GEBIET DER ERFINDUNG
[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Sitzmöbelpolster, insbesondere für einen Büro-
oder Konferenzstuhl, ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Sitzmöbelpolsters
sowie eine Sitzmöbelpolsteranordnung, ein Verfahren zur Herstellung einer solchen
Sitzmöbelpolsteranordnung und einen Büro- oder Konferenzstuhl.
TECHNISCHER HINTERGRUND
[0002] Obwohl die vorliegende Erfindung nachstehend in Bezug auf einen Büro-oder Konferenzstuhl
näher beschrieben wird ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige Arten
von Sitzmöbeln anwendbar.
[0003] Sitzmöbelpolster werden bisweilen meist mit herkömmlichen Befestigungsmitteln wie
Schrauben oder dergleichen an einer Sitzstruktur befestigt. In der Regel weist ein
solches Sitzmöbelpolster einen Polsterkörper und eine Polsterplatte auf. Der Polsterkörper
wird mit der Polsterplatte und/oder einem an der Polsterplatte verankerten Bezug verbunden.
Die Polsterplatte wird dann an der Sitzstruktur angeschraubt.
[0004] Nachteilig ist eine derartige Fertigung und Montage aber relativ arbeitsintensiv
und mit einer Mehrzahl von Teilen verbunden. Darüber hinaus ist sie für den Vertrieb
recht unflexibel in Hinblick auf die Auswahl bzw. auf Änderungen bei der Polsterwahl,
da in der Regel bereits in der Fabrik eine Endmontage vorgenommen wird.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
[0005] Vor diesem Hintergrund liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein
einfach herstellbares und flexibel einsetzbares Sitzmöbelpolster sowie eine einfach
herstellbare und flexibel konfigurierbare Sitzpolsteranordnung und einen entsprechenden
Büro- oder Konferenzstuhl anzugeben.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Sitzmöbelpolster mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 und/oder durch ein Verfahren zur Herstellung eines Sitzmöbelpolsters
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 7 und/oder durch eine Sitzmöbelpolsteranordnung
mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8 und/oder durch ein Verfahren zur Herstellung
eines Sitzmöbelpolsters mit den Merkmalen des Patentanspruchs 9 und/oder durch einen
Büro- oder Konferenzstuhl mit den Merkmalen des Patentanspruchs 11 gelöst.
[0007] Demgemäß ist vorgesehen:
- Ein Sitzmöbelpolster, insbesondere für einen Büro- oder Konferenzstuhl, mit einem
Grundkörper, welcher schalenartig geformt ist und an seinem Rand einen nach innen
gewölbten Hinterschnitt aufweist, der zum umfänglichen Hintergreifen einer Sitz- oder
Lehnenstruktur ausgebildet ist; und mit einem mit dem Grundkörper verbundenen Polsterkörper,
der an einer dem Hinterschnitt abgewandten Seite des Grundkörpers als Sitz- oder Lehnenpolster
angeordnet ist.
- Ein Verfahren zur Herstellung eines Sitzmöbelpolsters, insbesondere eines erfindungsgemäßen
Sitzmöbelpolsters, mit den Schritten: Formen eines schalenartigen Grundkörpers, der
eine schalenartige Negativform einer Sitz- oder Lehnenstruktur aufweist und an seinem
Rand zumindest abschnittsweise einen nach innen gewölbten Hinterschnitt aufweist;
und Formen eines Polsterkörpers auf dem Grundkörper an einer dem Hinterschnitt abgewandten
Seite.
- Eine Sitzmöbelpolsteranordnung, insbesondere für einen Büro- oder Konferenzstuhl,
mit einer Sitz- oder Lehnenstruktur, und einem Sitzmöbelpolster, insbesondere einem
erfindungsgemäßen oder nach einem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Sitzmöbelpolster,
wobei das Sitzpolster einen Grundkörper, welcher schalenartig als Negativform der
Sitz- oder Lehnenstruktur geformt ist und an seinem Rand einen nach innen gewölbten
Hinterschnitt aufweist, und einen an den Grundkörper angeformten Polsterkörper aufweist,
der an einer dem Hinterschnitt abgewandten Seite des Grundkörpers angeordnet ist,
wobei der Grundkörper durch umfängliches Hintergreifen der Sitz- oder Lehnenstruktur
mit dem Hinterschnitt formschlüssig an der Sitz- oder Lehnenstruktur derart anbringbar
ausgebildet ist, dass der Polsterkörper im angebrachten Zustand als Sitz- oder Lehnenpolster
auf der Sitz- oder Lehnenstruktur angeordnet ist.
- Ein Verfahren zur Herstellung einer Sitzmöbelpolsteranordnung, insbesondere einer
erfindungsgemäßen Sitzmöbelpolsteranordnung, mit den Schritten: Bereitstellen einer
Sitz- oder Lehnenstruktur, Bereitstellen eines Sitzmöbelpolsters, insbesondere eines
erfindungsgemäßen oder nach einem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Sitzmöbelpolsters,
welches einen schalenartig geformten Grundkörper mit einem nach innen gewölbten Hinterschnitt
an seinem Rand aufweist; und formschlüssiges Anbringen des Sitzmöbelposters an der
Sitz- oder Lehnenstruktur, wobei der Rand des Grundkörpers mit der Sitz-oder Lehnenstruktur
derart in Eingriff gebracht wird, dass der Hinterschnitt des Randes die Sitz- oder
Lehnenstruktur umfänglich hintergreift.
- Ein Büro- oder Konferenzstuhl, mit einer erfindungsgemäßen oder nach einem erfindungsgemäßen
Verfahren hergestellten Sitzmöbelpolsteranordnung.
[0008] Die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Erkenntnis/Idee besteht darin, ein
Sitzmöbelpolster in der Art einer an eine Sitz- oder Lehnenstruktur formschlüssig
anbringbaren und wieder abnehmbaren Schale zu gestalten. Erreicht wird dies durch
umfängliches Hintergreifen einer Sitz- oder Lehnenstruktur mit einem Hinterschnitt
am Rand des schalenartigen Grundkörpers. Auf diese Weise ist das Sitzmöbelpolster
an einer Sitz- oder Lehnenstruktur modular, reversibel und werkzeugfrei montierbar
und austauschbar. Insbesondere wird der Grundkörper des Sitzmöbelpolsters dazu flexibel
verformt, umgreift die Sitz- oder Lehnenstruktur und rastet mit seinem Hinterschnitt
hinter der Sitz- oder Lehnenstruktur, insbesondere hinter einem Rand der Sitz- oder
Lehnenstruktur, ein.
[0009] Unter einem Hinterschnitt ist im Kontext der vorliegenden Erfindung somit ein zum
Hintergreifen einer Sitz-oder Lehnenstruktur geeigneter, insbesondere nach innen gewölbter,
Abschnitt an einem Rand der schalenartigen Struktur eines Grundkörpers zu verstehen.
[0010] Bei der schalenartigen Struktur des Grundkörpers handelt es sich insbesondere um
eine Art über den Rand fortgesetzte Halbschale, welche zur Abdeckung der Oberseite
bzw. Vorderseite einer Sitz- oder Lehnenstruktur ausgebildet ist und eine Unterseite
bzw. Rückseite bis auf den durch den Hinterschnitt hintergriffenen Bereich frei lässt.
[0011] Ein umfängliches Hintergreifen umfasst im Kontext der vorliegenden Erfindung ein
Hintergreifen an zumindest mehreren umfänglichen Abschnitten oder dem gesamten Umfang
der Sitz-oder Lehnenstruktur derart, dass der Grundkörper und die Sitz-oder Lehnenstruktur
durch den umfänglichen Hintergriff miteinander in Eingriff stehen. Je nach Steifigkeit
des Materials des Grundköpers kann, insbesondere bei vergleichsweise elastischen Materialien,
der gesamte Umfang des Randes oder, insbesondere bei steiferen Materialien, nur strukturell
notwendige Abschnitte, wie Ecken oder dergleichen, mit einem Hinterschnitt versehen
sein.
[0012] Die erfindungsgemäße Lösung ermöglicht nicht nur eine vereinfachte Montage des Sitzmöbelpolsters
sondern ermöglicht auch eine vereinfachte Herstellung desselben. Insbesondere lässt
sich das gesamte Sitzmöbelpolster in einem gemeinsamen Formungsprozess als ein integrales
Zweikomponentenbauteil ohne weitere Montageschritte herstellen.
[0013] Ein Sitzmöbel, insbesondere ein Büro- oder Konferenzstuhl, kann auf diese Weise an
unterschiedlichsten Stellen seiner Sitz- oder Lehnenstruktur mit einem Sitzmöbelpolster
versehen werden, sofern die zugrunde liegende Stelle der Struktur ein Hintergreifen
erlaubt.
[0014] Der Rand des Grundkörpers ist bei einer Ausführungsform derart ausgelegt, dass er
eine Sitz-oder Lehnenstruktur ununterbrochen umlaufend umgreift. In diesem Fall enthält
zumindest der Rand des Grundkörpers oder der gesamte Grundkörper vorzugsweise ein
flexibles bzw. elastisches Material. In diesem Fall kann auch der Hinterschnitt ununterbrochen
umlaufend ausgebildet sein. Denkbar wäre jedoch auch, lediglich abschnittsweise Hinterschnittbereiche
vorzusehen, wobei zumindest zwei, insbesondere zumindest drei, vorzugsweise zumindest
vier derartige Hinterschnittbereiche vorgesehen sind.
[0015] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der Rand des Grundkörpers in mehrere Umgriffabschnitte
unterteilt. Dementsprechend existieren an dem Grundkörper die Umgriffabschnitte voneinander
trennende Stellen ohne Rand oder mit einem lediglich abgesenkten Rand. Beispielsweise
können sich diese Umgriffabschnitte im Falle einer eckigen Grundfläche im Bereich
der Ecken befinden. Der Hinterschnitt ist dabei jeweils an den Umgriffabschnitten
vorgesehen.
[0016] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen
sowie aus der Beschreibung unter Bezugnahme auf die Figuren der Zeichnung.
[0017] Gemäß einer Ausführungsform ist der Polsterkörper mit einem Bezug versehen, der im
Bereich des Randes umlaufend mit dem Grundkörper verbunden ist. Beispielsweise kann
der Polsterkörper eine seitliche Wulst aufweisen, hinter bzw. unter welcher der Bezug
an dem Grundkörper befestigt ist. Ferner wäre es auch denkbar, den Bezug bis an oder
gegebenenfalls über den Rand des Grundkörpers bis an eine Innenseite des Hinterschnitts
zu spannen und dort zu befestigen. Der Bezug kann dazu an dem Grundkörper beispielsweise
angetackert, angeklebt oder angeschweißt sein.
[0018] Gemäß einer Ausführungsform ist der Hinterschnitt an dem Grundkörper umlaufend ausgebildet
und zum durchgehend umlaufenden Hintergreifen der Sitz- oder Lehnenstruktur ausgelegt.
In diesem Fall ist der Grundkörper mit einem flexiblen Material gebildet, welches
zum Herstellen eines Formschlusses mit der Sitz- oder Lehnenstruktur aufgedehnt werden
kann.
[0019] Bei einer weiteren Ausführungsform kann der Hinterschnitt einem Grundkörper auch
lediglich abschnittsweise vorgesehen sein. In diesem Fall kann der Grundkörper auch
mit einem festeren Material gebildet und lediglich im Bereich des Hinterschnitts derart
biegbar ausgebildet sein, dass der Hinterschnitt zum Herstellen eines Formschlusses
der Sitz- oder Lehnenstruktur aufgebogen werden kann.
[0020] Gemäß einer Ausführungsform ist der Grundkörper zumindest in einem Bereich des Hinterschnitts
derart flexibel ausgebildet, dass der Hinterschnitt reversibel, insbesondere werkzeugfrei,
auf eine zum Überstülpen über die Sitz- oder Lehnenstruktur benötigte Größe aufspannbar
ist. Auf diese Weise ist das Sitzmöbelpolster werkzeugfrei und besonders einfach montierbar
und austauschbar.
[0021] Gemäß einer Ausführungsform enthält der Grundkörper zumindest in dem Bereich des
Hinterschnitts ein flexibles Silikonmaterial. Bei einer weiteren Ausführungsform kann
auch der gesamte Grundkörper aus dem flexiblen Silikonmaterial gefertigt sein. Vorteilhaft
ist ein solcher Silikon-Grundkörper in einem Spritzgusswerkzeug kostengünstig in hoher
Stückzahl fertigbar. Alternativ oder zusätzlich zu Silikon wäre auch eine Fertigung
aus einem thermoplastischen Elastomer denkbar. Neben dem Spritzguss eignen sich beispielsweise
auch generative Herstellungsverfahren für die Darstellung des Grundkörpers mit dem
erfindungsgemäßen Hinterschnitt.
[0022] Gemäß einer Ausführungsform ist der Grundkörper einteilig mit dem Polsterkörper ausgebildet.
Es handelt sich insbesondere um einen untrennbar stoffschlüssigen Verbund. Somit wird
vorteilhaft die Teileanzahl reduziert. Insbesondere ist der Grundkörper als integrales
Zwei-Komponenten-Spritzgussteil ausgebildet. Somit ist er in einem gemeinsamen Werkzeug
herstellbar. Ferner ist im Spritzgussverfahren eine hohe Bauteilgüte erreichbar, welche
eine Verwendung des so hergestellten Sitzmöbelpolsters ohne Nachbearbeitung ermöglicht.
[0023] Gemäß einer Ausführungsform ist der Grundkörper als Negativform einer Sitzflächenstruktur
ausgebildet. Ferner ist der Polsterkörper als Sitzpolster ausgebildet. Auf diese Weise
ist ein modular einsetzbares und austauschbares Sitzpolster bereitgestellt.
[0024] Gemäß einer Ausführungsform ist der Grundkörper als Negativform einer Lehnenstruktur
und der Polsterkörper als Lehnenpolster ausgebildet. Gemäß einer Weiterbildung ist
der Grundkörper als Negativform einer Armlehnenstruktur und der Polsterkörper als
Armlehnenpolster ausgebildet. Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist der Grundkörper
als Negativform einer Rückenlehnenstruktur und der Polsterkörper als Rückenlehnenpolster
ausgebildet. Auf diese Weise ist ein modular einsetzbares und austauschbares Lehnenpolster
für verschiedene Lehnenarten und -bereiche bereitgestellt.
[0025] Gemäß einer Ausführungsform eines Verfahrens zur Herstellung einer Sitzmöbelpolsteranordnung
wird das formschlüssige Anbringen durch Aufspannen und elastisches Verformen des Grundkörpers
zumindest in einem Bereich des Hinterschnitts und Überstülpen des Grundkörpers über
die Sitz- oder Lehnenstruktur vorgenommen. Der Rand des Grundkörpers wird dabei durch
Lösen der Spannung mit der Sitz- oder Lehnenstruktur in Eingriff gebracht. Auf diese
Weise ist eine werkzeugfreie sehr einfach durchführbare Montage ermöglicht, wobei
dennoch ein fester Sitz des Sitzmöbelpolsters gewährleistet ist.
[0026] Bei einem erfindungsgemäßen Büro-oder Konferenzstuhl kann es sich bei einer Ausführungsform
insbesondere um einen Bürodrehstuhl oder Konferenzdrehstuhl handeln.
[0027] Gemäß einer Ausführungsform eines Büro- oder Konferenzstuhls ist die Sitz- oder Lehnenstruktur
als Sitzflächenstruktur und der Grundkörper als schalenartige Negativform der Sitzflächenstruktur
ausgebildet, wobei der Polsterkörper als auf dem Grundkörper geformtes Sitzpolster
ausgebildet ist. Auf diese Weise ist eine Sitzpolsteranordnung des Büro- oder Konferenzstuhls
einfach zu montieren und modular austauschbar.
[0028] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die Sitz- oder Lehnenstruktur als Rückenlehnenrahmen
und der Grundkörper als schalenartige Negativform des Rückenlehnenrahmens ausgebildet,
wobei der Polsterkörper als auf dem Grundkörper geformtes Rückenlehnenpolster ausgebildet
ist. Auf diese Weise ist eine Rückenlehnenpolsteranordnung des Büro- oder Konferenzstuhls
einfach zu montieren und modular austauschbar.
[0029] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist die Sitz- oder Lehnenstruktur als Armlehnenträger
und der Grundkörper als schalenartige Negativform des Armlehnenträgers ausgebildet,
wobei der Polsterkörper als auf dem Grundkörper geformtes Armlehnenpolster ausgebildet.
Auf diese Weise ist eine Armlehnenpolsteranrdnung des Büro- oder Konferenzstuhls einfach
zu montieren und modular austauschbar.
[0030] Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, sofern sinnvoll, beliebig
miteinander kombinieren. Insbesondere sind sämtliche Merkmale eines Sitzmöbelpolsters
auf ein Verfahren zur Herstellung eines Sitzmöbelpolsters und/oder auf eine Sitzmöbelpolsteranordnung
und/oder auf ein Verfahren zur Herstellung einer Sitzmöbelpolsteranordnung und/oder
auf einen Büro-oder Konferenzstuhl übertragbar, und umgekehrt.
[0031] Weitere mögliche Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen der Erfindung
umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im Folgenden bezüglich
der Ausführungsbeispiele beschriebenen Merkmale der Erfindung. Insbesondere wird dabei
der Fachmann auch Einzelaspekte als Verbesserungen oder Ergänzungen zu der jeweiligen
Grundform der vorliegenden Erfindung hinzufügen.
INHALTSANGABE DER ZEICHNUNG
[0032] Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren
der Zeichnung angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen dabei:
- Fig. 1
- eine schematische Schnittansicht eines Sitzmöbelpolsters gemäß einer Ausführungsform;
- Fig. 2A
- eine schematische Schnittansicht einer Sitzmöbelpolsteranordnung im unmontierten Zustand;
- Fig. 2B
- die Sitzmöbelpolsteranordnung gemäß Fig. 2A im montierten Zustand;
- Fig. 3
- eine schematische Unteransicht einer Sitzmöbelpolsteranordnung im montierten Zustand;
- Fig. 4
- eine schematische Unteransicht einer Sitzmöbelpolsteranordnung gemäß einer weiteren
Ausführungsform im montierten Zustand;
- Fig. 5
- eine Schnittansicht eines Sitzmöbelpolsters gemäß einer weiteren Ausführungsform;
- Fig. 6
- eine perspektivische Ansicht eines Büro- oder Konferenzstuhls gemäß einer Ausführungsform;
- Fig. 7
- eine Seitenansicht des Büro- oder Konferenzstuhls nach Fig. 6 mit einem Sitzmöbelpolster
gemäß Fig. 5;
- Fig. 8
- eine schematische Schnittansicht eines Sitzmöbelpolsters gemäß einer weiteren Ausführungsform;
- Fig. 9
- eine schematische Schnittansicht eines Sitzmöbelpolsters gemäß einer noch weiteren
Ausführungsform;
- Fig. 10
- eine perspektivische Ansicht eines Büro- oder Konferenzstuhls gemäß einer weiteren
Ausführungsform; und
- Fig. 11
- eine Schnittansicht einer Sitzpolsteranordnung eines Büro- oder Konferenzstuhls gemäß
einer Ausführungsform.
[0033] Die beiliegenden Figuren der Zeichnung sollen ein weiteres Verständnis der Ausführungsformen
der Erfindung vermitteln. Sie veranschaulichen Ausführungsformen und dienen im Zusammenhang
mit der Beschreibung der Erklärung von Prinzipien und Konzepten der Erfindung. Andere
Ausführungsformen und viele der genannten Vorteile ergeben sich im Hinblick auf die
Zeichnungen. Die Elemente der Zeichnungen sind nicht notwendigerweise maßstabsgetreu
zueinander gezeigt.
[0034] In den Figuren der Zeichnung sind gleiche, funktionsgleiche und gleich wirkende Elemente,
Merkmale und Komponenten - sofern nichts anderes ausgeführt ist - jeweils mit denselben
Bezugszeichen versehen.
BESCHREIBUNG VON AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
[0035] Fig. 1 zeigt eine schematische Schnittansicht eines Sitzmöbelpolsters 1 gemäß einer
Ausführungsform.
[0036] Das Sitzmöbelpolster 1 weist einen Grundkörper 2 auf, welcher schalenartig geformt
ist.
[0037] In der Darstellung ist diese schalenartige Formgebung beispielhaft mit einer nach
unten orientierten offenen Seite der Schale angeordnet. Ein geschlossener Boden der
schalenartigen Formgebung ist somit nach oben orientiert.
[0038] Der Grundkörper weist dementsprechend einen Rand 3 auf, welcher sich von dem Boden
zu der offenen Seite erstreckt. Dieser Rand 3 weist einen nach innen gewölbten Hinterschnitt
4 auf, der zum umfänglichen Hintergreifen einer Sitz- oder Lehnenstruktur 7 ausgebildet
ist.
[0039] Das Sitzmöbelpolster 1 weist ferner einen Polsterkörper 5 auf, der mit dem Grundkörper
2 verbunden ist. Der Polsterkörper 5 ist an einer dem Hinterschnitt 4 abgewandten
Seite 6 des Grundkörpers 2, in dieser Darstellung also beispielhaft der Oberseite,
angeordnet und stellt somit ein Sitz- oder Lehnenpolster dar.
[0040] Bei der dargestellten Ausführungsform erstreckt sich der Polsterkörper 5 beispielhaft
über die gesamte Oberseite des Grundkörpers 2 und ist mit diesem stoffschlüssig verbunden.
[0041] Sowohl der Grundkörper als auch der Polsterkörper sind in der schematischen Ansicht
lediglich rein illustrativ mit einer geraden Oberfläche und einer konstanten Dicke
dargestellt. Selbstverständlich lassen sich sowohl der Grundkörper als auch der Polsterkörper
in mechanischer und/oder ergonomischer Hinsicht lokal hinsichtlich ihrer Formgebung
und Dicke variieren.
[0042] Der Hinterschnitt 4 ist in der dargestellten Schnittdarstellung an beiden dargestellten
Bereichen des Randes 3 vorgesehen. Eine derartige gegenüberliegende Anordnung ist
zur Lagerung des Sitzmöbelpolsters an einer Sitz-oder Lehnenstruktur vorteilhaft,
da somit eine gewisse Vorspannung auf den Rand 3 aufgebracht und jeweils an der gegenüberliegenden
Seite abgestützt werden kann.
[0043] Rein beispielhaft ist der Hinterschnitt in der dargestellten Ausführungsform hakenartig
rund geformt. Andere zum Zweck des Hintergreifens und Haltens an einer Sitz- oder
Lehnenstruktur sind jedoch ebenso denkbar. Beispielsweise könnte es sich auch um eine
eckige Form des Hinterschnitts, beispielsweise einen Winkelvorsprung, handeln.
[0044] Der Hinterschnitt 4 kann insbesondere auch federnd ausgelegt sein, sodass er die
Sitz. Oder Lehnenstruktur mit einer Vorspannung hintergreift.
[0045] Insbesondere handelt es sich bei dem Grundkörper 2, zumindest im Bereich des Hinterschnitts
4, um ein flexibles Kunststoffelement. Der Grundkörper2 kann beispielsweise ein flexibles
Silikonmaterial enthalten. Ferner kann der Grundkörper auch vollständig aus einem
flexiblen Kunststoff, beispielsweise dem flexiblen Silikonmaterial, hergestellt sein.
Weitere flexible Materialien, beispielsweise andere Arten von Elastomeren, sind ebenfalls
denkbar.
[0046] Weiterhin alternativ oder zusätzlich können auch steifere Materialien des Grundkörpers,
beispielsweise Thermoplaste oder Duroplaste, vorgesehen sein, wobei eine ausreichende
Flexibilität des Hinterschnitts durch in der Struktur des Grundkörpers, insbesondere
im Bereich des Randes 3, vorgesehenen Federabschnitte erreicht wird. Die grundsätzliche
schalenartige Struktur des Grundkörpers bleibt dabei erhalten.
[0047] Ferner ist der Grundkörper 2 einteilig mit dem Polsterkörper 5 ausgebildet. Beispielsweise
kann der Polsterkörper 5 dazu auf dem Grundkörper 2 aufgeschäumt ausgebildet sein.
Insbesondere kann es sich um ein integrales Zwei-Komponenten-Spritzgussteil handeln.
[0048] Ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen Sitzmöbelpolsters umfasst entsprechend
die Schritte des Formens eines schalenartigen Grundkörpers 2, der eine schalenartige
Negativform einer Sitz- oder Lehnenstruktur 7 aufweist und an seinem Rand 3 zumindest
abschnittsweise einen nach innen gewölbten Hinterschnitt 4 aufweist, und des Formens
eines Polsterkörpers auf dem Grundkörper an einer dem Hinterschnitt abgewandten Seite.
[0049] Alternativ kann auch der Polsterkörper 5 separat hergestellt und anschließend stoffschlüssig
mit dem Grundkörper 2 verbunden, beispielsweise verschweißt oder verklebt, werden.
[0050] Der Polsterkörper 5 ist in der dargestellten Ausführungsform durchgehend dargestellt.
Denkbar sind jedoch auch Ausführungsformen, in welchen der Polsterkörper 5 Ausnehmungen,
wie Schlitze, Lüftungslöcher, Lufttaschen oder dergleichen aufweist. Selbiges gilt
auch für den Grundkörper 2.
[0051] Fig. 2A zeigt eine schematische Schnittansicht einer Sitzmöbelpolsteranordnung 10
im unmontierten Zustand.
[0052] Die Sitzmöbelpolsteranordnung 10 weist ein Sitzmöbelpolster 1 gemäß Fig. 1 sowie
eine Sitz- oder Lehnenstruktur 7 auf. Im dargestellten unmontierten Zustand sind diese
noch voneinander beabstandet.
[0053] Die Sitz-oder Lehnenstruktur 7 ist hier rein schematisch rechteckig dargestellt.
Selbstverständlich kann es sich dabei jedoch um eine integrierte oder komplex geformte
Struktur eines Sitzmöbels, insbesondere eines Büro-oder Konferenzstuhls, handeln.
[0054] Zur Montage des Sitzmöbelpolsters 1 auf die Sitz-oder Lehnenstruktur 7 wird das Sitzmöbelpolster
1 auf die Sitz-oder Lehnenstruktur 7 aufgeschoben, wie mit dem dargestellten Bewegungspfeil
angedeutet, und darüber gestülpt. Der Grundkörper ist dazu, zumindest in einem Bereich
des Hinterschnitts 4, derart flexibel ausgebildet, dass der Hinterschnitt 4 werkzeugfrei
auf eine zum Überstülpen über die Sitz- oder Lehnenstruktur 7 benötigte Größe aufspannbar
ist. Das Aufspannen und Überstülpen ist reversibel ermöglicht, sodass eine werkzeugfreie
modulare Montierbarkeit und Austauschbarkeit gewährleistet ist.
[0055] Fig. 2B zeigt die Sitzmöbelpolsteranordnung 10 gemäß Fig. 2A im montierten Zustand.
[0056] Entsprechend ist hier der Grundkörper 2 mit der Sitz-oder Lehnenstruktur 7 in Eingriff
gebracht und hintergreift diese umfänglich mit dem Hinterschnitt 4.
[0057] Ein Verfahren zur Herstellung einer derartigen Sitzmöbelpolsteranordnung 10 umfasst
demnach die Schritte des Bereitstellens der Sitz- oder Lehnenstruktur 7, Bereitstellens
des Sitzmöbelpolsters 1 und formschlüssigen Anbringens des Sitzmöbelposters 1 an der
Sitz- oder Lehnenstruktur 7, wobei der Rand 3 des Grundkörpers mit der Sitz- oder
Lehnenstruktur 7 derart in Eingriff gebracht wird, dass der Hinterschnitt 4 des Randes
3 die Sitz- oder Lehnenstruktur 7 umfänglich hintergreift.
[0058] Das formschlüssige Anbringen wird bei der dargestellten Ausführungsform durch Aufspannen
und elastisches Verformen des Grundkörpers 2 zumindest in einem Bereich des Hinterschnitts
4 und Überstülpen über die Sitz- oder Lehnenstruktur 7 vorgenommen. Der Rand 3 des
Grundkörpers wird durch Lösen der Spannung, wodurch der Hinterschnitt die Sitz- oder
Lehnenstruktur 7 hintergreift, mit der Sitz- oder Lehnenstruktur 7 in Eingriff gebracht.
[0059] Fig. 3 zeigt eine schematische Unteransicht einer Sitzmöbelpolsteranordnung im montierten
Zustand.
[0060] Beispielsweise kann es sich dabei um eine Sitzmöbelpolsteranordnung 10 handeln, wie
sie im Querschnitt in Fig. 2B dargestellt ist.
[0061] Rein beispielhaft weist die Sitzmöbelpolsteranordnung 1 hier eine rechteckige Grundfläche
mit abgerundeten Ecken auf. Selbstverständlich sind unterschiedlichste Grundflächen
Geometrien und auch dreidimensionale Geometrien einer derartigen Sitzmöbelpolsteranordnung
denkbar. Insbesondere kann es sich um eine ergonomisch geformte Schale oder dergleichen
handeln.
[0062] Die schematische unter Ansicht dient lediglich der Illustration des schematischen
Aufbaus der Sitzmöbelpolsteranordnung 10. Der Polsterkörper 5 ist hier lediglich im
Bereich eines über den Rand 3 hinaus stehenden Überstandes sichtbar. Der Grundkörper
2 ist lediglich im Bereich seines Randes 3 sichtbar, welcher den Hinterschnitt 4 aufweist.
[0063] Der Rand 3 und auch der Hinterschnitt 4 sind an dem Grundkörper 2 umlaufend ausgebildet
und der Hinterschnitt 4 ist zum durchgehend umlaufenden Hintergreifen der Sitz- oder
Lehnenstruktur 7 ausgelegt. Der Grundkörper weist hier daher zumindest im Bereich
des Hinterschnitts eine hohe Flexibilität auf, um zur Montage entsprechend aufspannbar
zu sein.
[0064] Die Sitz-oder Lehnenstruktur 7 füllt den Grundkörper 2 innen aus und erstreckt sich
bis unter den Hinterschnitt 4, sodass ihre Kanten als verdeckte Kanten lediglich gestrichelt
dargestellt sind.
[0065] Fig. 4 zeigt eine schematische Unteransicht einer Sitzmöbelpolsteranordnung 10 gemäß
einer weiteren Ausführungsform im montierten Zustand.
[0066] Bei dieser Ausführungsform ist der Rand des Grundkörpers in mehrere, hier beispielhaft
vier, Umgriffabschnitte 21 unterteilt. Dementsprechend existieren an dem Grundkörper
2 die Umgriffabschnitte 21 voneinander trennende Stellen ohne Hinterschnitt 4.
[0067] Bei der dargestellten Ausführungsform mit einer beispielhaft rechteckigen Grundfläche
mit abgerundeten Ecken befinden sich die Umgriffabschnitte im Bereich der Ecken. Der
Hinterschnitt 4 ist dabei jeweils an den Umgriffabschnitten 21 vorgesehen und hintergreift
dort entsprechend die Sitz- oder Lehnenstruktur 7.
[0068] Selbstverständlich sind bei weiteren Ausführungsformen, je nach Formgebung einer
Grundfläche der Sitz- oder Lehnenstruktur 7, andere Aufteilungen bzw. Anordnungen
der Umgriffabschnitte 21 möglich.
[0069] Fig. 5 zeigt eine Schnittansicht eines Sitzmöbelpolsters 1 gemäß einer weiteren Ausführungsform.
[0070] Hierbei handelt es sich um ein Polster für eine Sitzfläche eines Bürodrehstuhls.
Der Grundkörper 2 ist entsprechend schalenartig als Negativform einer Sitzflächenstruktur
und der Polsterkörper 5 als Sitzpolster ausgebildet.
[0071] Der Polsterkörper mit einem Bezug 8 versehen, der im Bereich des Randes 3 umlaufend
mit dem Grundkörper 2 verbunden ist. Beispielsweise kann es sich um einen Stoff- oder
Lederbezug handeln. Der Bezug 8 ist im Bereich des Randes 3 an dem Grundkörper 2 befestigt,
insbesondere stoffschlüssig befestigt. Beispielsweise kann der Bezug dazu an dem Grundkörper
2 angeschweißt oder damit verklebt sein.
[0072] Fig. 6 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Büro- oder Konferenzstuhls 20 gemäß
einer Ausführungsform.
[0073] Der Büro- oder Konferenzstuhl 20 weist eine Sitzflächenstruktur 11 und einen Rückenlehnenrahmen
12 auf. Er ist ferner mit einem Drehfuß 14 und einer Schwenkmechanik 15 versehen.
Die Schwenkmechanik 15 befindet sich zwischen dem Drehfuß 14 und der Sitzflächenstruktur
11 und ist ferner über einen Lehnenträger 22 mit dem Rückenlehnenrahmen 12 kinematisch
gekoppelt. Auf diese Weise wird eine synchronähnliche Kinematik des Büro- oder Konferenzstuhls
20 bereitgestellt, die in der Art einer Synchronmechanik funktioniert.
[0074] Der Drehfuß 14 ist mit einer drehbaren und höhenverstellbaren Säule 18 sowie Rollen
19 versehen.
[0075] Die Sitzflächenstruktur 11 ist hier rein beispielhaft als durchgehende Sitzplatte
ausgebildet. Die Sitzplatte ist in ergonomischer Weise gewölbt vorgesehen.
[0076] Der Grundkörper 2 des in Fig. 5 gezeigten Sitzmöbelpolsters 1 bildet die Negativform
dieser Sitzplatte ab und ist aus einem flexiblen Silikonmaterial gebildet. Der Hinterschnitt
4 ist dabei zum umlaufenden Hintergreifen der Sitzplatte ausgebildet. Der an den Grundkörper
2 angeformte Polsterkörper 5 ist an der dem Hinterschnitt 4 abgewandten Oberseite
6 des Grundkörpers 2 angeordnet.
[0077] Der Rückenlehnenrahmen 12 ist ausgehend von der Schwenkmechanik 15 umlaufend geschlossen
ausgebildet. Entsprechend kann dieser ebenfalls mit einem Sitzmöbelpolster versehen
werden.
[0078] Fig. 7 zeigt eine Seitenansicht des Büro- oder Konferenzstuhls 20 gemäß Fig. 6 mit
einem Sitzmöbelpolster 1 gemäß Fig. 5.
[0079] Erkennbar ist das Sitzmöbelpolster 1 hier über die Sitzflächenstruktur 11 übergestülpt.
Der Polsterkörper 5 bildet somit ein Sitzpolster des Büro- oder Konferenzstuhls 20.
Auf diese Weise ist eine als Sitzpolsteranordnung 17 ausgebildete Sitzmöbelpolsteranordnung
10 geschaffen, welche die Sitzplatte gemäß Fig. 6 als Sitzflächenstruktur 11 und das
Polster gemäß Fig. 5 als Sitzmöbelpolster 1 aufweist.
[0080] Durch umfängliches Hintergreifen der Sitzplatte mit dem Hinterschnitt 4 ist der Grundkörper
2 formschlüssig an der Sitzplatte derart anbringbar ausgebildet und hier entsprechend
angebracht, so dass der Polsterkörper 5 im angebrachten Zustand als Sitzpolster angeordnet
ist.
[0081] Auch wenn dies hier nicht explizit dargestellt ist, wäre es ferner denkbar, auch
den Rückenlehnenrahmen 12 mit einem entsprechend angepassten Sitzmöbelpolster 1 zu
versehen.
[0082] Bei der dargestellten Ausführungsform geht der Rückenlehnenrahmen 12 beispielhaft
in den Lehnenträger 22 über. Im Unterschied zum Sitzpolster könnte ein Rückenlehnenpolster
den Rückenlehnenrahmen 12 wegen des Lehnenträgers 22 hier zumindest nicht vollständig
umlaufend mit einem umlaufenden Rand 3 und Hinterschnitt 4 hintergreifen. Zumindest
der Hinterschnitt 4 müsste dazu im Bereich der Schwenkmechanik 15 unterbrochen sein.
Aufgrund der von einem Rückenbereich zu der Schwenkmechanik zulaufenden Form des Rückenlehnenrahmens
12 könnte aber immer noch ein für einen Eingriff des Sitzmöbelpolsters 1 und des Rückenlehnenrahmens
12 ausreichendes umfängliches Hintergreifen des Rückenlehnenrahmens 12 mit dem Hinterschnitt
vorgesehen sein. Der Grundkörper 2 ist dann entsprechend als Negativform des Rückenlehnenrahmens
12 und der Polsterkörper 5 als Rückenlehnenpolster ausgebildet.
[0083] Selbstverständlich wäre es bei weiteren Ausführungsformen denkbar, den Lehnenträger
22 in einem mittigen Bereich der Rückenlehne mit dem Rückenlehnenrahmen 12 strukturell
zu verbinden. In diesem Falle wäre dann auch eine vollständig umlaufende Ausbildung
des Hinterschnitts und ein entsprechend vollständig umlaufendes Hintergreifen möglich.
[0084] Fig. 8 zeigt eine schematische Schnittansicht eines Sitzmöbelpolsters 1 gemäß einer
weiteren Ausführungsform.
[0085] Diese Ausführungsform unterscheidet sich von der Ausführungsform nach Fig. 1 dadurch,
dass der Polsterkörper 5 hier nicht lediglich an der Oberseite vorgesehen ist sondern
sich auch über den Rand 3 erstreckt und erst an dem Ansatz des Hinterschnitts 4 endet.
[0086] Ferner ist auch bei dieser Ausführungsform ein mit gestrichelter Linie symbolisierter
Bezug 8 vorgesehen. Beispielsweise kann dieser an dem Hinterschnitt 4 befestigt sein.
[0087] Auf diese Weise wird ein äußerer Eindruck eines direkt an eine Sitz- oder Lehnenstruktur
angeschlossenen Polsters wie bei einem klassisch gesattelten Stuhl erzielt.
[0088] Fig. 9 zeigt eine schematische Schnittansicht eines Sitzmöbelpolsters 1 gemäß einer
noch weiteren Ausführungsform.
[0089] Diese Ausführungsform unterscheidet sich von Fig. 8 dadurch, dass der Hinterschnitt
4 hier insgesamt deutlich näher an der Grundfläche des Grundkörpers 2 beginnt und
entsprechend größer ausgebildet ist. Konkret ist der Rand 3 hier mit einer einen Winkel
<90° einschließenden Kante 9 gebildet, von welcher sich der Hinterschnitt 4 schräg
nach innen absetzt.
[0090] Der Bezug 8 ist hier über den Hinterschnitt 4 hinweg gezogen und schießt diesen vollständig
ein. An einer Innenseite des Hinterschnitts 4 ist der Bezug 8 mit Befestigungsmitteln,
beispielswiese Tackernadeln oder dergleichen, an dem Grundkörper befestigt. Die Befestigungsmittel
sind insbesondere im Bereich der Kante gesetzt. Auf diese Weise wird der Bezug bei
der Montage zwischen dem Grundkörper und einer Sitz- oder Lehnenstruktur eingeklemmt
und somit großflächig fixiert. Dennoch ist die Verbindung vorteilhaft durch Überwindung
der Federkraft des Hinterschnitts 4 wieder werkzeugfrei lösbar, ohne dass der nach
wie vor über Befestigungsmittel mit dem Grundkörper 2 befestigte Bezug 8 von dem Grundkörper
2 gelöst werden müsste.
[0091] Der Bezug ermöglicht ferner eine Kaschierung von Ausnehmungen des Grundkörpers 2.
Diese Ausführungsform ist daher sowohl mit umlaufender Ausbildung des Hinterschnitts
4 gemäß Fig. 3 als auch mit einer Ausbildung in Umgriffabschnitten 21 gemäß Fig. 4
ermöglicht.
[0092] Fig. 10 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Büro- oder Konferenzstuhls 20 gemäß
einer weiteren Ausführungsform.
[0093] Im Unterschied zu dem Büro- oder Konferenzstuhl 20 nach Fig. 6 ist hier ein ausgefüllter
Rückenlehnenrahmen 12 vorgesehen. Als weiterer Unterschied sind mit der Sitzflächenstruktur
11 gekoppelte Armlehnenträger 13 vorgesehen. Ferner ist bei der dargestellten Ausführungsform
bereits eine Sitzpolsteranordnung 17 montiert.
[0094] Auch wenn diese nicht explizit dargestellt ist, wäre es hier denkbar, alternativ
oder zusätzlich auch die Armlehnenträger 13 mit einem Sitzmöbelpolster 1 zu versehen.
Entsprechend würde eine Armlehnenstruktur der Armlehnen 13 von einem Hinterschnitt
4 eines Grundkörpers 2 eines entsprechend geformten Sitzmöbelpolsters 1 hintergriffen.
Der Grundkörper ist somit als Negativform der Armlehnenstruktur und der Polsterkörper
5 als Armlehnenpolster ausgebildet.
[0095] Fig. 11 zeigt eine Schnittansicht einer Sitzpolsteranordnung 17 eines Büro- oder
Konferenzstuhls gemäß einer Ausführungsform.
[0096] Insbesondere handelt es sich dabei um die beispielhafte Sitzpolsteranordnung 17 des
Büro- oder Konferenzstuhls 20 gemäß Fig. 10.
[0097] Die Sitzpolsteranordnung 17 ist mit einem in der in Bezug auf Fig. 9 beschriebenen
Weise ausgelegten Sitzmöbelpolster 1 ausgebildet. Entsprechend ist der Grundkörper
2 an seinem Rand 3 mit einer Kante 9 gebildet, von welcher der Hinterschnitt 4 ausgeht.
Der Bezug 8 ist hier zur besseren Übersichtlichkeit ausgeblendet.
[0098] Ein Boden 23 des Grundkörpers ist hier an eine sitzkulenartige Form der Sitzflächenstruktur
11 angeschmiegt. Der Polsterkörper ist in einem Gesäßbereich 24 stärker aufgepolstert
als in einem Beinauflagebereich 25. An einem vorderen Ende des Beinauflagebereichs
25 fallen die Sitzflächenstruktur 11 und der Grundkörper 2 gemeinsam nach unten ab.
[0099] An einem Rand der Sitzflächenstruktur 11 ist eine Wulst 16 vorgesehen, welche durch
den Hinterschnitt 4 hintergriffen wird.
[0100] Obwohl die vorliegende Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele vorstehend
vollständig beschrieben wurde, ist sie darauf nicht beschränkt, sondern auf vielfältige
Art und Weise modifizierbar.
Bezugszeichenliste
[0101]
- 1
- Sitzmöbelpolster
- 2
- Grundkörper
- 3
- Rand
- 4
- Hinterschnitt
- 5
- Polsterkörper
- 6
- abgewandte Seite
- 7
- Sitz- oder Lehnenstruktur
- 8
- Bezug
- 9
- Kante
- 10
- Sitzmöbelpolsteranordnung
- 11
- Sitzflächenstruktur
- 12
- Rückenlehnenrahmen
- 13
- Armlehne
- 14
- Drehfuß
- 15
- Schwenkmechanik
- 16
- Wulst
- 17
- Sitzpolsteranordnung
- 18
- Säule
- 19
- Rolle
- 20
- Büro-oder Konferenzstuhl
- 21
- Umgriffabschnitt
- 22
- Lehnenträger
- 23
- Boden
- 24
- Gesäßbereich
- 25
- Beinauflagebereich
1. Sitzmöbelpolster (1), insbesondere für einen Büro- oder Konferenzstuhl,
mit einem Grundkörper (2), welcher schalenartig geformt ist und an seinem Rand (3)
einen nach innen gewölbten Hinterschnitt (4) aufweist, der zum umfänglichen Hintergreifen
einer Sitz- oder Lehnenstruktur (7) ausgebildet ist; und
mit einem mit dem Grundkörper (2) verbundenen Polsterkörper (5), der an einer dem
Hinterschnitt (4) abgewandten Seite (6) des Grundkörpers (2) als Sitz- oder Lehnenpolster
angeordnet ist.
2. Polster nach Anspruch 1,
wobei der Polsterkörper mit einem Bezug (8) versehen ist, der im Bereich des Randes
(3) umlaufend mit dem Grundkörper (2) verbunden ist.
3. Polster nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei der Hinterschnitt (4) an dem Grundkörper (2) umlaufend ausgebildet und zum durchgehend
umlaufenden Hintergreifen der Sitz- oder Lehnenstruktur (7) ausgelegt ist.
4. Polster nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei der Grundkörper zumindest in einem Bereich des Hinterschnitts (4) derart flexibel
ausgebildet ist, dass der Hinterschnitt (4) reversibel, insbesondere werkzeugfrei,
auf eine zum Überstülpen über die Sitz- oder Lehnenstruktur (7) benötigte Größe aufspannbar
ist.
5. Polster nach Anspruch 4,
wobei der Grundkörper zumindest in dem Bereich des Hinterschnitts ein flexibles Silikonmaterial
enthält.
6. Polster nach einem der vorstehenden Ansprüche,
wobei der Grundkörper (2) einteilig mit dem Polsterkörper (5) ausgebildet ist, insbesondere
als integrales Zwei-Komponenten-Spritzgussteil.
7. Verfahren zur Herstellung eines Sitzmöbelpolsters (1), insbesondere gemäß einem der
vorangehenden Ansprüche, mit den Schritten:
Formen eines schalenartigen Grundkörpers (2), der eine schalenartige Negativform einer
Sitz- oder Lehnenstruktur (7) aufweist und an seinem Rand (3) zumindest abschnittsweise
einen nach innen gewölbten Hinterschnitt (4) aufweist; und
Formen eines Polsterkörpers auf dem Grundkörper an einer dem Hinterschnitt abgewandten
Seite.
8. Sitzmöbelpolsteranordnung (10), insbesondere für einen Büro- oder Konferenzstuhl,
mit einer Sitz- oder Lehnenstruktur (7), und
einem Sitzmöbelpolster (1), insbesondere gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 und/oder
hergestellt mit einem Verfahren gemäß Anspruch 7,
wobei das Sitzpolster einen Grundkörper (2), welcher schalenartig als Negativform
der Sitz- oder Lehnenstruktur (7) geformt ist und an seinem Rand (3) einen nach innen
gewölbten Hinterschnitt (4) aufweist, und einen an den Grundkörper (2) angeformten
Polsterkörper (5) aufweist, der an einer dem Hinterschnitt (4) abgewandten Seite (6)
des Grundkörpers (2) angeordnet ist,
wobei der Grundkörper durch umfängliches Hintergreifen der Sitz- oder Lehnenstruktur
(7) mit dem Hinterschnitt (4) formschlüssig an der Sitz- oder Lehnenstruktur (7) derart
anbringbar ausgebildet ist, dass der Polsterkörper im angebrachten Zustand als Sitz-
oder Lehnenpolster auf der Sitz-oder Lehnenstruktur (7) angeordnet ist.
9. Verfahren zur Herstellung einer Sitzmöbelpolsteranordnung (10), insbesondere einer
Sitzmöbelpolsteranordnung nach Anspruch 8, mit den Schritten:
Bereitstellen einer Sitz- oder Lehnenstruktur (7),
Bereitstellen eines Sitzmöbelpolsters (1), insbesondere nach einem der Ansprüche 1
bis 6 und/oder hergestellt nach einem Verfahren gemäß Anspruch 7, welches einen schalenartig
geformten Grundkörper (2) mit einem nach innen gewölbten Hinterschnitt (4) an seinem
Rand (3) aufweist;
Formschlüssiges Anbringen des Sitzmöbelposters (1) an der Sitz- oder Lehnenstruktur
(7), wobei der Rand (3) des Grundkörpers mit der Sitz- oder Lehnenstruktur (7) derart
in Eingriff gebracht wird, dass der Hinterschnitt (4) des Randes (3) die Sitz- oder
Lehnenstruktur (7) umfänglich hintergreift.
10. Verfahren nach Anspruch 9,
wobei das formschlüssige Anbringen durch Aufspannen und elastisches Verformen des
Grundkörpers zumindest in einem Bereich des Hinterschnitts (4) und Überstülpen über
die Sitz- oder Lehnenstruktur (7) vorgenommen wird, wobei der Rand (3) des Grundkörpers
durch Lösen der Spannung mit der Sitz- oder Lehnenstruktur (7) in Eingriff gebracht
wird.
11. Büro- oder Konferenzstuhl (20),
mit einer Sitzmöbelpolsteranordnung (10) nach Anspruch 8 und/oder hergestellt mit
einem Verfahren nach Anspruch 9.
12. Büro- oder Konferenzstuhl (20) nach Anspruch 11,
wobei die Sitz- oder Lehnenstruktur (7) als Sitzflächenstruktur (11) und der Grundkörper
(2) als schalenartige Negativform der Sitzflächenstruktur (11) ausgebildet ist, wobei
der Polsterkörper (5) als auf dem Grundkörper geformtes Sitzpolster ausgebildet ist.
13. Büro- oder Konferenzstuhl nach Anspruch 11,
wobei die Sitz- oder Lehnenstruktur (7) als Rückenlehnenrahmen (12) und der Grundkörper
(2) als schalenartige Negativform des Rückenlehnenrahmens (12) ausgebildet ist, wobei
der Polsterkörper (5) als auf dem Grundkörper geformtes Rückenlehnenpolster ausgebildet
ist.
14. Büro- oder Konferenzstuhl nach Anspruch 11,
wobei die Sitz- oder Lehnenstruktur (7) als Armlehnenträger (13) und der Grundkörper
(2) als schalenartige Negativform des Armlehnenträgers (13) ausgebildet ist, wobei
der Polsterkörper (5) als auf dem Grundkörper geformtes Armlehnenpolster ausgebildet
ist.