[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Blockiervorrichtung, insbesondere für eine
Brandschutzklappe. Weiterhin betrifft die Erfindung ein Blockiervorrichtungssystem,
das die Blockiervorrichtung enthält sowie ein zugehöriges Verfahren.
[0002] Bisher werden Schlingfedern allgemein als Freilaufkupplungen eingesetzt.
[0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine einfach aufgebaute Blockiervorrichtung, insbesondere
für ein Antriebselement zum Betätigen einer Brandschutzklappe anzugeben. Insbesondere
sollen alle brandschutztechnischen Vorschriften erfüllbar sein und die Blockiervorrichtung
soll insbesondere auch dann noch blockieren, wenn eine das Antriebselement betätigende
Antriebsvorrichtung nicht mehr funktionstüchtig oder nicht mehr vorhanden ist, bspw.
weil sie bei einem Brand geschmolzen ist. Außerdem sollen ein zugehöriges Blockiervorrichtungssystem
und ein zugehöriges Verfahren angegeben werden.
[0004] Die voranstehende Aufgabe wird durch eine Blockiervorrichtung mit den Merkmalen des
unabhängigen Anspruchs 1 gelöst. Ferner wird die Aufgabe durch ein Blockiervorrichtungssystem
mit den Merkmalen des nebengeordneten Anspruchs 12 gelöst. Auch ein Verfahren nach
Anspruch 14 löst die oben angegebene Aufgabe. Weitere Merkmale und Details ergeben
sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen. Dabei gelten Merkmale
und Details, die im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Blockiervorrichtung beschrieben
sind, selbstverständlich auch im Zusammenhang mit dem erfindungsgemäßen Blockiervorrichtungssystem
bzw. dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Blockieren einer Antriebsrichtung und jeweils
umgekehrt, sodass bezüglich der Offenbarung zu den einzelnen Aspekten stets wechselseitig
Bezug genommen wird bzw. werden kann.
[0005] Gemäß einem ersten Aspekt wird zur Lösung der Aufgabe eine Blockiervorrichtung, insbesondere
für eine Brandschutzklappe angegeben. Die Blockiervorrichtung weist auf:
- eine Haltevorrichtung,
- ein in der Haltevorrichtung um eine Drehachse drehbar gelagertes Aufnahmeelement mit
einer Durchgangsöffnung, deren Durchgangsachse parallel, insbesondere koaxial, zur
Richtung der Drehachse verläuft,
- eine in der Haltevorrichtung mechanisch vorgespannt gehaltene Schlingfeder der Blockiervorrichtung,
deren mindestens eine Windung um das Aufnahmeelement herum angeordnet ist,
- und enthaltend mindestens eine Befestigungsvorrichtung, die mindestens ein Ende der
Schlingfeder bezüglich der Haltevorrichtung in dem vorgespannten Zustand hält.
[0006] Ist nur eine einzige Befestigungsvorrichtung vorgesehen, so kann diese beide Enden
der Schlingfeder bezüglich der Haltevorrichtung in dem vorgespannten Zustand halten.
Alternativ kann diese Befestigungsvorrichtung das eine Ende der Schlingfeder bezüglich
der Haltevorrichtung in dem vorgespannten Zustand halten, wobei das andere Ende der
Schlingfeder an der Haltevorrichtung festgelegt ist.
[0007] Bei einer dritten Baualternative kann es zwei Befestigungsvorrichtungen geben, die
jeweils ein Ende der Schlingfeder bezüglich der Haltevorrichtung in dem vorgespannten
Zustand halten.
[0008] Die mindestens eine Befestigungsvorrichtung kann auch als Thermoelement bezeichnet
werden und wird aus einem Material hergestellt, das eine kleinere bzw. niedrigere
Schmelztemperatur als das Material mit der kleinesten bzw. niedrigsten Schmelztemperatur
in der Haltevorrichtung und/oder als der Schmelztemperatur des Materials der Schlingfeder
hat.
[0009] Damit wird das Freilaufprinzip mit Schlingfeder mit einer thermischen Aktivierung
der Freilauffunktion bzw. der Funktion des Blockierens in der Sperrrichtung kombiniert.
Allein auf Grund der Materialparameter kann auf einfache Art und Weise ein Auslösemechanismus
für die Sperrfunktion des Freilaufs aktiviert werden.
[0010] Die mindestens eine Befestigungsvorrichtung bzw. das Thermoelement kann aus einem
Kunststoffmaterial oder aus einem Lot mit einer Schmelztemperatur niedriger als 400
Grad Celsius hergestellt sein. Die Haltevorrichtung kann vorzugsweise aus Stahl und/oder
aus mindestens einem Sintermaterial hergestellt sein. Somit lässt sich der Unterschied
in den Schmelztemperaturen auf einfache Art gewährleisten. Stahl und Sintermaterialien
haben typischerweise Schmelztemperaturen größer als 1000 Grad Celsius.
[0011] Die Schlingfeder kann ebenfalls vorzugsweise aus Stahl hergestellt sein. Das Aufnahmeelement
kann auch aus einem Sintermaterial hergestellt sein. Damit ist gewährleistet, dass
im Brandfall zwar die Befestigungsvorrichtung schmilzt, womit die Sperrfunktion und
die Freilauffunktion der Schlingfeder aktiviert werden, die anderen tragenden Bauteile
der Blockiervorrichtung ihre Funktion jedoch unverändert weiter erfüllen können.
[0012] Die Differenz der Schmelztemperaturen kann mindestens 200 Grad Celsius, mindestens
500 Grad Celsius oder mindestens 1000 Grad Celsius betragen. Damit ist ein sicheres
Auslösen der Sperrfunktion in einem Brandfall gewährleistet. Das Funktionsprinzip
kann auch für andere Anwendungen verwendet werden, bspw. als Überlastschutz bei der
Überhitzung einer Maschine.
[0013] Die Haltevorrichtung kann mindestens zwei zueinander beabstandete Platten enthalten,
die jeweils Durchgangsöffnungen im Bereich der Drehachse haben. Die Haltevorrichtung
kann mindestens ein Abstandselement enthalten, vorzugsweise mehrere zylinderförmige
Abstandselemente, durch welche die Platten in einem durch das mindestens eine Abstandselement
festgelegten Abstand zueinander angeordnet sind. Somit lässt sich ein seitlich offenes
Gehäuse verwenden, das im Vergleich zu einem geschlossenen Gehäuse einfacher herzustellen
ist, insbesondere materialsparender. Es ergibt sich auch ein verringertes Baugewicht.
[0014] Vorzugsweise sind in beiden Platten, insbesondere bei sonst baugleichen Platten,
oder zumindest in einer der Platten Befestigungslöcher vorgesehen, mit denen die Blockiervorrichtung
montiert werden kann, insbesondere an einem Lüftungssystem, Belüftung bzw. Entlüftung,
bspw. Durchgangslöcher für Schrauben.
[0015] Die eine der Platten kann eine kreisrunde Durchgangsöffnung enthalten, in der das
Aufnahmeelement gelagert ist, vorzugsweise mit einer Gleitlagerung. Die Gleitlagerung
ist einfach und kostengünstig zu realisieren. Alternativ kann das Aufnahmeelement
ganz durchgehen und auch mit seinem anderen Ende in der anderen Platte gelagert sein,
wieder insbesondere durch ein Gleitlager. Damit wäre das im Folgenden erläuterte Halteelement
nicht erforderlich. Diese Alternative kann dann verwendet werden, wenn nur ein Ende
der Schlingfeder in einem Thermoelement vorgespannt wird und das andere Ende bspw.
an der Haltevorrichtung fest liegt.
[0016] Die Blockiervorrichtung kann ein Halteelement enthalten, das vorzugsweise hohlzylinderförmig
oder im Wesentlichen hohlzylinderförmig ausgebildet ist und das an seinem einen Ende
in einer Öffnung der anderen Platte vorzugsweise fest gelagert ist, insbesondere nicht
drehbar. Das Halteelement kann von mindestens einer Windung der Schlingfeder umgeben
sein. Das Halteelement kann so bemessen sein, dass sich ein Teil der entspannten Schlingfeder
auf Grund der Verringerung ihres Innendurchmessers sicher um das Halteelement legt,
sodass der andere Teil am Aufnahmeelement die Freilaufwirkung mit Sperrfunktion erfüllen
kann. Diese Variante kann auch dann verwendet werden, wenn beide Enden der Schlingfeder
in dem Thermoelement bzw. in dem Befestigungselement vorgespannt werden und nach dem
Schmelzen des Thermoelementes frei liegen.
[0017] Das Halteelement kann an seinem anderen Ende als Gegenlager für die drehbare Aufnahme
des Aufnahmeelementes ausgebildet sein, insbesondere als ein Gleitlager. An den sich
berührenden Enden von Aufnahmeelement und Halteelement kann jeweils eine in Umfangsrichtung
zurückgesetzte bzw. konkave Kante oder so genannte Hinterschneidung an einem Vorsprung
ausgebildet sein. Durch die Hinterschneidungen entstehende Vorsprünge können sich
in radialer Richtung gesehen überlappen, sodass sich ein sicherer Formschluss ergibt,
der für einen guten Halt in radialer Richtung und in axialer Richtung sorgt.
[0018] Auch an dem anderen Ende der Aufnahmevorrichtung und/oder Haltevorrichtung kann eine
in Umfangsrichtung zurückgesetzte bzw. konkave Kante oder Hinterschneidung an einem
jeweiligen Vorsprung ausgebildet sein. Damit sind ein sicherer Halt und eine gute
Lagerung als Gleitlager oder als Festlager gegeben. Auch hier bietet der Formschluss
einen guten Halt in radialer Richtung und in axialer Richtung.
[0019] Das Aufnahmeelement kann in Richtung der Drehachse gesehen die gleiche Länge haben
wie die Länge der Haltevorrichtung. Alternativ können sich diese Längen um höchstens
30 Prozent bezogen auf die Summe beider Längen unterscheiden. Es ergibt sich ein Halteelement
mit ausreichend großer Haltefläche für die entspannte Schlingfeder bei ausreichend
großem Aufnahmeelement für eine Antriebswelle. Auch am Aufnahmeelement ist die Angriffsfläche
für die entspannte Schlingfeder ausreichend groß um die Freilauffunktion und die Sperrfunktion
zu erfüllen.
[0020] Das Aufnahmeelement kann einen kleineren Außendurchmesser im Vergleich zu dem Außendurchmesser
der Haltevorrichtung haben, vorzugsweise einen Außendurchmesser, der im Bereich von
0,1 Millimeter bis 0,5 Millimeter kleiner ist. Dies ermöglicht einerseits einen sicheren
Halt der entspannten Schlingfeder am Halteelement und andererseits einen nicht zu
festen Halt an dem Aufnahmeelement für die Antriebswelle.
[0021] Das Aufnahmeelement kann quer zur Drehachse eine Öffnung mit quadratischem Querschnitt,
mit dreieckigem Querschnitt oder einen Querschnitt mit mehr als vier Ecken haben.
Somit kann eine Antriebswelle mit passender Gegenform verdrehsicher in das Aufnahmeelement
eingreifen. Runde Querschnitte und runde Antriebswellen können jedoch ebenfalls verwendet
werden, wenn eine Verdrehsicherheit durch andere Maßnahmen gewährleistet ist.
[0022] Allgemein gilt für die Funktionsweise der Blockiervorrichtung bei entspannter Schlingfeder,
dass bei einem Drehmoment in Blockierrichtung Reibkräfte wirken, die in Windungsrichtung
bzw. in Wickelrichtung der Windungen der Schlingfeder gerichtet sind. Es kommt dadurch
zu einer Durchmesserverringerung des Durchmessers der betreffenden Windungen, d.h.
die Schlinge zieht sich so zu. Es erfolgt eine Selbstbremsung durch weiteres Aufwickeln.
In der anderen Drehrichtung der Antriebswelle wirken die Reibungskräfte entgegen der
Wickelrichtung, sodass sich der Durchmesser der entspannten Schlingfeder wieder etwas
vergrößert. Dadurch kommt es zu keiner Selbstbremsung in dieser Richtung, die deshalb
auch als Freilaufrichtung bezeichnet wird.
[0023] Die Schlingfeder kann mindestens 5 oder mindestens 10 Windungen enthalten, vorzugsweise
weniger als 25 Windungen. Es ergibt sich eine einfache Herstellung bei sicherer Freilauf
und Sperrfunktion. Die Enden der Schlingfeder können im Bereich von 5 Winkelgrad bis
45 Winkelgrad zueinander vorgespannt sein. Für die Bewegung der Enden beim Entspannen
der Schlingfeder ist damit nur ein kleiner Bauraum vorzusehen. Die Schlingfeder kann
einen quadratischen Querschnitt, einen rechteckigen Querschnitt oder einen kreisförmigen
Querschnitt haben und ist somit einfach aufgebaut. Die Schlingfeder kann eine Schraubenfeder
mit eng aneinander liegenden Windungen sein, was eine kompakte Bauart ermöglicht.
Alternativ können Zwischenräume zwischen einander benachbarten Windungen angeordnet
sein.
[0024] Mindestens eine Befestigungsvorrichtung oder beide Befestigungsvorrichtungen können
zwischen den Platten gehalten werden, was eine einfache Befestigungsmöglichkeit ergibt.
Mindestens ein Befestigungselement kann eine im Vergleich zu seiner größten lateralen
Abmessung langgestreckte Form haben, d.h. es hat vorzugsweise eine Länge, die mindestens
drei Mal oder mindestens fünf Mal länger als die größte laterale Abmessung der Befestigungsvorrichtung
bzw. des Thermoelementes ist.
[0025] Eine geradlinig verlaufende Nut kann in der Befestigungsvorrichtung vorgesehen sein
und zur Aufnahme eines Endes oder beider Enden der Schlingfeder vorgesehen sein. Die
Befestigungsvorrichtung kann auch allein für sich beansprucht werden, weil sie auch
als Einzelteil geliefert werden kann.
[0026] Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Blockiervorrichtungssystem angegeben,
bei dem die Blockiervorrichtung gemäß erstem Aspekt oder dessen Weiterbildungen an
einem Antriebselement mindestens einer Brandschutzklappe angeordnet ist. Die Brandschutzklappe
kann im Brandfall als Brandschutzklappe arbeiten, die möglichst verschlossen zu halten
ist und in keinem Fall wieder geöffnet werden darf. Die Brandschutzklappe ist bei
einer Weiterbildung ein zusätzliches Element zu einer Lüftungsklappe in demselben
Lüftungskanal, wobei die Lüftungsklappe zur Steuerung oder Regelung eines Luftstroms
verwendet werden. Die Brandschutzklappe wird dagegen nur im Brandfall oder für Überprüfungszwecke
betätigt. Alternativ kann die Brandschutzklappe im Normalbetrieb als Lüftungsklappe
arbeiten, die einen Luftstrom einer Belüftung oder Entlüftung steuert oder regelt.
[0027] Sämtliche technische Wirkungen und Vorteile, die oben ausführlich in Bezug auf die
Blockiervorrichtung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung bzw. dessen Weiterbildungen
beschrieben worden sind, können somit auch durch das Blockiervorrichtungssystem gemäß
dem zweiten Aspekt der Erfindung bereitgestellt werden, in dem diese Blockiervorrichtung
verwendet wird.
[0028] In dem Blockiervorrichtungssystem kann an dem Antriebselement eine Antriebsvorrichtung
angeordnet sein, die ein Gehäuse aus einem Material hat, das eine Schmelztemperatur
niedriger als 800 Grad Celsius oder niedriger als 600 Grad Celsius hat, insbesondere
Aluminium enthaltend oder aus Aluminium oder einer Aluminiumlegierung bestehend. Selbst
wenn die
[0029] Die Antriebsvorrichtung schließt die Brandschutzklappe bei Stromausfall bspw. innerhalb
von 15 Sekunden ab Stromausfall. Eine Rückstellfeder der Antriebsvorrichtung kann
dann noch ein Haltemoment bieten. Wenn die Antriebsvorrichtung, bspw. wegen einer
Zerstörung durch einen Brand, selbst kein Haltemoment mehr entwickelt, das die Brandschutzklappe
zuhält, so ist die sichere Zuhaltung doch durch die Blockiervorrichtung gegeben, wie
oben im Detail erläutert worden ist. Damit kann sich Rauch nicht im Gebäudelüftungssystem
ausbreiten und das Leben von Menschen in Räumen, die von der Brandstelle entfernt
sind, wird nicht gefährdet.
[0030] Gemäß einem dritten Aspekt wird ein Verfahren zum Blockieren einer Antriebsrichtung
angegeben, insbesondere zum Blockieren einer Antriebsrichtung bei einem Antriebselement
für eine Brandschutzklappe. Bei dem Verfahren wird eine Schlingfeder um eine Antriebswelle
herum angeordnet, die von einer Antriebseinheit angetrieben wird. Außerdem gilt:
- wobei die Schlingfeder unter Verwendung mindestens eines Befestigungselementes vorgespannt
ist oder vorgespannt wird,
- wobei das Befestigungselement dafür vorgesehen ist, im Fall eines Brandes oder im
Fall einer Überhitzung einer Maschine in seiner Festigkeit nachzulassen oder zu schmelzen
und dadurch die vorgespannte Schlingfeder sich entspannen würde,
- wobei das Material des Befestigungselementes eine niedrigere Schmelztemperatur im
Vergleich zu der Schmelztemperatur der Schlingfeder hat,
- wobei die entspannte Schlingfeder einen kleineren Innendurchmesser als die vorgespannte
Schlingfeder hat,
- und wobei die Schlingfeder auf Grund des verringerten Innendurchmessers die Drehung
der Antriebswelle in einer Richtung blockiert oder erheblich erschwert und in der
anderen Richtung zulässt oder weniger blockiert als in der ersten Richtung.
[0031] Sämtliche technische Wirkungen und Vorteile, die oben ausführlich in Bezug auf die
Blockiervorrichtung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung und dessen Weiterbildungen
beschrieben worden sind, gelten somit auch für das Verfahren gemäß dem dritten Aspekt
der Erfindung, in dem die Blockiervorrichtung gemäß dem ersten Aspekt der Erfindung
bzw. dessen Weiterbildungen verwendet werden kann.
[0032] Bei dem Verfahren kann die Antriebswelle mit mindestens einer Brandschutzklappe in
mechanische Wirkverbindung gebracht werden. Die Brandschutzklappe ist bei einer Weiterbildung
ein zusätzliches Element zu einer Lüftungsklappe in demselben Lüftungskanal, wobei
die Lüftungsklappe zur Steuerung oder Regelung eines Luftstroms verwendet werden.
Die Brandschutzklappe wird dagegen nur im Brandfall oder für Überprüfungszwecke betätigt.
Alternativ kann die Brandschutzklappe im Normalbetrieb als Lüftungsklappe arbeiten,
die einen Luftstrom einer Belüftung oder Entlüftung steuert oder regelt.
[0033] Ein sicheres Zuhalten der Brandschutzklappe ist auf einfache Art durch das verwendete
Funktionsprinzip gewährleistet, d.h. thermische Aktivierung eines Schlingfederfreilaufs
mit Blockade in Gegenrichtung. Ein vollständiges Schließen der Klappe ist noch möglich,
einem Öffnen der Klappe wird aber entgegengewirkt.
[0034] In anderen Worten ausgedrückt wird eine Kupplung mit temperaturabhängiger unidirektionaler
Sperrfunktion für Fire Damper beschrieben. Bei einem heutigen Fire Damper wird die
Klappe im Brandfall innerhalb von ca. 15 Sekunden durch einen Antrieb geschlossen.
Üblicherweise verbrennt der Antrieb bspw. in den folgenden 2 Minuten bis 60 Minuten.
Sämtliche Teile, welche nicht aus Stahl gefertigt sind, schmelzen und fallen vom Klappenschaft
ab. Ohne Antrieb auf dem Klappenschaft gibt es kein Haltemoment auf der Klappe mehr
und die Klappe könnte sich ungewollt öffnen. Das ungewollte Öffnen einer Klappe im
Brandfall muss verhindert werden.
[0035] Die Lösung könnte im Aktuator platziert werden. Durch eine "Schmelzsicherung" könnte
ein Federkeil aus Metall auf das Metallsegment geschwenkt werden. Die Keilgeometrie
wäre dann so auszulegen, dass sich das Segment jederzeit noch schließen, aber nicht
mehr öffnen kann.
[0036] Gemäß der in den Figuren 1 bis 5 gezeigten Bilder kann die Lösung auch vom Aktuator
getrennt ausgeführt werden. Die vorgeschlagene Kupplung mit temperaturabhängiger unidirektionaler
Sperrfunktion wird auf dem Damperschaft geschoben und am Dampergehäuse fixiert. Die
Kupplung lässt eine bidirektionale Bewegung im Normalbetrieb durch den Aktuator zu.
In einem Brandfall schmilzt der Kunststoff der "thermischen Sicherung" der Kupplung
weg. In diesem Moment schließt die Schlingfeder und die Kupplung kann nur noch in
eine Richtung gedreht werden. In der Gegenrichtung blockiert die Schlingfeder die
Drehbewegung. In den Figuren 2 und 3 ist die Kupplung mit unidirektionaler Sperrfunktion
dargestellt. In der Figur 4 ist die Kupplung bereits auf dem Damper montiert und fixiert.
Gemäß Figur 5 ist der Aktuator auf dem Damper und auch auf der Kupplung montiert.
[0037] Die Architektur oder die Materialien vom verwendeten Aktuator sind frei von der "Lockingfunktion"
bzw. der Verriegelungsfunktion. Die Klappe bleibt dennoch verriegelt. Dadurch können
Herstellungskosten beim Aktuator eingespart werden.
[0038] Die neue Kupplung mit temperaturabhängiger unidirektionaler Sperrfunktion kann durch
den Kunden als Zusatzmodul erworben werden. Wird die Funktion benötigt, kauft er sie
dazu. Ansonsten spart er die Ausgaben für eine unnötige Funktion.
[0039] Weitere Vorteile, technische Wirkungen, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung und
von Weiterbildungen ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung, in der unter
Bezugnahme auf die Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung im Einzelnen beschrieben
ist. Es zeigt schematisch:
- Figur 1
- eine Prinzip-Skizze eines Systems mit Blockiervorrichtung bzw. Kupplung,
- Figur 2
- eine Blockiervorrichtung in Schrägansicht,
- Figur 3
- einen Querschnitt durch die in der Figur 2 gezeigte Blockiervorrichtung entlang der
Schnittebene 3-3 gemäß Figur 2,
- Figur 4
- die auf einem Blech eines Dämpfers montierte Blockiervorrichtung bzw. Kupplung, und
- Figur 5
- das Blockiervorrichtungssystem mit auf dem Dämpfer montierter Aktuatoreinheit.
[0040] Die Figur 1 zeigt eine Prinzipskizze eines Blockiervorrichtungssystems 1 mit Blockiervorrichtung
10 bzw. Kupplung. Das Blockiervorrichtungssystem 1 ist bspw. Teil einer umfassenden
gebäudetechnischen Infrastruktur, die bspw. gemäß BACnet (Building Automation and
Control Networks) Standard gesteuert wird. Die Blockiervorrichtung 10 kann auch als
thermisch geschaltete Freilaufvorrichtung bzw. Kupplung bezeichnet werden. Das Blockiervorrichtungssystem
1 enthält weiterhin:
- eine Aktuatorvorrichtung 100,
- einen Lüftungskanal 110, und
- eine Antriebswelle 112.
[0041] In dem Lüftungskanal 110 kann eine Brandschutzklappe 114 angeordnet sein, bspw. wenn
ein Längsschnitt durch den Lüftungskanal gezeigt ist, siehe Pfeil 116, der eine Luftbewegung
für diesen Fall angibt. Die Brandschutzklappe 114 kann bspw. eine quadratische oder
einen kreisförmige Form haben der Querschnitt des Lüftungskanals 110 ist entsprechend
angepasst. An anderer Stelle können bzw. sind in dem Lüftungskanal 110 nicht dargestellte
Lüftungsklappen angeordnet, die zur Steuerung oder Regelung eines Luftstroms während
des normalen Betriebs der Be- bzw. Entlüftungsanlage dienen, d.h. wenn kein Brand
in einem Gebäude, in einer Tiefgarage oder einer sonstigen gebäudetechnischen Infrastruktur
vorhanden ist.
[0042] Alternativ können in dem Lüftungskanal 110 auch mehrere Brandschutzklappen 114, 120
angeordnet sein, bspw. wenn in Figur 1 der Lüftungskanal 110 in einem Querschnitt
dargestellt wird, siehe in diesem Fall Pfeil 122, der einen Luftstrom angibt, der
auf den Betrachter zu gerichtet ist. Gleiches gilt für den Lüftungskanal 110 entsprechend.
[0043] Die Aktuatorvorrichtung 100 kann ein einstufiges oder mehrstufiges Getriebe 120 enthalten,
das durch den Motor angetrieben wird, siehe Pfeil 122. Der Getriebeausgang des Getriebes
ist mit der Antriebswelle 112 verbunden, siehe Pfeil 124.
[0044] In einem offenen Gehäuse bzw. in einer Haltevorrichtung 150 sind die folgenden Bestandteile
der Blockiervorrichtung 10 angeordnet:
- eine Schlingfeder 130,
- Federenden 132, 134 der Schlingfeder 130,
- ein Thermoelement bzw. ein Befestigungselement 140, alternativ auch mehrere Thermoelemente
140, 142.
[0045] Das Thermoelement bzw. das Befestigungselement 140 nimmt die Enden 132, 134 der Schlingfeder
130 auf, wobei die Schlingfeder 130 vorgespannt wir, was ihren Innendurchmesser im
Vergleich zum entspannten Zustand etwas vergrößert, sodass im Normalbetrieb eine im
Wesentlichen ungehinderte Drehung der Antriebswelle in beide Antriebsrichtungen bzw.
Drehrichtungen 160 und 170 erfolgen kann. Es gibt also im Normalbetriebsfall keine
Blockade 180 in der Gegenrichtung bzw. in der Drehrichtung 170.
[0046] Bezüglich des Funktionsprinzips der Blockiervorrichtung 10 in einem Brandfall wird
auf die Einleitung verwiesen, insbesondere auf das Schmelzen des Thermoelementes 140
bzw. der Thermoelemente 140, 142. Auf das mechanische Entspannen der Schlingfeder
130, die damit verbundene Verringerung des Durchmessers und die Freilaufwirkung in
der Drehrichtung 160, d.h. in einer Drehrichtung in der die Brandschutzklappe 114,
120 geschlossen wird, und die Blockade 180 in der Gegenrichtung 170, d.h. in einer
Drehrichtung in der die Brandschutzklappe 114, 120 zu öffnen wäre.
[0047] In der Figur 1 ist außerdem eine Drehachse A gezeichnet, um die sich die Antriebswelle
112 dreht, die eine geeignete Querschnittsform quer zu der Drehachse hat. Weiterhin
ist eine radiale Richtung R bezüglich der Drehachse A dargestellt.
[0048] Die Figur 2 zeigt eine Blockiervorrichtung 10b in Schrägansicht. Die Blockiervorrichtung
10b ist eine besondere Ausgestaltung der Blockiervorrichtung 10 und enthält bspw.:
- eine Schlingfeder 130b als besondere Ausgestaltung der Schlingfeder 130, und
- ein Thermoelement 140b als besondere Ausgestaltung des Thermoelementes 140.
[0049] Das Gehäuse bzw. die Haltevorrichtung 150 ist nun als offenes Gehäuse ausgeführt
mit:
- einer oberen Gehäuseplatte 200 mit einer Durchgangsöffnung 201,
- einer unteren Gehäuseplatte 202 mit einer Durchgangsöffnung 203, und mit
- Abstandsstiften 204 bis 208.
[0050] In der oberen Gehäuseplatte 200 befinden sich obere Montagelöcher 210. In der unteren
Gehäuseplatte 202 befinden sich untere Montagelöcher 220. Somit kann die Einbaurichtung
entsprechend der Erfordernisse gewählt werden.
[0051] Im oberen Teil der Blockiervorrichtung 10b ist ein Aufnahmeelement 230 zu sehen,
das die Antriebswelle 112 bzw. eine andere Antriebswelle aufnimmt. Das Aufnahmeelement
230 wird unten anhand der Figur 3 näher erläutert.
[0052] Im unteren Teil der Blockiervorrichtung 10b ist ein Halteelement 240 zu sehen, das
mit der unteren Gehäuseplatte 202 fest verbunden ist und auf dem das Aufnahmeelement
230 sowie im entspannten Zustand der Schlingfeder 130b auch die Schlingfeder 130b
gehalten bzw. gelagert wird. Das Halteelement 240 wird unten ebenfalls anhand der
Figur 3 näher erläutert.
[0053] Die Figur 2 zeigt weiterhin eine Durchgangsöffnung 250 durch die sich die Antriebswelle
112 durch die gesamte Blockiervorrichtung 10b hindurch erstrecken kann.
[0054] Ein Abstand AS liegt zwischen den Gehäuseplatten 200 und 202 und wird durch die Abstandselemente
208 eingestellt.
[0055] Die Figur 3 zeigt einen Querschnitt durch die in der Figur 2 gezeigte Blockiervorrichtung
entlang der Schnittebene 3-3 gemäß Figur 2.
[0056] Deutlich zu erkennen ist eine Längsnut 300 im Thermoelement 140b. In der Längsnut
300 sind die beiden Enden 132 und 134 gelagert, wobei die Schlingfeder 130b vorgespannt
wird. Alternativ kann auch nur ein Ende 132 oder 134 in dem Thermoelement 140b gelagert
werden. Das andere Ende wird dann bspw. in die andere Richtung im Vergleich zu der
in der Figur 3 gezeigten Krümmungsrichtung gekrümmt und an der unteren Gehäuseplatte
202 im Fall des Endes 132 oder an der oberen Gehäuseplatte im Fall des Endes 134 festgelegt,
bspw. in einer dafür vorzusehenden Öffnung bzw. Bohrung. Weiterhin alternativ können
auch an Stelle des Thermoelementes 140b zwei neben einander liegende Thermoelemente
vorgesehen werden, die jeweils ein Ende 132 bzw. 134 der Schlingfeder 130b aufnehmen.
[0057] Das Aufnahmeelement 230 ist im Wesentlichen zylinderförmig mit einer Öffnung 320,
die im Beispiel eine vierkantige Antriebswelle 112 bzw. 112b aufnehmen kann, insbesondere
mit quadratischem Querschnitt. Das Aufnahmeelement 230 hat eine umlaufende konkave
Kante bzw. Hinterschneidung K1 an seinem oberen Rand und eine umlaufende konkave Kante
bzw. Hinterschneidung K2 an seinem unteren Rand bzw. Ende. Durch die Kante K1 wird
ein innen liegender Vorsprung gebildet, der mit Gleitsitz in der Durchgangsöffnung
201 der oberen Gehäuseplatte 200 gelagert ist.
[0058] Das Halteelement 240 ist hohlzylinderförmig oder im Wesentlichen hohlzylinderförmig
mit einem Innendurchmesser, der dem Innendurchmesser am Aufnahmeelement 230 entspricht.
Das Halteelement 240 hat eine obere umlaufende konkave Kante bzw. Hinterschneidung
K3 an seinem oberen Rand und eine umlaufende konkave Kante bzw. Hinterschneidung K4
an seinem unteren Rand bzw. Ende. Durch die Kante K4 wird ein innen liegender Vorsprung
gebildet, der fest, bspw. mit Presssitz oder sogar verschweißt, in der Öffnung 203
der unteren Gehäuseplatte 202 gelagert ist.
[0059] Durch die Kante K2 wird ein innen liegender Vorsprung gebildet, der mit Gleitsitz
am Halteelement 240 gelagert wird und mit einem außenliegenden Vorsprung am Halteelement
240 in radialer Richtung R überlappt, wobei der Vorsprung durch die Kante K3 gebildet
wird.
[0060] Wie in der Figur 3 ebenfalls zu erkennen ist, wird das Thermoelement 140b in der
unteren Gehäuseplatte 202 in einer unteren Aufnahmeöffnung 302 und in der oberen Gehäuseplatte
200 in einer Aufnahmeöffnung 304 aufgenommen.
[0061] Für die Außendurchmesser D1, D2 des Aufnahmeelementes 230 bzw. des Halteelementes
240 gelten die in der Einleitung genannten Bemessungsangaben, d.h. der Außendurchmesser
D1 des Aufnahmeelementes 230 kann etwas kleiner als der Außendurchmesser D3 des Halteelements
240 gewählt werden.
[0062] Eine Windung W der Schlingfeder 130b ist in der Figur 3 bezeichnet. Die Schlingfeder
130b hat im Beispiel etwa 12 Windungen W. Eine Länge L1 des Aufnahmeelementes 230
ist bspw. etwa oder genau gleich wie eine Länge L2 des Halteelementes 240 gewählt.
Die Summe der Längen L1 und L2 entspricht bspw. etwa dem in Figur 2 gezeigten Abstand
AS.
[0063] Die Figur 4 zeigt die auf einem Blech eines Dämpfers montierte Blockiervorrichtung
10b bzw. Kupplung. Ein Montageblech 400 ist bspw. Teil eines Lüftungskanals 110 oder
Teil eines Gehäuses für eine oder mehrere Brandschutzklappen 114, 120. Die Blockiervorrichtung
10b wird an das Montageblech bspw. mit Schrauben angeschraubt, die auch durch die
Löcher 203 gesteckt werden.
[0064] Die Figur 5 zeigt das Blockiervorrichtungssystem 1 mit auf dem Dämpfer montierter
Aktuatoreinheit 500. Die Aktuatoreinheit 500 enthält bspw. zwei Gehäusehälfte 502,
504, die bspw. aus Aluminium bzw. einer Aluminiumlegierung gefertigt sind. In den
Gehäusehälften 502, 504 sind insbesondere die anhand der Figur 1 erläuterten Einheiten
enthalten, d.h. Motor M, Getriebe 120, ggf. auch eine elektronische Ansteuereinheit.
Eine Anschluss- bzw. Ansteuerleitung 510 versorgt die Aktuatoreinheit 500 mit einer
Betriebsspannung und/oder mit geeigneten Ansteuersignalen zur Betätigung des Motors
M, d.h. zum Öffnen und Schließen der Brandschutzklappe(n) 114, 120. Ein Befestigungselement
520 dient zum Befestigen der Aktuatoreinheit 500 auf der Antriebswelle 112b. Im Übrigen
wird bezüglich der Funktion des Systems im Brandfall auf die Einleitung verwiesen,
d.h. insbesondere sicheres Zuhalten der Brandschutzklappe(n) auch dann, wenn die Aktuatoreinheit
500 ohne Spannung ist oder sogar ganz zerstört ist, bspw. durch Schmelzen auf Grund
der hohen Temperaturen bei einem Brand. Die Ausführungsbeispiele sind nicht maßstabsgetreu
und nicht beschränkend. Abwandlungen im Rahmen des fachmännischen Handelns sind möglich.
Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben worden ist, ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen. Die in der Einleitung genannten
Weiterbildungen und Ausgestaltungen können untereinander kombiniert werden. Die in
der Figurenbeschreibung genannten Ausführungsbeispiele können ebenfalls untereinander
kombiniert werden. Weiterhin können die in der Einleitung genannten Weiterbildungen
und Ausgestaltungen mit den in der Figurenbeschreibung genannten Ausführungsbeispielen
kombiniert werden. Sofern das Wort "kann" verwendet wird, handelt es sich um eine
Realisierungsmöglichkeit oder alternativ um eine tatsächlich durchgeführte technische
Realisierung.
Bezugszeichenliste
[0065]
- 1
- Blockiervorrichtungssystem
- 10, 10b
- Blockiervorrichtung
- 100
- Aktuatorvorrichtung
- 110
- Lüftungskanal
- 112, 112b
- Antriebswelle
- 114, 120
- Brandschutzklappe
- 116, 122
- Pfeil
- 120
- Getriebe
- 122, 124
- Pfeil
- 130, 130b
- Schlingfeder
- 132, 134
- Federende
- 140, 140b
- Thermoelement/Befestigungselement
- 142
- alternatives Thermoelement
- 150
- Haltevorrichtung
- 160
- Drehrichtung (Schließen)
- 170
- Drehrichtung (Öffnen)
- 180
- Blockade
- M
- Motor
- A
- Drehachse
- AS
- Abstand
- R
- radiale Richtung
- 200, 202
- obere bzw. untere Gehäuseplatte
- 201, 203
- Durchgangsöffnung
- 204 bis 208
- Abstandsstifte
- 210, 220 -
- obere bzw. untere Montagelöcher
- 230
- Aufnahmeelement
- 240
- Halteelement
- 250
- Durchgangsöffnung
- 3-3
- Schnittebene
- 300
- Längsnut
- 302, 304
- untere bzw. obere Aufnahmeöffnung
- D1, D2
- Außendurchmesser
- 320
- Öffnung
- W
- Windung
- K1 bis K4
- konkave Kante bzw. Hinterschneidung
- L1, L2
- Länge
- 400
- Montageblech an Lüftungskanal
- 500
- Aktuatoreinheit
- 502, 504
- Gehäusehälfte
- 510
- Anschluss/Ansteuerleitung
- 520
- Befestigungselement
1. Blockiervorrichtung (10, 10b), insbesondere für eine Brandschutzklappe (114, 120),
enthaltend:
- eine Haltevorrichtung (150),
- ein in der Haltevorrichtung (150) um eine Drehachse (A) drehbar gelagertes Aufnahmeelement
(230) mit einer Durchgangsöffnung (250), deren Durchgangsachse koaxial oder parallel
zur Drehachse (A) verläuft,
- eine in der Haltevorrichtung (150) mechanisch vorgespannt gehaltene Schlingfeder
(130, 130b) der Blockiervorrichtung (10, 10b), deren mindestens eine Windung (W) um
das Aufnahmeelement (230) herum angeordnet ist, und enthaltend
- mindestens eine Befestigungsvorrichtung (140), die mindestens ein Ende (132, 134)
der Schlingfeder (130, 130b) bezüglich der Haltevorrichtung (150) in dem vorgespannten
Zustand hält,
- wobei die mindestens eine Befestigungsvorrichtung (140, 142) aus einem Material
hergestellt ist, das eine niedrigere Schmelztemperatur als das Material mit der niedrigsten
Schmelztemperatur in der Haltevorrichtung (150) und/oder als die Schmelztemperatur
des Materials der Schlingfeder (130, 130b) hat.
2. Blockiervorrichtung (10, 10b) nach Anspruch 1,
- wobei die mindestens eine Befestigungsvorrichtung (140, 142) aus einem Kunststoffmaterial
oder aus einem Lot mit einer Schmelztemperatur niedriger als 400 Grad Celsius hergestellt
ist,
- wobei die Haltevorrichtung (150) vorzugsweise aus Stahl und/oder aus mindestens
einem Sintermaterial hergestellt ist,
- wobei die Schlingfeder (130, 130b) vorzugsweise aus Stahl hergestellt ist,
- wobei das Aufnahmeelement (230) vorzugsweise aus einem Sintermaterial hergestellt
ist, und
- wobei vorzugsweise die Differenz der Schmelztemperaturen mindestens 200 Grad Celsius,
mindestens 500 Grad Celsius oder mindestens 1000 Grad Celsius beträgt.
3. Blockiervorrichtung (10, 10b) nach Anspruch 1 oder 2,
- wobei eine einzige Befestigungsvorrichtung (140) vorgesehen ist, die beide Enden
(132, 134) der Schlingfeder (130, 130b) bezüglich der Haltevorrichtung (150) in dem
vorgespannten Zustand hält oder die das eine Ende (134) der Schlingfeder (130, 130b)
bezüglich der Haltevorrichtung (150) in dem vorgespannten Zustand hält,
- wobei das andere Ende (132) der Schlingfeder (130, 130b) an der Haltevorrichtung
(150) festgelegt ist, oder
- wobei zwei Befestigungsvorrichtungen (140, 142) vorgesehen sind, die jeweils ein
Ende (132, 134) der Schlingfeder (130, 130b) bezüglich der Haltevorrichtung (150)
in dem vorgespannten Zustand halten.
4. Blockiervorrichtung (10, 10b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
- wobei die Haltevorrichtung (150) mindestens zwei zueinander beabstandete Gehäuseplatten
(200, 202) aufweist, die jeweils Durchgangsöffnungen (201, 203) im Bereich der Drehachse
(A) haben, und
- wobei die Haltevorrichtung (150) mindestens ein Abstandselement (204 bis 208), vorzugsweise
mehrere zylinderförmige Abstandselemente (204 bis 208), aufweist, durch das oder durch
die die Gehäuseplatten (200, 202) in einem durch das mindestens eine Abstandselement
(204 bis 208) festgelegten Abstand (AS) zueinander angeordnet sind.
5. Blockiervorrichtung (10, 10b) nach Anspruch 4, wobei eine der Gehäuseplatten (200)
eine kreisrunde Durchgangsöffnung (201) enthält, in der das Aufnahmeelement (230)
gelagert ist, vorzugsweise mit einer Gleitlagerung.
6. Blockiervorrichtung (10, 10b) nach Anspruch 5, mit einem Halteelement (240), das vorzugsweise
hohlzylinderförmig oder im Wesentlichen hohlzylinderförmig ausgebildet ist und das
an seinem einen Ende in einer Öffnung (203) der anderen Gehäuseplatte (202) vorzugsweise
fest gelagert ist, insbesondere nicht drehbar, wobei das Halteelement (240) von mindestens
einer Windung (W) der Schlingfeder (130, 130b) umgeben ist.
7. Blockiervorrichtung (10, 10b) nach Anspruch 5 und 6,
- wobei das Halteelement (240) an seinem anderen Ende als Gegenlager für die drehbare
Aufnahme des Aufnahmeelementes (230) ausgebildet ist, insbesondere als Gleitlager,
- wobei vorzugsweise an den sich berührenden Enden von Aufnahmeelement (230) und Halteelement
(240) jeweils eine in Umfangsrichtung zurückgesetzte Kante (K2, K3) oder Hinterschneidung
(K2, K3) an einem Vorsprung ausgebildet ist, und
- wobei sich vorzugsweise die Vorsprünge in radialer Richtung (R) gesehen überlappen.
8. Blockiervorrichtung (10, 10b) nach Anspruch 7, wobei auch an dem anderen Ende der
Aufnahmevorrichtung (230) und/oder Haltevorrichtung (240) eine in Umfangsrichtung
zurückgesetzte Kante (K1, K4) oder Hinterschneidung (K1, K4) an einem jeweiligen Vorsprung
ausgebildet ist.
9. Blockiervorrichtung (10, 10b) nach einem der Ansprüche 6 bis 8,
- wobei das Aufnahmeelement (230) in Richtung der Drehachse (A) gesehen die gleiche
Länge (L1) wie die Länge (L1) der Haltevorrichtung (240) hat oder dass sich diese
Längen (L1, L2) um höchstens 30 Prozent bezogen auf die Summe beider Längen (L1, L2)
unterscheiden,
- wobei vorzugsweise das Aufnahmeelement (230) einen kleineren Außendurchmesser (D1)
als der Außendurchmesser (D2) der Haltevorrichtung (240) hat, vorzugsweise einen Außendurchmesser
(D1), der im Bereich von 0,1 Millimeter bis 0,5 Millimeter kleiner ist, und
- wobei vorzugsweise das Aufnahmeelement (230) quer zur Drehachse eine Öffnung (320)
mit quadratischem Querschnitt, mit dreieckigem Querschnitt oder mit einem Querschnitt
mit mehr als vier Ecken hat.
10. Blockiervorrichtung (10, 10b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
- wobei die Schlingfeder (130, 130b) mindestens 5 oder mindestens 10 Windungen (W)
enthält, vorzugsweise weniger als 25 Windungen,
- wobei die Enden (132, 134) der Schlingfeder (130, 130b) vorzugsweise im Bereich
von 5 Winkelgrad bis 45 Winkelgrad zueinander vorgespannt sind,
- wobei die Schlingfeder (130, 130b) vorzugsweise einen quadratischen Querschnitt,
einen rechteckigen Querschnitt oder einen kreisförmigen Querschnitt hat, und
- wobei vorzugsweise die Schlingfeder (130, 130b) eine Schraubenfeder mit eng aneinander
liegenden Windungen (W) ist.
11. Blockiervorrichtung (10, 10b) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
- wobei mindestens eine der Befestigungsvorrichtungen (140) oder beide Befestigungsvorrichtungen
(140, 142) zwischen zwei Gehäuseplatten (200, 202) oder bei Rückbeziehung auf einen
der Ansprüche 4 bis 9 zwischen den Gehäuseplatten (200, 202) gehalten wird oder werden,
- wobei mindestens eine der Befestigungsvorrichtungen (140, 142) eine im Vergleich
zu seiner größten lateralen Abmessung langgestreckte Form hat, vorzugsweise mit einer
Länge, die mindestens drei Mal oder mindestens fünf Mal länger als die größte laterale
Abmessung ist, und
- wobei in mindestens einer der Befestigungsvorrichtungen (140, 142) vorzugsweise
eine geradlinig verlaufende Nut (300) zur Aufnahme eines Endes (132, 134) oder beider
Enden (132, 134) der Schlingfeder (130, 130b) vorgesehen ist.
12. Blockiervorrichtungssystem (1), aufweisend eine Blockiervorrichtung (10, 10b) nach
einem der vorhergehenden Ansprüche und mindestens eine Brandschutzklappe (114, 120),
- wobei die Blockiervorrichtung (10b) an einem Antriebselement (112, 112b) der mindestens
einen Brandschutzklappe 114, 120) angeordnet ist, und
- wobei die Brandschutzklappe (114, 120) im Brandfall verschlossen zu halten ist.
13. Blockiervorrichtungssystem (1) nach Anspruch 12, wobei an dem Antriebselement (112)
eine Antriebsvorrichtung (100, 500) angeordnet ist, die ein Gehäuse (502, 504) aus
einem Material hat, das eine Schmelztemperatur niedriger als 800 Grad Celsius oder
niedriger als 600 Grad Celsius hat, insbesondere Aluminium enthaltend oder aus Aluminium
oder einer Aluminiumlegierung bestehend.
14. Verfahren zum Blockieren einer Antriebsrichtung (170), insbesondere bei einem Antriebselement
(112, 112b) für eine Brandschutzklappe (114, 120), enthaltend:
- Anordnen einer Schlingfeder (130, 130b) um eine Antriebswelle (112, 112b) herum,
die von einer Antriebseinheit (100) angetrieben wird,
- wobei die Schlingfeder (130, 130b) unter Verwendung mindestens eines Befestigungselementes
(140, 140b, 142) vorgespannt ist oder vorgespannt wird,
- wobei das Befestigungselement (140, 140b, 142) dafür vorgesehen ist, im Fall eines
Brandes oder im Fall einer Überhitzung einer Maschine in seiner Festigkeit nachzulassen
oder zu schmelzen und dadurch die vorgespannte Schlingfeder sich entspannen würde,
- wobei das Material des Befestigungselementes (140, 140b, 142) eine niedrigere Schmelztemperatur
im Vergleich zu der Schmelztemperatur der Schlingfeder (130, 130b) hat,
- wobei die entspannte Schlingfeder (130, 130b) einen kleineren Innendurchmesser als
die vorgespannte Schlingfeder (130, 130b) hat, und
- wobei die Schlingfeder (130, 130b) auf Grund des verringerten Innendurchmessers
die Drehung der Antriebswelle (112) in einer Drehrichtung (170) blockiert (180) oder
erheblich erschwert und in der anderen Drehrichtung (160) zulässt oder weniger blockiert
als in der ersten Drehrichtung (170).
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei bei dem Verfahren eine Blockiervorrichtung (10,
10b) nach einem der Ansprüche 1 bis 11 oder ein Blockiervorrichtungssystem (1) nach
Anspruch 12 oder 13 verwendet wird.