftreffen auf
dem Boden auf eine Temperatur von vorzugsweise zwischen 90°C und 120°C, vorzugsweise
zwischen 92°C und 110°C. Es hat sich gezeigt, dass in diesem Temperaturbereich wiederum
eine hervorragende Entfernung von Kaugummiresten möglich ist.
[0060] Schließlich weist die Reinigungsmaschine gemäß Figur 3 einen Anschluss 18 für einen
flexiblen Schlauch 17 zum Absaugen aus einem Absaugbereich 18a der Reinigungsmaschine
R1 auf.
[0061] Insgesamt können bei der Erfindung zum Antrieb der beweglichen Komponenten sowohl
hydraulische Antriebe, wie in den Figuren 1, 1a, 2 und 3 sowie Antriebe mit Dampf
oder Mischungen davon vorgesehen sein.
[0062] Die Erfindung betrifft insbesondere auch die Verwendung einer Versorgungseinheit
bzw. einer Reinigungsmaschine zum Entfernen von Verschmutzungen auf im Außenbereich
liegenden Flächen, insbesondere Straßen und/oder Gehsteigen. Vor allem ist es damit
möglich, Schmutzreste hervorragend zu entfernen, insbesondere Kaugummireste.
1. Versorgungseinheit für eine über mindestens einen flexiblen Schlauch anschließbare
Reinigungsmaschine (R1, R2) mit
- einer Heizeinrichtung (19) zum Aufheizen von Wasser
- einer Wasserpumpe (20) zum Fördern von Wasser in die oder aus der Heizeinrichtung
(19)
- einem mit dem Ausgang der Heizeinrichtung (19) in Verbindung stehenden Heißwasser
und/oder Dampfanschluss (16)
- einem Schmutzwassertank (7) und
- einer - vorzugsweise eine Saugturbine umfassenden - Saugeinrichtung (22) zum Saugen
von Schmutzwasser von einem Schmutzwasseranschluss (18) in den Schmutzwassertank (7),
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Versorgungseinheit mindestens eine zentrale Antriebseinheit (M, 23, 24, 25;
37, 19') zum Betrieb zumindest einer anzutreibenden Komponente der Versorgungseinheit
(1) und/oder einer daran anschließbaren Reinigungsmaschine (R1, R2) aufweist,
- wobei die Antriebseinheit eine Einrichtung (19'; M, 23, 24, 25) zum Erzeugen eines
unter Druck stehenden Fluids umfasst, welches über mindestens eine Fluid-Leitung einer
oder mehrerer anzutreibenden Komponenten der Versorgungseinheit (1) und/oder einer
daran anschließbaren Reinigungsmaschine (R1, R2) zuführbar ist, und
- dass das Fluid ein Hydraulikfluid, insbesondere Hydrauliköl ist, und die Einrichtung
zum Erzeugen eines unter Druck stehenden Fluides mindestens eine von einem Motor (M)
angetriebene Hydraulikpumpe (23, 24, 25) aufweist, von der zumindest eine Hydraulikleitung
mit unter Druck stehendem Hydraulikfluid zu mindestens einem Hydraulikmotor (H, H1,
P1, P2, L; H2) führt.
2. Versorgungseinheit nach Anspruch 1, wobei die - vorzugsweise zentrale - Antriebseinheit
einem Verbrennungsmotor (M) umfasst.
3. Versorgungseinheit nach Anspruch 1, wobei die zentrale Antriebseinheit eine elektrische
Steuer- und/oder Regeleinheit (37) umfasst, die vorzugsweise über ein zur Versorgungseinheit
führendes, externes Stromversorgungskabel (38) und/oder eine aufladbare Batterie in
der Versorgungseinheit mit Strom versorgbar ist.
4. Versorgungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei zwei oder mehrere Hydraulikpumpen
(23, 24, 25) vorgesehen sind, die von einem gemeinsamen Motor (M), vorzugsweise Verbrennungsmotor,
antreibbar sind.
5. Versorgungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei sie zumindest einen, vorzugsweise
alle der folgenden Hydraulikmotoren aufweist:
- einen Hydraulikmotor (20) zum Antrieb der Wasserpumpe (P1),
- einen Hydraulikmotor (H1) zum Antrieb der Saugturbine (22),
- einen Hydraulikmotor zum Antrieb eines Lüfters (L) der Heizeinrichtung (19),
- einen Hydraulikmotor (P2) zum Fördern von Kraftstoff aus einem Kraftstofftank (6)
in den Brenner der Heizeinrichtung (19),
- einen Hydraulikmotor zum Antreiben von Rädern (8) der Versorgungseinheit (1).
6. Versorgungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass sie zumindest eine Hydraulikpumpe (24) aufweist, die über einen Hydraulikanschluss
(14) unter Druck stehendes Hydraulikfluid bereitstellt, welches über eine ausschließbare
flexible Hydraulikleitung (13) Komponenten - vorzugsweise einen Hydraulikmotor (H2)
für rotierende Bürsten - einer externen Reinigungsmaschine (R1, R2) zuführbar ist.
7. Versorgungseinheit nach einem der Ansprüche 1 bis 6, wobei die Einrichtung zum Erzeugen
eines unter Druck stehenden Fluids anstelle der Hydraulikpumpe eine Heizeinrichtung
(19') zum Erzeugen von unter Druck stehenden Dampf umfasst, mit dem Komponenten der
Versorgungseinheit und/oder einer daran angeschlossenen Reinigungsmaschine (R1, R2)
antreibbar sind.
8. Reinigungseinrichtung mit einer Versorgungseinheit (1) nach einem der Ansprüche 1
bis 7 und zumindest einer daran über wenigstens einen flexiblen Schlauch (12; 13,
15, 15', 17) angeschlossenen Reinigungsmaschine (R1, R2).
9. Reinigungsmaschine nach Anspruch 8, wobei sie als handgeführte Reinigungsmaschine
(R1, R2) ausgebildet ist.
10. Reinigungsmaschine nach Anspruch 8, wobei sie am Fahrgestell eines Fahrzeugs, insbesondere
eines Lastkraftwagens, lösbar befestigbar ist.
11. Reinigungsmaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 10, wobei sie einen Anschluss (16)
für einen flexiblen Schlauch (15) zur Zufuhr von Dampf oder Heißwasser aufweist.
12. Reinigungsmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des Dampfes so eingestellt ist, dass sie im Bereich des zu reinigenden
Bodens zwischen 90°C und 120°C, vorzugsweise zwischen 92°C und 110°C liegt.
13. Reinigungsmaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 12, wobei sie einen Anschluss (18)
für einen flexiblen Schlauch (7) zum Absaugen aus einem Absaugbereich (18a) der Reinigungsmaschine
aufweist.
14. Reinigungsmaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 13, wobei zumindest eine rotierende
Reinigungsbürste (36) vorgesehen ist, deren Drehrichtung umkehrbar ansteuerbar ist.
15. Verwendung einer Reinigungsmaschine nach einem der Ansprüche 8 bis 14 zum Entfernen
von Verschmutzungen, insbesondere von Kaugummiresten, auf Bodenflächen, insbesondere
im Außenbereich liegenden Plätzen, Straßen und/oder Gehsteigen.