(19)
(11) EP 3 636 125 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
15.04.2020  Patentblatt  2020/16

(21) Anmeldenummer: 19194940.3

(22) Anmeldetag:  02.09.2019
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
A47L 9/06(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 24.09.2018 DE 102018123465

(71) Anmelder: Wessel-Werk GmbH
51580 Reichshof-Wildbergerhütte (DE)

(72) Erfinder:
  • Zydek, Martin
    57489 Drolshagen (DE)

(74) Vertreter: Andrejewski - Honke Patent- und Rechtsanwälte Partnerschaft mbB 
An der Reichsbank 8
45127 Essen
45127 Essen (DE)

   


(54) STAUBSAUGERBODENDÜSENANORDNUNG


(57) Die Erfindung betrifft eine Staubsaugerbodendüsenanordnung umfassend ein Gehäuse (1) mit einem an eine Saugluftführung angeschlossenen Saugkanal (3) und ein erstes unterseitig an dem Gehäuse (1) angeordnetes und eine erste Gleitsohle (5a) sowie ein mit dem Saugkanal (3) verbundenen Saugmund (6a) aufweisendes Unterteil (4a). Erfindungsgemäß ist das erste Unterteil (4a) mit dem Gehäuse (1) zur Bildung einer Staubsaugerbodendüse in einer ersten Konfiguration lösbar verbunden. Die Staubsaugerbodendüsenanordnung umfasst ferner ein zweites Unterteil (4b) mit einer zweiten Gleitsohle (5b) und mit einem Saugmund (6b). Das zweite Unterteil (4b) weist gegenüber dem ersten Unterteil (4a) eine abweichende Geometrie auf und ist im Austausch mit dem ersten Unterteil (4a) zur Bildung einer Staubsaugerbodendüse in einer zweiten Konfiguration an dem Gehäuse (1) lösbar befestigbar.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Staubsaugerbodendüsenanordnung umfassend ein Gehäuse mit einem an eine Saugluftführung angeschlossenen Saugkanal und ein erstes unterseitig an dem Gehäuse angeordnetes und eine erste Gleitsohle sowie einen mit dem Saugkanal verbundenen Saugmund aufweisendes Unterteil.

[0002] Staubsaugerbodendüsen stehen in Kontakt mit einer zu reinigenden Bodenfläche und lenken einen in das System des Staubsaugers eintretenden Saugluftstrom. Hierdurch sind sie im erheblichen Maße mit für die Reinigungswirkung verantwortlich, da die lokalen Strömungs- und Druckverhältnisse maßgeblich für die Menge an Schmutz sind, welcher mit dem Saugluftstrom abgetragen werden kann. Dabei können besondere Ausgestaltungen der Staubsaugerdüse auch die Ablösung von an der Bodenfläche anhaftendem Schmutz befördern.

[0003] Die von Staubsaugern zu reinigenden Bodenflächen weisen sehr unterschiedliche Eigenschaften auf. So ist eine Trockenreinigung durch Haushaltsstaubsauger insbesondere bei glatten Hartböden (beispielsweise Parkett, Kunststoffbeläge etc.), gefugten Hartböden (beispielsweise Fliesen) und unterschiedlichen Härtearten von textilen Bodenbelägen üblich. Selbst innerhalb der textilen Bodenbeläge ergeben sich unterschiedliche Eigenschaften bezüglich der Kompressibilität und Luftdurchlässigkeit beispielsweise zwischen kurz- und langflorigen Teppichen. Zur Erzielung eines optimalen Reinigungsergebnisses ist daher auch immer eine Anpassung der Staubsaugerbodendüse an den spezifischen Bodenbelag erforderlich. Dies gilt insbesondere dann, wenn - beispielsweise aufgrund von Energiesparvorschriften oder bei einer Portabilität des Staubsaugers nur eine geringe Saugleistung zur Verfügung steht.

[0004] Vor diesem Hintergrund hat sich bei Staubsaugerbodendüsen in der Vergangenheit eine zunehmende Spezialisierung auf Typen und Subtypen des Fußbodenbelags etabliert. Dabei ist es einerseits bekannt, Staubsaugerbodendüsen durch bewegliche Funktionsgruppen zwischen unterschiedlichen Funktionsstellungen verstellbar auszugestalten. Beispielsweise können Dicht- und/oder Stützelemente in abgesenkte bzw. angehobene Positionen verfahren werden, um den Bodenkontakt der Staubsaugerbodendüse zu steuern und gleichzeitig den einströmenden Saugluftstrom zu formen. Die Verstellmöglichkeiten in Bezug auf die Form des Saugmundes sind jedoch sehr begrenzt oder nur mit überproportionalem technischen Aufwand umzusetzen.

[0005] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, für verschiedene Einsatzszenarien verschiedene, im Wesentlichen nicht einstellbare, Staubsaugerdüsentypen vorzuhalten. Hierbei ist eine besonders gute Anpassung an den jeweiligen spezialisierten Einsatzzweck möglich. Insbesondere lässt sich bei verschiedenen Staubsaugerdüsen die Form des gesamten Düsenkörpers, des Saugmundes und der Unterseite stark variieren. Hier ist jedoch von Nachteil, dass bei verschiedenen Staubsaugerdüsen der Material- und Produktionsaufwand erheblich ansteigt. Auch müssen die unterschiedlichen Düsen vom Benutzer gelagert und im Benutzungsfall mitgeführt werden, damit ein bedarfsgerechter Austausch erfolgen kann.

[0006] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Anpassung einer Staubsaugerbodendüse an unterschiedliche Fußbodenbelagstypen zu ermöglichen. Hierbei soll insbesondere die Material- und Platzeffizienz gewahrt bleiben.

[0007] Gegenstand der Erfindung und Lösung dieser Aufgabe ist eine Staubsaugerbodendüsenanordnung gemäß Anspruch 1. Bevorzugte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.

[0008] Ausgehend von der gattungsgemäßen Staubsaugerbodendüsenanordnung ist das erste Unterteil erfindungsgemäß mit dem Gehäuse zur Bildung einer Staubsaugerbodendüse in einer ersten Konfiguration lösbar verbunden. Die Staubsaugerbodendüsenanordnung weist ferner ein zweites Unterteil mit einer zweiten Gleitsohle und mit einem zweiten Saugmund auf. Das zweite Unterteil weist gegenüber dem ersten Unterteil eine abweichende Geometrie auf und ist im Austausch mit dem ersten Unterteil unter Bildung einer Staubsaugerbodendüse in einer zweiten Konfiguration an dem Gehäuse lösbar befestigbar. Dabei ist der zweite Saugmund mit dem Saugkanal verbunden.

[0009] Der jeweilige Saugmund und die jeweilige Gleitsohle sind dabei Teil des Entsprechenden Unterteils. Insbesondere kann das erste bzw. zweite Unterteil im Wesentlichen als Formteil ausgebildet sein, bei dem zumindest ein Teil der Unterseite die entsprechende Gleitsohle bildet und der entsprechende Saugmund durch eine unterseitige Öffnung gebildet wird. Das Formteil kann insbesondere einstückig -etwa durch Spritzguss- hergestellt sein. An dem Formteil können Anbauteile -wie insbesondere Fadenheber- vorgesehen sein.

[0010] Im Rahmen der Erfindung ist es möglich, eine weitgehende Anpassung der Staubsaugergeometrie vorzunehmen, ohne hierbei eine komplette zweite Staubsaugerdüse anfertigen, lagern und mitführen zu müssen. So ist es insbesondere auch bei einem einzigen Staubsaugerdüsengehäuse möglich, Anpassung vorzunehmen, welche sich auf die Geometrie und Ausgestaltung des Saugmundes und der Gleitsohle beziehen. Unterschiede hierbei sind einerseits sehr schwierig durch mechanische Verstellung umzusetzen und andererseits von größerer Bedeutung insbesondere bei der Differenzierung zwischen unterschiedlichen textilen Bodenbelägen. So weist beispielsweise ein kurzfloriger Industrieteppich eine höhere mechanische Tragkraft und geringere Luftdurchlässigkeit als ein hochfloriger Wohnraumteppich auf. Die erfindungsgemäße Lehre ist insbesondere dann von Vorteil, wenn besonders viel unterschiedliche Arten von Bodenbelägen mit höchstmöglicher Effizienz und Gründlichkeit gereinigt werden müssen, wie beispielsweise bei der kommerziellen Gebäudereinigung. Aber auch im privaten Bereich beim Einsatz auf unterschiedlichen Fußbodentypen liefert die erfindungsgemäße Staubsaugerbodendüsenanordnung einen erheblichen Mehrwert. Die erfindungsgemäße Staubsaugerbodendüsenanordnung ist insbesondere für die Trockenreinigung vorgesehen.

[0011] In einer bevorzugten Ausgestaltung weisen die erste Gleitsohle des ersten Unterteils und/oder die zweite Gleitsohle des zweiten Unterteils eine in der Arbeitsrichtung vor dem Saugmund angeordnete Aufgleitschräge und eine in der Arbeitsrichtung hinter dem Saugmund angeordnete Abgleitschräge auf. Diese können dann besonders einfach in ihrer Ausprägung, Position und Formgebung durch einen Austausch des ersten Unterteils gegen das zweite Unterteil variiert werden.

[0012] Vorzugsweise weist die Aufgleitschräge des ersten Unterteils und/oder des zweiten Unterteils eine Breite von zumindest 15 mm auf und ist gegenüber der Horizontalen um einen Winkel zwischen 5° und 15° geneigt.

[0013] Zweckmäßigerweise weist die Abgleitschräge des ersten Unterteils und/oder des zweiten Unterteils eine Breite von zumindest 25 mm auf und ist gegenüber der Horizontalen um einen Winkel zwischen 3° und 10° geneigt.

[0014] Vorzugsweise macht das erste Unterteil zumindest 50 % der Fläche der Unterseite der Staubsaugerbodendüse in der ersten Konfiguration und/oder das zweite Unterteil zumindest 50 % der Staubsaugerbodendüse gemäß der zweiten Konfiguration auf. Dadurch, dass zumindest die Hälfte der Unterseite austauschbar ist, lässt sich mit einfachen Mitteln eine besonders weitreichende Umgestaltung des Düsenkörpers insbesondere dessen Unterseite erzielen. Vorzugsweise macht das erste Unterteil und/oder das zweite Unterteil zumindest 90 %, insbesondere zumindest 95 %, ganz bevorzugt im Wesentlichen die gesamte Unterseite der Staubsaugerbodendüse aus. Hierbei können ein übergreifender Rand des Gehäuses, sowie Bereiche mit absenkbaren Dicht- und/oder Stützelementen außer Betracht bleiben. Je größer die ausgetauschte Fläche an der Unterseite des Gehäuses ist, desto größer ist die Gestaltungsfreiheit und die Anpassungsmöglichkeit der Staubsaugerbodendüse in der ersten bzw. zweiten Konfiguration.

[0015] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung macht der Saugmund maximal die Hälfte, vorzugsweise maximal 30 bis 45 % der Fläche der Unterseite des ersten Unterteils und/oder des zweiten Unterteils aus. Das Unterteil soll somit ausdrücklich auch andere wesentliche Funktionseinheiten wie einen Gleitbereich und/oder eigene separate Abstützelemente aufweist.

[0016] In einer besonders bevorzugten Ausgestaltung weist der Saugmund des ersten Unterteils eine größere Querschnittsfläche als der Saugmund des zweiten Unterteils auf. Durch die Variation des freien Strömungsquerschnittes kann die Saugkraft Wirkung bei einem geringeren Querschnitt auf einen kleineren Bereich konzentriert werden, wobei auch höhere Strömungsgeschwindigkeiten auftreten. Dies ist insbesondere bei der Verwendung auf besonders langflorigen Teppichen von Vorteil, damit der Saugluftstrom auch tief in das textile Material eindringen kann. Gleichzeitig belässt ein kleinerer Saugmund eine größere zur Abstützung geeignete Gleitfläche an dem Unterteil, so dass die gebildete Staubsaugerbodendüse in den weicheren Langflor-Teppich weniger tief einsinkt.

[0017] In einer weiteren alternativen Ausgestaltung kann jedoch vorgesehen sein, dass die Querschnittsfläche des ersten Saugmundes und die Querschnittsfläche des zweiten Saugmundes gleich groß sind. Dann können sich die beiden Unterteile insbesondere durch die Form und/oder Positionierung des Saugmundes unterscheiden. Hierdurch können sehr individuell an den jeweiligen Einsatzzweck angepasste Saugeigenschaften bereitgestellt werden.

[0018] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann an dem ersten Unterteil und/oder an dem zweiten Unterteil ein drehbar gehaltenes Abstützelement, insbesondere ein Laufrad oder eine Laufwalze, angeordnet sein. Dieses Abstützelement ist insbesondere gegenüber dem Unterteil nicht verschiebbar ausgebildet, so dass auf Hartböden jeweils eine konstante Abstützung erfolgt. Vorzugsweise kann das erste und das zweite Unterteil jeweils durch Verriegelungselemente an dem Gehäuse befestigt werden. Insbesondere wird die Befestigung dabei einseitig durch Formschluss bereitgestellt, so dass lediglich an einer gegenüberliegenden Seite ein Befestigungselement vorgesehen sein muss.

[0019] Das Befestigungselement kann dabei an den jeweiligen Unterteilen aber auch am Gehäuse angeordnet sein.

[0020] Insbesondere kommen als lösbare Befestigungselemente Rastverbindungen, Sperrschieber und/oder rotatorische Verriegelungselemente in Betracht. Letztere können insbesondere durch Schrauben und/oder Dreh-Bajonettverschlüsse gebildet sein.

[0021] Die Verriegelungselemente sind insbesondere werkzeuglos bedienbar. Das heißt, sie können mit bloßen Händen oder unter Zuhilfenahme einfacher Hilfsmittel wie beispielsweise einer Münze gelöst oder geschlossen werden.

[0022] Zur Verbindung des Saugkanals mit dem an dem ersten Unterteil bzw. an dem zweiten Unterteil angeordneten Saugmund ist vorzugsweise an dem entsprechenden Unterteil ein oberhalb des Saugmundes angeordneter Saugraum mit einer zentralen Öffnung vorgesehen. Beim Verbinden des entsprechenden Unterteils mit dem Gehäuse wird die Öffnung mit dem Saugkanal verbunden.

[0023] Hierzu weist der Saugkanal vorzugsweise einen Aufnahmebereich auf, in den das Unterteil mit einem zugeordneten Verbindungsstutzen hineinragt. Hierdurch kann eine sichere Luftführung gewährleistet werden, ohne dass eine - optional mögliche - Abdichtung mittels Dichtmitteln vorgesehen sein muss.

[0024] Selbstverständlich ist es im Rahmen der Erfindung möglich, dass mehr als zwei separate Unterteile mit dem Gehäuse verbindbar sind. Insbesondere für den professionellen Bereich ist eine Vielzahl von spezialisierten Unterteilen für spezifische Anwendungen zweckmäßig.

[0025] Gegenstand der Erfindung ist auch ein Staubsauger umfassend ein Gehäuse mit einem darin angeordneten Gebläse zur Erzeugung eines Saugluftstromes sowie einem Schmutzsammelraum zur Abscheidung von in dem Saugluftstrom mitgeführten Schmutzpartikeln. An eine mit dem Schmutzsammelraum verbundene Saugluftführung ist ein zuvor stehend beschriebenes Gehäuse angeschlossen, mit dem alternativ zumindest zwei Unterteile zur Bildung eines Saugmundes sowie einer Gleitsohle befestigbar sind.

[0026] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellenden Zeichnungen erläutert. Es zeigen dabei schematisch:
Fig. 1
eine Unteransicht eine im Rahmen der erfindungsgemäßen Staubsaugerdüsenanordnung gebildete ersten Konfiguration
Fig. 2A
unterseitige Ansicht eines zweiten Unterteils und
Fig. 2B
oberseitige Ansicht des Unterteils aus Fig. 2A.


[0027] Die Fig. 1 zeigt in der Untersicht eine erste, im Rahmen eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Staubsaugerbodendüsenanordnung gebildete Saugkonfiguration. Hierbei ist ein Gehäuse 1 vorgesehen, welches mittels eines im rückwärtigen Bereich angeordneten Sauganschlussstutzens 2 zur Verbindung eines im Inneren angeordneten Saugkanals 3 mit der Saugluftführung eines Staubsaugers vorgesehen. Unterseitig an dem Gehäuse ist ein erstes Unterteil 4a angeordnet, welches eine erste Gleitsohle 5a sowie einen ersten mit dem Saugkanal 3 verbundenen Saugmund 6a aufweist.

[0028] In der Gleitsohle 5a sind vor und hinter dem Saugmund 6a Borstenstreifen 7 als Fadenheber vorgesehen. Die Staubsaugerbodendüse erstreckt sich im Wesentlichen in einer Arbeitsrichtung x sowie in einer Querrichtung y. Im gezeigten Ausführungsbeispiel weist das erste Unterteil 4a im Bereich der Gleitsohle 5a sowohl eine in der Arbeitsrichtung x vor dem Saugmund 6a angeordnete Aufgleitschräge als auch eine in der Arbeitsrichtung x hinter dem Saugmund 6a angeordnete Abgleitschräge auf. Dabei beträgt die Breite a1 der Aufgleitschräge in der Arbeitsrichtung x zumindest 15 mm die Breite b1 der Abgleitschräge in der Arbeitsrichtung x beträgt zumindest 25 mm. Sowohl die Aufgleitschräge als auch die Abgleitschräge sind im Wesentlichen plan ausgebildet, wobei sie gegenüber einer durch die vordere und hintere Kante des Saugmundes 6a definierte Horizontale um einen Winkel zwischen 5° und 15° bzw. zwischen 3° und 10° geneigt sind.

[0029] Zwischen der in Arbeitsrichtung x vorderen Kante des Unterteils 4a und dem äußeren Rand des Gehäuses 1 ist ein Spalt vorgesehen, in welchem ein gegenüber dem Gehäuse 1 verstellbarer Bürstenstreifen 8 angeordnet ist. Dieser dient zur Verstellung der Staubsaugerbodendüse gemäß der gezeigten ersten Konfiguration zwischen einer Teppichbodenstellung mit angehobenem Bürstenstreifen und einer Glattbodenstellung mit abgesenktem Bürstenstreifen. Zur rückwärtigen Abstützung des Gehäuses 1 ist im Bereich der Abgleitschräge des Unterteils 4a eine Laufrolle 9 angeordnet.

[0030] Erfindungsgemäß ist das Unterteil 4a lösbar, insbesondere werkzeuglos lösbar, mit dem Gehäuse verbunden. Hierzu hintergreift das Unterteil 4a in einem in der Arbeitsrichtung x vorderen Bereich mit Vorsprüngen zugeordnete Ausnehmungen des Gehäuses 1. In dem in der Arbeitsrichtung x rückwärtigen Bereich innerhalb der Abgleitschräge sind ferner zwei lösbare Sperrelemente 10 vorgesehen. Diese können mittels einer Rotationsbewegung das Unterteil 4a an dem Gehäuse 1 befestigen bzw. durch entgegensinniges Drehen wieder lösen. Zur Betätigung sind an den Sperrelementen 10 breite Schlitze vorgesehen, welche mittels einfacher Hilfsmittel - beispielsweise einer Münze - bedient werden können.

[0031] In den Fig. 2a und 2b ist ein die erfindungsgemäße Staubsaugerdüsenanordnung vervollständigendes zweites Unterteil 4b dargestellt. In einer vergleichenden Betrachtung mit der Fig. 1 entnimmt man, dass die Geometrie des Saugmundes 6b und auch die Geometrie der Gleitsohle 5b gegenüber denen des ersten Unterteils 4a abweicht. Während die in der Arbeitsrichtung x gemessene Breite a2 der Aufgleitschräge in etwa der Breite a1 des ersten Unterteils 4a entspricht, ist die Abgleitschräge bei dem gezeigten zweiten Unterteil 4b mit einer Breite b2 etwas länger ausgebildet. Auch ist der Saugmund 6b mit einer geringeren Breite c2 ausgebildet als die Breite c1 des ersten Unterteils 4a. Da die in der Querrichtung y gemessene Quererstreckung d1, d2 der beiden Unterteile aufgrund der Zuordnung zu einem Gehäuse 1 in etwa gleich groß ist, weist der Saugmund 6b des zweiten Unterteils 4b eine deutlich verringerte Querschnittsfläche gegenüber dem ersten Saugmund 6a auf. Einer weitergehenden vergleichenden Betrachtung entnimmt man, dass der erste Saugmund 6a mit einer umlaufenden, durchgängigen Saugmundkante in einer Ebene ausgestaltet ist. Währenddessen ist der zweite Saugmund 6b an den Rändern zur Seitenansaugung offen ausgestaltet. In Verbindung mit der nach unten gerichteten geringeren Öffnungsfläche des zweiten Saugmundes 6b wird hier zusätzlich die Seitenabsaugung forciert.

[0032] Die Verriegelungselemente 10 des zweiten Unterteils 4b sind im Wesentlichen identisch zu denen des ersten Unterteils 4a ausgebildet. Sie sind jedoch in dem gezeigten Ausführungsbeispiel sowohl in der Arbeitsrichtung x als auch in der Querrichtung y versetzt angeordnet. Hierbei kann die Position der Verriegelungselemente 10 bei der Auslegung unterschiedlicher Unterteile 4a, 4b so gewählt werden, dass sie die Funktion und Positionierung sowohl des Saugmundes 6a, 6b als auch der Gleitsohle 5a, 5b möglichst wenig stören. Zur Befestigung an einem einzigen Gehäuse 1 muss dieses entsprechend mehrere Aufnahmeelemente zur Wechselwirkung mit den Sperrelementen 10 an unterschiedlichen lateralen Positionen aufweisen. Auch ist beispielsweise zumindest ein rinnenförmiges Aufnahmeelement denkbar, in welches die Verriegelungselemente entlang beliebiger, in Längsrichtung verschobener Positionen eingreifen können.

[0033] In der Fig. 2B dargestellte Rückansicht sind Details der Befestigung des zweiten Unterteils 4b an dem Gehäuse sichtbar. Diese stellen entsprechend auch den Sachverhalt des ersten Unterteils 4a dar. An dem in der Arbeitsrichtung x vorderen Ende des Unterteils 4b sind Haltelaschen 11 vorgesehen, welche in zugeordnete, in den Figuren nicht dargestellte Ausnehmungen des Gehäuses eingreifen. Hierbei wird das Unterteil 4b axial in die Ausnehmungen eingeschoben und/oder eingeschwenkt. Zur Arretierung sind im rückwärtigen Bereich die Verriegelungselemente 10 vorgesehen, deren Befestigungsabschnitte wie gezeigt schraubenförmig ausgebildet sind. Durch eine Drehbewegung können die Verriegelungselemente 10 in einer zugeordneten Aufnahme mit einem Innengewinde bzw. in einer profilierten Nut befestigt werden.

[0034] Der Fig. 2B ist überdies zu entnehmen, dass im rückwärtigen Bereich des Saugmundes 6b ein Saugmund mit einer zentralen Öffnung 12 vorgesehen ist, welche den Abmessungen des Saugkanals 3 entspricht. Die Öffnung weist dabei in der Arbeitsrichtung eine größere Erstreckung als der Saugmund 6b auf. Zur Verbesserung der Abdichtung zwischen dem Unterteil 4b ist die Berandung der Öffnung 12 mit einer Stufe versehen, welche formschlüssig an den Saugkanal 3 anschließt.


Ansprüche

1. Staubsaugerbodendüsenanordnung umfassend ein Gehäuse (1) mit einem an eine Saugluftführung angeschlossenen Saugkanal (3) und ein erstes unterseitig an dem Gehäuse (1) angeordnetes und eine erste Gleitsohle (5a) sowie einen mit dem Saugkanal (3) verbundenen Saugmund (6a) aufweisendes Unterteil (4a), dadurch gekennzeichnet, dass das erste Unterteil (4a) mit dem Gehäuse (1) zur Bildung einer Staubsaugerbodendüse in einer ersten Konfiguration lösbar verbunden ist, dass die Staubsaugerbodendüsenanordnung ferner ein zweites Unterteil (4b) mit einer zweiten Gleitsohle (5b) und mit einem Saugmund (6b) umfasst, welches gegenüber dem ersten Unterteil (4a) eine abweichende Geometrie aufweist und im Austausch mit dem ersten Unterteil (4a) zur Bildung einer Staubsaugerbodendüse in einer zweiten Konfiguration an dem Gehäuse (1) lösbar befestigbar ist.
 
2. Staubsaugerbodendüsenanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Gleitsohle (5a) des ersten Unterteils (4a) und/oder die zweite Gleitsohle (5b) des zweiten Unterteils (4b) eine in einer Arbeitsrichtung vor dem Saugmund (6a, 6b) angeordnete Aufgleitschräge und eine in der Arbeitsrichtung hinter dem Saugmund angeordnete Abgleitschräge aufweist.
 
3. Staubsaugerbodendüsenanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufgleitschräge eine Breite (a1, d2) von zumindest 15 mm aufweist und gegenüber der Horizontalen um einen Winkel zwischen 5° und 15° geneigt ist.
 
4. Staubsaugerbodendüsenanordnung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Abgleitschräge eine Breite (b1, b2) von zumindest 25 mm aufweist und gegenüber der Horizontalen um einen Winkel zwischen 3° und 10° geneigt ist.
 
5. Staubsaugerbodendüsenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Unterteil (4a) zumindest 50 % der Fläche der Unterseite der Staubsaugerbodendüse in der ersten Konfiguration und/oder das zweite Unterteil (4b) zumindest 50 % der Staubsaugerbodendüse gemäß der zweiten Konfiguration ausmacht.
 
6. Staubsaugerbodendüsenanordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Unterteil (4a) im Wesentlichen die gesamte Fläche der Unterseite der Staubsaugerbodendüse der ersten Konfiguration und/oder das zweite Unterteil (4b) im Wesentlichen die gesamte Fläche der Staubsaugerbodendüse gemäß der zweiten Konfiguration ausmacht.
 
7. Staubsaugerbodendüsenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Saugmund (6a, 6b) maximal die Hälfte, vorzugsweise 30 % bis 45 % der Fläche der Unterseite des ersten Unterteils (4a) und/oder des zweiten Unterteils (4b) ausmacht.
 
8. Staubsaugerbodendüsenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Saugmund (6a) des ersten Unterteils (4a) eine größere Querschnittsfläche als der Saugmund (6b) des zweiten Unterteils (4b) aufweist.
 
9. Staubsaugerbodendüsenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Saugmund (6a) des ersten Unterteils (4a) den gleichen Querschnitt wie der Saugmund (6b) des zweiten Unterteils (4b) jedoch eine abweichende Form aufweist.
 
10. Staubsaugerbodendüsenanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass an dem ersten Unterteil (4a) und/oder an dem zweiten Unterteil (4b) zumindest ein drehbar gehaltenes Abstützelement (9) angeordnet ist.
 




Zeichnung













Recherchenbericht









Recherchenbericht