Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Greifer zum Greifen einer Spule oder Spulenhülse
und auf ein Halteelement für einen solchen Greifer entsprechend dem Oberbegriff der
unabhängigen Ansprüche. Sie bezieht sich zudem auf einen Doffer umfassend einen Dofferbalken
mit mindestens einem erfindungsgemässen Greifer und auf eine Ringspinnmaschine mit
einem solchen Doffer.
Stand der Technik
[0002] Bei einer Vielzahl von Spinnmaschinen, insbesondere bei Ringspinnmaschinen, werden
bei einem Spulenwechselvorgang eine Vielzahl bereits fertig bewickelter Spulen bzw.
Kopse gemeinsam an den Spinnstellen der Spinnmaschine abgenommen und durch leere Spulenhülsen
ersetzt. Die Spinnmaschinen weisen hierzu eine Doffervorrichtung mit einem Dofferbalken
auf, welcher beispielsweise über einen Scherenmechanismus beweglich an der Spinnmaschine
angeordnet ist. An dem Dofferbalken ist wiederum eine Vielzahl von Greifern bzw. Doffergreifern
angeordnet, um die Spulen bzw. die leeren Spulenhülsen gemeinsam greifen und abnehmen
bzw. aufstecken zu können. Die einzelnen Greifer sind bevorzugt pneumatisch betätigbar
und beinhalten ein druckluftbeaufschlagbares Klemmelement in Form einer Membran, welche
über die Spule bzw. Spulenhülse gebracht wird und anschliessend die Spule bzw. Spulenhülse
durch Einbringen von Druckluft greift. Zum Beaufschlagen der einzelnen Greifer mit
Druckluft sind druckluftzuführende Kanäle im Dofferbalken angeordnet, von welchem
die Druckluft über Zuführungen jeweils zu den einzelnen Membranen der Greifer geleitet
wird.
[0003] Die
CN2873813Y beschreibt einen entsprechend ausgebildeten Greifer. Der Greifer besitzt ein zylindrisches
Halteelement zur Aufnahme einer Spule oder Spulenhülse. An der Innenwandung des Halteelements
ist ein Klemmelement in Form einer Gummimembran angeordnet, das über eine pneumatische
Einrichtung verstellbar ist. Mit der Membran ist es möglich, den Endbereich der in
das Innere des Halteelements eingeführten Spule oder Spulenhülse von aussen zu erfassen.
Die Membran ist über zwei Verschlusskappen, die jeweils an der Unterseite und Oberseite
des Halteelements angeordnet sind, in Richtung einer Längsachse am Halteelement fixiert.
Die beiden Verschlusskappen sind dabei über eine Schnappverbindung an das Halteelement
angeklippst. Zur Befestigung an einem Dofferbalken umfasst der Greifer ein Befestigungselement.
Das Befestigungselement ist mit dem Halteelement fest verbunden und enthält einen
Luftkanal für die Druckluftzufuhr zur Membran. Das Befestigungselement weist an seiner
Oberseite einen Haken und an seiner Unterseite eine elastische Haltelasche auf. Der
Greifer wird über den Haken an einer Aufnahme und über die elastische Haltelasche
in einer Rastnut am Dofferbalken fixiert. Ein vom Aufbau ähnlicher Greifer ist in
der
EP0303877A1 dargestellt. Im Unterschied zum oben beschriebenen Greifer weist das Befestigungselement
des Greifers an seiner Unterseite und an seiner Oberseite eine elastische Haltelasche
auf. Über die beiden elastischen Haltelaschen ist der Greifer ausrastbar und lösbar
in zwei parallelen Rastnuten am Dofferbalken anbringbar. Die Rastnuten ermöglichen,
eine Mehrzahl von individuellen Greifern entlang dem Dofferbalken zu befestigen.
[0004] Beim Wechseln einer Spule oder Spulenhülse wird die Membran über den Luftkanal mit
Druckluft beaufschlagt. Die Membran zieht sich dadurch im Halteelement zusammen und
erfasst die Spule oder Spulenhülse an ihrem Endbereich von aussen. Um die Spule oder
Spulenhülse im Halteelement wieder freizugeben, wird die Membran durch Wegnahme der
Druckluft entlastet. Aufgrund der ständig wechselnden Belastung und Entlastung der
Membran, und der Reibung der Membran an der Spule oder Spulenhülse, nutzt sich die
Membran nach einer bestimmten Betriebsdauer ab. Die Abnutzung zeigt sich darin, dass
die Membran porös wird und undichte Stellen aufweist. Als Folge ist ein sicherer Wechsel
der Spule oder Spulenhülse nicht mehr gewährleistet. Es ist daher notwendig, die abgenutzte
Membran nach einer bestimmten Betriebsdauer gegen eine neue Membran auszutauschen.
[0005] Ein wesentlicher Nachteil des beschriebenen Greifers besteht darin, dass sich der
Austausch einer abgenutzten Membran gegen eine neue Membran als sehr aufwändig gestaltet.
Um eine Membran auszutauschen, muss der Greifer zuerst vom Bedienpersonal vom Dofferbalken
entfernt werden. Hierzu wird beim Greifer aus der
CN2873813Y der Haken von der Aufnahme des Dofferbalkens gelöst und die elastische Haltelasche
aus der Rastnut ausgeklinkt oder beim Greifer aus der
EP0303877A1 die beiden elastischen Haltelaschen aus den beiden parallelen Rastnuten ausgeklinkt.
Ausserhalb der Doffervorrichtung werden dann die obere und die untere Verschlusskappe
vom Halteelement gelöst. Die abgenutzte Membran wird dann vom Halteelement getrennt
und gegen eine neue Membran ausgetauscht. Die neue Membran wird anschliessend durch
die Verschlusskappen wieder in Richtung der Längsachse des Halteelements am Halteelement
fixiert und der Greifer am Dofferbalken angebracht. Aufgrund des Aufbaus des Greifers
gestaltet sich der Austausch einer abgenutzten Membran als sehr aufwändig, da der
gesamte Greifer vom Dofferbalken entfernt werden muss. Ein Austausch der Membran ist
dadurch mit langen Stillstandszeiten der Spinnmaschine verbunden. Zudem kommt es aufgrund
der häufigen Montage und Demontage des Greifers am Dofferbalken zu einer unnötigen
Abnutzung der elastischen Haltelasche des Greifers. Als Folge ist eine ausreichende
Klemmwirkung der elastischen Haltelasche in der Rastnut am Dofferbalken nicht sichergestellt.
[0006] Um diesem Nachteil zu vermeiden schlägt
WO2016071789 einen Greifer zum Greifen einer Spule oder Spulenhülse mit einem Befestigungselement
und einem zylindrischen Halteelement mit einer Längsachse vor, wobei das Halteelement
eine Innenwandung und eine Aussenwandung aufweist, und an der Innenwandung ein pneumatisch
betätigbares Klemmelement angeordnet ist, welches über einen Luftkanal mit Druckluft
beaufschlagbar ist. Um den Aufbau des Greifers zu vereinfachen, wird nun vorgeschlagen,
das Halteelement über ein Sicherungselement am Befestigungselement zu halten, wobei
das Sicherungselement die Aussenwandung des Halteelements teilweise umschliesst. Der
Greifer ist aus Kunststoff gefertigt und besitzt ein zylindrisches Halteelement für
eine Spule oder eine Spulenhülse. Das Halteelement weist eine Innenwandung auf, an
welcher ein pneumatisch verstellbares Klemmelement in Form einer Membran aus Gummi
angeordnet ist. Zur Abdichtung der Membran gegenüber dem Halteelement ist jeweils
am unteren Ende und am oberen Ende des Halteelements zwischen der Membran und dem
Befestigungselement und dem Sicherungselement ein Dichtungsring angeordnet.
Darstellung der Erfindung
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Greifer zum Greifen einer Spule oder
Spulenhülse mit einem Haltelement zu schaffen, der sich durch eine bessere Dichtwirkung
als die aus dem Stand der Technik bekannten Greifer auszeichnet.
[0008] Der Erfindung liegt weiter die Aufgabe zugrunde, einen Greifer zum Greifen einer
Spule oder Spulenhülse mit einem Haltelement zu schaffen, der sich durch eine verkürzte
Greifzeit des Doffers auszeichnet.
[0009] Der Erfindung liegt weiter die Aufgabe zugrunde, einen Greifer zum Greifen einer
Spule oder Spulenhülse mit einem Haltelement zu schaffen, der sich durch eine vereinfachte
Herstellung auszeichnet.
[0010] Die Aufgaben werden durch die unabhängigen Patentansprüche gelöst, wobei die abhängigen
Ansprüche vorteilhafte Ausführungsformen angeben.
[0011] Insbesondere werden die Aufgaben durch einen Greifer zum Greifen einer Spule oder
Spulenhülse und ein Halteelement entsprechend dem Oberbegriff der unabhängigen Ansprüche
gelöst, welche dadurch gekennzeichnet sind, dass die Membran mit einem unteren und/oder
oberen Rand des Halteelements stoffschlüssig miteinander verbunden ist.
[0012] Vorteilhaft weist das Halteelement als Rand einen unteren und/oder oberen Absatz
auf, wobei die Membran mit dem unteren und/oder oberen Absatz stoffschlüssig miteinander
verbunden ist. Alternativ kann die Membran nur mit einem unteren Absatz als Rand des
Haltelements stoffschlüssig miteinander verbunden sein. Ein Deckel befindet sich am
oberen Ende des Haltelements, um welchen die Membran herum geführt ist. Der Rand des
Deckels überlappt den Rand des Halteelements leicht. Vor dem Verschweissen am unteren
Absatz wird die Membran zwischen Haltelement und dem Deckel nach unten gezogen und
gespannt, so dass der Deckel auf das Haltelement gepresst wird. Diese Ausführungsform
ergibt nicht nur eine einfache Herstellung, sondern auch eine gute Abdichtung der
Membran. Die Haltelemente können auf diese Weise vorgefertigt und einfach ausgetauscht
werden.
[0013] Der Stoffschluss zwischen Halteelement und Membran kann vorzugsweise durch Verkleben,
Verschweissen, Vulkanisieren oder auf eine andere geeignete Art und Weise zustande
kommen.
[0014] Vorteilhaft kann am Sicherheitselement und am Befestigungselement eine Nut durch
einen Vorsprung gebildet sein, in welche der Absatz des Halteelements einführbar ist.
Weiter kann der Deckel zusammen mit dem oberer Rand von Sicherungselement und dem
oberer Rand von Befestigungselement eine obere Fixierung des Haltelements bilden.
Die genannten Ränder sind zu diesem Zweck nach innen gebogen. Auf diese Weise ist
ein definiter und sicherer Halt des Halteelelements zwischen Sicherheitselement und
Befestigungselement sichergestellt.
[0015] Vorteilhaft kann das Halteelement zylindrisch oder sich nach oben verjüngend ausgeführt
sein. Vorteilhaft kann der Luftkanal seitlich an der Aussenwandung angeordnet oder
nach oben an der Aussenwandung geführt sein. Auf diese Weise ist das Halteelement
vielseitig in verschiedenen Doffergreifern einsetzbar.
[0016] Zur Auswechselung einer Membran ist es vorteilhaft möglich, den Greifer am Dofferbalken
zu belassen und das Halteelement vom Befestigungselement zu entfernen. Hierzu wird
lediglich das Sicherungselement vom Befestigungselement abgenommen. Das Halteelement
kann dann als eine Einheit entnommen und insgesamt ausgetauscht werden. Die Stillstandszeit
der Spinnmaschine während der Auswechselung einer Membran wird dadurch gering gehalten.
Ein weiterer Vorteil des Haltelements liegt darin, dass es kompakt als Einheit gebaut
ist und sich durch die stoffschlüssige Verbindung durch eine bessere Dichtwirkung
gegenüber den im Stand der Technik ausgeführten Halteelementen auszeichnet. Durch
die konische Ausführung des Haltelements können vorteilhaft zudem ein sicherer Halt
der Spule oder Spulenhülse und eine verkürzte Greifzeit des Doffers erreicht werden.
[0017] Die Erfindung bezieht sich auch auf einen Doffer umfassend einen Dofferbalken mit
mindestens einem erfindungsgemässen Greifer und auf eine Spinnmaschine mit einem solchen
Doffer.
Kurze Beschreibung der Figuren
[0018] Weitere Vorteile der Erfindung sind in den nachfolgenden Ausführungsbeispielen beschrieben,
wobei
- Fig. 1
- eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemässen Greifers;
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch den Greifer gemäss Fig. 1;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht einer ersten Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Haltelements;
- Fig. 4
- einen Längsschnitt durch das Halteelement gemäss Fig. 3; und
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Haltelements;
zeigen. Gleiche Merkmale werden in unterschiedlichen Figuren mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0019] Fig. 1 zeigt eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemässen Greifers 1 und
Fig. 2 einen Längsschnitt durch den Greifer 1 gemäss Fig. 1. Der Greifer 1 ist aus
Kunststoff hergestellt und besitzt ein nach oben verjüngtes Halteelement 2 für eine
Spule oder Spulenhülse 3. Das Halteelement 2 weist eine Innenwandung 4 auf, an welcher
ein pneumatisch verstellbares Klemmelement in Form einer Membran 5 aus Gummi angeordnet
ist. Mit der Membran 5 ist es möglich, den Endbereich der in das Innere des Halteelements
2 eingeführten Spule oder Spulenhülse 3 von aussen zu erfassen. Die Verstellung der
Membran 5 erfolgt in Richtung des Doppelpfeiles 6 über eine pneumatische Einrichtung.
Zur Befestigung des Greifers 1 an einem nicht dargestellten Dofferbalken umfasst der
Greifer 1 ein Befestigungselement 7, wie es aus der Druckschrift
WO2016059496 bekannt ist.
[0020] Das Befestigungselement 7 umfasst zwei in einem Abstand zueinander angeordnete elastische
Haltelaschen 8 und ein zwischen den elastischen Haltelaschen angeordnetes starres
Stützelement, wobei die zwei elastischen Haltelaschen 8 mit einem ersten Ende 9 mit
dem Befestigungselement 7 verbunden sind und mit einem zweiten freien Ende 10 jeweils
über wenigstens ein Federelement in einer Ruhelage positioniert sind. Mit dem zweiten
freien Ende 10 ist der Greifer 1 ausrastbar und lösbar am Dofferbalken anbringbar.
Es ist vorgesehen, das wenigstens eine Federelement mit dem freien Ende 9, 10 der
jeweiligen elastischen Haltelasche 8 und dem starren Stützelement einstückig auszubilden.
[0021] Das Halteelement 2 ist über ein Sicherungselement 11 am Befestigungselement 7 gehalten.
Das Sicherungselement 11 umschliesst dabei mindestens 180° einer Aussenwandung 12
des Halteelements 2. Das Sicherungselement 11 stellt somit neben dem Befestigungselement
7 ein Teil des Gehäuses des Greifers 1 dar. Über das Sicherungselement 11 ist das
Halteelement 2 quer zu einer Längsachse 13 am Befestigungselement 7 gesichert. Das
Sicherungselement 11 ist mit dem Befestigungselement 7 lösbar über eine Schnappverbindung
verbunden. Die Schnappverbindung ist dabei derart ausgebildet, dass das Befestigungselement
7 Erhöhungen und das Sicherungselement 14 zwei seitliche Laschen 14 mit Vertiefungen
aufweist, welche die Erhöhungen umschliessen bzw. in welche die Erhöhungen einrasten,
wie dies beispielsweise aus der Fig. 5 der
WO2016071789 bekannt ist.
[0022] Das Befestigungselement 7 ist mit dem Halteelement 2 fest verbunden und enthält einen
Luftkanal 16 für die Druckluftzufuhr der Membran 5. Der Luftkanal 16 ist mit einer
Druckluftleitung verbunden, welche sich in Längsrichtung am Dofferbalken erstreckt.
Der Luftkanal 16 ist gegenüber dem Dofferbalken über ein erstes am Befestigungselement
7 angeordnetes Dichtungselement 17 abgedichtet. Das Dichtungselement 17 ist als eine
Hülse aus Gummi ausgebildet. Das Befestigungselement 7 weist zudem ein zweites Dichtungselement
18 auf, das den Greifer 1 gegenüber einer Druckluftsignalleitung abdichtet, die sich
ebenfalls in Längsrichtung am Dofferbalken erstreckt.
[0023] Der Luftkanal 16 ist mit der Aussenwandung 12 des Halteelements 2 fest verbunden,
d.h. das Halteelement 2 und der Luftkanal 16 sind einstückig ausgebildet. An seiner
Aussenfläche 19 weist der Luftkanal 16 einen ringförmigen Absatz 20 auf. Der Absatz
19 erstreckt sich über eine Länge von 8 mm des Luftkanals 16 und ist aus einem elastischen
Kunststoff. Der Absatz 19 ist einstückig mit dem Luftkanal 16 verbunden. Das Befestigungselement
11 weist eine Aufnahme 21 für den Luftkanal 12 auf. Die Aufnahme 21 ist zylindrisch
ausgebildet und erstreckt sich über die Länge des Luftkanals 16. Das Halteelement
2 ist über den Absatz 20 des Luftkanals 16 lose mit dem Befestigungselement 7 verbunden.
Mit einem ersten Ende 22 liegt das Dichtungselement 17 am ringförmigen Absatz 20 des
Luftkanals 16 an. Mit einem zweiten Ende 23 dichtet das Dichtungselement 13 den Luftkanal
12 gegenüber der Druckluftleitung am Dofferbalken ab. Wird die Membran 5 mit Druckluft
beaufschlagt, dehnt sich der Luftkanal 16 in radialer Richtung in der Aufnahme 20
aus. Hierdurch wird der Absatz 20 gegen das Befestigungselement 11 gedrückt und dichtet
den Luftkanal 16 gegenüber dem Befestigungselement 7 ab.
[0024] Fig. 3 zeigt eine perspektivische Ansicht eines erfindungsgemässen Haltelements 2
und Fig. 4 einen Längsschnitt durch das Halteelement 2 gemäss Fig. 3. Das Haltelement
2 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel nach oben verjüngend mit einer Stufe in der
Mitte ausgeführt. Das Halteelement 2 wird vorzugsweise aus einem Spritzgussverfahren
hergestellt. Am unteren Rand des Halteelements 2 befindet sich ein Absatz 24. Die
Membran 5 kann mit der Unterseite des Absatzes 24 verklebt, verschweisst, vulkanisiert
oder auf eine andere geeignete Art und Weise stoffschlüssig verbunden sein. Vorzugsweise
kann hierzu ein Kunststofflaserschweissverfahren verwendet werden. Das Haltelement
2 kann dazu aus einem laserabsorbierenden Material wie Polyamid 6 bestehen, die Membran
5 aus einem laserdurchlässigen Material wie ein Thermoplastischespolyurethan (TPU).
Am oberen Rand des Haltelements 5 befindet sich ein Deckel 25, wobei der Rand des
Deckels 25 den Rand des Halteelements 2 leicht überlappt und wobei die Membran 5 zwischen
dem Halteelement 2 und dem Deckel 25 und um den Deckel 25 herum geführt ist. Vor dem
Verschweissen, dem Verkleben oder dem Zusammenfügen am unteren Absatz 24 wird die
Membran 5 für eine gute Dichtwirkung zwischen Haltelement 2 und dem Deckel 25 nach
unten gezogen und gespannt, so dass der Deckel 25 auf das Haltelement 2 gepresst wird.
Danach wird die Membran 5 mit dem Absatz 24 zusammengefügt, verklebt oder verschweisst.
[0025] Das so ausgeführte Haltelement 2 wird zwischen dem Sicherungselement 11 und Befestigungselement
7 eingebracht, wobei der ringförmigen Absatz 20 in die Aufnahme 21 eingeführt wird
(vgl. Fig. 2). Zu Zweck der Fixierung befindet sich sowohl am unteren Ende des Sicherheitselements
11 als auch am Befestigungselement 7 eine insgesamt umlaufende Rippe 26. Der Absatz
24 des Haltelements 2 wird in die Nut, die sich unterhalb der Rippe 26 befindet, eingeführt.
Am oberen Ende bilden der oberer Rand 27 von Sicherungselement 11 und der oberer Rand
28 von Befestigungselement 7 zusammen mit dem Deckel 25 die obere Fixierung. Die genannten
Ränder 27, 28 sind zu diesem Zweck nach innen gebogen, liegen auf dem Haltelement
2 neben dem Deckel 25 auf und sind formschlüssig verbunden (vgl. Fig. 1).
[0026] Obwohl das Halteelement 2 in der gezeigten Ausführungsform verjüngend mit einer Stufe
ausgeführt ist, kann es auch eine andere Form aufweisen. Es könnte nach oben verjüngend
ohne Stufe oder auch zylindrisch ausgeführt sein (nicht dargestellt). Es wäre entsprechend
einer weiteren nicht dargestellten Ausführungsform denkbar, am oberen Ende ein Absatz
vorzusehen und die Membran 5 mit dem oberen Absatz ebenfalls zu verschweissen.
[0027] Fig. 5 eine perspektivische Ansicht einer zweiten Ausführungsform eines erfindungsgemässen
Haltelements 2. Das Haltelement 2 ist gleich wie das in Fig. 3, 4 gezeigte Haltelement
2 aufgebaut, weist aber einen nach oben gerichteten Luftkanal 29 mit einem Anschlussstopfen
aus, der über den Deckel 25 hinausragt und dort an eine entsprechend Druckluftleitung
angeschlossen wird. Der Luftkanal 29 ist Teil des oberen Abschnitts der Aussenwandung
12 und in die Aussenwandung integriert. Diese Ausführungsform ist beispielsweise für
einen Doppelgreifer, wie er aus Fig. 2a, b oder Fig. 5 der
WO2017085588 bekannt geworden ist, geeignet.
[0028] Zur Auswechselung einer Membran 5 ist es möglich, den Greifer 1 am Dofferbalken zu
belassen und das Halteelement 2 vom Befestigungselement 7 zu entfernen. Hierzu wird
das Sicherungselement 11 vom Befestigungselement 7 abgenommen. Das Halteelement 2
kann dann als eine Einheit entnommen und einfach ausgetauscht werden. Die Stillstandszeit
der Spinnmaschine während der Auswechselung einer Membran 5 wird dadurch gering gehalten.
Zudem wird eine unnötige Abnutzung der elastischen Haltelaschen 8 am Befestigungselement
7 verhindert, da lediglich das Halteelement 2 vom Greifer 1 entfernt werden muss.
Eine ausreichende Klemmwirkung der elastischen Haltelaschen 8 am Dofferbalken ist
damit gewährleistet. Ein weiterer Vorteil des Haltelements 2 liegt darin, dass es
kompakt als Einheit gebaut ist und sich durch die stoffschlüssige Verbindung durch
eine bessere Dichtwirkung gegenüber den im Stand der Technik ausgeführten Halteelementen
auszeichnet. Durch die konische Ausführung des Haltelements können vorteilhaft zudem
ein sicherer Halt der Spule oder Spulenhülse 3 und eine verkürzte Greifzeit des Doffers
erreicht werden.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Greifer
- 2
- Haltelement
- 3
- Spulenhülse
- 4
- Innenwandung
- 5
- Membran
- 6
- Doppelpfeil
- 7
- Befestigungselement
- 8
- Haltelaschen
- 9
- erstes Ende
- 10
- freies Ende
- 11
- Sicherungselement
- 12
- Aussenwandung
- 13
- Längsachse
- 15
- Lasche
- 16
- Luftkanal
- 17
- Dichtungselement
- 18
- Dichtungselement
- 19
- Aussenfläche
- 20
- ringförmiger Absatz
- 21
- Aufnahme
- 22
- erstes Ende des Dichtungselements 17
- 23
- zweites Ende des Dichtungselements 17
- 24
- Absatz
- 25
- Rippe
- 26
- Deckel
- 27
- Oberer Rand von Sicherungselement 11
- 28
- Oberer Rand von Befestigungselement 7
- 29
- Luftkanal
1. Greifer (1) zum Greifen einer Spule oder Spulenhülse (3), mit
• einem Befestigungselement (7);
• einem Halteelement (2), welches eine Aussenwandung (12) und eine Innenwandung (4)
aufweist, und an der Innenwandung (4) eine pneumatisch betätigbare Membran (5) als
Klemmelement zum Greifen einer Spule oder Spulenhülse (3) angeordnet ist, welche über
einen Luftkanal (16) mit Druckluft beaufschlagbar ist;
• wobei das Haltelement (2) zwischen dem Sicherungselement (11) und dem Befestigungselement
(7) angeordnet ist und wobei das Sicherungselement (11) die Aussenwandung (12) des
Halteelements (2) teilweise umschliesst und mit dem Befestigungselement (7) verbunden
ist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (5) mit einem unteren und/oder oberen Rand des Halteelements (2) stoffschlüssig
miteinander verbunden ist.
2. Greifer (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (2) als Rand einen unteren und/oder oberen Absatz (24) aufweist
und die Membran (5) mit dem unteren und/oder oberen Absatz (24) stoffschlüssig miteinander
verbunden, vorzugsweise verschweisst, vulkanisiert oder verklebt, ist.
3. Greifer (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (5) mit dem unteren Rand oder Absatz (24) des Haltelements (2) stoffschlüssig
miteinander verbunden ist und sich am oberen Ende des Haltelements (2) ein Deckel
(25) befindet, um den die Membran (5) geführt ist.
4. Greifer (1) nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass am Sicherheitselements (11) als auch am Befestigungselement (7) eine Nut gebildet
ist, in welche der Absatz (24) einführbar ist, und der Deckel (25) zusammen mit dem
oberer Rand (27) vom Sicherungselement (11) und dem oberer Rand (28) vom Befestigungselement
(7) eine obere Fixierung des Haltelements (2) bilden.
5. Greifer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Haltelement (2) aus einem laserabsorbierendem Material und die Membran (5) aus
einem laserdurchlässigem Material hergestellt ist.
6. Greifer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (2) zylindrisch oder sich nach oben verjüngend ausgeführt ist.
7. Greifer (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftkanal (16, 29) seitlich an der Aussenwandung (12) angeordnet oder nach oben
an der Aussenwandung (12) geführt ist.
8. Halteelement (2) für einen Greifer (1) nach einem der vorangegangen Ansprüche, wobei
das Halteelement (2) eine Aussenwandung (12) und eine Innenwandung (4) aufweist, und
an der Innenwandung (4) eine pneumatisch betätigbare Membran (5) als Klemmelement
zum Greifen einer Spule oder Spulenhülse (3) angeordnet ist, welche über einen Luftkanal
mit Druckluft beaufschlagbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (5) mit einem unteren und/oder oberen Rand des Halteelements (2) stoffschlüssig
miteinander verbunden ist.
9. Halteelement (2) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (2) als Rand einen unteren und/oder oberen Absatz (24) aufweist
und die Membran (5) mit dem unteren und/oder oberen Absatz (24) stoffschlüssig miteinander
verbunden, vorzugsweise verschweisst, vulkanisiert oder verklebt, ist.
10. Halteelement (2) nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran (5) mit dem unteren Rand oder Absatz (24) des Haltelements (2) stoffschlüssig
miteinander verbunden ist und sich am oberen Ende des Haltelements (2) ein Deckel
(25) befindet, um den die Membran (5) geführt ist.
11. Halteelement (2) nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (2) zylindrisch oder sich nach oben verjüngend ausgeführt ist.
12. Halteelement (2) nach einem der Ansprüche 7 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftkanal (16, 29) seitlich an der Aussenwandung (12) angeordnet oder nach oben
an der Aussenwandung (12) geführt ist.
13. Halteelement (2) nach einem der Ansprüche 7 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Halteelement (2) aus einem laserabsorbierenden Material durch ein Spritzgussverfahren
hergestellt ist.
14. Doffer umfassend einen Dofferbalken mit mindestens einem Greifer (1) zum Greifen einer
Spule oder Spulenhülse (3) nach einem der vorrangehenden Ansprüche 1 bis 7.
15. Ringspinnmaschine mit einem Doffer nach dem vorrangegangen Anspruch.