[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Spachtelprofil, insbesondere einen Kantenwinkel
oder ein Abschlussprofil, das vorzugsweise Papier und/oder Kunststoff umfasst.
[0002] Während Spachtelprofile typischerweise aus Metall gebildet sind, können Spachtelprofile
grundsätzlich auch anderes Material umfassen. Spachtelprofile können als Profilmaterial
etwa einen Kunststoff, z.B. PVC, umfassen. Ferner können Spachtelprofile auch aus
Papier hergestellt sein oder zumindest Papieranteile aufweisen. Beispielsweise kann
ein Spachtelprofil eine Seele aus Kunststoff, z.B. eine Kunststofffolie, aufweisen,
die beidseitig mit einer Papierschicht überzogen ist, etwa durch Beflocken der Seele
mit Papierfasern. Derartige Spachtelprofile können gegenüber Spachtelprofilen aus
Metall im Hinblick auf Gewicht, Kosten- und Umweltaspekte vorteilhaft sein.
[0003] Spachtelprofile mit Kunststoffoberflächen und insbesondere Spachtelprofile mit Papieroberflächen
können jedoch im Hinblick auf das Haften von Spachtelmasse, wie etwa Putz, an den
Oberflächen des jeweiligen Spachtelprofils problematisch sein, insbesondere wenn sie
Oberflächen aus Kunststoff und/oder Papier aufweisen. Das kann sowohl Oberflächen
auf der einer jeweiligen Wand zugewandten Seite des Spachtelprofils als auch Oberflächen
auf der von der jeweiligen Wand abgewandten Seite des Spachtelprofils betreffen.
[0004] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, Spachtelprofile, insbesondere Papier und/oder
Kunststoff umfassende Spachtelprofile, bereitzustellen, die eine besonders zuverlässige
Verkrallung von Spachtelmasse, insbesondere von Putz, am jeweiligen Spachtelprofil
ermöglichen.
[0005] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Spachtelprofil mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen,
der vorliegenden Beschreibung sowie den Figuren.
[0006] Erfindungsgemäß erstreckt sich das Spachtelprofil, bei dem es sich insbesondere um
einen Kantenwinkel, ein Abschlussprofil oder ein Sockelprofil handelt und das vorzugsweise
Papier und/oder Kunststoff umfasst, entlang einer Längsrichtung und umfasst zumindest
eine Oberfläche, die eine eingeprägte Struktur aufweist, wobei die eingeprägte Struktur
zumindest bereichsweise linienförmig ausgebildet ist. Durch das Einprägen einer Struktur
in eine Oberfläche des Spachtelprofils kann die Verkrallung von Spachtelmasse an dieser
Oberfläche verbessert werden. Zudem hat ein Einprägen etwa gegenüber einem Extrudieren
den Vorteil, dass ein Spachtelprofil auch nachträglich mit einer für das Verkrallen
von Spachtelmasse vorteilhaften Struktur versehen werden kann. Ferner sind eingeprägte
Strukturen anders als extrudierte Oberflächenstrukturen nicht auf einen durchgehenden
Verlauf in Längsrichtung beschränkt. Gleichwohl sind die eingeprägten Strukturen vorteilhafterweise
zumindest bereichsweise linienförmig, um an der Oberfläche eine Vielzahl von Kanten
für ein Eingreifen der Spachtelmasse bereitzustellen. Dabei können die eingeprägten
linienförmigen Elemente, d.h. die linienförmigen Abschnitte der eingeprägten Struktur,
anders als extrudierte Linienstrukturen, vorteilhafterweise speziell im Hinblick auf
eine spätere Montageausrichtung des Spachtelprofils, insbesondere im Hinblick auf
die dabei wirkende Schwerkraft, auf der jeweiligen Oberfläche des Spachtelprofils
ausgerichtet sein.
[0007] Das Spachtelprofil kann senkrecht zu seiner Längserstreckung insbesondere einen zumindest
im Wesentlichen konstanten Querschnitt aufweisen. Die Oberfläche, in der die genannte
eingeprägte Struktur ausgebildet ist und die sich insbesondere in die Längsrichtung
erstreckt, ist im Übrigen vorzugsweise eben. Das Einprägen der Struktur in die Oberfläche
kann durch eine Druckumformung, insbesondere durch ein spanloses Eindrücken in die
Oberfläche, erfolgen. Eine eingeprägte Struktur kann sich daher von einer entsprechenden
durch Extrusion erzeugten Struktur (sofern sich die jeweilige Struktur überhaupt durch
Extrusion erzeugen lässt) durch eine höhere Materialdichte in den eingedrückten Bereichen
der Oberfläche unterscheiden. Die höhere Materialdichte kann zur Versteifung des Spachtelprofils
beitragen, was (neben der Möglichkeit, die Struktur nachträglich in die Oberfläche
einzubringen) einen weiteren Vorteil einer eingeprägten Struktur gegenüber einer gegebenenfalls
entsprechenden durch Extrusion erzeugten Struktur darstellt.
[0008] Das Einprägen erfolgt beispielsweise als Wälzprägung. Die linienförmigen Elemente
der eingeprägten Struktur können insbesondere eine jeweils zumindest im Wesentlichen
konstante Linienbreite aufweisen, wobei die Linienbreite für alle linienförmigen Elemente
gleich sein kann. Ein jeweiliges linienförmiges Element muss dabei nicht zwingend
einen geraden Verlauf aufweisen, sondern kann auch einen zumindest teilweise gebogenen
Verlauf aufweisen.
[0009] Die eingeprägte Struktur kann an einer Oberfläche des Spachtelprofils vorgesehen
werden, die bei montiertem Spachtelprofil einer Wand oder einem sonstigen Bauteil,
an dem das Spachtelprofil angeordnet wird, zugewandt ist, oder an einer Oberfläche,
die von der Wand bzw. dem sonstigen Bauteil abgewandt ist. Insbesondere kann das Spachtelprofil,
sowohl an einer oder mehreren Oberflächen, die bei montiertem Spachtelprofil einer
Wand oder einem sonstigen Bauteil, an dem das Spachtelprofil angeordnet wird, zugewandt
sind, als auch an einer oder mehreren Oberflächen, die von der Wand bzw. dem sonstigen
Bauteil abgewandt sind, jeweils eine eingeprägte Struktur der genannten Art aufweisen.
[0010] Gemäß einer Ausführungsform umfasst die eingeprägte Struktur ein oder mehrere linienförmige
Elemente, deren jeweiliger Verlauf zumindest teilweise quer zur Längsrichtung ausgerichtet
ist. Ein zu der Längsrichtung quer ausgerichteter Verlauf eines linienförmigen Elements
kann für eine Spachtelmasse insbesondere in Längsrichtung guten Halt bieten. Daher
ist eine solche Ausführungsform insbesondere für Kantenwinkel vorteilhaft, die typischerweise
an vertikalen Ecken eines Bauelements angeordnet werden.
[0011] Bei den linienförmigen Elementen der eingeprägten Struktur handelt es sich insbesondere
um Rillen. Die Rillen können als in der Oberfläche vertiefte Rillen ausgebildet sein.
Die Rillen können aber grundsätzlich auch als vorstehende Rillen ausgebildet sein,
etwa indem angrenzende Bereiche der Oberfläche durch das Einprägen vertieft werden
oder indem das Einprägen durch Eindrücken von der Rückseite der Oberfläche, d.h. von
einer zur Oberfläche entgegengesetzten Oberfläche des Spachtelprofils, aus erfolgt,
so dass die Rillen aus der Oberfläche hervorgedrückt werden.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausführungsform umfasst die eingeprägte Struktur neben linienförmigen
Elementen auch nicht linienförmige Elemente. Bei den nicht linienförmigen Elementen
kann es sich zum Beispiel um Flächen oder Formen handeln, die keinen eindeutigen Linienverlauf
definieren. Insbesondere sind die nicht linienförmigen Elemente auch nicht streifenförmig.
Elemente einer Oberflächenstruktur, die nicht linienförmig sind, können insbesondere
nicht durch Extrudieren erzeugt werden.
[0013] Des Weiteren ist es vorteilhaft, wenn die eingeprägte Struktur zumindest zwei linienförmige
Elemente umfasst, die sich, insbesondere mehrfach, kreuzen. Derartige Kreuzungen bieten
der Spachtelmasse eine Vielzahl von in verschiedenen Richtungen ausgerichteten Kanten,
an denen die Spachtelmasse eingreifen kann. Auf diese Weise kann daher eine verbesserte
Verkrallung erreicht werden.
[0014] Ferner kann vorgesehen sein, dass sich die eingeprägte Struktur in Längsrichtung
periodisch wiederholt. Dadurch kann die Haftfähigkeit der Oberfläche über die Längserstreckung
des Spachtelprofils hinweg zumindest weitgehend homogen sein. Eine sich periodisch
wiederholende Struktur kann insbesondere durch Walzprägung erreicht werden.
[0015] Gemäß einer Ausführungsform ist die eingeprägte Struktur zu einer Spiegelachse spiegelsymmetrisch,
die parallel zur Längsrichtung ist. Die Spiegelachse kann dabei insbesondere einer
Mittellinie der Oberfläche bezüglich deren Breite quer zur Längsrichtung entsprechen.
[0016] Ferner kann das Spachtelprofil gemäß einer Ausführungsform zumindest zwei Oberflächen
aufweisen, die zueinander strukturell identische oder spiegelsymmetrische eingeprägte
Strukturen aufweisen. Wenn die zwei Oberflächen unterschiedliche Ausmaße haben, können
die eingeprägten Strukturen zumindest bereichsweise strukturell identisch oder spiegelsymmetrisch
sein, also auf einander entsprechenden repetitiven Mustern basieren. Die zwei Oberflächen
können dabei gewinkelt zueinander ausgerichtet sein. Wenn das Spachtelprofil als Kantenwinkel
ausgebildet ist, kann es sich bei den Oberflächen insbesondere um dessen Außenflächen,
zwischen denen der freie Winkel mehr als 180° beträgt, handeln oder um dessen Innenflächen,
zwischen denen der freie Winkel weniger als 180° beträgt, handeln.
[0017] Gemäß einer weiteren Ausführungsform weist zumindest eine Oberfläche des Spachtelprofils
Durchbrechungen auf. Die Durchbrechungen können zusätzlich zu der eingeprägten Struktur
die Verkrallung der Spachtelmasse an dem Spachtelprofil verbessern, da die Spachtelmasse
durch die Durchbrechungen hindurch dringen kann. Vorzugweise sind derartige Durchbrechungen
bezüglich der Längsrichtung regelmäßig verteilt angeordnet. Insbesondere können die
Durchbrechungen in Längsrichtung in regelmäßigen Abständen zueinander angeordnet sein.
[0018] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der vorstehenden Ausführungsform werden die
Durchbrechungen, vorzugsweise alle Durchbrechungen, gegebenenfalls mit Ausnahme von
Durchbrechungen in Endbereichen der Längserstreckung des Spachtelprofils, einzeln
oder gruppenweise von linienförmigen Elementen der eingeprägten Struktur vollständig
umschlossen. Dabei kann ein Teil der Durchbrechungen einzeln und ein anderer Teil
der Durchbrechungen gruppenweise von linienförmigen Elementen der eingeprägten Struktur
vollständig umschlossen sein. Auf diese Weise können sich die Durchbrechungen und
die eingeprägte Struktur in vorteilhafter Weise ergänzen. Insbesondere wird dabei
die eingeprägte Struktur durch die Durchbrechungen nicht unterbrochen.
[0019] Die Erfindung wird nachfolgend lediglich beispielhaft unter Bezugnahme auf die Figuren
weiter erläutert.
- Fig. 1 bis 6
- zeigen jeweils einen Ausschnitt einer jeweiligen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Spachtelprofils, das als Kantenwinkel ausgebildet ist, jeweils einmal in gewinkeltem
Zustand in einer perspektivischen Ansicht (oben), einmal in flachem Zustand in einem
Querschnitt (Mitte) und einmal in flachem Zustand in einer Frontalansicht (unten).
- Fig. 7
- zeigt einen Ausschnitt einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Spachtelprofils,
das als Abschlussprofil ausgebildet ist, in flachem Zustand in einer Frontalansicht.
- Fig. 8
- zeigt die in Fig. 7 gezeigte Ausführungsform in gewinkeltem Zustand in einer perspektivischen
Ansicht.
- Fig. 9
- zeigt die in Fig. 7 gezeigte Ausführungsform in gewinkeltem Zustand in einem Querschnitt.
- Fig. 10
- zeigt einen Ausschnitt einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Spachtelprofils,
das als Sockelprofil ausgebildet ist, in flachem Zustand in einer Frontalansicht.
- Fig. 11
- zeigt die in Fig. 10 gezeigte Ausführungsform in gewinkeltem Zustand in einer perspektivischen
Ansicht.
- Fig. 12
- zeigt die in Fig. 10 gezeigte Ausführungsform in gewinkeltem Zustand in einem Querschnitt.
[0020] Bei den verschiedenen in den Fig. 1 bis 6 gezeigten Spachtelprofilen 11 handelt es
sich jeweils um einen Kantenwinkel, wobei die Spachtelprofile 11 jeweils dieselbe
grundsätzliche Ausbildung aufweisen. Die Spachtelprofile 11 weisen jeweils eine Seele
aus einer Kunststofffolie mit einer Dicke von 0,2 mm auf, die beispielsweise mit Papierfasern
beflockt oder andersartig beschichtet ist. Die Spachtelprofile 11 erstrecken sich
jeweils entlang einer Längsrichtung L und umfassen zwei Flächenabschnitte 13 gleicher
Breite, die gewinkelt zueinander ausgerichtet sind (vgl. in den Figuren jeweils oben).
Die Flächenabschnitte 13 können biegbar miteinander verbunden sein, so dass sie auch
den in den Figuren jeweils in der Mitte und unten gezeigten flachen Zustand einnehmen
können, in dem die Flächenabschnitte 13 in einer Ebene liegen. Die gewinkelte Anordnung
kann aber auch starr sein.
[0021] Das Spachtelprofil 11 ist jeweils nicht vollständig dargestellt, sondern bezüglich
seiner Länge, d.h. der Ausdehnung in die Längsrichtung L, verkürzt dargestellt. Das
Spachtelprofil 11 kann sich über den jeweils dargestellten Abschnitt einseitig oder
beidseitig in Längsrichtung L noch wesentlich weiter erstrecken. Insbesondere kann
vorgesehen sein, dass das Spachtelprofil 11 eine Länge in der Größenordnung einiger
weniger Meter aufweist, beispielsweise 1 m, 1,5 m, 2 m. 2,5 m oder länger, und je
nach tatsächlichem Bedarf abgelängt werden kann. Der gezeigte Abschnitt des jeweiligen
Spachtelprofils 11 steht dabei exemplarisch für die Ausbildung des Spachtelprofils
11 über seine gesamte Länge. Mit anderen Worten kann sich die dargestellte Ausbildung
in Längsrichtung L einseitig oder beidseitig zumindest im Wesentlichen fortsetzen
bzw. wiederholen.
[0022] Jeweils eine Oberfläche 15 der Flächenabschnitte 13 des Spachtelprofils 11 ist mit
einer eingeprägten Struktur 17 versehen, die durch spanloses Eindrücken in die jeweilige
Oberfläche 15 erzeugt wurde. Die in die Oberfläche 15 des einen Flächenabschnitts
13 des jeweiligen Spachtelprofils 11 eingeprägte Struktur 17 und die in die Oberfläche
15 des anderen Flächenabschnitts 13 des jeweiligen Spachtelprofils 11 eingeprägte
Struktur 17 sind jeweils identisch zueinander ausgebildet. Grundsätzlich kann jeder
Flächenabschnitt 13 nicht nur einseitig, sondern auch zweiseitig mit einer jeweiligen
eingeprägten Struktur 17 versehen sein, wobei die eingeprägten Strukturen 17 auf einander
entgegengesetzten Oberflächen 15 desselben Flächenabschnitts 13 dann vorzugsweise
spiegelsymmetrisch bezüglich einer zu den Oberflächen 15 parallelen Ebene sind. Insgesamt
sind die Spachtelprofile 11 vorzugsweise jeweils spiegelsymmetrisch zu einer den Winkel
zwischen den beiden Flächenabschnitten 13 halbierenden Ebene ausgebildet.
[0023] Die eingeprägten Strukturen 17 aller gezeigten Spachtelprofile 11 sind jeweils zumindest
bereichsweise linienförmig ausgebildet, so dass sie jeweils linienförmige Elemente
19 umfassen. Bei den gezeigten Ausführungsformen weisen die eingeprägten Strukturen
17 jeweils ausschließlich linienförmige Elemente 19 auf. Grundsätzlich kann die eingeprägte
Struktur 17 aber auch nicht linienförmige Elemente umfassen. Die eingeprägten Strukturen
17 einer jeweiligen Oberfläche 15 sind jeweils spiegelsymmetrisch zu einer Mittellinie
der jeweiligen Oberfläche 15 bezüglich deren jeweiligen Breite quer zur Längsrichtung
L.
[0024] Die verschiedenen in den Fig. 1 bis 6 gezeigten Spachtelprofile 11 unterscheiden
sich lediglich in Bezug auf die jeweilige Ausbildung der eingeprägten Strukturen 17
sowie gegebenenfalls auf die jeweilige Ausbildung von in den Flächenabschnitten 13
vorgesehenen Durchbrechungen 21. Dabei zeigen die Fig. 1 und 2, 3 und 4 sowie 5 und
6 jeweils paarweise zwei einander weitgehend entsprechende Ausführungsformen, deren
eine eine eingeprägte Struktur 17 ohne Durchbrechungen 21 aufweist und deren andere
dieselbe eingeprägte Struktur 17 mit dazwischen angeordneten Durchbrechungen 21 aufweist.
[0025] Die linienförmigen Elemente 19 sind bei den Ausführungsformen gemäß den Fig. 1 und
2 vollständig und bei den Ausführungsformen gemäß den Fig. 3 bis 6 nahezu vollständig
(von den seitlichen Scheitelpunkten der geschwungenen Verläufe abgesehen) quer zur
Längsrichtung L ausgerichtet und kreuzen einander mehrfach. Dabei weisen die linienförmigen
Elementen 19 bei den Ausführungsformen gemäß den Fig. 1 und 2 eine Linienform auf,
die einer Dreiecksschwingung entspricht. Insgesamt überlagern sich dabei jeweils sechs
Dreiecksschwingungen mit einer Phasenverschiebung von jeweils einer Sechstelperiode
zueinander. Bei den Ausführungsformen gemäß den Fig. 3 bis 6 weisen die linienförmigen
Elemente 19 jeweils eine Linienform auf, die einer Sinusschwingung entspricht. Dabei
überlagern sich bei den Ausführungsformen gemäß den Fig. 3 und 4 jeweils zwei Sinusschwingungen
mit einer Phasenverschiebung von jeweils einer halben Periode zueinander, während
sich bei den Ausführungsformen gemäß den Fig. 5 und 6 jeweils vier Sinusschwingungen
mit einer Phasenverschiebung von jeweils einer Viertelperiode zueinander überlagern.
[0026] Bei der Ausführungsform gemäß Fig. 2 sind die Durchbrechungen 21 kreisförmig. Dabei
ist in jedem der durch die einander kreuzenden linienförmigen Elemente 19 umschlossenen
quadratischen Felder jeweils eine Durchbrechung 21 vorgesehen. Bei der Ausführungsform
gemäß Fig. 4 weisen die Durchbrechungen 21 ebenfalls jeweils eine Kreisform auf. Die
einander kreuzenden linienförmigen Elemente 19 schließen dabei Felder ein, in denen
jeweils vier Durchbrechungen 21 angeordnet sind. Bei der Ausführungsform gemäß Fig.
6 weisen die Durchbrechungen eine länglich ovale Form auf, die senkrecht zur Längsrichtung
L ausgerichtet ist. Durch die einander kreuzenden linienförmigen Elemente 19 werden
dabei zwei Arten von Feldern umschlossen, die drei bzw. vier Ecken aufweisen und annähernd
eine Dreiecksform bzw. eine Rautenform aufweisen. In den Feldern mit Dreiecksform
ist dabei jeweils eine Durchbrechung 21 vorgesehen, während in den Feldern mit Rautenform
jeweils zwei Durchbrechungen 21 vorgesehen sind.
[0027] In den Fig. 7 bis 9 bzw. 10 bis 12 ist jeweils eine Ausführungsform eines als Abschlussprofil
ausgebildeten erfindungsgemäßen Spachtelprofils 11 gezeigt. Diese Spachtelprofile
11 dienen dazu, das Ende eines Bauteils 23 (vgl. Fig. 9 bzw. 12) einzufassen, und
können etwa als Sockelprofile genutzt werden. Das Spachtelprofil 11 kann insbesondere
dazu ausgebildet sein, an einem plattenförmigen Bauteil 23 angeordnet zu werden und
das Bauteil 23 dabei an einem Ende zu umgreifen. Bei dem Bauteil 23 kann es sich beispielsweise
um eine Gipskartonplatte oder eine andere Bauplatte handeln, die auch aus Holz- oder
Verbundwerkstoffen sein kann.
[0028] Die beiden in den Fig. 7 bis 12 gezeigten Spachtelprofile 11 können grundsätzlich
auf entsprechende Weise wie die in den Fig. 1 bis 6 gezeigten Spachtelprofile 11 ausgebildet
sein. Insbesondere können die Spachtelprofile 11 jeweils eine Seele aus einer Kunststofffolie
aufweisen, die beispielsweise mit Papierfasern beflockt oder andersartig beschichtet
ist, erstrecken sich entlang einer Längsrichtung L und umfassen mehrere Flächenabschnitte
13, die zumindest in montiertem Zustand gewinkelt zueinander ausgerichtet sind. Anders
als bei den in den Fig. 1 bis 6 gezeigten Kantenwinkeln weisen die in den Fig. 7 bis
12 gezeigten Abschlussprofile jeweils mehr als zwei Flächenabschnitte 13 auf, die
durch Längskanten definiert werden, an denen das jeweilige Spachtelprofil 11 umgebogen
ist. Dadurch kann das jeweilige Spachtelprofil 11, wie in den Fig. 9 bzw. 12 gezeigt,
ein Bauteil 23 umgreifen.
[0029] Während die Ausführungsform gemäß den Fig. 7 bis 9 drei Flächenabschnitte 13 aufweist,
sind bei der Ausführungsform gemäß den Fig. 10 bis 12 vier Flächenabschnitte 13 zu
unterscheiden. Während die beiden äußeren Flächenabschnitte 13 der Ausführungsform
gemäß den Fig. 10 bis 12 hinsichtlich ihrer Maße und Funktion im Wesentlichen den
beiden äußeren Flächenabschnitten 13 der Ausführungsform gemäß den Fig. 7 bis 9 entsprechen,
weist die Ausführungsform gemäß den Fig. 10 bis 12 zwei mittlere Flächenabschnitte
13 auf, nämlich einen ersten mittleren Flächenabschnitt 13, der eine gegenüber dem
mittleren Flächenabschnitt der Ausführungsform gemäß den Fig. 7 bis 9 vergrößerte
Breite aufweist, sowie zusätzlich einen zweiten mittleren Flächenabschnitt 13, der
in einem spitzen Winkel zu dem ersten mittleren Flächenabschnitt 13 ausgerichtet ist.
Dadurch können die beiden äußeren Flächenabschnitte 13 an dem Bauteil 23 beidseitig
flach anliegen, obwohl der erste mittlere Flächenabschnitt 13 breiter als die Breite
des Bauteils 23 ist. Zugleich steht dadurch die Längskante zwischen den beiden mittleren
Flächenabschnitten 13 von dem Bauteil 23 vor, so dass sie vorteilhafterweise als Abzugskante
25 (vgl. Fig. 12) für ein Verputzen genutzt werden kann.
[0030] Mehrere Oberflächen 15 der Flächenabschnitte 13 der zwei in den Fig. 7 bis 12 gezeigten
Spachtelprofile 11 sind auf die erfindungsgemäße Weise mit einer die linienförmig
ausgebildeten eingeprägten Struktur 17 versehen. Die eingeprägte Struktur 17 entspricht
dabei jeweils derjenigen der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform. Grundsätzlich könnten
die beiden Spachtelprofile 11 aber auch eine der anderen, in den Fig. 2 bis 6 gezeigten
eingeprägten Strukturen 17, gegebenenfalls mit entsprechenden Durchbrechungen 21,
oder eine sonstige zumindest bereichsweise linienförmig ausgebildete eingeprägte Struktur
17 aufweisen.
[0031] Dabei müssen nicht zwingend alle Oberflächen 15 eines jeweiligen Spachtelprofils
11 eine eingeprägte Struktur 17 aufweisen. Bei den in den Fig. 7 bis 12 gezeigten
zwei Spachtelprofilen 11 sind jeweils alle Flächenabschnitte 13 zumindest einseitig
mit einer eingeprägten Struktur 17 versehen (vgl. Fig. 7 bzw. 10). Zumindest einer
der Flächenabschnitte 13 weist aber ausschließlich einseitig eine eingeprägte Struktur
17 auf, so dass eine Oberfläche 15' dieses Flächenabschnitts 13 keine eingeprägte
Struktur 17 aufweist (vgl. Fig. 8 bzw. 11). Welche der Oberflächen 15 mit einer eingeprägten
Struktur 17 versehen werden und welche nicht, kann davon abhängen, wo eine Verbesserung
der Verkrallung speziell zweckmäßig ist. Die Figuren zeigen diesbezüglich lediglich
Beispiele. Grundsätzlich können die Oberflächen 15 mit eingeprägten Strukturen 17
und die Oberflächen 15' ohne eingeprägte Strukturen 17 auch auf andere als die gezeigte
Weise an einem jeweiligen Spachtelprofil 11 verteilt sein.
[0032] Im Vergleich zu Oberflächen von Spachtelprofilen, die keine zumindest bereichsweise
linienförmige eingeprägte Struktur 17 aufweisen, deren linienförmigen Elemente 19
zumindest teilweise quer zur Längsrichtung L ausgerichtet sind und/oder die nicht
ausschließlich linienförmige Elemente 19 umfasst, kann an den auf die beschriebene
Weise mit eingeprägten Strukturen 17 versehenen Oberflächen 15 erfindungsgemäßer Spachtelprofile
11 Spachtelmasse besser eingreifen und haften. Auf diese Weise wird durch die erfindungsgemäße
Ausbildung eine besonders zuverlässige Verkrallung der Spachtelmasse an dem jeweiligen
Spachtelprofil 11 erreicht.
Bezugszeichen
[0033]
- 11
- Spachtelprofil
- 13
- Flächenabschnitt
- 15
- Oberfläche
- 17
- eingeprägte Struktur
- 19
- linienförmiges Element
- 21
- Durchbrechung
- 23
- Bauteil
- 25
- Abzugskante
- L
- Längsrichtung
1. Spachtelprofil (11), insbesondere Kantenwinkel oder Abschlussprofil, vorzugsweise
Papier und/oder Kunststoff umfassend, das sich entlang einer Längsrichtung (L) erstreckt,
wobei zumindest eine Oberfläche (15) des Spachtelprofils (11) eine eingeprägte Struktur
(17) aufweist, die zumindest bereichsweise linienförmig ausgebildet ist.
2. Spachtelprofil nach Anspruch 1,
wobei die eingeprägte Struktur (17) ein oder mehrere linienförmige Elemente (19) umfasst,
deren Verlauf zumindest teilweise quer zur Längsrichtung (L) ausgerichtet ist.
3. Spachtelprofil nach Anspruch 1 oder 2,
wobei die eingeprägte Struktur (17) neben linienförmigen Elementen (19) auch nicht
linienförmige Elemente umfasst.
4. Spachtelprofil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die eingeprägte Struktur (17) zumindest zwei linienförmige Elemente (19) umfasst,
die sich, insbesondere mehrfach, kreuzen.
5. Spachtelprofil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sich die eingeprägte
Struktur (17) in Längsrichtung (L) periodisch wiederholt.
6. Spachtelprofil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die eingeprägte Struktur (17) zu einer Spiegelachse spiegelsymmetrisch ist,
die parallel zur Längsrichtung (L) ist.
7. Spachtelprofil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das Spachtelprofil (11) zumindest zwei Oberflächen (15) aufweist, die zueinander
strukturell identische oder spiegelsymmetrische eingeprägte Strukturen (17) aufweisen.
8. Spachtelprofil nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei die zumindest eine Oberfläche (15) des Spachtelprofils (11) Durchbrechungen
(21) aufweist.
9. Spachtelprofil nach Anspruch 8,
wobei die Durchbrechungen (21) bezüglich der Längsrichtung (L) regelmäßig verteilt
angeordnet sind.
10. Spachtelprofil nach Anspruch 8 oder 9,
wobei die Durchbrechungen (21) einzeln oder gruppenweise von linienförmigen Elementen
(19) der eingeprägten Struktur (17) vollständig umschlossen werden.