[0001] Die Erfindung betrifft eine Zugvorrichtung für eine bewegbare flächige Einheit einer
Gebäudeaußenhaut, wobei die Einheit einen eine Durchbrechung der Außenhaut zumindest
teilweise umgrenzenden Rahmen und zumindest ein verlagerbar abgestütztes Element mit
äußeren Kanten umfasst, das zwischen einer die Durchbrechung überdeckenden Schließstellung
und einer die Durchbrechung zumindest teilweise freigebenden Offenstellung über wenigstens
ein zumindest abschnittsweise parallel zur Rahmenebene sich erstreckenden Zugelement
verlagerbar ist, wobei mittels zumindest eines elastischen Elements, das mit dem Zugelement
zumindest kraft- und/oder formschlüssig verbunden ist, das Zugelement unter Vorspannung
gehalten wird, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Der Begriff der bewegbaren Einheit bezeichnet eine vollständige Baueinheit oder ein
Segment einer Gebäudeaußenhaut, zum Beispiel in einem Dach oder einer Fassade, wobei
diese Baueinheit ein verlagerbares Element, zum Beispiel eine Tür oder ein Fenster,
und einen dieses ganz oder teilweise umgrenzenden Rahmen umfasst. Das verlagerbare
Element kann beispielsweise ein Dachetement in einer Wintergartenkonstruktion oder
einer Terrassenüberdachung sein, oder auch ein Tür-, Fenster- oder Dachfensterelement,
das in einem nicht als Wintergarten oder Terrassenüberdachung ausgestalteten Gebäudeabschnitt
angeordnet ist, beispielsweise von Mauerwerk oder von einer herkömmlichen Dachdeckung
umgeben ist Der umgebende Rahmen kann fest mit der Umgebung, zum Beispiel einer Gebäudeaußenhaut,
verbunden sein. Die bewegbare Einheit, kann ein oder mehrere verlagerbare Elemente
umfassen, wobei die Bewegungsrichtung des verlagerbaren Elements bzw. der verlagerbaren
Elemente nicht eingeschränkt ist. Das bedeutet, dass eine Verlagerung des Elements
oder der Elemente durch Betätigung der Zugvorrichtung sowohl nach oben, nach unten,
horizontal, vertikal, nach rechts oder nach links oder in einer Kombination aus zumindest
zwei der zuvor benannten Bewegungsrichtungen erfolgen kann. Die Bewegungsrichtung
des verlagerbaren Elements ist dabei vollkommen unabhängig davon, in welche Richtung
die Zugkrafteinwirkung über die Zugelemente auf das verlagerbare Element wirkt, da
die Richtung der Zugkrafteinwirkung vorteilhaft durch eine entsprechende Umlenkung
der Zugelemente erfolgen kann.
[0003] Das verlagerbare Element wird im Folgenden teilweise als Fenster bezeichnet, kann
aber auch eine Tür, eine Fluchtluke oder ähnliches sein und ist nicht zwingend durchsichtig
ausgestaltet. So kann beispielsweise das verlagerbare Element ein Fenster in Kombination
mit einer Platte oder einem Boden sein. Das verlagerbare Element kann aber auch selbst
eine Platte, beispielsweise eine Metall- oder Kunststoffplatte sein. Das verlagerbare
Element kann auch eine Platte in Sandwichkonstruktion sein, wobei beispielsweise eine
obere Platte und eine untere Platte über einen Kern, beispielsweise eine Schaumstoffschicht
miteinander verbunden und stabilisiert sind. Die Sandwichkonstruktion kann auch aus
einer Kombination der Materialien Metall und Kunststoff hergestellt sein. Das verlagerbare
Element ist dabei nicht nur als ein eine ebene oder eine plane Fläche bildendendes
Element in Form eines Fenster oder einer Platte zu verstehen, sondem kann beispielsweise
auch eine geschwungene oder gebogene Form aufweisen. Als verlagerbares Element im
Sinne der vorliegenden Erfindung kann auch ein Volumenkörper verstanden werden, beispielsweise
ein Quader oder ein Polyeder, beispielsweise eine Pyramide, welcher relativ zu einem
nicht verlagerbaren Element, beispielsweise gegenüber einem Gebäudeabschnitt, über
die Zugvorrichtung bewegt werden kann.
[0004] Insbesondere bei relativ schweren verlagerbaren Elementen, etwa aus Sicherheitsglas,
stellt sich das Problem, dass ein Zugmechanismus mit ausreichender Zugkraft zum Öffnen
und/oder Schließen des Elements notwendig ist, insbesondere dieser an zwei Seiten
angreifen sollte, so dass eine gleichmäßige und das Element nicht schräg stellende
Bewegung ermöglicht ist. Durch die Beanspruchung des Zugmechanismus und insbesondere
durch das Gewicht des verlagerbaren Elements längen sich Seile als auch Ketten oder
andere Zugelemente, so dass ein gleichmäßiger Synchronlauf zu vertretbaren Kosten
kaum zu gewährleisten ist. Dadurch kommt es zum einen im Verlauf der Bewegung immer
wieder zu leichten Schrägstellungen des verlagerbaren Elements und zum anderen besteht
die Gefahr, dass das lose oder erschlaffte Zugelement von Rollen oder anderen Führungshilfen
abrutscht. Um diese Probleme zu vermeiden ist es beispielsweise bekannt, in den Seilverlauf
Schraubenfedem einzusetzen. Insbesondere bei relativ schweren Fenstern oder Türen
aus Glas, beispielsweise Sicherheitsglas oder Mehrfachglas, stellt sich das Problem,
dass ein Zugmechanismus zum Öffnen und Schließen dieser Fenster und Türen, weicher
aus zumindest einem über die Rückstellkraft eines elastischen Elements vorgespannten
Zugseil besteht, wobei das elastische Element mit dem Zugseil verbunden ist, bei Zugkrafteinwirkung
auf das elastische Element, wie beispielsweise eine Feder oder ein gummielastischer
Abschnitt, stets Zug ausgeübt wird, was zu dessen Alterungserscheinung und Verringerung
der Rückstelikraft führt. Dies kann zum Spannungsverlust des Zugseils und zu einem
Überspringen des Zugseils führen, wodurch die bewegbare flächige Einheit antriebslos
wird.
[0005] Eine solche Lösung ist beispielsweise aus der
FR 2 694 584 A1 bekannt. Die
FR 2 694 584 A1 offenbart eine Bedachung mit mindestens einem beweglich einziehbaren Panel zwischen
einer geschlossenen Position und einer geöffneten Position, wobei das Panel gleitend
ist und mit einer von einem Motor über einen Schließstellstrang und einen Öffnungsstellstrang
betätigten Wickeltrommel verbunden ist. Das Halten jedes Betätigungsstrangs am Rahmen
erfolgt durch eine am Rahmen befestigte Halterung und über ein beidseitig elastisches
System in Form von Schraubenfedern. Die Federkonstanten der Schraubenfedern müssen
zwingend, da diese direkt über ein Justiermittel mit den Betätigungssträngen verbunden
sind, an das Gewicht des Panels angepasst sein, da bei Zugkrafteinwirkung auf die
Betätigungsstränge, die Zugkraft auch auf die Schraubenfedem übertragen wird, wodurch
sich diese längen. Bei Nachlassen der Zugkraft ziehen sich die Federn zumindest teilweise
wieder zusammen, wobei das wiederholte Auslängen und Zusammenziehen der Federn wie
oben beschrieben deren Alterung und gegebenenfalls deren Zerstörung bedingt. Daraus
ergibt sich nachteilhaft, dass kurze Wartungsintervalle eingehalten werden müssen,
was zum einem kostenintensiv ist und die Wartung zum anderen wartungsaufwendig sein
kann, insbesondere dann, wenn die mit einer bewegbaren flächigen Einheit bestückten
Gebaudeaußenflächen schwer zugänglich sind. Zudem müssen bei sehr schweren Fensterflächen
elastische Elemente mit großen Federkonstanten eingesetzt werden, deren Ausmaße es
nicht mehr erlauben, diese beispielsweise in einem Rahmen der Gebäudeaußenhaut unterzubringen.
[0006] Um eine frühzeitige Alterung des elastischen Elements zu vermeiden und um hohe Kosten
für anfallende kurze Wartungsintervalle zu vermeiden, ist es die Aufgabe der vorliegenden
Erfindung die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile zumindest teilweise zu
beheben. Insbesondere ist es die Aufgabe der vorliegenden Erfindung die Federkonstante
des elastischen Elements unabhängig vom Gewicht des Panels oder beispielsweise eines
Fensters auswählen zu können.
[0007] Die voranstehende Aufgabe wird durch eine Zugvorrichtung für eine bewegbare flächige
Einheit einer Gebäudeaußenhaut mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weitere Vorteile,
Merkmale und Details der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung
und den Zeichnungen.
[0008] Die erfindungsgemäße Zugvorrichtung für eine bewegbare flächige Einheit einer Gebäudeaußenhaut,
wobei die Einheit einen eine Durchbrechung der Außenhaut zumindest teilweise umgrenzenden
Rahmen und zumindest ein verlagerbar abgestütztes Element mit äußeren Kanten umfasst,
das zwischen einer die Durchbrechung überdeckenden Schließstellung und einer die Durchbrechung
zumindest teilweise freigebenden Offenstellung über wenigstens ein zumindest abschnittsweise
parallel zur Rahmenebene sich erstreckenden Zugelement verlagerbar ist, wobei mittels
zumindest eines elastischen Elements, das mit dem Zugelement zumindest kraft- und/oder
formschlüssig verbunden ist, das Zugelement unter Vorspannung gehalten wird, schließt
die technische Lehre ein, dass bei Zugkrafteinwirkung auf das Zugelement dieses unter
Aufrechterhaltung der kraft- und/oder formschlüssigen Verbindung mit dem elastischen
Element zugkrafttechnisch von dem elastischen Element entkoppelt ist
[0009] Als ein "Zugelement im Sinne der vorliegenden Erfindung können alle Zugkraftelemente
und Materialien verstanden werden, die Zugkräfte aufnehmen können. Als nicht abschließende
Auflistung von Zugkraftelementen kann beispielsweise ein Seil, beispielsweise ein
geflochtenes Stoffseil oder ein gedrilltes Stahlseil, eine Kette oder ein zumindest
abschnittsweise elastisches Seil, oder aber auch ein Flachriemen oder eine Kombination
aus zumindest zwei der zuvor genannten Zugkraftelemente verstanden werden. Im Folgenden
wird das Zugelement zum besseren Verständnis als Zugseil bezeichnet, welches die zuvor
genannte Auflistung der Seile mit einschließt.
[0010] Als "elastisches Element" soll beispielsweise, eine Feder, insbesondere eine Zug-
und/oder Druckfeder, eine Luftfeder, eine Gasdruckfeder, eine Fluid gefüllte Feder,
ein gummielastisches Element, beispielsweise ein Gummizug oder eine Gummifeder, oder
beispielsweise ein elastischer Abschnitt des Zugelements verstanden werden.
[0011] Bei vorteilhafter Verwendung von Zugfedern kann über deren Federgeometrie und Werkstoffauswahl
die Federkonstante verändert werden. Die Zugfeder wird in üblicher Weise bei durch
Auseinanderziehen der Enden belastet, wobei die Krafteinleitung über Ösen oder Anschlusselemente
an den Federenden erfolgt. Das Zugseil wird erfindungsgemäß unter Vorspannung der
Feder, d.h. unter Zugspannung eingebaut. Als Zugfeder, werden beispielsweise Schraubenzugfedern
verstanden, vorzugsweise aus Runddraht ohne Windungsabstand, wie schraubenförmig gewundene
oder schraubenförmig gewickelte Torsionsfedern, die auf Zug beansprucht werden.
[0012] Durch die Erfindung ist für eine bewegbare flächige Einheit einer Gebäudeaußenhaut
mit zumindest einem verlagerbar abgestützten Element durch dessen Halterung über zumindest
ein Zugelement, insbesondere ein Zugseil, wobei das Zugseil mittels eines elastischen
Elements in Vorpsannung gebracht ist, erreicht, dass das Seil in Spannung gehalten
wird und es nicht durchhängt. Die Gefahr, dass ein solches Seil dann überspringen
kann, ist vermieden. Für die maximale Ausdehnung des elastischen Elements kann vorteilhaft
ein Begrenzer vorgesehen sein, der die Dehnung des elastischen Elements begrenzt,
bzw. der Begrenzer als Indikator dient, der bei zu großer Dehnung des elastischen
Elements dessen notwendigen Austausch anzeigt. Die Ausdehnung des elastischen Elements
ist in jedem Fall reversibel, wobei die Federkonstante, die Gummielastizität, der
Luft- oder Gasdruck oder die Befüllung mit einem Fluid vorteilhaft minimal zur Aufrechterhaltung
der Spannung des Zugseils ausgelegt werden können, da auf das elastische Element die
Zugkraft des Zugseils zum Betätigen des verlagerbaren Elements nicht wirkt. Durch
die damit aufrechterhaltende Funktion des elastischen Elements, da dieses keiner Alterung
durch Zugkrafteinwirkung unterliegt, kann dieses das Zugseil bei niedriger Federkonstante,
geringer Gummielastizität, niedrigem Luft- oder Gasdruck oder geringer Befüllung mit
einem Fluid stets in Vorspannung halten, wodurch das Zugseil, auch wenn sich dieses
mit der Zeit längt, stets gespannt ist. Zudem wird die Funktion der erfindungsgemäßen
Zugvorrichtung auch nach Jahren des Gebrauchs durch ein durch ständige Zugkrafteinwirkung
defektes elastisches Element nicht beeinträchtigt. Die Aufrechterhaltung der Spannung
des Zugseils dient vorteilhaft dazu, um einen schnellen Kraftaufbau bei Betätigung
eines Motors, beispielsweise eine motorgetriebene Welle, zu erreichen, ohne dass zunächst
eine nennenswerte Zeit vergeht, in der nur das Seil gedehnt wird, ohne dass sich das
verlagerbare Element bewegen würde.
[0013] Bei Zugkrafteinwirkung auf das Zugseil wird dieses vorteilhaft durch Entkopplung
über zumindest einen Mitnehmer von dem elastischen Element, wobei jedoch die zumindest
kraft- und/oder formschlüssige Verbindung zwischen dem Zugseil und dem elastischen
Element aufrechterhalten bleibt, von der Einwirkung der Zugkraft befreit, wodurch
auf das elastische Element keine Zugkraft ausgeübt wird. Bei Zugkrafteinwirkung auf
das Zugelement überträgt der Mitnehmer erfindungsgemäß die Zugkraft auf das verlagerbare
Element und entkoppelt dadurch vorteilhaft das elastische Element zugkrafttechnisch
von dem Zugelement.
[0014] Vorzugsweise wird das Zugseil derart an dem Mitnehmer oder durch den Mitnehmer geführt,
das der Mitnehmer relativ zum Zugseil an diesem in dessen Längserstreckung zumindest
entgegen der Richtung der Zugkrafteinwirkung verschiebbar ist. Durch die Verschiebbarkeit
des Mitnehmers relativ zum Zugseil entgegen der Richtung der Zugkrafteinwirkung bleibt
über die Zugspannung des mit dem Zugseil zumindest kraft- und/oder formschlüssig verbundenen
elastischen Elements das Zugseil stets vorgespannt. Wird jedoch Zugkraft auf das Zugelement
ausgeübt, wird die Verschiebbarkeit des Mitnehmers relativ zum Zugseil durch einen
durch das Zugseil gebildeten oder einem an dem Zugseil angeordneten Anschlag, beispielsweise
einem Knoten im Zugseil, aufgelöst, wodurch die Zugkraft über das Zugseil auf den
Mitnehmer und von dort auf das verlagerbare Element übertragen wird. Da in vorteilhafter
Weise das elastische Element zwischen zwei Mitnehmern angeordnet ist, und mit seinen
beiden Enden jeweils mit einem der beiden Enden des Zugelements verbunden ist, und
die Mitnehmer in vorteilhafter Weise stets den gleichen Abstand zueinander behalten,
wird bei Zugkrafteinwirkung auf das Zugseil, unabhängig davon ob das verlagerbare
Element in Schließ- oder Offenstellung gebracht wird, keine Zugkraft auf das elastische
Element ausgeübt.
[0015] In vorteilhafter Weise umfasst die Zugvorrichtung zumindest zwei Zugseile, die den
äußeren Kanten des verlagerbaren Elements zugeordnet sind. Diese Ausführung der Zugvorrichtung
mit zwei Zugseilen hat den Vorteil, dass das verlagerbare Element gleichmäßig an beiden
Außenkanten gezogen werden kann, was einem Verkanten, welches ansonsten bei einseitigem
Zug auf das verlagerbare Element auftreten kann, vorgebeugt ist. Vorzugsweise überträgt
dabei jedes der Zugseile beim Öffnen und beim Schließen eine Zugkraft über jeweils
zumindest einen jedem Zugseil zugeordneten Mitnehmer auf das verlagerbare Element.
[0016] Je nach Einbaustellung ist es bei einer sehr steilen, fast vertikalen Stellung möglich,
dass nur der vertikal höher gelegene Abschnitt des verlagerbaren Elements mit Zugseilen
versehen ist und das Schließen durch Eigengewicht erfolgt. Insbesondere ist aber bei
flach oder schräg liegenden verlagerbaren Elementen vorteilhaft jedes der genüberliegenden
Enden des verlagerbaren Elements mit jeweils einem Ende eines Zugseils oder mit mehreren
Zugseilen verbunden, von denen ein Ende oder erste Zugseile beim Öffnen und das andere
Ende oder zweite Zuseile beim Schließen eine Zugkraft über die Mitnehmer auf das verlagerbare
Element übertragen. Beide Bewegungen sind daher vorteilhaft auch motorisch antreibbar.
[0017] Insbesondere ist es aus Platz- und Kostengründen der erfindungsgemäßen Zugvorrichtung
günstig, wenn die in Öffnungsrichtung wirksamen Zugseile oder das Ende, d.h. der durch
einen Mitnehmer geführte Teil oder Abschnitt eines Zugseils und die in Schließrichtung
wirksamen Zugseile oder das andere Ende, d.h. der durch einen anderen Mitnehmer geführte
Teil oder Abschnitt des Zugseils über eine gemeinsame Welle, jedoch gegensinnig zueinander
auf- und abwickelbar sind. Dann genügt eine Welle, vorzugsweise etwa im oberen Querrahmenteil
und quer zur Zugrichtung. Das untere Rahmenende kann dann sehr filigran ausgebildet
sein. Die Welle, beispielsweise ein Rohrmotor, kann auch seitlich oder im unteren
Querrahmenteil angeordnet sein. Um unabhängig von der Lage der Welle eine Zugrichtung
des verlagerbaren Elements in Schließ- und Offenstellung zu gewährleisten, kann das
Zugseil oder können beide Zugseile über zusätzliche Umlenkrollen so umgelenkt werden,
dass beispielsweise die Welle orthogonal zur Zugrichtung des verlagerbaren Elements
in die Schließ- und Offenstellung liegt, d.h. seitlich zum verlagerbaren Element liegt,
wobei über die zusätzlichen Umlenkrollen das Zugseil oder die Zugseile zu der Welle
hin umgelenkt werden. Unabhängig von der Anzahl der verlagerbaren Elemente, können
diesen entweder eine gemeinsame Welle oder jedem Element eine eigene Welle zugeordnet
sein. Das verlagerbare Element kann auch aus mehreren übereinander gelagerten verlagerbaren
Elementen in Form eines Fächers gebildet sein, wobei eine Welle zur Zugkrafteinwirkung
auf eines der verlagerbaren Elemente ausreicht, um alle verlagerbaren Elemente zu
bewegen. Bei dieser Ausführungsform von übereinander gefächerten Elementen wird über
Mitnehmer die zwischen den verlagerbaren Elementen wirken, bei Zugkrafteinwirkung
auf eines der verlagerbaren Elemente, der Fächer auseinander- oder zusammengezogen,
nämlich die übereinander liegenden verlagerbaren Elemente nacheinander in die eine
oder die andere Richtung bewegt.
[0018] Vorteilhaft sind die Zugseile im Querschnitt rund und weisen einen Durchmesser von
weniger als einem Zentimeter auf, zum Beispiel von vier oder fünf Millimetern, besonders
vorteilhaft von 2,5 mm bis 3 mm, so dass diese mitsamt den elastischen Elementen,
die funktionsbedingt klein dimensioniert ausgebildet sein können, leicht hinter auch
nur dünnen Rahmenblenden versteckt werden können, wodurch sich eine sehr vorteilhafte
Optik ergibt. Dennoch kommen auch Zugelemente wie breitere Flachriemen oder andere
Formen für die Zugseile in Betracht. Das Profil der Zugseile und/oder der Flachriemen
kann einen Querschnitt aufweisen, der neben einer bevorzugten kreisrunden Form eine
beliebige weitere geometrische Form aus einer unvollständigen Aufzählung wie ovale,
rechteckige, quadratische, dreieckige oder polygonale haben kann.
[0019] Die Enden des Zugseils können vorteilhaft über endseitige Anschlagelemente mit Anschlagwirkung
auf die Mitnehmern bei Einleitung einer Zugkraft mit den Mitnehmern wirkverbunden,
insbesondere zugkrafttechnisch verbunden sein, so dass sich die Enden außerhalb dieser
Anschlagelemente, nämlich in Richtung der durch das elastische Element ausgeübte Zugkraft,
frei gegeneinander bewegen können. Als Anschlagelement kann beispielsweise eine Klemme
oder ein Knoten in den jeweiligen Enden des Zugseils verstanden werden, wobei das
Anschlagelement bei Zugkrafteinwirkung aus das Zugseil ein Durchrutschen durch die
durch die Mitnehmer geführten Enden des Zugseils verhindert, wodurch die Mitnehmer
durch Anschlagen der Anschlagelemente auf die Mitnehmer bei Zugkrafteinwirkung auf
das Zugseil mitgeführt werden. Dabei behalten die Mitnehmer, nämlich ein vorderer
und ein hinterer Mitnehmer, zwischen denen das elastische Element angeordnet ist,
vorteilhaft stets den gleichen Abstand relativ zueinander.
[0020] Um ein gleichmäßiges Auf- und Abrollen und ein gleichzeitiges und gegensinniges Aufwickeln
der beiden Teile des Zugseils bei gleichsinniger Drehrichtung der Welle auf die Wickelwelle
zu gewährleisten sind vorteilhaft parallel zur Welle zumindest zwei parallel zueinander
und zu der Welle liegende Achsen angeordnet, wobei sich die Achsen zumindest abschnittweise
in Längserstreckung der Welle erstrecken. Nimmt man auf jeder Seite des verlagerbaren
Elements ein Zugseil an, wird das Auf- und Abwickeln des einen Zugseils als auch das
Auf- und Abwickeln des anderen Zugseils auf jeder Seite der Welle jeweils durch zumindest
zwei, jeweils eine auf jeder der Achsen drehbaren und in Längserstreckung der Achsen
hin- und herbewegbaren Umlenkrollen unterstützt. Der eine Teil eines jeden Zugseils
wird dabei derart über oder unter der einen Umlenkrolle und der andere Teil des Zugseils
derart über oder unter der anderen Umlenkrolle geführt, dass bei Drehung der Welle,
egal ob im Uhrzeiger- oder gegen den Uhrzeigersinn die beiden Teile des Zugseils stets
gegensinnig zueinander auf die Welle aufgewickelt und von der Welle abgewickelt werden,
wobei sich die beiden Umlenkrollen gleichsinnig auf den Achsen in die eine oder die
andere Richtung bewegen.
[0021] Vorteilhaft ist die Dimensionierung des elastischen Elements unabhängig von dem Gewicht
des verlagerbaren oder bewegbaren Elements zu wählen, da bei Zugkrafteinwirkung auf
das Zugelement eine Entkopplung des Zugelements von dem elastischen erfindungsgemäß
durch die Mitnehmer erfolgt. Insofern kann die Dimensionierung des elastischen Elements
an die Ausgestaltung der bewegbaren Einheit derart angepasst werden, dass das elastische
Element mit den Zugelementen, nämlich die gesamte erfindungsgemäße Zugvorrichtung
einem Betrachter verborgen bleibt, da diese beispielsweise vollständig in Rahmenteilen
der bewegbaren Einheit angeordnet bzw. geführt ist.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele:
[0022] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen, werden nachstehend mit der Beschreibung
von bevorzugten Ausführungsbeispielen der Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt.
Dabei können die in den Ansprüchen und in der Beschreibung erwähnten Merkmale jeweils
einzeln für sich oder in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein. Dabei ist
zu beachten, dass die in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele nur beschreibenden
Charakter haben und diese nicht dazu gedacht ist, die Erfindung in irgendeiner Form
einzuschränken.
[0023] Es zeigen:
- Fig. 1
- in einer Prinzipskizze eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Zugvorrichtung,
- Fig. 2
- die Detailansicht B der Zugvorrichtung aus Figur 1
- Fig. 3
- eine schematische perspektivische Ansicht von schräg oben eines Gebäudeteils, etwa
eines Wintergartens, mit einer oberseitigen bewegbaren Einheit, die hier nebeneinander
fünf verlagerbare Elemente umfasst,
und
- Fig. 4
- eine schematische Skizze der auf den Achsen geführten Umlenkrollen.
[0024] In den unterschiedlichen Figuren sind gleiche Teile stets mit denselben Bezugszeichen
versehen, weshalb diese in der Regel nur einmal beschrieben werden.
[0025] Figur 1 zeigt in einer Prinzipskizze eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Zugvorrichtung 1 für eine bewegbare flächige Einheit 100 einer Gebäudeaußenhaut 200,
wie diese beispielhaft in Figur 3 in Form eines Wintergartens mit einer oberseitigen
bewegbaren Einheit 100, die fünf verlagerbare Elemente 30 umfasst, dargestellt ist.
[0026] Die Zugvorrichtung 1 umfasst zwei Zugelemente 2 in Form von Zugseilen 3, 3.1, die
beidseits das verlagerbare Element 30 halten und eine Bewegung, d.h. eine Verlagerung
des Elements 30 beim Ausüben einer Zugkraft ermöglichen. Im vorliegenden Fall, ist
das verlagerbare Element 30 in einer gegenüber der Horizontalen geneigten flachen
Einbaulage angeordnet, wobei ein Zugseil 3 links und das andere Zugseile 3.1 rechts
dem verlagerbaren Elements zugeordnet ist. In Öffnungsrichtung ist eine für beide
Zugseile 3, 3.1 gemeinsame Wickelwelle 4 angeordnet, beispielsweise ein Rohrmotor,
durch dessen Drehung durch Auf- oder Abwickeln der Zugseile 3,3.1 auf oder von der
Welle 4 Zugkraft auf die beiden Zugseile 3,3.1 ausgeübt wird. In der Figur am vorderen
Ende der Zugvorrichtung 1 werden die beiden Zugseile 3, 3.1 über achsgelagerte untere
Umlenkrollen 5, 5.1 von der Wickelwelle 4 kommend, zurück zu der Wickelwelle 4 umgelenkt.
Das verlagerbare Element 30 kann durch Umlenken der Zugseile 3, 3.1 von jeweils jedem
der beiden Zugseile 3, 3.1 sowohl in Öffnungsrichtung als auch in Schließrichtung
gezogen werden.
[0027] Die Zugseite 3, 3.1 sind hier im Querschnitt rund und weisen einen Durchmesser von
weniger als einem Zentimeter auf, zum Beispiel von etwa vier Millimetern. Auch ein
elliptischer oder flacher oder anderer Querschnitt kommt in Betracht. Ein geringer
Durchmesser ist günstig, um die Zugseile 3,3.1 auch unter sehr schmalen Rahmenteilen
40 optisch verdeckt halten zu können. Auch Flach- oder Rippenriemen oder ähnliches
sind grundsätzlich als Zugseile 3,3.1 vorstellbar.
[0028] Um beim Auf- und Abwickeln der Zugseile 3, 3.1 nicht erst diese spannen zu müssen,
sondem die Wirkung der ausgeübten Kraft vorteilhaft sofort auf das bewegbare Element
30 übertragen zu können, sind die Zugseile 3, 3.1 mittels eines elastischen Elements
6, 6.1 hier in Form einer Schraubenfeder, unter Vorspannung gehalten, Die Spannung
der Zugseile 3, 3.1 über das elastische Element 6, 6.1 sorgt zudem dafür, dass die
Zugseile 3, 3.1 zum einen nicht von einer der Umlenkrollen 5, 5.1, 7, 7.1 oder 8,
8.1 rutschen und zum anderen sorgt die Aufrechterhaltung der Spannung der Zugseile
3, 3.1 dafür, dass diese sauber auf und von der Wickelwelle 4 gewickelt werden.
[0029] Die Zugseile 3, 3.1 sind den äußeren Kanten des verlagerbaren Elements 30 zugeordnet
und laufen vorliegend zumindest abschnittsweise längs zur Bewegungsrichtung so weit
außen, dass diese, wie auch die gesamte Zugvorrichtung von jeweiligen Rahmenteilen
40 nach oben und unten überdeckt sein können und dadurch für einen Betrachter verdeckt
bleiben. Zur besseren Darstellung sind in der Figur die Rahmenteile 40 durchsichtig
ausgebildet.
[0030] Die jeweils sowohl in Öffnungsrichtung als auch in Schließrichtung wirksamen Zugseile
3, 3.1 sind über die gemeinsame Welle 4, die über einen Motor antreibbar sein kann,
beweglich. Die gemeinsame Welle 4 ist vorzugsweise in einem oberen Querrahmenteil
(hier nicht dargestellt) oder beispielsweise in einem auf die Gebäudeaußenhaut 200
gesetzten Kasten vorliegend quer, vorzugsweise orthogonal zur Zugrichtung der Zugseile
3, 3.1 gelegen.
[0031] Ein Teil oder Abschnitt und ein anderer Teil oder Abschnitt des linken Zugseils 3
und ein Teil oder Abschnitt und ein anderer Teil oder Abschnitt des rechten Zugseil
3.1 werden derart über der Wickelwelle 4 zugeordneten Umlenkrollen 7, 7.1 und 8, 8.1
gelenkt, dass jedes der Zugseile 3 und 3.1 mit zwei seiner Seilabschnitte gegensinnig
zueinander auf- und abwickelbar ist. Jedes der Zugseile 3, 3.1 wird daher bei Drehung
der Welle 15, egal ob im oder gegen den Uhrzeigersinn, sowohl auf- und abgewickelt
und läuft, wie in der Figur dargestellt, nach Umlenkung über die je zwei oberen Umlenkrollen
7, 7.1 und 8, 8.1 parallel zum verlagerbaren Element 30. Zusätzliche Führungsrollen
können dabei vorgesehen sein und unterlaufen werden. Die Umlenkrollen 7, 7.1 und 8,
8.1 sind auf parallel zu der Längserstreckung der Wickelwelle zumindest abschnittweise
ausgebildeten Achsen 12 und 12.1, die in der Figur als durchgängige Achsen dargestellt
sind, drehbar und in Längserstreckung der Achsen 12, 12.1 auf den Achsen 12, 12.1
hin- und herbewegbar angeordnet, was durch die Pfeile 60 in der Figur angezeigt ist.
Die synchrone Bewegung der Umlenkrollen 7, 7.1 und 8, 8.1 auf den Achsen 12, 12.1
in die eine oder die andere Richtung erlaubt eine saubere Führung der Seile 3, 3.1
beim Auf- und Abwickeln auf bzw. von der Wickelwelle 4, wobei die auf die Wickelwelle
4 abgelegten Seilabschnitte parallel zueinander ohne eine Überkreuzung von Seilabschnitten
auf der Welle 4 angeordnet, d.h. gewickelt werden.
[0032] Beim gleichzeitigen Auf- und Abwickeln üben die Zugseile 3, 3.1 auf das verlagerbare
Element 30 eine Zugkraft in Richtung des Pfeils 50 aus, um das verlagerbare Element
30 in die Offen- oder Schließstellung zu bewegen.
[0033] Aufgrund der Vorspannung durch das elastische Element 6, 6.1 kommt es beim Auf- und
Abwickeln nicht zu einem Durchhängen der Seile 3, 3.1, sondem diese behalten aufgrund
der vorgespannten Einbaulage ihren außerhalb der Umlenkrollen geradlinigen Verlauf
und springen nicht von den Umlenkrollen 5, 5.1, 7, 7.1 oder 8, 8.1, insbesondere nicht
aus deren Hohlkehlen.
[0034] Wie in der Detailansicht B aus Figur in der Figur 2 zu erkennen ist, ist das elastische
Element 6 zwischen zwei Mitnehmern 9.1, 9.2 angeordnet. Das gleiche gilt für das elastische
Element 6.1, dass zwischen den Mitnehmern 10.1, 10.2 angeordnet ist. Jeweils ein Mitnehmer
9.1 und 10.1 ist in Schließrichtung vor den elastischen Elementen 6 und 6.1 und jeweils
ein Mitnehmer 9.2 und 10.2 in Offenstellungsrichtung vor den elastischen Elementen
6 und 6.1 angeordnet. Die Mitnehmer 9.1 und 9.2 sowie die Mitnehmer 10.1 und 10.2
bilden jeweils ein Mitnehmerpaar. Die elastischen Elemente 6 und 6.1 sind jeweils
über ihre beiden Enden jeweils mit einem der beiden Enden der Zugseile 3, 3.1 verbunden,
wobei an den Enden der Zugseile 3, 3.1 Anschlagpunkte 11.1, 11.2, 11.3, 11.4, vorliegend
in Form von Knoten ausgebildet sind, die dazu dienen, bei Zugkrafteinwirkung auf das
Zugseil 3, 3.1 an die Mitnehmer 9.1, 9.2 und 10.1, 10.2 anzuschlagen, wodurch die
Mitnehmer 9.1, 9.2 und 10.1, 10.2 in Richtung der Zugkrafteinwirkung mit dem Zugseil
3, 3.1 geführt werden. Durch das gleichzeitige gegensinnige Auf- und Abwickeln der
Zugseile 3 und 3.1 von und auf die Welle behalten die Mitnehmer 9.1, 9.2 und die Mitnehmer
10.1 und 10.2 dabei stets den gleichen Abstand zueinander. Durch die Mitnehmer 9.1,
9.2 und 10.1, 10.2 sind beidseitig der Zugvorrichtung 1 die Zugseile 3 und 3.1 geführt,
wodurch die Mitnehmer 9.1, 9.2 und 10.1, 10.2 relativ zum Zugseil an diesem in dessen
Längserstreckung zwar zumindest in Richtung der Zugkrafteinwirkung verschiebbar sind,
diese jedoch, wie oben beschrieben, mit dem Zugseil 3, 3.1 in Richtung der Zugkrafteinwirkung
geführt oder gezogen werden. Durch die Verschiebbarkeit der Mitnehmer relativ zum
Zugseil in der Richtung der Zugkrafteinwirkung bleibt über die Zugspannung des mit
dem Zugseil 3, 3.1 zumindest kraft- und/oder formschlüssig verbundenen elastischen
Elements 6, 6.1, das zwischen den Mitnehmern 9.1, 9.2 und 10.1, 10.2, nämlich jeweils
hinter den Anschlagpunkten 11.1, 11.2, 11.3, 11.4 mit dem Zugseil 3 oder 3.1 verbunden
ist, das Zugseil 3, 3.1 stets vorgespannt ist. Jedoch bei Zugkrafteinwirkung auf das
Zugseil 3, 3.1, unabhängig davon, ob das verlagerbare Element 30 in Schließ- oder
Offenstellung gebracht wird, wird keine Zugskraft auf das elastische Element 6, 6.1
ausgeübt, da die Zugkraft durch anschlagen der Anschlagpunkte 11.1, 11.2, 11.3, 11.4
an die Mitnehmer 9.1, 9.2, 10.1, 10.2 über die Mitnehmer 9.1, 9.2, 10.1, 10.2 direkt
auf das verlagerbare Element 30 übertragen wird. Dadurch das die Mitnehmer 9.1, 9.2
und 10.1, 10.2 durch das gleichzeitige Auf- und Abwickeln des Zugseils 3, 3.1 auf
oder von der Welle 4 stets den gleichen Abstand zueinander behalten, wird das zwischen
den Mitnehmern 9.1, 9.2 und 10.1, 10.2 angeordnete und mit den Enden des Zugseils
3, 3.1 verbundene elastische Element 6, 6.1 bei Zugkrafteinwirkung auf das Zugseil
3, 3.1 nicht gelängt, d.h. es wird außerhalb der Vorspannung des Zugseils 3, 3.1 keine
zusätzliche Zugkraft auf das elastische Element 6, 6.1 ausgeübt. Gleichzeitig jedoch
kann sich das elastische Element 6, 6.1, dass vorteilhaft unter Vorspannung in der
Zugvorrichtung 1 verbaut ist, zusammenziehen, d. h. versuchen in seine Ursprungsform
zurückzukehren, wodurch das mit dem elastischen Element 6, 6.1 verbundene Zugseil
3, 3.1 durch Zugkrafteinwirkung durch das elastische Element 6, 6.1 gespannt wird.
Durch diese Anordnung des elastischen Elements 6, 6.1 jeweils zwischen Mitnehmern
9.1, 9.2 und 10.1, 10.2 kann die Federkonstante des elastischen Elements 6, 6.1 unabhängig
von dem Gewicht des verlagerbar abgestützten Elements 30 gewählt werden. Sämtliche
Teile der Zugvorrichtung 1 können in oder unter Rahmenelementen 40 geführt werden.
Vorteilhaft sind in den Rahmenelemente 40 Führungsnuten ausgebildet, an oder in denen
die Mitnehmer 9.1, 9.2, 10.1, 10.2 geführt werden. Natürlich können die Führungsnuten
auch in anderen Bauteilen als den Rahmenelementen 40 ausgestaltet sein, oder die Führungsnuten
können nachträglich in eine bewegbare Einheit 100 beispielsweise in Form eines Strangprofils
mit Führungsnut eingebaut werden.
[0035] Figur 3 zeigt eine bewegbare Einheit, die insgesamt mit 100 bezeichnet ist. Sie ist
in oder an einer Gebäudeaußenhaut 200, zum Beispiel einem Dach oder einem Wintergarten,
angeordnet. Die Einheit 1 hat dabei eine flächige Gesamtanmutung. Die Einheit 100
umfasst ein oder mehrere verlagerbare Elemente 30, die innerhalb eines Rahmens 40
gehalten sind. Dieser ist in einer Durchbrechung der Außenhaut 200 angeordnet. Das
zumindest eine in dem Rahmen 40 geführte verlagerbare Element 30 kann zum Beispiel
ein vertikal stehendes oder schräg stehendes Fenster oder eine Tür oder Fluchtluke
bilden. Beispielsweise kann eine solche Schiebeeinheit schräg stehend im Dach eines
Wintergartens oder auch innerhalb eines anderweitig ausgestalteten Gebäudedachs, z.
B. umgeben von einer üblichen Dachdeckung, angeordnet werden.
[0036] Im gezeichneten Ausführungsbeispiel weist die Schiebeeinheit 100 einen die Durchbrechung
zumindest teilweise umgrenzenden Rahmen 40 auf, der beispielsweise eine Rechteckform
aufweist und nach der Figur 3 fünf Unterfächer ausbildet, in denen jeweils ein Element
30 verlagerbar ist. Natürlich kann der Rahmen 40 auch eine andere Zahl von Fächern,
etwa auch nur ein Fach mit einem verlagerbaren Element 30, umgrenzen.
[0037] Die mehreren verlagerbaren Elemente 30 können auch miteinander derart verbunden sein,
dass sie nur gemeinsam bewegt werden können, zum Beispiel über ein oberes Querprofil
(hier nicht eingezeichnet). Die Zugseile 3, 3.1 können dann zur Bewegung der gesamten
Einheit 100 mit mehreren verlagerbaren Elementen 30 hinreichend sein.
[0038] In der Figur sind die verlagerbar gehaltenen Elemente 30 als Fenster ausgebildet
und können beispielsweise eine schwere Glasscheibe aus ein- oder mehrlagigem Sicherheitsglas
umfassen, die selbst auch rahmenlos ausgebildet sein kann, was optisch besonders elegant
ist. Es können auch mehrere derartige Elemente 30 übereinander gehalten und beispielsweise
mit Mitnehmern versehen sein, so dass das Aufziehen eines solchen Elements 30 automatisch
weitere Elemente 30 mit öffnet bzw. umgekehrt auch wieder mit schließt.
[0039] Das verlagerbare Element 30 ist zwischen einer die Durchbrechung überdeckenden Schließstellung
und einer die Durchbrechung zumindest teilweise freigebenden Offenstellung mit einer
parallel zur Rahmenebene erstreckten Bewegungskomponente verlagerbar.
[0040] Das verlagerbare Element 30 ist dabei als relativ flacher und im wesentlichen quaderförmiger
Körper ausgebildet. Die Dicke des Elements 30 kann erheblich - je nach Einsatzzweck
- variieren.
[0041] Figur 4 zeigt die auf den Achsen 12 und 12.1 geführten Umlenkrollen 7 und 7.1 und
die auf den Achsen 12 und 12.1 geführten Umlenkrollen 8 und 8.1 der Zugvorrichtung
1 aus Figur 1 in einer Detailansicht Entgegen der Darstellung in der Figur 1, wird
das Zugseil 2,3 bzw. das Zugseil 2,3.1 über die Umlenkrollen 7.1 und 8.1 geführt.
Zudem sind die Achsen 12 und 12.1 derart übereinander liegend angeordnet und weisen
einen so geringen Abstand auf, dass die untere Achse 12.1 ein Abspringen der Zugseile
2,3 und 2,3.1 von den oberen Umlenkrollen 7 und 8 verhindert und die obere Achse 12
ein Abspringen der Zugseile 2,3 und 2,3.1 von den unteren Umlenkrollen 7.1 und 8.1
verhindert. Ein Abspringen der Zugseile 2.3 und 2,3.1 von den Umlenkrollen 5 und 5.1
wird durch die axiale Aufnahme der Umlenkrollen 5 und 5.1 in einem Gabelkopf verhindert
(hier nicht dargestellt), so dass insgesamt mit der vorteilhaften Ausgestaltung der
übereinander angeordneten Achsen 12 und 12.1 mit den darauf geführten Umlenkrollen
7 und 7.1 und den Umlenkrollen 8 und 8.1 ein Abspringen der Zugseile 2,3 und 2,3.1
über die gesamte Baulänge der erfinderischen Zugvorrichtung 1 effektiv verhindert,
ja sogar vollständig ausgeschlossen werden kann. Die Pfeile in der Figur 4 zeigen
die synchrone Bewegungsrichtung der Umlenkrollen 7 und 7.1 und der Umlenkrollen 8
und 8.1 entlang der Längserstreckung der Achsen 12 und 12.1 beim Auf- und Abwickeln
der Zugseile 2,3 und 2,3.1 auf oder von der Welle an, nämlich sowohl synchron nach
rechts oder synchron nach links in der Darstellung der Figur 4. Vorteilhaft behalten
die Umlenkrollen 7 und 7.1 und 8 und 8.1, die auch jeweils als Umlenkrollenpaar bezeichnet
werden können, bei deren Bewegung auf den Achsen 12 und 12.1 relativ zueinander immer
den gleichen Abstand.
[0042] Das verlagerbare Element 30 kann auch Teil einer Baueinheit oder Einheit in Form
eines Wind- oder Sichtschutzzaunes sein. Um unterschiedliche Bewegungsrichtungen von
mehreren verlagerbaren Elementen 30 relativ zueinander zu realisieren, sind vorteilhaft
den verlagerbaren Elementen 30 unterschiedliche Wickelwellen 4 oder ganz allgemein
Antriebsvorrichtungen, beispielsweise in Form von Rohrmotoren zugeordnet, über die
über zumindest ein Zugseil 3,3.1 Zugkraft auf das jeweilige Element 30 ausgeübt wird,
so dass ein erstes Element 30 beispielweise nach oben und eine weiteres Element 30
relativ zum ersten Element 30 beispielsweise nach unten gefahren werden kann. Das
gleiche gilt für entgegengesetzte Bewegungsrichtungen von mindestens zwei relativ
zueinander hin oder voneinander weg bewegbaren Elementen 30.
1. Zugvorrichtung (1) für eine bewegbare flächige Einheit (100) einer Gebäudeaußenhaut
(200), wobei die Einheit (100) einen eine Durchbrechung der Außenhaut (200) zumindest
teilweise umgrenzenden Rahmen (40) und zumindest ein verlagerbar abgestütztes Element
(30) mit äußeren Kanten umfasst, das zwischen einer die Durchbrechung überdeckenden
Schließstellung und einer die Durchbrechung zumindest teilweise freigebenden Offenstellung
über wenigstens ein zumindest abschnittsweise parallel zur Rahmenebene sich erstreckenden
Zugelement (2) verlagerbar ist, wobei mittels zumindest eines elastischen Elements
(6,6.1), das mit dem Zugelement (2) zumindest kraft- und/oder formschlüssig verbunden
ist, das Zugelement (2) unter Vorspannung gehalten wird,
dadurch gekennzeichnet, dass bei Zugkrafteinwirkung auf das Zugelement (2) dieses unter Aufrechterhaltung der
kraft- und/oder formschlüssigen Verbindung mit dem elastischen Element (6,6.1) zugkrafttechnisch
von dem elastischen Element (6,6.1) entkoppelt ist.
2. Zugvorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (2) zumindest kraft- und/oder formschlüssig mit zumindest einem Mitnehmer
(9.1,9.2,10.1,10.2) verbunden ist, insbesondere das Zugelement (2) mit seinen beiden
Enden mit zumindest zwei Mitnehmern (9.1,9.2,10.1,10.2) verbunden ist, wobei die Mitnehmer
(9.1,9.2,10.1,10.2) bei Zugkrafteinwirkung auf das Zugelement (2) eine Zugkraft auf
das verlagerbare Element (30) übertragen und die Mitnehmer das elastische Element
(6,6.1) zugkrafttechnisch von dem Zugelement (2) entkoppeln.
3. Zugvorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Zugelement (2) ein Zugseil (3,3.1) ist, dass durch den Mitnehmer (9.1,9.2,10.1,10.2)
läuft, und wobei zumindest ein Ende des Zugseils (3,3.1) mit dem elastischen Element
(6,6.1) verbunden ist.
4. Zugvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch zumindest zwei Zugelemente (2), wobei jedes Zugelement (2) jeweils einer äußeren
Kanten des verlagerbaren Elements (30) zugeordnet ist
5. Zugvorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass beide Zugelemente (2) Zugseile sind (3,3.1), wobei jeweils beide Enden jedes der
Zugseile (3,3.1) zumindest kraft- und/oder formschlüssig mit dem elastischen Element
(6,6.1) verbunden sind.
6. Zugvorrichtung (1) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden der Zugseile (3,3.1) jeweils durch einen Mitnehmer (9.1,9.2,10.1,10.2)
geführt sind, wobei an jeder der äußeren Kanten des verlagerbaren Elements (30) jeweils
zumindest ein elastisches Element (6,6.1) einem Zugseil (3,3.1) zugeordnet zwischen
jeweils zwei Mitnehmern (9.1,9.2,10.1,10.2) angeordnet ist.
7. Zugvorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Zugelement (2) beim Öffnen und beim Schließen eine Zugkraft auf das verlagerbare
Element (30) überträgt.
8. Zugvorrichtung (1) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die in Öffnungsrichtung und die in Schließrichtung wirksame Zugkraft des Zugseils
(3,3.1) auf das verlagerbare Element (30) durch gegensinniges zueinander auf- und
abwickeln des durch den einen Mitnehmer (9.1,10.1) und des durch den anderen Mitnehmer
(9.2,10.2) geführten Teil des Zugseils (3,3.1) auf einer Welle (4) erfolgt, insbesondere
beide Zugseile (3,3.1) auf einer gemeinsamen Welle (4) jeweils für sich gegensinnig
auf- und abwickelbar sind.
9. Zugvorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass parallel zur Welle (4) zumindest zwei Achsen (12,12.1) angeordnet sind, die sich
zumindest abschnittweise in Längserstreckung der Welle (4) erstrecken, wobei auf jeder
der Achsen (12,12.1) jeweils zumindest eine Umlenkrolle (7,7.1,8, 8.1) drehbar und
in Längserstreckung der Achsen (12,12.1) hin- und herbewegbar angeordnet ist, wobei
ein Teil oder Abschnitt des Zugseils (3,3.1) derart über die eine Umlenkrolle (7,8)
und der andere Teil oder Abschnitt des Zugseils (3,3.1) derart über die andere Umlenkrolle
(7.1,8.1) geführt wird, dass bei gleichsinniger Drehung der Welle (4) die beiden Teile
oder Abschnitte des Zugseils (3,3.1) gegensinnig zueinander auf die Welle (4) aufgewickelt
und von der Welle (4) abgewickelt werden, wobei sich die beiden Umlenkrollen (7,7.1)
und (8,8.1) relativ zueinander in Längserstreckung der Achsen (12,12.1) aufeinander
zu und/oder voneinander weg bewegen.
10. Zugvorrichtung (1) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Federkonstante des elastischen Elements (6,6.1) unabhängig von dem Gewicht des
verlagerbar abgestützten Elements (30) ist, insbesondere das elastische Element (30)
eine Feder, ein gummielastisches Element, eine Luftfeder, eine Gasdruckfeder und/oder
ein gummielastischer Abschnitt des Zugelements (2) ist.