[0001] Die Erfindung betrifft einen Matratzenrahmen mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Anspruchs 1.
[0002] Ein solcher Matratzenrahmen ist aus der Druckschrift
DE 10 2009 034 016 B4 bekannt. Der Matratzenrahmen liegt auf einem Auflagerahmen auf und kann gegenüber
diesem durch Drehung um 90° senkrecht zur Liegefläche in eine Aufstehposition aus
dem Pflegebett heraus für eine Pflegeperson gebracht werden. Zum Drehen innerhalb
einer Bettumrandung des Pflegebettes kann die auf dem Matratzenrahmen vorzugsweise
einteilig aufliegende Matratze am Fußende mit einem separaten Teil versehen werden
und das Oberschenkelteil und das Unterschenkelteil des Beinteiles müssen aus der Liegefläche
heraus angehoben werden. Das Oberschenkelteil und das Unterschenkelteil sind dazu
über vorzugsweise zwei Knick-Rast-Gelenke miteinander verbunden.
[0003] Die Mechanik der Knick-Rast-Gelenke ist dabei so ausgelegt, dass bei einem z.B. motorisch
ausgeübten Anheben des Oberschenkelteiles gegenüber dem feststehenden Auflagerahmen
das Unterschenkelteil automatisch in eine Position parallel zur Liegefläche ausgerichtet
wird.
[0004] Außerdem ist die Mechanik der Knick-Rast-Gelenke so ausgelegt, dass bei einem Absenken
des Oberschenkelteiles nach Drehung in die Aufstehposition das Unterschenkelteil automatisch
in eine Position senkrecht zur Seitenfläche des Pflegebettes ausgerichtet wird.
[0005] Die Konstruktion und Fertigung der Knick-Rast-Gelenke sind sehr aufwändig. Außerdem
ist die Belastbarkeit des angehobenen Unterschenkelteiles an dem Knick-Rast-Gelenk
eingeschränkt. Die senkrechte Ausrichtung des Unterschenkelteiles in der Aufstehposition
ist labil gegenüber einer gebogen aufgelegten Matratze. Dadurch wird die Matratze
gegenüber dem Bettrahmen immer etwas vorstehen, so dass eine Pflegeperson beim Einsetzen
in das Pflegebett gegenüber der Sitzfläche beabstandet ist.
[0006] Der Erfindung lag daher die Aufgabe zugrunde, den mechanischen Aufwand der Anlenkung
des Unterschenkelteiles an den Oberschenkelteil zu vermindern und außerdem eine erhöhte
Stabilität der Positionen des Unterschenkelteiles herzustellen.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einer Matratzenauflage der eingangs genannten Art durch die
kennzeichnenden Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausbildungen der Erfindung
ergeben sich aus den Merkmalen der Unteransprüche.
[0008] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben.
Dabei zeigen
- Fig. 1a bis 1c
- schematisch eine Ausführung des Matratzenrahmens nach dem Stand der Technik,
- Fig. 2a bis 2c
- schematisch die Anordnung des motorischen Antriebs dazu,
- Fig. 3
- eine Ansicht auf ein Ausführungsbeispiel mit angehobenem Unterschenkelteil und
- Fig. 4
- eine Ansicht auf ein Ausführungsbeispiel mit abgeknicktem Unterschenkelteil.
[0009] Der in Fig. 1a dargestellte schematische Längsschnitt zeigt einen Matratzenrahmen
1 parallel zu einem Auflagerahmen 2. Der Matratzenrahmen 1 besteht aus einem Mittelteil
3, das auf dem Auflagerahmen 2 in einer zur Zeichenebene senkrechten Ebene drehbar
gelagert ist.
[0010] An dem Mittelteil 3 ist einerseits ein Rückenteil 4 schwenkbar angelenkt und andererseits
ein aus Oberschenkelteil 5 und Unterschenkelteil 6 bestehendes Beinteil. Das Oberschenkelteil
5 und das Unterschenkelteil 6 sind über ein Knick-Rast-Gelenk 7 miteinander verbunden.
[0011] Das Oberschenkelteil 5 kann über eine Vorrichtung 8 gegenüber dem feststehenden Auflagerahmen
2 angehoben werden.
[0012] Eine angehobene Stellung des Oberschenkelteiles 5 ist in Fig. 1b schematisch dargestellt,
wobei die Mechanik des Knick-Rast-Gelenks 7 das Unterschenkelteil 6 in eine im Wesentlichen
zum Auflagerahmen 2 parallele Ausrichtung bringt. Die Belastbarkeit des Unterschenkelteiles
6, z.B. durch einen symbolisch als Pfeil 9 dargestellten Druck, ist gering.
[0013] Die in Fig. 1c dargestellte Anordnung soll die nach Absenkung des Unterschenkelteiles
6 erreichte Stellung des Unterschenkelteiles 6 vor der Seitenfläche 10 als Bettkante
eines Pflegebettes nach Drehung des Mittelteiles 3 verdeutlichen. Eine nicht weiter
dargestellte Matratze erzeugt durch ihre Abwinklung an dem Knick-Rast-Gelenk 7 und
ihre Befestigung am Unterschenkelteil 6 eine Zugspannung an dem Unterschenkelteil
6, die durch einen weiteren symbolischen Pfeil 11 dargestellt ist.
[0014] Zum Einsetzen in das Pflegebett wird eine Pflegeperson rückwärtsgehend an das Pflegebett
herangeführt bis ihr Unterschenkel die Matratze berührt. Da die Pflegeperson in dieser
Stellung von der Bettkante 10 entfernt steht, wird das Einsetzen erschwert und erfordert
einen erhöhten Stützaufwand.
[0015] Die Darstellungen in den Fig. 2a bis 2c entsprechen denen der Fig. 1a bis 1c. Anstelle
des Knick-Rast-Gelenkes 7 ist jetzt ein einfaches Drehgelenk 12 vorgesehen. Die Bewegung
des Unterschenkelteiles 6 wird erfindungsgemäß durch eine Elektromotor 13 mit Antriebsstange
14 in Abhängigkeit von Anhebung/Absenkung des Oberschenkelteiles 5 erzeugt und gesteuert.
Die Bewegung der Antriebsstange 14 erfolgt unter einem spitzen Winkel gegenüber dem
Unterschenkelteil 6.
[0016] Um diese Anordnung zu erzeugen, wird das Gehäuse des Elektromotors 13 an einer Lasche
15 angelenkt, die senkrecht nach unten weisend an einer zum Fußende gerichteten Querstrebe
des Oberschenkelteiles 5 befestigt ist. Eine an der Lasche 15 befestigte Drehachse
weist also einen Abstand zur Unterseite des Oberschenkelteiles 5 auf, während die
Drehachse am Kopf der Antriebsstange 14 möglichst nahe an einer am Fußende des Unterschenkelteiles
6 angeordneten Querstrebe angeordnet ist.
[0017] Aus den Figuren 2b und 2c ist zu entnehmen, dass sowohl das Gehäuse des Elektromotors
13 aus auch das Kopfende der Antriebsstange 14 drehbar zu lagern sind, wobei die Drehachsen
parallel zur Querrichtung des Oberschenkelteils 5 und des Unterschenkelteiles 6 zu
lagern sind.
[0018] Das in Figur 3 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt in einer Unteransicht einen
angehobenen Unterschenkelteil 6 an einem schräg gestellten Oberschenkelteil 5. Beide
Teile sind über ein einfaches Drehgelenk 12 miteinander verbunden. Das Gehäuse des
Elektromotors 13 ist drehbar an einer Lasche 15 angelenkt, die senkrecht an einer
Querstrebe am Ende des Oberschenkelteiles 5 befestigt ist. Die Antriebsstange 14 ist
an dem Unterschenkelteil 6 befestigt. Die Anordnung des Motors 13 und der Antriebsstange
14 sind nahezu mittig zur Querrichtung des Matratzenrahmens 1 angeordnet, so dass
eine einzige Antriebseinrichtung ausreicht. Die Kopplung zwischen Motor 13 und Antriebsstange
14 ist so stark, dass die zuvor beschriebenen Druck- und Zugbelastungen wirksam überwunden
werden.
[0019] Das in Figur 4 dargestellte Ausführungsbeispiel zeigt das Unterschenkelteil 6 mit
daran über ein Drehgelenk 12 befestigtem Oberschenkelteil 5. Das Oberschenkelteil
5 ist nach Drehung des nicht dargestellten Mittelteiles 3 vor der Seitenfläche 10
abgesenkt.
Bezugszeichenliste
[0020]
- 1
- Matratzenrahmen
- 2
- Auflagerahmen
- 3
- Mittelteil
- 4
- Rückenteil
- 5
- Oberschenkelteil
- 6
- Unterschenkelteil
- 7
- Knick-Rast-Gelenk
- 8
- Hub-/Senk-Vorrichtung
- 9
- Druck-Pfeil
- 10
- Seitenfläche Bettkante
- 11
- Zug-Pfeil
- 12
- Drehgelenk
- 13
- Elektromotor
- 14
- Antriebsstange
- 15
- Lasche
1. Matratzenrahmen (1) mit in einer Ebene drehbar angeordnetem Mittelteil (3), daran
schwenkbar angelenktem Rückenteil (4) und Beinteil mit knickbarem Oberschenkelteil
(5) und Unterschenkelteil (6), dadurch gekennzeichnet, dass zum Knicken des Unterschenkelteiles (6) gegenüber dem Oberschenkelteil (5) ein unterhalb
des Matratzenrahmens (1) angeordneter elektromotorischer Antrieb (13, 14) vorgesehen
ist.
2. Matratzenrahmen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb aus einem Elektromotor (13) und einer von diesem bewegter Antriebsstange
(14) besteht.
3. Matratzenrahmen nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor (13) mit Antriebsstange (14) zumindest nahezu mittig zur Querachse des
Matratzenrahmens (1) angeordnet ist.
4. Matratzenrahmen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Motorgehäuse (13) über eine senkrecht zu einer zum Fußende weisenden Querstrebe
des Oberschenkelteiles (5) an dieser befestigten Lasche (15) um eine quer zur Längsrichtung
des Matratzenrahmens (1) angeordnete Achse drehbar angeordnet ist und das Kopfende
der Antriebsstange (14) an einer am Fußende des Unterschenkelteiles (6) angeordneten
Querstrebe um eine quer zur Längsrichtung des Matratzenrahmens (1) angeordneten Achse
drehbar angeordnet ist.
IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde ausschließlich zur Information
des Lesers aufgenommen und ist nicht Bestandteil des europäischen Patentdokumentes.
Sie wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt; das EPA übernimmt jedoch keinerlei
Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente