[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufziehen einer Druckplatte auf einen Druckzylinder,
eine Vorrichtung zum Abringen einer Druckplatte auf einen Druckzylinder, ein Verfahren
zur Herstellen einer Druckplatte, eine Druckplatte zur Verwendung in einem Flexodruckverfahren
und eine Vorrichtung zum randseitigen Beschneiden einer Druckplatte.
[0002] Gemäß einem der Anmelderin bekannten, druckschriftlich nicht niedergelegten Stand
der Technik wird für die Herstellung einer Druckplatte, die insbesondere zur Verwendung
in einem Flexodruckverfahren vorgesehen ist und die aus einer flexiblen Trägerfolie
und einer auf die Trägerfolie aufgebrachte Druckbildschicht hergestellt wird, zunächst
ein Druckplattenrohling bereitgestellt, der in der Regel erheblich größer als die
herzustellende Druckplatte ist. Im Rahmen eines Strukturierungsvorgangs, der beispielsweise
mit einer Laserlichtquelle durchgeführt werden kann, erfolgt eine Strukturierung denjenigen
Bereiche, die in nachfolgenden Arbeitsschritten entweder als Druckbild oder als Bereiche
zwischen dem Druckbild dienen sollen. Beispielsweise ist vorgesehen, dass der Druckplattenrohling
mit einer lichtundurchlässigen Beschichtung versehen ist und die Strukturierung dahingehend
erfolgt, dass diese Beschichtung bereichsweise abgetragen wird. In einem anschließenden
Arbeitsschritt erfolgt eine Belichtung des Druckplattenrohlings, bei dem die nicht
mehr von der Beschichtung abgedeckten Bereiche ausgehärtet werden, während die übrigen
Bereiche des Druckplattenrohlings in einem darauffolgenden Arbeitsschritt, insbesondere
in einem nasschemischen Prozess, entfernt werden. Um aus dem Druckplattenrohling einzelne
Druckplatten zu entnehmen, ist es derzeit üblich, die Druckplatten manuell unter Zuhilfenahme
eines Messers aus dem Druckplattenrohling auszuschneiden. Hierbei kann gegebenenfalls
vorgesehen sein, dass auf den Druckplatten in gleicher Weise wie das Druckbild erhaben
ausgebildete Markierungen wie beispielsweise Passerkreuze oder randseitige Rollbalken
verbleiben. Diese Markierungen können in einem nachfolgenden Aufbringungsvorgang für
die Druckplatte auf einen Druckzylinder, der zur Verwendung in einer Druckmaschine
vorgesehen ist, für die lagerichtige Positionierung der Druckplatte gegenüber dem
Druckzylinder genutzt werden.
[0003] Beispielhaft ist aus der
EP 2 535 188 A1 eine Montagevorrichtung zum Aufbringen einer Druckform auf einen Druckformträger
mit einer Aufnahme für den Druckformträger und mit einer Anpresseinrichtung zur Übertragung
einer Druckkraft auf den in die Aufnahme einsetzbaren Druckformträger bekannt, wobei
die auf dem Druckformträger aufzubringende Druckform an einem Anpressbereich von einer
Anpresseinrichtung auf den Druckformträger angepresst wird, die für eine Durchführung
einer quer zur Anpressachse ausgerichteten Anpressbewegung ausgebildet ist und wobei
Korrekturmittel vorgesehen sind, die für eine Einleitung einer Korrekturkraft, deren
Kraftrichtung von einer Kraftrichtung der Druckkraft abweicht, auf den Druckformträger
und die darauf aufzubringende Druckform ausgebildet sind, um einen Versatzfehler der
Druckform längs der Anpressachse und/oder einen Rundlauffehler des Druckformträgers
ausgleichen zu können.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zum Aufbringen einer Druckplatte
auf einen Druckzylinder, eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Druckplatte auf einen
Druckzylinder, ein Verfahren zum Herstellen einer Druckplatte, eine Druckplatte zur
Verwendung in einem Flexodruckverfahren und eine Vorrichtung zum randseitigen Beschneiden
einer Druckplatte bereitzustellen, mit denen eine präzise Positionierung der Druckplatte
auf einen Druckformträger bzw. Druckzylinder auch dann gewährleistet werden kann,
wenn das Druckbild die Oberfläche der Druckplatte zumindest nahezu vollständig bedeckt.
[0005] Diese Aufgabe wird gemäß einem ersten Erfindungsaspekt für ein Verfahren zum Aufbringen
einer Druckplatte auf einen Druckzylinder mit den folgenden Schritten gelöst: Bereitstellen
eines Druckzylinders an eine Druckzylinderaufnahme, die drehbeweglich um eine Druckzylinderachse
an einem Maschinengestell gelagert ist, Anlegen einer Vorderkante der Druckplatte
auf dem Druckzylinder sowie Einleiten einer Drehbewegung auf den Druckzylinder, um
die Druckplatte während einer Rotationsbewegung des Druckzylinders um die Druckzylinderachse
auf eine Außenoberfläche des Druckzylinders aufzubringen, wobei eine Ausrichtung der
Druckplatte während des Aufbringungsvorgangs mit einer Positioniereinrichtung vorgenommen
wird, die für eine positionsgenaue Bereitstellung der Druckplatte relativ zur Druckzylinderaufnahme
ausgebildet ist und die eine Erfassungseinrichtung für eine Erfassung einer quer zur
Druckzylinderachse auszurichtenden Positionierungsgeometrie der Druckplatte sowie
Einstellmittel für eine laterale Positionseinstellung eines Druckplattenabschnitts
umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung eine quer zur Druckzylinderachse
ausgerichtete Schnittkante der Druckplatte erfasst.
[0006] Bei einem derartigen Aufziehvorgang ist davon auszugehen, dass der Druckzylinder
zumindest bereichsweise mit einer selbstklebenden Schicht, beispielsweise in der Art
eines doppelseitigen Klebebands versehen ist und dass die aus einem gummielastischen
Material hergestellte Druckplatte in einem Wickelvorgang auf den Druckzylinder aufgewickelt
wird. Hierzu kann vorgesehen sein, dass die Druckplatte mit ihrer präzise relativ
zum Druckbild beschnittenen Schnittkante zunächst mit Hilfe einer quer zur Druckzylinderachse
ausgerichteten Anschlagschiene derart gegenüber der Druckzylinderachse ausgerichtet
wird, dass das Druckbild vor der Durchführung des Aufziehvorgangs mit einem minimalen
Winkelfehler gegenüber dem Druckzylinder ausgerichtet ist. Anschließend wird - ohne
eine Veränderung der Ausrichtung der Druckplatte vorzunehmen - zunächst eine zumindest
im Wesentlichen parallel zur Druckzylinderachse ausgerichtete Vorderkante der Druckplatte
in Kontakt mit dem Druckzylinder gebracht und haftet dadurch an der selbstklebenden
Schicht des Druckzylinders an. Anschließend erfolgt die Rotationsbewegung des Druckzylinders,
wodurch die gesamte Druckplatte auf den Druckzylinder aufgewickelt wird. Während dieses
Aufwickelvorgangs erfolgt eine fortlaufende Abtastung der Schnittkante der Druckplatte,
insbesondere in einem Bereich unmittelbar vor einem Auftreffen der Druckplatte auf
der Oberfläche des Druckzylinders, wobei mit Hilfe der Erfassungseinrichtung, die
für eine kontaktlose oder kontaktbehaftete Erfassung der Schnittkante der Druckplatte
ausgebildet sein kann, überprüft wird, ob die Schnittkante der Druckplatte geradlinig
ist oder eventuell durch Reaktionskräfte während des Aufziehvorgangs eine Geradheits-Abweichung
der Schnittkante auftritt. Sofern dies der Fall sein sollte, kann mit Hilfe der Einstellmittel,
die für eine laterale Positionseinstellung desjenigen Bereichs der Druckplatte, der
noch nicht auf dem Druckzylinder fixiert ist, ausgebildet ist, eine Korrektur für
den Verlauf der Schnittkante vorgenommen werden, damit sichergestellt werden kann,
dass die Schnittkante der Druckplatte exakt geradlinig am Druckzylinder ausgerichtet
ist, sobald die Druckplatte vollständig auf den Druckzylinder aufgezogen ist. Vorzugsweise
ist vorgesehen, dass die Schnittkante der Druckplatte nach dem Aufziehen auf den Druckzylinder
vollständig in einer Ebene angeordnet ist, die quer zur Druckzylinderashe ausgerichtet
ist.
[0007] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens ist vorgesehen, dass die Schnittkante
der Druckplatte vor dem Aufbringen der Druckplatte auf den Druckzylinder in Abhängigkeit
von einer an der Druckplatte ausgebildeten Positionierungsgeometrie mit einer Genauigkeit
derart beschnitten wird, dass die Schnittkante in einem Toleranzintervall von weniger
als 50 Mikrometer, insbesondere von weniger als 30 Mikrometer, gegenüber dem Druckbild
liegt.
[0008] Die Aufgabe der Erfindung wird gemäß einem weiteren Erfindungsaspekt mit einer Vorrichtung
zum Aufbringen einer Druckplatte auf einen Druckzylinder gelöst. Hierzu umfasst die
Vorrichtung ein Maschinengestell, an dem eine Druckzylinderaufnahme drehbeweglich
um eine Druckzylinderachse gelagert ist, und eine Positioniereinrichtung, die für
eine positionsgenaue Bereitstellung einer Druckplatte relativ zur Druckzylinderaufnahme
ausgebildet ist, wobei die Positioniereinrichtung wenigstens eine Erfassungseinrichtung
für eine Erfassung einer quer zur Druckzylinderachse auszurichtenden Positionierungsgeometrie
einer Druckplatte sowie Einstellmittel für eine laterale Positionseinstellung eines
Druckplattenabschnitts umfasst und wobei die Erfassungseinrichtung für eine, insbesondere
kontaktlose oder kontaktbehaftete, Abtastung der Schnittkante der Druckplatte ausgebildet
ist.
[0009] Die Aufgabe der Erfindung wird gemäß einem weiteren Erfindungsaspekt für ein Verfahren
zum Herstellen einer Druckplatte mit den folgenden Schritten gelöst: Bereitstellen
eines Druckplattenrohlings, der eine flexible Trägerfolie und eine auf die Trägerfolie
aufgebrachte Druckbildschicht umfasst, an eine Strukturierungseinrichtung; Strukturieren
eines Druckbilds in die Druckbildschicht mit der Strukturierungseinrichtung; Erstellen
einer Positionierungsgeometrie an wenigstens einem Randbereich des Druckbilds, wobei
die Positionierungsgeometrie an der Trägerfolie und/oder auf der Trägerfolie, insbesondere
unterhalb einer vom Druckbild gebildeten Druckfläche, angeordnet ist und wobei die
Positionierungsgeometrie gegenüber wenigstens einer vom Druckbild bestimmten Positionsreferenz
innerhalb eines vorgegebenen Lagetoleranzintervalls angeordnet ist.
[0010] Der Druckplattenrohling weist üblicherweise ein rechteckiges Format auf und kann
beispielsweise für die Durchführung eines fotochemischen Entwicklungsvorgangs ausgebildet
sein. Hierzu ist auf die flexible Trägerfolie eine Druckbildschicht aufgebracht, die
in einem ersten Arbeitsschritt von der Trägerfolie her großflächig mit begrenzter
Tiefenwirkung belichtet wird, um eine unmittelbar an die Trägerfolie angrenzende Floorschicht
auszuhärten. Anschließend erfolgt eine Strukturierung des Druckbilds mit Hilfe der
Strukturierungseinrichtung, die eine der Trägerfolie abgewandte Oberseite des Druckplattenrohlings
belichtet. Beispielhaft ist vorgesehen, dass die Strukturierungseinrichtung eine lokale
Belichtung derjenigen Bereiche des Druckplattenrohlings vornimmt, die später als Druckbild
dienen sollen, während andere Bereiche des Druckplattenrohlings nicht belichtet werden.
Alternativ ist vorgesehen, dass die Strukturierungsvorrichtung eine lichtundurchlässige
Deckschicht auf dem Druckplattenrohling bereichsweise abträgt und anschließend eine
Belichtung des gesamten Druckplattenrohlings erfolgt, bei der diejenigen Bereiche
nicht belichtet werden, die noch von der Deckschicht bedeckt sind. Anschließend erfolgt
beispielsweise ein unmittelbares Abwaschen der nicht belichteten Bereiche der Druckbildschicht,
so dass auf der Floorschicht lediglich die belichteten Bereiche zurückbleiben, die
anschließend das erhaben von der Floorschicht abragende Druckbild bilden. In einem
nachfolgenden Arbeitsschritt wird das jeweilige Druckbild zusammen mit einem das Druckbild
umgebenden Randbereich aus dem Druckplattenrohling herausgetrennt.
[0011] Dieser Trennvorgang kann in automatisierter Weise erfolgen, sofern die Strukturierungseinrichtung
eine Schneideinrichtung umfasst, die in Abhängigkeit von der Lage des Druckbilds auf
der Druckplatte eine positionsgenaue Schnittführung für die aus dem Druckplattenrohling
herauszutrennende Druckplatte ermöglicht. In diesem Fall wird an einem Randbereich
der Druckplatte durch die Schnittkante, die von der Schneideinrichtung beim Ausschneiden
der Druckplatte aus dem Druckplattenrohling gebildet wird, die gewünschte Positionierungsgeometrie
gebildet. Bei geeigneter Ausgestaltung der Schneideinrichtung liegt die während des
Ausschneidevorgangs der Druckplatte aus dem Druckplattenrohling erzeugte Schneidkante
gegenüber wenigstens einer vom Druckbild bestimmten Positionsreferenz innerhalb eines
vorgegebenen Lagetoleranzintervalls und kann somit unmittelbar für eine Positionierung
der Druckplatte auf dem Druckzylinder genutzt werden, ohne dass weitere Zwischenschritte
erforderlich sind.
[0012] Sofern die Strukturierungseinrichtung keine Schneideinrichtung umfasst, was bei der
Mehrzahl der Strukturierungseinrichtungen der Fall ist, erfolgt der Ausschneidevorgang
der Druckplatte aus dem Druckplattenrohling manuell durch einen Bediener, der mit
Hilfe eines Messers und gegebenenfalls eines Lineals die Druckplatte aus dem Druckplattenrohling
heraustrennt. In diesem Fall kann nicht gewährleistet werden, dass die während des
Ausschneidevorgangs der Druckplatte aus dem Druckplattenrohling an der Druckplatte
erzeugten Schneidkanten gegenüber wenigstens einer vom Druckbild bestimmten Positionsreferenz
innerhalb eines vorgegebenen Lagetoleranzintervalls liegen. Dementsprechend kann keine
dieser Schneidkanten unmittelbar für eine Positionierung der Druckplatte auf dem Druckzylinder
genutzt werden. Die Druckplatte ist jedoch mit einer Positionierungsgeometrie versehen,
die gegenüber wenigstens einer vom Druckbild bestimmten Positionsreferenz innerhalb
eines vorgegebenen Lagetoleranzintervalls liegt und die für ein nachfolgend durchzuführendes
Beschneiden der Druckplatte genutzt werden kann, um dann die erzeugte Schnittkante
für die Positionierung der Druckplatte nutzen zu können.
[0013] Beispielhaft ist vorgesehen, dass die Positionierungsgeometrie durch Aufbringen und/oder
Einbringen einer Abtaststruktur während des Strukturierens des Druckbilds oder nach
dem Strukturieren des Druckbilds auf und/oder in die Trägerfolie gebildet wird, wobei
die Abtaststruktur mit der gleichen Präzision wie das Druckbilds erstellt wird und
somit die gleichen Toleranzeigenschaften wie das Druckbild aufweist.
[0014] Bei dieser Abtaststruktur kann es sich insbesondere um eine kontaktlose oder kontaktbehaftet,
insbesondere optisch oder magnetisch, abtastbare Markierung handeln, die vorzugsweise
in gleicher Weise wie das Druckbild erzeugt wird oder zumindest mit einer direkt der
Strukturierungseinrichtung zugeordneten Markierungseinrichtung auf die Druckplatte
aufgebracht wird. Beispiele für eine derartige Abtaststruktur sind Markierungen, die
als Tintenstrahldruckmarkierung oder als Lasermarkierung oder als Rille auf die Trägerfolie
aufgebracht oder in die Trägerfolie eingebracht sind. Diese Abtaststruktur kann bei
einem nachfolgenden Beschneidevorgang für die Druckplatte dazu genutzt werden, die
Schnittkante in einer Weise anzubringen, mit der die Einhaltung eines Lagetoleranzintervalls
von weniger als 0,07mm, vorzugsweise weniger als 0,05mm, insbesondere weniger als
0,03mm, zwischen der als Positionierungsgeometrie dienenden Außenkante der Druckplatte
und dem Druckbild gewährleistet wird.
[0015] Bevorzugt ist vorgesehen, dass aus dem Druckplattenrohling mehrere Druckplatten herausgetrennt
werden.
[0016] Dementsprechend sieht das Verfahren vor, dass die Positionierungsgeometrie durch
ein randseitiges Beschneiden der Druckplatte gebildet wird, das während des Strukturierens
des Druckbilds oder nach dem Strukturieren des Druckbilds durchgeführt wird, wobei
eine beim Beschneidevorgang gebildete Schnittkante der Druckplatte innerhalb eines
Lagetoleranzintervalls von weniger als 0,07mm, vorzugsweise weniger als 0,05mm, insbesondere
weniger als 0,03mm, angeordnet ist. Vorteilhaft bei der Verfahrensdurchführung ist
es, wenn das randseitige Beschneiden der Druckplatte unabhängig von dem Strukturieren
des Druckbilds durchgeführt wird und dass für die Durchführung eines Beschneidevorgangs
die Positionierungsgeometrie an der Trägerfolie und/oder auf der Trägerfolie, insbesondere
unterhalb einer vom Druckbild gebildeten Druckfläche, ausgebildete Positionierungsgeometrie
abgetastet wird, insbesondere abgeschnitten wird.
[0017] Die Aufgabe der Erfindung wird gemäß einem zweiten Erfindungsaspekt mit einer Druckplatte
zur Verwendung in einem Flexodruckverfahren gelöst. Die Druckplatte umfasst eine flexible
Trägerfolie aus einem elastischen Kunststoffmaterial, die eine glatte Unterseite und
eine glatte Oberseite aufweist, wobei auf der Oberseite wenigstens ein Druckbild aufgebracht
ist, das erhaben von der Oberseite abragt, wobei eine Oberfläche des Druckbilds eine
Druckfläche bestimmt, wobei das Druckbild wenigstens eine Positionsreferenz bildet
und wobei an wenigstens einem Randbereich der Druckplatte an der Trägerfolie und/oder
auf der Trägerfolie, insbesondere unterhalb der Druckfläche, eine Positionierungsgeometrie
ausgebildet ist, die gegenüber der wenigstens einen Positionsreferenz innerhalb eines
vorgegebenen Lagetoleranzintervalls angeordnet ist. Üblicherweise umfasst das Druckbild
eine oder mehrere, insbesondere nahe am Rand der Druckplatte angeordnete Geometrien,
beispielsweise Ecken oder kleine Radien, die in günstiger Weise als Positionsreferenz
für eine Ermittlung der Lage der Positionierungsgeometrie und damit für eine Überprüfung
der Einhaltung des vorgegebenen Lagetoleranzintervalls dienen können. Bei diesen Geometrien
kann es sich insbesondere um maschinenlesbare Marken (2D-Barcodes, z.B. Data-Matrix-Codes,
QR-Codes) handeln.
[0018] Bei einer Weiterbildung der Druckplatte ist vorgesehen, dass das Lagetoleranzintervall
weniger als 0,07mm, vorzugsweise weniger als 0,05mm, insbesondere weniger als 0,03mm
beträgt.
[0019] In weiterer Ausgestaltung der Druckplatte ist vorgesehen, dass die Positionierungsgeometrie
als gerade Außenkante der Druckplatte oder als gerade Linie in der flexiblen Trägerfolie
oder als gerade Linie auf der flexiblen Trägerfolie oder als geradlinige Anordnung
von Außenkantenabschnitten der Druckplatte oder als geradlinige Anordnung von Markierungen
in der Trägerfolie oder auf der Trägerfolie ausgebildet ist. Hierdurch wird wahlweise
eine kontaktlose optische Abtastung der Positionierungsgeometrie oder gegebenenfalls
auch eine mechanische Abtastung der Positionierungsgeometrie ermöglicht. Gegebenenfalls
kann vorgesehen sein, dass die Positionierungsgeometrie durch eine Vielzahl von randseitig
an der Druckplatte angeordnete Vorsprünge oder eine Vielzahl von Markierungen auf
oder in der Trägerfolie gebildet wird, die auf einer gemeinsamen Geraden angeordnet
sind.
[0020] Die Aufgabe der Erfindung wird gemäß einem weiteren Erfindungsaspekt mit einer Vorrichtung
zum randseitigen Beschneiden einer Druckplatte gelöst. Hierzu umfasst die Vorrichtung
eine Schneideinrichtung aus der Gruppe: Messerschneider, Rollenschneider, Laserschneider,
Wasserstrahlschneider, Heißdrahtschneider sowie eine Abtasteinrichtung, die zur Erfassung
eines Druckbilds und/oder einer Positionierungsgeometrie an wenigstens einem Randbereich
eines auf eine Druckplatte aufgebrachten Druckbilds ausgebildet ist, wobei die Positionierungsgeometrie
an der Trägerfolie und/oder auf der Trägerfolie angeordnet ist, sowie mit einer Aufnahmeeinrichtung,
insbesondere einem Auflagetisch, zum Aufnehmen, Abtasten sowie Beschneiden der Druckplatte,
wobei zwischen der Schneideinrichtung und der Aufnahmeeinrichtung ein Aktor angeordnet
ist, der zur Bereitstellung einer Relativbewegung zwischen Schneideinrichtung und
Aufnahmeeinrichtung ausgebildet ist und der mit der Abtasteinrichtung verbunden ist,
um eine beim Beschneidevorgang gebildete Schnittkante der Druckplatte auszubilden,
die innerhalb eines Lagetoleranzintervalls von weniger als 0,07mm, vorzugsweise weniger
als 0,05mm, insbesondere weniger als 0,03mm, angeordnet ist.
[0021] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt. Hierbei
zeigt:
- Figur 1
- eine rein schematische Draufsicht auf einen Druckplattenrohling nach der Durchführung
einer Strukturierung der Druckbildschicht mit den nur schematisch angedeuteten, durch
den Strukturierungsvorgang ausgebildeten Druckplatten,
- Figur 2
- eine schematische Draufsicht auf eine Druckplatte, die manuell aus dem Druckplattenrohling
herausgetrennt wurde,
- Figur 3
- eine Vorderansicht einer ersten Variante der Druckplatte gemäß der Figur 2,
- Figur 4
- eine Vorderansicht einer zweiten Variante der Druckplatte gemäß der Figur 2,
- Figur 5
- eine Vorderansicht einer dritten Variante der Druckplatte gemäß der Figur 2,
- Figur 6
- eine rein schematische Darstellung einer Vorrichtung zum randseitigen Beschneiden
einer Druckplatte,
- Figur 7
- eine schematische Draufsicht auf eine, insbesondere mit der Vorrichtung gemäß der
Figur 6, randseitig beschnittene Druckplatte,
- Figur 8
- eine schematische Draufsicht auf eine Vorrichtung zum Aufbringen einer Druckplatte
auf einen Druckzylinder, und
- Figur 9
- eine seitliche Schnittdarstellung der Vorrichtung gemäß der Figur 8.
[0022] Ein nur schematisch in der Figur 1 dargestellter Druckplattenrohling 1 weist eine
rechteckige Gestalt auf und umfasst eine nicht näher dargestellte Trägerfolie, die
aus einem flexiblen Material hergestellt ist, sowie eine auf die flexible Trägerfolie
aufgebrachte Druckbildschicht. Exemplarisch kann vorgesehen sein, dass die Druckbildschicht
von einem fotosensitiven Polymer gebildet wird und zunächst an einer Oberseite des
Druckplattenrohlings 1 durch eine nicht näher dargestellte Sperrschicht vor Lichteinflüssen
geschützt ist. In einem ersten Schritt wird der Druckplattenrohling 1 von einer Unterseite
durch die Trägerfolie hindurch vollflächig mit einer definierten Eindringtiefe für
die Lichtstrahlung belichtet, um eine undmittelbar an die Trägerfolie angrenzende
Trägerschicht auszuhärten, die auch als Floorschicht 12 bezeichnet wird. Anschließend
kann eine Strukturierung des Druckplattenrohlings 1 in einer nicht näher dargestellten
Strukturierungseinrichtung vorgenommen werden, hierbei erfolgt ein selektiver Abtrag
der Sperrschicht. Hierdurch wird die Druckbildschicht bereichsweise freigelegt und
kann in einem nachfolgenden Belichtungsvorgang in den freigelegten Bereichen ausgehärtet
werden, so dass sie in diesen Aushärtungsbereichen bei einer Durchführung eines nachfolgenden
Waschvorgangs nicht von der Floorschicht abgewaschen wird. Nach der Durchführung des
Waschvorgangs ergibt sich das Druckbild, dass erhaben von der Floorschicht 12 abragt,
wie dies in den Darstellungen der Figuren 3 bis 5 schematisch dargestellt ist.
[0023] Nach der Durchführung des Waschvorgangs erfolgt ein Austrennen von einzelnen Druckplatten
2 aus dem Druckplattenrohling 1. Exemplarisch ist vorgesehen, dass dieses Austrennen
von einem Bediener manuell, eventuell unter Verwendung eines Lineals, erfolgt. Hierdurch
weist die ausgetrennte Druckplatte 2 eine umlaufende Kante 3 auf, deren Lage und Kontur
bezogen auf das Druckbild 4 zu ungenau ist, um die Kante 3 dazu nutzen zu können,
die Druckplatte 2 in einem nachfolgenden Arbeitsschritt präzise auf einen Druckzylinder
aufbringen zu können.
[0024] Um in günstiger Weise eine Referenz für die Aufbringung der Druckplatte 2 auf den
Druckzylinder bereitstellen zu können ist bei der Druckplatte 2 gemäß der Figur 2
vorgesehen, beabstandet zum Druckbild 4 eine Positionierungsgeometrie 5 auszubilden,
die in einem nachfolgenden Bearbeitungsschritt dazu genutzt wird, einen randseitigen
Beschnitt der Druckplatte 2 vornehmen zu können, so dass diese eine zumindest abschnittsweise
präzise zum Druckbild 4 ausgerichtete Schnittkante 6 aufweist, wie sie in der Figur
2 durch die gestrichelte Geometrie angedeutet ist.
[0025] Für die Positionierungsgeometrie 5 auf der Druckplatte 2, wie sie in der Figur 2
dargestellt ist, stehen mehrere Alternativen zur Verfügung, von denen einige in den
Figuren 3 bis 5 dargestellt sind und trotz der unterschiedlichen Gestaltung der jeweiligen
Positionierungsgeometrie 5 stets auf das Druckbild 4 und darin enthaltene, nicht näher
dargestellte und als Positionsreferenz nutzbare Geometrien gemäß der Darstellung der
Figur 2 bezogen sind.
[0026] Bei der Positionierungsgeometrie 5 gemäß der Figur 3 handelt es sich um eine parallel
zu einer Außenkante 7 des Druckbilds 4 ausgerichtete Erhebung 8, die während der Durchführung
des Strukturierungsprozesses für das Druckbild 4 geschaffen wird und die gleichen
Eigenschaften wie das Druckbild 4 aufweist. Hierdurch ist gewährleistet, dass die
Erhebung 8 die gleiche Positionierungsgenauigkeit wie die übrigen Teilbereiche des
Druckbilds 4 aufweist. Eine solche Erhebung 8 wird auch als Rollbalken bezeichnet.
Bei einer nicht näher dargestellten Variante der Erhebung 8 ist vorgesehen, dass diese
unterhalb einer Ebene 9 angesiedelt ist, die von einer Oberseite 10 des Druckbilds
4 bestimmt wird, so dass auch für den Fall, dass die Druckplatte 2 vor der Durchführung
des randseitigen Beschnitts für einen (Test-) Druckvorgang genutzt wird, die Erhebung
8 nicht mitdruckt.
[0027] Bei der Positionierungsgeometrie 5 gemäß der Figur 4 handelt es sich um eine auf
die Oberfläche 11 der Floorschicht 12 aufgebrachte Markierung 15, die in der Figur
4 aus Gründen der Sichtbarkeit überhöht dargestellt ist und die nicht Bestandteil
der Druckbildschicht 14 ist. Beispielsweise kann die Markierung 15 während oder nach
der Durchführung des Strukturierungsvorgangs beispielsweise mit Hilfe eines der Strukturierungseinrichtung
zugeordneten Tintenstrahldruckkopfs oder mit Hilfe eines der Strukturierungseinrichtung
zugehörigen Lasers auf die Oberfläche 11 der Floorschicht 12 aufgebracht werden.
[0028] Bei der Positionierungsgeometrie 5 gemäß der Figur 5 handelt es sich um eine in die
Floorschicht 12 eingebrachte Markierung 16, wie sie beispielsweise durch Verwendung
einer geeignet fokussierten Laserquelle während des Strukturierungsvorgangs oder nach
dem Strukturierungsvorgang geschaffen werden kann.
[0029] In jedem Fall kann die Positionierungsgeometrie 5 unabhängig von ihrer individuellen
Ausgestaltung entweder für eine unmittelbare Positionierung der Druckplatte 2 auf
einen Druckzylinder genutzt werden, indem während eines Montagevorgangs für die Druckplatte
2 eine kontaktbehaftete oder kontaktlose Abtastung der Positionierungsgeometrie vorgenommen
wird.
[0030] Bei einer bevorzugten alternativen Vorgehensweise ist vorgesehen, dass vor einer
Montage der Druckplatte 2 auf den Druckzylinder zunächst der oben stehend erwähnte
randseitige Beschnitt der Druckplatte 2 stattfindet, um die Schnittkante 6 auszubilden,
so dass die Druckplatte 2 eine dauerhafte und unproblematisch reproduzierbar abtastbare
Geometrie aufweist, die auch die Größe der Druckplatte 2 nicht negativ beeinflusst.
[0031] Exemplarisch ist vorgesehen, die Druckplatte 2 mit einer in der Figur 6 nur schematisch
dargestellten Beschneidevorrichtung 20 randseitig zu beschneiden, um die in der Figur
2 angedeutete Schnittkante 6 durch Referenzierung auf die Positionierungsgeometrie
5 zu schaffen. Hierzu umfasst die Beschneidevorrichtung 20 rein exemplarisch einen
Auflagetisch 21, der für eine flächige Auflage der Druckplatte 2 ausgebildet ist.
Beispielhaft kann vorgesehen sein, dass der Auflagetisch 21 mit einer nicht näher
dargestellten Vakuumeinrichtung ausgerüstet ist, mit deren Hilfe die Druckplatte 2
während der Durchführung eines Beschneidevorgangs zuverlässig am Auflagetisch 21 festgelegt
werden kann.
[0032] Ferner umfasst die Beschneidevorrichtung 20 eine Kombination aus einer Kamera und
einem Laser. Dabei sind die Kamera und der Laser in einem gemeinsamen Arbeitskopf
22 angeordnet, der mittels einer Führungssäule 23 mit dem Auflagetisch 21 gekoppelt
ist. Hierbei ist vorgesehen, dass die Führungssäule 23 mit den daran angebrachten
Arbeitskopf 22 linearbeweglich, insbesondere in zwei zueinander senkrechten Raumrichtungen
parallel zu einer Oberfläche 24 des Auflagetischs 21 bewegt werden kann. Am Arbeitskopf
22 sind ein Kameraobjektiv 25 sowie ein Laserobjektiv 26 angeordnet, wobei das Kameraobjektiv
25 für eine optische Abtastung einer in der Figur 6 nicht näher dargestellten, auf
dem Auflagetisch 21 aufliegenden Druckplatte vorgesehen ist. Das von der im Arbeitskopf
22 angeordneten Kamera erfasste Druckbild wird dazu genutzt, eine Bewegung des Arbeitskopfs
22 relativ zum Auflagetisch 21 durchzuführen, so dass ein randseitiger Beschnitt der
Druckplatte 2 mit Hilfe des ebenfalls im Arbeitskopf 22 aufgenommenen Lasers vorgenommen
werden kann.
[0033] Hierbei ist insbesondere vorgesehen, dass die Kamera die Positionierungsgeometrie
5 der Druckplatte 2 für die Durchführung des Beschneidevorgangs an der Druckplatte
2 nutzt und dadurch die gewünschte Ausrichtung der Schnittkante 6 gegenüber dem Druckbild
4 gewährleistet wird. Dementsprechend sind die Anforderungen an die Komponenten Kamera
und Laser, die im Arbeitskopf 22 enthalten sind, sowie an die Führungssäule 23 und
die zugehörigen, nicht näher dargestellten Antriebseinrichtungen für die Führungssäule
23, so zu wählen, dass die während des Beschneidens der Druckplatte 2 entstehende
Schnittkante 6 innerhalb eines Lagetoleranzintervalls von weniger als 0,07mm, vorzugsweise
weniger als 0,05mm, insbesondere weniger als 0,03mm, angesiedelt ist, wobei eine Ermittlung
der Lagetoleranz für die Schnittkante 6 ausgehend vom Druckbild 4 erfolgt.
[0034] Als Ergebnis des Beschneidevorgangs wird eine in der Figur 7 schematisch dargestellte
Druckplatte 32 zur Verfügung gestellt, bei der die Schnittkante 6 innerhalb des vorgenannten
Lagetoleranzintervalls gegenüber dem Druckbild 4 liegt und damit eine Positionierungsgeometrie
für den Aufziehvorgang der Druckplatte 32 bildet.
[0035] Eine Weiterverarbeitung dieser Druckplatte 32 erfolgt mit der in den Figuren 8 und
9 schematisch dargestellten Vorrichtung 40 zum Aufbringen der Druckplatte 32 auf einen
Druckzylinder 41. Hierzu umfasst die Vorrichtung 40 ein nur schematisch dargestelltes
Maschinengestell 42, an dem eine Druckzylinderaufnahme 43 drehbeweglich um eine Druckzylinderachse
44 gelagert ist. Die Druckzylinderaufnahme 43 ist für eine endseitige Kopplung des
Druckzylinders 41 vorgesehen und umfasst rein exemplarisch eine als Getriebemotor
ausgebildete Antriebseinrichtung 45. Ferner ist dem Maschinengestell 42 eine Positioniereinrichtung
46 zugeordnet, die für eine positionsgenaue Bereitstellung der Druckplatte 32 relativ
zur Druckzylinderaufnahme 43 und den darin aufgenommenen Druckzylinder 41 ausgebildet
ist. Rein exemplarisch umfasst die Positioniereinrichtung 46 zwei Erfassungseinrichtungen
47, die jeweils für eine Erfassung der quer zur Druckzylinderachse 44 auszurichtenden,
als Positionierungsgeometrie dienenden Schnittkante 6 der Druckplatte 32 ausgebildet
sind. Ferner umfasst die Positioniereinrichtung 46 ein rein exemplarisch aus zwei
parallel zueinander ausgerichteten Führungswalzen 48, 49, zwischen denen die Druckplatte
32 für eine Einleitung von parallel zur Druckzylinderachse 44 ausgerichteten lateralen
Kräften aufgenommen werden kann, und einem Linearsteller 50 gebildetes Einstellmittel
51, das für eine laterale Positionseinstellung der Druckplatte gegenüber dem Druckzylinder
41 genutzt wird.
[0036] Ergänzend kann vorgesehen sein, dass die Druckplatte 32 vor einer Bereitstellung
an die Vorrichtung 40 mit Hilfe einer nicht näher dargestellten, quer zur Druckzylinderachse
44 ausgerichteten Anschlagleiste vorpositioniert werden kann und mit dieser Ausrichtung
zunächst in einen Arbeitsspalt 52 zwischen den beiden Führungswalzen 48, 49 eingeschoben
wird und anschließend auf den mit einer nicht näher dargestellten selbstklebenden
Beschichtung versehenen Druckzylinder 41 aufgelegt werden kann.
[0037] Bei der anschließenden Rotationsbewegung des Druckzylinders 41 um die Druckzylinderachse
44 wird aufgrund der selbstklebenden Beschichtung des Druckzylinders 41 eine Zugkraft
auf die Druckplatte 32 ausgeübt, wodurch diese entgegen einer von den Führungswalzen
48, 49 aufgebrachten Bremskraft auf den Druckzylinder 41 aufgewickelt werden kann.
Während dieses Aufwickelvorgangs erfassen die beiden Erfassungseinrichtungen 47 jeweils
die quer zur Druckzylinderachse 44 ausgerichtete Schnittkante 6 der Druckplatte 32
und stellen jeweils ein Abweichungssignal an eine Steuereinrichtung 53 zur Verfügung.
Die Steuereinrichtung 53 ist ihrerseits sowohl mit der Antriebseinrichtung 45 als
auch mit dem Linearsteller 50 elektrisch verbunden und ermöglicht hierdurch eine koordinierte
lineare Verlagerung der beiden Führungswalzen 48, 49 parallel zur Druckzylinderachse
44, wodurch eine Veränderung der Ausrichtung des jeweils in unmittelbare Anlage an
den Druckzylinder 41 gelangenden Bereichs der Druckplatte 32 und damit eine korrekt
orientierte Aufbringung der Druckplatte 32 auf den Druckzylinder 41 ermöglicht wird.
1. Verfahren zum Aufbringen einer Druckplatte (2, 32) auf einen Druckzylinder (41) mit
den Schritten: Bereitstellen eines Druckzylinders an eine Druckzylinderaufnahme (43),
die drehbeweglich um eine Druckzylinderachse (44) an einem Maschinengestell (42) gelagert
ist, Anlegen einer Vorderkante der Druckplatte (2, 32) auf dem Druckzylinder (41)
sowie Einleiten einer Drehbewegung auf den Druckzylinder (43), um die Druckplatte
(2, 32) während einer Rotationsbewegung des Druckzylinders (41) um die Druckzylinderachse
(44) auf eine Außenoberfläche des Druckzylinders (41) aufzubringen, wobei eine Ausrichtung
der Druckplatte (2, 32) während des Aufbringungsvorgangs mit einer Positioniereinrichtung
(46) vorgenommen wird, die für eine positionsgenaue Bereitstellung der Druckplatte
(2, 32) relativ zur Druckzylinderaufnahme (43) ausgebildet ist und die eine Erfassungseinrichtung
(47) für eine Erfassung einer quer zur Druckzylinderachse (44) auszurichtenden Positionierungsgeometrie
(5; 6; 8; 15; 16) der Druckplatte (2, 32) sowie Einstellmittel (51) für eine laterale
Positionseinstellung eines Druckplattenabschnitts umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (47) eine quer zur Druckzylinderachse (44) ausgerichtete
Schnittkante (6) der Druckplatte (2, 32) erfasst.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnittkante (6) der Druckplatte (2, 32) vor dem Aufbringen der Druckplatte (2,
32) auf den Druckzylinder (41) in Abhängigkeit von einer an der Druckplatte (2, 32)
ausgebildeten Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) mit einer Genauigkeit derart
beschnitten wird, die Schnittkante (6) in einem Toleranzintervall von weniger als
50 Mikrometer, insbesondere von weniger als 30 Mikrometer, gegenüber dem Druckbild
liegt.
3. Vorrichtung zum Aufbringen einer Druckplatte (2, 32) auf einen Druckzylinder (41),
mit einem Maschinengestell (42), an dem eine Druckzylinderaufnahme (43) drehbeweglich
um eine Druckzylinderachse (44) gelagert ist, und mit einer Positioniereinrichtung
(46), die für eine positionsgenaue Bereitstellung einer Druckplatte (2, 32) relativ
zur Druckzylinderaufnahme (43) ausgebildet ist, wobei die Positioniereinrichtung (46)
wenigstens eine Erfassungseinrichtung (47) für eine Erfassung einer quer zur Druckzylinderachse
(44) auszurichtenden Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) einer Druckplatte
(2, 32) sowie Einstellmittel (51) für eine laterale Positionseinstellung eines Druckplattenabschnitts
umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Erfassungseinrichtung (47) für eine, insbesondere kontaktlose oder kontaktbehaftete,
Abtastung der Schnittkante (6) der Druckplatte (2, 32) ausgebildet ist.
4. Verfahren zum Herstellen einer Druckplatte (2, 32) mit den Schritten: Bereitstellen
eines Druckplattenrohlings (1), der eine flexible Trägerfolie (12) und eine auf die
Trägerfolie (12) aufgebrachte Druckbildschicht (14) umfasst, an eine Strukturierungseinrichtung;
Strukturieren eines Druckbilds (4) in die Druckbildschicht (14) mit der Strukturierungseinrichtung;
Erstellen einer Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) an wenigstens einem Randbereich
des Druckbilds (4), wobei die Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) an der Trägerfolie
(12) und/oder auf der Trägerfolie (12), insbesondere unterhalb einer vom Druckbild
(4) gebildeten Druckfläche (10), angeordnet ist und wobei die Positionierungsgeometrie
(5; 6; 8; 15; 16) gegenüber wenigstens einer vom Druckbild (4) bestimmten Positionsreferenz
innerhalb eines vorgegebenen Lagetoleranzintervalls angeordnet ist.
5. Verfahren zum Herstellen einer Druckplatte nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) durch Aufbringen und/oder Einbringen
einer Abtaststruktur während des Strukturierens des Druckbilds (4) oder nach dem Strukturieren
des Druckbilds (4) auf und/oder in die Trägerfolie (12) gebildet wird, wobei die Abtaststruktur
innerhalb eines Lagetoleranzintervalls von weniger als 0,1mm, vorzugsweise weniger
als 0,07mm, insbesondere weniger als 0,05mm, angeordnet ist.
6. Verfahren zum Herstellen einer Druckplatte nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem Druckplattenrohling (1) mehrere Druckplatten (2, 32) herausgetrennt werden.
7. Verfahren zum Herstellen einer Druckplatte (2) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) durch ein randseitiges Beschneiden
der Druckplatte (2, 32) gebildet wird, das während des Strukturierens des Druckbilds
(4) oder nach dem Strukturieren des Druckbilds (4) durchgeführt wird, wobei eine beim
Beschneidevorgang gebildete Schnittkante (6) der Druckplatte (2, 32) innerhalb eines
Lagetoleranzintervalls von weniger als 0,1mm, vorzugsweise weniger als 0,07mm, insbesondere
weniger als 0,05mm, angeordnet ist.
8. Verfahren zum Herstellen einer Druckplatte (2, 32) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das randseitige Beschneiden der Druckplatte (2, 32) unabhängig von dem Strukturieren
des Druckbilds (4) durchgeführt wird und dass für die Durchführung eines Beschneidevorgangs
die Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) an der Trägerfolie (12) und/oder auf
der Trägerfolie (12), insbesondere unterhalb einer vom Druckbild (4) gebildeten Druckfläche
(10), ausgebildete Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) abgetastet wird, insbesondere
abgeschnitten wird.
9. Druckplatte zur Verwendung in einem Flexodruckverfahren, mit einer flexiblen Trägerfolie
(12) aus einem elastischen Kunststoffmaterial, die eine glatte Unterseite und eine
glatte Oberseite aufweist, wobei auf der Oberseite (11) wenigstens ein Druckbild (4)
aufgebracht ist, das erhaben von der Oberseite abragt (11), wobei eine Oberfläche
(10) des Druckbilds (4) eine Druckfläche bestimmt, wobei das Druckbild (4) wenigstens
eine Positionsreferenz bildet, dadurch gekennzeichnet, dass an wenigstens einem Randbereich (6) der Druckplatte (2, 32) an der Trägerfolie (12)
und/oder auf der Trägerfolie (12), insbesondere unterhalb der Druckfläche (10), eine
Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) ausgebildet ist, die gegenüber der wenigstens
einen Positionsreferenz innerhalb eines vorgegebenen Lagetoleranzintervalls angeordnet
ist.
10. Druckplatte nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Lagetoleranzintervall weniger als 0,1mm, vorzugsweise weniger als 0,07mm, insbesondere
weniger als 0,05mm beträgt.
11. Druckplatte nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) als gerade Außenkante (6) der Druckplatte
(2, 32) oder als gerade Linie in der flexiblen Trägerfolie (12) oder als gerade Linie
auf der flexiblen Trägerfolie (12) oder als geradlinige Anordnung von Außenkantenabschnitten
(6) der Druckplatte (2, 32) oder als geradlinige Anordnung von Markierungen (15, 16)
in der Trägerfolie (12) oder auf der Trägerfolie (12) ausgebildet ist.
12. Vorrichtung zum randseitigen Beschneiden einer Druckplatte (2, 32), mit einer Schneideinrichtung
(22) aus der Gruppe: Messerschneider, Rollenschneider, Laserschneider, Wasserstrahlschneider,
Heißdrahtschneider sowie mit einer Abtasteinrichtung (22), die zur Erfassung eines
Druckbilds (4) und/oder einer Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) an wenigstens
einem Randbereich eines auf eine Druckplatte (2, 32) aufgebrachten Druckbilds (4)
ausgebildet ist, wobei die Positionierungsgeometrie (5; 6; 8; 15; 16) an der Trägerfolie
(12) und/oder auf der Trägerfolie (12) angeordnet ist, sowie mit einer Aufnahmeeinrichtung
(21), insbesondere einem Auflagetisch, zum Aufnehmen, Abtasten sowie Beschneiden der
Druckplatte (2, 32), wobei zwischen der Schneideinrichtung (22) und der Aufnahmeeinrichtung
(21) ein Aktor angeordnet ist, der zur Bereitstellung einer Relativbewegung zwischen
Schneideinrichtung (22) und Aufnahmeeinrichtung (21) ausgebildet ist und der mit der
Abtasteinrichtung (22) verbunden ist, um eine beim Beschneidevorgang gebildete Schnittkante
(6) der Druckplatte (2, 32) auszubilden, die innerhalb eines Lagetoleranzintervalls
von weniger als 0,1mm, vorzugsweise weniger als 0,07mm, insbesondere weniger als 0,05mm,
angeordnet ist.